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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

1. April 2009 3 01 /04 /April /2009 09:41

Für den Haushalt, besonders fürs eigene Haus und natürlich spziell für Selbstversorger ist es nützlich, wenn man auch ein wenig mit Metall umgehen kann. Eine kleine Metallwerkstatt ist nicht allzu teuer einzurichten und leistet immer wieder gute Dienste - nicht zuletzt, wenn man etwas am Auto macht. Aber auch in Haus und Garten braucht man immer wider einmal ein kleineres Metallteil, wie einen Winkel, einen Haken oder eine Lasche. Daher will ich in nächster Zeit in loser Folge eine Reihe von Artikeln veröffentlich, die sich mit den Grundlagen der Metallbearbeitung befassen und die wichtigsten Arbeiten erklären, die auch mit preisgünstigen Mitteln daheim ausgeführt werden können.

(Update 02.05.09: Alle Metallbearbeitungsartikel sind ab jetzt auf der Leitseite Metallbearbeitung verlinkt)

Eine einfache Metallarbeit: ein Kerzenleuchter aus Blech, wie ihn die Teilnehmer meiner Metall-Lehrgänge als erste Arbeit anfertigen, mit einem Teil der erforderlichen Werkzeuge

Metallbearbeitungsverfahren 

Um aus Metall alle die Gegenstände zu machen, die wir in unserer Welt finden und die uns das Leben erleichtern und verschönen, muss es, nach dem es einmal gewonnen wurde, noch bearbeitet und dadurch in die gewünschte Form gebracht werden. Es gibt eine ganze Reihe von Verfahren, Metalle zu bearbeiten und zu verbinden. Grundsätzlich kann man sich einen Überblick über die verschiedenen Verfahren zur Bearbeitung von Metall machen, wenn man sie zunächst einmal grob systematisiert

Spanlose Verfahren

  • * Urformen: Gießen
    * Umformen: Schmieden, Biegen, Fließpressen usw.
    * Trennen: z,B. Stanzen, Schneiden

Spanabhebende Verfahren

  • * Mit geometrisch bestimmter Schneide: Sägen, Fräsen, Drehen, Bohren usw.
    * Mit geometrisch unbestimmter Schneide: Schleifen, Hohnen

Fügeverfahren

  • * Lösbare Verbindungen: Verschrauben, verstiften etc.
    * Nicht lösbare Verbindungen: Nieten, Schweißen, Löten

Ein Flaschenschraustock, wie ihn Schmiede verwenen: ein unverwüstliches Gerät, das selbst schwere Biegearbeiten klaglos wegsteckt, dafür aber zum Einspannen kleinerer, feiner Werkstücke nicht so gut geeignet ist.

 Sehr verbreitet und vielleicht von vielen Menschen als die typischen Bearbeitungsverfahren der Metalltechnik angesehen sind die spanabhebenden Verformungsmethoden. Aber auch die spanlosen Bearbeitungsverfahren spielen ein wichtige Rolle. Man kann die Bearbeitungsverfahren auch unter dem Gesichtspunkt sehen, ob sie von Hand oder mit Hilfe von Maschinen ausgeführt werden. Da bei den manuellen Metallbearbeitungsverfahren das zu bearbeitende Werkstück in aller Regel in einen Schraubstock eingespannt wird, spricht man auch von den so genannten Schraubstockarbeiten.

Schraubstockarbeiten

 Eine kleine Metallwerkstatt für Schraubstockarbeiten leistet auch im Haushalt gute Dienste und ist auch für jemanden interessant, der nicht beruflich mit Metall zu tun hat. Man führt darin außer dem Bohren und groben Schleifarbeiten mit dem Winkelschleifer vor allem Schraubstockarbeiten aus. Damit kommt man allerdings in vielen Fällen schon recht weit. Da die Metallbearbeitung auch im Heimwerkerbereich von Nutzen ist, soll hier auch kurz auf den Werkzeugkauf eingegangen werden.

Ein stabiler, großer Parallelschraubstock für Mechaniker, Maschinenbauer und dergleichen. Neu ist so etwas recht teuer, man sollte also gucken, dass man ihn irgendwo gebraucht bekommt, wenn man unbedingt gleich so groß einsteigen will.

 Das Bohren gehört zwar eigentlich zu den Maschinenarbeiten, soll jedoch hier bei den Schraubstockarbeiten besprochen werden, da es in der Praxis auch mit diesen zusammen gelehrt wird. Der Winkelschleifer ist zwar eigentlich auch eine Maschine, wird aber wie ein Handwerkzeug geführt und oft auch am Schraubstock eingesetzt.

 Gute Metallbearbeitungswerkzeuge sind nicht ganz billig, aber auch nicht exorbitant teuer. Vor allem kann man sich die einzelnen Werkzeuge nach und nach, wie der Bedarf anfällt, zusammenkaufen und erhält mit der Zeit eine wohlbestückte Werkstatt. Mit den bei den meisten Selbermachern vorhandenen Grundwerkzeugen läßt sich aber auch schon eine Menge anfangen:


  • * Bohrmaschine mit Bohrständer, kleinem Maschinenschraubstock und Spiralbohrern für Metall
    * Winkelschleifer
    * Schleifbock
    * Stichsäge
    * Metallsäge
    * Meißel
    * Hammer
    * Feilen
    * Schraubstock

Eine Handbohrmaschine hat wohl jeder Heimwerker: Für einfache Bohrarbeiten in Metall ist sie notfalls auch geeignet, vor allem, wenn man sie in einen passenden Bohrständer spannt. Frei geführt leistet sie bei Montagerbeiten gute Dienste.
 

Wenn man sich dazu noch die wichtigsten Gewindeschneideisen und -bohrer - meist reichen M 6, M 8 und M 10 aus - anschafft, ist schon fast vollständig ausgerüstet. Es fehlen jetzt lediglich noch Mess- und Anreißwerkzeuge:


  • * Schieblehre (der normgerechte Ausdruck heißt „Messschieber“, sagt aber kein Mensch)
    * Metallmaßstäbchen
    * Anschlagwinkel
    * Reißnadel
    * Körner

Qualität

 Die Werkzeuge, soweit nicht sowieso vorhanden, kauft man sinnvollerweise nicht vom Grabbeltisch im Baumarkt sondern in einem soliden Eisenwarenladen oder einem Fachgeschäft für Industriebedarf. Das ist in Wirklichkeit auch nicht teurer, wobei gerade dort, wo die Profis kaufen, auch bei Einkäufen unter € 100.- oft gute Rabatte herausgehandelt werden können.

Eine Tischbohrmaschine ist für Metallarbeiten eine feine Sache. Hier ein relativ preisgünstiges Exemplar aus dem Baumarkt, welches bei mir aber nichtsdestotrotz schon seit Jahren gut Dienste leistet. Ein solche Maschine ist übrigens auch recht hilfreich, wenn man Löcher in Holz chön rechtwinklig bohren möchte.

 Besonders wichtig ist die Qualität bei Gewindeschneidwerkzeugen. Statt des Komplettsatzes von M 0,5 bis M 20 zum Schleuderpreis kauft man sich zunächst lediglich Gewindebohrersätze und Schneideisen der drei oben angegebenen Größen mit den passenden Schneideisenhaltern und einem Windeisen in wirklich guter Ausführung, was - wenn überhaupt - auch nicht viel mehr kostet.

 Auch beim Schraubstock sollte möglichst nicht gespart werden. Ein guter, stäbiger Parallelschraubstock ist leider nicht billig, hält dafür aber ein Leben lang (und länger). Kauft man ihn neu, muss man einige Hundertmarkscheine dafür auf den Tisch legen. Glück hat derjenige, der ein solches Stück erbt oder geschenkt bekommt.

 Billigere Schraubstöcke aus dem Baumarkt sind manchmal auch nicht schlecht, was man aber auf den ersten Blick nicht erkennen kann. Im Zweifelsfalle riskiert man ein paar Fünfeuroscheine, hebt sich die Rechnung auf und unterzieht den Schraubstock einem Härtetest, indem man z.B. ein ordentliches Flacheisen - natürlich der Größe des Schraubstockes angemessen - darin einspannt und mit dem Hammer biegt. Nach dem Bürgerliche Gesetzbuch muss nämlich ein halbes Jahr Gewährleistung auf alles gegeben werden, was verkauft wird, auch wenn Baumärkte das vielleicht nicht gerne wahrhaben wollen. Überlebt der Schraubstock, ist es gut, wenn nicht marschiert man mit den Bruchstücken zum Verkäufer und verlangt sein Geld zurück.

Eine Dampflok von einer Museumsbahn: Um solche Maschinen in Gang zu halten, muss man sich mit Metallbearbeitung auskennen, denn die Erstzteile gibt es nicht von der Stange. Von den Schraubern eines Museumsbahnvereins kann man daher sicherlich den einen oder anderen wertvollen Tipp zum Umgang mit Metall erhalten, vor allem auch, wenn improvisiert werden muss.

 Ein anständiger Schraubstock sollte auf jeden Fall aus Stahl- oder zu aller mindest aus Temperguss sein und nicht aus Grauguss („Gusseisen“). Das Material muss nämlich enorme Biegekräfte und Schläge wegstecken können, wozu Grauguss aufgrund mangelnder Zähigkeit nicht in der Lage ist. Die Backen müssen auswechselbar, aus gehärtetem Stahl sein und eine Riffelung (Fischhaut) aufweisen. 100 mm Backenbreite sollten es schon sein, wenn man etwas richtiges einspannen will. Feinere Werkstücke schützt beim Einspannen man mit Schutzbacken aus Blech, ganz empfindliche mit solchen aus stärkerem Karton. Wichtig ist auch, daß die Spindel verdeckt ist, damit nicht Späne das Gewinde verschmutzen und kaputt machen.

 Gut für unsere Zwecke ist auch ein Parallelschraubstock, wie ihn Installateure verwenden. Diese Art ist etwas einfacher ausgeführt als die üblichen Mechaniker-Schraubstöcke, hat jedoch unterhalb der Parallelbacken noch ein Prisma zum Einspannen von Rohren. Eine weitere Ausführung ist der Schmiedeschraubstock, der sich dadurch vom Parallelschraubstock unterscheidet, daß bei ihm der bewegliche Backen nicht linear auf einer Führung läuft, sondern schwenkt. Diese Art Schraubstock ist robust und hat ihre Stärken bei schweren Biegearbeiten. Dass liegt daran, daß beim Schmiedeschraubstock keine geradlinigen Führungen vorhanden sind, die unter wuchtigen Hammerschlägen leiden können. Dadurch, daß der bewegliche Backen sich nicht geradlinig, sondern bogenförmig auf den festen zu bewegt, lassen sich kleine und niedrige Werkstücke aber schlechter einspannen.

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Kommentare

Gerd 02/24/2015 16:38

Tolle kleine Werkstatt. Würde ich mir für daheim auch wünschen. Hast du da noch versteckte Werkzeuge? Ich bräuchte ein paar kleine CNC-Drehteile oder gleich Baugruppen. ;-) Müssen ja keine Präzisionsdrehteile werden :)

Fokko 02/24/2015 22:10

Sorry, Drehbank und Fräsmaschine habe ich leider (noch) nicht. Bisher mangelts auch noch am Platz dafür. Vielleicht fällt mir ja noch etwas ein.

Und natürlich Danke für das Lob.

Gruß

Fokko

Eugen 10/21/2013 09:00

Toller Artikel und sehr schöne Bilder. Da bloggt noch jemand aus Leidenschaft :-)

Max 04/24/2011 11:20


Das is ja mal n super Post! Macht Spaß beim Lesen.


mang 04/21/2011 18:20


gruss vom damastschmied - weiterhin alles gute - schmieden ist einfach geil !!!


Dennis 10/21/2010 15:45


Nunja, ich habe mit Werkzeug aus dem Baumarkt aus den günstigeren Regalen eiegntlich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Für Berufshandwerker ist da eh nicht viel zu gebrauchen (Beispiel günstige
Schlagbohrmaschine, der Schlag ist bei Billigprodukten nach ein paar mal kaputt). Bei manchen Sachen lieber auf Qualität setzen, lohnt langfristig gesehen fast immer.


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