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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

21. September 2013 6 21 /09 /September /2013 12:38

Derzeit wird aufgrund der morgigen Bundestagswahl wiedereinmal allerhand über eine mögliche Währungsreform gemunkelt: Diese würde noch dieses Jahr kommen, da man sie solange hinausgezögert habe, bis der Machterhalt der alten Regierungseilschaft in trockenen Tüchern sei, oder eine neue Regierung die WR zu verantworten habe.

Sicher ist eine Währungsreform über kurz oder lang unumgänglich. Wann genau sie jedoch nicht mehr zu vermeiden sein wird, weiß niemand – und wenn sie tatsächlich bereits geplant ist, wissen das auch nur wenige. Immerhin ist sie aber jederzeit möglich und man sollte sich nicht mehr auf Geldwert verlassen. Was aber genau passiert bei einer Währungsreform mit Haircut?

Allerhand Schwarzmalerei 

Verschieden Publikationen im Netz malen hier üble Bilder an die Wand – typischerweise mit dem Ziel, den Leuten Gold zu verkaufen. Hier werden schon auch einmal Chaos und Zusammenbruch, Hunger und Bürgerkrieg beschworen. Nicht alle Publikationen gehen so weit, viele beschränken sich darauf, die finanziellen Folgen zu untersuchen. Aber auch hier liest man viel Quatsch: So zum Beispiel wird in den „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ unter einem reißerischen Titel behauptet, dass Schulden bei einer Währungsreform, zunehmen würden. Begründet wird dies damit, dass bei der WR von 1948 Schulden im Verhältnis 10 : 100, Vermögen jedoch im Verhältnis 6,5 : 100 abgewertet wurden. So wurden beispielsweise aus einem Guthaben von 10000 Reichsmark eines von 650 DM, aus einer Schuld von 10000 Reichmark jedoch eine in Höhe von 1000 DM. Daraus schließt nun der Autor:

"So aber stiegen die Verbindlichkeiten real um 53,85 Prozent."

  Das klingt zwar plausibel und stimmt rechnerisch, ist aber trotzdem lupenreiner Quatsch. Warum? Weil man den Nominalwert der Schulden nach einer WR nicht im Zusammenhang mit dem Nominalwert der Guthaben sehen darf. So wie das hier gerechnet wird, stellt sich das nur für Leute dar, die sowohl Guthaben als auch Schulden haben. Wer etwa 10000 Euro Schulden und gleichzeitig auch 10000 Euro Guthaben hat, hätte nach einer WR mit den Faktoren von 1948 650 Mark Guthaben und 1000 Mark Schulden, wäre also von seinem ausgeglichenen Saldo um 350 Mark ins Minus gerutscht. 

Tatsächlich muss man die nach einer WR verbliebenden Schulden aber jeweils mit dem Einkommen vergleichen, das ein Schuldner nach der WR erzielen kann. Daher muss hier auf jeden Fall auch der Umstellungsfaktor der Löhne und Gehälter berücksichtigt werden, der 1948 1:1 betrug. Bei einem Einkommen, welches zu Guthaben und Schulden passt, wäre der Schaden aus dem genannten Beispiel also verschmerzbar.

Da nun aber eine WR nicht aus Jux und Dollerei gemacht wird, sondern Belastungen von der Realwirtschaft nehmen soll, kommt ein weiterer Faktor hinzu, der allerdings im Vorfeld nicht genau beziffert werden kann: Die Einkommensentwicklung nach der WR. Wenn die Währungsreform die gewünschte Wirkung zeigt, wird sich die Wirtschaft besser entwickeln und vor allem können von Schuldenlasten befreite Betriebe wieder besser bezahlen, der entschuldete Staat kann wieder mehr Geld unter die Leute bringen, was wiederum mehr Geschäft für Unternehmen bedeutet und damit mehr Einnahmen. Das bewirkt nicht nur höhere Löhne, sondern auch zusätzliche Jobs.

Gewinner...

Gucken wir uns das einmal an einem Beispiel an und zwar mit den Faktoren von 1948 und zwar anhand eines Hartzis, der auch noch mit 20 000 Euro hoffnungslos verschuldet ist und zum Zeitpunkt der WR 100 Euro auf seinem Konto hat:

Mit dem Umstellungsfaktor 6,5 : 100 (so war es ja 1948) schrumpft sein Bankguthaben natürlich auf traurige 6,50 DM zusammen, für die er sich bei der vermuteten Umstellung der Preise per 1:1 dann gerade mal noch ein Schachtel Kippen kaufen kann.

Das bedeutet für ihn dann eine Durststrecke bis zum nächsten "Zahltag", an dem er dann statt ca. 400 Euro eben 400 DM erhält, für die er sich wahrscheinlich dann wieder das kaufen kann, was er sich vorher für die 400 Euro kaufen konnte.

Allerdings gilt das nur wenn es wider Erwarten hier keine Schonbeträge gibt. Andernfalls fällt die Durststrecke weg, denn seine armseligen 100 Euro fallen dann garantiert darunter und werden zu 100 DM.

  Seine Schulden werden jedoch mit dem Faktor 10:100 abgewertet, so dass aus seinen 20 000 Euro 2000 DM werden. Damit sind diese so geschrumpft, dass es für ihn sogar im Bereich des Möglichen liegt sie zu bezahlen. Wenn unser Hartzi nun jedoch nicht zu den Arbeitslosen gehört, die aufgrund von Krankheit, Behinderung oder fehlender Qualifikation auch bei einer sich wieder verbessernden Wirtschaftslage unvermittelbar bleiben werden, wird er nach einer Währungsreform vermutlich wieder einen Job finden und aus der Armutsfalle entkommen.

Aber selbst im anderen Falle gibt es für ihn Hoffnung: Wenn öffentliche Hand und Wirtschaft entschuldet sind, wird auch wieder mehr Geld für Soziales da sein. Das bedeutet dann neben einer eventuellen Aufstockung von Transferleistungen auch mehr Geld für Qualifizierungen, Arbeitsplätze für Behinderte, staatlich geförderte Arbeit und eventuell sogar wieder ein paar mehr Hilfsarbeiterjobs vorhanden sein wird.

  Ähnlich wird es arbeitenden Leuten gehen, die von der Hand in den Mund leben: Schlimmstenfalls verlieren sie ein kleines Guthaben und etwas Bargeld, dafür verringern sich eventuelle Schulden. Am Einkommen ändert sich zunächst gar nichts, aber langfristig gibt es gute Hoffnung auf eine positive Entwicklung aufgrund der wesentlich verbesserten Lage der Unternehmen.

… und Verlierer  

Dumm dastehen werden allerdings alle Besserverdienenden, die Vermögen in Geldwert besitzen, denn deren Kohle schnurrt auf ca. 1/15 des vorigen Betrages ein. Allerdings sind die nicht zu bedauern, denn durch ihre Sparerei haben sie sich - das muss man einmal sagen - sozialschädlich verhalten. Geld ist nämlich nicht zum Horten da, sondern zum Ausgeben und wer weiß, wie unser Geldsystem funktioniert, kann nachvollziehen, dass die Sparer einen beträchtlichen Teil der Verantwortung für die derzeitige allgemeine Überschuldung und exorbitante Belastung durch Zins tragen.

    Etwas weniger dumm aus der Wäsche schauen werden vermutlich diejenigen, die ihr Vermögen in Form von Gold retten wollten. Sie verlieren zwar nicht durch den Umtausch ihres Geldes, aber es ist damit zu rechnen, dass, wenn nach einer WR die Wirtschaft wieder anspringt, das ganze Gold auf den Markt geworfen wird, um Bares für Investitionen zu haben und daher der Goldpreis fällt. Ob und um wie viel die Goldbesitzer besser dastehen werden als die Besitzer von Geldvermögen hängt davon ab, um wie viel der Goldpreis nach der WR fallen wird. Ungeschoren werden Sie sie wohl nicht davon gekommen, aber so viel wie die Geldbesitzer werden sie vermutlich auch nicht verlieren.

  Und was ist mit den Immobilienbesitzern? Glaubt man den Websites, die Gold verkaufen, wird es denen fürchterlich ergehen: Ein Lastenausgleichsgesetz wie nach dem Krieg dräue ihnen, mit dessen Hilfe diejenigen entschädigt werden sollen, welche bei der WR Geldvermögen verloren haben. Das würde bedeuten, dass Immobilienbesitzer eine Abgabe leisten und dafür zwangsweise einen Kredit auf ihr Eigentum aufnehmen müssten.

 Der Lastenausgleich nach dem Kriege jedoch diente zwar zum Teil in der Tat auch der Entschädigung der so genannten Altsparer, also derjenigen, die durch die WR von 1948 Geld verloren hatten. Zum großen Teil jedoch wurden damit Heimatvertriebene entschädigt, welche durch das Verbrechen der Vertreibung Immobilien verloren hatten. Derartige Verluste würde es diesmal jedoch nicht geben; so würden also die Belastungen – wenn überhaupt ein Lastenausgleich stattfinden würde – geringer ausfallen als seinerzeit.

Was also tun?

Was also soll man tun, wenn man ein paar Kröten übrig hat und nicht um sie geprellt werden will? Die Antwort ist einfach: In wertbeständige Dinge investieren, am besten in produktive. Wer eine Anschaffung plant, etwa neue Möbel, sollte sie tätigen. Aber bitte nicht in Schund, der schneller verreckt als das Geld. Anstehende Renovierungen am Haus durchzuführen, wäre auch keine schlechte Idee. Natürlich können es auch Dinge sein, die das Herz erfreuen wie etwa ein neues Jagdgewehr, hochwertige Bekleidung, Sportgeräte und dergleichen.

  Noch besser jedoch sind produktive Dinge – wenn das Geld reicht, können das auch Garten- oder Ackerland oder ein Stück Wald sein. Ausrüstungen zur Energiegewinnung aus regenerativen Quellen, eine eigene Zisterne oder ein Brunnen, Gerätschaften für Garten, Acker und Wald sowie zur Verarbeitung selbst gewonnener Nahrungsmittel und sonstiger Rohstoffe gehören auch hier her: Traktor, Holzsäge, Holzspalter, Mostpresse, Backofen für Brot, Werkzeuge, Drehbank, Fräsmaschine, Hebebühne – echte Selbstversorger wissen immer noch etwas, was sie gebrauchen können. Diese Dinge helfen weiter und das ganz besonders, wenn es denn tatsächlich zu den von den Goldverkäufern beschworenen, jedoch unwahrscheinlichen Verwerfungen kommen sollte. Produktive Sachwerte sind dann nämlich allemal wertvoller als Gold. Wer skrupellos genug ist und mehr Nahrungsmittel produziert als er selbst benötigt, wird letzteres dann noch obendrein bekommen: Wenn er nämlich seine Überschüsse gegen Gold eintauscht. Dass dieses dann, auch wenn wieder normale Verhältnisse eintreten, weniger wert sein wird als derzeit, braucht ihn nicht zu kümmern, denn es war ja nicht sein Geld, mit dem das Gold einmal gekauft wurde.   

Sehr sinnvoll ist aber auch die Investition in Wissen und Können: Wer sich also weiterbilden möchte sollte sich schnellsten zu den Kursen seiner Wahl anmelden. Und am besten gleich bei der Anmeldung bezahlen, denn dann hat er Anspruch auf die Leistung, auch wenn die bezahlte Gebühr nach der WR nichts mehr wert ist. Auf jeden Fall aber überdauern Wissen und Können jede Krise und können zum Teil auch während einer Krise das Überleben sichern.

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Kommentare

kritisch-konstruktiv 10/21/2013 09:43

Deine Tipps sind grundsätzlich gut, aber auch Sachwerte nicht nicht sakrosankt vor Zwangszugriffen, z.B.:
http://www.krisenvorsorge.com/finanzkrise-kommt-die-wohnsteuer/

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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