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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

26. Mai 2010 3 26 /05 /Mai /2010 18:30

Wie man derzeit vielerorten hört und liest wünscht sich mittlerweile eine deutliche Mehrheit der Deutschen die DM zurück. Im Netz kursieren neuerdings auch Spekulationen über eine heimlich bereits vorbereitete und demnächst zu erwartende Währungsreform zu einer DM 2.0 und einen Haircut, also knallharte Verluste für Besitzer von Anlagen in Geldwert, der mit der Einführung einer NDM (Neue Deutsche Mark) verbunden sein soll.

demark Kommt womöglich, die gute, alte D-Mark wieder?

 

   Bislang konnte man die hartnäckigen Prophezeiungen eines Austritts aus dem Euro und die Währungsreform zu einer DM 2.0 erst für das Himmelfahrts- dann für das Pfingstwochende noch als Verschwörungstheoretisiererei und/oder als Marketing-Trick einer gewissen Gold-Website abtun. Natürlich bin auch ich gegen den Euro, würde eine Währungsreform hin zur D-Mark zwonull begrüßen. Tatsächlich vermute ich, dass es einen Euro-Crash und einen Haircut geben wird. Im privaten Kreis spreche ich darüber bereits seit Tagen, wollte mich hier auf meinem Blog jedoch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

  Die NDM (neue Deutsche Mark) oder DM 2.0 wird salonfähig   

  Mittlerweile jedoch scheint das Thema "salonfähig" geworden zu sein. Das Portal der Wirtschaftswoche, einem Ableger des Handelsblatts(!), titelt derzeit: "Warum die Rückkehr zur D-Mark nicht unmöglich ist".

  "Da haut's Dir's Blech weg!" möchte ich da auf gut Neuschwäbisch mit Mike Linkohr sagen, dem Assistenten von Komissar Häberle aus Manfred Bomms hinreißenden Regional-Krimis. Natürlich könnte man aus dem Auftauchen solcher Artikel in den MSM (Mainstream Media) nun schließen, dass das Melkvolk damit tatsächlich auf das für die meisten bisher Undenkbare vorbereitet werden soll.

   In der Tat muss jedem klar sein, dass mit dem derzeit herrschenden Finanz- und Geldsystem die Wirtschaft natürlich immer nur eine gewisse Zeit läuft, bis sie sich durch Überschuldung festgefressen hat, wie der Trecker mit dem immer schwergängigeren Belastungsanhänger beim Tractor Pulling. Dann braucht es einen Crash mit Währungsreform und Haircut, der dafür sorgt dass die Gelder wieder fließen.

Was passiert bei einem Crash und einer Währungsreform mit Haircut?  

   Ein solcher Crash mit Haircut kostet zwar die Großanleger nominell eine Menge Geld. Aber dabei ist Zweierlei zu bedenken: Zum einen ist der bei genauem Hinsehen Euro in Wirklichkeit schon lange nicht mehr das wert, was er offiziell wert ist. Dass man im täglichen Wirtschaftsleben trotzdem eher deflationäre Tendenzen beobachtet, liegt daran, dass das Geld durch seinen immer schnelleren Fluss dorthin, wo schon viel davon ist, natürlich als Tauschmittel im Wirtschaftskreislauf fehlt. Den riesigen Mengen angelegten Geldes jedoch stehen gar keine Sachwerte mehr gegenüber - sprich: Man kann gar nicht soviel kaufen, wie man mit diesem vielen Geld kaufen könnte.

   Zum anderen haben Großanleger genau aus diesem Grunde ja auch so gut wie möglich in Sachwerte investiert. Und die bleiben natürlich von einem Haircut im Zusammenhang mit einer DM 2.0 oder einer sonstigen Währungsreform unberührt. Der Dumme dabei ist - wer auch sonst? - der Kleinanleger, dem man - genau aus diesem Grunde natürlich - keine Sach- sondern Geldwertanlagen von der Kapitallebensversicherung über Bundesschätzchen bis hin zum Offenen Immobilienfonds angedreht hat. Der Deutsche Michel, der treuherzig sein Geld für`s Alter gespart hat wie es ihm die hohe Obrigkeit empfahl, steht also mit leeren Händen und tränenden Augen vor dem blanken Nichts und schaut mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

  Das Ganze bedeutet nun wiederum zweierlei: Auch wenn Banken und sonstigen Finanzieuren die Rasur an ihren Zahlen angeblich wehe tun wird und sie deswegen bei einer Währungsreform zu einer DM 2.0 oder sonstwohin auch lauthals jammern werden, werden sie die (scheinbar) schmerzhafte Operation mit heimlichen Grinsen erdulden. Wenn die Wirtschaft nämlich durch Überschuldung festgefressen ist, kann natürlich auch die Finanzwelt sie nicht mehr melken. Der Haircut sorgt dafür, dass die Wirtschaft wieder läuft, die Kohle wieder fließt - und natürlich auch wieder in altbewährter Art und Weise nach oben fällt.

Auch mit NDM oder DM 2.0 wird sich am Prinzip nichts ändern 

  Und damit wären wir beim zweiten Aspekt: Natürlich geht es nach dem Haircut mit oder ohne NDM (Neue Deutsche Mark) aka DM 2.0 genauso weiter wie vorher. Es wurde ja nichts am System geändert, es wird weiterhin Zins und Zinseszins und Fiat Money geben. Daher wird auch der nächste Crash so sicher kommen wie der Sepp bei der Mizzi. Und er wird wesentlich weniger lange auf sich warten lassen als derjenige, der jetzt kommt. Das liegt ganz einfach daran, dass aus realwirtschaftlichen Gründen nicht mehr soviel Wachstum möglich ist wie in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg.

   Was also sollte der geplagte Bürger tun? Nun, dass Selbstversorgung in Boom, Flaute und auch beim Crash funktioniert, ist klar. Es steht zu hoffen, das nach einer Währungsreform zur DM 2.0 alias NDM (Neu Deutsche Mark) oder auch zu einem Nord- und einem Süd-Euro wie ebenfalls schon vermutet und einem radikalen Haicut wieder "etwas geht". Sprich: Man wird wieder ordentlich Geld verdienen können.

   Wer jedoch schlau ist, der wird wissen, dass dies natürlich auch wieder nicht ewig währt. Es wird also angesagt sein, sich mit dem Geld, das man dann (hoffentlich) wieder verdienen kann, Sachwerte zu schaffen. Und zwar solche, die Naturalien liefern: Nahrung, Kleidung, Energie. Wer so zu einem Stückchen Ackerland, einem Wäldchen und einer wohlgefüllten Werkzeugkiste kommt, der wird auch dem nächsten Crash mit Haircut gelassen entgegen sehen.

   Und wenn dann doch irgendwann ein neues, vernünftiges Geldsystem kommt? Auch dann steht der Selbstversorger gut da, denn es hindert ihn ja keiner, an Handel und Wandel teilzunehmen, wenn es sich lohnt...

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20. Mai 2010 4 20 /05 /Mai /2010 10:35

In den ersten vier Teilen dieser Artikelserie ist uns klar geworden, dass und warum wie man es schnodderig ausdrückt "die Kohle immer nach oben fällt". Wir haben den Mechanismus des Fiat Money kennen gelernt, mit dessen Hilfe Banken Geld verleihen können, das sie gar nicht haben und so tatsächlich Geld aus dem blanken Nichts erschaffen, für das sie dann Zinsen erhalten. Im fünften und letzten Teil der Serie wird nun noch aufgezeigt, wie dieses System der Wirtschaft immer schneller die Luft abdrückt und im Prinzip schuldig an sämtlichen wirtschaftlichen Problemen ist.

Teil I

Teil II

Teil III

Teil IV 

Wirtschaftskrise, Staats- und private Verschuldung

   Jedem Euro, der als nagelneues Buchgeld durch Vergabe von Krediten von einer Bank erschaffen und in Umlauf gebracht wird, steht also ein Euro Schulden gegenüber. Während sich der in Umlauf gebrachte Euro nicht vermehren kann, tut dies sein Gegenstück, der der Bank geschuldete Euro durch Zins und Zinseszins sehr wohl. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass die bestehenden Schulden in der Gesamtheit niemals verschwinden können. Wenn es dem Einen gelingt, seine Schulden zu bezahlen, tut er das mit Geld, dass sich ein Anderer leihen musste, um es ihn verdienen zu lassen. 

   Auch der Staat kann niemals von seinen Schulden herunter kommen. Ein Großteil der Staatseinnahmen geht heute für Zins und Zinseszins drauf. Damit der Staat für seine Aufgaben Geld hat, muss er sich immer mehr leihen – und zahlt mehr und mehr Zins und Zinseszins. Würde der Staat versuchen, seien Schulden alle zu bezahlen, müsste er soviel Steuern verlangen, dass sich die Bürger verschulden müssten, um diese Steuern bezahlen zu können.

   Will der Staat Geld mit Hilfe von Wirtschaftsförderungsmaßnahmen unter die Leute bringen, damit in der Wirtschaft wieder etwas gehen soll, muss er sich dieses Geld leihen und erzeugt damit noch mehr Schulden bei den Banken. Selbst wenn der Stabilitätspakt, der den Kurs des Euro sichern soll ihm dabei nicht die Hände binden würde, hätten solche Maßnahmen nur kurzfristige Linderung der Beschwerden unserer Wirtschaft zur Folge, keineswegs jedoch Besserung oder gar Heilung der eigentlichen Krankheit: Wie der Junkie mit dem Schuss Heroin lediglich für den Moment dem kalten Affen entkommt, auf die Dauer jedoch noch tiefere Abhängigkeit und schlimmere Entzugserscheinungen verursacht, treiben solche Wirtschaftsprogramme Staat, Wirtschaft und Bevölkerung immer tiefer in die Zange der Banken und Investoren.

   Die Staatsverschuldung, die immer weiter wächst, ist der Grund für immer schlechtere Sozialleistungen, nicht etwa gestiegene Kosten zum Beispiel im Gesundheitswesen. Die gibt es zwar tatsächlich, schon allein deswegen, weil es viel mehr Medikamente, Apparate, Therapien und so weiter als früher gibt, die zur Anwendung gebracht und bezahlt werden müssen. Da aber unsere Wirtschaftskraft, unsere Produktivität auch immens gestiegen ist, könnten wir das leicht schultern: Wenn nicht soviel vom Geld des Einzelnen für Zins und Zinseszins drauf gehen würde, könnten wir mehr Steuern bezahlen, ja würden das schon alleine dadurch tun, dass wir mehr verdienen würden, wenn unsere Arbeitgeber nicht soviel Zins und Zinseszins bezahlen müssten und deswegen mit dem Lohn knausern müssen. Und wenn der Staat nicht fast sein ganzes Geld für Zins und Zinseszins ausgeben müsste, wäre mehr als genug für Sozialleistungen da.

   Natürlich sind auch die vielen Privat- und Firmeninsolvenzen eine Folge von Zins und Zinseszins: Da immer mehr Schulden als Geld da sind, ist das Geld knapp. Genau aus diesem Grund ist es heute so schwierig, etwas zu verdienen: Wenn irgendjemand irgendwo Geld verdienen will, muss irgendjemand anders irgendwo anders Schulden machen. Es ist leicht vorstellbar, dass das nicht immer klappt und dann und wann jemand deswegen seine Schulden nicht mehr bezahlen kann und insolvent wird.

   Insolvenzen sind übrigens der einzige Weg, auf dem Schulden wieder aus der Welt verschwinden können: Wenn ein Schuldner insolvent wird, werden seine Schulden uneinbringlich und der Gläubiger muss das Kreditkonto schließen ohne das Geld erhalten zu haben. Das Geld, welches durch den Kredit entstanden ist, bleibt jedoch weiter im Umlauf. Hat beispielsweise eine Firma sich bei der Bank Geld geliehen um zu bauen und macht dann pleite, verschwinden die Schulden bei der Bank, denn diese muss die Forderung ersatzlos abschreiben. Das Geld, welches durch den Kredit entstanden ist, bleibt jedoch weiter im Umlauf, denn das wurde ja längst von der Baufirma verdient und wieder für Löhne, Gewinnentnahmen, Einkäufe und so weiter ausgegeben.

     So gesehen ist jede Insolvenz ein Segen, denn sie lässt Schulden samt Zins und Zinseszins verschwinden, ohne dass das durch diese Schulden entstandene Geld verschwindet. Zumindest ist das der Fall, soweit dadurch Banken und andere „Investoren“ betroffen sind. Am besten ist es, wenn den uneinbringlichen Schulden keine Sicherheiten entgegenstehen, die die Bank an sich bringen kann, denn dann hat die Volkswirtschaft einen echten Gewinn gemacht.

Die Kehrseite ist, dass bei einer Insolvenz leider oft Lieferanten betroffen sind, denen das Geld bitter fehlt und die dann ihrerseits Schulden nicht bedienen können. Noch schlimmer ist es, wenn bei der Insolvenz Arbeitnehmer ausstehende Löhne verlieren. Wenn es ein Geschäftsmann beim Konkurs jedoch schafft, bevor der Sequester die Hand auf Bücher und Kasse legt, seine Arbeitnehmer und möglichst auch seine Lieferanten zu bezahlen und nur die Banken auf den Forderungen sitzen lässt, tut er bei genauem Hinsehen der Wirtschaft einen guten Dienst.

Was kann man tun?

   Jeder Einzelne von uns ist von diesem System betroffen. Solange unsere Wirtschaftsordnung nicht radikal geändert wird, wird es nicht besser werden. Konjunkturprogramme und angebliche Booms sind nur kurzfristige, scheinbare Besserungen, denn gegen den Zinsmechanismus, der immer mehr Geld dort sammelt wo schon viel Geld ist, ist kein wirtschaftspolitisches Kraut gewachsen: Der Zins zapft von unserer Arbeitsleistung immer mehr ab, es bleibt immer weniger für uns selbst.

   Als einzelner kann man das nur ändern, wenn man sich so weit wie möglich aus dem System Geld für Arbeit – Ware für Geld ausklinkt. Etwas, das man selbst erzeugt, kommt einem direkt zugute, ohne das jemand anders daran partizipiert. Der Selbstversorger arbeitet für sich und nicht für andere. 

   Das Gleiche gilt natürlich für den Naturalientausch. Vereinfacht wird dieser durch Tauschringe. Hier gibt es zwar auch eine Art Geld, die jeweilige Tauschwährung, aber die erfüllt nur ihren Zweck, das Tauschen zu vereinfachen und kann nicht wie „richtiges“ Geld durch Verleihen gegen Zins missbraucht werden.

   Wo sich Regionalgelder etablieren, sollte man mitmachen, vor allem dann, wenn es sich um echtes Regionalgeld handelt und nicht solches, welches, was es auch gibt, mit Euros gedeckt ist. Am besten sind leistungsgedeckte Regionalwährungen wie Rheingold. Wer mit Gleichgesinnten eine Regionalwährung einrichten will, sollte eine schaffen, die wie Rheingold durch Leistung von Firmen gedeckt ist und außerdem noch eine Umlaufsicherung besitzt, die dem Rheingold bislang leider noch fehlt.

     Wenn es womöglich vorerst auch noch dicker und für uns noch unangenehmer kommt, es wird spannend, zu beobachten, was aus dem derzeitigen Geldsystem werden wird. Es steht zu vermuten, dass es sich in gewisser Weise selbst erwürgen wird: Je mehr Geld sich an wenigen Orten sammelt und je weniger dadurch für Handel und Wandel zur Verfügung steht, umso mehr leidet die Wirtschaft. Was nichts anderes bedeutet, als dass nicht produziert wird, obwohl die erforderlichen Ressourcen da sind. Das eröffnet jedoch andererseits Möglichkeiten für verschiedene legale, halb und illegale Formen der Schatten- und alternativen Wirtschaft von der Selbstversorgung über Schwarzarbeit, Nachbarschaftshilfe und Tauschringen bis hin zu Regionalwährungen und sonstiger Regionalisierung.

   Denkbar ist eventuell auch, dass durch immer höhere Kapitalkosten und immer weiter sinkenden Löhne Handarbeit, zumindest in der Schattenwirtschaft, wieder interessanter wird. In jedem Falle ist derzeit derjenige zunehmend im Vorteil, der sich selbst helfen kann und nicht alles kaufen und das Geld hierfür durch abhängige Arbeit erwerben muss.

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14. Mai 2010 5 14 /05 /Mai /2010 00:00

In den bisherigen Folgen meiner Artikelserie "Wo kommt eigentlich das Geld her?" haben wir einiges über den Ursprung und frühere Formen des Geldes erfahren und gesehen, dass es als universelles Tauschmittel sehr nützlich ist, weil es den Fluss von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Tauschhandel mit Naturalien stark erleichtert. Außerdem haben wir entsetzt erfahren, wie Banken Buchgeld in praktisch beliebiger Menge aus dem Nichts entstehen lassen, ohne dass dafür auch nur der mindeste Gegenwert vorhanden zu sein braucht.

Teil I

Teil II

Teil III

Das übersehene Loch in der Zinstheorie

   Die herkömmliche Wirtschaftstheorie sieht den Zins gewissermaßen als Entsprechung der Produkte, die mit Produktionsmitteln hergestellt werden, die dem Kapital entstprechen, mit denen man sie bezahlt hat. Dabei wird jedoch ein wichtiger Sachverhalt übersehen: Waren, egal ob es sich dabei um Konsumgüter wie Brötchen und Zigaretten handelt oder um Investitionsgüter, also Maschinen und dergleichen, leben nicht ewig. Geld jedoch nutzt sich nicht ab, es kann höchstens durch Inflation an Wert verlieren. Und das spielt eine große Rolle, wie wir gleich sehen werden und zwar zusammen mit einem zweiten Sachverhalt, der ebenfalls übersehen wird.

   Wir haben festgestellt, dass das Geld, welches Herr Schulze sich geliehen und in Umlauf gebracht hat, dadurch besteht, dass Herr Schulze Schulden bei der Bank hat. Diese Schulden wachsen durch die Zinsen an und können mit den 10 0000 Euro, die durch Herrn Schulzes Kreditaufnahme in Umlauf gebracht wurden, nicht mehr bezahlt werden. 

   Das bedeutet nichts anderes, als das Herr Schulze, wenn er den Kredit samt Zinsen zurückzahlen will, sich das Geld für die Zinsen entweder wo anders ausleihen oder aber Geld verdienen muss, dass sich jemand anders ausgeliehen hat. Buchgeld kann nämlich tatsächlich nur durch Kreditaufnahme bei einer Bank entstehen. Egal wie man es dreht und wendet, es läuft immer darauf hinaus, dass das insgesamt vorhandene Geld durch Schulden bei Banken entstanden ist, aber nie ausreicht, diese Schulden auch zurückzuzahlen, da die Schulden durch den Zins ganz von alleine ständig wachsen, die vorhandene Geldmenge jedoch nur durch neue Kreditaufnahme vermehrt werden kann.

   Nehmen wir einfach einmal an, jeder würde hergehen, sein ganzes Geld nehmen und damit eigene oder Schulden anderer Leute bezahlen, wären zwar die ursprünglich aufgenommenen Kreditsummen bezahlt, nicht jedoch die aufgelaufenen Zinsen. Die würden sich dann weiter verzinsen, ohne dass überhaupt noch Geld da wäre, um die alten und neuen Zinsen zu bezahlen, denn das vorhandene Geld wäre durch die Rückzahlung der Schulden ja verschwunden.

Geldvermehrung und Wirtschaftswachstum

   Zins und Zinseszins fallen nun jedoch nicht nur an, wenn Banken Geld verleihen, sondern auch, wenn Geld angelegt wird. Das Kapital der Anleger erzeugt, ebenso wie die Bankkredite Zinsen, also Forderungen, denen kein Geld gegenübersteht, mit dem sie bezahlt werden können. Damit dieses von Geld verdiente Geld ausgegeben werden kann, muss irgendwo wiederum irgendjemand Kredit bei einer Bank aufnehmen, was natürlich auch wieder Zins und Zinseszins verursacht.

   Kurz und gut: Durch Zins und Zinseszins vermehrt sich also ständig die vorhandene Geldmenge. Was sich zunächst nicht vermehrt, sind die Güter, die zwar ständig hergestellt werden, jedoch auch ständig verbraucht werden. Da aber der Wert unseres Geldes durch die Güter repräsentiert wird, die man damit kaufen kann, würde das Geld, wenn es sich einfach so durch Zins vermehrt wie es das tut, ständig an Wert verlieren. Damit das nicht passiert, müssen immer mehr und immer mehr Güter hergestellt werden, sprich, die Wirtschaft muss ständig wachsen.

   Jeder Mensch, der einigermaßen zu denken in der Lage ist, wird sich wohl schon einmal gefragt haben, wieso die Wirtschaft eigentlich ständig wachsen muss, obwohl wir schon lange alles haben, was wir brauchen. Die Antwort lautet schlicht und einfach: Weil sich das Geld durch Zins und Zinseszins ständig vermehrt und seinen Wert verliert wenn die Wirtschaft nicht genauso wächst wie das Geld respektive die Schulden, durch die es entstanden ist.

   Das geht sogar am Anfang auch gut, denn zunächst wachsen die Schulden nur langsam und die Wirtschaft kann mit ihrem Wachstum noch mithalten, vor allem, wenn es, wie bei uns nach dem Zweiten Weltkrieg an allen Ecken und Enden fehlt und noch lange nicht jeder alles hat, was er haben möchte. Zu diesem Zeitpunkt sind dann Lohnerhöhungen und Arbeitsverkürzungen drin, Konsumgüter werden billiger und jedem geht es immer besser. 

   Da sich die Geldmenge und damit die Schulden jedoch nicht linear, sondern exponentiell vermehrt und von keinen Gegenkräften gebremst wird, überholt das Geldwachstum jedoch irgendwann das Wachstum der realen Wirtschaft. Dieses kann nämlich zwar am Anfang auch immer schneller werden, da es der gleichen natürlichen Wachstumsfunktion folgt wie Zins und Zinseszins, wird aber, wie das Wachstum von Tieren und Pflanzen irgendwann durch natürliche Gegenkräfte gebremst und flacht sich ab: Bäume wachsen nicht in den Himmel, verzinste Geldbeträge jedoch sehr wohl.

   Dummerweise fließt das Geld aus Zins und Zinseszins dabei immer nur in eine Richtung: Dahin, wo schon viel Geld ist, vor allem zu den Banken, aber auch zu anderen Geldanlegern. Da die Besitzer dieses Geldes es jedoch nicht ausgeben, weil sie gar nicht soviel ausgeben können, wie sie durch Zinsen bekommen, fehlt dieses Geld im Kreislauf. Weil man jedoch Geld im Kreislauf benötigt, damit Waren und Dienstleistungen fließen können, gerät die Wirtschaft ins Stocken – es fehlt an Liquidität. Diejenigen die etwas benötigen, haben kein Geld und diejenigen, die das Geld haben, benötigen nichts, kaufen nichts und bringen dadurch auch kein zusätzliches Geld mehr in Umlauf.

Die Zinsschraube

   Um nun doch wieder etwas Liquidität zu schaffen, werden weitere Kredite aufgenommen, die für noch mehr Schulden und damit für noch mehr Zins und Zinseszins sorgen. Schließlich können zum Beispiel Firmen nur noch investieren, wenn sie dies auf Kredit tun. Da die Zinsen für diese Kredite aus den Einnahmen für die Produkte bezahlt werden müssen, stecken sie in deren Preisen und müssen schlussendlich von den Käufern bezahlt werden. Andererseits muss aufgrund der Kreditzinsen auch gespart werden, denn zu teuer kann man aufgrund der Konkurrenz ja auch nicht werden. An den Löhnen tut man das und nicht zuletzt auch in der Fertigung - und dadurch, wenn das auch abgestritten wird, nicht zuletzt an der Qualität.

   Der Zins ist also schlussendlich der Grund dafür, dass wir für immer mehr Arbeit immer weniger Geld bekommen und für immer mehr Geld immer ärgeren Schund angedreht bekommen. Selbst wer es bisher noch geschafft hat, schuldenfrei zu bleiben, bezahlt über die Preise der Dinge, die er kauft, jede Menge Zinsen an die Leute, denen das ganze Geld gehört, dass er nicht hat.

   Wer sich, wie jeder, der nur ein wenig denken kann, schon einmal die Frage gestellt hat, warum wir trotz ständig wachsende Wirtschaft immer weniger bekommen, hat nun die Antwort: Mehr Sozialprodukt bedeutet natürlich mehr für den einzelnen, denn wenn durch das Wirtschaftswachstum der Kuchen größer wird, wird auch jedes Stückchen größer. Wenn aber durch den Zinseszins bereits ein immer größeres Stück vorab an die Geldbesitzer geht und daher immer weniger an die Arbeitenden zu verteilen ist, wird trotz größerem Kuchen das Stückchen des Einzelnen immer kleiner und kleiner.

   Dass es uns zu Wirtschaftswunderzeiten verhältnismäßig besser ging und unser Lebensstandard ständig stieg wohingegen er heute stagniert oder sinkt, liegt nicht nur an der Umstrukturierung unserer Industrie, an der EU und an der Globalisierung, sondern vor allem auch am Zinseszins, wobei diese Dinge jedoch zusammenhängen. Die Globalisierung, welche den Niedergang unserer Konsumgüterindustrie verursacht hat, ist zum Teil auch eine Folge der Zinsschraube: Irgendwo muss das ständig wachsende Kapital ja hin.

   Wo führt das Ganze nun aber hin? Und was kann der Einzelne tun um sich aus der Zinssklaverei zu befreien? Darüber werden wir und im fünften und letzten Teil dieser Artikelserie Gedanken machen.

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11. Mai 2010 2 11 /05 /Mai /2010 18:34

Gerade habe ich durch einen Hinweis in einem Newsgroup-Posting in de.talk.tagesgeschehen eine hochinteressante Website entdeckt. Sie heißt steuerboykott.org und befasst sich mit dem Thema, das immer mehr Menschen umtreibt: Warum müssen wir immer mehr arbeiten und können uns immer weniger leisten?

   Dort wird sehr gut erklärt, womit ich mich auf diesem Blog in letzter Zeit auch recht oft befasse, nämlich wie unser Geldsystem funktioniert, für wen es funktioniert und warum trotz aller Sparerei die Schulden immer mehr werden. Ein echt lesenswerte Seite!

   Neben dem sehr gut verständlichen und informativen Text über die Hintergründe von privater und öffentlicher Verschuldung, Zensur, Volksverdummung und so weiter gibt es ein Forum und eine Seite mit sehr guten Literatur- und Filmempfehlungen einschließlich Links zu wichtigen Websites.

 

Also nichts wie hin zu www.steuerboykott.org!

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6. Mai 2010 4 06 /05 /Mai /2010 21:06

Bisher haben wir in Teil eins und Teil zwei dieser kleinen Serie gesehen wie sich Geld entwickelt hat und was es tut. Außerdem haben wir erfahren, dass man Geld durchaus auch benutzen kann, ohne seine physische Form, Münzen und Banknoten, überhaupt in die Hand zu nehmen: Mit Hilfe von Buchgeld und bargeldlosem Zahlungsverkehr. Wenn wir nun aber auch erfahren, das es ungleich vielmehr Buch- als Bargeld gibt, und beide unabhängig voneinander zirkulieren können, stellt sich uns die bohrende Frage, wo eigentlich das viele, viele Buchgeld herkommt.

Kredit und Fiat Money

   Dieser bargeldlose Zahlungsverkehr ist an sich eine feine Sache: Man muss kein Bargeld mit sich herumschleppen, das man verlieren, das einem gestohlen oder geraubt werden könnte. Ein unbedarfter Mensch würde sich nun vielleicht vorstellen, dass hinter Geld, dass als Buchgeld zirkuliert immer physisches Geld steckt, welches irgendjemand irgendwann bei irgendeiner Bank eingezahlt hat. Das wäre auch nur logisch, denn die 1000 Euro aus dem Beispiel müsste der Kontoinhaber ja selbst eingezahlt oder von jemandem überwiesen bekommen haben, der sie eingezahlt oder von jemandem überwiesen bekommen hat der sie eingezahlt oder von jemandem.. und so weiter. Irgendwo müssten also bare 1000 Euro sein, die jemand bar bei der Bank eingezahlt hat. Sprich: Die Menge des vorhandenen Buchgeldes müsste genau der Menge des bei den Banken lagernden Bargelds entsprechen.

   Die traurige Wahrheit: Dem ist nicht so. Es gibt nicht nur sehr viel mehr Buchgeld als bei den Banken an Bargeld lagert sondern auch sehr viel mehr als es überhaupt an Bargeld gibt! Wie aber kann das sein?

   Die Antwort ist ebenso einfach wie verblüffend: Dein Banken machen neues Buchgeld, so wie die Notenpresse der staatlichen Zentralbank neue Banknoten macht! Das klingt unglaublich, ist aber wahr: Es ist nun nicht so, dass die Bank Herrn Schulze 10 000 Euro für eine Wohnzimmereinrichtung nur leihen kann, wenn Oma Meier vorher 10 000 Euro auf ihr Sparbuch gelegt hat. Eine Bank kann ohne Weiteres Geld verleihen, das sie gar nicht hat!

   Wie aber geht das? Ganz einfach, die Doppelte Buchführung macht es möglich: Wenn Herr Schulze bei der Bank einen Kredit von 10 000 Euro aufnimmt, wird dieses Geld zunächst seinem Girokonto gutgeschrieben. Die notwendige Gegenbuchung findet auf einem neu eingerichteten Kreditkonto statt, dass nun mit 10 000 Euro in den Miesen ist. Den nagelneuen 10 000 Euro Buchgeld, mit denen Herr Schulze im Möbelhaus die neue Wohnzimmereinrichtung genauso bezahlen kann, wie mit physischen Euro-Noten, steht nun eine Forderung der Bank an ihn in Höhe von 10 000 Euro gegenüber.

   Durch das Entstehen des Schuldverhältnisses, den negativen 10 000 Euro auf Herrn Schulzes Kreditkonto wurden den Regel der Doppelten Buchführung Genüge getan, aber es sind 10 000 Euro nagelneues Geld buchstäblich aus dem Nichts entstanden. Diese Art von Geld bezeichnet man als Fiat Money oder Fiat Geld. „Fiat“ ist lateinisch und heißt „Es werde!“.

   Diese 10 000 Euro neues Buchgeld gibt Herr Müller nun im Möbelhaus für seine neuen Wohnzimmermöbel aus. Das Möbelhaus bezahlt damit Lieferanten, Mitarbeiter und sonstige Dinge, die Empfänger wiederum andere Dinge und so weiter: Das Geld ist in den normalen Geldkreislauf geraten und zirkuliert; es vermehrt die vorhandene Geldmenge, ganz genau so wie es auch neue Scheine aus der staatlichen Notenpresse tun würden.

Die Rolle des Zinses

     Natürlich muss Herr Schulze den aufgenommenen Kredit auch wieder zurückzahlen, sagen wir einmal, nach einem Jahr. Er muss jetzt also sehen, dass er das Geld bis dahin verdient hat. Das tut er normalerweise dadurch, dass er arbeitet und dafür bezahlt wird. So kommen, wenn alles gut geht, die 10 000 Euro gewissermaßen zu ihm zurück. Er gibt das Geld nun der Bank, sein Kreditkonto wird dadurch glatt gestellt und die Schulden sind weg. Gleichzeitig verschwinden aber auch die 10 000 Euro aus dem Geldkreislauf und alles ist so wie es vorher war, nur dass Herr Schulze seine Wohnzimmereinrichtung hat und irgendwelche anderen Leute, dass, was Herr Schulze hergestellt hat, um die 10 000 Euro zu verdienen.  

   Es wäre schön, wenn es so wäre. Dann hätten wir nämlich unsere Geldsorgen nicht. Bei der ganzen Geschichte haben wir nämlich eines vergessen: Natürlich will die Bank Zinsen für das verliehene Geld. Daher reicht es nicht, wenn Herr Schulze der Bank die ausgeliehenen 10 000 Euro zurück gibt, sondern er muss eine Leihgebühr dafür bezahlen, den Zins. Wenn der Zinssatz beispielsweise 10% pro Jahr beträgt, muss Herr Schulze also 11 000 Euro zurück bezahlen.

   Das scheint so ja auch ganz in Ordnung zu sein. Die Bank hätte sich ja theoretisch, anstatt Herrn Schulze die 10 000 Euro zu leihen, eine Maschine kaufen können, die etwas herstellt, das verkauft werden kann uns so das Geld weiteres Geld verdienen lassen können. So ähnlich sieht es tatsächlich auch die konventionelle Wirtschaftswissenschaft: Mit Geld kann man Produktionsmittel kaufen und etwas produzieren, dass man verkaufen kann, also Gewinn erzielen. Daher erscheint es gerecht, wenn man denjenigen, der einem da Geld geliehen hat, an diesem Gewinn in Form von Zinsen beteiligt.

Ob das so auch tatsächlich in Ordnung ist, wollen wir in der nächsten Folge dieser Serie untersuchen...

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1. Mai 2010 6 01 /05 /Mai /2010 12:44

Im ersten Teil dieser kleinen Serie über unser Geld ging es darum, wie Geld eigentlich entstanden ist, wie es funktioniert und wie Banknoten, Kurrant- und Scheidemünzen entstanden sind. Heute werden wir sehen, dass Geld noch nicht einmal mit realen Werten gedeckt sein muss, ja, dass es noch nicht einmal physisch existieren muss, um als Zahlungsmittel verwendet zu werden.

Geld ohne Deckung

  Schließlich wurde die Edelmetalldeckung der Banknoten ganz aufgegeben. Eine moderne Banknote erhält ihren Wert lediglich per Gesetz, indem sie zum offiziellen Zahlungsmittel erklärt wird. Dabei muss man eines bedenken, was vielen wohl nicht wirklich klar ist: Durchsetzbar ist der gesetzliche Wert einer solchen Banknote eigentlich nur, wenn man damit eine Schuld bezahlen will!

   Das wird an einer praktischen Überlegung klar: Wenn man jemandem 50 Euro schuldet, muss dieser einen 50-Euro-Schein zur Begleichung der Schuld annehmen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Es kann jedoch – außer in gewissen Sonderfällen – niemand gezwungen werden, etwas gegen Euro zu verkaufen. Erst wenn ein Kaufvertrag geschlossen ist, kann der Käufer die Herausgabe einer Ware oder die Erbringung einer Leistung gegen die vereinbarte Summe in Euro verlangen. So wie der Kaufvertrag geschlossen ist, was durchaus auch mündlich oder durch schlüssiges Verhalten geschehen kann, bestehen nämlich zwei Schuldverhältnisse: Der Verkäufer schuldet die Übergabe der Ware und der Käufer die Bezahlung in Euro – und der Gläubiger muss diese Bezahlung in Euro auch annehmen.

   Von Ausnahmefällen einmal abgesehen (zum Beispiel müssen Monopolisten wie etwa die Stadtwerke an jedermann liefern), kann nun aber niemand gezwungen werden, einen Vertrag abzuschließen: Wer etwas nicht verkaufen will, braucht es auch nicht zu verkaufen. Es kann ihm auch niemand verbieten, etwas, das er gegen Euro nicht verkaufen wollte, dann etwa gegen Schweizer Franken doch zu verkaufen – oder es gegen einen Sachwert zu tauschen.

   Da aber in der Praxis doch praktisch jeder geschäftliche oder private Verkäufer das jeweils gültige Zahlungsmittel, bei uns also den Euro, annimmt, erhält auch Geld ohne Edelmetall- oder sonstige direkte Deckung einen Wert. Dieser Wert entsteht gewissermaßen durch die Wirtschaftskraft des Staates oder (wie im Falle des Euro) Staatenverbundes, welcher die jeweilige Währung herausgibt.

Buchgeld

   Würden alle Geschäfte mit Bargeld abgewickelt, hätte der Staat, zumindest, so lange er Geldfälschung einigermaßen verhindert, praktisch die volle Kontrolle über die vorhandene Geldmenge. In diesem Falle würde tatsächlich „der Staat das Geld machen“, so wie es sich Lieschen Müller vorstellt. 

   Das ist jedoch nicht der Fall. Das physische Geld, also Münzen und Banknoten, macht heute nur noch einen winzigen Teil des tatsächlichen Geldes aus. Der weitaus größere Teil besteht in so genanntem Buchgeld. Buchgeld ist nichts anderes als Forderungen – oder von der anderen Seite aus betrachtet, Verbindlichkeiten: Wenn man 1000 Euro auf der Bank hat, hat man ein Guthaben, also eine Forderung von 1000 Euro an die Bank, das heißt die Bank schuldet einem 1000 Euro. Diese 1000 Euro kann man nun verwenden, wie man 1000 physische Euro, beispielsweise 20 50-Euro-Scheine verwenden kann: Wenn man zum Beispiel etwas für 100 Euro kauft, könnte man zwei dieser realen 50-Euro-Scheine aus der Tasche ziehen und damit bezahlen. Genauso gut kann man aber auch bargeldlos bezahlen, das bedeutet nichts anderes, als das man von seinen 1000 Euro, die einem die Bank schuldet, 100 Euro an den Verkäufer abtritt. Man hat dann selbst nur noch 900 Euro von der Bank zu bekommen, dafür schuldet sie dem Verkäufer 100 Euro mehr als vorher, da diese seinem Konto gutgeschrieben wurden. 

   Man hat also eine Zahlung geleistet ohne dabei physisches Geld in die Hand zu nehmen. Es macht dabei auch gar nichts aus, wenn der Empfänger der Überweisung sein Konto bei einer anderen Bank hat, denn die Banken können Buchgeld untereinander in ganz ähnlicher Weise austauschen. Dabei wird das Gleichgewicht dadurch gewahrt, dass immer zwei Buchungen erfolgen, die sich gegenseitig ausgleichen: Gegen die Abbuchung von 100 Euro beim Käufer steht die Zubuchung der gleichen Summe beim Verkäufer. Das ganze nennt sich Doppelte Buchführung, da eben immer zwei Buchungen zusammengehören, die sich gegenseitig ausgleichen.

     Die Frage ist nun, wie solches Buchgeld überhaupt erst entsteht, den irgendwo muss es ja herkommen, irgendwo muss es zum ersten Mal gebucht werden. Selbstverständlich kann Buchgeld nun auch entstehen, wenn Bargeld auf ein Konto eingezahlt wird. Da es aber sehr viel mehr Buchgeld als Bargeld gibt, erklärt dies lange nicht alles. Wie also der überwiegende Teil des Buchgeldes entsteht und was daran problematisch ist, werde ich im nächsten Artikel dieser kleinen Serie erklären.     

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21. April 2010 3 21 /04 /April /2010 21:07

Die Wörter Selbstversorgung und Selbständigkeit klingen nicht nur ähnlich, sondern die zugehörigen Dinge liegen gedanklich auch nicht allzu weit auseinander. Selbstversorgung im Sinne von Selbermachen hat den Sinn, dass man die ganze Abzocke, die Mitesser, die auf dem Weg der eigenen Leistung von der Arbeit bis zum vom Lohn gekauften Produkt deren Erfolg empfindlich schmälern, ganz einfach umgeht. Bei der beruflichen Selbständigkeit schaltet man zumindest einen Teil des Abzock-Systems aus: den Arbeitgeber.

   Der Selbstversorger-Gedanke beinhaltet also nicht nur, dass man möglichst unabhängig vom System ist, sondern auch, dass man mit gesundem Egoismus die Werte, die man mit seiner eigenen Arbeit schafft, auch möglichst ungeschmälert für sich und die Seinen zur Verfügung haben möchte. Nun werden aber auch knallharte Selbstversorger in den meisten Fällen doch dieses und jenes kaufen müssen und daher dann und wann doch ein wenig Bares benötigen.Tatsächlich kann man natürlich, in dem Maße, in dem man Dinge selbst macht, für die andere bezahlen, nicht nur den Bedarf an Geld, sondern auch den Umfang der Arbeit für Geld reduzieren, aber leider sind Jobs heutzutage keine stufenlos regelbaren Systeme. Mit dem vor Jahren noch propagierten Trend zu Teilzeitarbeit ist es nichts geworden; bei genauem Hinsehen wird heute wohl im Durchschnitt eher länger gearbeitet als vor 20 Jahren.

Nicht für andere arbeiten müssen 

  Das liegt natürlich daran, dass man für immer mehr Arbeit immer weniger Kohle bekommt. Wenn schon die Mami, und oft genug Vollzeit, mitarbeiten muss, damit die Familie über die Runden kommt, ist an Teilzeit für den Ernährer natürlich nicht zu denken. Dementsprechend sind Teilzeitjobs rar und die, die es gibt meisten von der bescheidenen Sorte, die auch bescheiden bezahlt wird. Einigermaßen gut bezahlte Jobs sind in der Regel Vollzeitjobs, oft genug auch noch ohne 40- oder gar 35-Stundenwoche.

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In meinem neuen eBook findet sich alles, was man wissen muss, wenn man sich mit einem kleinen Unternehmen selbständig machen will.

 

   Die berufliche Selbständigkeit kann hier eine Lösung sein. Hier kann man in vielen Fällen noch eher die Zeit ein wenig steuern, die man für den Beruf aufwenden will. Als Selbständiger hat man es in aller Regel auch leichter, sich seine Zeit selbst einzuteilen, was jeder begrüßen wird, der viel selbst macht.

      Unternehmensneugründungen werden von Politik und Wirtschaft immer einmal wieder angemahnt und es existieren sogar Förderprogramme für Gründer. Allerdings sitzt man bei dem herkömmlichen "StartUp" nach der Art des typischen Möchtegern-Yuppies (Jung, dynamische, erfolglos) in aller Regel von Anfang an in der Schuldenfalle und arbeitet in hohem Maße für die Bank anstatt für sich selbst, was man auch an der hohen Zahl der Jungunternehmer sieht, die nach wenigen Jahren schon sang- und klanglos Pleite gehen. Das passt natürlich nicht zum Selbstversorgergedanken.

Kleine Unternehmen funktionieren besser 

     Es gibt aber auch einen anderen Weg: Wo es keine Schulden gibt, gibt es auch kein Risiko und keine Bank, die den größten Teil der Gewinne abgreift. Als das Arbeitsamt und die Arme-Leute-Ämter (ArGen) begannen, kleine Existenzgründungen zu fördern, wurde leider zunächst viel Unfug gemacht und daher gerieten die Ich-AGs in ein schlechtes Licht. Abgesehen davon, dass nach der Beschneidung des ärgsten Wildwuchses sich die Ich-AG auch klammheimlich zum Erfolgsmodell gemausert hat, haben solche kleinen Gründungen schon immer recht gut funktioniert und tun es auch heute noch.

     Ich persönlich habe mit meiner Selbständigkeit im kleinen Rahmen nicht nur mein mit 31 Jahren als "Spätberufener" noch begonnenes Studium finanziert, sondern lebe immer noch davon. Meine nunmehr 22 Jahre Erfahrung als kleiner Freiberufler plus vielen Dingen, die ich durch den Kontakt mit anderen kleinen Unternehmen erfahren und gelernt habe sowie mein in der Praxis ausgebautes kaufmännisches Wissen aus einem Jahr Wirtschaftsgymnasium habe ich jetzt in mein neues Buch gepackt:

 

Volker Wollny

Selbständig ohne Risiko

Ein Leitfaden für die kleine, aber feine Existenzgründung

 

  Man kann sich das eBook zum Schnäppchenpreis von € 5,99 bei xinxii.com herunterladen. Es enthält eigentlich alles, was man wissen muss, um ein kleines Unternehmen aufzubauen und zu führen, wenn auch die todsicheren Wege zum Millionär und die Lizenz zum Gelddrucken fehlen. Die gibt es teilweise bei meinen Mitbewerbern (sagen die jedenfalls), dafür kosten deren Publikationen dann meist auch deutlich mehr als mein bescheidenes Büchlein.

   Was es aber gibt sind handfeste Tipps zu allen Bereichen der Selbständigkeit, vor allem auch das wichtigste kaufmännische Grundwissen, Methoden zur Kundengewinnung, die praktisch kein Geld kosten und noch vieles mehr. Dass man mit dem eigenen Unternehmen reich wird, kann ich nicht versprechen, obwohl natürlich auch das drin sein kann. Ein reelle Chance, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, bietet ein kleine Gründung jedoch allemal und wenn sie je schief geht, ruiniert sie einen nicht, so dass man es jederzeit mit einem anderen Projekt erneut versuchen kann.

 

 Viel Spaß also beim Lesen - und natürlich viel Erfolg beim Umsetzen! 

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21. April 2010 3 21 /04 /April /2010 13:09

Viele Menschen denken, der Staat würde das Geld „machen“, was aber nur zu einem sehr kleinen Teil stimmt. Wo das Geld jedoch tatsächlich herkommt, ist eigentlich unglaublich, aber dennoch wahr. Und es hat sehr viel mit der Ursache dafür zu tun, dass wir immer mehr produzieren müssen, ohne dass wir auch entsprechend mehr haben. Allerdings muss man ein wenig ausholen, wenn man erklären will, wie Geld heute entsteht und vor allem, warum es uns deswegen trotz Wirtschaftswachstum immer schlechter geht.

   Geld ist unser universelles Tauschmittel, mit dessen Hilfe die Waren, welche wir erzeugen, verteilt werden. Je arbeitsteiliger eine Wirtschaft wird, desto notwendiger wird Geld, damit die Waren fließen können und zum Beispiel derjenige, der Autos baut, Brot essen kann, derjenige, der Brot backt, seinen Wasserhahn repariert bekommt und der, der Wasserhähne repariert, sich ein Auto kaufen kann. Ohne Geld müsste zum Beispiel ein Bäcker jeweils mit seinem Brot umher rennen, bis er Leute findet, die ihm dafür Wurst, Benzin, elektrischen Strom, Seife, vielleicht auch einmal einen Fernsehapparat oder ein Auto zu geben bereit sind, also all die vielen Dinge, die wir brauchen oder zu brauchen meinen.

„Naturgeld“

   Solcher Tauschhandel funktioniert bei sehr einfachen Wirtschaftsformen, in denen die meisten Leute noch weitgehende Selbstversorger sind und es allenfalls einige wenige spezialisierte Berufe gibt. Sehr früh jedoch entdeckten die Menschen, dass mit einem universellen Tauschmittel, mit Geld also, der Warenaustausch sehr viel einfacher wurde.


   Zunächst verwendete man einfach Dinge aus der Natur die selten waren und nicht beliebig hergestellt werden konnten als Geld, wie zum Beispiel bestimmte Muscheln. Der „Geldmacher“ war dann derjenige, der solche Muscheln fand und in Umlauf brachte. Ganz genauso ist es, wenn Gold oder Silber als Währung verwendet werden: Auch diese Art von Geld wird im Prinzip von demjenigen erzeugt, der die Metalle gewinnt und sich dafür dann die Dinge seines täglichen Bedarfs kauft.

Münzgeld

   Damit man nun nicht bei jedem Geschäft Ware gegen Gold oder Silber eine Waage benötigte, erfand man die Münze. Eine solche ist ja nichts weiter als ein Stück Metall mit einer Prägung. Bei den früheren Münzen war diese Prägung nichts anderes als die amtliche Betätigung, dass es sich bei der Münze um eine bestimmte Menge des jeweiligen Metalls, also um einen ganz bestimmten Wert handelte. Da Metalle, nicht nur edle, früher sehr wertvoll waren, konnte man zum Beispiel auch Kupfer für Münzen verwenden, deren Nennwert dem tatsächlichen Materialwert entsprach. Übrigens gehen manche Währungsnamen wie etwa das Pfund Sterling, das tatsächlich einmal einem Pfund Silber entsprach, auch auf Gewichtseinheiten zurück und bezeichneten eine bestimmte Menge (Edel-)Metall.

Scheidemünzen und Banknoten

   Münzen, deren tatsächlicher Metallwert dem Nennwert entspricht bezeichnet man als Kurantmünzen. Heutige Münzen hingegen sind praktisch durchweg so genannte Scheidemünzen, die ihren Wert per Gesetz erhalten, wobei dieser genau genommen sogar nur darauf beruht, dass die Münzen praktisch von jedermann angenommen werden.

   Bei Banknoten verhielt es sich zunächst etwas anders. Während die Münzen schon immer von einer staatlichen Autorität kamen, die das Münzrecht besaß, kamen Banknoten zuerst tatsächlich von Banken, also von Geldwechslern oder Handelshäusern. Sie waren nichts anderes als Quittungen für dort hinterlegtes Gold. So musste man sich zum Beispiel auf Reisen nicht mit schwerem physischem Gold abschleppen. Da es auch zu dieser Zeit schon Niederlassungen von Banken und Handelshäusern in anderen Städten und sogar im Ausland gab, konnte man das Gold dann auch an einem Ort einliefern und an einem anderen abheben.

   Später zog dann überall der Staat das Banknotenwesen an sich. Zunächst wurden die Geldscheine tatsächlich noch mit Gold gedeckt: man konnte damals tatsächlich eine Banknote bei der jeweiligen Nationalbank abgeben und die entsprechende Menge Gold oder zum Teil auch Silber dafür erhalten.

  In der Praxis musste nicht einmal alles umlaufende Geld mit Gold gedeckt sein, da es ja äußerst unwahrscheinlich war, dass alle Banknoten gleichzeitig vorgelegt und das von ihnen repräsentierte Gold oder Silber eingefordert wurde. Trotzdem war es im Grunde Betrug, wenn eine Notenbank mehr Geldscheine ausgab, als der in ihren Tresoren gelagerten Menge Edelmetalle entsprach - aber es kommt noch besser, wie man im nächsten Teil dieser kleinen Artikelserie sehen wird...

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20. März 2010 6 20 /03 /März /2010 13:48

Vor allem zum Zitieren und Verlinken ist es sicher hilfreich, wenn die ganzen Artikel, die ich in letzter Zeit zu diesem Thema geschrieben habe, einmal zentral zugänglich gemacht werden.

Da wäre zunächst einmal die neu eingeführte

Kategorie "Wirtschaft und Geld"

hier auf dem Blog und darüber hinaus einige Artikel auf suite101.de

Bäcker und Metzger als Notenbank?   

Terms of Trade im Privathaushalt

Wirtschaftswunder im Mittelalter 

Freigeld als Weg aus der Dauerkrise? 

Existenzgründung für jedermann

Die schwindende Mittelschicht

Viel Spaß beim Schmökern und Zitieren!

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18. März 2010 4 18 /03 /März /2010 10:13

Bei meinen Recherchen zu einem Artikel über leistungsgedecktes Geld bin ich auf dem freien Videoportal videogold.de auf eine Interessante Sammlung von Video-Links zu diesem Thema gestoßen: Es ist ein gesprochener Text über Geld und seine Wirkungsweise, wobei unter der Rubrik "Ähnliche Filme" eine sehr interessante Sammlung von Videos verlinkt ist. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, vor allem für Leute, die in das Thema einsteigen, aber auch für solche, die sich schon damit befassen und mehr wissen wollen:

www.videogold.de/leistungsgedecktes-geld/

Viel Spaß beim Angucken und schlauer Werden!

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