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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

3. Dezember 2010 5 03 /12 /Dezember /2010 13:36

Geld ist nur etwas wert, wenn es in der einen oder anderen Art gedeckt ist. „Gedeckt“ bedeutet, dass man mehr oder weniger eine Garantie dafür hat, etwas für sein Geld zu bekommen. Modernes Fiat Money, so sagt man leichthin, wird durch die Wirtschaftskraft des Landes gedeckt, dessen Banken es erzeugen. Doch wie genau funktioniert das? Kann es nicht passieren, dass das örtliche, gesetzliche Zahlungsmittel einfach von niemandem mehr genommen wird und es so seinen Wert verliert?

Verschiedene Möglichkeiten, Geld zu decken

   Eine Deckung im eigentlichen Sinne war zum Beispiel bei einer Art von Geld vorhanden, die es bei den alten Ägyptern gab: Man konnte damals Korn bei staatlichen Lagerhäusern einlagern und erhielt dafür als Quittung Tontäfelchen. Diese Tontäfelchen wurden auch als Zahlungsmittel eingesetzt, waren also eine Art von Geld. Geld, das durch Ware gedeckt war, denn man konnte sich ja für seine Tontäfelchen jederzeit die entsprechende Menge Korn abholen.

   Geld wurde früher auch sehr oft durch Edelmetalle gedeckt. Es gab Gold- und Silbermünzen, deren aufgeprägter Wert ihrem Metallwert entsprach beziehungsweise dadurch entstand. Da Gold und Silber schwer sind und es mühselig war große Geldbeträge in dieser Form zu transportieren, entwickelte sich die Banknote: Sie war zunächst nichts anderes als eine Quittung für Gold, das man bei einer Niederlassung eines Handelshauses hinterlegt hatte und mit der man bei einer anderen die entsprechende Menge abholen konnte.

   Daraus entwickelte sich das System der Golddeckung: Das Gold wurde bei einer Zentralbank gelagert und die gab auch die Banknoten aus. Sie garantierte dafür, dass man gegen Einlieferung dieser Banknoten jeweils die entsprechende Menge Gold bekam, was früher, zu Zeiten der Golddeckung des Dollars, zum Beispiel auch auf den amerikanischen Geldscheinen stand.

   Das System der Golddeckung des Geldes wurde aber mittlerweile praktisch überall schon wieder abgeschafft. Es hat tatsächlich einige Nachteile, von denen einer darin besteht, dass es heutzutage wohl überhaupt nicht mehr genug Gold gibt, um das viele Geld zu decken, das nötig ist um die vielen Werte zu bewegen, die es heute gibt.

   An Stelle des goldgedeckten Geldes ist heute weltweit das „Fiat Money“ getreten. „Fiat“ ist lateinisch und bedeutet „es werde“. Fiat Geld entsteht ganz einfach dadurch, dass Zentral- oder Geschäftsbanken Kredite vergeben, wie bereits in der Artikelreihe „Wo kommt eigentlich das Geld her?“ erläutert wurde.

Fiat Money ist genau genommen leistungsgedecktes Geld

   Gedeckt ist dieses Geld auf den ersten Blick lediglich dadurch, dass so gut wie jeder es akzeptiert und man damit praktisch alles kaufen kann. Hier muss man genau hinsehen: Ein gesetzlicher Zwang es anzunehmen existiert keineswegs, auch wenn das jeweilige Geld eines Landes – wie bei uns der Euro – den Status eines „gesetzlichen Zahlungsmittels“ hat.

   Tatsächlich ist jemand nur gezwungen, Euros anzunehmen, wenn ihm einer etwas schuldet. Ein Zwang, etwas gegen Euro zu verkaufen besteht vielleicht de jure, keineswegs jedoch de facto: Wenn ein Maler nicht bereit ist, mein Wohnzimmer gegen Euros zu tapezieren, kann ich ihn dazu nicht zwingen. Er muss lediglich, wenn er bereits gearbeitet hat, Euros zur Bezahlung seiner Rechnung annehmen und kann nicht etwa Schweizer Franken oder Dollar verlangen.

   Nun bringt die Tatsache, dass unser sämtliches vorhandenes Geld von den Banken geliehenes Geld ist, aber noch etwas mit sich, was wenig beachtet wird: Auch wenn viele Menschen ihr Geld nicht geliehen, sondern verdient haben, gibt es zu der gesamten Geldmenge Schuldner. Diejenigen nämlich, die sich das Geld ursprünglich ausgeliehen haben, um damit etwas zu kaufen, also andere etwas verdienen zu lassen und so diese Geld in Umlauf zu bringen. Diese Schuldner müssen ihre Kredite natürlich samt Zinsen in Euros zurück bezahlen und können daher Euros jederzeit gut gebrauchen. Und das wiederum bedeutet nichts anderes, als dass sie jederzeit bereit sind, für Euros zu arbeiten oder zu verkaufen.

   Beim genauen Hinsehen, auf den zweiten Blick also, stellt man fest, dass es im Grunde die Leute sind, die Schulden haben, die den Wert des heutigen Geldes, des Fiat Money, mit ihrer Wirtschaftskraft decken: Zwar kann niemand gezwungen werden, gegen Bezahlung mit dem jeweils gültigen gesetzlichen Zahlungsmittel zu leisten, er wird es, wenn er Schulden hat, jedoch jederzeit gerne tun, da er mit dem Geld seine Schulden tilgen und seine Zinsen bezahlen kann: Selbst wenn man sonst niemanden finden würde, der einem für Euros etwas gibt, würden es diejenigen tun, die Schulden in Euros haben. Und weil diese – so wie man früher bei der Notenbank immer Gold für sein Geld bekam – jederzeit für Geld zu leisten bereit sind, nehmen – ebenfalls wie zu Zeiten der Golddeckung – auch alle anderen dieses Geld.

   Das muss man sich einmal sinnig geben: Die Leute, die sich Geld bei einer Bank leihen um dafür etwas zu kaufen, sorgen dafür, dass überhaupt Geld entsteht, dass es in Umlauf kommt und die Wirtschaft laufen kann. Gleichzeitig decken sie mit ihrer Wirtschaftskraft dieses Geld. Und dafür bekommen sie nicht etwa etwas, sondern müssen, im Gegenteil, dafür noch in Form von Kreditzinsen an die Bank bezahlen!

   Überlegt man sich die Sache anders herum, wird klar, dass es gar nicht anders sein kann und Fiat Money ohne Schulden und Zinsen eine sehr wackelige Sache wäre. Würde der Staat das Geld einfach drucken und auf die eine oder andere Art unter die Leute bringen, wüsste man nicht wirklich, ob einem jemand etwas für dieses Geld gibt: Es wäre ja niemand da, der, so wie die Schuldner beim Fiat Money, dieses Geld immer gebrauchen kann.

   Das so etwas tatsächlich passieren könnte, kann man am Beispiel der Mark der DDR sehen: bestimmte Güter konnte man selbst in bestimmten staatlichen (!) Läden für sie nicht kaufen, sondern musste dafür Westmark oder Dollars hinlegen, weil die Besitzer der Ware einfach nicht bereit waren, sie gegen Mark der DDR herzugeben. Das konnten sie sich nur deshalb leisten, weil sie keine oder keine nennenswerte Bankschulden in Mark der DDR hatten, für deren Bedienung sie diese gebraucht hätten. Selbst wenn ein Verkäufer doch solche Schulden gehabt hätte, wäre das kein Problem gewesen: Weil im Grunde niemand die Mark der DDR wollte oder dringend brauchte, hätte er sie für „Däwiesn“ jederzeit günstig schwarz bekommen können.

Ist Fiat Money also eine tolle Idee?

   So gesehen ist das auf Schulden basierende Fiat Money eine geniale Idee. Nur hat es eben den Fehler, dass es nur eine endliche Zeitspanne funktionieren kann. Wie ich ja in der erwähnten Artikelreihe gezeigt habe, wird durch Zins und Zinseszins die Menge des frei zirkulierenden Geldes immer kleiner, weil dieser dafür sorgt, dass dieses Geld immer dorthin fließt, wo schon viel Geld vorhanden ist. Das bedeutet aber, dass Banken und Investoren mit der Zeit nicht nur die Wirtschaft, sondern schließlich auch sich selbst erwürgen. Ist nämlich erst einmal die Wirtschaft durch den Zins abgewürgt, ist nichts mehr da, das beliehen werden kann, um neues Geld als Ersatz für dasjenige zu erzeugen, das durch den Zins aus dem Kreislauf herausgezogen wird. Sprich: Es niemand mehr „gut“ für einen Kredit. Damit fällt auf dem Kreditsektor schon einmal das Neugeschäft der Banken aus.

   Zusätzlich können jedoch auch alte Forderungen der Banken nicht mehr vollständig bedient werden, denn das Geld dafür muss aufgrund des Zinses ja zum Teil aus neuen Krediten kommen. Sie werden zu Not leidenden Forderungen wie es im Jargon der Kaufleute heißt und müssen schließlich abgeschrieben werden, wenn ihnen keine Sicherheiten entgegenstehen, auf welche die Banken ihre Hand legen können. Dadurch machen die Banken dann buchhalterisch Miese – auch wenn sie 98% (bei den derzeit in der Eurozone gültigen 2% Mindestreserve) des Geldes, das ihnen jetzt fehlt, nie besessen haben: Es steht auf den Kreditkonten ihrer Schuldner und muss ausgeglichen werden – mit eigenem Geld, wenn es bei den Schuldnern nichts mehr zu holen gibt.

   Hat die Bank für einen auf diese Weise platzenden Kredit physische Sicherheiten, ist das nicht weiter schlimm: Die Miesen, die entstehen, weil das Kreditkonto nicht ausgeglichen wird, werden aufgewogen, weil die Sicherheiten – zum Beispiel Immobilien – in das Eigentum der Bank übergehen. Dadurch bleibt die Bilanz ausgewogen.

     Auch das muss man sich einmal sinnig geben: Einer leiht sich Geld von der Bank z.B. 100 000 € und setzt dafür eine Immobilie als Sicherheit ein. Er kann nun das Geld nicht zurückzahlen und die Bank legt ihre Hand auf die Immobilie. Damit hat sie praktisch eine Immobile im Wert von 100 000 € mit 2000 € Eigenkapital erworben. Darauf beläuft sich nämlich ihr tatsächlicher Einsatz an Geld, das sie selbst aufbringen musste: die 2% Mindestreserve, die sie haben musste um den Rest der 100 000 € beim Verleihen aus dem Nichts zu erschaffen!

Pleiten haben auch ihre guten Seiten

   Schlimmer wird es, wenn dem Kredit keine wirkliche Sicherheit gegenübersteht. Das kann der Fall sein, wenn die Sicherheit etwa aus Wertpapieren besteht, die inzwischen ihren Wert verloren haben. Dann hat die Bank buchhalterisch einen Verlust in Höhe der ausstehenden Forderung gemacht, obwohl sie ursprünglich nur 2% der Kreditsumme selbst eingebracht hat. Diese Geld fehlt in ihrer Bilanz und wenn sich solche faulen Kredite häufen gerät die Bank in Schieflage.

   Bei genauem Hinsehen sind solche geplatzten Kredite eigentlich ein Segen für die Wirtschaft: Die ursprüngliche Kreditsumme ist ja in den Wirtschaftskreislauf geflossen. Jetzt braucht sie nicht mehr zurückgezahlt werden und kostet auch keine Zinsen mehr. Sie ist im Prinzip zu Geld geworden, das tut was es soll, nämlich umlaufen und dafür sorgen, dass Waren und Dienstleistungen fließen können.

   Doch auch hier besteht nicht allzu viel Grund zu hämischer Freude: Wenn es nämlich ein große oder gar „systemrelevante“ Bank ist, die in Schieflage gerät, kommen ihre Manager zu Vater Staat gelaufen, damit er ihr Institut retten soll. Das tut der dann auch – und zwar mit unserem Steuergeld, das dann nicht mehr da ist um für anständige Schulen, Straßen, Kindergärten, Gesundheitswesen, Renten und all diese Dinge zu sorgen. Und er hält damit ein System am Leben, das dem arbeitenden Menschen, egal ob Unternehmer, Arbeiter oder Angestellter, von der Wiege bis zur Bahre das Geld aus der Tasche zieht, ohne dafür eine wirkliche Gegenleistung zu erbringen.

   Noch Fragen? Eigentlich müsste man ja den Hut vor denjenigen ziehen, die sich da etwas ausgedacht haben, mit dessen Hilfe wir so seriös beschissen werden...

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Kommentare

Onliner 12/05/2010 22:31


Sehr viele interessante Informationen auf einer Seite. Mit den Krediten hast du recht. Eigentlich sieht das jeder so, außer die Verantwotlichen natürlich.


Explicatio Ex Machina 12/03/2010 14:47


Ich habe die Reihe "Wo kommt eigentlich das Geld her?" gerne gelesen und mir gefällt auch dieser Artikel.
Haben Sie mehr Quellen zu diesem Thema?


Fokko 12/03/2010 15:23



Hallo, Explicatio Ex Machina!


Einen guten Einstieg in das Thema gibt es bei


http://www.steuerboykott.org


Auf der Unterseite "Empfehlungen" gibt es einen Haufen interessante Links:


http://www.steuerboykott.org/empfehlungen.php


Und auch die Website von Bernd Senf ist eine gute Adresse:


http://www.berndsenf.de/


Viel Spaß beim Schmökern!


Gruß


Fokko


 


 



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