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Ich sage ja immer, dass das neue Gartenjahr eigentlich nicht im Frühling, sondern im Herbst beginnt, weil das Umgraben und die anschließende Wirkung des Frostes auf die Schollen bereits die Vorbereitung für die nächste Frühjahrsbestellung ist. So gesehen wären wir jetzt ja schon mitten drin im neuen Gartenjahr, aber tatsächlich tut sich draußen natürlich nicht viel. Und trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man tun kann, so das man auch außerhalb der Vegetationsperiode den Kontakt zur Materie nicht verliert.
Allerdings gibt es doch ein paar Dinge, die man im Winter tun kann. Zum Beispiel hat man jetzt eventuell ein wenig Zeit, um sich theoretisch ein wenig weiterzubilden indem man das eine oder andere Gartenbuch liest. Oder man macht sich schlau über Arten und Sorten, die man noch nicht kennt, mit denen man es aber eventuell versuchen will, wenn man herausfindet, dass man ihnen geeignete Bedingungen bieten kann.
Wenn es draußen so aussieht, gibt's für den Gärtner nicht viel zu tun
Leider kann es auch passieren, dass man mit einer neuen Art oder Sorte Pech hat. Wenn das im abgelaufenen Gartenjahr der Fall war, kann man nun nach den Ursachen forschen: Bücher, Gartenseiten im Web und vor allem auch Foren und Gespräche mit anderen Gärtnern. Natürlich sind das auch die Quellen für die anderen Weisheiten, die man sich im Winter aneignen kann.
Eine weitere typische Winterarbeit des Gärtners ist die Planung. Ich persönlich, das muss ich gestehen, plane ja nicht vor, sondern überlege mir im Frühling, was ich im Vorjahr auf welchem Beet hatte und was ich jetzt darauf pflanzen will. Das heißt jedoch nicht, dass ich von der Planung abrate. Natürlich kann die Natur die schönste Planung über den Haufen werden. Vor allen Dingen nutzen die schönsten Pläne für die Zweitbestellung von Beeten nichts, wenn der Sommer so toll ist wie der letzte und die Erstbestellungen zu spät reif werden. Wer jedoch plant und seine Planungen auch archiviert, der hat unter anderem den Vorteil, dass er jederzeit nachsehen kann, was vor zwei oder drei Jahren auf einem Beet war. Das kann wichtig werden, wenn man etwas anbauen will, das man länger als ein Jahr nicht auf das selbe Beet setzen soll.
Aber auch praktisch kann jetzt dies und das tun: Beispielsweise kann man sein Gartengeräte durchsehen, gründlich reinigen und, wo nötig, instand setzen. Zum Beispiel einen Stiel ersetzen, der schon seit drei Jahren mit Isolierband geflickt ist oder endlich mal die Kraftstoffanlage der Motorhacke reinigen.
Bald wird es auch schon Zeit für die Anzucht von Pflanzen: Peperoni säe ich immer am Sylvester-Nachmittag. Ich habe dafür schon mal in der Garten-Newsgroup Mecker von anderen Gärtnern bekommen, auch in Bezug auf meine Tomaten, die ich - wie übrigens viele - traditionell an Mariä Lichtmess säe. Einer verdächtigte mich sogar, dass ich meine Pflanzen mit Chemie aufpäppeln würde, was aber nicht stimmt. Schon allein deswegen, weil ich dazu viel zu faul und zu geizig bin.
Wenn man die Peppis beizeiten sät, kann man mit etwas Glück auch schon recht früh ernten
Das Argument gegen das frühe Ziehen von Tomaten und Paprika im Zimmer ist das geringe Lichtangebot in der Winterszeit. Das mag etwas für sich haben. Andererseits habe ich aber, wenn ich meine Peperoni an Sylvester säe nach den Eisheiligen normalerweise bereits blühende Pflanzen und vereinzelt sogar schon Fruchtansatz. Entsprechend früh kann ich mir dann auch von meinen ersten eigenen scharfen Paprika beim Vesper das Wasser in die Augen treiben lassen.
Über die Peperoni habe ich bereits vor zwei Jahren einen Artikel geschrieben, auf den ich in der Garten-Newsgroup verlinkte und die erwähnte Schelte bekam. Als ich dann ziemlich früh, nämlich Ende Juni, die erste reife Schote hatte, habe ich hier darüber berichtet und konnte es mir natürlich nicht verkneifen, wieder in der Garten-Newsgroup darauf hinzuweisen. Allerdings war es dort dann aus der Ecke meiner winterlichen Kritiker sehr still...
Auch wer Obstbäume hat, bekommt jetzt etwas zu tun. Den Pflege- und Erziehungsschnitt erledigt man traditionell im Winter. Es ist nicht so, dass das biologische Gründe hätte, wie manche glauben. Zwar wird der Baum im Winter eventuell nicht so leicht von Krankheitserregern befallen, die durch die beim Schnitt entstehenden Verletzungen eindringen können, dafür kann er sie aber auch nicht so gut abheilen wie in der Wuchsperiode. Der Grund dafür, dass man gerne im Winter schneidet ist, dass man besser sieht was man tut, wenn keine Blätter da sind.
Bäume richtig zu schneiden ist kein Hexenwerk. Es gibt einige wenige Grundregeln, die man beachten muss, um brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Bereits vor zwei Jahren habe ich hier die Grundlagen des Baumschnitts erläutert und zwar in dem Artikel "Zeit für den Obstbaumschnitt".
Ein bisschen etwas gibt es für uns Gärtner also auch jetzt zu tun. Und ansonsten können wir einmal ein wenig ausspannen, wie es dem natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten entspricht und - wenn wir Ernteüberschüsse eingefroren, eingeweckt, eingelegt oder sonst wie konserviert haben - auch noch ein wenig die Früchte unserer sommerlichen Arbeit genießen.
Übrigens: Wer ganz neu mit dem Gärtnern anfangen will, findet die wichtigsten Informationen für den Einstieg in den Gemüseanbau in kompakter Form in meinem eBook "Gärtnern für alle".