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„Off-shore-Strom aus der Nordsee nach Köln oder Stuttgart zu bringen kostet Geld, das muss von uns allen bezahlt werden,“ meint Günther Oettinger. Eigentlich überrascht das nicht. Jedem, der ein bisschen etwas von regenerativen Energien versteht, sollte ja klar sein, dass der ganze Off-Shore-Hype nur einen Zweck hat: Die Pfründe der Stromriesen auch über das Ende der Stromgewinnung aus fossilen Energieträgern hinaus zu sichern - und zwar mit unserem Geld.
Diese Kunde von weiterem pekuniären Ungemach, das uns Bürgern im Rahmen des Klima-Ablasskultes dräut, bringt uns nicht nur Michael Mross und seinen mmnews.de. Den könnte man von Seiten der obrigkeits- und mediengläubiger Bürger und ihrer "Qualitätsmedien" als Multi-Verschwörungstheoretiker abtun. Die Seite kann als Quelle der Nachricht jedoch eines dieser Qualitätsmedien, nämlich die "Welt" nennen.
Energie aus regenerativen Quellen ist per se regional: Die Technologien zur Gewinnung von Strom (bzw. Wärme) aus Sonnenstrahlung, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme sind skalierbar. Das bedeutet, dass entsprechende Anlagen praktisch in praktisch beliebiger Größe gebaut werden können. Außerdem kommen sind die entsprechenden Energieträger überall oder - bei der Wasserkraft - zumindest an sehr vielen Orten vorhanden.
Windkraft nutzt man am sinnvollsten lokal und regional wie hier im Windpark Waldhausen bei Aalen/Württ. Offshore-Windkraftwerke sollen lediglich dazu dienen, die das Oligopol der großen Stromkonzerne zu erhalten, indem Strom weiterhin von diesen zentral erzeugt und über deren Netze verteilt wird.
Neben dem der Unabhängigkeit von endlichen Ressourcen besteht der große Vorteil der Stromgewinnung erneuerbaren Energien daher auch darin, dass sie lokal und regional, ja sogar bis hinunter auf die Ebene einzelner Haushalte und Firmen genutzt werden können. Größere Solarkraftwerke, Windparks und Wasserkraftwerke können auf der Ebene des Mittelspannungsnetzes arbeiten, kleine kommunale, firmeneigene und private Wind- und Sonnenenergieanlagen sogar auf der des Niederspannungsnetzes. Dadurch werden Hoch- und Höchstspannungsnetze weitestgehend überflüssig. Und das bedeutet natürlich das Aus für das Geschäft der Stromriesen, das darin besteht, Strom in großen Mengen zentral zu erzeugen und über Hoch- und Hochspannungsnetze zu verteilen.
Bereits als ich das erste Mal von den Plänen zur Erzeugung von Windstrom in großem Stil auf See erfuhr, hörte ich augenblicklich eine mindestens elefantengroße Nachtigall trappsen: Bei dieser Technologie wird, so wie bei der Stromgewinnung aus Kohle, Öl und Kernbrennstoffen auch, die elektrische Energie wiederum von großen Energieversorgern zentral erzeugt und über deren Leitungsnetze verteilt. Damit wollen diese Unternehmen natürlich nichts anderes erreichen, als ihr Oligopol auf die Stromversorgung zu retten, damit sie weiterhin beim Strom kräftig abzocken können. Besonders hilfreich ist dabei auch, dass man diese Geschäfte im Rahmen des Klima-Ablasskultes der Treibhaus-Sektierer betreiben kann.
Bei der sinnvollen regionalen Nutzung von regenerativen Energiequellen werden Höchst- und Hochspannungsleitungen überflüssig - das stört natürlich die Energieriesen
Dabei hilft ihnen nun auch Oettinger, in dem er als EU-Kommissar das tut, was er als Ministerpräsident unseres Muschterländles schon getan hat - und was im übrigen offenbar die vornehmste Pflicht aller Politikanten und Regierigen ist: Großen Unternehmen dabei behilflich zu sein, den Bürger nach Strich und Faden abzuzocken.
"... doch es nahm der Brief nicht wunders, als man las von wem er sei", heißt es in einem uralten Bonifatius-Kiesewetter-Gedicht. Genauso wenig wundert man sich darüber, dass ausgerechnet Günther Oettinger die Energieriesen protegiert: Schon in seinem alten Job als Ministerpräsident stand er einem Bundesland vor, in dem erneuerbare Energien alles andere als hoch im Kurs stehen, wie ich bereits vor längerer Zeit hier berichtet habe. Und das übrigens, obwohl es auch bei uns in Württemberg recht viele hinreichend windhöffige Standorte gibt, wie die leider noch viel zu wenigen Windparks, zum Beispiel bei uns hier auf der Ostalb, zeigen.
Das Üble an der Sache ist nicht nur, dass diese Geschichte natürlich wieder unser aller Geld kostet. Dieses Geld, welches man aus unseren Taschen in die der Stromriesen abzapft, fehlt uns nämlich und kann nicht in sinnvolle Projekte zur Selbstversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen investiert werden, wie etwa eigene Sonnen- und Windkraftanlagen oder Anteile an Windparks. Und natürlich wird der ganze Offshore-Unfug auch wieder Steuergelder kosten, die dann ebenfalls nicht mehr für die Förderung sinnvoller Projekte zur Verfügung stehen. Und ganz nebenbei können bereits bei wenig mehr als nur flüchtigem Hinsehen als hirnrissig erkennbare und zudem auch noch als Eisbärenrettungs verkaufte Projekte wie Offshore-Winstrom und Desertec auch noch als Alibi dienen: Warum soll man die regionale und private Nutzung fördern, wenn doch bereits im großen Stil Lösungen gefunden werden?