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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Theodor-Veiel-Str. 17
70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

22. Dezember 2008 1 22 /12 /Dezember /2008 19:00

Gepäckgummis, oder, wie manche sagen: "Expander" sind eine feine Sache, z.B. wenn man Dinge auf dem Dachgepäckträger des Autos transportiern will. Leider verschleißen sie recht schnell und sind nicht immer ganz billig. Der knitze Selbstversorger kann aber doch beim Kauf dieser "Gepäckarme", wie sie offiziell heißen, den einen oder anderem Eurillo sparen.

 

Eine sogenannte Gepäckspinne: Sie besteht aus nichts anderem als einigen Gepäckgummis, einem Ring und ein paar Kunststoffschlaufen

 

Grabbeltisch nutzen!

 Für die famosen Gummidinger gilt das gleiche, wie auch für eine etwas andere Sorte Gummiartikel: Man sollte für den Fall des Falles stets welche zur Hand haben. Deswegen lohnt es sich auch, immer einen kleinen Vorrat davon zu halten, denn sie gehen dummerweise auch öfter mal kaputt. Die erste Sparmaßnahme besteht daher darin, sich die Gummis nicht erst zu kaufen, wenn der Bauernschrank schon auf dem Dachgepäckträger liegt, sondern immer dann welche mitzunehmen, wenn sie auf dem Grabbeltisch an der Kasse vom Baumarkt oder sonstwo im Sonderangebot zu haben sind.

 

Mit Geschick und einer Zange...

 Man kann aber noch mehr sparen: Außer einzelnen Gepäckgummis werden auch so genannte Gepäckspinnen verkauft, die aus mehreren (meist vier) einzelnen Gepäckgummis bestehen. Sie sind alle durch einen Ring aus Kunststoff oder Metall gezogen und mit Kunststoff-Schlaufen fixiert.

 So ein Konstrukt kostet teilweise weniger als zwei einzelne Gepäckarme und lässt sich mit etwas Geschick und einer kräftigen Zange oder einem Meißel leicht in seine Einzelteile zerlegen. Mit viel Glück passen die Haken der Gummis vielleicht sogar durch den Ring, dann muss man lediglich die Kunststoffschlaufen aufschneiden um vier Gepäckarme für weniger als den Preis zweier solcher Artikel zu haben. In der Regel geht das aber nicht, dann muss man eben den Ring aufzwicken, was auch nicht weiter schwierig ist.

Was nun den Kauf vom Grabbeltisch betrifft: Speziell bei Gepäckgummis hatte ich persönlich noch keine besonderen Probleme mit der Qualität. Wer aber sicher gehen will, tut das, was man bei Billigartikeln immer tun sollte: Man nimmt den Kassenzettel mit und unterzieht die Teile zuhause einem Härtetest - im Fall der Gepäckspinne natürlich bevor man sie zerlegt. Zeigen sich Mängel, geht man schnurstraks in den Laden zurück, pocht auf sein Recht auf Gewährleistung und verlangt seine sauer verdiente Kohle zurück.

 

Zetern lohnt sich meist...

 Übrigens gilt in solchen Fällen grundsätzlich: Man hat zwar juristisch gesehen bei Produktmängeln kein Recht auf Umtausch gegen hochwertigere Ware; mit etwas Glück kann man aber vielleicht doch ein etwas teureres Produkt für den Preis des Billigartikels herausschinden. Es ist kein Fehler, bei Reklamationen an der Infotheke etwas lauter zu sprechen und eventuell auch den Marktleiter zu verlangen. Verkaufspersonal wird leicht nervös wenn andere Kunden schon gucken und ist dann gerne mal kompromissbereit... ;-)

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21. Dezember 2008 7 21 /12 /Dezember /2008 16:30

Elektrizität ist eine sehr flexible Energiequelle. Wenn man die Selbstversorgung mit Energie anstrebt, kommt man dem Ziel einen großen Schritt näher, wenn man es geschafft hat, seinen eigenen Strom zu erzeugen - natürlich ohne, dass man dazu Energieträger kaufen muss. Das gilt nicht nur für den einzelnen Haushalts, sondern auch auf den Ebenen von Kommune, Region und Land: Sich ein Dieselaggregat in den Keller zu stellen und mit gekauftem Dieselöl zu betreiben ist genauso wenig Selbsrversorgung, wie wenn eine Gemeinde ihr eigenes Kohle- oder -  was heute leider in Mode gekommen ist - Palmölkraftwerk hat.

Aus Windkraft lässt sich recht leicht Elektrizität gewinnen, die vielseitig verwendbar ist, weil die Verteiler- und Verbraucherstruktur bereits besteht (Bildquelle: picspack/dodi79)

 Wenn elektrischer Strom selbst auch nicht per se eine „saubere Energiequelle“ ist, so kann er doch dazu verhelfen, umweltfreundliche Energien zu nutzen. Strom an sich kann weder „sauber“ noch „schmutzig“ im Sinne des Umweltschutzes sein, denn er ist kein Primärenergie wie Wasserkraft, Kohle oder Atomenergie. „Schmutzig“ oder „sauber“ kann nur die Methode sein, mit welcher der Strom hergestellt wird. Elektrischer Strom ist im wesentlichen immer so umweltfreundlich wie die Primärenergie, aus der er gewonnen wird.

 

Vorhandene Strukturen können weiter genutzt werden

 Und genau hier liegt auch das Öko-Potential der Elektrizität: Sowohl dem Leitungsnetz als auch den angeschlossenen Geräten und Maschinen ist es vollkommen egal, aus was der Strom hergestellt wird. Weder muss eine elektrifizierte Eisenbahnlinie irgendetwas an ihren Lokomotiven oder den Oberleitungen samt Zubehör ändern, weil der benötigte Strom statt von einem Kohlekraftwerk erzeugt zu werden, neuerdings aus Windkraft und Biogas gewonnen wird, noch muss sich jemand einen neuen Rasierapparat kaufen, weil er seinen Strom aus der Wasserkraft des kleinen Baches erzeugt, der über sein Grundstück fließt. Darüber hinaus kann bei der Stromgewinnung der Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien fließend erfolgen, indem nach und nach die alten Kraftwerke durch neue, umweltfreundliche ersetzt werden.

Auch Wasserkraft ist eine regenerative Energiequelle, die mit Hilfe der Elektrizität als sekundärer Energieträger genutzt werden kann. Sie ist flexibler als Windkraft, weil man das Wasser stauen und damit in gewissen Grenzen beeinflussen kann, wann elektrische Energie erzeugt verfügbar ist(Bildquelle: Public Domain)

 

 Dass das tatsächlich so ist, kann man in der Praxis beobachten: Die Nutzung von Pflanzenölen als Treibstoff für Fahrzeuge setzt sich nur langsam durch, weil dazu meist gewisse Änderungen am einzelnen Fahrzeug notwendig sind, zumindest, wenn man Einschränkungen wie schlechtes Kaltstartverhalten vermeiden will. Wind- und Biomassekraftwerke hingegen fügen sich heutzutage problemlos in das bestehende Versorgungsnetz ein.

 

Ein Irrweg..

  Diese Flexibilität der Elektrotechnik verführte die Fachleute in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch zu der damals herrschenden Atomkraft-Euphorie. In der Kernkraft sah man die Lösung der Probleme der Luftverschmutzung und der Abhängigkeit von den nur begrenzt vorhandenen fossilen Brennstoffen. Man glaubte seinerzeit, mit Hilfe von AKWs beliebige Mengen von elektrischem Strom fast umsonst erzeugen zu können. Strom sollte außerordentlich billig werden, ja es war sogar im Gespräch, dass Privatabnehmer für den Verbrauch von Strom bezahlt werden sollten! Was aus diesen Luftschlössern geworden ist, weiß man: Jeder, der heute, nach dreißig und mehr Jahren Atomkraft seine Stromrechnung ansieht, kann darüber nur bitter lachen...

 

Biogas ist sehr flexibel, denn man kann es praktisch beliebig speichern und genau dann Strom erzeugen, wenn er benötigt wird. Allerdings ist es fastein bisschen schade, Strom aus Biogas zu erzeugen, denn es eignet sich auch sehr gut als Treibstoff für Fahrzeuge

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Neuhaus oste biogasanlage 01.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Ra Boe)

Strom: Eine der wichtigsten Energieformen

 In der Tat ist es aber so, dass wir einen Großteil unserer Energieprobleme gelöst haben, wenn es uns gelingt, allen Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Wie die großen Fortschritte zeigen, die bei uns in Deutschland vor allem im Bereich von Windkraft und Bioenergie gemacht werden, ist das durchaus machbar. Bereits heute wird zeitweise sämtlicher in Deutschland verbrauchter Strom aus Windkraft gewonnen, nämlich dann, wenn gerade wenig Strom benötigt wird und gleichzeitig viel Wind weht.

 Dezentral erzeugte Energie ist Bürgerenergie

 Anders als zur Zeit der Atomkraft-Euphorie, sind die großen Energieversorger aber gar nicht erfreut über die heutigen Bestrebungen, bei der Stromerzeugung von Kohle und Öl weg zu kommen. Das liegt daran, dass man bei der Lösung mit den Atomkraftwerken weiterhin bei der zentralen Erzeugung des Stroms in wenigen großen Kraftwerken geblieben wäre und diesen auch weiter über die großen Hochspannungsnetze, die Fernleitungen der Energie-Multis, verteilt hätte.

Die zentralisierte Versorgung mit Strom über Höchst- und Hochspannungsnetze ist die Domäne der großen Energiekonzerne. Strom aus erneuerbaren Quellen wird auf der Ebene des Mittelspannungsnetze oder sogar darunter erzeugt, was die Vormachtstellung der Multis bricht

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Freileitung mit Transformatorhaus.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Heidas)

 Erzeugt man den Strom aber aus alternativen Energien, passiert dies dezentral in einer Vielzahl von kleinen Anlagen, Biogas- und Hackschnitzelkraftwerken etwa, in Windparks und ähnlichen Kraftwerken. Diese sind in der Hand von „kleinen Leuten“: Energiebauern, Gemeinden, Zweckverbänden, Windkraftfonds für Kleinanleger und sogar Privatpersonen. Man sagt daher auch, dass erneuerbare Energie Bürgerenergie sei. Die Großkraftwerke und Fernleitungsnetze der großen Energiekonzerne werden dadurch überflüssig und diese vom Geschäft mit der Energie ausgeschlossen.

 Viele Verfechter von erneuerbaren Energien vermuten daher, dass die Energiewirtschaft die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen durch Lobby-Arbeit und andere Einflussnahme auf die Politik behindere. Andererseits kann der Staat die Augen aber auch nicht vollständig vor dem Energieproblem verschließen und so kommen nach und nach eben doch sinnvolle Neuerung wie das Energieeinspeisungsgesetz, welches die alternativen Energien in den letzten Jahren erheblich voran gebracht hat und weiter voran bringt.

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20. Dezember 2008 6 20 /12 /Dezember /2008 20:12

Im Winter und im zeitigen Frühjahr ist die traditionelle Zeit für den Obstbaumschnitt. Wenn man sich anschaut, was so alles an Obstbäumen in der Gegend herum steht, fragt man sich, wo die Leute eigentlich das Schneiden gelernt haben. Bei den meisten heißt die einzige Schnittregel wohl: "Schhneide alles ab, was zufällig vor deine Säge oder Schere kommt, aber nicht zuviel." So jedenfalls sehen die Baumungetüme aus, die man ihn vielen Gärten sieht.

 Dabei ist der Obstbaumschnitt im Grunde eine ganz einfache Sache; es gibt einige wenige, einfache Grundregeln, die man beachten muss.

 

 

Auf dieser Skizze sind im Grunde alle wichtigen Regeln für den Baumschnitt zu erkennen

  Grundsätzlich kann man Bäume das ganze Jahr schneiden. Im Winter ist es jedoch einfacher, da es keine Blätter gibt, die das Geäst verdecken und man daher besser sieht, was man tut. Viele Leute denken, dass man Bäume deswegen im Winter schneidet, weil sie dann nicht im Saft stehen und nicht oder wenig bluten. Das ist zwar richtig, aber dem steht entgegen, dass sich der Baum im "Winterschlaf" weniger gut gegen eindringende Krankheitserreger wehren kann, von denen es - zugegeben - aber wiederum im Sommer mehr gibt.

   So oder so macht man also zumindest nichts falsch, wenn man im Winter schneidet - ausgenommen Kirschen, denn die bluten beim Winterschnitt gerne und werden daher nach der Ernte, also im Juni geschnitten. Was sehr oft falsch gemacht wird, ist nicht das "Wann", sondern das "Wie". Vor allem auch wird in aller Regel eher zu wenig als zu viel geschnitten

Um es richtig zu machen, muss man wissen, wie ein Baum wächst und trägt, was aber beileibe kein Hexenwerk ist.

 

Wo und warum entsteht ein neuer Trieb?

 Zunächst einmal steigt der Saft im Baum immer nach oben. Das muss so sein, denn ein Baum wächst ja an seinen Trieben in die Länge und kommt daher nur nach oben, wenn die obersten Triebe am besten mit Saft versorgt werden. Aus diesem Grund wird an einem beschnittenen, aufwärts weisenden Trieb auch immer das letzte Auge vor dem Schnitt austreiben. Die Augen sind Anhäufungen von Wachstumszellen in der Rinde, welche neue Triebe bilden können. Solange sie nicht austreiben, nennt man sie auch schlafende Augen.

 Daraus folgt schon einmal eine einfache Regel, mit der man die Richtung festlegen kann, in die ein Zweig wachsen soll: Man schneidet ihn ganz einfach so ab, dass das letzte Auge vor dem Schnitt in diejenige Richtung zeigt, in die der Zweig weiter wachsen soll. Aus genau diesem Grund entsteht auch bei manchen Bäumen der Stockausschlag nach dem Fällen: Alle Bäume, die unterhalb der Höhe noch schlafende Augen haben, in der man normalerweise den Fällschnitt ansetzt, können aus dem Stotzen wieder austreiben.

 Sämtliche Äste, Zweige und auch der Stamm besitzen an ihrer Oberfläche solche Augen. Aufgrund der genannten Regel kann man daher auch an einer beliebigen Stelle mit einem schlafenden Auge einen neuen Trieb aus dem Baum herauskitzeln: Man kerbt einfach die Rinde oberhalb des Auges bis auf das Holz ein. Damit stoppt man den Saftfluss am Auge vorbei. Der Saft staut sich und regt das Auge zum Austreiben an.

 

Verteilung der Hauptäste

Weil ein Trieb, Zweig oder Ast immer von den Saftbahnen versorgt wird, die sich unter ihm befinden, müssen die Hauptäste gleichmäßig um den Stamm herum verteilt sein. Wenn ein Ast genau über einem anderen sitzt, klaut der untere dem oberen den Saft. Wie man aus der Draufsicht in der Skizze oben erkennen kann, erzieht man einen jungen Baum so, dass er drei Hauptäste ausbildet, die gleichmäßig um den Stamm herum verteilt sind. Außerdem müssen sie in verschiedenen Höhen ansetzen, damit sich auch noch Saft um sie herumschleichen und den Stamm oberhalb der Hauptäste versorgen kann.

 

Wann trägt ein Ast und wann wächst er in die Höhe?

 Eine weitere Grundregel des Baumschnitts besagt, dass ein waagerechter Ast trägt und ein senkrechter weiter nach oben wächst. Warum das so ist, ist klar: Der Saft will immer nach oben, fließt also in einem senkrechten Ast an den Stellen vorbei, an denen sich Blüten und damit Früchte bilden sollen.

Da man bei einem jungen Baum will, dass er sowohl nach oben wächst, als auch möglichst bald Früchte trägt, geht man einen Kompromiss ein und lässt die Äste unter etwa 45° nach oben wachsen. Zu flache Äste bindet man nach oben, am besten mit "steifer Schnur" (sieht aus wie Bindfaden, hat aber innen einen Draht, gibt's im Fachhandel). Zu steile Äste spreizt man mit einem Hölzchen nach unten. Dazu nimmt man am besten ein Hollunderästchen; wenn man das mit der Schere von zwei Seiten spitz zuschneidet, bekommt es eine Art Gabel, weil es hohl ist.

 

Wenn ein Baum erst einmal Jahre oder gar Jahrzehnte irgenwie gewachsen ist, kann man ihn, wenn überhaupt, nicht auf einmal auf Vordermann bringen. Man wendet dann die Schnittregeln eben an, so gut es geht und verteilt den Schnitt auf mehrere Jahre.

 Aus dem gleichen Grunde wachsen Wasserreiser (die senkrechten Triebe auf der Oberseite der Äste) lediglich nutzlos in ungeahnte Höhen ohne je zu tragen. Man sollte sie nicht abschneiden, denn dann kommen gleich mehrere zur Beerdigung und man hat fünf Wasserreiser, wo vorher eines war. Deswegen reisst man sie aus,damit das Wachstumsgewebe des jeweiligen Auges zerstört und ein erneutes Austreiben unterbunden wird. Wenn sie sich nicht ausreissen lassen, muss man das Wachstumsgewebe des Auges mit wegschneiden.

 

Saftwaage und WInkel der Krone

 Das Gesetz vom Saft, der immer nach oben geht, bewirkt, dass Äste, deren Spitze höher liegt als die von anderen Ästen, besser versorgt werden und diesen davon wachsen. Aus diesem Grund müssen die Spitzen der Äste eines "Stockwerks" immer auf der gleichen Höhe liegen. Das nennt man die "Saftwaage", sie ist in der Skizze oben durch die waagerechte, gestrichelte Linie angedeutet.

 Damit der Terminaltrieb, die Spitze des Baumes also, und die Äste im richtigen Verhältnis versorgt werden und wachsen, muss man den richtigen Kronenwinkel einhalten. Die "Dachneigung" der Baumkrone sollte etwa 45° haben, wie auch in der Skizze oben zu sehen ist.

 

Junge und alte Bäume

 Damit hätten wir auch schon die wichtigsten Regeln für den Schnitt (von Hoch- und Halbstämmen) zusammen:

1) 3 Hauptäste
2) verschieden hohe Ansätze
3) gleichmäßig um den Stamm verteilt
4) Waagerechte Äste tragen, senkrechte gehen in die Höhe => 45°, wenn man beides will
5) "Dachneigung" der Krone ca. 45°
6) "Saaftwaage": Der höchste Trieb zieht den meisten Saft
7) Das höchste Auge am Trieb wird austreiben

 Wenn man einen jungen Baum erzieht, wendet man diese Regel rigoros an. Bei älteren Bäumen geht das natürlich nicht mehr, dann muss man eben so gut es geht, den Regeln entsprechend schneiden. In diesem Fall sollte man auch noch wissen, das ein Baum, der stark zurückgeschnitten wurde, auch wieder stark austreibt. Größere "Umbaumaßnahmen" verteilt man also besser auf mehrere Jahre.

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19. Dezember 2008 5 19 /12 /Dezember /2008 20:00

Fantasy ist ein Genre, welches derzeit eine recht große Anzahl von Lesern anspricht. Es gibt hier sehr unterschiedliche Richtungen; beileibe nicht alles, was unter diesem Oberbegriff in den Regalen der Buchhandlungen zu finden ist, steht in der direkten Tradition von J.J.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe". Es gibt die unterschiedlichsten Welten, nicht überall sind Zwerge, Orks und Trolle notwendige (Mit-)Akteure, manchmal spielen die Geschichten in unserer Welt und setzen gar auf bekannte Sagen auf, wie bei Marion Zimmer Bradley, dann wieder ist eine hypothetisches Zeitalter unserer Welt der Hintergrund, wie bei den Conan-Geschichten, ein andermal ist es eine komplette alternative Welt, wie die Vergessenen Reiche auf dem Planeten Abeir-Toril, die den Hintergrund der Geschichten um Drizzt Do'Urden, Bruenor Heldenhammer sowie ihre Freunde und Widersacher bildet.

 Etwas ganz besonderes jedoch sind die Scheibenwelt-Romane des englischen Autors Terry Pratchett: Das Ambiente, vor dem diese spielen, entspricht den gängigen Fantasy-Klischees, die Geschichten selbst jedoch halten vor allen Dingen der real existierenden Welt, der Rundwelt, einen satirischen Spiegel vor.

 

Terry Pratchett schreibt Fantasy, die sich äußerlich an den gängigen Klischee orientiert, in Wirklichkeit aber brilliante Satire auf die reale Welt ist (Bild: Artur Machlowski, lizensiert nach GNU FDL)

 

Die Welt

 Die Scheibenwelt besitzt verschiedene Länder und Kontinente, die mit ihren Bewohnern und Kulturen im wesentlichen mit denen unserer Welt korrespondieren. Allerdings sieht sie so aus, wie man sich die Welt in der Antike vorstellte: Eine Scheibe, die auf vier enormen Elefanten ruht, welche ihrerseits auf dem Rücken einer gewaltigen Schildkröte stehen, die sich gemächlich durch das Weltall bewegt. Ein weiterer Unterschied zu unserer Rundwelt besteht darin, dass es dort Magie gibt, welche gewissermaßen als zusätzliche Naturkraft fungiert und als solche auch mit mehr oder weniger brauchbaren Ergebnissen genutzt wird. Im Grunde erklären sich die Besonderheiten der Scheibenwelt, wie z.B. die Existenz einer achten Spektralfarbe, dem Oktarin, oder die Tatsache, dass auch Gegenstände ein Bewusstsein haben können, alle aus dem einfachen Umstand der Anwesenheit von Magie.

 Magie und Zauberei nehmen auf der Scheibenwelt die Stelliung ein, die bei uns Naturwissenschaft und Technik inne haben: Sie lösen die Probleme der Menschen - einschließlich derer, die man ohne sie gar nicht erst hätte. Wo Technik eingesetzt wird, gleicht sie der Technik des Steampunk und/oder ist mit Magie verbunden.

 Ansonsten ist die Scheibenwelt genauso bunt und chaotisch wie die Rundwelt. Erschaffen wurde sie vom "Schöpfer" einem rattengesichtigen Mann, der aber keineswegs derjenige Gott ist, welcher unsere Rundwelt erschaffen hat. Der Schöpfer erschuf die Scheibenwelt ungefähr zu der Zeit, als Gott unsere Welt erschuf. Dabei musste allerdings gespart werden, was man der Scheibenwelt nach Ansicht von Terry Pratchett auch anmerkt. Auf der Scheibenwelt gibt es ein Menge Götter, die allesamt existieren, weil man an sie glaubt.

 

Scheibenwelt-Logik

 Interessanterweise lassen sich auch die skurilsten Vorgänge und Gegebenheiten auf der Scheibenwelt mit stringenter Logik erklären, wenn man die durch die Anwesenheit von Magie verursachten Abweichungen von der herkömmlichen Physik berücksichtigt. Solche Zusammenhänge erklärt Terry Pratchett oft in den für ihn typischen Fußnoten, in denen er überdies auch andere Hintergrundinformationen gibt. Die typische Scheibenwelt-Logik lässt darauf schließen, dass Pratchett recht gut darüber Bescheid weiß, wie Wissenschaft funktioniert. Zum Beispiel ist ganz klar, dass Trolle - zumindest in einer primitiven Weise - denken können, da sie aus Stein und damit aus SIlizium sind. Und dass Silizium denken kann, erkannt man daran, dass es für die Prozessoren unserer Computer verwendet wird. Genauso leicht lässt sich auch das Phänomen erklären, dass Trolle umso dümmer sind, je wärmer es ist: Damit Silizium gut denken kann, muss es kalt sein, wie schließlich jeder weiß, der schon einmal gesehen hat, was passiert, wenn der Prozessor seines Computers zu warm wird.  Ebenfalls vollkommen logisch ist, dass, als der Weihnachtsmann einmal nicht kann, der Tod seinen Job übernehmen muss, da außer jenem eben nur er die Fähigkeit hat, außerhalb der Zeit zu agieren um all die vielen Orte fast gleichzeitig zu besuchen. (abgesehen von bestimmten Mönchen, die ebenfalls in ihrer eigenen Zeit leben können - aber das is teine gan zandere Geschichte.

 Wie in vielen Fantasy-Welten gibt es auch bei Terry Pratchett zusätzliche Dimensionen, die neben der realen Welt - was auch immer das sein mag - existieren, zum Beispiel die Kerkerdimensionen, die so unerfreuliches wie "Dinge mit Tentakeln" enthalten und daher streng abgeschottet bleiben müssen.. Das wiederum ist ein Beispiel für Pratchetts typische, knappe Anspielungen, die trotzdem den Leser über den jeweiligen Sachvejhalt ins Bild setzen. Das geht soweit, dass Pratchett heir und da sogar obszöne Sachverhalte umschreiben kann ohne obszön zu werden. An einer Stelle z.B. geht aus einer Unterhaltung genau hervor, dass ein Indianer "Zwei f...ende Hunde" heißt, ohne dass dies wörtlich gesagt wird.

 

Personen und Orte

Die Romanen der Scheibenwelt lassen sich in etwa nach den Personen einteilen, die in ihnen agieren. So gibt es Romane, die sich mit Oma Wetterwax befassen, einer Hexe aus dem mittelalterlich anmutenden Königreich Lancre in den Spitzhornbergen, wo man Knieweich trinkt, ein übles alkoholisches Gebräu, das einen möderischen Kater hinterlässt. Ein anderer Held ist Rincewind, ein "Zaubberer", der so schlecht ist, dass er noch nichteinmal die Bezeichnung seines Berufes richtig schreiben kann, wie man dem Schild entnehmen kann, das er an seinem Hut trägt. Es gibt auch Romane um den Tod, der eigentlich gar keine so unsympatische Figur ist.

 Die größte Stadt der Scheibenwelt, Ankh-Morpork (das stark an das viktorianische London, aber manchmal vielleicht auch ein wenig an New York oder Los Angeles erinnert), ist unter anderem der Schauplatz von Geschichten um Samuel Mumm und seine Leute. Er ist der Kommandeur der Wache und hat aus dem ehemals verlotterten Haufen eine schlagkräftige Polizeitruppe gemacht. Er muss darauf achten, dass möglichst alle Ethnien, die in Ankh-Morpork leben, auch in der Polizei vertreten sind. Daher trifft man dort Typen wie Karotte Eisengießersohn, denn zwei Meter großen Adoptiv-Zwerg, seine Lebensgefährtin, die Werwöffin Angua und den Troll Detritus, dessen aus einer Belagerungswaffe selbst gebaute Armbrust nicht nur von seinen Gegnern, sondern wegen gewissen Kollateralwirkungen auch von seinen Mitstreitern gefürchtet wird.  Als trockener Alkoholiker, von Selbstzweifeln geplagt, aber doch stets bestrebt, seine Welt zu einem wenigsten etwas besseren Ort zu machen, erinnert Mumm übrigens stark  an einen gewissen Typ Kriminalkommissar, den man in der moderneren Krimiliteratur öfter einmal findet.

  

Terry Pratchett mit seinem Markenzeichen, dem berühmten schwarzen Hut auf der Elf Fantasy Fair in den Niederlanden (Bild: Stefan Servos, lizensiert nach GNU FDL)

 

 Die Scheibenwelt-Enstprechung unseres Fernen Ostens ist das Achatene Reich. Von hier kommt Zweiblum, ein Tourist, der mit Rincewind haarstäubende Abenteuer zu bestehen hat. Es passiert ihm aber nie etwas, da er felsenfest überzeugt ist, "nur Tourist" zu sein und daher mit den jeweiligen Ereignissen nichts zu tun haben kann. Das Land Klatsch entspricht unserem Nahen und Mittleren Osten. Von dort kommt der berühmte klatschianische Kaffee, der "knurd" macht. "Knurd" ist das Gegenteil von betrunken, ein leider unübersetzbares Wortspiel mit "drunk", welches Pratchett wohl aus dem amerikanischen Studentenslang übernommen hat. Eine Erklärung der Herkunft des gleich ausgesprochenen Wortes "Nerd" geht nämlich auf diese Umkehrung von "drunk" zurück, womit Leute bezciehnet wurden, die sich nur für ihr Studienfach und nicht für Frauen und Alkohol interessieren. Nach Pratchett ist "knurd" Sein nicht etwa Nüchternheit, sondern eine Art negativer Rausch, die einen alles übersteigert klar und entsprechend pessimistisch sehen lässt.

 Neben diesen und anderen "Helden" gibt es eine Reihe von Nebenfiguren, die immer mal wieder auftauchen und stellenweise sogar Bedeutung für die eigentliche Story des Romans haben. Da gibt es zum Beispiel Lord Vetinari, den Patrizier von Ankh-Morpork, eine Art regierender Bürgermeister, der autokratisch regiert und sich selbst freimütig als Tyrann (im ursprünglichen Wortsinn) bezeichnet. Er stammt aus der Assassinen(Auftragsmörder)-Gilde und ist immer über alles genauestens orientiert was in der Stadt vorgeht. Er ist zwar absolut skrupellos, aber keineswegs korrupt und wirtschaftet auch nicht in die eigene Tasche, sondern regiert lediglich Ankh-Morpork so, wie es seiner Überzeugungnach regiert werden muss.

 Eine Gestalt, die einem immer wieder begegnet ist Treibe-mich-selbst-in-den-Ruin-Schnapper, eIn Geschäftsmann, der stets todsichere Geschäftsideen hat und den Rest seiner Zeit damit verbringt, sein Schulden aus eben diesen Geschäftsideen abzuarbeiten. Dazu verkauft er in Ankh-Morpork Würstchen, von denen man lieber nicht wissen will, was darin enthalten ist. Manche Nebenfiguren gehören direkt zum Umfeld der Hauptpersonen, so etwa Lady Sibyl Käsedick, die immens reiche Ehefrau von Sam Mumm. Eine Freundin Oma Wetterwax, ist Nanny Ogg, ebenfalls Hexe von Beruf, aber im Gegensatz zu Esmeralda "Esme" Wetterwax mit einer reichen Nachkommenschaft gesegnet und irdischen Freuden wie Pfeiferauchen, Essen, Bier und (in jüngeren Jahren?) gutem Sex sehr zugetan. Sie besitzt einen absolut bösartigen, alten Kater namens Greebo und ist auf ihre Art genauso fähig in ihrem Job als Hexe wie die eher asketische und perfektionistische Oma Wetterwax. Die Aufgabe der Hexen auf der Scheibenwelt besteht nämlich darin, mit der praktisch angewandten Magie Unbill magischer und nichtmagischr Art von den Menschen fern zu halten

 Die Arbeit der (männlichen) Zauberer ist eher theoretischer Natur. Sie halten sich hauptsächlich in der Unsichtbaren Universität in Ankh-Morpork auf, wo sie magischen Forschungen nachgehen. Die meisten sind aber hauptsächlich dort, weil es für die Professoren fünf warme und reichliche Mahlzeiten am Tag sowie warme Zimmer mit weichen Betten gibt. Die Unsichtbare Universität heißt so, weil sie nur zum Teil sichtbar ist, da sich Teile von ihr in anderen Dimensionen befinden. Besonders magisch ist die Bibliothek, wo es Bücher gibt, die an den Regalen festgekettet sind - und zwar nicht aus Gründen des Diebstahlschutzes, sondern um Gefahren zu vermeiden, die von derartigen Büchern ausgehen. Abgesehen davon, dass solche Bücher Zähne und Klauen aufweisen sowie explodieren können, muss man bei manchen aufpassen, dass man nicht von dem Buch gelesen wird, anstatt das man es liest.

 In der Bibliothek residiert eine der beliebtesten Personen der Scheibenwelt, der Bibliothekar. Er ist derzeit ein Orang Utan. Er war zwar einmal ein Mensch, wurde aber bei einem magischen Unfall verwandelt. Weil ihm das neue Äußere aber gewisse Vorteile bei seiner Arbeit (vier Hände und gute Kletterfähigkeiten sind für Bibliothekare vorteilhaft) und bei Schlägereien in seiner Stammkneipe in den Schatten (den Slums von Ankh-Morpork) bringt, lehnt er es standhaft ab, sich zurück verwandeln zu lassen. Immer wieder spielt der Bibliothekar auch eine Rolle, weil er bestimmte Probleme lösen kann, die eben nur ein Bibliothekar lösen kann: Zum Beispiel weil er Zugang zum B-Raum hat, eine multidimensionalen Raum, über den alle Bibliotheken aller Welten und aller Zeiten des Multiversums miteinander verbunden sind.

 Im Grunde stehen alle Personen, die in den Scheibenwelt-Romanen auftreten zumindest über ein paar Ecken in Verbindung, sei es, dass zwei Personen lediglich beide Rincewind den "Zaubberer" kennen, der in allen möglichen und unmöglichen Ecken der Scheibenwelt herum kommt. Manchmal werden auch Personen erwähnt oder treten kurz auf, die in jeweils anderen Büchern eine größere Rolle spielen.

 

Die chronologische Ordnung der Bücher und ihre Entwicklung

Grundsätzlich hat jeder Scheibenwelt-Roman eine abgeschlossene Handlung. Trotzdem gibt es darin Sequenzen, Gruppen von Büchern, die chronologisch aufeinander folgen und die man daher am besten in der richtigen Reihenfolge liest. Zwischen den einzelnen Sequenzen kann man durchaus hin- und herspringen, was auch für ein wenig zusätzliche Abwechslung sorgt und einen schnelleren Überblick schafft.

 Am Anfang lohnt es sich durchaus, beim Schmökern das Lexikon "Die Scheibenwelt von A-Z" zur Hand zu haben. Darin werden - auf die übliche witzige Art der Fussnoten in den Romanen - viele Sachen erklärt, die zum besseren Verständnis der Gags dienen, zum Beispiel, was ein Selbstwürzer ist und wo der Ort liegt, an dem nie die Sonne scheint.

 Die Scheibenwelt ist so schlüssig aufgebaut, dass sich das Lesevergnügen an den Scheibenwelt-Büchern mit der Anzahl der Bücher steigert, die man liest. Je mehr man nämlich gelesen hat, um so mehr wird man auf der Scheibenwelt heimisch sein und immer mehr Anspielungen und Bezüge immer besser verstehen. Daher ist am Anfang eben auch das erwähnte Lexikon hilfreich, welches man später dann weniger und weniger brauchen wird.

 Was sich auf jeden Fall lohnt, ist, die Bücher in etwa der Reihenfolge zu lesen, in der sie erschienen sind. Es gibt nämlich eine interessante Entwicklung innerhalb der Romane: Am Anfang nimmt Pratchett frisch und frech lediglich ganz allgemein alle möglichen menschlichen Schwächen, die Gesellschaft und ihre Systeme aufs Korn, Bücher wie "Die Farben der Magie" und "Total verhext" etwa gehören hier her. Neben der Verarbeitung klassischer Stoffe, wie Shakespears Sommernachtstraum in "Lords und Ladies" oder Goethes "Faust" in "Eric" nimmt sich Pratchett später auch kulturelle Themen vor, wie etwa den Rock'n Roll in "Rollende Steine" und das Zeitungswesen in "Die volle Wahrheit".

Es kommt aber noch besser: Ohne dass das Lesevergnügen leidet, haben die neueren Scheibenwelt-Romane ernste Hintergründe und zeigen Problematiken unserer realen Welt auf: "Weiberregiment" etwa ist ganz klar ein Antikriegsbuch, "Klonk" befasst sich mit der Multikulti-Problematik und "Ab die Post" mit den Machenschaften großer Konzerne und den Verflechtungen zwischen Wirtschaft und organisierter Kriminalität. Pratchett adaptiert hier reale Sachverhalte so gut auf die phantastischen Gegebenheiten der Scheibenwelt, dass jeder genau weiß, was gemeint ist. Genaugenommen gehört aber auch eines der allerersten Scheibenwelt-Bücher in diese Kategorie: Das "Erbe des Zauberers" nämlich befasst sich im Wesentlichen mit der Gleichberechtigung der Frau.

 Eine gewisse Sonderstellung nimmt der Zyklus "Die Gelehrten der Scheibenwelt" ein. Diese Bücher hat Pratchett zusammen mit zwei Wissenschaftlern geschrieben. Innerhalb einer Rahmenhandlung, erfährt der Leser hier eine Menge darüber, wie Wissenschaft funktioniert und über die Evolutionstheorie.

Englisch oder Deutsch?

Leider gehen bei der Übersetzung ins Deutsche viel Feinheiten des typischen Wortwitzes von Terry Pratchett verloren. Wer gut genug Englisch kann, sollte die Bücher daher am besten im Originaltext lesen. Aber auch wer das nicht kann, wird an der Scheibnewelt seine helle Freude haben, denn trotz der "Übertagungsverluste" bleibt noch allemal genug vom typischen Flair der Scheibenwelt übrig um sie unbedingt lesenswert zu machen.

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17. Dezember 2008 3 17 /12 /Dezember /2008 15:41

Heutzutage ist die Abkehr vom Erdöl durchaus ein Thema und man diskutiert neue Techniken für die Umwandlung von chemischer, also in Brennstoffen enthaltener Energie in Bewegungsenergie oder Elektrizität. Trotzdem werden uns Hubkolbenmotoren wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben; es lohnt sich daher für den Selbstversorger, wie auch den kritischen Verbraucher durchaus, ein wenig über ihre Technik zu wissen, wie natürlich auch über Technik ganz allgemein. Zum einen, um bei Kauf- und Reparatur von technischen Gegenständen nicht so leicht übers Ohr gehauen zu werden, zum anderen auch, um bei Diskussionen über (Enegergie-)Technik mitreden zu können. Die heute üblichen Hubkolben-Verbrennungsmotoren, wie wir sie in Lokomotiven, Autos, Motorrädern, Rasenmähern, Kettensägen und vielen weiteren Maschinen finden, funktionieren nicht nur mit Erdölprodukten, sondern lassen sich auch wunderbar mit anderen Brennstoffen betreiben, vor allem eben auch mit solchen aus nachwachsenden Rohstoffen.

Unser liebstes Kind, das Auto: Auch wenn man nicht selbst als "Schrauber" Hand anlegt, lohnt es sich, etwas darüber zu wissen, wie es funktioniert. 

(Dieses Bild basiert auf dem Bild VW_golf_V.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Thomas doerfer, Beeblebrox5000, Stahlkocher)


Welche Arten von Verbrennungsmotoren gibt es?
Sehen wir einmal vom Wankelmotor ab, der seit Jahrzehnten immer wieder einmal auftaucht, es bislang aber nie zu wirklicher Bedeutung bringen konnte, spielen bei den Verbrennungsmotoren die Konstruktionen mit Hubkolben eine Rolle. Das Prinzip ist einfach und das gleiche wie bei einer Dampfmaschine: Gas dehnt sich aus  und bewegt einen Kolben. Dessen Hin- und Herbewegung (Oszillation) wird mit einem Kurbeltrieb in eine Drehbewegung (Rotation) umgewandelt. Bei der Dampmaschine ist das Gas, welches sich ausdehnt,  Wasserdampf, beim Verbrennungsmotor sind es die Verbrennungsgase.
Die Vebrennungsmotoren kann man nun nach zwei Kriterien einteilen: Zum einen nach der Arbeitsweise in Zwei- und Viertaktmotoren, zum anderen nach der Art der Zündung in Otto- (Fremdzünder) und Dieselmotoren (Selbstzünder). Am einfachsten ist die grundsätzliche Arbeitsweise an Hand eines Viertakt-Ottomotors zu erläutern, daher soll dieser zu erst besprochen werden.

Der Viertakt-Otoomotor

Arbeitsweise eines Viertakt-Ottomotors

(Dieses Bild basiert auf dem Bild 4-Stroke-Engine.gif aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist UtzOnBike, Bub's)


 Viertaktmotoren sin in ihrem mechanischen Aufbau her komplizierter, aber von der Arbeitsweise her leichter zu verstehen als Zweitaktmotoren. Das Kraftstoff-/Luftgemisch gelangt durch das  Einlassventil rechts im Bild in den Zylinder, während der Kolben im ersten, dem so genannten Ansaugtakt nach unten geht. Wenn er unten angelangt ist, schließt sich das Einlassventil und es begint der zweite, der Verdichtungstakt. Diese Verdichtung wurde von  Nikolaus August Otto (1832 - 1891) eingeführt und bedeutete eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem  Vorläufer des Otto-Motors, dem Lenoir-Motor, da das Kraftstoff-/Luftgemisch so besser vebrennt,
 Am Ende des Vertichtungstaktes erfolgt die Zündung. Durch die Verbrennungswärme dehnt sich das Gas aus und treibt den Kolben nach unten, der über das Pleuel (die Kolbenstange also) die Arbeitsleistung auf die Kurbelwelle überträgt und sie dreht. Dieser dritte Takt heißt Arbeitstakt. Am Ende dieses Arbeitstaktes ist der Kolben wieder unten angelangt und das Auslasventil (links im Bild) öffnet sich. Der Kolben geht nun wieder aufwärts, wodurch die verbrannten Gase im vierten, dem Auspufftakt aus dem Zylinder geschoben werden. Nun schließt sich das Auslassventil, das Einlassventil öffnet sich und das Arbeitsspiel beginnt von neuem.

Der Zweitaktmotor

Arbeitsweise eines Zweitaktmotors

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Two-Stroke Engine.gif aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist A. Schierwagen)

 Einfacher aufgebaut als der Viertakter ist der Zweitakt-Ottomotor; er spart nämlich die komplette Ventilsteuerung ein, welche recht kompliziert ist. Abgesehen von Eventuellen Nebenaggregaten wie Zündalage ubd Vergaser, besitzt er lediglich drei bewegliche Teile: Kolben, Pleuel und Kurbelwelle. Wie man in der Abbildung sehen kann, benutzt er den Raum unter dem Kolben gewissermaßen als Ladepumpe. Wenn der Kolben zum Verdichten des Zylinderinhalts, im ersten Takt also, aufwärts geht, saugt er mit seiner Unterseite Kraftstoff-/Luftgemisch ins Kurbelgehäuse.

 Im zweiten Takt, dem Arbeitstakt, verbrennt das Gemisch oberhalb des Kolbens und treibt diesen nach unten. Dabei wird gleichzeitig das Gemisch im Kurbelgehäuse vorverdichtet. Ist der Kolben unten angelangt, gibt er mit seiner Oberkante den Auslassschlitz frei, so dass das verbannte Gemisch über den Auspuff den Zylinder verlassen kann.
 Kurz nach dem Auslassschlitz wird nun auch der Überströmkanal (rechts im Bild) von der Kolbenoberkante freigegeben, so dass das frische Gemisch aus dem Kurbelgehäuse einströmen kann. Der Kolben schließt nun in der folgenden Aufwärtsbewegung den Überströmkanal und den Auslassschlitz und verdichtet wiederum das frische Gas mit seiner Oberseite, während er mit der Unterseite neues Gemisch ins Kurbelgehäuse saugt. Der Zugang des Gemischs zum Kurbelgehäuse wird (wie im Bild) durch eine Art Rückschlagventil geregelt, das in der Praxis meist aus einer Membran besteht oder von der Unterkante des Kolbens, der den Einlassschlitz zum Kurbelgehäuse hin im Aufwärtsgehen öffnet und im Abwärtsgehen schließt. Eine weitere Möglichkeit ist ein Drehschieber auf der Kurbelwelle, der zu den richtigen Zeiten den Zugang zum Kurbelgehäuse öffnet und schließt.

Problematik des Gaswechsels

Die geniale Schnürle-Umkehrspülung (Bild: Simon Schäler, Publich Domain)

 Das große Problem des Zweitaktmotors besteht nun darin, den Gaswechsel im Unteren Totpunkt auch wirklich so erfolgen zu lassen, dass in der Tat  praktisch das ganze verbrannte Gas den Zylinder durch den den Auspuff verlässt und das Frischgas den Zylinder vollständig füllt, möglichst ohne dass ein Teil davon gleich wieder durch den Auspuff entfleucht. Um dies zu erreichen benötigt der Hersteller eine gute Portion Kenntnis der Strömungslehre und Erfahrung im Bau von Zweitaktmotoren. Der unvergessliche Alexander Spoerl, (Technik-)Schriftsteller und Motorjournalist, gab als Faustregel an, dass ein Viertakter im so gut sei, wie er teuer ist, ein Zweitakter dagegen so gut, wie die Firma alt.
 Die wohl beste Methode, einen ordentliche Gaswechsel zu erreichen, ist die oben abgebildete Schnürle-Umkehrspülung. Dabei gibt es zwei Überströmkanäle, die sich gegenüberliegen und zwar zu beiden Seiten des Auslassschlitzes. Die beiden Frischgasströme richten sich aneinander auf und steigen im hinteren Teil des Zylinders nach oben, wobei sie das verbrannte Gas vor sich herschieben. Im Zylinderkopf wird der Strom umgekehrt (daher der Name Umkehrspülung) und das Auspuffgas wird im im vorderen Teil des Zylinders nach unten in Richtung Auslassschlitz geschoben.
 Ein weitere Feinheit des Gaswechsels bei schlitzgesteuerten Zweitaktern besteht darin, dass der Auslassschlitz einen kleinen Moment vor dem/den Überströmkanal/älen öffnet, damit der ärgste Druck weg ist und sich die Gassäule bereits in Richtung Auspuff in Bewegung gesetzt hat, bevor der/die Überströmkanal/äle öffnen. Dadurch wird verhindert, dass Auspuffgase in die Überströmkanäle gelangen.
 Es kommt aber noch besser: Auch der Auspuff wird zur Steuerung des Zweitaktmotors herangezogen; deswegen bringen Veränderungen am Auspuff, wie gar das Ausräumen seiner Innereien keine Verbesserung sondern Verschlechterung der Leistung, was übrigens auch für die Ansaugseite gilt. Die ausströmende Gassäule saugt gewissermaßen das Frischgas in den Zylinder, bis er vollständig damit gefüllt ist. Dabei tritt im Idealfall das Frischgas sogar ein kleines Stück in den Auspuff. Bei optimaler Abstimmung ist in der Zwischenzeit das Auspuffgas vom Prallblech im Auspufftopf zurückgeworfen worden und drückt jetzt in Richtung Zylinder. Dabei schiebt es das ausgetretene Frischgas zurück in den Zylinder und zwar so, dass die Kolbenoberkante den Ausströmschlitz genau dann schließt, wenn alles Frischgas zurückgeschoben worden ist. Da die Übeströmkanäle in diesem Moment bereits wieder zu sind, weil ihre Oberkante etwas tiefer liegt als die des Auslassschlitzes wird so eine kleine Überladung des Zylinders erreicht.
  Dieser ganze Vorgang kann nun natürlich nur in einem bestimmten Drehzahlbereich einigermaßen optimal ablaufen, und der Motor wird in diesem Bereich sein höchstes Drehmoment erreichen. Je kürzer der Abstand zwischen Auslassschlitz und Prallblech im Auspufftopf ist, desto höher ist die Drehzahl bei welcher der Motor sein maximales Drehmont erreicht. Da nun die Leistung das Produkt aus Drehzahl und Drehmoment ist, ist dieser Zusammenhang der Grund dafür, dass der alte Trick funktioniert, einem Zweitakter durch Kürzen des Auspuffkrümmers eine etwas höhere Leistung zu entlocken. Allerdings erlischt hierdurch - wie bei allen Veränderungen am Auspuff und übrigens auch durch Manipulationen am Ansaugpart - die Betriebserlaubnis und man verliert den Versicherungsschutz!

Hub, Bohrung und Hubraum
 Der Raum, durch den sich der Kolben bewegt, wird als Hubraum bezeichnet. Er errechnet sich aus dem Durchmessr des Kolbens und des Zylinders, der so genannten Bohrung, und dem Hub, das ist der Weg, den der Kolben zwischen dem oberen und dem unteren Totpunkt zurücklegt und zwar nach der bekannte Formel für das Volumen eines Zylinders V = (d/2)² * π * h.
 Je größer der Hubraum ist, je mehr Leistung kann man aus einem Motor herausholen. Außerdem hängt die Leistung aber auch noch von der Drehzahl ab, davon, wieviel Kraftstoff verbrannt wird und wie gut die Verbrennung funktioniert. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass man bei gleichem Hubraum eine höhere Drehzahl braucht, um eine höhere Leistung zu erreichen.
 Der Hub hängt vom Abstand zwischen der Achse der Kurbelwelle und dem Mittelpunkt des Pleuelfußlagers, also der Länge des "Kurbelarms" ab. Dieser Wert, mit Zwei malgenommen, ergibt den Hub. Ist der Hub genau so groß wie die Bohrung, spricht man von einem Motor mit quadratischem Hub, ist der Hub größer als die Bohrung, von einem Langhuber, ist er kleiner, von einem Kurzhuber.
  Bei einem langen Hub steht dem Kolben ein langer Hebel zur Verfügung um die Kurbelwelle zu drehen, er erzeugt daurch ein großes Drehmoment. Allerdings muss er auch einen längeren Weg bei jeder Umdrehung zurücklegen und dadurch ist bei gleicher Drehzahl seine so genannte Kolbengeschwindigkeit höher als die eines Motors mit einem kürzeren Hub. Das erhöht zum einen den Verschleiß zwischen Kolben und Zylinder, zum anderen sind die Kräfte am oberen und unteren Totpunkt größer, wenn der Kolben seine Bewegungsrichtung ändern muss. Und dass geht auf die Lager. Langhuber erzeugen daher "Dampf von unten 'rauf", sind dafür aber nicht für hohe Drehzahlen geeignet.
 Kurzhuber hingegen haben bei der gleichen Drehzahl eine geringere Kolbengeschwindigkeit und erzeugen geringere Kräfte im oberen und unteren Totpunkt. Dadurch  kann man mit  ihnen hohe Leistungen durch hohe Drehzahlen erreichen.

Ein- und Mehrzylindermotoren

"Der Motor des Bauern kann nicht einzylindrig genug sein", soll Heinrich Lanz gesagt haben. Ob´s stimmt oder nicht, jedenfalls ist sein Produkt, der Lanz-Bulldog, das Urbild des Großvolumigen Einzylinders 

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Lanz1.JPG aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Pumuckel42)

 Da der Kolben eines Verbrennungsmotors nicht nur hin und her geht, sondern auch nur in der Abwärtsbewegung, beim Viertakter sogar nur bei jeder zweiten, Arbeit leistet und sonst Arbeit aufnimmt, muss ein Einzylindermotor über eine recht große Schwungmasse verfügen und läuft trotzdem recht unrund. Manchen Leuten gefällt das und sie lieben daher Motorräder mit einem großvolumigen  Einzylinder und/oder Lanz-Bulldogs, die durchaus ihren urigen Reiz haben.

 Baut man Motoren mit mehreren Zylindern, kann man sie gegeneinander versetzt arbeiten lassen. Dadurch wird der Kraftangriff an der Kurbelwelle gleichmäßiger und der Lauf runder, aber der ganze Motor natürlich viel teurer, weil er mehr Teile hat. Teurere Autos haben daher Sechs-, Acht- oder sogar Zwölfzylindermotoren. Autos für jedermann gehen einen Kompromiss ein und haben meist einen Vierzylindermotor, der recht ruhig läuft,aber noch verhältnismäßig einfach aufgebaut und bezahlbar ist.
 Da ein Zweitakter bei jeder Umdrehung einmal arbeitet, läuft er ruhiger als ein Viertakter, der nur alle zwei Umdrehungen einmal arbeitet. Daher stand auf den Zweitaktautos von DKW auch 3=6, was besagen sollte, dass deren Dreizylinder-Zweitakter so ruhig lief wie ein Sechszylinder-Viertakter.

Schmierung
 Die Schmierung ist bei einem Viertakter relativ einfach zu lösen: Das Kurbelgehäuse dient als Ölsumpf, von wo eine Ölpumpe das Öl absaugt und über Ölleitungen an die einzelnen Schmierstellen fördert. Von dort läuft das Öl durch sein eigenes Gewicht wieder zurück in den Ölsumpf. Eine solche Schmierung heißt Druckumlaufschmierung und arbeitet immer mit dem gleichen Öl, bis dieses abgenutzt ist und bei einem Ölwechsel durh neues ersetzt wird.
 Bei Zweitaktern geht das nicht, da hier das Kurbelgehäuse vom Kraftstoff-/Luftgemisch durchströmt wird. Hier wird kommt das Öl mit dem eben dem Kraftstoff-/Luftgemisch, schmiert dabei sowohl den Kolben und die Zylinderwand, als auch die Lager der Kurbelwelle und des Pleuels. Bei einfachen Zweitaktmoteren wird das Öl dazu dem Kraftstoff beigegeben (die berühmte Zweitakt-Mischung), bei vornehmeren wird es aus einem separaten Öltank in den Ansaugtrakt gespritzt. 

Die Gemischaufbereitung beim Ottomotor

So funktioniert ein Vergaser: In der Verengung des Ansaugrohres störmt die Luft besonders schnell und  reisst daher den Kraftstoff aus der Düse mit (rechter Bildteil, Seitenansicht). Links im Bild sieht man in der Vorderansicht auch die Schwimmerkammer mit dem Schwimmer, der über ein Nadelventil für gleichbleibenden Kraftstoffstand sorgt

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Vergaserprinzip.PNG aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Kassander der Minoer)

 Um einen Ottomotor zu betreiben, benötigt man ein Kraftstoff-/Luftgemisch und zwar eines in einem passenden Verhältnis. Bei Benzinmotoren hat man dies früher durch eine Vergaser erzeugt und tut das auch heute noch bei kleinen und einfachen Motoren. Dieser funktioniert im Prinzip sehr einfach, nämlich wie ein Parfümzerstäuber, ist aber in der Praxis, zumindest für höhere Leistungen und erträgliche Verbräuche, ein hochkompliziertes Aggregat, weil er unter allen möglichen Drehzahl- und Lastbedingungen das optimale Mischungsverhältnis liefern und eine gute Durchmischung gewährleisten muss.
 Leichter funktioniert dies mit einer Benzineinspritzung, wobei die jeweilige Einspritzmenge und der EInspritzzeitpunkt zu Anfang mechanisch, später elektronisch und heute mit einem Computer gesteuert wurde bzw. wird. Verbreitet und technisch einfacher sind Saugrohreinspritzungen, bei denen der Kraftstoff in den Ansaugtrakt gespritzt wird. technisch aufwendiger sind Direkteinspritzer, bei denen während des Ansaug- und eventuell auch noch während des Verdichtungshubes direkt in den Zylinder gespritzt wird.
 Mit einer Einspritzanlage lässt sich die Gemischaufbereitung sehr viel besser steuern als mit einem noch so ausgeklügelten Vergaser, auf jeden Fall mit einer elektronischen und noch viel mehr mit einer modernen computergesteuerten. Daher findet man heute praktisch nur noch Autos mit Benzineinspritzung. Ob dazu (und auch sonst im Auto) wirklich ein Computer notwendig ist, sie übrigens bezweifelt: Bereits die alten elektronischen Einspritzungen, wie man sie im Manta GTE, im Golf GTi und so weiter fand, waren dafür bekannt, nicht nur für respektable Fahrleistungen, sondern auch für einen günstigen Kraftstoffverbrauch zu sorgen
 Auch das Mischen von Luft und einem brennbaren Gas ist möglich und so gar einfacher als das Vergasen (genau genommen müsste es Vernebeln heißen). Schließlich waren die ersten Verbennungsmotoren überhaupt Gasmotoren, zum brauchbaren Vergaser für flüssige Brennstoffe war es ein weiter Weg. Deshal ist es ohne weiteres möglich, zum Beispiel Biogas oder Holzgas zu verwenden, oder, wie das heute  bereits oft geschieht, Erdgas oder Propan. Der Umbau eines Benzinmotors auf Propan ist überhaupt kein Problem; bei Erdgas gestaltet es sich etwas schwieriger, ist aber auch möglich - und vor allem sinnvoll, da Erdags im Grunde auch nichts anderes ist als Biogas, nämlich Methan, und ein Erdgasauto (wie alle Erdgasgeräte) also auch mit (entsprechend aufbereitetem) Biogas funktioniert.
 
Das Diesel-Prinzip

Ein (stationärer) Dieselmotor der ersten Generation

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Dieselmotor vs.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Flominator)

 Ein Dieselmotor ist mechnisch im Prinzip so aufgebaut wie ein Ottomotor. Der Unterschied besteht darin, dass er kein Kraftstoff-/Luftgemisch ansaugt, sondern reine Luft und diese wesentlich höher verdichtet, als ein Ottomotor dies mit seinem Kraftstoff-/Luftgemisch tut.  Dabei wird die Luft so heiß, dass der Kraftstoff sich selbst entzündet, wenn er am Ende des Verdichtungshubes eingespritzt wird. Die Leistung regelt man über die eingespritzte Kraftstoffmenge. Die Glühkerze benötigt man nur beim Kaltstart, wenn die Selbstzündung noch nicht so richtig funktioniert.
 Eine technische Schwierigkeit beim Dieselmotor besteht  darin, dass sich der eingespritzte Kraftstoff sehr schnell mit der Luft im Zylinder vermischen muss. Daher muss man bei der Konstruktion sehr viel Gehirnschmalz und Erfahrung in die  Gestaltung des Bremraums stecken.
  Ein weiteres Problem ist, dass die Einspritzpumpe zu einem ganz genauen Zeitpunkt eine ganz genau dosiert Menge Kraftstoff einzspritzen muss. Damit schlug sich der Erfinder des Dieselmotors, Rudoldf Diesel herum, konnte es noch nicht zufriedenstellend lösen und so blieb seinem Motor zunächst der ganz große Durchbruch verwehrt. Da er unter mysteriösen Umständen bei einer Schiffspassage nachts von Bord verschwand, gibt es die Legende, er habe sich aus Gram über dieses scheinbar unlösbare Problem umgebracht.
 Zum Durchbruch verhalf dem Dieselmotor dann ein anderer. Robert Bosch, dem Gründer des gleichnamigen Elektro- und  Autozuliefererkonzerns gelang es schließlich, eine  Einspritzpumpe zu bauen, die den schnelllaufenden Fahrzeug-Dieselmotor ermöglichte. Dieses kleine mechanische Wunderwerk blieb über Jahrzehnte dominierend im Fahrzeugdieselmotorenbau. Eine Abart davon ist die Pumpe-Düse-Einspritzung, welche mit je einer Einspritzpumpe je Zylinder und sehr kurzen Druckleitungen arbeitet und sehr hohe Eispritzdrücke erlaubt.

Der Common-Rail-Diesel

Hochdruckpumpe für eine Common-Rail-Einspritzanalage

(Dieses Bild basiert auf dem Bild VDO Siemens Common-Rail Hochdruckpumpe.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Stahlkocher


 Mechanische Einspritzsysteme haben neben hohen Kosten für den mechanischen Aufwand den Nachteil, dass sie mit ihrer Funktion eng an den Kolbenhub gebunden sind und daher der Einspritzzeitpunkt nur in verhältnismäßig engen Grenzen variiert werden und auch nur einmal pro Hub eingespritzt werden kann. Hier liegen auch die Grenzen des Pumpe-Düse-Sytems. Dieses System konnte sich daher im Fahrzeugdieselmotor auch nicht durchsetzen, denn als man begonnen hatte, in diesem Bereich ernsthaft damit zu experimentieren, kam bereits schon die neueste Variante des Selbstzünders auf, der Common-Rail-Diesel.
 "Common Rail" bedeutet "Sammelschiene" und beschreibt das Prinzip, wie bei dieser Maschine die Einspritzdüsen mit Kraftstoff versorgt werden: Eine Hochdruckdruckpumpe versorgt die Sammelschiene, ein gemeinsames Zuleitungsrohr, mit Kraftstoff. Dieses Rohr dient gleichzeitig als Druckspeicher. Von diesem Sammelschienen-Rohr zweigen die Zuleitungen zu den einzelnen Zylindern ab, die über elektrisch ansteuerbare Ventile verfügen.
 Dadurch wird die Mechanik des Dieselmotors stark vereinfacht, weil die komplizierte Einspritzpumpe wegfällt, die mit je einem verstellbaren Kolben pro Zylinder die Einspritzmenge dosierte. Statt dessen öffnet ein Steuergerät die Ventile für die einzelnen Zylinder zu den richtigen Zeitpunkten. Dadurch ist der Einspritzzeitpunkt beliebig variierbar und man kann sogar mehrmals pro Hub einspritzen, was mit einer mechanischen Einspritzpumpe praktisch unmöglich ist.  Das Steuergerät kann dabei ein "richtiger" Computer sein, der alle möglichen Betriebsdaten des Motors geliefert bekommt und daraus die erforderlichen Daten errechnen um jeweils genau zu einem oder mehreren Zeitpunkten pro Zylinder für ganz bestimmte Zeiten die  Einspritzventile zu öffnen.


Wundermaschine Dieselmotor?

Der Elsbett-Motor ist eine Variante des Dieselmotors, der mit allem möglichem, darunter auch Pflanzenöl, betrieben werden kann. (Bildquelle: Wikimedia, Public Domain)


 Aus thermodynamischen Gründen, die ich hier nicht weiter erläutern möchte, kommt ein Diesel mit weniger Kraftstoff aus als ein vergleichbar Otto-Motor. Weitere Vorteile sind, dass der Kraftstoff weniger feuergefährliche und billiger herzustellen ist als Benzin. Im Prinzip kann man in einem Dieselmotor alles verheizen, was sich fein genug verteilen lässt und sich bei der Verdichtungstemperatur entzündet, die im Diesel herrscht, sogar Feststoffe wie Kohlenstaub. Rudolf Diesel selbst dachte bei der Entwicklung seines Motors eigentlich an diesen Brennstoff, obwohl er zunächst  mit Benzin und dann mit Petroleum eyperimentierte.
 Auch Verwendung von Pflanzenölen sah Diesel voraus und sagte 1912: "Der Gebrauch von Pflanzenöl als Kraftstoff mag heute unbedeutend sein. Aber derartige Produkte können im Laufe der Zeit ebenso wichtig werden wie Petroleum und Kohle-Teer-Produkte von heute." In der Tat hat heute der Einsatz von Pflanzenölen als Dieselkraftstoff einige Bedeutung erlangt. Viele herkömmliche Dieselmotoren laufen ziemlich gut mit Salat- oder sogar mit altem Frittenöl. Ein Problem dabei ist lediglich, dass bei geringen Temperaturen das Pflanzenöl zu zäh ist. Daher muss man entweder  die Einspritzanlage beim Kaltstart beheizen oder den Motor während des Warmlaufs und die letzte Zeit vor dem Abstellen mit herkömmlichen Dieselöl betreiben. Es gibt aber auch eine Variante des Dieselmotors, den Elsbett-Motor, der sehr gut mit Pflanzenölen arbeitet.
 Bei Modernen PKW-Dieselmotoren hat man die alten Nachteile des Selbstzünders großenteils in den Griff bekommen. Moderne Glühkerzen verkürzen die "Gedenkminute für Rudolf Diesel", das Vorglühen auf Sekunden(-bruchteile). Gleichzeitig erfolgt es automatisch beim Umdrehen des Zündschlüssels, so dass der Fahrer praktisch nichts mehr davon merkt. Die Fahrleistungen sind, vor allem auch durch den Einsatz von Turboladern, so, dass man gar nicht mehr merken würde, das man einen Diesel fährt, wäre da nicht noch der Klang, der allerdings nicht mehr ganz so ruppig ist wie bei den alten Mercedes-"Ölöfen" der Wirtschaftswunderzeit.
 Alles in allem hat ein moderner Dieselmotor praktisch alles, was man sich von einem zeitgemäßen Fahrzeugantrieb wünschen kann. Es gab in der Zeit des wachsenden Energie- und Umweltbewusstseins auch einen Dieselboom, der Selbstzünder wurde als umweltfreundlicher Antrieb gefeiert. 
 Warum  er dann auf einmal ein böser, böser Feinstaubproduzent wurde, denn man mit einer horrenden Strafsteuer belegte? Nun, das mag sich jeder selbst denken, und zwar vor dem Hintergrund der Tatsache, dass einerseits beim Rafffinieren von Erdöl eben auch Benzin anfällt und man andererseits viele, viele dieselbetriebene LKW braucht, da die ja angeblich besser und billiger transportieren als die Eisenbahn... 

 Buchsuche zum Thema

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15. Dezember 2008 1 15 /12 /Dezember /2008 15:44

Was hat Lesen mit Selbstversorgung zu tun? Ganz klar, würde manch einer sagen: Selbstversorger brauchen eine Menge KnoHow und das findet man vor allem in Büchern, Zeitschriften und natürlich auch im Internet, wobei das letztere heutzutage viele Informationen - auch für Selbstversorger - in Form von Videos liefert. Ich gehe aber noch ein Stückchen weiter: Nicht nur das Lesen von Fachbüchern, sondern auch von Belletristik, also Romanen und dergleichen, passt gut zur Philosophie der Selbstversorgung.

 

Faszination Buch: Eine uralte und einfache "Technologie" - aber trotzdem immer aktuell

 

 Vor vielen Jahren - Computer hießen damals noch "Elektronengehirne" und waren riesige Kästen - las ich einmal in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift eine Glosse: Sie beschrieb in hochtechnischem Slang eine alternative Methode zur Datenspeicherung und -anzeige für jedermann. Erst am Schluss wurde einem klar, was der Autor meinte, wenn er von zellulosehaltiger Folie sprach, auf der die Informationen mit Hilfe von amorphem Kohlenstoff aufgebracht würden und von einem Klappmechanismus, der die Informationen für den Betrachter wie auf einer Art Bildschirm sichtbar mache. Dann wurde nämlich der Namen dieser famosen Erfindung genannt: "Beweglicher Universeller Computerunabhängiger Heimdatenspeicher", kurz B.U.C.H.

 

Genial einfach - einfach genial

 Und genau das ist ein Buch nämlich in der Tat. Es ist tragbar und braucht keinerlei Energieversorgung, man kann es daher überall hin mitnehmen und benutzen: auf der Jagd, beim Angeln, beim Baden im See, in öffentlichen Verkehrsmitteln und an tausend weiteren Orten. Und überall liefert es uns sowohl alphanumerische als auch grafische Informationen (das ist hochgestochenes Fachchinesisch für "Text und Bilder") oder es unterhält uns ganz einfach. Dabei erfüllt es eine wichtige Anforderung, die man als Selbstversorger an die Dinge stellt, mit denen man umgeht: Es ist einfach, funktionssicher und arbeitet autark. Darüber hinaus können wir beim Lesen auch noch selbst die Geschwindigkeit steuern, mit der die Informationen kommen, beliebig Pausen machen und Passagen wiederholen - ganz ohne auf irgendwelche Knöpfe drücken zu müssen.

 Es gibt aber noch einen weiteren Selbstversorger-Aspekt beim Lesen: Wenn man einen Roman liest, läuft die Handlung im eigenen Kopf als eine Art Film ab. Und man selbst ist Regisseur, Bühnenbildner und Kameramann. So gesehen ist Lesen also durchaus auch kreativ und genau genommen lässt man sich beim Ansehen eines Filmes die kreative Arbeit des bildlichen Ausgestaltens der Handlung - und damit den Spaß daran - vom Filmteam abnehmen.

 Dass wir uns nun nicht falsch verstehen: Auch ich sehe mir gerne mal einen Film an und war zum Beispiel von "Der Herr der Ringe" hellauf begeistert. Das ist unzweifelhaft ganz große Kunst. Das eine schließt das andere ja nicht aus, schließlich kann man ja auch ohne weiteres ein begeisterter Hobbykoch sein und trotzdem gleichzeitig gerne mal in ein gute Restaurant gehen.

 

Vorsicht: Suchtgefahr! ;-)

 Ich selbst gestehe freimütig, nicht nur ein Bibliophiler, sondern eher schon ein Bibliomane zu sein: Wenn es auf's Wochenende oder gar auf Feiertage zu geht, geht es mir  mit dem Lesestoff wie einem Alkoholiker mit dem Alk: Wenn keiner im Haus ist, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt um einen möglchst großen Vorrat davon zu beschaffen. Erst, wenn ein möglichst großer Stapel vielversprechender Bücher da ist, kann ich den freien Tagen ruhig entgegensehen.

 Und deswegen werde ich in meinem Blog immer wieder mal das eine oder andere Buch empfehlen sowie diesen und jenen Autor vorstellen. Lesen muss übrigens nicht teuer sein: Man kann Bücher auch gebraucht kaufen (auf dem Flohmarkt oder antiquarisch) oder in der Stadtbücherei ausleihen. Leider verlangen Stadtbibliotheken heutzutage im allgemeinen eine kleine Jahresgebühr, die aber für Familien mit Kindern und Einkommensschwachen manchmal ermäßigt oder ganz erlassen wird.

 

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Published by Fokko - in Lesen
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14. Dezember 2008 7 14 /12 /Dezember /2008 11:57

Die Anpassung der gewachsenen bäuerlichen Kulturlandschaft an die moderne Landwirrtschaftliche Methoden hat sie zu einer öden Agrarsteppe gemacht

Das Verhunzen organisch gewachsener Kulturlandschaften, die nicht nur hübsch aussehen sondern auch ökologisch wertvoll sind, ist keine Errungenschaft des späten 20. Jahrhunderts. Schon vor dem ersten Weltkrieg beklagte Hermann Löns in seinem Gedicht "Verkoppelung", dass dieser Vorläufer der Flurbereinigung bereits damals der bäuerlichen Kulturlandschaft ihren Reiz nahm.

 

 

Hermann Löns im Jagdanzug (Gemälde nach einer Fotografie)

Hermann Löns, der den meisten Leute, wenn überhaupt, nur als der "Heidedichter" bekannt ist, war einer der ersten Leute, die sich in der Industriegesellschaft um Umwelt und Ökologie Gedanken machten. Daher bezeichnen ihn manche als den "Ersten Grünen". Neben seinen bekannten Schnulzen und Zeitungsartikeln schrieb er wunderbare Tier- und Jagdgeschichten, interessante Romane, war als Biologe tätig und - was kaum jemand weiß - zeichnete und malte. Das Copyright auf seine Werke abgelaufen ist, findet man einiges daraus auf der Website Projekt Gutenberg-DE, die vom Magazin "Der Spiegel" betrieben wird.

  

Verkoppelung
Es geht ein Mann durch das bunte Land;
Die Meßkette hält er in der Hand.

Sieht vor sich hin und sieht sich um;
Hier ist ja alles schief und krumm.«

Er mißt wohl hin und mißt wohl her;
»Hier geht ja alles kreuz und quer!«

Er blickt zum Bach im Tale hin;
»Das Buschwerk dort hat keinen Sinn!«

Zum Teiche zeigt er mit der Hand;
»Das gibt ein Stück Kartoffelland!«

Der Weg macht seinen Augen Pein;
»Der muß fortan schnurgerade sein!«

Die Hecke dünket ihm ein Graus;
»Die roden wir natürlich aus!«

Der Wildbirnbaum ist ihm zu krumm;
»Den hauen wir als ersten um!«

Die Pappel scheint ihm ohne Zweck;
»Die muß da selbstverständlich weg!«

Und also wird mit vieler Kunst

Die Feldmark regelrecht verhunzt.

                                             Hermann Löns

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13. Dezember 2008 6 13 /12 /Dezember /2008 18:49

In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind bei uns Tiere aufgetaucht, die es früher hier nicht oder nicht mehr gab. Sie bereichern oft die Strecken von Jägern und Anglern und/oder erfreuen Naturbeobachter, sorgen aber teilweise auch für Ärger durch Schaden, den sie anrichten. Tatsächlich sind die neuen Bürger unserer Tierwelt in manchen Fällen ökologische Problemkinder.

 

Ein von den meisten freudig begrüßter Heimkehrer, der aber nicht nur Freunde hat: der Biber (Foto: Tom Smylie, U.S. Fish & Wildlife Service)

 

Der Biber macht Ärger

 Grundsätzlich ist es natürlich zu begrüßen, wenn verschwundene Tierarten in einen Lebensraum zurückkehren. Nicht immer geht es dabei aber ohne Ärger ab. Ein Beispiel dafür ist der Biber: Gerade im Bereich der Gewässer haben die Umweltschutzmaßnahmen der letzten Jahrzehnte erfreulicg gut gegriffen. Erheblich verbesserte  Wasserqualität und die Renaturierung von Ufern haben ihm Lebensräume zurückgegeben, so dass er sich weit stärker wieder ausgebreitet hat, als die Naturschützer zu hoffen gewagt hatten.

 Doch schon gibt es Ärger mit Meister Bockert, wie ihn die Fabel nennt: Nicht nur der Mensch, sondern auch Tiere verändern ihren Lebensraum. Und das gilt im hohen Maße auch für den Biber mit siner Bautätigkeit. Bauern beklagen Schäden an Ufergrundstücken durch die Höhlen, die sich der Biber gräbt und auch die ökologisch eher positive Wiedervernässung durch seinen Dammbau wird nicht immer auf Gegenliebe bei den Landwirten stoßen.

 

 Biberdamm in der Eifel: Die Vernässung des Bodens durch den angestiegenen Wasserspiegel verbessert sicherlich den Lebensraum, wird aber nicht unbedingt überall auf Gegenliebe stoßen (Bildquelle: Wikimedia)

 

 Daher schimpfe die Bauern auch schon seit Jahren und verlangen, dass der Biber wieder auf die Liste der jagdbaren Tiere gesetzt wird und ein Schusszeit bekommt. Manche Jäger würden das vielleicht begrüßen, die meisten werden jedoch ohne großes Bedauern auf diese Bereicherung der Jagdkarte verzichten können: Der Biber ist nämlich mit den heute als waidgerecht geltenden Methoden nur mühselig  zu bejagen: Ausrotten konnte man ihn früher nur deshalb, weil man seinen Lebensraum zerstörte und üble Tricks anwandte, die heute keiner mehr will; außerdem ist er heute kaum mehr zu verwerten, denn wer isst schon Bibefleisch?

 Tatsächlich geht das Gezerfe um den Biber schon seit Jahren; bisher ist die Welt durch ihn aber noch nicht untergegangen. Eine Entschädigung der Grunstückseigentümer wäre jedoch zu überlegen: Einesteils kann man sich zwar eigentlich nicht beschweren, wenn man durch Renaturierung einen Nutzen verliert, den man nur dadurch hatte, dass vorher ein unnatürlicher Zustand herrschte. Andererseits haben die Bauern aber die Nutzung solcher Grundstücke begonnen, als noch kein Biber in Sicht war, womöglich im Einzelfall sogar im Rahmen der Flurbereinigung im Tausch gegen uferferne Grundstücke erhalten. Auf jeden Fall aber können und müssen wir uns Umweltschutz und Erhalt von Ökosystemen leisten und gleichzeitig die Landwirtschaft erhalten, so dass man die Bauern ruhig entschädigen kann, zumal sie wichtige Verbündete im Kampf gegen die Zerstörung unserer Umwelt durch wirtschaftliche Interessen sind.

 

Das Wildschwein kam von alleine zurück

 Das Schwarzwild ist eine bei uns wirklich bodenständige Wildart. Es ist ein typischer Waldbewohner und daher in alten Zeiten praktisch überall in den weiten Wäldern zuhause gewesen, welche in unserem Land die natürliche Endstufe der Vegetation darstellen.

 

Auch das Wildschwein ist in viele seiner alten Lebensräume zurückgekehrt, worüber aber einige Leute nicht so ganz glücklich sind

 

 Mit der fortschreitenden Besiedelung wurden immer mehr Wälder gerodet und durch Übernutzung zerstört, so dass sein Lebensraum immer mehr beschnitten wurde. Weil es in der Landwirtschaft zu Schaden geht, wurde es in neuerer Zeit auch erbarmungslos verfolgt, so dass es vor einigen Jahrzehnten aus vielen Teilen Deutschlands komplett verschwunden war.

 Durch Verändrungen in der Landwirtschaft, vor allem durch den großflächigen Maisanbau, verbesserte sich seine Nahrungsgrundlage aber so stark, dass es sich viele seiner Lebensräume zurückerobert und sich dort auch stark vermehrt hat. Das anpassungsfähige Wildschwein ging aber noch weiter: Ursprünglich ein typischer Bewohner großer, zusammenhängender Wälder, treibt es sich heute sogar schon in Städten herum! Vielerorts ist es daher zu einer Plage geworden, nicht nur, weil es schwere Schäden, vor allem an Mais, Weizen und Grünland anrichtet, sondern auch, weil es ein Überträger der Schweinepest ist und damit Hausschweinhaltungen gefährdet.

 

Zwei Neubürger

Im Gegensatz zum Biber ist der Waschbär ganz neu bei uns eingebürgert worden. Er kam zunächst in europäische Pelzfarmen, brach von dort aus, wurde zum Teil auch ausgesetzt und begann sich zu verbreiten. Das erste Auftreten von Waschbären in Deutschland liegt schon Jahrzehnte zurück, heute ist er in weiten Teilen Deutschland zu finden. Über seine Populationsdichte herrscht geteilte Meinung: Während die einen ihn schon überall in Massen sehen, behaupten die anderen, das in den Medien bis zu zehnfach überhöhte Dichten genannt würden.

 

 Der Wascchbär wurde ganz neu bei uns eingebürgert (Bild: Darkone, Wikimedia, lizensiert nach CC-SA)

 

Neubürger im Tierreich, sogenannte Neozoen, sind eine potentielle Gefahr für ein Ökosystem, müssen aber nicht unbeding tatsächlich schädlich sein. Auch hierüber herrschen im Einzelfall unterschiedliche Ansichten. Auf jeden Fall aber ist der Waschbär ein findiger und anpasungsfähiger Geselle, der sich ohne größere Probleme auch neue Lebensräume erobern kann. Nicht nur in seiner Urheimat der USA, sonden auch bei uns ist er deswegen mehr und mehr auch im städtischen Bereich zu finden.

 

Obwohl er dem Waschbar sehr ähnlich sieht, ist er kein naher Verwandter von ihm: der Enok ode Marderhund

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Capreolus capreolus (Marek Szczepanek)aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Manfred Dohmen.)

 Der Enok oder Marderhund ist ein zweiter Neubürger, den man recht leicht mit dem Waschbär verwechseln kann: Anders als dieser gehört er, wie unser Fuchs, zu den Hunden, während der Waschbär bei den Kleinbären eingeordntet wird. Der Enok stammt ursprünglich aus Ostasien, kam durch Aussetzung in den Westen der Sowjetunion und hat sich von dort bis nach Deutschland verbreitet. Hier ist er in Mecklenburg-Vorpommern und Brendenburg recht verbreitet, kommt aber auch in den anderen Bundesländern vor.

 Dass er sich bei uns wohl fühlt, liegt auch daran, dass er hier keine natürlichen Feinde hat. Außerdem ist er, wie sein Verwandter, der Fuchs, de facto ein Allesfresser, auch wenn beide nach der zoologichen Systematik bei den Raubtieren eingeordenet sind. Anders als der Fuchs jagt der Enok aber nicht, sondern sammelt sein Nahrung eher in der Art des Dachses. In seinem Nahrungsspektrum sehen aber viele auch ein Gefahr, denn er frisst unter anderem auch Gelege und Junge höhlen- und bodenbrütender Vögel. Nach der Berner Konvention soll daher seien Ausbreitung streng kontrolliert werden.

 

Ersatz und Verdrängung von heimischen Tieren durch nahe ausländische Verwandte

 Teilweise besiedeln Neoozoen auch die Lebensräume von nahen einheimischen Verwandten, die daraus verdrängt wurden. Ein Beispiel hierfür ist der Nerz. Der europäische Nerz ist sehr selten geworden und lebt nur noch an wenigen Stellen. Ein Teil seiner Biotope wurde vom amerikanischen Nerz besiedelt. Das problematisch hieran ist, dass der amerikanische Nerz oder Mink robuster ist als sein europäischer Verwandter und nicht nur bereits von diesem verlassene Lebensräume besiedelt, sondern ihn auch daraus verdrängt.

 

 

Der amerikanische Nerz ist ein gefährlicher Konkurrent seines europäischen Verwandten, da er ihn aus seinem Lebensraum verdrängen kann. (Bild: U.S. NPS)

 

 Ebenfalls Konkurrenz aus der Neuen Welt hat unser Flusskrebs bekommen. Er leidet stark unter Gewässerverschmutzung, insbesondere unter Insektiziden. Nachdem sich die Gewässerqualität wieder verbessert

hatte, wurden die verlassenen Biotope teilweise mit amerikanischen Krebsen besiedelt. Dies geschah teilweise in Form von gezielten Besatz-Aktionen, zum Teil aber auch unkontrolliert: Amerikanische Flusskrebsarten werden von Aquarianern gehalten und manchmal  auch ausgesetzt. Gelangen sie in geeignete Gewässer, können sie freie Lebensräume besiedeln, aber auch gefährlich für einheimische Krebse werden, die hier noch oder wieder leben. Die amerikanischen Arten übertagen nämlich eine gefährliche Pilzkrankheit, die man als Krebspest bezeichnet.

 

Der Europäische Flusskrebs wird nicht nur durch Umweltschäden bedroht, sondern auch durch seine amerikanischen Verwandten (Bild: Parc Vosges Nord, lizensiert nach GNU FDL)

 

Neozoen sind nichts neues

Die Einwanderung von neuen Tierarten gibt es aber keineswegs erst seit dem Industriezeitalter mit seinen Umweltveränderungen und starkem internationalen Austausch von Menschen, Waren und DIenstleistungen. Abgesehen von radikalen Veränderungen durch den Wechsel von Eis und Warmzeiten und den dadurch verursachten Veränderungen in der Pflanzen und Tierwelt sind auch in geschichtlicher Zeit immer wieder neue Tierarten aufgrund von Umweltveränderungen und/oder dem Zutun des Menschen aufgetraucht.  Das Damwild, eine kleine Hirschart, wurde zum Beispiel als Zierwild für die Parks von Fürsten ins Land geholt, gelangte irgendwann auch in die freie Wildbahn und fühlt sich dort vielerorts sehr wohl ohne dabei besonders negativ aufzufallen; es wertet sogar viele Jagdreviere auf, denn für einen Jäger ist ein Damhirsch zwar kein Rothirsch, aber er rangiert allemal höher als ein Rehbock. Ähnliches gilt für das Sikawild, einen kleinen Verwndten des Rotwildes.

 

 Unsere Feldflur und auch unser Wald sind keine Natur- sondern Kulturlandschaften. Daher muss das Gleichgewicht in Ihnen auch vom Menschen durch Pflege gehalten werden.

 

 Ein anderes Beispiel ist das Kaninchen, welches im Mittelalter von Mönchen bei uns eingeführt wurde und geeignete Lebensräume fand: Weil es sich so sehr vermehrt, dass seine Fruchtbarkeit schon sprichwörtlich geworden ist, wurde das von so manchem als Jagdwild geschätzte Tier vielerorts zur Plage. Seuchenzüge dezimierten es dann vor Jahren, mittlerweile ist es wohl wieder auf dem Wege der Besserung.

 Der typische Lebensraum von Meister Lampe, dem Feldhasen, wurde bei uns erst vom Menschen geschaffen. Die kleinräumige bäuerliche Feldflur der vergangenen Jahrhunderte ist der Lebensraum, der seiner  eigentlichen Heimat, der Steppe, ähnlich genug ist, dass er dort große Besätze bilden konnte. Mit den Verändrungen in der Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte ist er jetzt jedoch leider arg in Bedrängnis geraten.

 Insgesamt regelt sich inder Natur einiges von selbst, jedoch nicht alles. In reinen Naturlandschaften, stellt sich meist auch nach Katastropenen wieder ein Gleichgewicht ein. Selbst (scheinbar) unberührte Naturreservate werden aber von der Zivilisation beeinflusst, da sie ihre Beziehungen zu Nachbarbiotopen beeinträchtig. In der Kulturlandschaft schließlich, die vom Menschen geschaffen wurde, muss der Mensch durch geeignete Maßnahmen das Gleichgwicht erhalten, will er nicht, dass wertvolle Lebensräume verloren gehen. Und dazu gehört auch, dass er Neozoen im Auge behält.

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12. Dezember 2008 5 12 /12 /Dezember /2008 19:57

Kaum ist das Gartenjahr herum, fängt es auch schon wieder an: Im Januar, eventuell aber auch schon Ende Dezember kann man bereits seine Peperoni säen, damit man bis zu den Eisheiligen kräftige Pflanzen für draußen hat. In der Zeit zwischen den Jahren hat man zudem meist die Muße, sich mit einer solchen gemütlichen Arbeit zu befassen.

 

 

Junge Paprikapflänzechen: Hier wird es schon höchste Zeit zum Vereinzeln...

 Empfindliche Pflanzen wie Paprika und Tomaten zieht man in der Regel im Haus vor und pflanzt sie nach den Eisheiligen nach draußen. Während Mariä Lichtmess das traditionelle Datum für die Tomaten ist, kann man seine Peperonisamen ruhig schon einen guten Monat vorher in die Erde bringen.

 Die meisten Gartenmärkte dürften jetzt auch die Samen vorrätig haben. Die Sorte "De Cayenne" liefert die sattsam bekannten, langen, grünen Früchte, die rot abreifen. Wie es aussieht ist die Sorte auch gut für unser Klima angepasst, denn bei mir werden diese Peperoni eigentlich immer etwas.

 Ich säe meine "scharfen Paprika", wie man die Peperoni bei uns auch nennt, am Nachmittag des Altjahrabends (Sylvester). Dazu setze ich mich gemütlich an meinen Scheibtisch, nachdem ich die Pikierschale mit der Anzuchterde im Gewächshaus vorbereitet habe. Gegebenenfalls muss man den Sack ein paar Tage vorher ins Haus holen, damit er nicht mehr gefroren ist. Sonst muss man eben die erforderliche Menge abschlagen und in der Pikierschale an einem warmen Ort auftauen lassen.

 Manche Leute keimen die Peperonisamen auf feuchten Paiertaschen- oder Küchentüchern vor. Ich persönlich säe sie direkt in die Anzuchterde, und zwar mit ein, zwei Zentimeter Abstand, wobei ich darauf achte, das sie nicht zu kalt ist. Ob die kalte Erde den Samen schadet, weiß ich zwar nicht, aber sicher ist sicher.

 Dann kommt die Schale in ein Minigewächshus unter das große Dachfenster über meinem Schreibtisch, damit die Pflänzchen von Anfang an genug Licht bekommen. Natürlich muss man die Erde schön feucht halten, was gerade bei den Minigewächshäusern gut geht, da man etwas Wasser im Unterteil stehen lassen kann. Auch das Kondenswasser sammelt sich hier und spart einem so einen Teil der Gießarbeit. Ich habe übrigens stabile Plastik-Pikierschalen mit Löchern im Boden, von denen immer zwei ganz genau in eines meiner Minigewächshäuser passen, die ebenfalls aus einigermaßen stabilem Plastik und nicht nur aus dicker Folie bestehen, eine durchaus lohnende Anschaffung.

 Wenn man die Pflänzchen sehr eng gesät hat, sollte man sie vereinzeln, wenn sie ihre ersten "richtigen" Blätter (außer den Keimblättern) gebildet haben. Hat man etwas größere Abstände gelassen, kann man sie auch lassen, bis man sie in einzelne Gefäße umsetzt. Einige Tage vor dem Umpflanzen in die EInzelgefäße sollte man die Haube des Minigewächshauses wegnehmen, damit zum Schock des Umpflanzens nicht auch noch ein Kälteschock kommt. Man kann die Pflänzchen in Jiffy-Töpfchen setzen (teuer!), welche man dann später in größere Töpfe einsetzt. Ich persölich verwende Yoghurtbecher, bei denen ich ein Loch in den Boden gemacht habe, damit ich weiterhin indirekt gießen kann, denn ich stelle die Yoghurtbecher wiederum in Unterteile von meinen Minigewächshäusern. Beim ersten Umsetzen kann es noch sehr kalt sein, daher sollte man das dann auch im Haus machen. Bringt man Pflanzen bei kaltem Wetter nach draußen, können sie in kürzester Zeit bereits Schäden davon tragen!

  

Peperonipflanzen in Jiffy-Töpfen: Die Dinger sind teuer, daher bin ich mitterlweile auf Yoghurtbecher umgestiegen.

 

Meist kann ich die Pflanzen dann bis zum Aussetzen in den Yoghurtbechern lassen, wobei ich sie zunächst mit relaiv wenig Erde sehr tief unten in die Becher setze. Nach und nach gebe ich dann weitere Erde hinzu. Auf diese Weise habe ich am Schluß eine Pflanze mit einem Wurzelballen, der den ganzen Yoghurtbecher ausfüllt. Wachsen einige oder gar viele Pflanzen sehr stark, setze ich sie ein weiteres Mal um und zwar in die kleinen Plastiktöpfe, in denen im Frühjahr Stiefmütterchen und dergleichen zum Auspflanzen in den Garten verkauft werden.

 Muss ich viele Pflanzen noch einmal umtopfen, können die Fensterplätze im Haus rar werden, zumal in der Zwischenzeit ja auch noch die Tomaten dazu gekommen sind. Wird es gar knapp, müssen eben einige der Pflanzen dann eben schon gegen Ende April ins Gewächshaus umziehen. Mit den im Haus verbleibenden habe ich ja eine Reserve, falls draußen im Gewächshaus doch etwas schief gehen sollte.

 Wenn die Zeit zum Auspflanzen gekommen ist, stelle ich die Pflanzen auf jeden Fall noch einige Tage ins (kalte) Gewächshaus, damit der Übergang ins Freiland nicht so abrupt wird, bzw. lasse ich die Kästen nach dem Bepfanzen noch ein paar Tage im Gewächshaus. Ich pflanze meine Peperoni nämlich mittlerweile nur noch in Kästen, die ich erhöht stelle. Auf dem Boden wurden meine Pflanzen nämlich bisher immer zu hoffnungslosen Opfern der Spanischen Wegschnecke.

 Duch die frühe Saat habe ich jedes Jahr schon recht früh im Sommer meine eigenen Peperoni. In aller Regel habe ich zur Zeit des Auspflanzens einen erheblichen Teil bereits blühender Pflanzen, dieses Jahr gab es dabei sogar schon den einen oder anderen Fruchtansatz.

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Published by Fokko - in Garten
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12. Dezember 2008 5 12 /12 /Dezember /2008 10:43

 Bekanntlich wird ja immer alles schlechter; zumindest hört man das dauernd - und zwar nicht erst heutzutage in den Zeiten von Globalisierung, Arbeitslosigkeit und Prekariat. Jammern und Schimpfen scheinen Lieblingsbeschäftigungen des Homo Sapiens zu sein - und die Jäger bilden da keine Ausnahme. Unter anderem hört man in Waidmannskreisen oft die Klage darüber, dass es keine Rehe mehr gäbe. Was ist da dran und wo sind die Rehe geblieben?

 

Capreolus Capreolus, zu Deutsch: Das Reh. Ist es womöglich eine bedrohte Art?

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Capreolus capreolus (Marek Szczepanek)aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Marek Szczepanek.)

 Der Waldumbau, die Wiebke-, und die Lotharflächen sind der Grund, warum man in letzter Zeit keine Rehe mehr sieht. Früher – und dort, wo noch konventioneller Waldbau betrieben wird, ist das auch heute noch der Fall – sah man an Sommerabenden in der Regel jede Menge Rehe auf Wiesen und Äckern am Waldrand. Wenn man damals zur Jagd eingeladen wurde und z.B. einen Rehbock schießen durfte, hieß es typischerweise: „Hock dich auf die Eichenkanzel, da kommt so um halb acht ein braver Sechser, den darfst Du schießen.“ Und meist kam dieser Bock dann tatsächlich, zusammen mit anderen Rehen, so dass man in aller Regel verhältnismäßig schnell zu seinem Waidmannsheil kam.

 

Gibt es tatsächlich keine Rehe mehr?

 Wo es Wiebke- und Lotharflächen gibt bzw. da, wo der Waldumbau bereits im vollen Gange ist, hat sich das jedoch mittlerweile geändert. Heute kann der wackere Waidgeselle auf der Eichenkanzel sitzen, wo bereits sein Vater und sein Großvater ihren Halb-Acht-Uhr-Bock geschossen haben und so lange warten, bis ihm der Jägerbart durch die Sprossen der Leiter bis auf den Boden und wieder herauf gewachsen ist. Weder der Bock noch ein sonstiges Reh lassen sich blicken.

 Eingedenk seines Wissens um die scharfe Bejagung des Rehwildes im Staatsforst und im Großprivatwald hat der wackere Nimrod des Rätsels vermeintliche Lösung auch bald gefunden: „S´gibt koine Reah me, d'Förschter händ älle verschossa!“ klagt er dann am Stammtisch und seine Waidgenossen nicken traurig dazu mit ihren Köpfen. 

 Auch viele nicht jagende Naturliebhaber ziehen den selben Schluss, da sie beim Abendspaziergang nicht mehr, wie das früher der Fall war, haufenweise Rehwild am Waldrand sehen. Scheinbar untermauert wird diese These dann auch noch durch die Tatsache, dass im Staatsforst und im Großprivatwald haufenweise Rehe zur Strecke kommen.

 

Warum schießen die Förster so viele Rehe?

 Doch hier liegt auch schon der Denkfehler: Die großen Rehwildstrecken beim Forst werden Jahr für Jahr aufs Neue erzielt. Wo man aber immer wieder viel entnehmen kann, ohne dass es weniger wird, muss logischerweise auch viel da sein, so dass die Entnahme nicht an das Kapital geht, sondern lediglich die Zinsen abschöpft – in diesem Falle also den natürlichen Zuwachs des Wildbestandes.

  

Herr und Frau Reh: Das Reh ist nicht, wie tatsächlich viele auch heute noch denken, die kleine Frau vom großen Hirsch, sondern ein kleinerer Verwandter. Das männliche Reh heißt Bock und das weibliche in Süddeutschland Geiß und in Norddeutschland Ricke 

Dieses Bild basiert auf dem Bild capreolus capreolus 2 Jojo.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Jojo, Nickshanks.

 

 Es muss also nach wie vor allerhand Rehe geben, aber warum sieht man sie nicht? Auch das ist relativ einfach zu erklären: In konventionell bewirtschafteten Wäldern mit Fichtenmonokulturen und Altersklassenwald gibt es für das Rehwild kaum Nahrung. Die sogenannten Dickungen, das sind diejenigen Anpflanzungen, bei denen die Bäume so groß geworden sind, dass sich ihre Äste berühren, bieten den Rehen zwar gute Einstände, also Verstecke, aber praktisch keine Äsung. Aus solchen Wäldern, muss das Rehwild abends auf die Wiesen hinaus ziehen um zu äsen, also Nahrung aufzunehmen. 
 Die Rehe schieben so den ganzen Tag lang Kohldampf und wenn es abends draußen ruhiger wird, müssen sie hinaus, entweder in die jungen Kulturen, in denen noch Gras und Kräuter zwischen den kleinen Bäumen wachsen oder auf die Wiesen. Das geschieht mit einer solchen Regelmäßigkeit, dass man sich lediglich zu der ausbaldowerten Zeit an den entsprechenden Stellen ansetzen muss, um mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Schuss zu kommen. 
  
Unnatürlicher Lebensrythmus
 Rehe, die gezwungen sind, so zu leben, sind nun nicht nur relativ leicht zu erlegen, sondern können auch ihren natürlichen Lebensrhythmus nicht einhalten. Das Reh ist nämlich, wie z.B. Rind und Schaf auch, ein Wiederkäuer. Normalerweise äst es sich seinen Pansen voll, stellt sich dann in einer guten Deckung ein und käut erst einmal wieder. Wenn der Panseninhalt dann verarbeitet ist, beginnt es wiederum mit dem Äsen und so weiter. Muss das Reh nun aber den ganzen Tag in der Fichtendickung ausharren, wo es keine Äsung gibt, kann es diesem natürliche Rhythmus nicht folgen. Dass dies nicht besonders gesund ist, kann man sich leicht denken. 
 Im Winter schließlich findet das Rehwild auch auf der Wiese und in den jungen Kulturen nichts gescheites und muss vom Menschen gefüttert werden. Möglicherweise wäre das Reh in der Zeit des konventionellen Waldbaus sogar ausgestorben, wenn Förster und Jäger seinen Bestand nicht durch die künstliche Winterfütterung und andere Hilfestellungen gesichert hätten. 
  
Bessere Bedingungen für das Rehwild

 Ganz anders aber ist das in naturnahen Mischwäldern und auf Wiebke- und Lotharflächen. Der dichte Unterwuchs aus allen möglichen Gehölzen mit seiner Krautschicht ist das arttypische Biotop des Rehwildes. Hier findet es nicht nur jede Menge Knospen, junge Triebe und saftige Kräutlein als abwechslungsreiche und nahrhafte Äsung, sondern auch die erforderliche Deckung. Daher wird es ihm auch nicht im Traum einfallen, dieses Paradies zu verlassen und sich in irgendwelche Gefahr zu begeben.

 

Wo der Wald auf diese Art und Weise nachwächst, findet das Rehwild sowohl Deckung als auch Nahrung . Warum sollte es da auf die Wiese hinaus gehen und sich erschießen lassen?

 

 Die Folge: Obwohl es genug Rehe gibt, wird der Jäger auf der Eichenkanzel am Waldrand den ganzen schönen Sommerabend lang vergeblich auf den Halb-Acht-Uhr-Bock warten und auch der Förster, der im Wald jagt, muss sich ein bisschen mehr als früher einfallen lassen, um weiterhin Jagdbeute zu machen. Und natürlich sieht man auch als Spaziergänger abends kaum noch Rehe auf den Feldern, da diese es sich im Unterholz oder in einer Wiebkefläche schmecken lassen – ganz in der Nähe zwar, aber doch für Jäger und Spaziergänger unsichtbar. 
  
Wann und wo kann man noch Rehe sehen?
 Es ist nun aber auch nicht so, dass das Rehwild überhaupt nicht mehr aus dem Wald heraus käme. Selbst in einem naturnahen Mischwald wird im Winter die Nahrung mit der Zeit knapp. Andererseits aber bieten die in den letzten Jahren aufgekommenen Rapsfelder eine für das Rehwild interessante Äsung. Raps wird bereits im Sommer gesät; die Pflanzen haben bis zum Eintritt von Schneelage bereits eine ganz ordentliche Größe erreicht. 
 Da bei uns das richtige Winterwetter aber oft recht spät eintritt und die Nahrung im Wald auch so schnell nicht knapp wird, kann es bis weit in den Dezember dauern, bis man die Rehe am Raps sieht. Da aber nach altem Waidmannsdogma der Rehwildabschuss bis Ende November, allerspätestens aber bis Weihnachten erledigt sein muss, geht der traditionelle Waidmann Ende Dezember und im Januar auch nicht mehr zum Ansitz. Daher kann er natürlich die Rehe nicht sehen, die dann auf den Rapsäckern stehen. Also jammert er weiter: „'s gibt koine Reah meh, d'Förschter hend älle verschossa!“ 
  
Was der Förster heute macht...
 Dieser Ansicht leistet nun aber leider auch die Einstellung mancher moderner Förster Vorschub. Sie hängen der Devise „Wald vor Wild“ an und klopfen Sprüche wie „Wenn i Reah sieh, muss i kotza“ oder „nur ein totes Reh ist ein gutes Reh“. Es sind aber lange nicht alle zeitgenössischen Förster von der Gilde, die das Reh als den „kleinen, roten Waldfresser“ bezeichnet und gnadenlos verfolgt. Auch mancher junge Förster hat ein Herz für sein Wild, was ja andererseits auch wiederum keineswegs ausschließt, dass er Freude an den guten Rehwildstrecken hat, die er in einem modern bewirtschafteten Wald machen darf und muss. 

 Mit den Änderungen im Waldbau hat sich auch die jagdliche Arbeit des Försters geändert. Den weißbärtigen Herrn Oberförster mit dem gütigen Gesicht, dem herzige Kindlein Eicheln und Kastanien für die lieben Rehlein bringen und der die Fütterungen im verschneiten Winterwald beschickt, gibt es nicht mehr. Der moderne Forstmann steht wintertags mit der Drückjagdbüchse in der Hand zusammen mit seinem Jagdgästen im Wald und schießt auf die Rehe und Wildsauen, die erfahrene Treiber mit guten Hunden aus dem Unterholz drücken.

 

Große Strecken kann es dauerhaft nur geben, wenn der Bestand hoch ist. Die vielen Rehe, die im Forst jedes Jahr geschossen werden, sind also nicht der Grund dafür, dass man keine mehr sieht, sondern beweisen, dass es viele gibt.

 

 Was dann auf der Strecke liegt, zeigt in aller Regel, was ein bereits wesentlich verbessertes Biotop zu leisten im Stande ist: Nicht nur, dass das Waidmannsheil der Jagdgesellschaft zahlenmäßig meist respektabel ist, man sieht auch an der Stärke der einzelnen Stücke, dass es den Rehen nicht schlecht geht. Die guten Wildbretgewichte sind die Folge der reichlich vorhandenen Äsung, aber auch der konsequenten Bejagung. Die sorgt nämlich dafür, dass die Anzahl der Rehe nicht übermäßig anwächst und so immer genug Äsung für alle da ist; gleichzeitig wird aber auch die Ausbreitung von Krankheiten erschwert und der Stress vermieden, der bei einer zu hohen Dichte auftreten würde. 

 Es ist aber andererseits auch so gut wie unmöglich, in gut strukturieren Wäldern mit reichlich Unterholz alle Rehe zu erwischen. So bleiben selbst bei scharfer Bejagung immer genug Rehe übrig um den Bestand der Population auch weiterhin sicherzustellen. Was wiederum bedeutet, dass recht kontinuierlich jedes Jahr allerhand Rehe geschossen werden können und müssen, die dann natürlich auf dem Tisch des Verbrauchers landen und so auch noch den Speisezettel um ein hochwertiges Nahrungsmittel bereichern.

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