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Wirtschaft und Geld

Monday, 11. february 2013 1 11 /02 /Feb. /2013 07:54

Wie man heute bei Spiegel Online lesen kann, fordern 100 Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Das ist lange überfällig, denn die hohen Arbeitslosenzahlen beruhen nicht zuletzt darauf, dass wir in den letzten Jahrzehnten sehr viel produktiver geworden sind. Anstatt nun die Arbeitszeiten entsprechende zu verkürzen, hat man einfach die Zahl der Stellen gesenkt.

  Das kommt auf den ersten Blick billiger, denn wenn man beispielsweise sechs Leute jeweils acht Stunden pro Tag arbeiten lässt anstatt acht Leute je sechs Stunden, braucht man nur sechs Arbeitsplätze einzurichten. Das spielt bei den heute oft teuren Maschinen - wie etwa CNC-Bearbeitungszentren - natürlich eine große Rolle.

Ein richtiger Schritt... 

  Allerdings könnten mit einer sechsstündigen täglichen Arbeitszeit die Investitionen in die Arbeitsplätze noch besser ausgenutzt werden: Dann wäre es nämlich ohne Weiteres möglich, in zwei Schichten, also zwölf Stunden täglich zu arbeiten, ohne dass in der Frühschicht der Arbeitsbeginn übermäßig früh und in der Spätschicht der Feierabend übermäßig spät wäre. Die bessere Ausnutzung der Betriebsmittel an den Arbeitsplätzen und die höhere Leistung der Arbeiter in den kürzeren Schichten würde für ein besseres Verhältnis des Gewinns zu den Investitionen sorgen, aus dem dann der Lohnausgleich finanziert werden könnte.

... aber eben nur ein Schritt

  Das Ganze hat nun jedoch einen Haken: Damit es funktioniert, muss genügend Geld im Umlauf sein, damit die höhere Produktivität auch verkauft und aus dem Erlös die höheren Ausgaben für die Löhne bestritten werden können. Genau daran hapert es jedoch, was eine Folge der Geldschöpfung aus Schulden ist, die in unserem System stattfindet. Bei näherem Hinsehen ist es nämlich die daraus folgende ständig wachsende Verschuldung und die daraus wiederum resultierende Zinsbelastung, welche die Arbeitgeber zwingt, an den Löhnen zu sparen und so zu stagnierenden und sogar sinkenden Reallöhnen führt. Genau dieser Umstand ist auch schuld daran, dass die aus der Erhöhung der Produktivität infolge technischer Weiterentwicklung resultierende Entwicklung zu immer kürzeren Arbeitszeiten stagnierte bzw. sich sogar umkehrte.

  Entscheidend ist, dass erst einmal das Geldsystem in Ordnung gebracht wird. Dazu ist allermindestens eine Währungsreform mit radikalem Haircut nötig, besser noch wäre eine Umstellung auf tatsächlich wieder vom Staat geschöpftes Geld und noch besser ein Geld mit Umlaufsicherung. Dann wäre es auch wieder möglich - was auch sinnvoll ist - mehr für den eigenen Markt als für den Export zu produzieren. Mit dem heute erreichten Grad der Automatisierung und der daraus folgenden hohen Produktivität könnten wir dann nämlich auch wieder die eher niedrigpreisigen Komsumgüter im eigenen Land herstellen, die wir heute aus Billiglohnländern beziehen.

  Gleichzeitig muss die Entwicklung zur Nutzung regenerativer Energiequellen im eigenen Land forciert werden. Nicht weil die die Klimaerwärmung, die - so es denn eine gibt - nicht von Menschen gemacht ist, verhindern würde. Sondern weil wir damit von importierter Energie unabhängig werden und gleichzeitig für eine kleinräumigere flexiblere Wirtschaft sorgen, also der Pest der Globalisierung entgegenwirken. Regenerative Energiequellen können überall sowie auch dezentral in jeweils passenden Maßstab genutzt werden,  so dass Energie nahe bei den Energieverbrauchern gewonnen werden kann. Das bedeutet gleichzeitig überschaubare Technik, die Geschäft für die Mittelständler in den Regionen und wohnortsnahe Arbeitsplätze schafft.

  Daduch wiederum entsteht bzw. verbleibt Kaufkraft in der Region, was weiteren regionalen Unternehmen zu Gute kommt. Natürlich bleiben dabei die Großkonzerne, vom Energiemulti bis zum Lebensmitteldiscounter im Regen stehen. Da gehören sie aber auch hin, denn nach der Finanzindustrie sind sie ebenfalls eine Ursachen unserer Misere. Um die dort verloren gehenden Arbeitsplätze braucht man sich nicht zu sorgen, denn die enstehen in den Regionen neu - und in besserer Form, weil wohnortnah in überschaubaren Unternehmen.              

Ein Tabu, selbst für Linke

  Selbst Linke wie Sarah Wagenknecht trauen sich nicht zu sagen, was tatsächlich Sache ist und unser aus Schulden geschöpftes Geld als tatsächlichen Grund dafür zu nennen, dass sich die wirtschaftliche Situation von Unternehmen und Bürgern bereits seit Jahren nicht mehr so entwickelt, wie es dem technischen Fortschritt entsprechen würde. Daher ist auch die Forderung nach einer 30-Stundenwoche bestenfalls eine halbe Sache. Mit dem Verweis auf das knappe Geld kann die Gegenseite diese Forderung nämlich jederzeit der (scheinbaren) Lächerlichkeit preisgeben, solange der breiten Masse nicht klar ist, woher diese Geldknappheit eigentlich stammt und dass zu allererst das Übel der durch das Zinseszinsystem automatisch stetig wachsenden Verschuldung besitigt werden muss, damit wieder alle in den Genuss der Früchte ihrer Arbeit kommen können. 

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Friday, 14. december 2012 5 14 /12 /Dez. /2012 10:50

Unter der Wende verstehen wir ja seit 1989 und bis heute den Zusammenbruch des Ostblocks im Allgemeinen und das Ende der DDR. Zuvor hatte dieses Wort "Wende" jedoch eine andere Bedeutung: Die CDU/CSU bezeichnete damit ihre Machtübernahme im Herbst 1982, als die FDP ihren Koalitionspartner wechselte und zusammen mit der CDU/CSU den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt absägte und statt seiner Helmut Kohl auf den Sessel des obersten Befehlsempfängers der USA in Deutschland hievte den, wir als Birne noch heute in unangenehmer Erinnerung haben. Damit wurde eine Entwicklung eingeleitet, deren Ergebnisse wir heute sehen.

Zille_Trockenwohner_blog.jpg
Es gibt heute wieder mehr und mehr Leute, denen es nicht mehr viel besser geht als Friedrich Zilles "Trockenwohnern"

     1998 gab es nach 16 Jahren Verkohlung durch Birne und Konsorten dann große Hoffnung, die jedoch bitter enttäuscht wurde. Die rot-grüne Koalition mit Alf-Gerhard Schröder als Bundeskasper, machte genau so weiter wie die CDU/CSU-FDP-Junta. Über das, was wir jetzt da in Berlin sitzen haben, unseren sprechenden Bundes-Hosenanzug mit alternativloser Jasage- und Abnickfunktion, wollen wir erst gar nicht reden.

     Tatsache ist, dass es jetzt im Herbst 30 Jahre waren, dass bei uns die soziale Marktwirtschaft beendet und durch den Turbokapitalismus aka Neoliberalismus ersetzt wurde. Zeit also, sich einmal ein paar Gedanken zu machen, was sich seither getan hat. Gerade fand ich auf Stern Online einen Artikel darüber, dass die Mittelschicht immer mehr schwindet, immer mehr Menschen in die Armut abrutschen, die Bevölkerung also verelendet.

   Lebensstandard ist - abgesehen davon, dass die Arbeiter ihre Teilhabe natürlich auch einfordern müssen - die Folge von Produktivität. Das lässt sich leicht nachvollziehen: Weil es zu Kaisers Zeiten noch keine so leistungsfähigen Maschinen und Produktionsverfahren gab, konnte der Lebensstandard der Arbeiter auch nicht so hoch sein wie heute, obwohl sie sich durch Gewerkschaftsarbeit und Streiks bereits einiges erkämpft hatten. Über den Zeitraum bis in die 80er Jahre betrachtet, kann man beobachten, dass mit der Produktivität auch der Lebensstandard stieg.

  Tatsächlich hätte mit der steigenden Produktivität - die man nicht zuletzt auch daran ablesen kann, dass wir praktisch immer Wirtschaftswachstum haben - auch der Lebensstandard weiter steigen müssen. Aber das tat er nicht. Im Gegenteil: Wir sollen immer mehr arbeiten und mit immer weniger Lohn zufrieden sein. Der gewaltige Zuwachs an Produktivität seit den 70er, 80er Jahren nutzt allen möglichen Leuten, nur nicht denen, die sie ermöglichen.

  Selbst wenn man das System, dass dahinter steckt, nicht kennt und nicht versteht, sollte einem auffallen, dass bei der ganzen Sache etwas faul sein muss. Politiker und Arbeitgeber erzählen alles mögliche komplizierte Zeug über Globalisierung, Standortbedingungen und weiß der Herr was noch alles. Vergesst es! Der ganze Schmus dient lediglich dazu, uns Sand in die Augen zu streuen und von der einfachen Tatsache abzulenken, dass jemand, der arbeitet, auch etwas dafür bekommen muss und auch mehr bekommen muss, wenn er ständig mehr und besser arbeitet. Und dass wir das tun sieht man ja schließlich an unserem Wirtschaftswachstum und all den Aufschwüngen, die nur komischerweise nie bei den Leuten ankommen, die sie erarbeiten.

  Der Grund für Sozialabbau und Lohndumping ist natürlich Geldmangel. Um zu verstehen, wo der herkommt, muss man verstehen, was Geld ist, wie es funktioniert bzw. funktionieren sollte und wie es benutzt wird, um einige Leute immer reicher und die meisten immer ärmer zu machen. Da man das herrschende Finanzsystem aber nicht von heute auf morgen abschaffen und durch ein vernüftigeres ersetzen kann, sollte man sich auch Gedanken machen, wie man als Einzelner für sich selbst die Abzocke an möglichst vielen Stellen umgehen und so seinen eigenen Lebensstandard und seine eigene Lebensqualität auf der Stelle und nachhaltig verbessern kann. Das bekommt man hin, wenn man anfängt selbst zu denken und sich zu trauen, auch einmal etwas selbst und eigenverantwortlich für sich selbst und die Seinen zu machen. Kurz, indem man beginnt, den Selbstversorgergedanken zu denken und zu leben.                                   

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Wednesday, 22. august 2012 3 22 /08 /Aug. /2012 13:25

In den Medien kommt derzeit ja allerhand über die Facebook-Aktien und darüber, dass die Leute, die dieses Papierchen gekauft haben, zumindest vorerst einmal mit Zitronen gehandelt haben. Man braucht sich jedoch nicht darüber zu wundern, dass hier eine Menge Leute auf die Nase gefallen sind, denn solche Börsengänge haben in der Regel vor allem einen Zweck, nämlich den, Dummen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

     Wer in Deutschland diese Aktie gekauft hat, der darf sich am allerwenigsten beklagen. Genau das gleiche ist nämlich bereits seinerzeit mit der T-Aktie passiert: Erst wurde sie über den grünen Klee gelobt und als tolle Geldanlage angepriesen, dann ging sie in den Keller und ein Großteil der investierten Kohle war futsch. Man konnte sich im Grunde also denken, dass so etwas auch mit der Facebook-Aktie passieren würde.

  Ganz abgesehen davon, dass Aktien von Firmen, die im wesentlichen nur aus einer Erfindung oder einem Geschäftsmodell bestehen wie Facebook - bei der Telekom stecken ja wenigsten noch allerhand reale Werten dahinter - hochriskant sind, bestätigt das Facebook-Fiasko nur ein weiteres Mal einige zwar zynisch klingende, aber nichtsdestotrotz zutreffende und beherzigenswerte Regeln:

  • * Wenn Dir jemand etwas als super und toll anpreist, ist es in der Regel auch super und toll, wenn Du darauf eingehst - aber nicht für Dich, sondern für den, der Dir die Sache anbietet.
  • * Was den "Kleinen Leuten" angeboten wird, taugt in aller Regel nichts, sondern ist lediglich Abzocke.
  • * Wenn etwas "von allen so gemacht wird" ist das in der Regel genau das Falsche.       

  Bei uns im Schwäbischen gibt es eine Redensart, welche diese Regeln recht gut zusammenfasst: "Mit den Dummen treibt man die Welt um". Dazu passt auch die bekannte 90/10er Regel: 90% der Leute blicken nicht durch und lassen sich zum Vorteil der restlichen 10% ausbeuten.

  Wenn man nicht zu den 90% Idioten gehören will, hat man zwei Möglichkeiten: Man kann statt sich abzocken zu lassen, selbst abzocken oder man geht ganz einfach seinen eigenen Weg, lernt selbst zu denken und zockt weder ab noch lässt man sich abzocken.

  Mir ist der zweite Weg lieber: Zum einen habe ich dabei das bessere Gewissen, zum anderen sind viele, die meinen zu den Abzockern zu gehören, letztendlich, zwar auf einem minimal höhren Niveau, aber eben doch auch wieder nur Abgezockte.

Update 24.08.12: Wie ich aus dem Komentar von steph.schie erfahren habe, sind speziell bei dieser Geschichte wohl kaum Kleinanleger betroffen. Aber auch wenn in diesem speziellen Fall nicht die breite Masse gemolken wurde, ändert das nichts an den im Artikel angesprochenen Zusammenhängen.            

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Saturday, 23. june 2012 6 23 /06 /Juni /2012 09:16

Derzeit ist mal wieder verstärkt die Rede von einer bevorstehenden Währungsreform und einem damit verbundenen Haircut für die Sparer. Anders als noch vor einiger Zeit, als von Währungsreform und DM 2.0 nur in den alternativen Medien die Rede war, wird das Thema jetzt offenbar auch in den Mainstream-Medien so langsam diskutabel.

Wilhelm Busch Trinklied Kohle weg durch Zocken oder Haircut

Nicht nur durch Zocken, auch durch Sparen kann man seine ganze Kohle loswerden...

 

    Eine Währungsreform macht nur Sinn, wenn sie mit einem Haircut verbunden ist: Nur in diesem Falle würden mit den Guthaben (=Forderungen) auch die Schulden verschwinden, welche sie für diejenigen darstellen, bei denen die Geldbesitzer dieser Guthaben stehen haben. Und das wäre ja auch der Zweck der Übung, denn so kann das Geld wieder frei zirkulieren und wird nicht mehr ständig durch Schuldendienste aus dem Umlauf gezogen, so dass immer mehr und mehr Schulden aufgenommen werden müssen, um es zu ersetzen wie das derzeit der Fall ist.

  Natürlich wird auch mit einer neuen Währung auf die Dauer wieder das Gleiche passieren, wie mit der alten: Das Geld wird sich durch den Zinseszinseffekt erneut an bestimmten Stellen sammeln und im Umlauf knapp werden, denn auch nach einer Währenungsreform wird aller Voraussicht nach das alte System der Geldschöpfung durch Kredite und des Verleihs gegen Zins beibehalten werden.

  Das steht aber auf einem anderen Blatt. Zunächst wird nach einem Haircut wohl die Wirtschaft ersteinmal boomen wie nach dem Krieg, da das Geld wieder ungehindert fließt und Wertschöpfung ermöglicht.

Wen trifft der Haircut?

  Ein Haircut durch Währungsreform trifft im Prinzip alle, die Forderungen, also Guthaben besitzen, die auf Geldwert, in diesem Falle also auf Euro lauten. Inwiefern ganz kleine Sparguthaben und dergleichen geschont werden und vor allem auch, inwiefern es Finanzunternehmen gelingt, die Bedingungen vom Staat so gestalten zu lassen, dass es für sie möglichst günstig aussieht, kann man im Vorhinein nicht sagen.

  Man kann aber wohl getrost davon  ausgehen, dass die großen Geldbesitzer, welche auch erheblichen Einfluss auf die Finanzpolitik der Staaten haben, ihre Vermögen rechtzeitig in Sachwerte umgeschichtet haben und glimpflich davon kommen. Möglicherweise besteht ja auch ein Grund dafür, die schon längst fällige Währungsreform immer noch hinauszuzögern, auch darin, dass man den großen Geldbesitzern Zeit verschaffen will, dies zu tun. Vorteile dürfte im Prinzip jeder haben, der Sachwerte - z.B. Immobilien - besitzt, der Depp ist derjenige, der Geldwerte hat: Bargeld, Sparguthaben, KLVen etc.

  Am härtesten wird es die Kleinanleger treffen, die Sparer, die Geld in Sparguthaben, Lebensversicherungen, offenen Immobilien- und Aktienfonds usw. stecken haben. Inwieweit kleine Immobilienbesitzer - also Eigenheim- und Eigentumswohnungsbesitzer - und viellicht auch Kleinaktionäre und ähnliche Anleger im Rahmen eines Lastenausgleiches geschröpft werden, (vorgeblich) um die Sparer ein wenig zu entschädigen, bleibt abzuwarten.

Wen trifft die Rasur zu Recht?           

  So hart es klingt: Es trifft mit den Sparern im Grunde die Richtigen, weil (Mit-)Schuldigen. Wer spart, entzieht der Wirtschaft umlaufendes Geld. Das fällt zunächst nicht auf, weil es durch Verleih wieder in den Umlauf gelangt. Anders als vom Eigentümer ausgegebenes Geld, bleibt es dort jedoch nicht, sondern muss zurückgezahlt werden - und zwar mit Zinsen.

  Dadurch fehlt es im Umlauf mit der Zeit immer stärker an Geld. Umlaufendes Geld ist aber erforderlich, damit die Wirtschaft läuft. Bei genauem Hinsehen führt also das Ansparen großer Summen - z.B. für die Altersversorgung - mit zum Rückgang der Wirtschaft mit all den Folgen, die wir sehen: Jobbabau, Firmenpleiten, Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer, Soziallabbau usw.

  Natürlich gibt es auch Leute, die wesentlich mehr Schuld an der Misere haben als die Sparer: Die Finanzunternehmen. Die haben aber erstens eine Lobby und Einfluss auf die Regierungen, so dass alles natürlich so gedeichselt wir, dass es ihnen möglichst wenig wehtut. Außerdem haben sie es schlauer angefangen und sind, wie gleich auch klar werden wird, eigentlich Rasierer und keine Rasierten.

Wer ist der lachende Dritte?

  Wie man sieht, sind die kleinen Leute, die geglaubt haben, dass man sich mit Kapitallebensversicherungen und dergleichen eine Altersversorgung aufbauen kann, jetzt die Dummen. Fein raus sind die Finanzunternehmen, die über Jahre das Geld dieser Leute eingesammelt und sich dafür Sachwerte gekauft haben. Sie besitzen jetzt diese Sachwerte und schulden den Anlegern lediglich Geldsummen- die nach einer Währungsrefomr nichts mehr wert sind und aus der Portokasse bezahlt werden können.

  Übrigens würden sich die Geschäfte von Lebensversicherern und Investmentfirmen auch ohne Währungsreform und Haircut rechnen: Es gibt ja ständig Inflation, so dass in Anlagen in Geldwert zwar nominal durch den Zins recht erklecklich wachsen, real jedoch wesentlich weniger oder gar nicht. Sprich: Finanzfirmen wie etwa Lebensversicherer sammeln von den Sparern heute gutes Geld ein, stecken es in wertbeständige Sachwerte (Immobilien, Firmenbeteiligungen usw.) und zahlen morgen schlechtes Geld zurück - das sie zu allem Überfluss in Form der Renditen aus den gekauften Sachwerten ohne Probleme schon längst bequem erwirtschaftet haben.

Gibt es noch Rettung?

  Was kann man also tun, wenn man Hab und Gut retten will? In Edelmetalle investieren, wie es Edelmetallhändler und -portale empfehlen?

  Sicherlich wird man, wenn man sein Geld jetzt in Gold und Silber anlegt, zumindest einen Teil des jetzigen Werts behalten. Zu bedenken ist dabei jedoch, dass Edelmetalle auch nach dem Kursrutscher vor einiger Zeit immer noch teuer sind und nach einem Haircut vermutlich stark fallen werden: Dann wollen nämlich die Gold- und Silberbesitzer ihre Bestände zu Bargeld machen, um in der wahrscheinlich dann anspringenden Wirtschaft investieren zu können. Außerdem sollte man bedenken, dass es offenbar immer noch Leute gibt, die Edelmetalle abstoßen, denn sonst gäbe es ja keine zu kaufen. Würden die ihr Gold und Silber nicht eher behalten, wenn es der Stein der Weisen wäre?

  Die wirklich Schlauen haben ihr Gold vermutlich schon lange gekauft, möglicherweise bereits vor zehn, zwölf Jahren, als es spottbillig war. Und die wirklich besonders Schlauen haben es wohl zur Zeit des Höchststandes abgestoßen (warum ist es da auf einmal gefallen?) und in Sachwerte umgeschichtet - was z.B. einer der Gründe für die gestiegenden Immobilienpreise sein könnte.

  Immobilien sind derzeit auch nicht unbedingt die Lösung, da sie teuer sind. Wer jedoch mit erspartem Geld ein Schnäppchenmachen kann, wird wohl damit gut fahren, nicht zuletzt, wenn es sich um Wald, Garten- oder Ackerland für di Eigennutzung handelt.

  Was für den kleinen Mann jetzt noch sinnvoll erscheint, ist, fällige Anschaffungen jetzt zu tätigen und den Wert von Immobilien durch Renovierung bzw. Modernisierung zu erhöhen. Auch der Kauf von Aktien solider Firmen - wie Maschinenbau, Autoindustrie etc. - könnte etwas sein, denn das ist eigentlich nie verkehrt.

  Besonders wichtig ist, dass man auf alles, was man kauft, auch wirklich seine Hand legt: Aktien, Edelmetalle etc. sollten physisch im heimischen Panzerschrank  liegen und nicht auf der Bank, schon gar nicht in Form von irgendwelchen Zertifikaten. Nur was man hat, hat man auch!

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Thursday, 21. june 2012 4 21 /06 /Juni /2012 09:28

... für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier. Das soll Mahatma Ghandi gesagt haben. Es ist zwar schon einige Jahrzehnte her, gilt aber immer noch, auch wenn mittlerweile wohl etwa doppelt so viel Menschen auf unserem Planeten leben wie zu Ghandis Zeiten.

Kornfeld Ernte Traktor Wald Heide Landschaft

Unsere Erde kann uns alle leicht ernähren - wenn wir es richtig anstellen...

 

   Dass auf der Erde immer noch Menschen hungern müssen, liegt nicht daran, dass man hier nicht genug Nahrung erzeugen könnte, sondern lediglich an der Gier von Menschen, die sich durch die Not anderer direkt oder indirekt bereichern.

  Ich dachte eigentlich, dass das jedem klar sein sollte, aber offenbar muss man es doch immer wieder sagen. Jetzt tat das auch Marion Guillou, die Chefin von Frankreichs Nationalem Instituts für Agrarforschung. Gestützt auf eine Analyse ihres Instituts sagt sie, dass dieser Planet sogar neun Milliarden Menschen versorgen kann, wofür übrigens auch nicht zuletzt die Tatsache spricht, dass es auf der Welt noch eine Menge guter Böden gibt, die gar nicht genutzt werden wie etwa der Schwarzerdegürtel um Moskau.

Sind die Fleischesser schuld am Hunger? 

  Entkräftet wird durch die Analyse des Instituts von Marion Guillou auch das abgedroschene Gesülze von Veganern, dass die Tiernutzung zu Nahrungszwecken, speziell das Fleischessen, für den Hunger in der Welt (mit-)verantwortlich sei. Es wird dort das gesagt, was ich Veganern schon vor Jahren auf dieses dümmliche Argument geantwortet habe: Es gibt nun einmal Böden, auf denen nur Planzen wachsen, die für den Menschen nicht verwertbar sind und erst durch den Zwischenschritt über die Viehhaltung zu Nahrungsmitteln für uns werden können. Milch- und Fleischwirtschaft mit Schafen erzeugt zum Beispiel aus den Pflanzen einer Heide - die nun wirklich niemand direkt essen kann - für den Menschen verwertbare Proteien und Fette.

Was wirklich hinter der Misere steckt 

  Was Marion Guillou natürlich nicht sagt, ist, dass es in letzter Konsequenz das herrschende Geldsystem - Fiat-Money und Zinseszins - als Mittel zur Bereicherung einger weniger der Grund für die Misswirtschaft mit den Ressourcen der Erde ist. Hier muss sich einiges ändern, wenn wir zu einer gerechten Verteilung der Nahrungsmittel auf dieser Welt kommen wollen. Ansonsten werden die Vorschläge der guten Frau zur Verbesserung der Ernährungssituation auf der Erde wenig Sinn haben - ganz einfach weil sie zum größten Teil nicht umgesetzt werden.

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Monday, 4. june 2012 1 04 /06 /Juni /2012 08:51

Roulette ist heute ein Spiel für jedermann, wie es auch sein Vorläufer war, das Glücksrad auf den mittelalterlichen Jahrmärkten. Man kann es sogar in Internet Casinos von zuhause aus spielen und dabei bequem im Sessel sitzen, in Jogginghose und T-Shirt anstatt wie zu Dostojewskis Zeiten in Frack oder Abendkleid.

400px-Roulette-Tisch Roulette-Tisch in einem heutigen Casino (Bild: Sozi/PD) 

 

Roulette galt in der jüngeren Vergangenheit als ein Spiel der Reichen und Schönen und hat auch heute noch ein bisschen von diesem Flair. Das mag nicht zuletzt daran gelegen haben, dass es in der Kaiserzeit und in der Weimarer Republik in Deutschland verboten war. Man reiste damals zum Roulette spielen ins Ausland, speziell auch nach Monte Carlo, dessen Spielbank auch heute noch ein Treffpunkt der High Society ist. Das konnten sich natürlich nur Leute mit dem entsprechenden Bankkonto leisten.

Die Anfänge

Ob sich das Roulette aus dem mittelalterlichen Glücksrad entwickelt hat, oder aus chinesischen Klöstern stammt, weiß man nicht. Man liest auch zuweilen, dass der Ursprung des Spiels bereits in der Antike zu suchen sei: Römische Soldaten hätten die Räder von Streitwagen zu Glücksrädern umfunktioniert, um sich die Zeit mit einem Spielchen zu vertreiben. Im Prinzip ist es durchaus denkbar, dass sich das Glücksrad aus einem Wagenrad entwickelt hat und irgend jemand irgendwann auf die Idee kam, die Speichen mit Symbolen unterscheidbar zu machen oder zu nummerieren. Portrait de François Blanc

Francois Blanc erfand das moderne Roulette-Tableau

 

Häufig wird das Italien des 17. Jahrhunderts als Ursprungsort des eigentlichen Roulettes mit dem rotierenden Kessel und der Kugel genannt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts kam das Spiel nach Frankreich. König Ludwig XV. Versuchte vergeblich es zu verbieten und Napoleon Bonaparte beschränkte es auf die Spielhäuser des Pariser Palais Royal.

Die „klassische“ Zeit des Roulette

Nachdem Louis Philippe das Roulette in Frankreich 1837 schließlich ganz verbieten ließ, begann die große Zeit der Spielbanken in Wiesbaden und Bad Homburg. Der französische Mathematiker François Blanc, der die Bad Homburger Spielbank gegründet hatte, entwickelte das moderne Tableau für die Einsetze und führte die Null und die Doppelnull als 37. und 38. Zahl im Roulettekessel ein, um den Bankvorteil zu garantieren.

In Deutschland wurde nach der Gründung des Kaiserreiches das Roulettespiel 1872 verboten. Alle Spielbanken mussten schließen. Das Roulette-Verbot in Deutschland und vor allem auch die Aktivitäten von François Blanc, der bereits 1863 das Casino in Monte Carlo übernommen hatte und für eine bessere Verkehrsanbindung sowie mehr Hotels sorgte, bewirkten den Aufstieg von Monaco zum Zentrum des Glücksspiels in Europa.

Roulette heute

1933 wurde auch in Deutschland das Roulettespiel wieder erlaubt. Heute gibt es hier eine Vielzahl von Spielbanken, die man besonders oft in Kurorten findet und die von jedermann besucht werden können.

Mit dem Computer kam die Möglichkeit, den Roulettekessel mittels Software zu simulieren. Als sich das Internet von einem einfachen Kommunikations- und Informationsnetz zu eine multimedialen Netz entwickelte, entstanden auch Online-Casinos in denen man sein Glück wagen kann, ohne seine Wohnung zu verlassen.

 

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Saturday, 31. march 2012 6 31 /03 /März /2012 09:29

Gerade lese ich, dass Ver.di den öffentlichen Arbeitgebern eine satte Lohnerhöhung abgerungen hat. 6,5% waren gefordert, 6,3% haben sie herausgeholt. Gratulation!

Offenbar stimmt der alte Sozialistenspruch immer noch:

 

Mann der Arbeit aufgewacht
Und besinn dich deiner Macht!
Alle Räder stehen still,
Wenn dein starker Arm es will!


   Streik ist also offenbar immer noch ein probates Mittel, wenn es darum geht, die Interessen der einfachen Leute durchzusetzen. Vielleicht fällt jetzt so manchem auch wieder ein, dass "die da oben" ganz einfach das zu tun haben, was wir wollen. Und wenn sie das vergessen, sollten wir ihen zeigen, wo es lang geht, unter anderem auch damit, dass wir dort streiken, wo es weh tut.

   Die schlechten Löhne - beileibe nicht nur im öffentlichen Dienst - sind eine Sache, sinnlose, zerstörerische Bauprojekte wie dieses unsägliche Stuttgart 21 eine weitere, Bespitzelung, staatliche Gängelung und Beschneidung der Meinungsfreiheit eine dritte. Alle drei sind aber nur einzelne Facetten einer gigantischen Fehlentwicklung, die sich so umschreiben lässt: Wir sind endmündigt, bekommen für unsere Arbeit nicht das, was uns zusteht und was nach der Entwicklung der Produktivität in den letzten Jahrzehnten drin sein müsste, und wir werden zwecks Bereicherung einiger weniger vorne und hinten abgezockt.

   Hoffen wir also, dass der Tarifabschluss von Ver.di nicht nur eine erfreuliche Sache für Busfahrer, Klärwärter, Kindergartentanten und all die anderen Menschen bleibt, die dafür sorgen, dass unsere Welt funktioniert. Er sollte vielmehr als Signal gesehen werden, dass es offenbar immer noch möglich ist, etwas zu bewegen, wenn man nur zusammenhält, aufsteht und zeigt, was Sache ist.

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Thursday, 8. march 2012 4 08 /03 /März /2012 19:19

Poker spielt in den USA als beliebtes Kartenspiel in etwa eine Rolle, wie sie bei uns Skat spielt. Wie Skat ist Poker kein reines Glücksspiel und wird auch gerne in geselliger Runde gespielt. Ähnlich wie beim Skat, gibt es beim Poker auch Wettkämpfe und sogar Meisterschaften. Nicht zuletzt wohl, weil man Poker online spielen kann, ist dieses Kartenspiel in letzter Zeit auch bei uns bekannt geworden und bei vielen Leuten beliebt.

  Hunde beim Poker Spielen2

Poker kann offenbar tierisch Spaß machen... (Quelle: Wikimedia Commons/PD)

 

   Poker existiert in einer ganzen Reihe von Variationen, von denen die derzeit wohl beliebteste die Variante Texas Holdem ist. Grundsätzlich geht es beim Poker darum, bestimmte Kombinationen aus bis zu fünf Karten zu bekommen. Diese Kombinationen, auch Hands oder Hände genannt, sind durch die Spielregeln in einer Rangfolge geordnet und es gewinnt derjenige Spieler, der entweder die Hand mit dem höchsten Rang oder als einziger nicht gepasst hat.

Glück, Mathematik und Psychologie

   Die grundsätzliche Funktionsweise von Poker lässt sich an der älteren und früher sehr beliebten Variante Five Card Draw gut erklären. Zu Beginn des Spiels muss jeder Spieler einen Grundeinsatz, das so genannte Ante leisten und erhält fünf Karten, die er verdeckt hält. Normalerweise kann er davon eine festgelegte Anzahl ablegen und dafür neue kaufen.

   Nun wird reihum geboten. Dabei hat man mehrere Möglichkeiten: Man kann passen, mitgehen oder erhöhen. Wenn man passt, verliert man natürlich seinen Einsatz. Wenn alle Spieler bis auf einen passen, gewinnt dieser. Ansonsten erfolgt, wenn niemand mehr erhöht, der Showdown und es gewinnt der Spieler, der die höchstwertige Hand hat. Der Gewinner streicht natürlich den gesamten Einsatz – den Topf oder Pot – ein.

     Das Prinzip beim Poker besteht also letztendlich darin, darauf zu wetten, dass man selbst die höchstwertige Hand hat. Weil man die Höhe des Einsatzes erst bestimmt, wenn man bereits seine Karten hat und somit seine Chancen abschätzen kann, ist Poker kein reines Glücksspiel, obwohl es rechtlich als solches gesehen wird. Ob man eine gute Hand bekommt, ist Glückssache, abzuschätzen, wie viel man darauf setzen kann, ist Mathematik.

   Die Kunst des Pokerns besteht nun auf jeden Fall einmal darin, je nach der eigenen Hand den richtigen Betrag zu setzen, so dass man mit schlechten Händen möglichst wenig verliert und mit guten möglichst viel gewinnt. Da die Stochastik dafür sorgt, dass gute und schlechte Hände auf lange Sicht einigermaßen gleichmäßig verteilt sind, gewinnt ein guter Pokerspieler mehr als er verliert, kann also beim Pokern Geld verdienen.

     Spielt man nicht im Internet, sondern „life“, kommt eine psychologische Komponente hinzu: Man kann versuchen, die anderen Spieler zu „lesen“, also anhand ihres Gesichtsausdrucks, ihrer Körpersprache und so weiter abzuschätzen, ob sie gute oder schlechte Karten haben. Umgekehrt setzt ein versierter Pokerspieler das sprichwörtliche Pokerface auf, um seine eigenen Emotionen zu verbergen. Er kann sogar so weit gehen, mit subtilen Signalen eine schlechte oder gute Hand vorzutäuschen und die anderen Spieler im ersten Fall zu hohen Einsätzen zu verleiten und im zweiten zu entmutigen, so dass sie aufgeben. Das ist das berühmte Bluffen beim Poker.

     Dieser zweifellos reizvolle – und zusätzliche Gewinnchancen für echte Pokerfaces bietende – Aspekt der Pokerspiele fehlt natürlich beim Online Poker weitgehend, sieht man von den Chats ab, die in Online-Pokerräumen oft vorhanden sind und davon, dass sich auch das Setzverhalten der anderen Spieler deuten lässt. Da die meisten Spieler jedoch keine ausgekochten Kartenhaie sind, ist dies aus Sicht des Normalspielers sogar eher als Vorteil zu sehen.

Texas Holdem und andere Varianten  

   Beim Five Card Draw hat jeder Spieler sehr wenig Informationen. Er kennt die eigene Hand und damit gleichzeitig fünf – oder wenn er abgelegt und gekauft hat, etwas mehr – Karten, die logischerweise keiner der anderen Spieler haben kann. Das ist aber auch schon alles. Der Reiz liegt hier vor allem im psychologischen Bereich und ist in gewisser Weise auch daran gekoppelt, dass es um Geldbeträge geht, die nervös machen.

     Anders ist es bei Varianten, bei denen ein Teil der Karten offen liegt. Hier hat man nun mehr Informationen und entsprechend mehr Möglichkeiten, zu spekulieren, was die anderen Spieler haben könnten. So wird Poker wie Skat, Binokel und dergleichen nicht nur auch dann reizvoll und interessant, wenn man um geringe oder rein virtuelle Einsätze wie Spielmarken oder Zündhölzer spielt, sondern es lässt sich so auch gut online spielen, so wie andere Spiele auch, bei denen das Können eine Rolle spielt.

   Eine früher übliche Variante ist Five Card Stud, bei der die Karten während der Bietrunden ausgeteilt werden. Wer bis zum Schluss mitgeht, hat vier offene und eine verdeckte Karte vor sich. Der Knackpunkt ist hier, dass man während des Bietens immer mehr Informationen bekommt und dabei über das eigene Blatt so viel oder so wenig weiß wie über die Blätter der anderen. Um diese Variante geht es übrigens auch in dem Film „Cincinatti Kid“ mit Steve McQueen.

   Es gibt auch eine Variante namens Seven Card Stud. Hier bekommt jeder Spieler, der bis zuletzt dabei ist, vier verdeckte und drei offene Karten. So wie bei allen Pokerspielen mit mehr als fünf Karten werden hier jedoch nur bis zu fünf Karten gewertet.

     Die derzeit wohl beliebteste Poker-Variante ist Texas Holdem, die wie auch andere Pokerspiele von vielen Online-Casinos angeboten wird. Das Kennzeichen der Holdem-Varianten ist, dass die Hand nicht nur aus den eigenen Karten gebildet wird, sondern dass auf dem Tisch Gemeinschaftskarten liegen. Beim Texas Holdem liegen fünf Gemeinschaftskarten, so genannte Board Cards, offen auf dem Tisch und jeder Spieler hat zwei eigene Karten, die Hole Cards, die er verdeckt hält. Zum Bilden seiner Hand stehen jedem Spieler also insgesamt sieben Karten zur Verfügung, von denen er die fünf besten auswählt.

   Eine andere Holdem-Variante ist Omaha Holdem. Hier liegen ebenfalls fünf Gemeinschaftskarten offen auf dem Tisch, die Spieler bekommen jedoch jeweils vier Hole Cards. Die Hände werden aus jeweils zwei der vier eigenen und drei der fünf Board Cards gebildet.

Mit Poker Geld verdienen?

   Roulette und Lotto beispielsweise sind reine Glücksspiele. Sie stellen so genannte Laplace-Experimente dar, bei denen jeder Ausgang gleich wahrscheinlich ist. Zum Zeitpunkt des Setzens hat man außerdem keinerlei Anhaltspunkt für den Ausgang. Bei dieser Art von Spielen gewinnt auf lange Sicht immer nur der Veranstalter: Entweder er schüttet wie beim Lotto nur einen bestimmten Teil der Einsätze als Gewinne aus oder er hat wie beim Roulette einen „eingebauten“ Vorteil.

   Beim Poker, ob im „richtigen“ oder im Online-Casino, hingegen verdient der Veranstalter, indem er ein Art Miete oder Spielgebühr erhebt: Er bekommt einen gewissen Prozentsatz von jedem Einsatz, der getätigt wird. Daher nehmen Spieler, die viel gewinnen, dem Veranstalter auch nichts weg sondern lassen ihn sogar mehr verdienen: Da zu hohen Gewinnen natürlich auch hohe Einsätze gehören, ist auch der Anteil des Veranstalters entsprechend hoch, wenn ein Spieler so richtig abräumt.

   Wie bereits erläutert hat es der Spieler beim Poker in der Hand, seine Einsätze den jeweiligen Gewinnchancen anzupassen. Daher kann er mit der richtigen Strategie tatsächlich auf längere Sicht und dauerhaft mehr gewinnen als verlieren und so unter dem Strich Geld verdienen. Professionelle Spieler spielen sehr viel Online-Poker, da sie hier ihre Spielzeiten sehr flexibel gestalten und vor allem auch an mehreren virtuellen Tischen gleichzeitig spielen können.

   Hinsichtlich der Tatsache, dass man mit entsprechendem Können damit Geld verdienen kann, ähnelt Poker dem Wetten auf Pferde. Der Pferdewettprofi sollte aber selbst ein Pferdenarr und Liebhaber des Pferderennsports sein und Spaß daran haben, viel Zeit auf der Rennbahn, in den Ställen und mit den Leuten dort zu verbringen, um stets die aktuellen Informationen zu besitzen. Beim Profi-Poker hingegen kommt es darauf an, einmal das Spiel verstanden zu haben sowie die Strategien zu kennen und anwenden zu können. Online Poker kann man auch von zuhause aus spielen und immer dann, wenn man gerade Zeit hat.

   Keinesfalls sollte man jedoch denken, dass man mit dem Online Poker so eben mal reich werden kann. Professionelle Pokerspieler arbeiten nach dem Motto „Der Profi lebt vom Doofi“: Ihr Gewinn resultiert aus den Verlusten der weniger guten Spieler. Wer also wirklich mit dem (Online-)Pokern Geld verdienen will, muss entsprechend gut sein, damit er nicht zu denen gehört, welche die Gewinne der Profis aufbringen. Aber auch dann ist Online Poker zeitaufwendig und damit Arbeit, denn man verdient ja immer nur die Differenz zwischen den Gewinnen und den Verlusten, wovon dann auch noch die Gebühren des Veranstalters abgehen. Die Suchtgefahr sollte man ebenfalls bedenken, die dem Poker natürlich, wie allen anderen Glücksspielen auch, innewohnt.

   Es gibt Möglichkeiten, im Internet an kostenlosen Pokerspielen teilzunehmen und so zu üben, ohne Geld zu riskieren. Trainieren kann man im Prinzip auch mit Poker-Software, wobei das Problem ist, dass es keine wirklich guten Poker-Programme gibt. Das liegt daran, dass Pokern nicht nur aus Mathematik, sondern auch aus Psychologie besteht: Selbst beim Online Poker kann man aus dem Setzverhalten eines Spielers Rückschlüsse auf dessen Hand ziehen. Diese intuitive Komponente lässt sich jedoch kaum mit einem Computerprogramm abbilden.

     Wer nun mehr über das Pokern, Strategien und Online-Pokertische wissen will, kann bei einem Poker-Portal wie Pokerzeit.com anfangen. Dort gibt es Links zu Poker-Seiten und Poker-Turnieren sowie vor allem auch Informationen über Pokerregeln und -strategien.

von Fokko - veröffentlicht in: Wirtschaft und Geld
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