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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

8. April 2009 3 08 /04 /April /2009 16:06

Die Metallbearbeitung ist gewissermaßen ein Stiefkind des Heimwerkens. Dass mag daran liegen, dass man sie wohl einerseits mit teuren Werkzeugmaschinen, andererseits mit zeit- und kraftaufwändigen Handarbeiten, wie dem berüchtigten Feilen von Flächen in Verbindung bringt. Diese Artikelreihe soll daher zeigen, dass der Umgang mit Metall gar nicht so schlimm ist, sondern man durchaus auch mit einfachen Werkzeugen kleinere Metallarbeiten ausführen kann, die in Haus- und Garten sowie beim Autoschrauben anfallen und man damit so manchen Euro sparen kann.

(Update 02.05.09: Alle Metallbearbeitungsartikel sind ab jetzt auf der Leitseite Metallbearbeitung verlinkt)

Stirnfräsen eines Papiermaschinenteils auf einem Horizontalbohrwerk: Metallbearbeitung wird gerne mit teuren, professionellen Werkzeugmaschinen in Verbindung gebraucht, aber auch mit einfachen Metallwerkzeugen läst sich für den Hausgebrauch so einiges bewerkstelligen

Im vorigen Teil dieser kleinen Reihe über den Umgang mit Metall in der Werkstatt, in Metallbearbeitung für den Hausgebrauch I, ging es um einige grundsätzliche Dinge wie den Werkzeugkauf. Auch der Artikel über Messen, Anreißen und Körnen gehört zu diesem Themenkreis, in dem außerdem einige grundlegende Informationen über das Lesen von technischen Zeichnungen stehen. Darüber hinaus gibt es noch den Artikel über die Winkel an der Werkzeugschneide und ihre Bewegungen, der übrigens auch für Holzbearbeiter interessant sein dürfte.

 Heute geht es nach einigen Worten zur Arbeitssicherheit um zwei relativ grobe Techniken, das Meißeln und dass Sägen. Dass es beim Heimwerken öfter einmal etwas metallenes abzusägen gibt, kann sich jeder ohne weiteres vorstellen. Aber auch der Meißel ist ein erstaunlich vielseitiges Werkzeug, wenn man weiß, wie man mit ihm umzugehen hat.

Arbeitssicherheit

Bereit beim Umgang mit dem Handwerkzeug, mehr aber noch mit Maschinen können Unfälle passieren. Eine Schutzbrille bei Schleifarbeiten sollte daher selbstverständlich sein. Darüberhinaus sollte man darauf achten, daß man Werkstücke zur Bearbeitung gut festspannt und selber immer einen sicheren Stand hat. Beim Arbeiten mit Maschinen dürfen keine losen Kleidungsstücke, Haare usw. herumbaumeln. Gegebenenfalls Ärmel aufkrempeln, lange Haare zusammenbinden und in den Kragen stecken. Auch Ringe, Hals- und vor allem Armketten können bei der Arbeit gefährlich werden und sollten nicht getragen werden.

Meißeln

 Das spanabhebende Meißeln war früher - ehe es Shaping- und später Fräsmaschinen gab - neben dem Feilen ein wichtiges Arbeitsverfahren des Maschinenbauers. Um einen Streifen Material abzumeißeln, reißt man zunächst das gewünschte Maß mit einer kleinen Zugabe zum Glattfeilen an. Dann setzt man den Flachmeißel auf der Stirnseite des Werkstückes ca. 1-3 mm unterhalb der bestehenden Fläche in einem flachen Winkel an und schlägt mit dem Hammer darauf. Wenn sich ein Span zu bilden beginnt, hält man den Meißel steiler und klopft weiter. Steilerstellen des Meißels bewirkt eine Zunahme der Spandicke, Flacherstellen eine Abnahme.

 Allerdings benötig man zu dieser Arbeit nicht nur eine ganz schön Portion Kraft - oder, besser gesagt, Kraftausdauer - sonder nauch einen wirklich stabilen und schweren Schraubstock an einer ebensolchen Werkbank,die ma bestesn noch verankert ist. Außerdem muss man das Werkstück auch wirklich fest einspannen. Andernfalls wird man mit dieser Arbeit nicht glücklich: Die kräfte auf das Werkstück sind immens, so dass es sich im Schraubstock verdrehen will oder man gar die ganze Werkbank verschiebt, wenn nicht alles wirklich stabil ist.

 

Abb. 1: Scherendes Meißeln auf der Schraubstockkante

  Das spanende Meißeln in der beschriebenen Form wird heute kaum noch angewendet, abgesehen davon, dass ich es gerne in meinen Lehrgängen einsetze und vielleicht auch noch andee Ausbilder das tun. Wie das Feilen auch, gibt das spanabhebende Meißeln nämlich einen guten Begriff davon, welche Widerstände der Stahl seiner bearbetung entgegensetzt. "Eisen erzieht!" hieß es nicht zuletzt auch deswegen bei den alten Lehrlingsausbildern.

 Eine andere Meißeltechnik, das scherende Meißeln zum Abschneiden von kleineren Blechstücken ist wesentlich leichter und vor allen DIngen fürden Heimwwerker recht nützlich.. Es ist ganz einfach: Man reißt das gewünschte Maß an und spannt das Blech so in den Schraubstock, daß der Riß genau an der Oberkante der Backen liegt. Jetzt wird, wie in Abbildung 1 gezeigt, auf den Schraubstockbacken entlang gemeißelt.

 Beim Meißeln ist es wichtig, auf die Schneide und nicht auf den Kopf des Meißels zu sehen. Man muss daher den Umgang mit dem Hammer etwas üben, so daß man auch ohne hinzusehen den Meißelkopf und nicht seine Finger trifft. Bei jedem Einsatz des Hammers, also nicht nur beim Meißeln, kommt es darauf an, daß man den Hammer „laufen läßt“, daß heißt die Bewegung aus dem Hand- und nicht, wie man das bei Nichthandwerkern oft sieht, dem Schultergelenk kommen läßt.

Sägen

 Die Metallsäge dient vor allem dazu, Werkstücke auf Länge zu bringen. Die gebräuchliche Form der Metallsäge ist die in der Abbildung 9 gezeigte Bügelsäge. Sie verfügt zum Einspannen des Sägeblattes über zwei sogenannte Kloben. Der eine sitzt auf der Seite mit dem Heft (dem Griff), er ist fest und wird als Heftkloben bezeichnet. Der andere verfügt über einen Gewindebolzen, der von einer Flügelmutter gehalten wird und heißt Spannkloben. Durch Anziehen der Flügelmutter kann das Sägeblatt gespannt werden. Die Zähne der Bügelsäge sind übrigens asymmetrisch, beim Einspannen des Blattes ist darauf zu achten, daß sie nach vorne weisen.

Abb. 2: Sägen mit der Bügelsäge am Schraubstock

Sägeblätter gibt es mit unterschiedlichen Teilungen. Je härter der Werkstoff und je kürzer die Schnittfuge, desto kleiner kann die sogenannte Zahnteilung, der Abstand der Zähne zueinander sein. Das liegt daran, daß die Zwischenräume der Zähne die Späne bis zum Austritt des jeweiligen Zahnes aus dem Werkstück aufnehmen müssen. Bei einem langen Schnitt fallen naturgemäß mehr Späne pro Hub an, genauso wie bei weichen Materialien. Die Angabe der Teilung erfolgt in Zähnen pro Zoll:

Teilung Zähne/Zoll  Anwendungsbereich                                                                                                         
16 (grob) Stahl unter 600 N/mm2 Mindestzugfestigkeit, Kupfer, Aluminium, Kunststoffe, Rund- und Vierkantstäbe aus Baustahl über 40 mm Dicke
22 (mittel) Stahl über 600 N/mm2 Mindestzugfestigkeit, Gußeisen, Rund- und Vierkantstäbe aus Baustahl unter 40 mm Dicke, allgemeiner Werkstattgebrauch
32 (fein)

Hartguss, dünne Bleche und Profile, dünnwandige Rohre

 

 Für unsere Bedürfnisse ist also daß mittelfeine Sägeblatt mit 22 Zähnen pro Zoll am besten geeignet. Wichtig für das einwandfreie Sägen ist ferner, daß das Sägeblatt sich freischneidet, der Schnitt also breiter wird als das Sägeblatt dick ist. Dazu muss es wie in Abbildung 3 dargestellt über geschränkte Zähne verfügen oder in deren Bereich gewellt sein. Wie ganz links zu erkennen ist, würde sich ein Sägeblatt, das nur so breit schneidet wie seine Dicke beträgt durch die Erwärmung beim Sägen festklemmen.

 Der Sägeschnitt wird zunächst angerissen. Einen genauen Sägeschnitt erhält man, wenn man das abzusägende Stück in den Schraubstock einspannt. Dann läßt sich die Säge auch, wie sich das gehört, mit beiden Händen führen. Dazu fassen Rechtshänder das Heft - manche Metall-Bügelsägen besitzen auch einen griffgünstig geformten Handgriff ähnlich dem eines Fuchsschwanzes - mit der rechten Hand und legt die linke vorne auf den Bügel. Dazu stellt man sich, genauso wie beim Feilen weiter unten beschrieben vor den Schraubstock. Damit die Säge sauber anschneiden kann, feilt man zunächst mit der Dreikantfeile oder einer Kante einer anderen Feile eine kleine Kerbe am Beginn des Schnittes ein, in die man das Sägeblatt einsetzt. Die Zähne der Metallsäge sind so geformt, daß sie nur bei der Vorwärtsbewegung in den Werkstoff eindringen. Daher übt man nur beim Vorwärtshub auch Druck auf die Säge aus und zieht sie ohne Kraft zurück.

Abb. 3: Warum Sägeblätter klemmen und wie man das Klemmen vermeidet

 Nicht zu dicke, metallene Werkstücke kann man auch mit der elektrischen Stichsäge sägen. Dafür geeignete Sägeblätter sind im Handel erhältlich. Sinnvollerweise nimmt man zum Kauf ein Muster mit, da es verschiedene Aufnahmen für Sägeblätter gibt. Das Sägen von Metall geht genauso vor sich wie das von Holz, nur daß man mit einem geringeren Vorschub arbeitet.

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Kommentare

Lothar Seifert 05/07/2010 11:25


Eine tolle Anleitung, vom Praktiker für den Praktiker. Sehr gut finde ich auch, dass der Arbeitsschutz nicht vergessen wurde.


Fokko 05/07/2010 11:59



Danke!



Tataren-Otto 04/09/2009 17:51

Danke, freue mich schon drauf!

Tataren-Otto 04/08/2009 23:37

Wieder mit Interesse gelesen! Dürfte ich mir einen Beitrag übers Schweißen wünschen?

Fokko 04/09/2009 14:27



Danke für die Blumen! Schweißen ist bereits angedacht, wird aber wohl noch ein wenig dauern. Das liegt daran, dass ich für Holz und Metall Texte verwende, die ich ursprünglich für meine
Kursskripten geschrieben habe und die ich ein wenig für mein Blog bearbeite. Für Schweißen habe ich (außer einem bisschen etwas ganz allgemeinem) noch keine Skripten geschrieben, da dass in
meinen Lehrgängen kaum ein Rolle spielt.


Aber wenn ich Zeit habe, mache ich über das Schweißen etwas heimwerkergerechtes.


Großes Selbstversorger-Ehrenwort!



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