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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

19. April 2009 7 19 /04 /April /2009 10:14

Nachdem ich im ersten Teil meiner Artikelreihe über Jagdwaffen einige grundsätzliche Dinge erläutert habe, geht es heute um die eine der beiden großen Familien von Jagdgewehren, die Büchsen. Büchsen sind Gewehre, die Kugeln verschießen. Man spricht immer noch oft von "Kugeln" obwohl moderne Büchsengeschosse keine tatsächlichen Kogeln mehr sind, sondern Zylinder mit einer Spitze.

Jagdwaffen I
Jagdwaffen III
Jagdwaffen IV
Jagdwaffen V

Büchsen

 Büchsen besitzen gezogene Läufe. Die Züge sind Nuten, welche mit einem besonderen Werkzeug in den Laufrohling geschnitten werden. Dass Geschoss ist etwas größer als der Laufdurchmesser, so dass es das Profil der Züge annehmen muss, wenn es auf seinem Weg zur Mündung von den heißen Pulvergasen durch den Lauf gepresst wird.

Eine großkalibrige, moderne Büchse auf Basis des Mauser Karabiner Modell 98

 Da die Züge einen Drall besitzen, also gewunden sind, wird das Geschoss dabei in Drehung versetzt. Diese Drehung bewirkt, dass es sich wie ein Kreisel verhält, der seine Lage im Raum beibehalten möchte. Dadurch wird das Geschoss stabilisiert und verhindert, dass es sich im Flug überschlägt, wozu ein längliches Geschoss neigte, würde man es nicht stabilisieren.

Verwirrend: Das Kaliber

 An einem Kugellauf lassen sich nun zwei Durchmesser messen: den der Züge und den der Felder. Als Felder bezeichnet man die Flächen zwischen den Zügen. Das Geschoss wiederum hat noch einen andern Durchmesser, dieser liegt zwischen dem der Züge und dem der Felder; es kann also nicht von alleine durch den Lauf rutschen, sondern muss mit Gewalt hindurch gepresst werden. Das wiederum besorgen die heißen Pulvergase beim Schuss. Das ganze ist so ausgelegt, dass das überschüssige Material des Geschosses sich in die Züge presst und diese genau ausfüllt. Wäre dies nicht so, würden die Pulvergase am Geschoss vorbeizischen anstatt dieses durch den Lauf zu treiben.

 Um nun die Verwirrung komplett zu machen, ist der angegebene Durchmesser für einen bestimmten Kugellauf, das sogenannte Kaliber, noch einmal ein ganz anderes Maß. Das Kaliber kann man weder am Lauf, noch am Geschoss messen. Es liegt wie der Durchmesser des Geschosses zwischen dem Zug- und dem Felddurchmesser und entspricht etwa dem Mittelwert aus beiden. Welcher Zug-, Feld- und Geschossdurchmesser zu einem bestimmten Kaliber gehört, kann man aus Tabellen entnehmen.

Kaliberbezeichnungen

 Es gibt zwei verschiedene Arten das Kaliber anzugeben: In Millimeter und in Hundertstel Zoll. Welche der beiden angewendet wird, hängt davon ab, wo die jeweilige Patrone entstanden ist. In beiden Fällen besteht die Bezeichnung einer Patrone nicht nur aus dem Kaliber sondern enthält noch einen Zusatz, der dem Fachmann mehr über die Patrone sagt.

 
Kugelpatronen im Kaliber 8x57 JS

 

 Bei der deutschen Bezeichnungsweise werden dem Kalibermaß die Hülsenlänge und gegebenenfalls noch einer oder mehrere Buchstaben oder ein Wort hinzugefügt:


z.B. "8x57 JS". "8" ist das Nennkaliber in Millimeter, "57" die Länge der Hülse, ebenfalls in Millimeter. Das "J" - eigentlich ist es ein "I" und so wird es auch gesprochen: "8 mal 57 I-Es" - steht für "Infanteriepatrone" und das "S" besagt, dass es sich um die Spezialausführung der Patrone handelt. Diese S-Ausführung hat ein um 13 Hundertstel Millimeter stärkeres Geschoss als die 8x57 J.

 Dummerweise sind diese Patronen ansonsten in allen Abmessungen identisch und eine 8x57 JS lässt sich ohne weiteres in eine Waffe für 8x57 J laden, was gefährliche Folgen haben kann: Das dickere Geschoss geht natürlich schwere durch den Lauf, wodurch der Gasdruck beim Schuss so ansteigt, dass der Lauf platzen kann. Aus diesem Grunde haben die Patronen für das 8er S-Kaliber zur Unterscheidung ein schwarzes Zündhütchen.

 Das Kaliber 8x57 I stirbt zum Glück aus, es werden schon länger keine Waffen mehr dafür gebaut und auch bei den Patronen gibt es nur noch wenig Auswahl. Im waffenkundlichen Teil der Jägerprüfung ist dieser Sachverhalt jedoch ein beliebtes Thema.

Patronen mit Rand

 In deutschen Kaliberbezeichnungen kommt oft noch ein "R" vor, z.B. "7,62x54 R". Dieses "R" besagt, dass es sich um eine Patrone mit Rand handelt. Der Rand erleichtert das Ausziehen der Patrone aus dem Lauf nach dem Schuss.

 Sehr oft, aber nicht immer - die 7,62x54 R z.B. ist die Patrone für den russischen Mosin-Nagant-Karabiner - werden Patronen mit Rand in Kipplaufwaffen verwendet. Kipplaufwaffen sind Waffen, die um ein Gelenk in der Mitte aufgeklappt werden können, damit man sie laden und entladen kann, der Lauf kippt dabei nach vorne unten ab.
Flinten werden gerne als Kipplaufwaffen ausgeführt, kombinierte Waffen, also solche, die sowohl Schrot als auch Kugelläufe besitzen, sind eigentlich immer Kipplaufwaffen. Es gibt aber auch Kipplaufbüchsen, z.B. Doppelbüchsen, die es erlauben zwei Kugelschüsse sehr schnell nacheinander abzugeben.

Kugelpatronen mit (links, 7,62x54 R) und ohne Rand(rechts, 8x57 JS)

"Angelsächsische" Kaliber

 Im englischen Sprachraum werden die Kaliber in Zoll angegeben, z.B. ".30". Der Punkt vor der Zahl ist ein Dezimalpunkt, der unserem Komma entspricht, die führende Null kann man in der englischen Schreibweise fortlassen. ".30" bedeutet daher 0,30 Zoll, also 30 Hundertstel Zoll. Dazu kommt dann ein Zusatz, der meist auf das Jahr der Einführung und den Namen der Firma hinweist, die das Kaliber auf den Markt gebracht hat. ".30-06 Springfield", ein beliebtes Kaliber für die Jagd, etwa bezeichnet eine Patrone mit einem Nennkaliber von 30/100 Zoll, welche von der Firma Springfield 1906 eingeführt wurde.

Patrone, Kaliber oder was?

 Zu allem Überfluss ist der Ausdruck "Kaliber" auch noch doppeldeutig: Man kann damit sowohl den Nenndurchmesser von Lauf und Kugel meinen, als auch eine "Patronengattung" wie .30-06 Springfield, die sich von anderen .30ern durch ihre Hülse unterscheidet. Man könnte nun eine solche Kombinationen aus Nennkaliber und Patronenhülse als "Patrone" bezeichnen, aber das geht nicht, denn für jagdliche Zwecke gibt es im gleichen Kaliber - z.B. 30-06 Springfield - unterschiedliche Patronen, die man zwar alles aus der gleichen Waffe verschießen kann, die sich aber in der Wirkung unterscheiden. Unterschiedliche Patronen in ein und demselben Kaliber weisen eventuell unterschiedliche Pulverladungen, vor allem jedoch unterschiedliche Geschossgewichte und Geschossbauarten auf.

Einige unterschiedliche Patronen für Flinten und Büchsen - stehend, v.l.n.r: Schrotpatrone Kaliber 16, Flintenlaufgeschoss-Patrone Kaliber 12, 7x57 R mit Torpedo-Idealgeschoss, .22 Hornet, unten links: 7,62x54 R, unten Mitte: .22l.f.B, unten rechts8x57 JS

Patrone und Waffe

 Wo drei Jäger beieinander sitzen, gibt es meist mindestens vier verschiedene Meinungen über das "beste Kaliber" und die "beste Patrone". Das liegt vor allem daran, dass Waffen in der Regel bestimmte Patronen gut und andere weniger gut "verdauen". Es kann sogar sein, dass man eine bestimmten Waffe mit der einen Patrone "Loch in Loch" schießt, man mit einer anderen Patrone aus der selben Waffe aber kein Scheunentor triff. Was nun aber nicht heißen muss, dass diese andere Patrone per se schlecht wäre, denn es ist durchaus möglich, dass sie aus einer anderen Waffe verschossen wiederum einwandfreie Ergebnisse erzielt.

 Ein wichtiger Grund hierfür liegt darin, das ein Lauf bei der Schussabgabe schwingt. Wie er schwingt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, unter anderem von der Patrone. Wo der Schuss nun sitzt, wird dadurch bestimmt, wo die Mündung in dem Moment hinzeigt, in dem das Geschoss den Lauf verlässt. Schwingt der Lauf nun mit einer Patrone etwas anders als mit einer anderen, kann die Treffpunktlage zwischen zwei Patronen erheblich variieren. Die Laufschwingungen werden außer von Patronenfaktoren wie Pulverladung und Geschossgewicht auch davon beeinflusst, wie der Lauf beschaffen ist und nicht zuletzt davon, wie genau die Patrone in das Patronenlager passt.

 Das Patronenlager ist eine Aufweitung am hinteren Ende des Laufes, welche so geformt ist, dass die zur Waffe gehörige Patrone genau hineinpasst. Die Feinheiten bei Lauf und Patronenlager können durch Abnutzung und durch Fertigungstoleranzen sogar bei baugleichen Waffen unterschiedlich sein, so dass aus der einen Waffe mit der Patrone X die besten Ergebnisse erzielt werden, aus der anderen mit der Patrone Y.

Zulässige Jagdpatronen

 Man darf nun nicht mit jeder Munition auf jedes Wild schießen. Die Waidgerechtigkeit und das Jagdgesetz verlangen, dass beschossenes Wild schnell verenden und möglichst wenig leiden soll. Deshalb schreibt unser Jagdgesetz vor, dass man auf Schalenwild nur mit der Kugel schießen darf, und zwar muss man ein Kaliber von mindestens 6,5mm verwenden und die kinetische Energie des Geschosses muss nach 100 m Flug noch mindestens 2000 J betragen. Das sind sogenannte hochwildtaugliche Patronen. Nur auf Rehwild gibt es eien Ausnahme, hier gibt es kein Mindestkaliber, aber es wird eine E 100 von 1000 J verlangt, genauso wie auf Seehunde. Solche Patronen bezeichnet man als rehwildtauglich.

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