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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

4. April 2009 6 04 /04 /April /2009 12:36

 Während der Wolf früher einmal auch in ganz Mitteleuropa ein verbreitetes Tier war, sind seine Bestände „bei uns“, also im deutschsprachigen Raum, derzeit nur gering. Sie befinden sich sowohl in Deutschland, als auch in Österreich und der Schweiz an den Grenzen zu Ländern, die noch etwas größere Populationen haben. Es wird jedoch mit einer Zunahme und weiteren Verbreitung gerechnet, zumal sich gezeigt hat, dass Wölfe durchaus auch in menschlichen Siedlungsräumen überleben können.

Der Wolf ist ein Tier, das den Menschen schon immer stark beschäftigt hat - im guten wie im bösen (Bildquelle: PD)

 Auf den ersten Blick sieht der Wolf aus wie ein stockhaariger Hund ohne besondere Rassemerkmale, was er als Stammvater unseres Haushundes im Prinzip ja auch ist. Es gibt jedoch einige Unterscheidungsmerkmale, da sich der Haushund in den Tausenden von Jahren seiner Domestikation dann doch ein gutes Stück von seinem Vorvater Wolf weg entwickelt hat.

Unterschiede zwischen Wolf und Hund

 Ein solches Merkmal ist etwa, dass zwar der Wolf die auch vom Fuchs bekannte, als Viole bezeichnete Analdrüse besitzt, diese aber beim Haushund fehlt. Es gibt auch Unterscheidungsmerkmale am Knochenbau, insbesondere am Brustkorb und am Schädel.

Der Körperbau eines Hundes gleicht sehr stark dem eines Wolfes; dennoch gibt es Unterschiede

 Wölfe bekommen, wie viele Tiere in Gegenden mit Jahreszeiten, einmal im Jahr Junge, wohingegen Haushündinnen bekanntlich zwei mal im Jahr läufig sind und sich fortpflanzen können. Hunde laufen auch anders als Wölfe: Letztere setzen dabei die Hinterbranten genau in die Trittsiegel der Vorderbranten, was Hunde nicht tun. Außerdem läuft bei einem Rudel Wölfe jedes Tier genau in der Fährte seines Vordermannes, so dass sich z.B. bei Schneelage sehr schlecht sagen lässt, ob eine Fährte von einem einzelnen Exemplar oder einem ganzen Rudel stammt.

 Schließlich unterscheiden sich Hund und Wolf bei aller Ähnlichkeit der „Hardware“ doch erheblich in der „Software“ die darauf läuft: Der Wolf ist ein Wildtier, wohingegen der Hund seine sozialen Fähigkeiten für die Kommunikation mit dem Menschen ausgebaut hat. Dafür hat er aber auch einen Teil der Instinkte verloren, die der Wolf noch besitzt.

Je nach Lebensraum können Wölfe recht unterschiedlich aussehen: Ein skandinavischer... (Bildquelle: Wikimedia

 Auch hat der Wolf ausgeprägte Möglichkeiten, sich mit Hilfe seines Mienenspiels auszudrücken, die dem Hund verloren gegangen sind. Ich stelle mir vor, dass dies der Fall ist, weil wir unsensiblen Menschen einfach nicht in der Lage sind, die Feinheiten eines wölfischen Gesichtsausdruckes zu lesen und sie für den Haushund daher nutzlos sind. Dafür hat canis lupus familiaris aber das Bellen entwickelt, mit dem er uns so einiges sagen kann.

Biologisches

 Ganz offensichtlich muss in dem Genom des Wolfs so einiges an Möglichkeiten stecken: Er tritt in vielen Unterarten auf, die sich zum Teil erheblich im Aussehen voneinander unterscheiden. Sie stellen Anpassungen an die unterschiedlichen Lebensräume dar, die der Wolf innerhalb seines riesigen Verbreitungsgebietes bewohnt, das fast auf der ganzen Nordhalbkugel von der Polarregion bis zum Wüstengürtel reicht.

... und ein arktischer Wolf (Bildquelle: PD)

 Die gleiche genetische Variabilität ist sicher auch die Ursache, dass so viele, ganz unterschiedliche Hunderassen entstehen konnten und immer noch entstehen. Während beim Wolf in der freien Wildbahn wohl nur die Varietäten überleben, die sich für das Leben dort eignen, können beim Haushund auch Formen gezüchtet werden, die in der Natur erheblich im Nachteil gegenüber dem „Standardwolf“ wären und daher wieder verschwinden würden.

 Das dürfte der Grund dafür sein, dass Wölfe bei allen Unterschieden im Aussehen doch immer in etwa „wie Wölfe“ aussehen, Haushunde aber auch schon mal erheblich anders. Dennoch ist auch der „unwölfischste“ Haushund immer noch genetisch kompatibel zu allen anderen Hunderassen und dem Stammvater Wolf.

Körperbau

 Gebaut ist der Wolf, wie bereits erwähnt, im Prinzip so wie ein Hund. Wenn man es näher betrachtet, müsste der ideale Jagdhund eigentlich so aussehen wie ein Wolf, denn dessen Körperbau ist die erprobte Lösung für diese Lebensweise.Was der Mensch an Hunde hingezüchtet hat, erweist sich bei genauem Hinsehen oft genug als Quatsch.

Die Schlappohren unserer Jagdhunde sehen zwar sehr nett aus, sind aber Unfug: Ein Wolf könnte sie nicht gebrauchen

 Ein Beispiel sind die Schlappohren von Jagdhunden, die das Eindringen von Schmutz und Fremdkörpern im Jagdbetrieb verhindern sollen. Hätte man jedoch genauer hingesehen, wäre aufgefallen, dass ein Wolf der gleichen Gefährdung ausgesetzt ist, damit aber absolut keine Probleme hat.

 Im Gegenteil: Die Schlappohren unser Jagdhunde verursachen mehr Probleme als sie verhindern. Abgesehen davon, dass ihnen die Funktion eines Schaltrichters mit Peilmöglichkeit verloren gegangen ist, sind sie die Ursache für ein zu feuchtwarmes Klima im Hundeohr, das allerhand Parasiten und dergleichen begünstigt, deren Auswirkungen wir als „Ohrenzwang“ kennen. Da wollte der Mensch einfach einmal wieder schlauer sein als der Liebe Gott und es ist ihm, wie üblich, gründlich daneben gelungen.

Das Skelett eines Wolfs (Bildquelle: PD)

 Die Körpermaße von canis lupus variieren stark, da er aufgrund seiner großen Verbreitung in ganz unterschiedlichen Klimazonen vorkommt. Dabei folgt er der Bergmannschen Regel, die besagt, dass die Exemplare ein- und derselben Tierart umso größer sind, je kälter es im jeweiligen Habitat ist.

 Die kleinsten Wölfe gibt es im vorderen Orient und auf der arabischen Halbinsel, sie erreichen nur eine Körperlänge von etwa 80 cm plus knapp 30 cm Schwanzlänge und werden etwa 20 kg schwer. Das andere Extrem findet man in den Wäldern des Nordens, in Lettland, Kanada, Alaska und Weißrussland. Hier können die Wölfe bis zu 160, zuzüglich dem Schwanz mit gut 50 cm, lang und 80 kg schwer werden. In Mitteleuropa halten die Wölfe ein Mittelmaß zwischen den Extremen der warmen und kalten Gegenden ein.

Verbreitung von canis lupus früher (rot) und heute (grün) (Bildquelle: PD)

 Auch bei der Färbung der Decke zeigt der Wolf eine große Zahl von Varianten: Es gibt sowohl schwarze als auch weiße und graue Wölfe, sehr verbreitet sind alle möglichen Brauntöne, auch mit Stich ins gelbliche und rötliche sowie cremefarbene Exemplare. Wölfe können einfarbig sein, aber auch allerhand Fellzeichnungen aufweisen.

Sinnesorgane

 Die sprichwörtlich gute Hundenase ist natürlich ein Erbstück vom Urvater Wolf, der sie für seine Art zu Jagen benötigt. Ebenfalls genauso wie der Hund, hat der Wolf ein sehr feines Gehör.

 Viele Leute glauben, dass Hunde sehr schlecht sehen, was aber nicht stimmt. Zumindest sehen Hund und Wolf schon einmal so gut, dass sie sich problemlos schnell bewegen und dabei ihre Beute im Auge behalten können. Darüber hinaus spielt der Augenkontakt beim sozialen Verhalten von Hunden und Wölfen eine Rolle, wozu aber ein einigermaßen scharfes Sehen notwendig ist. Andernfalls könnten Hund und Wolf ja nicht feststellen, ob ein Augenpaar auf sie gereichtet ist.

Wölfe und Haushunde können Blickkontakt herstellen. Wie sollten sie erkennen, dass man sie ansieht, wenn sie nicht in der Lage wären, die Augäpfel scharf genug zu sehen um ihre Blickrichtung festzustellen?

Ernährung und Jagd

 Von seiner systematischen Einordnung her gehört der Wolf als echter Hund natürlich zu den Carnivora, den Raubtieren oder Fleischfressern. Wie bei Hunden typischerweise üblich, nimmt er aber auch Aas und pflanzliche Nahrung auf, so wie man das vom Fuchs ja ebenfalls kennt. Speziell Beeren frisst er zur jeweiligen Saison recht gerne, wohl weil er, wie praktisch alle Säugetiere, gerne Süßes mag.

Jagd im Team: Wölfe rücken einem Bison zu Leibe (Bildquelle: PD)

 Auch Fisch wird nicht verschmäht, wenn er erreichbar ist. In Kanada etwa gibt es Wölfe, die sich zur Lachszeit überwiegend von diesem Fisch ernähren. Trotzdem ist der Wolf ein echter Beutegreifer und jagt. Er nimmt gerne kleinere Tiere, kann aber durchaus auch größere und große erbeuten, vor allem da er im Rudel und mit ausgefeiltem Teamwork jagt.

 Der Wolf verfolgt seine Beute, die er mit der Nase aufspürt und sich an sie anschleicht, meist nur auf kurze Distanzen; längere Verfolgungsjagden sind selten. Vor allem jagt er im Rudel, wobei Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung stattfinden. Wölfe jagen zum Beispiel im Winter Huftiere gerne aufs Eis, wo diese sich mit ihren glatten, harten Hufen wesentlich schlechter bewegen können als die Wölfe mit ihren rauhen, weichen Pfotenballen.

Fortpflanzung

 Von Hunden kennt man es ja, dass sie zweimal im Jahr läufig werden. Wölfe hingegen können sich nur einmal im Jahr fortpflanzen. Die Paarungszeit liegt, wie man das von vielen Tierarten kennt, so, dass der Sommer möglichst gut zur Aufzucht der Jungen ausgenutzt werden kann.

Verschiedene Wölfe: Oben ein recht alter Rüde, in der Mitte ein junger männlicher Wolf und unten einer mit eienr augenmaskenartigen Zeichnung im Gesicht (Bildquelle: PD)

 Über die Tragezeit beim Wolf schwanken die Angaben von 62 bis 75 Tage. In Mitteleuropa ranzen die Wölfinnen im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr und sind dabei etwa 7 Tage aufnahmebereit. Demgemäß kommen die Jungen von März bis Mai zur Welt.

Jungenaufzucht

 Für den Nachwuchs wird rechtzeitig eine passende Höhle gesucht, ausgebaut oder gegebenenfalls auch ganz neu gegraben. Der Mutterschaftsurlaub der Wölfin beginnt schon etwa drei Wochen vor dem freudigen Ereignis, sie verlässt dann nämlich den Bereich ihrer „Wöchnerinnenstation“ nicht mehr.

 Wie man das auch vom Haushund kennt, kommen die Welpen zwar behaart aber sonst noch sehr unentwickelt auf die Welt. In einem Wurf befinden sich von einem bis zu zwölf Welpen, typischerweise sind es vier bis sechs.

 Die Wolfsmutter säugt ihre Welpen etwa sechs bis acht Wochen. Nach knapp zwei Wochen können sie sehen und fangen an zu laufen; nach knapp drei Wochen auch hören. Jetzt verlassen sie auch die Höhle und spielen mit Eltern und größeren Geschwistern. Sie fangen nun an, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie erbetteln sie zunächst von den älteren Wölfen, die sie hervorwürgen. Später nehmen sie dann auch nicht vorgekaute Nahrung zu sich und ersetzen so nach und nach die Muttermilch bis sie vollends entwöhnt sind.

 

Hier hat ein Bär offenbar erheblichen Ärger mit Wölfen (Bildquelle: PD)

Soziales Verhalten

 Wölfe werden viel später geschlechtsreif als Haushunde, nämlich erst mit zwei Jahren. So lange leben sie bei den Eltern. Ein natürliches Wolfsrudel ist nach neueren Erkenntnissen also ganz einfach eine Familie mit Papi, Mami und Kindern. Dabei ist auch ganz klar, dass es keine Rangkämpfe gibt und sich nur die Elterntiere paaren.

 Die Geschichten mit Alpha- und Omegawölfen, Rangkämpfen, fortpflanzungsberechtigten und nicht fortpflanzungsberechtigten Tieren sind Ergebnisse von Forschungen an in Gefangenschaft willkürlich zusammengesperrten Wölfen. Es liegt auf der Hand, dass die dem Wolf angeborenen „Familienregeln“ in einem willkürlich zusammengewürfelten Rudel zu solchen Ergebnissen führen müssen:

 

Die Beobachtungen von ausgeprägten Hierarchien im Rudel stammen aus der Arbeit an in Gefangenschaft zusammengewürfelten Gemeinschaften

 Das stärkste Männchen und das stärkste Weibchen halten sich offenbar für die Eltern und sehen die schwächeren Tiere als ihren Nachwuchs an, der noch keinen Sex zu haben hat. Da diese trotz Geschlechtsreife nicht abwandern können, gibt es eben Reibereien. Die Rangkämpfe sind also offenbar nichts anderes, als die ruppigere Version von elterlichen Disziplinierungsmaßnahmen und dem Verhalten von Geschwistern untereinander.

 Mit dem „Familienmodell“ lässt sich auch leicht erklären, wo die neuen Wolfsrudel herkommen: Sie werden von den Jungtieren gegründet, die mit ihrer Geschlechtsreife das elterliche Rudel verlassen. Selten werden sie Einzelgängern, in der Regel wohl nur, wenn sie keinen Partner finden. Mit der anderen Vorstellung vom Wolfsrudel, bei der auch geschlechtsreife Rüden und Wölfinnen beim Rudel verbleiben, lässt sich nämlich die Neubildung von Rudeln nicht erklären.

Dieser Wolf hat offenbar nicht besonders viel in seinem Rudel zu melden

 Allerdings könnte meiner Ansicht nach das in Gefangenschaft beobachte Verhalten unter bestimmten Umständen auch in der Natur vorkommen: Dann nämlich, wenn kein Platz für die Territorien neuer Rudel vorhanden ist. Wolfsrudel beanspruchen Territorien, deren Größe vom Nahrungsangebot abhängt und die auch gegen Artgenossen verteidigt werden.

 Ist nun kein Platz mehr für neue Rudel da, würde die in Gefangenschaft beobachtete Organisation Sinn machen. Wenn sich beim Rudel verbleibende geschlechtsreife Tiere nicht paaren, verhindert dies ein weiteres Anwachsen der Population. Gleichzeitig können auch keine „Territorialkriege“ stattfinden, die unausweichlich wären, wenn neue Rudel entstünden ohne dass Platz für sie vorhanden ist.

 Wolf und Mensch

 Früher bewertete der Mensch die Tiere seiner Umgebung nach menschlichen Verhaltensmaßstäben. Daher sah man Raubtiere natürlich als etwas böses, gewissermaßen als Verbrecher an. Während Reineke Fuchs eher als eine Art kleiner Ganove galt, war Isegrim der Wolf ein ausgewachsener Kapitalverbrecher.

 Man muss sich dabei vor Augen halten, dass Nahrungsmittel in früheren Zeiten sehr viel knapper und daher ungleich wertvoller waren als heute. Schäden an landwirtschaftlichen Erzeugnissen gingen an die Existenz, brachten das Überleben in Gefahr und ihre Verursacher wurden daher gnadenlos bekämpft.

 Da der Wolf in der Lage ist, auch große Nutztiere zu reißen und auch häufiger vorkam als der Bär, war er natürlich Volksfeind Nummer eins. Dem effizient jagenden und tötenden Wolf wurde gewissermaßen seine Effizienz als „kriminelle Energie“ ausgelegt, zumal er es bei Haustieren ja wesentlich einfacher hat als bei Wildtieren, die besser flüchten können und nicht in so hoher Dichte vorkommen wie Tiere auf einer Weide.

 Diese unglücklichen Umstände bewirkten, dass das ehemals so häufige Raubtier in vielen Gegenden bewusst ausgerottet wurde. In Südeuropa war man wohl etwas toleranter, so dass es in diesem Teil Europas noch mehr Wölfe gibt, genauso wie im Osten, wo wohl die dünnere Besiedlung eine wichtige Rolle für das Überleben des Wolfs spielte.

Ohne Wolf kein Hund. Und was wäre das Leben ohne unseren besten Freund, der stellvertretend für uns arme Arbeitstiere nach Herzenslust faulenzen darf?

 In Märchen und volkstümlichen Geschichten aus Mitteleuropa begegnet uns der Wolf daher immer als Ausbund der äußersten Bosheit und schwerstkrimineller Mordbube. Das wirkt bis in unsere Tage fort: Zeke (auf Deutsch Ede), der Große Böse Wolf aus den bekannten Geschichten von Walt Disney, geht auf den Wolf aus dem Märchen mit den drei kleinen Schweinchen zurück. Er ist ein schlimmer Finger und will die Dickerchen in fast jedem Strip fangen und fressen, was ihm allerdings nie gelingt.

 Maßgeblich beteiligt an dem Überleben der Schweinchen ist meist Edes eigener Sohn Wölfchen, der – oh Schande – mit diesen befreundet ist. Ob man diesen „Generationenkonflikt“ allerdings als Metapher für das sich ändernde Image des Wolfs sehen kann, sei dahingestellt.

 Seit einiger Zeit kann der Wolf durchaus aber auch Sympathieträger sein: Der halbstarke Wolf Lupo aus Rolf Kaukas Fix&Foxi, der in einem halb verfallenen Turm wohnt und in seiner gelben Latzhose auf einem altertümlichen Motorrad daher geknattert kommt, ist zwar ein arger Rüpel, konnte sich aber die Herzen vieler Leser erobern. Er brachte es sogar zu einer eigenen Comic-Zeitschrift, der Lupo Modern.

 In manchen Weltgegenden wurde der Wolf hingegen schon von alters her positiv gesehen. So ist er bei den nordamerikanischen Indianern ein wichtiges Totemtier und genießt hohes Ansehen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass seine Effizienz als Jäger, seine Überlebensfähigkeit und sein Sozialverhalten frühe Jägervölker beeindruckten und sie ihn als Vorbild sahen.

 Zum „Bösen Wolf“ wurde canis lupus sicherlich erst, als der Mensch lernte, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Eine positive Einstellung alter Jägervölker gegenüber dem Wolf könnte durchaus auch einer der Gründe dafür gewesen sein, dass der Mensch ihm erlaubte, an seine Seit zu kommen und zu seinem besten Freund, dem Hund zu werden.

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