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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

8. Dezember 2011 4 08 /12 /Dezember /2011 20:43

Wenn unser offenbar aus den Fugen geratenes Finanzsystem kritisiert wird, fällt neben dem Wort „Fiat Money“ oft auch der Begriff „Schuldgeld“. Das unser Geld auf Schulden beruht, ist nach Meinung vieler der Grund für unsere wirtschaftlichen Probleme. Genau genommen beruht aber jedes Papier- oder Buchgeldsystem auf Schulden. Man muss dabei jedoch differenzieren wer bei einem Geldsystem wem etwas schuldet.

   Sieht man einmal von Kurrantmünzen und anderen Formen des Geldes ab, die einen eigenen „inneren“, also einen Materialwert besitzen, besteht jede Form des Geldes aus einer Art Gutscheinen, also Schuldscheinen. Am einfachsten ist das bei einer durch Gold gedeckten Währung zu erkennen, die ja derzeit auch von einigen Leuten wieder gefordert wird: Als zu Kaisers Zeiten die Mark noch durch Gold gedeckt war, stellte jede Banknote einen Gutschein dar, gegen den die Reichsbank ein bestimmt Menge Gold auszuhändigen hatte – also nichts anderes als einen Schuldschein.

Mit Gold gedecktes Geld

   Genau auf diese Art sind Banknoten ja auch entstanden: Wer in alten Zeiten  eine Reise nach, sagen wir mal, Italien machte und keine Lust hatte, einen Sack Gold mit sich zu schleppen, der lieferte dieses Gold zum Beispiel bei der Ulmer Niederlassung eines Handels- oder Bankhauses ein und erhielt dafür eine Quittung, ein Banknote also. Mit der konnte er sich dann beispielsweise bei einer Niederlassung des selben Hauses in Florenz oder Venedig wiederum Gold auszahlen lassen.

   Zweifelsohne stellte eine solche Banknote einen Schuldschein dar. Da sie durch das hinterlegte Gold gedeckt war, bürgerte sich ein, solche Scheine auch direkt als Zahlungsmittel anzunehmen. Und schließlich entwickelte sich daraus das staatliche, durch Gold gedeckte Papiergeld – das wie bereits angedeutet logischerweise auch nichts anderes war als Schuldscheine.

Leistungsgedecktes Geld

   Leistungsgedecktes Geld ist noch wesentlich älter als goldgedecktes. Im alten Ägypten konnte man Korn in staatliche Kornspeicher einliefern und bekam dafür Tontäfelchen als Quittung. Diese Tontäfelchen wurden auch als Zahlungsmittel verwendet. Der Gut- bzw. Schuldscheincharakter dieser Täfelchen ist offensichtlich: Man konnte sie jederzeit bei den staatlichen Kornspeichern vorlegen und gegen die entsprechende Menge Korn einlösen.

   Auch modernes leistungsgedecktes Geld, das ich hier schon länger einmal in einem Artikel am Beispiel des leistungsgedeckten Regionalgeldes Rheingold erklärte habe, hat diesen Schuldscheincharakter: Der Emittent solchen Geldes verpflichtet sich, gegen dessen Vorlage Waren oder Dienstleistungen zu liefern. Sprich er schuldet diese Leistungen so lange, bis das von ihm emittierte Geld zu ihm zurückkehrt und er es einlöst – und zwar immer demjenigen, der eine solche Note gerade im Besitz hat.

     Das ist natürlich genau der gleiche Mechanismus wie beim durch Gold gedeckten Geld. Der Vorteil des leistungsgedeckten Geldes besteht darin, dass man die Geldmenge immer der Wirtschaftskraft anpassen kann und zwar auf der Ebene der einzelnen Unternehmen: Jedes Unternehmen darf zunächst Geld entsprechend seiner Wirtschaftsleistung ausgeben. Wächst ein Unternehmen, darf es zusätzliches Geld emittieren, schrumpft es oder wird gar geschlossen, muss es Geld aus dem Umlauf nehmen. Zu erklären, wie das in der Praxis bewerkstelligt werden kann, würde hier zu weit führen. Es steht aber in meinem einschlägigen Artikel „Bäcker und Metzger als Notenbank?“ auf Suite101.de.

  Kreditgeld oder Fiat Money  

   Geld, dass, wie heute allgemein üblich, durch Kreditaufnahme entsteht, funktioniert anders: Für den Kreditgeber ist es durch die Sicherheiten gedeckt, die er vom Kreditnehmer verlangt. Aber wie ist es für den gedeckt, der es dann irgendwann in der Hand hat, weil er es sich verdient hat? Die übliche, sehr vage Antwortet lautet: „Durch die Wirtschaftsleistung des Staates, in dem es gesetzliches Zahlungsmittel ist.“ Bei näherem Nachfragen kommt dann in der Regel die Einlassung, dass der Wert dieses Geldes auf Glauben beruht. Auf dem Glauben nämlich, dass dieses Geld auch tatsächlich als Bezahlung für Waren und Dienstleistungen angenommen wird.

   Das klingt so überzeugend wie es falsch ist: Fiat-Money ist in der Tat nämlich vom Prinzip her bombensicher gedeckt, wie ich schon in dem Artikel, „Wie unser Geld gedeckt wird“ gezeigt habe. Wenn man nämlich weiß, dass es zu jedem umlaufenden Euro jemanden gibt, der diesen Euro jemandem schuldet (mehr darüber zum Beispiel in meinem Artikel „Das Bank(Un-)Wesen“ und der Serie „Wo kommt eigentlich das Geld her?“) ist klar: Es gibt immer jemanden, der diesen Euro dringend benötigt, um Schulden zu bezahlen. Und jeder, der Schulden hat, die auf eine bestimmte Währung lauten, ist immer bereit gegen Bezahlung in dieser Währung zu leisten. Damit ist Fiat-Money also in letzter Konsequenz durch die Wirtschaftskraft derjenigen gedeckt, die Schulden haben. Es ist also bei genauerem Hinsehen leistungsgedecktes Geld!

Und wo ist der Haken beim Fiat-Money?

   Wo ist nun aber der Unterschied zum eigentlichen leistungsgedeckten Geld, wie es zum Beispiel Rheingold darstellt? Ganz einfach: Nehmen wir an, ein Bäcker hat sich Liquidität verschafft, indem er leistungsgedecktes Geld gezeichnet hat und hat damit etwas bezahlt. Dann schuldet er dem Rest der Wirtschaft – bzw. immer denjenigen, die gerade seine Noten in der Hand haben – „Bäckerleistung“ im Werte des von ihm ausgegeben Geldes. Wird ihm nun eine seiner Banknoten präsentiert ist er verpflichtet, dafür zu leisten, also Backwaren zu liefern. Dazu ist er aber jederzeit in der Lage, denn das ist ja sein Geschäft. Zudem hat er dann seinen „Kredit an die Allgemeinheit“ zurückbezahlt und kann mit der eingenommen Note selbst wieder Kredit erhalten, indem er die Note erneut ausgibt und damit etwas für seinen geschäftlichen oder privaten Bedarf kauft.

   Der Vorgang ist im Prinzip nichts anderes als wenn er eine Note eines anderen Unternehmers als Bezahlung für Backwaren angenommen hätte: Er hat etwas geliefert und dafür liegt jetzt Geld in der Kasse, das er wiederum ausgeben kann.

   Wenn sich unser braver Bäckersmann jedoch Liquidität verschafft hat, indem er, so wie das heute noch der Normalfall ist, einen Bankkredit aufgenommen hat, ist seine Lage wesentlich prekärer: Irgendwann kommt die Bank und will das geliehene Geld haben. Das ist kein Problem, wenn der Bäcker zwischenzeitlich genug Backwaren verkaufen konnte und dadurch Geld hat. Ist das nicht der Fall, bekommt er Ärger.

   Obwohl der Bäcker in beiden Fällen zu Anfang Schulden gemacht hat, da er Leistungen bezogen hat, bevor er selbst geleistet hat, bekommt er im ersten Fall keinerlei Probleme. Er kann seine Schulden immer mit etwas bezahlen, was er ständig zur Verfügung hat: Mit der Leistung seines Geschäftes. Im zweiten Fall muss er jedoch diese Leistung zunächst in Bargeld verwandeln, indem er Backwaren verkauft. Geht nun das Geschäft nicht so gut, kann es passieren, dass es ihm an diesem Bargeld mangelt und er deswegen immer tiefer in die Schulden rutscht, was ihm mit dem leistungsgedeckten Geld nicht passiert, obwohl er damit bei genauem Hinsehen zu Anfang auch Schulden gemacht hat.

Die Rolle des Zinses

   Bei alledem spielt aber auch der Zins eine Rolle. Wenn der Bäcker einen seiner selbst gezeichneten, durch seine Leistung gedeckten Geldscheine ausgibt, muss er dafür immer nur eine bestimmte Menge Backwaren liefern. Dabei ist es egal wie lange es dauert, bis dieser Geldschein einmal wieder zur ihm zurückkehrt.

     Leiht er sich jedoch Geld in der üblichen Weise, muss er dafür Zins bezahlen. Er und alle anderen, die sich Geld geliehen, ausgegeben und dadurch in Umlauf gebracht haben, müssen also mehr aus dem Umlauf „herausverdienen“, um ihre Schulden zu zahlen, als sie durch die Aufnahme dieser Schulden in Umlauf gegerbacht haben.

   Dadurch muss nicht nur das durch die Rückzahlung der Kredite aus dem Umlauf verschwindende Geld wieder neu aus geliehen werden, sonder zusätzliches, um die Zinsen zu bezahlen. Durch die so steigende Verschuldung fallen natürlich auch immer mehr Zinsen an; das heißt es wird immer mehr Geld durch das Bedienen der Kredite aus dem Umlauf abgezogen. Das ist der Grund, warum Geld knapp ist und und immer knapper wird, schwer und immer schwerer zu verdienen ist.

   Die Leistungen, die der Bäcker jedoch durch die Zeichnung und Ausgabe von leistungsgedecktem Geld, also quasi auf Kredit bezogen hat, begleicht er mit seiner eigenen Leistung. Genau genommen tut er das bereits in dem Moment, wenn er selbst Leistungen erbringt und Geld einnimmt: Wird er zufällig mit seinen eigenen Noten bezahlt, ist er in dieser Hinsicht schuldenfrei – der Anfangszustand ist wieder hergestellt.

   In der Praxis wird er aber häufiger mit Geld bezahlt, das andere Unternehmer emittiert haben. Dann haben zwar die augenblicklichen Inhaber seiner Noten immer noch Sachforderungen an ihn, er aber hat durch das eingenommene Geld seinerseits Sachforderungen in gleicher Höhe an die Emittenten dieser Noten. Seine Forderungen gleichen seine Verbindlichkeiten aus, er ist per Saldo auch wieder schuldenfrei.

   Gleichzeitig hat er aber das eingenommene Geld in der Kasse und kann also erneut dafür Sachleistungen beziehen – wiederum genau genommen auf Kredit, den er aber dann wieder ausgleicht, wenn er seinerseits etwas verkauft und Geld einnimmt. Diese Art von Geld ist also gewissermaßen eine Kreditlinie in deren Umfang man Sachleistungen beziehen kann.

   Nicht anders funktionieren übrigens die Tauschwährungen bei Tauschringen, egal ob ein neues Mitglied rechnerisch mit null Einheiten und einer Kreditlinie auf seinem Konto startet oder einen Anfangsbestand hat: Immer wenn er Tauscheinheiten ausgibt, bezieht er Leistung auf Kredit oder bekommt – je nach seinem Kontosaldo – geschuldete Leistung zurück, immer wenn er Tauscheinheiten einnimmt tilgt er diesen Leistungskredit oder leistet selber auf Kredit.

   Was bei der Tauschwährung und dem leistungsgedeckten Geld noch gleich ist, ist, dass die umlaufende Geldmenge weder mit Zinsen belastet noch an einen Außenstehenden zurückzuzahlen ist. Solange niemand Geld hortet, ist immer genug davon im Umlauf. Und auch das Horten von Geld kann man wirksam unterbinden: Durch einen Schwundmechanismus, wie ihn zum Beispiel der Wörgler Schilling hatte.

Wo ist nun der Unterschied?

   In beiden Fällen, sowohl beim leistungsgedeckten als auch beim derzeit üblichen Geld, dem Fiat-Money sind also Schuldverhältnisse im Spiel. Der eine Unterschied besteht darin, dass beim Fiat-Money immer diejenigen, die das Geld ausgeliehen haben, das umlaufende Geld einem Außenstehenden schulden, beim leistungsgedecktem Geld jedoch immer diejenigen, die für Geld Leistungen bezogen haben, es aber noch nicht zurückverdient haben, indem sie selbst wieder geleistet haben, diese Leistungen schulden.

   Der andere Unterschied ist derjenige, dass der Schuldner beim Fiat-Money immer bares Geld auftreiben muss, um seine Schulden zu begleichen, beim leistungsgedeckten Geld jedoch immer mit etwas bezahlen kann, das er jederzeit aufbringen kann, nämlich seiner eigenen Leistung.

   Und es gibt noch einen Unterschied: Das Geld, das man im Fiat-Money-System ausgibt, verschwindet zum Teil als Zins auf und Tilgung von Krediten aus dem Umlauf. Dadurch kann es nicht mehr vollständig zurück verdient werden, ohne dass jemand anders neues Geld aufnimmt. Das leistungsgedeckte Geld bleibt jedoch vollständig im Umlauf, vorausgesetzt man sorgt mit einem Schwundmechanismus dafür , dass es sich nicht lohnt, es zu horten. So kann ausgegebenes Geld immer wieder in voller Höhe zurück verdient werden, ohne dass irgendwo etwas fehlt.

Und was ist, wenn der Staat das Geld in Umlauf bringt?

   Eine weitere Alternative zum Fiat-Money ist Geld, das vom Staat in Umlauf gebracht wird so wie viele Leute denken, dass das geschieht. Wenn der Staat selbst Geld schöpft und damit Staatsausgaben bestreitet, geht er zunächst auch ein Schuldverhältnis ein: Er bezieht Leistungen gewissermaßen gegen Kredit. Das Geld, dass er dafür bezahlt ist wie alle Scheidemünzen und Geldscheine nämlich an sich nichts wert, sondern stellt eine Quittung für erbrachte Leistung, also einen Gutschein für Gegenleistung, mithin also auch wieder einen Schuldschein dar.

   Ein vom Staat geschöpftes Geld wäre zum Teil dadurch gedeckt, dass man damit Steuern, Abgaben und Gebühren bezahlen kann. Dadurch ist es gewissermaßen auch ein (teilweise) leistungsgedecktes Geld. Es kann so jedoch nie vollständig gedeckt sein: Die gesamte Geldmenge muss der Leistung der Wirtschaft entsprechen. Die Geldmenge im Umlauf muss immer so groß sein, dass man damit alle die Werte kaufen kann, die in dem Zeitraum geschaffen werden, in dem das Geld im Durchschnitt einmal weitergegeben wird. Da Steuern und Abgaben aber nur einen Teil der Wirtschaftsleistung abzweigen ist zunächst nur ein Teil des Geldes dadurch gedeckt, nämlich der Anteil der bei der Weitergabe des Geldes bei Käufen, Lohnzahlungen usw. in Form von Steuern und Abgaben an den Staat gehen muss.

   Ein weiterer aber wohl eher kleiner Teil ist durch die Leistungen des Staates gedeckt, für die man Gebühren bezahlen muss, denn diese sind im Grunde Dienstleistungen. Auch wenn sie oft genug sinnlos sind und wir zum Beispiel bei der gebührenpflichtigen Bearbeitung eines Antrages keinen wirklichen Gegenwert bekommen wie etwa bei einem Haarschnitt. In diesem Bereich ist der Staat dann auch gewissermaßen ein Teil der Wirtschaft, denn seine gebührenpflichtigen Leistungen sind wie Dienstleistungen von Unternehmen ja Teil des Inlandsproduktes. Das aber nur am Rande.

   Der Nachteil eines vom Staat geschöpften Geldes besteht also darin, dass es nicht automatisch gedeckt ist wie das bei leistungsgedecktem Geld der Fall ist, das von Unternehmen emittiert wird. Unabhängig davon braucht es auch wieder eine Umlaufsicherung, also eine Schwundmechanismus. Geld, das einen solchen nicht besitzt, wird – unabhängig davon, wie es geschöpft wurde – unweigerlich gehortet und dann gegen Zins verliehen. Dadurch entstehen dann große Geldvermögen, die das Geld genauso aus dem Umlauf saugen wie es die buchhalterischen schwarzen Löcher bei den Banken tun, aus denen Fiat-Money geschöpft wird.

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Kommentare

E.Mo. 01/30/2012 14:32

Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte sich auf jeden Fall den Film "Fabian gib mir die Welt plus 5 Prozent" ansehen ( http://video.google.com/videoplay?docid=-2537804408218048195 )

Obwohl der Film gezeichnet ist, ist er absolut ernst gemeint, aber eben leicht verständlich und so gestaltet. Sehr empfehlenswert.

Gerda 12/19/2011 22:16

Habe jetzt auch schon ein bisschen was über Rheingold gelesen. Was ich aber nirgendwo gelesen habe, war eine Erklärung dazu, wie es sich denn mit der MwSt. verhält.
Könnte ich denn (um beim Beispiel zu bleiben) als Bäcker komplett auf Rheingold umstellen (für den Fall, das er alles - auch die Pacht usw. damit bezahlen könnte)? Was sagt denn das Finanzamt dazu?

Fokko 12/20/2011 12:10



Also, wie ich das sehe, wird die USt auch auf Rheingold-Umsätze fällig und wäre daher in Euro zu entrichten.  


Eine komplette Umstellung eines Betriebes auf ein leistungsgedecktes Geld wäre aber sowieso sicherlich erst machbar, wenn dieses als offizielles, (gesetzliches) Zahlungsmittel eingeführt würde.
Und dann würde da ja wohl auch ein Regelung bezüglich der Steuer geschaffen werden, z.B. dass Regionalgeld-Umsätze in Regionalgeld zu versteuern wären. Würde ein leistungsgedecktes Freigeld
hingegen bundesweit als "neues Geld" , also als vollständiger Eratz des Euro eingeführt, wäre es ja das gesetzliche Zahlungsmittel und es könnten natürlich auch die Steuern damit bezahlt werden.


Auch wenn ein leistungsgedecktes Regionalgeld wie Rheingold zwar nicht einziges oder zusätzliches gesetzliches Zahlungsmittel wird, aber  eine solche Bedeutung erlangt, dass die Umsätze
darin für einzelne Betriebe so groß sind, das die darauf entfallende USt zu einem bedeutenden Posten wird, müsste man diese Regionalgeld wohl auch auf so etwas wie eine gesetzliche Grundlage
stellen und in diesem Zuge auch eine Regelung für die USt finden: Z.B. könnte man regionalgeld-Umsätze in Regionalgeld versteuern, wobei dann das Finanzamt die "Regionalgeld-Steuern" direkt an
die Gemeinden der jeweiligen Region verteilt.


Wenn andereseits unter den derzeitigen Gegebenheiten ein Betrieb so klein ist, dass er nur mit einem Regionalgeld betrieben werden kann, ist er wohl auch so klein, dass er sich von der
Umsatzsteuer befreien lassen kann. Oder er läuft unter "geringfühige Einnahmen aus Liebhaberei" wie etwa der Wildbretverkauf eines Jägers oder der Honigverkauf eines Hobby-Imkers.    
 



Kai 12/13/2011 11:05

Daran sieht man mal wieder: Am Ende ist eh alles nur Schall und Rauch. Schon witzig, wie wir uns mit dem Zinssystem in Grund und Boden verschulden.

Kiat Gorina 12/10/2011 16:38

Guter Artikel!
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Was hältst du davon, wenn eine App für SchülerVZ Mobbing unter Schülern unterstützt? Mehr erfährst du im Artikel http://0z.fr/YLRKw

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