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Bei dem Wort Holzvergaser denkt man sofort an den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit, als Benzin und Diesel knapp waren. Damals erzeugte man aus Kleinholz Gas, das dem alten Stadtgas ähnelte und sich zum Antrieb von Verbrennungsmotoren eignet. Was manchem vielleicht nicht auf den ersten Blick klar ist: Auch die Holzvergasung ist Energieerzeugung aus Biomasse und damit aus einem erneuerbaren Energieträger.
Holzvergaser an einem Adler Diplomat: Für's Auto ein wenig klobig aber als stationäre Anlage zur Stromerzeugung durchaus auch im kleinen Stil praktikabel (Foto: User Mattes von Wikimedia)
Deswegen ist die Holzvergasung heute wieder interessant geworden und es wird daran geforscht, auch wenn diese Technik medial stark im Schatten von Sonnenenergie, Biogas und Windkraft steht. Bei genauem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die Holzvergaser-Technik einerseits kleine, handliche Einheiten ermöglicht und daher eher für den "Hausgebrauch" geeignet ist als Biogas und andererseits besser für den Selbstbau geeignet als Solaranlagen, bei denen ja das wichtigste, die Solarzellen, für teures Geld gekauft werden müssen.
Wenn ich auch das Mär vom menschengemachten Klimawandel für einen ausgekochten Humbug halte, bin ich doch sehr für die Nutzung von regenerativen Energiequellen. Als radikaler Demokrat und erklärter Globalisierungs- und EU-Gegner bin ich für alles was die Autarkie auf Haushalts-, kommunaler, regionaler und nationaler Ebene fördert und die Macht der Großkonzerne aushebelt. Alternative Energien tun das im Allgemeinen und gerade auch die Holzvergasertechnik im speziellen bietet, was Herstellung, Reparatur und Wartung der Anlagen angeht, große Chancen für kleine Firmen: Eine Holzvergaseranlage kann im Prinzip jede Schlosserei bauen, warten und reparieren, Geld und Arbeitsplätze bleiben also am Ort bzw. in der Region. Da die Gasgewinnung aus Holz unabhängig von Witterungsbedingungen funktioniert, sind Holzvergaseranlagen genauso wie die Biogastechnik eine hervorragende Ergänzung zu Windkraft und Solarenergie.
Ob der Betrieb eines Autos mit Holzgas billiger kommt als Benzin weiß ich zwar nicht genau, vermute es jedoch. Allerdings ist er mit ziemlich viel Aufwand verbunden und ich denke mal, dass man bei der Zulassung eines solchen Fahrzeuges allerhand behördliche Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen wird. Da ist altes Frittenöl wohl doch die einfachere Lösung. Wesentlich praktikabler dürfte jedoch der Betrieb einer stationären Holzvergaser-Anlage zur Stromerzeugung sein, die gleichzeitig Warmwasser und Heizwärme erzeugen kann.
Mit einer kleinen Holzvergaseranlage kann man seinen eigenen Strom erzeugen und die Abwärme zum Heizen nutzen. Genau genommen sollte ja kein Brennstoff nur zum Heizen verwendet werden, sondern immer eine Kraft-Wärme-Kopplung stattfinden, da sich die Abwärme von Wärmekraftmaschinen sehr gut zum Heizen eignet. Es ist also unverständlich, dass nicht auch jeder Heizkessel für Gas oder Öl statt des Brenners einen kleinen Verbrennungsmotor besitzt und nebenher Strom erzeugt. Bei den heute üblichen aufwendigen Heizkesseln und den hohen Gesamtkosten einer Zentralheizungsanlage würden ein kleiner Diesel- oder Gasmotor statt des Brenners und ein Generator bei den Kosten wohl nicht so erheblich in Gewicht fallen und sich sehr schnell durch den erzeugten Strom amortisieren.
Zum Thema Holzvergaser gibt es allerhand im Netz zu finden, aus der Vielzahl der Infos kann ich drei interessante Links empfehlen, die sich als Einstieg für Leute eignen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten:
Themenheft Kleine Holzvergaser - Ein Bericht aus der Praxis mit Tipps zum Selbstbau (pdf)
Holzvergaser von Ottinger Power (auf der Seite gibt's auch Infos zu Biogas)
Ein Opel Kadett mit Holzvergaser + allerhand allgemeine Infos zur Technik