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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

2. Januar 2009 5 02 /01 /Januar /2009 18:44

Überlebenstechniken müssen beileibe keine bierernste Sache sein, auch wenn sie den ernsten Hintergrund haben, einem im Fall des Falles dabei zu helfen, in gefährlichen Lagen Leben und Gesundheit zu behalten. Beim Erlernen und Trainieren hat man in aller Regel das, was dem typischen Zivilisationsmenschen am meisten fehlt: Bewegung an frischer Luft und die Erfahrung, dass man auch eigenständig etwas zustande bringen kann. Das Überlebenstraining ist daher bereits für viele Menschen sinnvolle Freizeitbeschäftigung und kann sogar zu einer Lebenseinstellung werden.

 Ein zünftiges Lagerfeuer anzünden zu können ist eine feine Sache und im Ernstfall lebenswichtig. Feuer machen zu können ist aber auch bei ganz unspektakulären Gelegenheiten oft eine nützliche Kunst.

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Campfire 4213.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Dirk Breyer)

Feuer machen und Knoten

 Auch im Alltag helfen Survivaltechniken oft weiter. Ein typisches Beispiel ist das Feuermachen nach der "Indianermethode": Man muss das erste Flämmchen ja im Alltag nicht unbedingt stilecht mit Stahl, Stein und Zunder oder dem Feuerbohrer machen und kann statt trockenem Pflanzenmaterial auch Papier nehmen. Das entscheidende daran ist das kegelförmige Anlegen der Hölzchen um das Zündmaterial - und das funktioniert nicht nur beim Lagerfeuer. Auch in der Schublade des Räucherofens, auf dem Grill und im Schmiedeherd erspart diese Technik stinkige Grillanzünder bzw. das gefährliche Hantieren mit Spiritus oder gar Benzin. Ganz nebenbei kann man auf diese Art und Weise aus dem profanen Anzünden des Grills auch noch eine spannende Aufgabe für Kinder machen.

 Ein weiteres Beispiel sind die berühmten (Seemanns-)Knoten, die ein ganz wichtiger Bestandteil des Überlebenswissens sind und daher z.B. auch bei den Pfadfindern einen hohen Stellenwert besitzen. Sie lassen sich in allerhand Situationen des Alltags, vor allem im Haushalt und beim Heimwerken immer wieder anwenden. Der Palstek etwa, mit dem man eine Schlinge macht, die sich nicht zuzieht, hält nicht nur die Wäscheleine auf dem Haken der Wäschestange, sondern verwandelt jedes hinreichend feste und lange Stück Seil in ein zuverlässiges Abschleppseil. Beherrscht man nun auch noch den Roring- oder den Webleinenstek wird auch die Befestigung an der Abschleppöse zunftgerecht, auch wenn man keinen Schäkel zur Hand hat. Notfalls kann man aber den Palstek auch durch eine Abschleppöse machen. Er ist fast der wichtigste Knoten, denn man kann mit ihm unheimlich viel machen.

 Weitere nützliche Knoten mit denen man sich helfen kann, sind der Zimmermannstek und das sachgemäße Aufschießen von Leinen. Mit dem ersten kann man einen Balken an einer Leine anstecken, damit man ihn hochhieven kann. Gerade beim Selbermachen sind solche alten Handwerkskniffe sehr hilfreich, da man ja meist keine moderne Profi-Ausrüstung zur Verfügung hat und oft arbeiten muss "wie die Alten". Die zweite Technik, das Aufschießen, dient dazu, eine Leine in ein handliches Bündel zu verwandeln, das sich nicht von selbst aufwickelt. Damit kann man nicht nur alle Seile ordentlich aufräumen, sondern auch lose Verlängerungskabel, die sich sonst immer ärgerlich verwursteln.

 

Ungemütliche Situationen verbessern

 Das Feuer und die Knoten sind nur zwei Beispiele von sicherlich vielen für die hilfreiche Anwendung von Survival bzw. Outdoor-Wissen im Allltag der Zivilisation.Es gibt aber auch Grenzfälle, bei denen man zwar nicht in Lebensgefahr gerät, aber die unangenehme Folgen wie eine saftige Erkältung haben können, die man durch ein paar Kenntnisse im Überleben vermeiden kann: Zum Beispiel eine Autopanne bei Kälte mit längerer Wartezeit auf den Pannendienst oder den angerufenen Kumpel mit dem Abschleppseil.

 

Der Palstek ist nicht nur in Überlebenssituationen, sondern oft auch im Alltag eine hilfreicher Knoten (Bild: Markus Bärlocher,PD)

 

 Wenn man das Fahrzeug noch von der Fahrbahn bringen kann, z.B. in die Einfahrt eines Wald oder Feldweges, wäre das Verbleiben im  Auto gar keine so dumme Idee, denn das erfüllt wichtige Anforderungen an den Kälteschutz: Kein Kontakt mit dem kalten Boden, Schutz vor Auskühlung durch Wind und Abstrahlung. Bleibt das Fahrzeug aber auf der Fahrbahn stehen, vor allem auf der Autobahn, dann funktioniert das nicht. Das allerwichtigste ist jetzt nämlich: Runter von der Fahrbahn!

 Jetzt muss man aber wissen, wie man sich im Freien gegen die Kälte schützt: Vor Wind und Abstrahlung schützen die Buschstreifen die meist an der Autobahn vorhanden sind. Natürlich geht man aber nur so weit, dass man das Auto im Auge behalten kann und sieht, wenn der Gelbe Engel eintrifft. Da man im Sitzen einerseits besser gegen Auskühlung durch Wind und Abstrahlung geschützt ist, andererseits aber mehr Kontakt mit dem kalten Boden hat, braucht man eine isolierende Sitzunterlage. Zweige helfen hier weiter, am besten natürlich mit einer Decke darüber. Ein echter Survival-Freak hat eine solche sowie ein kräftiges Meserr und/oder ein Handbeil nebst ein paar weiteren Dingen natürlich im Auto, ansonsten muss man sehen, wie man sich behilft.

 Natürlich ist jetzt auch das Feuermachen gefragt, aber bitte darauf achten, dass man damit nicht vorbeifahrende Kraftfahrer irritiert oder neugierig macht und so womöglich eine Massenkarambolage verursacht. Echte Experten kennen aber auch Möglichkeiten, ein Feuer so zu machen, das es nicht weithin leuchtet.

 Auf den ersten Blick erscheint das beschriebene Vorgehen vielleicht ein wenig lächerlich. Aber abgesehen davon, dass man sich eine eventuelle Erkältung spart, vermeidet man auf jeden Fall untätiges Warten in der Kälte, Langeweile und das Gefühl, dass einem Zeit gestohlen wird. Ist man alleine, stärkt man auf  jeden Fall sein Selbstbewusstein und übt die angewendeten Techniken ein, ganz abgesehen davon, das man dabei Spaß hat. Hat man Kumpels dabei, kann man natürlich mit seinen Kenntnissen glänzen und aus dem ärgerlichen Aufenthalt vielleicht sogar eine Mordsgaudi machen. Ist man in weiblicher Gesellschaft, kann das ganze sogar recht romantisch werden, anstatt dass man als Depp dasteht, der noch nichtmal ein gescheites Auto hat. Das passt übrigens auch gut zum Survival-Prinzip, aus jeder Situation das beste zu machen, welches übrigens eines der wichtigsten Dinge darstellt, die man aus dem Survival ins Alltagsleben mitnimmt.

 

Zum Survivaltraining muss man nicht in fremde Länder reisen: auch der heimische Wald bietet Gelegenheit genug (Bild: Botaurus, PD)

 

 Hat man jedoch Kinder dabei, hat man die Chance, aus einer äußerst unangenehmen Situation mit Quengelei, Tränen und vorwurfsvollen Blicken der Mami ein echtes Abenteuer zu machen. Nicht nur, dass dadurch die Nerven ganz allgemeimn geschont werden: Ist es nicht besser, vor seinen Kindern als Mann der tausend hilfreichen Künste dazustehen, anstatt als hilfloser Hampelmann, der nur jämmerlich frierend auf fremde Hilfe warten kann?

 Apropos Mann: Die letzten Zeilen waren zugegebenermaßen stark aus männlicher SIcht geschrieben, so dass man den Eindruck gewinnen könnte, ich hielte Survival für Männersache. Ganz und gar nicht! Selbstverständlich sollte keine Frau vor "Männerdingen" zurückschrecken. Deswegen ist Survival unbedingt auch etwas für Frauen, so wie Fischen, Jagen, Segeln und tausend andere Dinge auch, bei denen manche Männer immer noch ein wenig dumm gucken, wenn ein Frau sie betreibt. Schon gerade deswegen!

 

Ein preisgünstiges Hobby

 Survival ist sowohl etwas für EInzelgänger als auch für gesellige Leute. Man kann alleine Feuer machen, sich nach dem Kompass orientieren oder eine Notunterkunft bauen, man kann es aber auch zu mehreren machen. Im letzteren Fall werden über das Lernen der Fertigkeiten hinaus auch noch Teamfähigkeit und andere soziale Fähigkeiten geschult. Deswegen schicken Firmen auch gerne Leute zur Persönlichkeitsentwicklung zu Survival-Aktivitäten.

 Wenn man Survival nur aus den Massenmedien kennt, kann man leicht den Eindruck gewinnen, es sei ein kostspielige Angelegenheit: Von einschlägigen Schulen werden Aktivitäten angeboten, die nicht ganz billig sind, zumal sie zum Teil auch in irgendwelchen fernen Leändern statt finden. Das muss aber nicht sein. Man kann sich auch ganz einfach die Bücher von "Sir Vival" aka Rüdiger Nehberg besorgen, notfalls aus der Stadtbücherei, hinaus gehen und die Dinge ausprobieren, die darin beschrieben sind. Dabei ist man an der frischen Luft, bewegt sich und hat jede Menge Spaß. Kinder und Jugendliche haben es dabei besonders einfach: Die guten, alten Pfadfinder bieten prakisch die Inhalte des Survivalgedankens an und taten dies schon lange evor überhaupt jemanddas Wort "Survival" kannte.

 Auch im Internet gibt es eine Menge Informationen über Survival, sowohl Websites als auch Videos bei YouTube. Kontakt zu Gleichgesinnten wird man ebenfalls über das Internet finden, wenn man das will und sich im eigenen Umfeld niemand dafür interessiert. Insgesamt ist Survival weit mehr als ein Rüstzeug für Notfälle, die hoffentlich nie eintreten; nicht nur eine Summe von Kenntnissen und Fertigkeiten, mit denen man sich als Jäger, Fischer, Wanderer und dergleichen den Aufenthalt im Freien komfortabler macht, sondern es ist bereits für sich selbst gesehen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, ein spannendes Hobby. Und es ist eine Lebenseinstellung, die sehr gut zum Selbstversorgergedanken passt: Sich selbst helfen zu können, anstatt von anderen abhängig zu sein, ein eigenständiger Mensch zu sein, selbst leben anstatt gelebt zu werden.

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Published by Fokko - in Überleben
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Kommentare

tiger 04/03/2010 17:07


danke für den beitrag


Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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