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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

6. November 2014 4 06 /11 /November /2014 21:31

Ich bin ja sonst kein Freund der politisch korrekten Online-Postille "SPON", aber der Meinungsartikel von Jakob Augstein über den Lokführerstreik und das widerliche Gegeifere dagegen bringt es für mich auf den Punkt: Tatsächlich hat ein Großteil der Werktätigen in diesem Lande eine servile Sklavenmentalität entwickelt, kriecht den Geldsäcken in den Arsch und hetzt auf widerliche Weise gegen diejenigen, die noch das Rückgrat haben, ihre Interessen zu verteidigen.

Leider muss man sagen, dass diese Art Menschen es genaugenommen nicht anders verdient hat, als bis aufs Blut ausgebeutet und mit Brosamen abgespeist zu werden. Wer sich nicht wehrt, lebt bekanntlich verkehrt. Schon Jack London bezeichnete den Streikbrecher als die widerlichste Existenzform, die es gibt.

Leider jedoch macht diese Mentalität eines Großteils der Werktätigen, es dem aufrechten Rest noch schwerer, für sein Rechte einzustehen. :-(

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24. März 2014 1 24 /03 /März /2014 10:16

So blöd das heute klingen mag: Ich baue auf die gesetzliche RV.

Warum? Ganz einfach: Egal, ob eine Altersvorsorge Generationenvertrag heißt oder auf Kapitalansammlung basiert, ist sie in letzter Konsequenz immer das erstere: Die Rentner-Generation kann nur an dem teilhaben, was die berufstätige Generation realwirtschaftlich erzeugt.

Anders ausgedrückt: Wenn es keine Rente aus der RV gibt, weil niemand mehr da ist, der RV-Beiträge einzahlt, ist auch niemand mehr da, der etwas herstellt, was man mit dem Geld aus einer kapitalbasierten Altersvorsorge kaufen könnte.

Wenn nun, was wir ja hoffen wollen, auch in einigen Jahrzehnten noch produziert wir, wird man auch wieder einen Modus haben, mit dem man die Rentnergeneration teilhaben lässt. Sehr wahrscheinlich wird es so oder so auf eine längere Lebensarbeitszeit hinauslaufen, aber dafür werden wir ja auch älter als frühere Generationen.

Außerdem zeigt die Vergangenheit, dass die Ansprüche aus der gesetzlichen RV auch Kriege und Währungsreformen überlebt haben: Der jetzt so langsam ausgestorbenen Generation der Leute, die bereits vor dem Krieg in die staatliche RV eingezahlt hatten, ging es im Alter recht gut – aber wo sind die Ersparnisse und Geldwert-Anlagen, welche bis 1948 in RM bestanden haben?

Man sollte sich auch ruhig einmal ausrechnen, was ein heutiger Rentner, der z. B. 1100.- Euro Rente erhält, in eine private Altersvorsorge hätte stecken müssen, um einen solchen monatlichen Betrag zu bekommen - und zwar nach Abzug des Geldes, das er im Topf lassen muss, um die Inflation auszugleichen.

Das geht übrigens ganz einfach mit dem guten, alten Dreisatz. Nehmen wir an das Geld ist zu 5% angelegt und 2% sollen als Ausgleich für die Inflation drin bleiben. Dann entsprechen die 12 * 1100.- € = 13200,. € pro Jahre 3% des notwendigen Kapitals:

3% entsprechen                              13200.- €
1% entspricht 13200.- € : 3 =              4400.- €
100% entsprechen 4400.- € * 100 = 440000.- €

Aus meiner Zeit als Finanzberater weiß ich nun, dass man als ca. 30jähriger in eine KLV mit Endalter 60 ca. 0,3% des Nennwertes monatlich für eine KLV bezahlt:

100% entsprechen                    440000.- €
1% entspricht 440000.- € : 100 =    4400.- €
0,3% entsprechen 4400.- € * 0,3 = 1320.- €

Selbst wenn wir – wieder jeglicher Vernunft - damit rechnen, dass mit Überschussbeteiligungen nach 30 Jahren die doppelte Nennsumme ausgezahlt wird, hätte also der gute Mann 660.- Euro, zu DM-Zeiten also 1320.- DM im Monat für seine Altersvorsorge ausgeben müssen.

Natürlich hat er in die staatliche RV länger als 30 Jahre eingezahlt. Aber selbst wenn er mit Beginn seiner Lehrzeit, also etwa 15 Jahre früher, die erste seinem damaligen Einkommen entsprechende kleine KLV abgeschlossen hätte, hätte er für seine Altersvorsorge jeden Monat soviel ausgegeben, dass der Bau eines Hauses wie es ja viele Menschen mit heute 1100.- € monatlicher Rente besitzen kaum möglich gewesen wäre und er heute von seine Kapitalerträgen auch noch Miete bezahlen müsste.

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9. Dezember 2013 1 09 /12 /Dezember /2013 09:49

Na, Klasse! Wir haben einen neuen "persönlichen" Rekord aufgestellt und zwar im Exportieren. Im Oktober hatten wir dieses Jahr bereits für 99,1 Milliarden Euro exportiert wie man auf Spiegel Online nachlesen kann. Die schlechte Nachricht dabei ist, dass wir zwar auch mehr importiert haben, aber immer noch um 17,9 Milliarden Euro weniger als wir ins Ausland verkauft haben.

Wer weiß, dass und warum ein Exportüberschuss alles andere als gut für den einfachen, arbeitenden Menschen ist, dem ist natürlich klar, dass dies auch wieder so ein Aufschwung ist, der nicht bei den Werktätigen ankommt. Der Grund dafür ist einfach, obwohl in kaum einer kennt: Das Geld, welches unsere Wirtschaft im Export einnimmt und nicht im Import wieder ausgibt, geht - wie man hier genauer nachlesen kann -für Schuldendienste drauf, landet also bei der Finanzindustrie.

Steintraeger

Der Steinträger - „Bis fünf Treppen schleppt man die Steene, aber wohnen tun wir immer im Keller.” 

Und was macht die Finanzindustrie damit? Nun, im Endeffekt gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Soweit es nicht in irgendwelchen Finanzkasinos zirkuliert und Zockereien ermöglicht, verleihen die Banken es an diejenigen, welche das kaufen, was wir exportieren, so dass es zunächst bei unseren Unternehmen und dann als Zinszahlungen wieder bei den Banken landet.

    So oder so haben wir nichts davon und es geht uns wie dem oben abgebildeten Steinträger von Heinrich Zille: Wir produzieren Dinge in einem bestimmten Wert für den Export, können aber nicht im gleichen Wert importierte Güter konsumieren. Bei einem Exportüberschuss von knapp 18 Milliarden Euro und gut 40 Millionen Beschäftigten, sind das im Schnitt an die 450 Euro pro Nase, um die wir in letzter Konsquenz in den ersten zehn Monaten des Jahres geprellt worden sind. Das sind immerhin durchschnittlich 45 Euro pro Monat, die so mancher recht gut gebrauchen könnte.

Dies ist aber nur ein Teil des Geldes, welches von den Unternehmen für erzeugte Werte eingenommen wurde, aber nicht in Form von Löhnen ausgezahlt werden kann, weil es für Zinszahlungen benötigt wird. Insgesamt, so schätzt man, stecken in unseren Preisen mindesten 30%, heute wohl eher 40% Aufwendungen für Zins.

Das bedeutet: Ohne Zinsbelastung könnte jeder Euro, den man ausgibt, jederzeit wieder vollständig aus dem Kreislauf zurück verdient werden. Beim herrschenden Schuldenstand jedoch gehen davon 40 ct als Zinsen an die Kreditgeber, bei denen die einzelnen Unternehmen in der Produktionskette der gekauften Ware verschuldet sind. Man kann also von einem Euro nur 60 ct direkt zurück verdienen und die restlichen 40 ct erst dann, wenn sie wieder ausgeliehen werden - wobei sie natürlich weitere Zinsbelastungen erzeugen.     

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21. September 2013 6 21 /09 /September /2013 12:38

Derzeit wird aufgrund der morgigen Bundestagswahl wiedereinmal allerhand über eine mögliche Währungsreform gemunkelt: Diese würde noch dieses Jahr kommen, da man sie solange hinausgezögert habe, bis der Machterhalt der alten Regierungseilschaft in trockenen Tüchern sei, oder eine neue Regierung die WR zu verantworten habe.

Sicher ist eine Währungsreform über kurz oder lang unumgänglich. Wann genau sie jedoch nicht mehr zu vermeiden sein wird, weiß niemand – und wenn sie tatsächlich bereits geplant ist, wissen das auch nur wenige. Immerhin ist sie aber jederzeit möglich und man sollte sich nicht mehr auf Geldwert verlassen. Was aber genau passiert bei einer Währungsreform mit Haircut?

Allerhand Schwarzmalerei 

Verschieden Publikationen im Netz malen hier üble Bilder an die Wand – typischerweise mit dem Ziel, den Leuten Gold zu verkaufen. Hier werden schon auch einmal Chaos und Zusammenbruch, Hunger und Bürgerkrieg beschworen. Nicht alle Publikationen gehen so weit, viele beschränken sich darauf, die finanziellen Folgen zu untersuchen. Aber auch hier liest man viel Quatsch: So zum Beispiel wird in den „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ unter einem reißerischen Titel behauptet, dass Schulden bei einer Währungsreform, zunehmen würden. Begründet wird dies damit, dass bei der WR von 1948 Schulden im Verhältnis 10 : 100, Vermögen jedoch im Verhältnis 6,5 : 100 abgewertet wurden. So wurden beispielsweise aus einem Guthaben von 10000 Reichsmark eines von 650 DM, aus einer Schuld von 10000 Reichmark jedoch eine in Höhe von 1000 DM. Daraus schließt nun der Autor:

"So aber stiegen die Verbindlichkeiten real um 53,85 Prozent."

  Das klingt zwar plausibel und stimmt rechnerisch, ist aber trotzdem lupenreiner Quatsch. Warum? Weil man den Nominalwert der Schulden nach einer WR nicht im Zusammenhang mit dem Nominalwert der Guthaben sehen darf. So wie das hier gerechnet wird, stellt sich das nur für Leute dar, die sowohl Guthaben als auch Schulden haben. Wer etwa 10000 Euro Schulden und gleichzeitig auch 10000 Euro Guthaben hat, hätte nach einer WR mit den Faktoren von 1948 650 Mark Guthaben und 1000 Mark Schulden, wäre also von seinem ausgeglichenen Saldo um 350 Mark ins Minus gerutscht. 

Tatsächlich muss man die nach einer WR verbliebenden Schulden aber jeweils mit dem Einkommen vergleichen, das ein Schuldner nach der WR erzielen kann. Daher muss hier auf jeden Fall auch der Umstellungsfaktor der Löhne und Gehälter berücksichtigt werden, der 1948 1:1 betrug. Bei einem Einkommen, welches zu Guthaben und Schulden passt, wäre der Schaden aus dem genannten Beispiel also verschmerzbar.

Da nun aber eine WR nicht aus Jux und Dollerei gemacht wird, sondern Belastungen von der Realwirtschaft nehmen soll, kommt ein weiterer Faktor hinzu, der allerdings im Vorfeld nicht genau beziffert werden kann: Die Einkommensentwicklung nach der WR. Wenn die Währungsreform die gewünschte Wirkung zeigt, wird sich die Wirtschaft besser entwickeln und vor allem können von Schuldenlasten befreite Betriebe wieder besser bezahlen, der entschuldete Staat kann wieder mehr Geld unter die Leute bringen, was wiederum mehr Geschäft für Unternehmen bedeutet und damit mehr Einnahmen. Das bewirkt nicht nur höhere Löhne, sondern auch zusätzliche Jobs.

Gewinner...

Gucken wir uns das einmal an einem Beispiel an und zwar mit den Faktoren von 1948 und zwar anhand eines Hartzis, der auch noch mit 20 000 Euro hoffnungslos verschuldet ist und zum Zeitpunkt der WR 100 Euro auf seinem Konto hat:

Mit dem Umstellungsfaktor 6,5 : 100 (so war es ja 1948) schrumpft sein Bankguthaben natürlich auf traurige 6,50 DM zusammen, für die er sich bei der vermuteten Umstellung der Preise per 1:1 dann gerade mal noch ein Schachtel Kippen kaufen kann.

Das bedeutet für ihn dann eine Durststrecke bis zum nächsten "Zahltag", an dem er dann statt ca. 400 Euro eben 400 DM erhält, für die er sich wahrscheinlich dann wieder das kaufen kann, was er sich vorher für die 400 Euro kaufen konnte.

Allerdings gilt das nur wenn es wider Erwarten hier keine Schonbeträge gibt. Andernfalls fällt die Durststrecke weg, denn seine armseligen 100 Euro fallen dann garantiert darunter und werden zu 100 DM.

  Seine Schulden werden jedoch mit dem Faktor 10:100 abgewertet, so dass aus seinen 20 000 Euro 2000 DM werden. Damit sind diese so geschrumpft, dass es für ihn sogar im Bereich des Möglichen liegt sie zu bezahlen. Wenn unser Hartzi nun jedoch nicht zu den Arbeitslosen gehört, die aufgrund von Krankheit, Behinderung oder fehlender Qualifikation auch bei einer sich wieder verbessernden Wirtschaftslage unvermittelbar bleiben werden, wird er nach einer Währungsreform vermutlich wieder einen Job finden und aus der Armutsfalle entkommen.

Aber selbst im anderen Falle gibt es für ihn Hoffnung: Wenn öffentliche Hand und Wirtschaft entschuldet sind, wird auch wieder mehr Geld für Soziales da sein. Das bedeutet dann neben einer eventuellen Aufstockung von Transferleistungen auch mehr Geld für Qualifizierungen, Arbeitsplätze für Behinderte, staatlich geförderte Arbeit und eventuell sogar wieder ein paar mehr Hilfsarbeiterjobs vorhanden sein wird.

  Ähnlich wird es arbeitenden Leuten gehen, die von der Hand in den Mund leben: Schlimmstenfalls verlieren sie ein kleines Guthaben und etwas Bargeld, dafür verringern sich eventuelle Schulden. Am Einkommen ändert sich zunächst gar nichts, aber langfristig gibt es gute Hoffnung auf eine positive Entwicklung aufgrund der wesentlich verbesserten Lage der Unternehmen.

… und Verlierer  

Dumm dastehen werden allerdings alle Besserverdienenden, die Vermögen in Geldwert besitzen, denn deren Kohle schnurrt auf ca. 1/15 des vorigen Betrages ein. Allerdings sind die nicht zu bedauern, denn durch ihre Sparerei haben sie sich - das muss man einmal sagen - sozialschädlich verhalten. Geld ist nämlich nicht zum Horten da, sondern zum Ausgeben und wer weiß, wie unser Geldsystem funktioniert, kann nachvollziehen, dass die Sparer einen beträchtlichen Teil der Verantwortung für die derzeitige allgemeine Überschuldung und exorbitante Belastung durch Zins tragen.

    Etwas weniger dumm aus der Wäsche schauen werden vermutlich diejenigen, die ihr Vermögen in Form von Gold retten wollten. Sie verlieren zwar nicht durch den Umtausch ihres Geldes, aber es ist damit zu rechnen, dass, wenn nach einer WR die Wirtschaft wieder anspringt, das ganze Gold auf den Markt geworfen wird, um Bares für Investitionen zu haben und daher der Goldpreis fällt. Ob und um wie viel die Goldbesitzer besser dastehen werden als die Besitzer von Geldvermögen hängt davon ab, um wie viel der Goldpreis nach der WR fallen wird. Ungeschoren werden Sie sie wohl nicht davon gekommen, aber so viel wie die Geldbesitzer werden sie vermutlich auch nicht verlieren.

  Und was ist mit den Immobilienbesitzern? Glaubt man den Websites, die Gold verkaufen, wird es denen fürchterlich ergehen: Ein Lastenausgleichsgesetz wie nach dem Krieg dräue ihnen, mit dessen Hilfe diejenigen entschädigt werden sollen, welche bei der WR Geldvermögen verloren haben. Das würde bedeuten, dass Immobilienbesitzer eine Abgabe leisten und dafür zwangsweise einen Kredit auf ihr Eigentum aufnehmen müssten.

 Der Lastenausgleich nach dem Kriege jedoch diente zwar zum Teil in der Tat auch der Entschädigung der so genannten Altsparer, also derjenigen, die durch die WR von 1948 Geld verloren hatten. Zum großen Teil jedoch wurden damit Heimatvertriebene entschädigt, welche durch das Verbrechen der Vertreibung Immobilien verloren hatten. Derartige Verluste würde es diesmal jedoch nicht geben; so würden also die Belastungen – wenn überhaupt ein Lastenausgleich stattfinden würde – geringer ausfallen als seinerzeit.

Was also tun?

Was also soll man tun, wenn man ein paar Kröten übrig hat und nicht um sie geprellt werden will? Die Antwort ist einfach: In wertbeständige Dinge investieren, am besten in produktive. Wer eine Anschaffung plant, etwa neue Möbel, sollte sie tätigen. Aber bitte nicht in Schund, der schneller verreckt als das Geld. Anstehende Renovierungen am Haus durchzuführen, wäre auch keine schlechte Idee. Natürlich können es auch Dinge sein, die das Herz erfreuen wie etwa ein neues Jagdgewehr, hochwertige Bekleidung, Sportgeräte und dergleichen.

  Noch besser jedoch sind produktive Dinge – wenn das Geld reicht, können das auch Garten- oder Ackerland oder ein Stück Wald sein. Ausrüstungen zur Energiegewinnung aus regenerativen Quellen, eine eigene Zisterne oder ein Brunnen, Gerätschaften für Garten, Acker und Wald sowie zur Verarbeitung selbst gewonnener Nahrungsmittel und sonstiger Rohstoffe gehören auch hier her: Traktor, Holzsäge, Holzspalter, Mostpresse, Backofen für Brot, Werkzeuge, Drehbank, Fräsmaschine, Hebebühne – echte Selbstversorger wissen immer noch etwas, was sie gebrauchen können. Diese Dinge helfen weiter und das ganz besonders, wenn es denn tatsächlich zu den von den Goldverkäufern beschworenen, jedoch unwahrscheinlichen Verwerfungen kommen sollte. Produktive Sachwerte sind dann nämlich allemal wertvoller als Gold. Wer skrupellos genug ist und mehr Nahrungsmittel produziert als er selbst benötigt, wird letzteres dann noch obendrein bekommen: Wenn er nämlich seine Überschüsse gegen Gold eintauscht. Dass dieses dann, auch wenn wieder normale Verhältnisse eintreten, weniger wert sein wird als derzeit, braucht ihn nicht zu kümmern, denn es war ja nicht sein Geld, mit dem das Gold einmal gekauft wurde.   

Sehr sinnvoll ist aber auch die Investition in Wissen und Können: Wer sich also weiterbilden möchte sollte sich schnellsten zu den Kursen seiner Wahl anmelden. Und am besten gleich bei der Anmeldung bezahlen, denn dann hat er Anspruch auf die Leistung, auch wenn die bezahlte Gebühr nach der WR nichts mehr wert ist. Auf jeden Fall aber überdauern Wissen und Können jede Krise und können zum Teil auch während einer Krise das Überleben sichern.

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11. Februar 2013 1 11 /02 /Februar /2013 07:54

Wie man heute bei Spiegel Online lesen kann, fordern 100 Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Das ist lange überfällig, denn die hohen Arbeitslosenzahlen beruhen nicht zuletzt darauf, dass wir in den letzten Jahrzehnten sehr viel produktiver geworden sind. Anstatt nun die Arbeitszeiten entsprechende zu verkürzen, hat man einfach die Zahl der Stellen gesenkt.

  Das kommt auf den ersten Blick billiger, denn wenn man beispielsweise sechs Leute jeweils acht Stunden pro Tag arbeiten lässt anstatt acht Leute je sechs Stunden, braucht man nur sechs Arbeitsplätze einzurichten. Das spielt bei den heute oft teuren Maschinen - wie etwa CNC-Bearbeitungszentren - natürlich eine große Rolle.

Ein richtiger Schritt... 

  Allerdings könnten mit einer sechsstündigen täglichen Arbeitszeit die Investitionen in die Arbeitsplätze noch besser ausgenutzt werden: Dann wäre es nämlich ohne Weiteres möglich, in zwei Schichten, also zwölf Stunden täglich zu arbeiten, ohne dass in der Frühschicht der Arbeitsbeginn übermäßig früh und in der Spätschicht der Feierabend übermäßig spät wäre. Die bessere Ausnutzung der Betriebsmittel an den Arbeitsplätzen und die höhere Leistung der Arbeiter in den kürzeren Schichten würde für ein besseres Verhältnis des Gewinns zu den Investitionen sorgen, aus dem dann der Lohnausgleich finanziert werden könnte.

... aber eben nur ein Schritt

  Das Ganze hat nun jedoch einen Haken: Damit es funktioniert, muss genügend Geld im Umlauf sein, damit die höhere Produktivität auch verkauft und aus dem Erlös die höheren Ausgaben für die Löhne bestritten werden können. Genau daran hapert es jedoch, was eine Folge der Geldschöpfung aus Schulden ist, die in unserem System stattfindet. Bei näherem Hinsehen ist es nämlich die daraus folgende ständig wachsende Verschuldung und die daraus wiederum resultierende Zinsbelastung, welche die Arbeitgeber zwingt, an den Löhnen zu sparen und so zu stagnierenden und sogar sinkenden Reallöhnen führt. Genau dieser Umstand ist auch schuld daran, dass die aus der Erhöhung der Produktivität infolge technischer Weiterentwicklung resultierende Entwicklung zu immer kürzeren Arbeitszeiten stagnierte bzw. sich sogar umkehrte.

  Entscheidend ist, dass erst einmal das Geldsystem in Ordnung gebracht wird. Dazu ist allermindestens eine Währungsreform mit radikalem Haircut nötig, besser noch wäre eine Umstellung auf tatsächlich wieder vom Staat geschöpftes Geld und noch besser ein Geld mit Umlaufsicherung. Dann wäre es auch wieder möglich - was auch sinnvoll ist - mehr für den eigenen Markt als für den Export zu produzieren. Mit dem heute erreichten Grad der Automatisierung und der daraus folgenden hohen Produktivität könnten wir dann nämlich auch wieder die eher niedrigpreisigen Komsumgüter im eigenen Land herstellen, die wir heute aus Billiglohnländern beziehen.

  Gleichzeitig muss die Entwicklung zur Nutzung regenerativer Energiequellen im eigenen Land forciert werden. Nicht weil die die Klimaerwärmung, die - so es denn eine gibt - nicht von Menschen gemacht ist, verhindern würde. Sondern weil wir damit von importierter Energie unabhängig werden und gleichzeitig für eine kleinräumigere flexiblere Wirtschaft sorgen, also der Pest der Globalisierung entgegenwirken. Regenerative Energiequellen können überall sowie auch dezentral in jeweils passenden Maßstab genutzt werden,  so dass Energie nahe bei den Energieverbrauchern gewonnen werden kann. Das bedeutet gleichzeitig überschaubare Technik, die Geschäft für die Mittelständler in den Regionen und wohnortsnahe Arbeitsplätze schafft.

  Daduch wiederum entsteht bzw. verbleibt Kaufkraft in der Region, was weiteren regionalen Unternehmen zu Gute kommt. Natürlich bleiben dabei die Großkonzerne, vom Energiemulti bis zum Lebensmitteldiscounter im Regen stehen. Da gehören sie aber auch hin, denn nach der Finanzindustrie sind sie ebenfalls eine Ursachen unserer Misere. Um die dort verloren gehenden Arbeitsplätze braucht man sich nicht zu sorgen, denn die enstehen in den Regionen neu - und in besserer Form, weil wohnortnah in überschaubaren Unternehmen.              

Ein Tabu, selbst für Linke

  Selbst Linke wie Sarah Wagenknecht trauen sich nicht zu sagen, was tatsächlich Sache ist und unser aus Schulden geschöpftes Geld als tatsächlichen Grund dafür zu nennen, dass sich die wirtschaftliche Situation von Unternehmen und Bürgern bereits seit Jahren nicht mehr so entwickelt, wie es dem technischen Fortschritt entsprechen würde. Daher ist auch die Forderung nach einer 30-Stundenwoche bestenfalls eine halbe Sache. Mit dem Verweis auf das knappe Geld kann die Gegenseite diese Forderung nämlich jederzeit der (scheinbaren) Lächerlichkeit preisgeben, solange der breiten Masse nicht klar ist, woher diese Geldknappheit eigentlich stammt und dass zu allererst das Übel der durch das Zinseszinsystem automatisch stetig wachsenden Verschuldung besitigt werden muss, damit wieder alle in den Genuss der Früchte ihrer Arbeit kommen können. 

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14. Dezember 2012 5 14 /12 /Dezember /2012 10:50

Unter der Wende verstehen wir ja seit 1989 und bis heute den Zusammenbruch des Ostblocks im Allgemeinen und das Ende der DDR. Zuvor hatte dieses Wort "Wende" jedoch eine andere Bedeutung: Die CDU/CSU bezeichnete damit ihre Machtübernahme im Herbst 1982, als die FDP ihren Koalitionspartner wechselte und zusammen mit der CDU/CSU den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt absägte und statt seiner Helmut Kohl auf den Sessel des obersten Befehlsempfängers der USA in Deutschland hievte den, wir als Birne noch heute in unangenehmer Erinnerung haben. Damit wurde eine Entwicklung eingeleitet, deren Ergebnisse wir heute sehen.

Zille_Trockenwohner_blog.jpg
Es gibt heute wieder mehr und mehr Leute, denen es nicht mehr viel besser geht als Friedrich Zilles "Trockenwohnern"

     1998 gab es nach 16 Jahren Verkohlung durch Birne und Konsorten dann große Hoffnung, die jedoch bitter enttäuscht wurde. Die rot-grüne Koalition mit Alf-Gerhard Schröder als Bundeskasper, machte genau so weiter wie die CDU/CSU-FDP-Junta. Über das, was wir jetzt da in Berlin sitzen haben, unseren sprechenden Bundes-Hosenanzug mit alternativloser Jasage- und Abnickfunktion, wollen wir erst gar nicht reden.

     Tatsache ist, dass es jetzt im Herbst 30 Jahre waren, dass bei uns die soziale Marktwirtschaft beendet und durch den Turbokapitalismus aka Neoliberalismus ersetzt wurde. Zeit also, sich einmal ein paar Gedanken zu machen, was sich seither getan hat. Gerade fand ich auf Stern Online einen Artikel darüber, dass die Mittelschicht immer mehr schwindet, immer mehr Menschen in die Armut abrutschen, die Bevölkerung also verelendet.

   Lebensstandard ist - abgesehen davon, dass die Arbeiter ihre Teilhabe natürlich auch einfordern müssen - die Folge von Produktivität. Das lässt sich leicht nachvollziehen: Weil es zu Kaisers Zeiten noch keine so leistungsfähigen Maschinen und Produktionsverfahren gab, konnte der Lebensstandard der Arbeiter auch nicht so hoch sein wie heute, obwohl sie sich durch Gewerkschaftsarbeit und Streiks bereits einiges erkämpft hatten. Über den Zeitraum bis in die 80er Jahre betrachtet, kann man beobachten, dass mit der Produktivität auch der Lebensstandard stieg.

  Tatsächlich hätte mit der steigenden Produktivität - die man nicht zuletzt auch daran ablesen kann, dass wir praktisch immer Wirtschaftswachstum haben - auch der Lebensstandard weiter steigen müssen. Aber das tat er nicht. Im Gegenteil: Wir sollen immer mehr arbeiten und mit immer weniger Lohn zufrieden sein. Der gewaltige Zuwachs an Produktivität seit den 70er, 80er Jahren nutzt allen möglichen Leuten, nur nicht denen, die sie ermöglichen.

  Selbst wenn man das System, dass dahinter steckt, nicht kennt und nicht versteht, sollte einem auffallen, dass bei der ganzen Sache etwas faul sein muss. Politiker und Arbeitgeber erzählen alles mögliche komplizierte Zeug über Globalisierung, Standortbedingungen und weiß der Herr was noch alles. Vergesst es! Der ganze Schmus dient lediglich dazu, uns Sand in die Augen zu streuen und von der einfachen Tatsache abzulenken, dass jemand, der arbeitet, auch etwas dafür bekommen muss und auch mehr bekommen muss, wenn er ständig mehr und besser arbeitet. Und dass wir das tun sieht man ja schließlich an unserem Wirtschaftswachstum und all den Aufschwüngen, die nur komischerweise nie bei den Leuten ankommen, die sie erarbeiten.

  Der Grund für Sozialabbau und Lohndumping ist natürlich Geldmangel. Um zu verstehen, wo der herkommt, muss man verstehen, was Geld ist, wie es funktioniert bzw. funktionieren sollte und wie es benutzt wird, um einige Leute immer reicher und die meisten immer ärmer zu machen. Da man das herrschende Finanzsystem aber nicht von heute auf morgen abschaffen und durch ein vernüftigeres ersetzen kann, sollte man sich auch Gedanken machen, wie man als Einzelner für sich selbst die Abzocke an möglichst vielen Stellen umgehen und so seinen eigenen Lebensstandard und seine eigene Lebensqualität auf der Stelle und nachhaltig verbessern kann. Das bekommt man hin, wenn man anfängt selbst zu denken und sich zu trauen, auch einmal etwas selbst und eigenverantwortlich für sich selbst und die Seinen zu machen. Kurz, indem man beginnt, den Selbstversorgergedanken zu denken und zu leben.                                   

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22. August 2012 3 22 /08 /August /2012 13:25

In den Medien kommt derzeit ja allerhand über die Facebook-Aktien und darüber, dass die Leute, die dieses Papierchen gekauft haben, zumindest vorerst einmal mit Zitronen gehandelt haben. Man braucht sich jedoch nicht darüber zu wundern, dass hier eine Menge Leute auf die Nase gefallen sind, denn solche Börsengänge haben in der Regel vor allem einen Zweck, nämlich den, Dummen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

     Wer in Deutschland diese Aktie gekauft hat, der darf sich am allerwenigsten beklagen. Genau das gleiche ist nämlich bereits seinerzeit mit der T-Aktie passiert: Erst wurde sie über den grünen Klee gelobt und als tolle Geldanlage angepriesen, dann ging sie in den Keller und ein Großteil der investierten Kohle war futsch. Man konnte sich im Grunde also denken, dass so etwas auch mit der Facebook-Aktie passieren würde.

  Ganz abgesehen davon, dass Aktien von Firmen, die im wesentlichen nur aus einer Erfindung oder einem Geschäftsmodell bestehen wie Facebook - bei der Telekom stecken ja wenigsten noch allerhand reale Werten dahinter - hochriskant sind, bestätigt das Facebook-Fiasko nur ein weiteres Mal einige zwar zynisch klingende, aber nichtsdestotrotz zutreffende und beherzigenswerte Regeln:

  • * Wenn Dir jemand etwas als super und toll anpreist, ist es in der Regel auch super und toll, wenn Du darauf eingehst - aber nicht für Dich, sondern für den, der Dir die Sache anbietet.
  • * Was den "Kleinen Leuten" angeboten wird, taugt in aller Regel nichts, sondern ist lediglich Abzocke.
  • * Wenn etwas "von allen so gemacht wird" ist das in der Regel genau das Falsche.       

  Bei uns im Schwäbischen gibt es eine Redensart, welche diese Regeln recht gut zusammenfasst: "Mit den Dummen treibt man die Welt um". Dazu passt auch die bekannte 90/10er Regel: 90% der Leute blicken nicht durch und lassen sich zum Vorteil der restlichen 10% ausbeuten.

  Wenn man nicht zu den 90% Idioten gehören will, hat man zwei Möglichkeiten: Man kann statt sich abzocken zu lassen, selbst abzocken oder man geht ganz einfach seinen eigenen Weg, lernt selbst zu denken und zockt weder ab noch lässt man sich abzocken.

  Mir ist der zweite Weg lieber: Zum einen habe ich dabei das bessere Gewissen, zum anderen sind viele, die meinen zu den Abzockern zu gehören, letztendlich, zwar auf einem minimal höhren Niveau, aber eben doch auch wieder nur Abgezockte.

Update 24.08.12: Wie ich aus dem Komentar von steph.schie erfahren habe, sind speziell bei dieser Geschichte wohl kaum Kleinanleger betroffen. Aber auch wenn in diesem speziellen Fall nicht die breite Masse gemolken wurde, ändert das nichts an den im Artikel angesprochenen Zusammenhängen.            

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23. Juni 2012 6 23 /06 /Juni /2012 09:16

Derzeit ist mal wieder verstärkt die Rede von einer bevorstehenden Währungsreform und einem damit verbundenen Haircut für die Sparer. Anders als noch vor einiger Zeit, als von Währungsreform und DM 2.0 nur in den alternativen Medien die Rede war, wird das Thema jetzt offenbar auch in den Mainstream-Medien so langsam diskutabel.

Wilhelm Busch Trinklied Kohle weg durch Zocken oder Haircut

Nicht nur durch Zocken, auch durch Sparen kann man seine ganze Kohle loswerden...

 

    Eine Währungsreform macht nur Sinn, wenn sie mit einem Haircut verbunden ist: Nur in diesem Falle würden mit den Guthaben (=Forderungen) auch die Schulden verschwinden, welche sie für diejenigen darstellen, bei denen die Geldbesitzer dieser Guthaben stehen haben. Und das wäre ja auch der Zweck der Übung, denn so kann das Geld wieder frei zirkulieren und wird nicht mehr ständig durch Schuldendienste aus dem Umlauf gezogen, so dass immer mehr und mehr Schulden aufgenommen werden müssen, um es zu ersetzen wie das derzeit der Fall ist.

  Natürlich wird auch mit einer neuen Währung auf die Dauer wieder das Gleiche passieren, wie mit der alten: Das Geld wird sich durch den Zinseszinseffekt erneut an bestimmten Stellen sammeln und im Umlauf knapp werden, denn auch nach einer Währenungsreform wird aller Voraussicht nach das alte System der Geldschöpfung durch Kredite und des Verleihs gegen Zins beibehalten werden.

  Das steht aber auf einem anderen Blatt. Zunächst wird nach einem Haircut wohl die Wirtschaft ersteinmal boomen wie nach dem Krieg, da das Geld wieder ungehindert fließt und Wertschöpfung ermöglicht.

Wen trifft der Haircut?

  Ein Haircut durch Währungsreform trifft im Prinzip alle, die Forderungen, also Guthaben besitzen, die auf Geldwert, in diesem Falle also auf Euro lauten. Inwiefern ganz kleine Sparguthaben und dergleichen geschont werden und vor allem auch, inwiefern es Finanzunternehmen gelingt, die Bedingungen vom Staat so gestalten zu lassen, dass es für sie möglichst günstig aussieht, kann man im Vorhinein nicht sagen.

  Man kann aber wohl getrost davon  ausgehen, dass die großen Geldbesitzer, welche auch erheblichen Einfluss auf die Finanzpolitik der Staaten haben, ihre Vermögen rechtzeitig in Sachwerte umgeschichtet haben und glimpflich davon kommen. Möglicherweise besteht ja auch ein Grund dafür, die schon längst fällige Währungsreform immer noch hinauszuzögern, auch darin, dass man den großen Geldbesitzern Zeit verschaffen will, dies zu tun. Vorteile dürfte im Prinzip jeder haben, der Sachwerte - z.B. Immobilien - besitzt, der Depp ist derjenige, der Geldwerte hat: Bargeld, Sparguthaben, KLVen etc.

  Am härtesten wird es die Kleinanleger treffen, die Sparer, die Geld in Sparguthaben, Lebensversicherungen, offenen Immobilien- und Aktienfonds usw. stecken haben. Inwieweit kleine Immobilienbesitzer - also Eigenheim- und Eigentumswohnungsbesitzer - und viellicht auch Kleinaktionäre und ähnliche Anleger im Rahmen eines Lastenausgleiches geschröpft werden, (vorgeblich) um die Sparer ein wenig zu entschädigen, bleibt abzuwarten.

Wen trifft die Rasur zu Recht?           

  So hart es klingt: Es trifft mit den Sparern im Grunde die Richtigen, weil (Mit-)Schuldigen. Wer spart, entzieht der Wirtschaft umlaufendes Geld. Das fällt zunächst nicht auf, weil es durch Verleih wieder in den Umlauf gelangt. Anders als vom Eigentümer ausgegebenes Geld, bleibt es dort jedoch nicht, sondern muss zurückgezahlt werden - und zwar mit Zinsen.

  Dadurch fehlt es im Umlauf mit der Zeit immer stärker an Geld. Umlaufendes Geld ist aber erforderlich, damit die Wirtschaft läuft. Bei genauem Hinsehen führt also das Ansparen großer Summen - z.B. für die Altersversorgung - mit zum Rückgang der Wirtschaft mit all den Folgen, die wir sehen: Jobbabau, Firmenpleiten, Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer, Soziallabbau usw.

  Natürlich gibt es auch Leute, die wesentlich mehr Schuld an der Misere haben als die Sparer: Die Finanzunternehmen. Die haben aber erstens eine Lobby und Einfluss auf die Regierungen, so dass alles natürlich so gedeichselt wir, dass es ihnen möglichst wenig wehtut. Außerdem haben sie es schlauer angefangen und sind, wie gleich auch klar werden wird, eigentlich Rasierer und keine Rasierten.

Wer ist der lachende Dritte?

  Wie man sieht, sind die kleinen Leute, die geglaubt haben, dass man sich mit Kapitallebensversicherungen und dergleichen eine Altersversorgung aufbauen kann, jetzt die Dummen. Fein raus sind die Finanzunternehmen, die über Jahre das Geld dieser Leute eingesammelt und sich dafür Sachwerte gekauft haben. Sie besitzen jetzt diese Sachwerte und schulden den Anlegern lediglich Geldsummen- die nach einer Währungsrefomr nichts mehr wert sind und aus der Portokasse bezahlt werden können.

  Übrigens würden sich die Geschäfte von Lebensversicherern und Investmentfirmen auch ohne Währungsreform und Haircut rechnen: Es gibt ja ständig Inflation, so dass in Anlagen in Geldwert zwar nominal durch den Zins recht erklecklich wachsen, real jedoch wesentlich weniger oder gar nicht. Sprich: Finanzfirmen wie etwa Lebensversicherer sammeln von den Sparern heute gutes Geld ein, stecken es in wertbeständige Sachwerte (Immobilien, Firmenbeteiligungen usw.) und zahlen morgen schlechtes Geld zurück - das sie zu allem Überfluss in Form der Renditen aus den gekauften Sachwerten ohne Probleme schon längst bequem erwirtschaftet haben.

Gibt es noch Rettung?

  Was kann man also tun, wenn man Hab und Gut retten will? In Edelmetalle investieren, wie es Edelmetallhändler und -portale empfehlen?

  Sicherlich wird man, wenn man sein Geld jetzt in Gold und Silber anlegt, zumindest einen Teil des jetzigen Werts behalten. Zu bedenken ist dabei jedoch, dass Edelmetalle auch nach dem Kursrutscher vor einiger Zeit immer noch teuer sind und nach einem Haircut vermutlich stark fallen werden: Dann wollen nämlich die Gold- und Silberbesitzer ihre Bestände zu Bargeld machen, um in der wahrscheinlich dann anspringenden Wirtschaft investieren zu können. Außerdem sollte man bedenken, dass es offenbar immer noch Leute gibt, die Edelmetalle abstoßen, denn sonst gäbe es ja keine zu kaufen. Würden die ihr Gold und Silber nicht eher behalten, wenn es der Stein der Weisen wäre?

  Die wirklich Schlauen haben ihr Gold vermutlich schon lange gekauft, möglicherweise bereits vor zehn, zwölf Jahren, als es spottbillig war. Und die wirklich besonders Schlauen haben es wohl zur Zeit des Höchststandes abgestoßen (warum ist es da auf einmal gefallen?) und in Sachwerte umgeschichtet - was z.B. einer der Gründe für die gestiegenden Immobilienpreise sein könnte.

  Immobilien sind derzeit auch nicht unbedingt die Lösung, da sie teuer sind. Wer jedoch mit erspartem Geld ein Schnäppchenmachen kann, wird wohl damit gut fahren, nicht zuletzt, wenn es sich um Wald, Garten- oder Ackerland für di Eigennutzung handelt.

  Was für den kleinen Mann jetzt noch sinnvoll erscheint, ist, fällige Anschaffungen jetzt zu tätigen und den Wert von Immobilien durch Renovierung bzw. Modernisierung zu erhöhen. Auch der Kauf von Aktien solider Firmen - wie Maschinenbau, Autoindustrie etc. - könnte etwas sein, denn das ist eigentlich nie verkehrt.

  Besonders wichtig ist, dass man auf alles, was man kauft, auch wirklich seine Hand legt: Aktien, Edelmetalle etc. sollten physisch im heimischen Panzerschrank  liegen und nicht auf der Bank, schon gar nicht in Form von irgendwelchen Zertifikaten. Nur was man hat, hat man auch!

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21. Juni 2012 4 21 /06 /Juni /2012 09:28

... für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier. Das soll Mahatma Ghandi gesagt haben. Es ist zwar schon einige Jahrzehnte her, gilt aber immer noch, auch wenn mittlerweile wohl etwa doppelt so viel Menschen auf unserem Planeten leben wie zu Ghandis Zeiten.

Kornfeld Ernte Traktor Wald Heide Landschaft

Unsere Erde kann uns alle leicht ernähren - wenn wir es richtig anstellen...

 

   Dass auf der Erde immer noch Menschen hungern müssen, liegt nicht daran, dass man hier nicht genug Nahrung erzeugen könnte, sondern lediglich an der Gier von Menschen, die sich durch die Not anderer direkt oder indirekt bereichern.

  Ich dachte eigentlich, dass das jedem klar sein sollte, aber offenbar muss man es doch immer wieder sagen. Jetzt tat das auch Marion Guillou, die Chefin von Frankreichs Nationalem Instituts für Agrarforschung. Gestützt auf eine Analyse ihres Instituts sagt sie, dass dieser Planet sogar neun Milliarden Menschen versorgen kann, wofür übrigens auch nicht zuletzt die Tatsache spricht, dass es auf der Welt noch eine Menge guter Böden gibt, die gar nicht genutzt werden wie etwa der Schwarzerdegürtel um Moskau.

Sind die Fleischesser schuld am Hunger? 

  Entkräftet wird durch die Analyse des Instituts von Marion Guillou auch das abgedroschene Gesülze von Veganern, dass die Tiernutzung zu Nahrungszwecken, speziell das Fleischessen, für den Hunger in der Welt (mit-)verantwortlich sei. Es wird dort das gesagt, was ich Veganern schon vor Jahren auf dieses dümmliche Argument geantwortet habe: Es gibt nun einmal Böden, auf denen nur Planzen wachsen, die für den Menschen nicht verwertbar sind und erst durch den Zwischenschritt über die Viehhaltung zu Nahrungsmitteln für uns werden können. Milch- und Fleischwirtschaft mit Schafen erzeugt zum Beispiel aus den Pflanzen einer Heide - die nun wirklich niemand direkt essen kann - für den Menschen verwertbare Proteien und Fette.

Was wirklich hinter der Misere steckt 

  Was Marion Guillou natürlich nicht sagt, ist, dass es in letzter Konsequenz das herrschende Geldsystem - Fiat-Money und Zinseszins - als Mittel zur Bereicherung einger weniger der Grund für die Misswirtschaft mit den Ressourcen der Erde ist. Hier muss sich einiges ändern, wenn wir zu einer gerechten Verteilung der Nahrungsmittel auf dieser Welt kommen wollen. Ansonsten werden die Vorschläge der guten Frau zur Verbesserung der Ernährungssituation auf der Erde wenig Sinn haben - ganz einfach weil sie zum größten Teil nicht umgesetzt werden.

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4. Juni 2012 1 04 /06 /Juni /2012 08:51

Roulette ist heute ein Spiel für jedermann, wie es auch sein Vorläufer war, das Glücksrad auf den mittelalterlichen Jahrmärkten. Man kann es sogar in Internet Casinos von zuhause aus spielen und dabei bequem im Sessel sitzen, in Jogginghose und T-Shirt anstatt wie zu Dostojewskis Zeiten in Frack oder Abendkleid.

400px-Roulette-TischRoulette-Tisch in einem heutigen Casino (Bild: Sozi/PD) 

 

Roulette galt in der jüngeren Vergangenheit als ein Spiel der Reichen und Schönen und hat auch heute noch ein bisschen von diesem Flair. Das mag nicht zuletzt daran gelegen haben, dass es in der Kaiserzeit und in der Weimarer Republik in Deutschland verboten war. Man reiste damals zum Roulette spielen ins Ausland, speziell auch nach Monte Carlo, dessen Spielbank auch heute noch ein Treffpunkt der High Society ist. Das konnten sich natürlich nur Leute mit dem entsprechenden Bankkonto leisten.

Die Anfänge

Ob sich das Roulette aus dem mittelalterlichen Glücksrad entwickelt hat, oder aus chinesischen Klöstern stammt, weiß man nicht. Man liest auch zuweilen, dass der Ursprung des Spiels bereits in der Antike zu suchen sei: Römische Soldaten hätten die Räder von Streitwagen zu Glücksrädern umfunktioniert, um sich die Zeit mit einem Spielchen zu vertreiben. Im Prinzip ist es durchaus denkbar, dass sich das Glücksrad aus einem Wagenrad entwickelt hat und irgend jemand irgendwann auf die Idee kam, die Speichen mit Symbolen unterscheidbar zu machen oder zu nummerieren. Portrait de François Blanc

Francois Blanc erfand das moderne Roulette-Tableau

 

Häufig wird das Italien des 17. Jahrhunderts als Ursprungsort des eigentlichen Roulettes mit dem rotierenden Kessel und der Kugel genannt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts kam das Spiel nach Frankreich. König Ludwig XV. Versuchte vergeblich es zu verbieten und Napoleon Bonaparte beschränkte es auf die Spielhäuser des Pariser Palais Royal.

Die „klassische“ Zeit des Roulette

Nachdem Louis Philippe das Roulette in Frankreich 1837 schließlich ganz verbieten ließ, begann die große Zeit der Spielbanken in Wiesbaden und Bad Homburg. Der französische Mathematiker François Blanc, der die Bad Homburger Spielbank gegründet hatte, entwickelte das moderne Tableau für die Einsetze und führte die Null und die Doppelnull als 37. und 38. Zahl im Roulettekessel ein, um den Bankvorteil zu garantieren.

In Deutschland wurde nach der Gründung des Kaiserreiches das Roulettespiel 1872 verboten. Alle Spielbanken mussten schließen. Das Roulette-Verbot in Deutschland und vor allem auch die Aktivitäten von François Blanc, der bereits 1863 das Casino in Monte Carlo übernommen hatte und für eine bessere Verkehrsanbindung sowie mehr Hotels sorgte, bewirkten den Aufstieg von Monaco zum Zentrum des Glücksspiels in Europa.

Roulette heute

1933 wurde auch in Deutschland das Roulettespiel wieder erlaubt. Heute gibt es hier eine Vielzahl von Spielbanken, die man besonders oft in Kurorten findet und die von jedermann besucht werden können.

Mit dem Computer kam die Möglichkeit, den Roulettekessel mittels Software zu simulieren. Als sich das Internet von einem einfachen Kommunikations- und Informationsnetz zu eine multimedialen Netz entwickelte, entstanden auch Online-Casinos in denen man sein Glück wagen kann, ohne seine Wohnung zu verlassen.

 

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