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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

16. April 2009 4 16 /04 /April /2009 11:08

Heute setze ich die Artikelreihe über Metallbearbeitung für den Hausgebrauch mit einem neuen Teil fort, in dem es um das Feilen geht. Auch im Zeitalter der CNC-Fräsmaschinen liegt noch die eine oder andere Feile in jedem Werkbankschieber - und das zu Recht, denn für manche Dinge ist sie einfach unerlässlich. Gerade für den Heimwerker ist sie noch wichtiger, denn zusammen mit Meißel und/oder Säge kann sie bei kleinen Bearbeitungsaufgaben durchaus Ersatz für eine Fräsmaschine sein. Ein guter Grund also, den Umgang mit der Feile zu erlernen.

(Update 02.05.09: Alle Metallbearbeitungsartikel sind ab jetzt auf der Leitseite Metallbearbeitung verlinkt)

In den bereits erschienenen Teilen  dieser kleinen Reihe über den Umgang mit Metall in der Werkstatt, in Metallbearbeitung für den Hausgebrauch I,  und Metallbearbeitung für den Hausgebrauch II ging es um einige grundsätzliche Dinge wie den Werkzeugkauf sowie um das Meißeln und das Sägen. Auch der Artikel über Messen, Anreißen und Körnen gehört zu diesem Themenkreis, in dem außerdem einige grundlegende Informationen über das Lesen von technischen Zeichnungen stehen. Darüber hinaus gibt es noch den Artikel über die Winkel an der Werkzeugschneide und ihre Bewegungen, der übrigens auch für Holzbearbeiter interessant sein dürfte.

(Update 02.05.09: Alle Metallbearbeitungsartikel sind ab jetzt auf der Leitseite Metallbearbeitung verlinkt)

Bei Lehrlingen schon immer unbeliebt, aber trotzdem wichtig: Das Feilen (Bildquelle: Wikimedia)

Feilen

 Feilübungen sind von jeher die Plage der Metalllehrlinge gewesen. In der Werkstattpraxis des Maschinenbauers wird das gefürchtete Ebenfeilen von Flächen zwar eher selten notwendig sein, aber in der Lehrwerkstatt wird es immer noch geübt. Daherwollen wir kurz erklären, wie es gemacht wird: Eine Flachfeile ist nicht wirklich flach, sondern ganz schwach gewölbt. Wenn man sie eben über eine Fläche bewegt, nimmt sie daher in der Mitte mehr Material ab als vorne und hinten.

  Ein Rechtshänder nimmt das Heft der Feile in die rechte Hand und das vordere Ende des Blattes in die linke. Den linken Fuß stellt man in Richtung der Feilbewegung, den rechten etwa rechtwinklig dazu, so daß man schräg vor dem Schraubstock steht. Linkshänder machen es genau spiegelbildlich. Dann schiebt man die Feile mit kurzen Bewegungen über die Werkstoffoberfläche.

 Wenn das Werkstück breiter ist als die Feile, bewegt man sie bei jedem Strich auch ein Stückchen zur Seite, damit gleichmäßig von der ganzen Fläche abgenommen wird. Da die Feile - genau wie die Säge - nur bei der Vorwärtsbewegung zerspant, wird nur bei dieser Druck ausgeübt.

 Ebene Flächen

 Wer den Bogen heraus hat, die Feile eben zu führen, kann sogar eine hohle Fläche erreichen. Meist gelingt das aber nicht, - es ist außerordentlich schwierig, mit der Feile nicht zu „geigen“ - und man zieht die Kanten herunter.

 Dagegen hilft dann nur Mogeln: Man nimmt die Feile quer in beide Hände und zieht sie - wie der Dachschindelschnitzer sein zweihändiges Schnitzmesser - über den mittleren Bereich der Fläche, um gezielt nur hier Material abzunehmen. Ebenfalls hilfreich ist das Überkreuzfeilen: Man feilt abwechselnd unter 45° in die eine und die andere Richtung zur Längsachse. Ganz zum Schluß feilt man jedoch in jedem Falle in der Längsachse, damit ein schöner Feilenstrich entsteht.

Abb. 1: So feilt man eine Rundung („Radiusfeilen“)

 Die Ebenheit einer Fläche wird mit dem Haarlineal überprüft. Dieses hat eine Art Schneide, die mit sehr hoher Genauigkeit gerade bearbeitet wurde. Legt man es mit dieser Schneide auf eine Fläche und hält das ganze gegen das Licht, erkennt man alle Unebenheiten als Ungleichmäßigkeiten des Lichtspaltes. Wenn man dies in verschieden Richtungen tut, kann man leicht sehen, ob und in welche Richtung eine Fläche gewölbt oder sonst wie uneben ist.

 Ein Haarlineal ist nicht billig, man benötigt es jedoch nicht unbedingt. Für den Hausgebrauch tut es nämlich eine Kante der Schieblehre oder des Winkels. Man hält die Schieblehre oder den Winkel dabei schräg, so daß nur die Kante auf der zu beurteilenden Fläche aufliegt.

Der Feilenhieb

 Die „Zähne“ der Feile werden als Hieb bezeichnet, da sie durch das Einhauen von Kerben mit einer Art Meißel entstehen. Je nach der Feinheit sprechen wir von Schrupp- (grobe Oberfläche, große Spanabnahme) und Schlichtfeilen (feine Oberfläche, geringe Spanabnahme).

 Dazwischen gibt es sogenannten Bastardfeilen, die Zwischen Schrupp- und Schlichtfeilen liegen. Es gibt auch noch Feilen, die feiner als die üblichen Schlichtfeilen sind, die sogenannten Doppel- und Vierfachschlichtfeilen.

Abb. 2: Entgraten mit der Feile

 Die von der Feile erzeugten Bearbeitungsriefen bezeichnet man als Feilenstrich. Normalerweise verläuft er längs zum Werkstück. Sowohl aus optischen, als auch aus praktischen Gründen: Wenn man längs zur Werkstückoberfläche feilt, hat man eine längere Auflage und geigt weniger leicht.

 Sinnvollerweise wird man das Material für ein Werkstück möglichst mit den gewünschten Abmessungen blank gezogen kaufen. Das Feilen der Flächen beschränkt sich dann auf das Überschlichten zum Erzielen einer ansprechenden Oberfläche. Eine besonders feine Oberfläche kann man erzielen, wenn man zum letzten Schlichtgang über die Feile einen Streifen Schmirgelleinen zieht.

Verunden von Ecken ("Radiusfeilen")

 Eher als zum Ebnen von Flächen brauchen wir die Feile zum Verrunden von Kanten und Ecken. Hierbei wird die Feile mit Absicht wie ein Geigenbogen bewegt. Dadurch bearbeiten wir jeweils nur einen kleinen Teil der Rundung. Mit etwas Übung läßt sich so der Bereich, in dem Material abgetragen wird sehr gut steuern. Um eine Ecke zu Verrunden spannt man das Werkstück wie in Abbildung 1 gezeigt schräg in den Schraubstock.

Entgraten

 Eine weitere wichtige Anwendung der Feile ist das Entgraten. Bei der spanenden Bearbeitung bilden sich mehr oder weniger starke Grate an den Werkstückkanten, die sich gut mit der Feile entfernen lassen. Starke Grate entstehen z.B. beim Sägen. Gesägte Werkstücke sollten schon wegen der Verletzungsgefahr vor jeder weiteren Bearbeitung entgratet werden.

 Dazu fährt man mit der Feile im Winkel von 45° über die Kante, wobei man die Feile gleichzeitig mit der normalen Bewegung seitlich, also längs der bearbeiteten Kante, verschiebt(Abbildung 2). Nachdem der eigentliche Grat so entfernt wurde, verbleibt ein feiner Nachgrat, dem man genauso, jedoch unter einem flacheren Winkel zu Leibe rückt.

 

Abb. 3: Feilen gibt es in allerhand verschiedenen Querschnitten für unterschiedliche Bearbeitungsaufgaben

 Beim Entgraten wird praktisch immer auch die Kante mehr oder weniger stark gebrochen. Wenn nicht aus Gründen der Funktion eine scharfe Kante gefordert ist, ist dies durchaus gewünscht, da es die Verletzungsgefahr mindert. Sehr stark gebrochene Kanten bezeichnet man als Fasen. Soll eine Fase sehr breit werden, bearbeitet man sie ab einer gewissen Breite wie eine Fläche.

 Mit der Feile lassen sich auch sehr gut Konturen herstellen, bzw. anderweitig grob vorgearbeitete Umrisse endgültig in Form bringen. Daher gibt es Feilen mit unterschiedlichen Profilen, wie das in der Abbildung 3 zu sehen ist. Da gute Feilen nicht ganz billig sind, wird man sich auch nicht alle auf einmal kaufen sondern das Sortiment je nach Bedarf im Laufe der Zeit ergänzen. Für den Anfang müssten drei Stück genügen: Flachstumpf-Schruppfeile, Flachstumpf-Schlichtfeile je 250 oder 300 mm lang und eine Dreikant-Schlichtfeile 200 mm lang.

 Außer den üblichen, großen Feilen gibt es auch kleinere Ausgaben aller Formen, so wie die verschiedensten Sonderformen. Ganz kleine Feilen bezeichnet man als „Schlüsselfeilen“, die es in Sortimenten für den Hausgebrauch ziemlich billig gibt, wobei aber die Qualität nicht besonders ist. Hochwertige kleine Feilen werden als Nadelfeilen bezeichnet und sind natürlich entsprechend teurer als Schlüsselfeilen.

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Kommentare

Wurzelbär 04/19/2009 01:37

Netter Artikel!

Tataren-Otto 04/16/2009 20:50

Was hat Feilen erstens mit Selbstversorgung und zweitens mit "Metallbearbeitung für den HAUSGEBRAUCH" zu tun? Nur weil Du Kursunterlagen "übrig" hast, *mußt* Du sie ja nicht zwingend benutzen :-)
BItte bitte endlich Schweißen!!! Da gibts doch eine Menge mögliche Anwendungen als Selbstversorger.

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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