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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

11. April 2009 6 11 /04 /April /2009 12:17

Um des Wildes habhaft zu werden, setzt der Jäger heutzutage in der Regel eine Schusswaffe ein, ein sogenanntes Jagdgewehr. Man kann zwar auch ohne weiteres mit einem Bogen oder einer Armbrust ein Stück Wild erlegen, doch ist dies in Deutschland verboten. 

Jagdwaffen II
Jagdwaffen III
Jagdwaffen IV
Jagdwaffen V

Einige verschiedene Arten von Jagdgewehren: Der Drilling (ganz unten) mit Einstecklauf, sagt man, ersetzt einen ganzen Waffenschrank, nämlich die drei darüber abgebildeten Waffen (von oben nach unten) großkalibrige Büchse, Flinte und Kleinkaliberbüchse

Arten von Läufen

 Gewehre heißen in der Fachsprache des Waffenrechts "Langwaffen". Es gibt zwei Arten von Jagdgewehren, Büchsen und Flinten. Eine Büchse verschießt Einzelgeschosse, die man auch heute noch als "Kugeln" bezeichnet, obwohl moderne Geschosse nicht mehr kugelrund sind, sondern in aller Regel einen Zylinder mit Spitze darstellen. Eine Flinte hingegen verschießt Schrot, das heißt eine Anzahl von kleinen Bleikugeln, die im Durchmesser sehr viel geringer sind als der Lauf aus dem sie verschossen werden.

 Früher gab es nur eine Art Läufe: Aus Musketen konnte man sowohl Schrot als auch die damals noch üblichen Rundkugeln verschießen. Wenn in jenen Tagen Jäger und Wilderer aufeinander schossen, stopften sie ihre Gewehre oft mit beidem gleichzeitig.

 Heutzutage kann man Waffen nicht nur nach der grundlegenden Einteilung in Flinten und Büchsen unterscheiden, sondern außerdem nach einer Vielzahl von weiteren technischen Merkmalen. Eine Waffe ist auch eine sehr persönliche Sache, denn sie hat eine sehr lange Lebensdauer und begleitet ihren Besitzer oft ein Leben lang.

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Jagdwaffen sind nicht nur sehr oft mit individuellen Verzierungen und/oder technischen Besonderheiten ausgerüstet, sondern eigentlich auch immer mit Erinnerungen, vor allem an Jagderlebnisse, verbunden.

Verschlussbauarten

 Außer in Flinten und Büchsen teilt man Langwaffen auch nach der Bauart Ihres Verschlusses ein. Damit man mit einem Hinterlader schießen kann, muss eine Patrone im Patronenlager sein. Das Patronenlager ist der hintere Teil des Laufes, der so aufgeweitet ist, dass dort eine Patrone eingeführt werden kann. Es entspricht der Form der Patrone, für welche die Waffe eingerichtet ist.

 
Patrone im Patronenlager: Der Stoßboden bildet als wichtigster Teil des Verschlusses den Abschluss des Patronenlagers nach hinten

 Wenn die Waffe schussbereit ist, liegt am Patronenboden der sogenannte Stoßboden an, der Teil des Verschlusses, die Kraft aufnimmt, welche beim Schuss nach hinten wirkt und so verhindert, dass die Patronenhülse aus dem Patronenlager fliegt. Weil sie nicht nach hinten ausweichen kann, bläht der Gasdruck die Patronenhülse auf und drückt ihre Wand fest gegen die Innenseite des Patronenlagers, was als Liderung bezeichnet wird.

Dadurch wird der Lauf nach hinten abgedichtet, so dass die Verbrennungsgase bei der Schussentwicklung nicht nach hinten entweichen können, sondern das Geschoss nach vorne durch den Lauf treiben. Patronenhülse,

Patronenlagerwandung und Stoßboden müssen eine gasdichte Einheit bilden.  Der Verschluss ist nun die Vorrichtung, die es ermöglicht, den Stoßboden von der Rückseite des Patronenlagers zu entfernen um eine abgschossene Hülse zu entnehmen und eine neue Patrone einzuführen. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Konstruktionen, die dies bewerkstelligen.

 

Kipplaufwaffe (Miroku Bockdoppelflinte): Die Waffe wird geöffnet, indem der Lauf nach vorne gekippt wird

Verriegelte und unverriegelte Verschlüsse

 Grundsätzlich unterscheidet man verriegelte und unverriegelte Verschlüsse; bei der ersten Gruppe wird der Verschluss durch eine formschlüssige Verbindung am Aufgehen gehindert, bei der zweiten wird er lediglich währende der Schussentwicklung durch eine Gegenkraft gehalten.

Kipplaufverschluss

  Im Bezug auf Jagdwaffen sind unter den verriegelten Verschlüssen vor allem der Kipplaufverschluss und der Drehverschluss von Bedeutung; Blockverschluss und Stützklappenverschluss spielen auch eine Rolle, kommen aber weniger oft vor. Verriegelte Verschlüsse sind für große Verschlusskräfte geeignet aber mechanisch aufwendiger als unverriegelte. Diese findet man im Bereich der Jagd vor allem in Form von Masseverschlüssen an Selbstladepistolen und kleinkalibrigen Selbstladebüchsen. Beim Masseverschluss hält die Massenträgheit des Verschlussstückes dieses während der Schussentwicklung in der geschlossenen Stellung. Auf diese Weise lassen sich einfache Selbstladewaffen bauen, sofern entsprechend der Art der Waffe keine großen Kräfte beim Schuss auftreten.
Greener-Verschluss an einem Drilling von Sauer&Sohn

  Entstehen bei der Schussabgabe jedoch größere Kräfte, so wie das bei großkalibrigen Langwaffen der Fall ist, benötigt der Verschluss eine Verriegelung. Einzellader können in Kipplaufbauweise ausgeführt werden. Hierbei ist in der Mitte der Waffe ein Gelenk angebracht, um welches der Lauf abgekippt wird, damit sich der Stoßboden vom Patronenlager entfernt. Bei Waffen dieser Bauart ist das sogenannte System, die Mechanik der Waffe, in einem metallenen Mittelstück untergebracht, welches sachgemäß als Basküle bezeichnet wird.

 Vorne an der Basküle befindet sich das Gelenk um welches der Lauf beim Aufkippen schwenkt. Es besteht aus einem Bolzen, der in der Basküle sitzt und aus einem Haken, der am Lauf angebracht ist. An ihrem hinteren Ende ist der Hinterschaft angebracht, das ist dasjenige Teil, welches landläufig auch als "Kolben" bezeichnet wird. Unter dem Lauf sitzt der Vorderschaft, welcher dafür sorgt, dass die Waffe gut in der Hand liegt und man sich diese nicht verbrennt wenn der Lauf heiß ist.

  Der Kipplaufverschluss kommt in ein paar verschiedenen Spielarten vor, welche sich in der Art der Verriegelung unterscheiden. Für Flinten genügt die einfache Laufhakenverriegelung; aufwendiger ist der Greener-Verschluss, bei dem am hinteren Ende des Laufes eine Lasche mit einer Bohrung angebracht ist, die in eine passende Ausnehmung des Stoßbodens fährt wenn der Verschluss geschlossen wird. Dort wird sie durch einen Riegel fixiert, der in die Bohrung eingreift.

Greener- und Kersten-Verschluss

 Den Greener-Verschluss findet man sehr oft bei Drillingen, wo die Lasche zwischen den beiden Schrotläufen angebracht ist. Noch größeren und asymmetrischen Belastungen, wie sie z.B. bei Doppelbüchsen auftreten, hält der Doppelgreener- oder Kersten-Verschluss stand. Er funktioniert im Prinzip genauso wie ein Greener-Verschluss; der Unterschied besteht darin, dass statt nur einer Lasche deren zwei vorhanden sind, welche links und rechts am Lauf angebracht sind. Bedient werden alle diese Varianten heutzutage in aller Regel über einen Verschlusshebel, der auf dem Baskühlenschwanz, also auf der Oberseite des Kolbenhalses sitzt und mit dem Daumen der rechten Hand bewegt wird.

 

Ejektoren einer Miroku-Bockdoppelflinte: Der obere Lauf wurde abgeschossen, hier ist der Ejektor ganz hervorgeschnappt um die leere Hülse auszuwerfen. Anders beim unteren - da hier die Patrone nicht abgefeuert wurde, hat der Ejektor nur als Patronenauszieher gewirkt und die Patrone angehoben, so dass man sie mit der Hand entnehmen kann

Patronenauswurf

 Bei Kipplaufverschlüssen werden die abgeschossenen Patronenhülsen entfernt, indem ein Teil des Patronenlagerrandes als Patronenauszieher wirkt: Ein Segment hiervon fährt beim beim Abkippen des Laufes heraus und hebt die Patronenhülse an, so das man sie entnehmen kann. Aus diesem Grunde haben Patronen für Kipplaufwaffen meist einen Rand, unter den der Patronenauszieher greift. Eine komfortable Form des Patronenausziehers ist der Ejektor, denn man vor allem bei Flinten findet. Solange der betreffende Lauf nicht abgeschossen ist, arbeitet der Ejektor wie ein ganz gewöhnlicher Patronenauszieher und hebt die Patrone lediglich an, damit man sie entnehmen kann. Wurde der Lauf jedoch abgeschossen, springt er durch Federdruck schneller und weiter auf, so dass die leere Hülse nicht nur angehoben, sondern mit Schwung ausgeworfen wird.

 Waffen mit Kipplaufverschluss sind immer Einzellader: Mann muss jede Patrone einzeln von Hand in das Patronenlager einführen. Mehrschüssige Kipplaufwaffen haben daher mehrere Läufe, meist zwei wenn es sich um gleichartige Läufe handelt, bei unterschiedlichen Läufen sind auch drei (Drilling) oder sogar vier (Vierling) zu einem sogenannten Laufbündel zusammengefasst.

Drehverschlüsse

 Die verschiedenen Varianten des Drehverschlusses stellen die zweite sehr verbreitete Art von Verschlussbauarten bei Jagdgewehren dar. Während beim Öffnen eines Kipplaufverschlusses der Stoßboden stehenbleibt und der Lauf mit dem Patronenlager bewegt wird, ist bei einem Drehverschluss der Lauf fest mit dem Rest des Systems verbunden, in der Regel ist er in die Systemhülse eingeschraubt. Der Stoßboden ist Teil der sogenannten Kammer, die in einer Führung nach hinten bewegt werden kann um den Verschluss zu öffnen. Man kann einen solchen Verschluss auch als Kammerverschluss bezeichnen. Der Jäger, zumindest der alpenländische, hat bekanntlich mit drei Kammern zu tun: Die Kammer des Wildes, dass ist die Brusthöhle, die er möglichst treffen soll, die Kammer seines Gewehres und last not least die Kammer, in die er beim Fensterln steigt.

 Arbeitsweise des legendären 98er Systems: I) Kammer geschlossen und verriegelt II) Kammer entriegelt III) Kammer zieht abgeschossene Hülse aus dem Patronenlager IV) Abgeschossene Hülse ausgeworfen, Stoßboden hinter oberster Patrone im Magazin V) Stoßboden schiebt Patrone ins Patronenlager

 Verriegelt wird der Drehverschluss, wie sein Name bereits nahelegt, durch Drehen. Dazu besitzt die Kammer sogenannte Verriegelungswarzen, die in entsprechende Nuten der Systemhülse eingreifen wenn die Kammer nach vorne geschoben ist und zum Verriegeln mit Hilfe des Kammerstengels gedreht wird. Die Nuten sind spiralförmig ausgeführt, so dass die Kammer durch das Drehen nicht nur verriegelt, sondern auch nach Art einer Schraube festgezogen wird und der Stoßboden fest am hinteren Ende des Laufes anliegt.

 Bei dieser Art von Verschluss - wie bei allen, bei denen der Stoßboden nach hinten vom Patronenlager wegbewegt wird - kann die Waffe als Einzel- oder Mehrlader ausgeführt werden. Beim ersten wird bei geöffnetem Verschluss jeweils eine Patrone von oben eingelegt und beim Schließen des Verschlusses in das Patronenlager geschoben. Im zweiten Falle wird die neue Patrone von unten durch Federdruck aus dem Magazin zugeführt.

 Beim Zurückziehen der Kammer wird die leere Patronenhülse bzw. die nicht abgeschossene Patrone von einem Haken am Stoßboden, dem Patronenauszieher, aus dem Patronenlager gezogen und von einem Auswerfer seitlich ausgeworfen. Den ganzen Vorgang - das Herausziehen sowie Auswerfen der leeren Hülse und das Zuführen einer neuen Patrone aus dem Magazin ins Patronenlager - bezeichnet man als Repetieren. Gewehre die auf diese Art arbeiten heißen daher Repetiergewehre oder kurz Repetierer.

Oft kopiert - nie erreicht: Der gute, alte 98er

 Der wohl bekannteste Vertreter der Drehverschlüsse ist der Verschluss des Gewehr/Karabiner 98 von Mauser, in Fachkreisen kurz als "der 98er", "Mauser-System" oder "98er-System" bezeichnet. Millionen Schützen und Jäger in aller Welt schwören auf diese Mechanik, die bereits 1898 eingeführt und dann in riesigen Stückzahlen hergestellt wurde. Die heute verwendeten 98er-Systeme sind in der Regel bereits Jahrzehnte alt und stammen aus Militärwaffen.

 Auch heute noch kann man 98er aus alten Beständen im Originalzustand oder zu Jagdwaffen umgebaut kaufen. Neue Mausersysteme herzustellen wäre, wie es heißt, sehr teuer, da sie aufwendig zu fertigen sind. Zum Glück gibt es - derzeit noch - genug alte Exemplare, so dass man für relativ wenig Geld ein erstklassiges und zuverlässiges Original-Militärgewehr oder auch eine verlässliche Jagdwaffe als treue Begleiterin für ein ganzes Jägerleben erhalten kann. Man erhält auch noch neuwertige Gewehre mit 98er System, die zwar schon vor Jahrzehnten hergestellt aber nie ausgeben wurden.

 Bei Umbauten zu Jagdwaffen sind der Schaft und die anderen bei der Umrüstung auszutauschenden Teile und oft auch der Lauf neu. Da die 98er ursprünglich zwar in riesigen aber eben doch nicht unbegrenzten Stückzahlen vorhanden waren, werden sie irgendwann ausgehen. Wohl dem, der sich bis dahin einen oder mehrere gesichert hat.

Blockverschlüsse 

 Eine gewisse Bedeutung bei Jagdwaffen haben noch die Blockverschlüsse, die bei großkalibrigen Büchsen, Unterhebel- und Vorderschaftrepetierern vorkommen. Hier sitzt ein massiver Stahlblock hinter dem Lauf, dessen dem Patronenlager zugekehrte Seite den Stoßboden bildet. Beim Unterhebelrepetierer (landl. als "Winchester" bezeichnet) handelt es sich dabei zum Beispiel um einen Fallblockverschluss. Der Fallblock wird durch die Repetierbewegung mit dem Unterhebel nach unten weggezogen, so dass zum einen die abgeschossene Hülse nach der Seite ausgeworfen und dann eine neue Patrone aus dem Röhrenmagazin zugeführt werden kann, welches unter dem Lauf liegt.

Der Schlagbolzen

 Im Prinzip sind fast alle Verschlüsse recht einfach aufgebaut. Die Umsetzungen der theoretisch einfachen Funktionsweisen in praktische Lösungen Waffentechnik verkomplizieren sich jedoch dadurch, dass der Verschluss neben seiner eigentlichen Aufgabe, das Patronenlager beim Schuss zu verschließen und beim Laden und Entladen freizugeben, noch den Patronenauszieher oder -werfer und den Schlagbolzen aufnehmen muss.

 Der Schlagbolzen sorgt dafür, dass die Pulverladung, die der Patronenhülse für den Vortrieb des Geschosses zu sorgen hat angezündet wird. Dazu sticht er in das Zündhütchen, welches eine druck- und schlagempfindliche Masse enthält, die sich entzündet, wenn der Schlagbolzen hineinfahrt. Da sich das Zündhütchen bei modernen Patronen im Zentrum des Patronenbodens befindet, muss der Schlagbolzen beim Abdrücken aus dem Stoßboden herausgeschnellt kommen.

 

Die Bedienelemente eines klassischen Drillings (Sauer&Sohn)

 

 Seine Bewegung erhält er durch die Schlagbolzenfeder, welche zuvor gespannt werden muss damit man schießen kann. Dieses Spannen geschieht traditionell beim Öffnen oder - seltener - beim Schließen des Verschlusses. Dies ist jedoch eine gewisse Gefahrenquelle, da sich eine solche Waffe wenn sie geladen und geschlossen ist in schussbereitem Zustand befindet.

(Un-)Sicherungen

Es gibt zwar an jeder Waffe eine Sicherung oder gar deren mehrere, die verhindern sollen, dass eine gespannte Waffe durch versehentliche Berührung des Abzugszüngels oder gar durch Stoß oder Schlag - etwa beim Umfallen - schießt. Kein vernünftiger Mensch traut jedoch einer Sicherung über den Weg. Wer seinen Abenteuerurlaub bei Y-Reisen verlebt hat, weiß nur zu gut: Die berühmt-berüchtigte UZi, die Maschinenpistole der Bundeswehr, besitzt gleich drei Sicherung und schießt trotzdem jedesmal, wenn man sie scharf anschaut.

 Die beste Sicherung ist das Öffnen der Waffe. Wenn man nicht unmittelbar schussbereit sein muss, trägt man die Waffe offen. Auch jedesmal, wenn man eine Waffe in die Hand nimmt, öffnet man sie als allererstes, um zu schauen ob "jemand zuhause ist" - also womöglich eine Patrone im Patronenlager steckt.

Handspanner

 Eine andere gute Lösung besteht darin, die Waffe so zu konstruieren, dass sie nicht schon mit der Verschlussbetätigung gespannt wird, sondern mit einem besonderen Bedienungselement erst unmittelbar vor der Schussabgabe. Solche Waffen heißen "Handspanner", bei ihnen wird die Schlagbolzenfeder in der Regel mit einem Spannschieber auf der Oberseite des Kolbenhalses gespannt, den man kurz vor dem Schuss mit dem Daumen nach vorne schiebt - und wieder zurück um die Waffe wieder zu entspannen, wenn man doch nicht geschossen hat, weil etwa das Wild abgesprungen ist bevor man zu Schusse kam. Da eine solche Konstruktion so beschaffen sein muss, dass der Schlagbolzen im entspannten Zustand das Zündhütchen nicht erreichen kann, ist sie aufwendig und verteuert die Waffe.

Im Gegensatz zu einem Handspanner darf man jedoch eine geladene Waffe mit herkömmlicher Spannung  auf gar keinen Fall wieder entspannen! Wenn die Waffe nicht gar bereits beim Entspannen losgeht, ruht nämlich der Schlagbolzen auf dem Zündhütchen und kann den Schuss beim kleinsten Stoß oder Schlag auslösen! Entspannt wird eine Waffe nur wenn sie entladen ist, und auch nicht um der Sicherheit willen, sondern um die Schlagbolzenfeder zu schonen.

 Auch einen Handspanner sollte man um der Sicherheit willen öffnen, wenn man gerade nicht unmittelbar schussbereit sein muss oder gar in unwegsamen Gelände herumstolpert. Ansonsten ist ein Sicherung um so sicherer - oder besser gesagt: weniger unsicher - je näher sie am Schlagbolzen sitzt. Die beste Sicherung ist also die Schlagbolzensicherung, die den Schlagbolzen daran hindert, abzuschlagen, die unsicherste die reine Abzugssicherung, die lediglich das Abzugszüngel sperrt.

Schloss und Abzug

 Der Mechanismus, der dafür sorgt, dass der Schlagbolzen freigegeben wird sobald man das Abzugszüngel betätigt, wird als Schloss (Mehrzahl: Schlosse) bezeichnet. Der Name kommt wohl daher, dass diese Mechanik oft ähnlich wie ein Türschloss aussieht und wie dieses etwas sperren und freigeben kann. Schlosse im engeren Sinne sind vor allem bei Kipplaufwaffen vorhanden und sitzen dann in komplett in der Basküle. Bei Waffen mit Kammerverschluss etwa sind die Elemente des Schlosses hingegen auf den Systemkasten und die Kammer verteilt.

 Das, was man landläufig den "Abzug" einer Waffe nennt, ist das Abzugszüngel, oft auch kurz nur als Züngel bezeichnet. Wenn man das Züngel mit dem Finger nach hinten bewegt, wir über die Mechanik des Schlosses die Schlagbolzenraste bewegt, so das der Schlagbolzen freigegeben wird und der Schuss bricht.

 Ein wichtiger Parameter eines Abzugs ist das sogenannte Abzugsgewicht, das ist die Kraft, die erforderlich ist, das Züngel soweit zu bewegen, dass der Schuss bricht. Ein zu hohes Abzugsgewicht bewirkt leicht, dass man beim Abdrücken ruckt und den Schuss verreißt. Ein zu niedriges 
Abzugsgewicht ist ein Sicherheitsrisiko, denn in diesem Falle kein sich leicht ein Schuss unbeabsichtigt lösen.

Eine Jagdwaffe aus einem Karabiner: Sowjetischer Karabiner Mosin Nagant Modell 1944 umgebaut zu einer Drückjagdbüchse, darunter das Original

Stecher

 Bei Jagdwaffen kann man das Abzugsgewicht oft mit Hilfe eines Stechers verringern und so die Gefahr des Verreißens vermindern. Durch das Stechen - man sagt auch Einstechen - der Waffe wird der das Abzugszüngel durch Federkraft vorgespannt und springt bei der kleinsten Berührung nach hinten wodurch der Schuss bricht. Gestochen wird eine Waffe erst kurz vor dem Schuss; schießt man dann doch nicht, muss sie sofort wieder entstochen werden.

 Es gibt im wesentlichen zwei Stecherarten: Beim Deutschen Stecher ist ein zweites Züngel zum Einstechen hinter dem Abzugszüngel vorhanden, beim Französischen Stecher wird das Abzugszüngel nach vorne gedrückt, wenn man einstechen will. Abzüge mit Stecher lassen sich übrigens im nicht eingestochenen Zustand wie solche ohne Stecher bedienen.

Abzugscharakteristik

Allerdings entscheidet nicht allein das Abzugsgewicht über die Bedienbarkeit eines Abzuges. Wichtig ist auch die Abzugscharakteristik, die Art und Weise mit der sich der Abzugswiderstand beim Durchziehen steigert. Es gibt Abzüge die vom Anfang Ihres Weges dem Finger einen gewissen Widerstand leisten, der sich mehr und mehr steigert und es gibt Abzüge, die sich zunächst sehr leicht bewegen lassen, dann aber einen deutlichen Druckpunkt aufweisen. Was besser ist, kann man nicht sagen: Die einen kommen mit diesen, andere wieder mit jenen Abzügen besser zurech

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Kommentare

Severin Jonuzi 02/25/2016 12:09

Super interessanter Artikel, danke!

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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