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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

27. März 2009 5 27 /03 /März /2009 16:53

Neben dem Lesen von Zeichnungen sind Messen, Anreißen und Körnen grundlegende Fertigkeiten der Metallbearbeitung. Wer sich also mit Metall befassen will, sollte sich zunächst damit auseinandersetzen. Es ist aber gar nicht so schwierig; wie es funktioniert, zeigt mein heutiger Blogartikel.

(Update 02.05.09: Alle Metallbearbeitungsartikel sind ab jetzt auf der Leitseite Metallbearbeitung verlinkt)

 Bevor man anfängt Material zu bearbeiten, muss die zu erzeugende Form auf dem Werkstück angezeichnet werden, was der Fachmann als Anreißen bezeichnet. Dazu muss zunächst gemessen werden. Die einfachen Mess- und Anreißwerkzeuge sehen wir in Abbildung 1. Große Maße werden mit dem Zollstock oder dem Bandmaß gemessen, für die kleineren gibt es Stahlmaßstäbchen, wie in der Abbildung dargestellt. Linien kann man mit der Reißnadel anzeichnen und Mittelpunkte von Bohrungen mit dem Körner. 

Abb. 1: Messzeuge und Anreißwerkzeuge: Messschieber (Schieblehre), Stahlmaßstab, Anschlagwinkel, Reißnadel und Körner

 Wenn man genauer als auf 1 mm ablesen möchte, benützt man die Schieblehre. Man soll ja heute Messschieber dazu sagen und Beruffschullehrer sowie jüngere Metaller nennen sie auch so. Wenn mich jemand dahingenden verbessert, stelle ich mich stur und benutze das ganz alte Wort "Kaliber".

Der Grund für den neuen Ausdruck "Messschieber" ist eineher haarspalterischer: Man misst mit der Schieblehre und lehrt nicht. beim Messen erhält man nämlich eine Maßzahl, Eine Lehre hingegen hat ein festes Maß, mit dem man das entsprechende Maß am Werkstück überprüft und dabei lediglich die Information "stimmt" oder "stimmt nicht" erhält.

Man könnte ja auch "Schiebmesse" sagen, aber das gefällt den Berufsschullehrern bestimmt auch nicht. Inkonsequent sind sie übrigens in dieser Hinsicht auch, denn sie stören sich andererseits nicht daran, dass man Lehren unter den Oberbegriff "Messzeuge"  fallen lässt, obwohl man mit ihnen ja garnicht misst. Da heben die Griffelspitzer, die sich den "Messschieber" ausgedacht haben, sicher nicht aufgepasst.

Abb. 2: So wird der Nonius am Messschieber abgelesen

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema: Die Schieblehre hat zwei Backen, zwischen die man das zu messende Werkstück klemmt. Damit man auch die Zehntel zwischen den Millimetern ablesen kann, verfügt sie über einen sogenannten Nonius. Manchmal hört man, daß diese Einrichtung von einem gewissen  Portugiesen namens Nonius erfunden worden sein soll (eigentlich einleuchtend, da der Nonius auch am Sextanten vorkommt und die Portugiesen ein bedeutendes Seefahrervolk waren). Womöglich kommt die Bezeichnung aber vom lateinischen Wort für Neun und der Herr Nonius gehört zur gleichen Gilde wie Enrico Binomi, der sagenhafte Erfinder der gefürchteten binomischen Formeln, mit dem uns unser Mathe-Professor beim Studium immer verkohlte.

 Der Nonius ist in 10 Teile eingeteilt, die zusammen genauso lang sind wie 9 Einheiten des eigentlichen Maßstabes. Wenn nun der Nullstrich des Nonius - wie links in der Abbildung 2 unten dargestellt - mit einem Strich der Teilung übereinstimmt, also ein ganzzahliges Maß gemessen wird (in der Abbildung 10 mm), decken sich der Null- und der letzte Strich des Nonius mit Teilstrichen des Maßstabes. Dabei ist der 1. Teilstrich des Nonius 0,1 mm vom nächsten Teilstrich des Maßstabes entfernt, der zweite 0,2 mm, der dritte 0,3 mm und so weiter.

 Wenn man nun den Nonius 0,1 mm über das ganzzahlige Maß hinausschiebt, deckt sich der 1. Teilstrich mit dem nächsten Strich des Maßstabes, schiebt man 0,2 mm weiter, deckt sich der 2. Teilstrich mit dem ihm zunächst liegenden Teilstrich des und so fort. In der rechten Darstellung der Abbildung 2 deckt sich z.B. der dritte Teilstrich des Nonius mit einem Strich des Maßstabes, während sich der Nullstrich zwischen 10 und 11 mm befindet. Die Ablesung lautet also: 10 mm + 0,3 mm vom Nonius = 10,3 mm. 

Abb. 3: So wird eine technische Zeichnung bemaßt: Die Maße gehen für jede Dimension immer von nur einer Bezugskante aus, man sagt in der Werkstatt auch „man lebt von der jeweiligen Kante aus.“

 Beim Anreißen zeichnet man die für die Bearbeitung maßgeblichen Linien mit der Reißnadel an, wobei man den Maßstab oder den Anschlagwinkel als Lineal benützt. Dabei beziehen sich die Maße immer auf zwei rechtwinklig zueinander liegende Bezugskanten, so wie das in der Abbildung 3 zu sehen ist: Alle Maße für die Bohrungsmittelpunkte sind auf die linke und die obere Kante bezogen, der Metallhandwerker sagt, er „lebt“ von diesen beiden Kanten aus. Daher müssen vor dem Anreißen eines solchen Lochbildes die Bezugskanten rechtwinklig zueinander bearbeitet werden. Eine Reißnadel ist nichts als ein Stück gehärtetes Rundmaterial mit einer angeschliffenen, schlanken Spitze. Man kann sie fertig kaufen - manche haben eine Spitze aus Hartmetall - oder aus einem gehärteten Stück dünnen Rundmateriales aus Werkzeugstahl oder z.B. aus einem kaputter Schraubenzieher selbst herstellen.

 Einfachstes Beispiel ist das Anzeichnen eines Maßes zum Absägen eines Flachstahles. Zunächst wird mit Hilfe des Stahlmaßstabes das Maß an einer Kante mit der Reißnadel markiert, wie das in Abbildung 4 zu sehen ist. Dann legt man den Anschlagwinkel wie in Abbildung 5 gezeigt an und zieht den Riß über die ganze Breite des Werkstückes durch. Bei der lehrbuchmäßigen Arbeit wird der Riß dann bei der Bearbeitung haargenau halbiert, da die Mitte Riß das Maß darstellt. Mit groben Werkzeugen wie Meißel oder Säge läßt sich dies jedoch kaum erreichen. Daher muss für genaue Arbeiten zunächst etwas neben dem Riß gearbeitet und daß endgültige Maß z.B. mit der Feile hergestellt werden.

Abb. 4: Anreißen eines Maßes mit Stahlmaßstäbchen und Reißnadel

 Um eine Bohrung anzuzeichnen geht man zunächst im Prinzip genauso vor, nur daß für jeden der beiden Abstände zu den Bezugskanten ein Riß anzubringen ist. Am Kreuzungspunkt der Risse, dem Mittelpunkt der Bohrung, setzt man einen Körnerschlag. Dazu hält man den Körner zunächst schräg, setzt die Spitze auf den Kreuzungspunkt und richtet dann den Körner auf. Mit einem ganz leichten Hammerschlag zeichnet man den Punkt an und kontrolliert seinen Sitz. Wenn er nicht genau sitzt, kann man ihn durch schräges Körnen so noch etwas korrigieren. Wenn der Punkt stimmt, wird der Körner ein zweites Mal hineingesetzt und mit einem kräftigen Hammerschlag die endgültige Körnung hergestellt, welche die erste Führung der Bohrerspitze beim Anbohren darstellt. 

Abb. 5: Rechtwinkliges Anreißen mit dem Anschlagwinkel

 Körner und Reißnadel schärft man selbst am Schleifbock nach, indem man sie im gewünschten Winkel gegen die Scheibe drückt und dabei langsam dreht. Der Winkel der Körnerspitze sollte ca. 60° betragen, die Reißnadel spitzt man etwas schlanker als einen Bleistift. Dabei taucht man das zu schleifende Werkzeug immer wieder zum Abkühlen ins Wasser. Keinesfalls darf ein stählernes Werkzeug beim Schleifen braun oder gar blau anlaufen, da dann die Härte verloren geht.

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