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So schlecht geht es unserer Umwelt gar nicht: Wald und Wasser sind gesünder als so mancher glaubt...
Dabei wird aber regelmäßig übersehen, dass sich in Sachen Umweltschutz in den letzten 20, 30 Jahren einiges getan hat, viele Maßnahmen sogar bereits gegriffen haben und sich manches bereits verbessert hat. Das liegt wohl daran, dass für Journalisten der Grundsatz “bad news are good news” gilt, weil die Leute eben lieber schreckliche Dinge sehen, hören und lesen wollen als gute Nachrichten.
Ein typisches Beispiel dafür, dass es der Umwelt in der Vorstellung der Menschen oft schlechter geht, als in der Realität: Tatsache ist nämlich, dass man im Main nicht nur Baden kann, sondern es dort auch schon seit Jahren stellenweise sogar wieder Flusskrebse gibt, und dieser Fluss keine Ausnahme ist. Auch dem Rhein geht es schon lange wieder besser, die Fische aus der Elbe kann man wieder essen und der Bodensee etwa hat sowieso erstklassiges Wasser.
ich, oft in Wald und Feld unterwegs ist und dabei seine Augen aufmacht, der wird sehen, dass sich auch manches zum positiven verändert: Neubürger unserer Tier und Pflanzenwelt wie den Waschbären, den Enok oder Marderhund, das indische Springkraut und den Riesenbärenklau mag man ja mit gemischten Gefühlen betrachten oder teilweise gar eher ablehnen; die Zunahme der Waldfläche in unserem Land aber ist z.B. eindeutig eine positive Tendenz, genauso wie der sich vielerorts ganz natürlich entwickelnde neue Wald auf den Wiebke- und Lotharflächen.
Was hier verschneit so reizend aussieht ist in Wirklichkeit ein öder Holzacker: Eine Fichtenmonokultur
So bezeichnet man diejenigen Flächen, auf denen die gleichnamigen Stürme Fichtenmonokulturen umgeworfen haben und bei denen dann das Geld fehlte, sie wieder in konventioneller Weise zu bepflanzen. So konnten sich dort diejenigen Pflanzen ansiedeln, die solche Flächen von Natur aus besetzen: Es sind dies zunächst alle möglichen Kräuter, Stauden und Gräser, aber auch Sträucher und Bäume wie die Hasel, der Schwarzdorn, die Weide, der Holunder, die Birke und noch einige andere mehr.
In diesem Altersklassenwald wächst ein wenig Gras auf dem Boden, weil er erst durchforstet wurde. Wenn die Kronen wieder zusammengewachsen sind, wird es hier wieder im wahrsten Sinne des Wortes düster aussehen
In ihrem Schutz wachsen dann diejenigen Bäume auf, die den bei uns bodenständigen, natürlichen Mischwald bilden. Das ist vor allem die Buche, die dann je nach den lokalen Boden- und Klimaverhältnissen mit verschiedenen anderen Baumarten die eine oder andere Variante des bei uns von Natur aus üblichen Buchenmischwaldes bildet: Je nach Standort und Kleinklima ist die darin vorherrschende Buche mit verschiedenen anderen Bäumen vergesellschaftet, der Eiche, der Ulme, der Esche, der Erle, der Fichte, der Tanne und vielen anderen mehr.
Die Bäume in einer Waldabteilung sind alle gleich alt und von der gleichen Art. Eine solche Monokultur, vor allem, wenn sie aus Fichten besteht, ist artenarm und ökologisch instabil, anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Deswegen muss hier ständig eingegriffen, das Totholz entfernt und die Borkenkäfer weggefangen werden. Das ist zum einen teuer, zum anderen bietet es doch keine wirkliche Sicherheit dagegen, dass doch einmal irgendwelche Schädlinge oder Krankheiten in großem Stil zuschlagen, also eine Kalamität stattfindet, wie es der Förster nennt.
Beginn mit Naturverjüngung: Dieses Altholz wurde aufgelichtet, dass unter den alten Baümen von selbst aus Samen neuer Wald aufwachsen kann
Speziell Fichtenmonokulturen haben oft ein so dichtes Kronendach, dass kaum noch Licht bis auf den Boden dringt. Deswegen gibt es hier unter den Bäumen keine Sträucher, keine Kräuter und keine Gräser, ja kaum Pilze wollen hier wachsen. Die heruntergefallenen, toten Nadeln bilden ein dicke, sterile Schicht; sie verrotten sehr schlecht. Und wo es kein Pflanzen gibt, da gibt es auch keine Tiere, man hört kaum einen Vogel singen und so ist die Fichtenmonokultur kein lebendiger Wald, sondern ein öder Holzacker.
Das Ganze bildet nun jede Menge ökologische Nischen für Tiere der unterschiedlichsten Art. Vom Einzeller über Insekten und Vögel bis hin zu größeren Säugetieren wie Reh, Hase und Wildschwein. Ihnen allen bietet ein solcher Wald Lebensraum, Nahrung und Deckung.
Hier hat sich in einem Altholz bereits ein "Erdgeschoss" aus jungen Bäumen und Sträuchern gebildet
Ein solcher Mischwald ist nicht nur ökologisch stabil, sondern wird auch nicht so leicht vom Sturm umgerissen, da die eher labilen Bäume wie etwa die Fichte von den standfesteren wie der Buche geschützt werden.
Das ist für den Wald nicht anders, als wenn ein alter Baum von selbst stirbt und umfällt. Die Lücke im Kronendach schließt sich durch niedrigere Bäume, die unter dem nun fehlenden gestanden sind und jetzt versuchen, ihren Platz an der Sonne zu ergattern.
Ein ordentlicher Wald soll nicht nur Brennholz liefern, sondern...
Während dessen wachsen von ganz unten schon wieder jüngere Bäume nach, um möglichst irgendwann auch ihren Platz an der Sonne zu ergattern. Weil nie der Wald als ganzes umgesägt wird, sondern er sich kontinuierlich durch nachwachsende Bäume verjüngt, spricht man von Dauerwald. Diese Form der Waldwirtschaft ist keineswegs eine neue Erfindung, sowenig wie Vollwertkost von den Hippies erfunden wurde, sondern wird von einigen Großprivatwaldbesitzern schon 100 Jahre und länger betrieben.
Auch die staatlichen Forstbehörden haben mittlerweile entdeckt, dass der naturnahe Waldbau nicht nur ökologische Vorteile hat, sondern dem konventionellen auch ökonomisch überlegen ist. Daher bauen Sie ihre konventionell bewirtschafteten Wälder zu naturnahen um.
Das geht im Prinzip recht einfach: Anstatt ein hiebreifes Altholz komplett abzuholzen lichtet
keimen, die von den alten Bäumen heruntergefallen sind und neuen, jungen Wald bilden, den der Fachmann als Naturverjüngung bezeichnet. Weil aber auf unterschiedlichen Wegen auch Samen anderer Baumarten dort hin gelangen, wächst jetzt praktisch von alleine Mischwald auf.
... sondern auch Holz, das im Sägewerk zu Schnittholz verarbeitet werden kann
Diese neue Waldgeneration kann der Förster nun durchaus auch beeinflussen: Theoretisch könnte er alle Bäume entfernen, die nicht zu der Art gehören, aus der das Altholz besteht. Dann bekäme er wieder einen konventionellen Wald, nur eben aus Naturverjüngung anstatt aus manueller Anpflanzung. Er kann aber auch nur manche Bäume heraus nehmen, die er partout nicht haben will und/oder andere dazu pflanzen, die aus ökonomischen oder ökologischen Gründen erwünscht sind. So lassen sich praktisch alle möglichen Zwischenstufen zwischen Quasi-Urwald und Altersklassenwald in Monokultur erreichen.
Da in den Staatswäldern der Waldumbau zum Dauerwald erst vor 10, 15 Jahren begonnen hat, sieht man dort noch nicht alle Waldstockwerke, die ein naturnaher Wald hat. Unter den aufgelichteten Kronendächern der Althölzer findet man aber bereits eine Strauchschicht und Jungwuchs von einigen Metern Höhe. Das ist zwar erst eine Zwischenstufe zum fertigen naturnahen Mischwald, aber bereits ein wunderbares Biotop für viele Tierarten.
Problem Rehwild
Unter anderem fühlen sich Rehe hier besonders wohl, sie finden hier ihre arttypische Nahrung, nämlich Knospen, junge Triebe und dergleichen gehaltvolles mehr. Anders, als in den aten Fichtenmonokulturen, müssen sie nicht mehr gehätschelt und getätschelt werden, sondern vermehren sich ganz von alleine wie die Karnickel. Weder muss man sie im Winter füttern, noch müssen sie im Sommer auf die Wiesen hinaus zum äsen; der heutige Wald bietet ihnen alles was sie zum Leben brauchen.