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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Theodor-Veiel-Str. 17
70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

3. Januar 2009 6 03 /01 /Januar /2009 13:11

Honig ist ein wertvolles Nahrungsmittel, das von manchen Menschen sogar als Arzneimittel, ja teilweise als wahres Wundermittel gegen tausend und ein Zipperlein gepriesen wird. Auf jeden Fall ist er, wenn er vom heimischen Imker stammt, ein naturbelassenens Lebensmittel, dessen Produktion, die Imkerei, ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems ist: Mehr als ein Drittel unserer Kulturpflanzen kommt mit dem WInd als (alleinigem) Bestäuber nicht aus, sondern benötigt Insekten dazu. Hier spielt die Bienenhaltung eine wichtige Rolle.

 

Honig - eine Leckerei, die nicht nur die Zähne nicht angreift, sondern auch gut für das Zahnfleih ist (Bild:  United States Department of Agriculture, PD)

Ein Wundermittel?

 In den meisten Fällen lassen sich die unglaublichen Heilwirkungen, die so manchem einfachen Mittel aus der Natur von Enthuasiasten zugeschrieben wird, nicht wissenschaftlich einwandfrei beweisen, wobei man sich dabei natürlich im klaren sein muss, dass Schulmedizin und Pharmalobby kein Interesse daran haben, die Wirksamkeit von preisgünstigen Naturheilmitteln zu bestätigen. Doch selbst das, was sich wissenschaftlich nachweisen lässt  - böse Zungen mögen behaupten: von der Schulmedizin widerwillig zugegeben wird ;-) - ist in vielen Fällen erstaunlich. Und genau das ist auch beim Honig der Fall.

 Selbst eine zumindest im Anklang eher kritische Arbeit eines Arztes vom Universitätsklinikum Gießen bescheinigt dem Honig eine ganze Reihe von heilsamen Wirkungen: Von einer nachweislichen antibakteriellen und die Wundheilung fördernden Wirkung ist da unter anderem die Rede, von positiver Wirkung bei bestimmten Hauterkrankungen und von günstigem EInfluss auf Blutfettwerte. Weiterhin erfährt man, dass Honig keine Karies verursacht und gleichzeitig gegen Paradontose wirkt. Es scheint also tatsächlich einiges dran zu sein an den Geschichten die man über die Wirkungen des Bienenproduktes hört und auf jeden Fall ist der Honig ein gesundes, nahrhaftes und leckeres Lebensmittel.

 

Das kleinste Nutztier

 Sieht man einmal von Einzellern wie dem Essigsäurebakterium ab, dürfte die Honigbiene das wohl kleinste Nutztier sein, welches der Mensch hält. An sich ist die Imkerei ein sehr altes Handwerk, welches schon bei den Kulturvölkern der Antike bekannt war. Anhand gefundener Beuten, so nennt der Imker künstliche Bienenwohnungen und einschlägigen Darstellungen, konnten Archäologen nachweisen, dass bereits die alten Ägypter und sogar die Mesopotamier die Bienenzucht kannten. Offenbar ist diese Kunst aber später wieder zumindest teilweise in Vergessenheit geraten: Im Mittelalter begegnen uns nämlich anstatt der heutigen Imker zunächst die Zeidler als Honiglieferanten.

Der Zeidler war noch kein Imker im heutigen Sinne, denn er sammelte wilden Honig und schuf den Bienen lediglich Nistgelegenheiten, in denen sie sich von selbst ansiedelten, züchtete also nicht.

 

 Die Arbeit der Zeidler bestand darin, im Wald nach Nestern von wild lebenden Biene zu suchen und diese ausszuräubern. Außerdem schufen sie auch künstliche Nistgelegenheiten für die wilden Bienen in Bäumen. Honig war, abgesehen von dem ab ca. 1100 n.Chr. bei uns bekannten und damals immens teuren Rohrzucker, praktisch das einzige Süßungsmittel. Da auch Bienenwachs in großen Mengen, vor allem auch von der Kirche nachgefragt wurde, waren die Zeidler eine hoch angesehene Zunft. SIe hatten erhebliche Privilegien und durften sogar bewaffnet in den Wald gehen.

 

In der Lünebürger Heide wird auch heute noch ein wenig Korbimkerei betrieben, wobei das Heidekraut als Bienenweide dient 

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Lüneburger Heide 110.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Willow)

 

 Neben der Zeidlerei entwickelt sich auch die Korbimkerei, ab dem 14. Jahrhundert lassen sich neben den Zeidlern auch schon Imkerzünfte nachweisen. Man imkerte damals mit Bienenkörben; die Honigernte bedeutete auch das Ende des Bienvolkes. Da man ja keinen billigen Zucker als Austausch für den Honig hatte, konnte man die abgeernteten Völker nicht über den Winter bringen. Daher spielte es auch keine Rolle, dass mit der Honigernte auch das Bienennest im Korb zerstört wurde.

  Diese Art der Imkerei findet man heute noch in der Lüneburge Heide. Sie bedingt, dass der Imker sein Völker im Frühsommer durch Schwärmen vermehrt; er hat also jedes Jahr neue Bienenvölker. Dass sich diese recht wenig produktive Art der Imkerei noch einigermaßen halten konnte, liegt wohl daran, dass die Heideblüte erst im Spätsommer/Frühherbst stattfindet, wenn die anderen Imker das Bienenjahr bereits beenden. Die Bienenvölker der Heideimker haben daher länger Zeit, stark genug zu werdem um lohnenden Mengen Honig zu sammeln.

 

Moderne Imkerei

 Seitdem Zucker billig verfügbar ist, kann man den Bienen diesen als Ersatz für den entnommenen Honig geben. Außerdem braucht man Beuten, aus denen man den Honig entnehmen kann, ohne das Bienenvolk zu zerstören. Das funktioniert, weil die Bienen Honig und Brut einigermaßen getrennt halten und man so die Waben mit dem Honig entnehmen kann, ohne die Brut zu beschädigen. Da bei dieser Art zu Imkern, die Bienenvölker bereits mit voller Stärke in das Frühjahr starten, kann man (wenn alles gut geht) bereits im Juni das erste Mal Honig ernten, der dann aus dem Nektar von Blütenpflanzen gemacht ist und Blütenhonig heißt. Mehr oder weniger sortenreine Honige erreicht der Imker, in dem er seine Bienen in der jeweiligen Blütezeit zu großen Beständen einer Blütenpflanze bringt, z.B. an einen Rapsacker oder in ein Obstbaugebiet. Diese Technik bezeichnen die Imker als Wandern.

Heutzutage lässt man die Bienen ihre Waben in spezielle Rahmen bauen und erhält so ein "zerlegbares" Bienennest

 Wenn die Hauptblütezeit im Frühjahr vorbei ist, beginnen die Bienen den Honigtau von Bäumen zu sammeln, das sind die stark zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse. Daraus wird dann der Waldhonig, der im Hoch- oder Spätsommer geernte wird. Das Angebot an Honigtau schwankt von Jahr zu Jahr und damit auch das Angebot an Waldhonig, so wie das Aufkommen des Blütenhonigs mit den Bedingungen für die Blütenentwicklung steht und fällt.

 Im Spätsommer oder Frühherbst füttert man die Bienen dann mit Zuckerwasser. Auch aus diesem können sie eine Art Honig machen, mit dem sie dann über den Winter kommen.

 

Bienenzucht, Landwirtschaft und Ökosystem

 Die Honigbiene ist ein wichtiger Bestäuber für einen großen Teil unserer Kulturpflanzen. Das war früher kein Problem, da die Bienenhaltung eigentlich zu jeder Landwirtschaft gehörte. Mittlerweile sind Imker jedoch rar geworden, so dass Bauern es meist gerne erlauben, dass Imker ihre Beuten an Ihre Obstwiesen stellen oder ihre Rapsäcker anwandern. Gerade auch für die ökologisch wertvollen Streuobstwiesen sind Bienen wichtig, man kann durchaus sagen : Wer A(pfelsaft aus heimischer Produktion) trinken will, muss also auch B(ienenhonig vom lokalen Imker) essen. Auch für die Blütenpflanzen der ebenfalls wichtigen Feldhecken dürfte die Biene eine große Rolle spielen.

Die Honigbiene ist ein wichtiger Bestäuber der Obstbäume und hilft daher den ökologisch wichtigen Streuobstwiesen

 

  Mangelware kann die Bestäubungsleistung der Bienen aber auch in Wohngebieten mit Nutzgärten sein. Leider muss durch die übertriebene Angst vor Bienenstichen der Hobbyimker hier vielerorts mit Gegenwind rechnen, obwohl die Bienenhaltung - zumindest im kleinen, nichtgewerblichen Rahmen - auch im Garten möglich und zulässig ist. Wer über Nachbars Bienen meckert und sich damit durchsetzt, braucht sich also nachher nicht zu wundern, wenn seine gehätschelten Obstbäume nicht mehr so schön tragen wie vorher.

 Vor allem aber sollte man seinen Honig vom örtlichen Imker kaufen. Dort ist er auch nicht nennenswert teurer als im Supermarkt und man weiß, dass man heimische Qualität hat - und nicht irgendetwas aus Argentinien, Mexiko, Brasilien oder gar Indien. Vo allem aber hilft man dabei unserer heimischen Kulturlandschaft.

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31. Dezember 2008 3 31 /12 /Dezember /2008 21:26

Viele Menschen halten das Reh für "die Frau vom Hirsch", was aber nicht stimmt. Das Reh ist zwar mit dem Rothirsch verwandt, aber eine eigene Art, bei der es natürlich Männchen und Weibchen gibt. Es ist eine unserer häufigsten Wildarten und ist praktisch überall in Deutschland vorhanden. Obwohl es der Redensart zufolge scheu sein soll, kann es immer wieder auch von Spaziergängern beobachtet werden.

Ein weibliches Reh in einem Rapsacker (Bild: Hedwig von Ebbe, PD)

Aus der Familie der Hirsche

 Das Reh heißt mit wissenschaftlichem Namen capreolus capereolus und gehört zur Familie der Hirsche (Cervidae) aber nicht wie der Rothirsch zur Unterfamilie der Echthirsche, sondern zu den Trughirschen. Zu diesen gehört unter anderem auch der Elch, mit dem es von der Systematik her eher verwandt ist als mit dem Rothirsch. Diese systematische Einordnung des Rehs gründet sich auf die Form von Relikten der zurückgebildeten Mittelfußknochen, anhand derer Trug- und Echthirsche unterschieden werden. Von der sonstigen Anatomie her weißt das Reh jedoch auch Merkmale der Echthrische auf, so dass es durchaus Argumente gegen diese Einordnung gibt.

 Ausgewachsene männliche Rehe werden etwa 15...30 kg schwer, bis gut einen Meter lang und erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 90 cm; weibliche Stücke sind etwa 10..15% schwächer. Die Farbe der Decke - so lautet der waidmännische Ausdruck für das Fell - ist im Sommer rotbraun, im Winter fast grau.

 Der Lebensraum des Rehs ist eigentlich die Waldrandzone, für die sein Körperbau auch ausgelegt ist: Es ist relativ klein, hinten etwas höher als vorne und hat kein ausladendes Geweih, so dass es sich auch in dichtem Buschwerk recht gut bewegen kann. Rehe fühlen sich aber auch in der Feldflur wohl, sofern es genügend Deckung in Form von Gebüschen, Hecken und Feldgehölzen gibt.

Zwei weibliche Rehe (Gemälde von Franz Marc)

 Im Winter finden sich Rehe zu kleinen Rudeln, der Fachausdruck heißt "Sprünge", zusammen. Ab Mai etwa beziehen die Böcke ihre Einstände, als ihre Reviere und verteideigen sie gegen gleichgeschlehtliche Eindringlinge. Da weniger dominante Böcke von rabiateren verjagt werden, sind um diese Jahreszeit viel Böcke unterwegs, so dass man jetzt gerne auf einen "Maibock" ins Revier geht. Die Geißen setzen bald darauf  ihre Kitze und halten sich dann eher einzeln und in deren Nähe auf.

Als Mitglied der Familie der Hirsche trägt das Reh auch ein Geweih, das gemeinsame Merkmal dieser Tierarten. In der Jägersprache wird das Geweih des Rehes allerdings als Gehörn bezeichnet, im bajuwarischen Sprachraum früher auch als "Gewichtl". Es handelt sich biologisch gesehen jedoch in der Tat um ein Geweih, denn es wird jedes Jahr neu gebildet und wächst nicht wie die Hörner der Boviden (z.B. des Muffels) lebenslang weiter.

 Ein Gehörn hat beim Reh normalerweise nur das männliche Tier, der Bock. Weibliche Rehe heißen bei uns in Süddeutschland Geißen, in Norddeutschland Ricken. Ausnahmsweise können auch Geißen mal ein Gehörn haben, z.B. kommt das bei alten Stücken vor, die nicht mehr fruchtbar sind. Das ist eine Folge der hormonellen Umstellung; man sich das etwa so vorstellen, wie den "Witwenbart" bei Menschenfrauen, ein Damenbart, der sich durch die verminderrte Produktion weiblicher Hormone nach den Wechseljahren einstellen kann.

Junge Rehe nennt man im ersten Jahr Kitze, sie weisen ganz am Anfang die bekannte "Bambi"-Zeichnung auf (Bild: Zumthie, PD)

Nahrung

 Wie seine ganzen Verwandten aus der Familie der Cervidae ist das Reh ein Wiederkäuer und gehört daher mit anderen Familien, wie etwa den Boviden (Rinderartige) zur Unterordnung der Wiederkäuer und zur Ordnung der Paarhufer. Innerhalb der Wiederkäuer ordnet man das Reh beim Typ des Konzentratselektierers ein. Das bedeutet, dass es gezielt nährstoffreiche Pflanzenteile aufnimmt, also junge Triebe, Knospen und dergleichen, im Gegensatz zu Rauhfutterfressern, die mit weniger gehaltvollem Futter, wie z.B. trockenem Gras, auskommen, wenn sie nur entsprechend große Mengen davon erhalten.

 Seine Vorliebe für junge Triebe macht das Reh auch bei Förstern und Waldbesitzern unbeliebt: Es frisst, die Jäger sagen:äst, nämlich gerne die Spitzen von jungen Bäumen ab, die man als Terminaltriebe bezeichnet. Ein solcher Baum muss zwar nicht unbedingt absterben, bekommt aber eine Verkrüppelung oder gabelt sich, weil einer (oder auch zwei oder gar mehrere) der obersten Seitentriebe in diesem Fall die Rolle des Terminaltriebes übernimmt. Ein solcher Baum sieht zwar interessant aus und ist biologisch gesund, liefert aber keinen "Schreinerstamm" fürs Sägewerk, sondern nur noch Brennholz.

 Herzlose Förster, bei denen die Devise "Wald vor Wild" geht, nennen das Reh deswegen oft den "kleinen, roten Waldfresser" und finden, dass "nur ein totes Reh ein gutes Reh" sei. Es gibt aber auch Jäger, die das Rehwild hätscheln und tätcheln, weil es für sie der Hirsch des kleinen Mannes ist. Da ist der Ärger zwischen den beiden Arten von Grünen Männern natürlich vorprogrammiert: Vor allem behaupten die Jäger gerne, dass es keine Rehe mehr gäbe, weil die bitterbösen Förster alle tot geschossen hätten. Warum man heutzutage nicht mehr so viel Rehe sieht, steht im Artikel "Die verschwundenen Rehe".

 Vernünftige Förster - und auch die gibt es Gott sei Dank noch - gestehen dem Reh jedoch auch ein Lebensrecht zu, schließlich gehört es zu unseren Ökosystemen, wie viele andere Tierarten auch. Vernünftige Jäger sehen ein, dass es nicht zu viel Rehe geben darf, weil der Wald ja schließlich anständiges Holz produzieren soll - und lassen sich von den Förstern zur Rehwildjagd einladen. (Die, die immer auf die Förster schimpfen, gehen aber schon auch hin, wenn sie eingeladen werden, so groß ist die Abneigung dann auch wieder nicht.)

 

Jagd auf Rehwild

 Die Förster schießen die Rehe vor allem bei Drückjagden. Dabei lässt man ein paar Treiber und Hunde durch den Wald marschieren, die sich aber nicht so laut gebärden sollen wie bei einer Treibjagd auf Hasen und Füchse, sondern eher wie Spaziergänger oder Pilzsammler. Dadurch werden die Rehe nicht so erschreckt, dass sie in panischer Flucht davon preschen, sondern treten eine Art geordneten Rückzug an. Debei benutzen sie ihre Wechsel (also ihre Wege), die der Revierleiter natürlich kennt und dort sein Jagdgäste hin gestellt hat. Weil die Rehe nicht besonders schnell kommen, kann der Schütze sie gut ansprechen, also sehen, ob da ein Reh kommt, dass er schießen darf. Im Spätherbst und Winter, wenn die Drückjagden sind, darf man nämlich keine Böcke schießen und auch keine Geißen, die Kitze haben.

Hier fühlen Rehe sich wohl: Dichtes Unterholz oder Gebüsch sind ihr eigentlicher Lebensraum

 Die andere übliche Art der Rehwildjagd ist der Ansitz. Der Jäger setzt sich dort, wo er vermutet, dass Rehe kommen, auf einen Hochsitz oder eine andere Sitzgelegenheit. Man kann auf Rehe auch pirschen; dazu schleicht man durch den Wald dahin, wo sich Rehe aufhalten. Das kann man sich heute aber nicht mehr oft gönnen. Die Jagdreviere sind so klein geworden, dass man bei häufigem Pirschen zu oft die selbe Gegend beunruhigt und die Rehe - und anderes Wild - dauerhaft vergrämt, also verjagt. Man sagt deswegen: "Es sind schon mehr Reviere leer gepirscht worden als leer geschossen".

 Wie bei vielen anderen WIldarten auch, jagt man bei den Rehen die männlichen besonders gerne in ihrer Paarungszeit. Bei den Rehen heißt sie Brunft oder Blattzeit und ist Ende Juli, Anfang August. Man nutzt dabei die bekannte Tatsache aus, dass bei männlichen Wesen meist das Gehirn auf Sparbetrieb schaltet, wenn zwei Stockwerk tiefer bestimmte Relais fallen und sie sich dann gut austricksen lassen. Menschliche Männer kostet dieser Effekt zuweilen die Brieftasche, Rehböcke dagegen sind schlimmer dran, für sie endet Liebesbrunst zum falschen Zeitpunkt meist tödlich.

 Der geschickte Jäger macht mit den Lippen, auf einem Buchenblatt (deswegen "Blattzeit" und "Blattjagd") oder auf einem besonderen Instrument bestimmte Lautäußerungen des Rehs nach: Er fiept wie eine Geiß oder ein Kitz (der Bock denkt dann nämlich: "Wo ein Kitz ist, ist auch ein Geiß"). Oder er ahmt den Ruf nach, den die Geiß ausstößt, wenn sie zunächst (wie die meisten Frauen), uninteressiert tut und vor dem Rehbock davon rennt; dann denkt der Rehbock: "Da ist ja schon einer zugange, na warte!", genauso wie wenn der Jäger das Zorngeschrei des Bockes nachmacht.

 Hat der Jäger die jeweilige Lautäuerßung gut nachgemacht und/oder ist der sexuelle Notstand beim Bock entsprechend ausgeprägt und hat er - vor allem - den Jäger nicht gewittert, kann es sein, dass er den letzten Fehler seines Lebens macht und dem verlockenden Geräusch nach geht...

 

Fortpflanzung

 Natürlich kostet nicht jeder Paarungsversuch den Bock das Leben, sonst gäbe es ja keine Kitze mehr. Wird einer geschossen, ist das für die Population nicht weiter schlimm, denn es findet sich immer ein anderer, der den Job übernimmt, da Rehwild keine festen Paarbindungen eingeht. Aus dem gleichen Grund schimpfen die Förster auch auf Jäger, die nur Böcke erlegen und nach alter Väter SItte "nicht auf Frauen und Kinder schießen". Die Jagd auf männliche Stücke tut der Bestandsentwicklung nämlich keinen Abbruch, da man nie alle erwischt und die verbleibenden ohne Probleme den Job der verblichenen Artgenossen mit erledigen und daher  trotzdem alle weiblichen zu ihrem Nachwuchs kommen.

 War der Beschlag, so nennt der Jäger die Paarung, erfolgreich, passiert - zunächst einmal gar nichts. Der Keim, die befruchtete Eizelle also, ruht erst einmal ohne sich weiter zu entwickeln. Erst um Weihnachten herum beginnt die Frucht zu wachsen. Das liegt daran, dass die eigentliche Tragzeit beim Reh aus biologischen Gründen etwa fünf Monate beträgt und - wie bei den meisten unserer Tiere - das späte Frühjahr ein guter Zeitpunkt zum Setzen der Kitze ist, da sie dann bis zum Herbst genügend Zeit haben, groß genug zu werden um im WInter eine reelle Überlebenschance zu haben.

Trotzdem jährlich Hunderttausende von Rehen geschossen werden, nimmt ihre Zahl kaum ab

 Aus diesen Gründen müsste die Rehbrunft also um Weihnachten stattfinden. Da die Blattzeit aber für den Bock eine recht stressige Zeit ist, würde er sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in der kalten Jahreszeit nicht überleben. Selbst für den viel größeren Rothirsch hat sein Brunftstress im Herbst oft tödliche Folgen, wenn er sich vor dem WInetr nicht mehr davon erholen kann. So aber hat der Rehbock nach der Blattzeit noch genügend Gelegenheit, sich wieder ordentlich Feist, also Fett, anzufressen um gut über den WInter zu kommen.

 Bis man vor etwa 150 Jahren mit Hilfe des Mikroskops nachweisen konnte, dass beim Rehwild diese Keimruhe stattfindet, war die Rätselei unter den Jägern groß. Es gab damals in Fachzeitschriften und dergleichen heiße Diskussionen über dieses Mysterium. EIn gängige Theorie war, dass die Blattzeit nur eine Scheinbrunft sei und das Rehwild sich im Dezember noch einmal heimlich, still und leise der Paarung hingebe, wobei dann tatsächlich der Nachwuchs gezeugt werde. Eine solche Nachbrunft gibt es beim Reh übrigens tatsächlich ab und zu; dann nämlich, wenn eine Geiß bei der regulären Brunft nicht aufgenommen hat, kann sie im Dezember noch einmal brunftig werden. Wahrscheinlich wurde das ab und zu beobachtet, was dann zur Theorie der stillen Brunft im Winter geführt haben mag.

 Auf jeden Fall aber setzt die Geiß im späten Frühjahr oder Frühsommer ihre Kitze. In der Regel sind es zwei, seltener eines oder gar drei. Am Anfang legt sie ihre Kitze immer ab, wenn sie selbst äst und kommt immer wieder bei ihnen vorbei um sie zu säugen. Aus Gründender "Risikostreuung" legt die Rehmutter ihre Kitze auch nie zusammen ab. Da sie das aber auch gerne in Wiesen tut und man dort heute bereits sehr früh mäht sind die Kitze sehr gefährdet.

 Abgesehen von den durch den Menschen verursachten Gefahren des Ausmähens und natürlich des Straßenverkehrs haben Rehkitze - wie große Säuger im allgemeinen - eine recht gute Überlebenschance. Im Laufe des Herbstes und des Winters werden sie immer unabhängiger von ihrer Mutter und nehmen im Jahr nach ihrer Geburt, als Schmalreh bzw. Schmalgeiß oder Jährlingsbock bereits an der Brunft teil, so dass das weibliche Reh mit zwei Jahren das erste Mal Mutter und damit zu einer Geiß wird.

 

Das Gehörn

 Das männliche Kitz entwickelt bereits im Herbst seines Geburtsjahres sein erstes, in der Regel noch unscheinbares Gehörn. Dieses wird nach einer Weile abgeworfen, worauf ein neues zu wachsen beginnt, welches dann regulär im Winter abgeworfen und neu gebildet wird. Wir der Rehbock älter, wirft er sein Gehörn immer früher ab und hat auch früher ein neues. Manche jungen Reböcke behalten ihr erstes Gehörn auch bis zum Herbst des nächsten Jahres und werfen es etwa dann ab, wenn die anderen das  zweite Gehörn abwerfen, überspringen also einen Gehörnabwurf.

 Das Gehörn - eigentlich ist es ja, wie gesagt, ein Geweih - ist eine Knochenbildung. Solange es wächst, ist es von einer Haut überzogen, der so genannten Basthaut. Sie stirbt ab, wenn das Gehörn voll entwickelt ist und der Bock streift sie durch Schlagen und Scheuern gegen Zweige und junge Baumstämmchen ab, er fegt, wie der Jäger sagt.  Dabei wird die Rinde in charakteristischer Weise beschädigt, so dass man anhand dieser Fegestellen sehen kann, wo ein Rehbock seinen EInstand hat, also "wohnt". Ist das Gehörn ganz frei von der Basthaut, sagt man, der Bock habe verfegt.

 Das erste Gehörn besteht meist nur aus zwei Spießen, einen solchen Bock nennt man Spießer. Später wird das Gehörn größer und bekommt mehr Enden, bei zwei Enden pro Stange spricht man von einem Gabler, bei dreien von einem Sechser. Wird der Bock älter, schiebt er wieder weniger gute Gehörne, man sagt, dass er dann zurücksetzt. Mehr als sechs Enden sind selten, wenn es sie gibt, sind sie meist die Folge von Verletzungen des Gehörns beim Wachsen oder der Rosenstöcke, der Knochenanlagen aus denen das Gehörn herauswächst.

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28. Dezember 2008 7 28 /12 /Dezember /2008 20:54

Die Luft, welche wir atmen und die den grünen Pflanzen für Assimilation und Atmung zur Verfügung steht, besteht zu etwa 78% aus Stickstoff, zu 21% aus Sauerstoff und nur zu 0,04% aus Kohlendioxid. Aus diesem Bisschen Kohlendioxid stammt der ganze Kohlenstoff, den die Pflanzen zum Aufbau von organischer Materie benötigen. Trotzdem ist es nicht der Kohlenstoff, sondern der überreichlich in der Luft vorhandene Stickstoff, welche als eine Art Mangelware den Aufbau lebender Materie begrenzt.

 

Auch wenn Stickstoff mit seinem Anteil von 78% an der bodennahem Atmosphäre überreichlich vorhanden ist, ist er doch in natürlichen Ökosystemen eher Mangelware

 

Drei Lebensbausteine

 Lebende Organismen bestehen im Grunde aus drei chemischen Bausteinen, die auch die Komponenten unserer Nahrung bilden: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Zucker, eine Art der Kohlenhydrate erzeugen grüne Pflanzen durch die Photosynthese mit Hilfe des Blattgrüns, dem Chlorophyll aus Kohlendioxid und Wasser. Die nötige Energie dazu liefert das Sonnenlicht. Kohlenhydrate bestehen lediglich aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauestoff. Sie lassen sich auch recht leicht in Fette umwandeln, was nicht nur Pflanzen können, sondern z.B. auch unser Körper: Das Insulin der Bauchspeicheldrüse wandelt überschüssigen Blutzucker in Fett um, welches als Energiereserve gespeichert wird. Auch Fette bestehen lediglich aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. 

Wie Kohlehydrate auch, stammen Eiweiße letztendlich aus Pflanzen

 Der dritte Baustein des Lebens, das Eiweiß hingegen enthält nun außer Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff vor allem Stickstoff als wichtige, dritte Komponente, sowie einige andere Elemente, die zwar ebenfalls wichtig sind, quantitativ aber keinen so großen Anteil haben. Tiere - zu denen wir Menschen in diesem Zusammenhang auch zählen - decken ihren Eiweißbedarf ganz einfach, in dem sie eiweißhaltige Nahrung tierischer und/oder pflanzlicher Herkunft zu sich nehmen. Pflanzen jedoch nehmen das in ihrem Gewebe enthaltene Eiweiß in der Regel nicht auf, sondern erzeugen es selbst. Dazu müssen sie mit Ihren Wurzeln Stickstoff aus dem Boden aufnehmen. Ausnahme von der Regel sind die fleischfressenden Pflanzen: Sie leben typischerweise auf stickstoffarmen Böden, wie z.B. der Sonnentau auf seinem Moorboden und begegnen dem Stickstoffmangel dadurch, dass sie Insekten um ihres Eiweiß- und damit Stickstoffgehaltes willen anlocken, fangen und verdauen.

 Je mehr Eiweiß eine Pflanze enthält, desto mehr Stickstoff benötigt sie. Das weiß jeder Gärtner, denn er kennt die eiweißreichen Pflanzen wie etwa die verschiedenen Kohlsorten als so gennnte Starkzehrer, welche viel Stickstoff benötigen. Auch hier gibt es eine Ausnahme, denn Hülsenfrüchte sind sehr eiweißreich, benötigen aber dennoch nicht besonders viel Stickstoff. Warum das so ist, wird später noch klar werden.

 

Pflanzenverfügbarer Stickstoff

 Die ganze in unserer Atmosphäre enthaltene, unvorstellbar große Menge an Stickstoff nutzt nun die Pflanzen zunächst einmal genau nichts. Es handelt sich dabei nämlich um elementaren Stickstoff und den können Pflanzen nicht aufnehmen. So genannter pflanzenverfügbarer Stickstoff, also solcher, mit dem man Pflanzen düngen kann, ist in bestimmten Stickstoffverbindungen enthalten, die in der Natur eben eher rar sind. Dadurch wird der Aufbau von Eiweiß und damit von Biomasse überhaupt begrenzt.

 

Vor der Erfindung des Kunstdüngers war es für den Landwirt sehr schwierig, genügend Stickstoff in den Boden zu bekommen, um eine ausreichende Biomasseproduktion zu ermöglichen

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Farmer_plowing.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Ralf Roletschek)

 Vor diesem Hintergrund wird auch klar, warum früher, zu Zeiten der Jäger und Sammler und auch des Ackerbaus vor der Erfindung des Kunstdüngers, Nahrung immer ein knappe Sache war. Zwar konnte ein Bauer auch früher seinen Acker mit Stall- und Abtrittdünger düngen; jedoch war dies lediglich Teil eines Kreislaufprozesses: Der Stickstoff im Dünger stammte aus der Nahrung von Mensch und Tier - und damit letztendlich wieder von irgendwelchen Pflanzen. Nicht anders verhält es sich in der Natur: Selbstverständlich düngen verrottende stickstoffhaltige Pflanzenteile, verwesende Tierkörper und Exkremente den Boden mit Stickstoff. Aber auch hier ist der Stickstoff zunächst einmal nichts anderes als Kreislaufmaterial, denn die Tiere haben ihn ja selbst wieder mit der Nahrun gaufgenommen, die letztendlich auch wieder von den Pflanzen des jeweiligen Ökosystems stammt.

 Da es nun aber bei diesem Kreislauf des Stickstoffs mit Sicherheit "undichte Stellen" gibt, an denen aus pflanzenverfügbarem Stickstoff  wieder elementarer wird, muss es auch Schnittstellen geben, an denen aus elementarem Luftstickstoff pflanzenverfügbarer Stickstoff wird, zumal der Augenschein ja durchaus lehrt, dass die Biomasse auf der Erde nicht ständig abnimmt, sondern eher die Tendenz zur Zunahme zeigt, was auch schon der Fall war, bevor der Mensch durch Kunstdünger vieleriorts für eine Überdüngung sorgte.

 Des Rätsels Lösung: Es gibt in der Tat solche Schnittstellen: Bestimmte Pflanzen, die Leguminosen nämlich, leben in einer Symbiose mit bestimmten Bakterien, den so genannten Knöllchenbakterien, welche in der Lage sind, elementaren Stickstoff aus der Luft in pflanzenverfügbaren umzuwandeln. Die Knöllchenbakterien sitzen an den Wurzeln der auch als Hülsenfrüchte bekannten Leguminosen und versorgen diese mit Stickstoff; im Gegenzug bekommen sie von der Pflanze andere Stoffe, die sie selbst benötigen.

 

Fruchtfolge und Brache

 Und damit ist jetzt auch das Rätsel um die Bohnen und Erbsen gelöst, die zwar viel Eiweiß enthalten, dennoch aber keine Starkzehrer sind und daher, anders als etwa Kohl, keine Stickstoffdüngung benötigen. Besser noch: Die Knöllchenbakterien versorgen nicht nur ihre "Partnerpflanze" mit Stickstoff - und uns dadurch mit nahrhaften Bohnen und Erbsen. Bei der Geschichte gelangt überdies noch allerhand pflanzenverfügbarer Stickstoff in das Erdreich, so dass man - wie jeder Gärtner weiß - im nächsten Jahr auf dem betreffenden Beet mit gutem Erfolg Starkzehrer wie etwa Blumenkohl anbauen und damit eine weitere nahrhafte Ernte einfahren kann. 

Bohnen sind nicht nur lecker und nahrhaft, sie reichern auch den Gartenboden mit Stickstoff an, was den Bedarf an entsprechendem Dünger verringert (Bildquelle:

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Snijboon peulen Phaseolus vulgaris.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Rasbak)

 Es gibt unter den Leguminosen natürlich auch Wildpflanzen, welche in den natürlichen Ökosytemen für den Stickstoffnachschub sorgen. Solche Wildpflanzen aus der Familie der Leguminosen stellen sich auch auf Brachflächen ein, die sich von selbst begrünen, so dass in früheren Zeiten durch die damals übliche Brache in jedem dritten Jahr auch ein gewisser Stickstoffnachschub gewährleistet war, neben den anderen Erholungseffekten, welche die Brache dem Ackerland bringt. Später lernte man dann auch, Leguminosen wie den Rotklee in die Fruchtfolge einzubeziehen, so dass der Boden nicht nur besser mit Stickstoff versorgt wurde, sondern auch einen Nutzen in Form von Viehfutter brachte. Es gibt auch Ackerpflanzen, die nur zum Gründungen gepflanzt und gar nicht geerntet, sondern einfach untergepflügt werden.

 

Kunstdünger und Stickoxide

 Einen Durchbruch in der Landwirtschaft brachte die Erfindung des Kunstdüngers: Nun konnte man Stickstoff in nahezu beliebiger Menge in den Boden bringen und so die Erträge erheblich steigern. Zunächst stammte der Stickstoff aus Salpeter, welcher vor allem in Chile abgebaut wurde, also aus einer sich nicht erneuernden Quelle. Mit der Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrens wurde es dann sogar möglich, Ammoniak aus dem Luftstickstoff zu machen, welches den Salpeter als Grundlage der Kunstdüngerherstellung verdrängte. Das war übrigens auch der Todesstoß für die Segelschiffahrt, denn der nun größtenteils überflüssige Salpetertransport war die letzte Domäne der Windjammer gewesen.

 Unangenehme Folge des Kunstdüngers ist die Belastung der Umwelt mit Stickstoffverbindungen. Nicht aller mit dem Kunstdünger ausgebrachte Stickstoff wird auch von den Pflanzen aufgenommen, sondern es landet immer auch ein erheblicher Teil im Grundwasser und schließlich in den Gewässern, die dadurch überdüngt werden. Wenn man sich nun vor Augen hält, dass pflanzenverfügbarer Stickstoff ja von Natur aus eine recht knappe Ressource ist und das Gleichgewicht in der Natur mit auf diesem Umstand beruht, wird einem klar, dass eine solche Überdüngung einiges in Unordnung bringen kann.

Auch wenn es ihm selbst wahrscheinlich überhaupt nicht bewusst ist - hier düngt einer den Wald: Stickoxide aus Autoabgasen sind pflanzenverfügbarer Stickstoff

 Übrigens trägt auch der Straßenverkehr nicht wenig zur Überdüngung der Landschaft bei: Die Stickoxide aus den Abgasen sind eine Form von pflanzenverfügbarem Stickstoff. Aus diesem Grunde findet man heute auch im Wald einen Haufen Brennnesseln und Brombeeren. Beide sind typische Stickstoffzeiger und waren früher im Wald nicht besonders häufig.

 Gerade im Garten benötigt man eine Menge Stickstoff, vor allem wenn man gute Erträge an nahrhaften Starkzehrern erziehlen will, was ja gerade vor dem Hintergund des Selbstversorgergedankens interessant ist. Aus diesem Grunde schleppt man natürlich gnadenlos alles organische und möglichst stickstoffhaltige in den Garten, was man nur (umsonst) kriegen kann. Und dadurch hängt so mancher, der eigentlich total biologisch zu gärtnern vermeint, unwissentlich doch am Tropf der Kunstdüngerinsdustrie - oder glaubt Ihr, ein Bauer würde seinen Mist hergeben, wenn sein Boden nicht überreichlich durch Kunstdünger mit pflanzenverfügbarem Stickstoff versorgt wäre?

 Will man wirklich autark gärtnern, dürfte man genau genommen keinen Stickstoffdünger von außen einbringen. Man müsste allen Stickstoff durch eigene Leguminosen in den Boden bringen. Natürlich geht das auch im größeren Rahmen, wenn man nämlich eine autarke kleine Landwirtschaft hat und dort durch schlauen Fruchtwechsel und Gründüngung gewisse "Überschüsse" an Stickstoff in Form von Mist oder Kompostmaterial erzielt, die man für den Garten abzweigen kann.

 Aber päpstlicher als der Papst wollen wir ja nicht sein und ich selbst bin übrigens auch nicht besser: Ich schnorre gnadenlos von meinen Nachbarn Grasschnitt für meinen Kompost und zum Mulchen. Die sind froh, dass sie das Zeug nicht fort karren müssen und überlegen sich dabei aber gar nicht, dass sie mir damit nicht nur ihren Mutterboden, sondern auch noch das bare Geld über den Zaun werfen. Selbstverständlich ist Gras nämlich sehr stickstoffhaltig - wo käme denn sonst auch das Eiweiß in den Steaks her? Und wenn meine Nachbarn ihren Rasen nicht jetzt schon mit stickstoffhaltigem Rasendünger düngen, werden sie es irgendwann tun müssen.

 Genaugenommen ist es ja nicht richtig, auf Kosten anderer einen Vorteil zu erzielen... Aber ein Stück weit macht den Reiz der Selbstversorgerei doch auch aus, dass man dann und wann das Gefühl hat, ein wenig schlauer zu sein als die anderen, oder?

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14. Dezember 2008 7 14 /12 /Dezember /2008 11:57

Die Anpassung der gewachsenen bäuerlichen Kulturlandschaft an die moderne Landwirrtschaftliche Methoden hat sie zu einer öden Agrarsteppe gemacht

Das Verhunzen organisch gewachsener Kulturlandschaften, die nicht nur hübsch aussehen sondern auch ökologisch wertvoll sind, ist keine Errungenschaft des späten 20. Jahrhunderts. Schon vor dem ersten Weltkrieg beklagte Hermann Löns in seinem Gedicht "Verkoppelung", dass dieser Vorläufer der Flurbereinigung bereits damals der bäuerlichen Kulturlandschaft ihren Reiz nahm.

 

 

Hermann Löns im Jagdanzug (Gemälde nach einer Fotografie)

Hermann Löns, der den meisten Leute, wenn überhaupt, nur als der "Heidedichter" bekannt ist, war einer der ersten Leute, die sich in der Industriegesellschaft um Umwelt und Ökologie Gedanken machten. Daher bezeichnen ihn manche als den "Ersten Grünen". Neben seinen bekannten Schnulzen und Zeitungsartikeln schrieb er wunderbare Tier- und Jagdgeschichten, interessante Romane, war als Biologe tätig und - was kaum jemand weiß - zeichnete und malte. Das Copyright auf seine Werke abgelaufen ist, findet man einiges daraus auf der Website Projekt Gutenberg-DE, die vom Magazin "Der Spiegel" betrieben wird.

  

Verkoppelung
Es geht ein Mann durch das bunte Land;
Die Meßkette hält er in der Hand.

Sieht vor sich hin und sieht sich um;
Hier ist ja alles schief und krumm.«

Er mißt wohl hin und mißt wohl her;
»Hier geht ja alles kreuz und quer!«

Er blickt zum Bach im Tale hin;
»Das Buschwerk dort hat keinen Sinn!«

Zum Teiche zeigt er mit der Hand;
»Das gibt ein Stück Kartoffelland!«

Der Weg macht seinen Augen Pein;
»Der muß fortan schnurgerade sein!«

Die Hecke dünket ihm ein Graus;
»Die roden wir natürlich aus!«

Der Wildbirnbaum ist ihm zu krumm;
»Den hauen wir als ersten um!«

Die Pappel scheint ihm ohne Zweck;
»Die muß da selbstverständlich weg!«

Und also wird mit vieler Kunst

Die Feldmark regelrecht verhunzt.

                                             Hermann Löns

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13. Dezember 2008 6 13 /12 /Dezember /2008 18:49

In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind bei uns Tiere aufgetaucht, die es früher hier nicht oder nicht mehr gab. Sie bereichern oft die Strecken von Jägern und Anglern und/oder erfreuen Naturbeobachter, sorgen aber teilweise auch für Ärger durch Schaden, den sie anrichten. Tatsächlich sind die neuen Bürger unserer Tierwelt in manchen Fällen ökologische Problemkinder.

 

Ein von den meisten freudig begrüßter Heimkehrer, der aber nicht nur Freunde hat: der Biber (Foto: Tom Smylie, U.S. Fish & Wildlife Service)

 

Der Biber macht Ärger

 Grundsätzlich ist es natürlich zu begrüßen, wenn verschwundene Tierarten in einen Lebensraum zurückkehren. Nicht immer geht es dabei aber ohne Ärger ab. Ein Beispiel dafür ist der Biber: Gerade im Bereich der Gewässer haben die Umweltschutzmaßnahmen der letzten Jahrzehnte erfreulicg gut gegriffen. Erheblich verbesserte  Wasserqualität und die Renaturierung von Ufern haben ihm Lebensräume zurückgegeben, so dass er sich weit stärker wieder ausgebreitet hat, als die Naturschützer zu hoffen gewagt hatten.

 Doch schon gibt es Ärger mit Meister Bockert, wie ihn die Fabel nennt: Nicht nur der Mensch, sondern auch Tiere verändern ihren Lebensraum. Und das gilt im hohen Maße auch für den Biber mit siner Bautätigkeit. Bauern beklagen Schäden an Ufergrundstücken durch die Höhlen, die sich der Biber gräbt und auch die ökologisch eher positive Wiedervernässung durch seinen Dammbau wird nicht immer auf Gegenliebe bei den Landwirten stoßen.

 

 Biberdamm in der Eifel: Die Vernässung des Bodens durch den angestiegenen Wasserspiegel verbessert sicherlich den Lebensraum, wird aber nicht unbedingt überall auf Gegenliebe stoßen (Bildquelle: Wikimedia)

 

 Daher schimpfe die Bauern auch schon seit Jahren und verlangen, dass der Biber wieder auf die Liste der jagdbaren Tiere gesetzt wird und ein Schusszeit bekommt. Manche Jäger würden das vielleicht begrüßen, die meisten werden jedoch ohne großes Bedauern auf diese Bereicherung der Jagdkarte verzichten können: Der Biber ist nämlich mit den heute als waidgerecht geltenden Methoden nur mühselig  zu bejagen: Ausrotten konnte man ihn früher nur deshalb, weil man seinen Lebensraum zerstörte und üble Tricks anwandte, die heute keiner mehr will; außerdem ist er heute kaum mehr zu verwerten, denn wer isst schon Bibefleisch?

 Tatsächlich geht das Gezerfe um den Biber schon seit Jahren; bisher ist die Welt durch ihn aber noch nicht untergegangen. Eine Entschädigung der Grunstückseigentümer wäre jedoch zu überlegen: Einesteils kann man sich zwar eigentlich nicht beschweren, wenn man durch Renaturierung einen Nutzen verliert, den man nur dadurch hatte, dass vorher ein unnatürlicher Zustand herrschte. Andererseits haben die Bauern aber die Nutzung solcher Grundstücke begonnen, als noch kein Biber in Sicht war, womöglich im Einzelfall sogar im Rahmen der Flurbereinigung im Tausch gegen uferferne Grundstücke erhalten. Auf jeden Fall aber können und müssen wir uns Umweltschutz und Erhalt von Ökosystemen leisten und gleichzeitig die Landwirtschaft erhalten, so dass man die Bauern ruhig entschädigen kann, zumal sie wichtige Verbündete im Kampf gegen die Zerstörung unserer Umwelt durch wirtschaftliche Interessen sind.

 

Das Wildschwein kam von alleine zurück

 Das Schwarzwild ist eine bei uns wirklich bodenständige Wildart. Es ist ein typischer Waldbewohner und daher in alten Zeiten praktisch überall in den weiten Wäldern zuhause gewesen, welche in unserem Land die natürliche Endstufe der Vegetation darstellen.

 

Auch das Wildschwein ist in viele seiner alten Lebensräume zurückgekehrt, worüber aber einige Leute nicht so ganz glücklich sind

 

 Mit der fortschreitenden Besiedelung wurden immer mehr Wälder gerodet und durch Übernutzung zerstört, so dass sein Lebensraum immer mehr beschnitten wurde. Weil es in der Landwirtschaft zu Schaden geht, wurde es in neuerer Zeit auch erbarmungslos verfolgt, so dass es vor einigen Jahrzehnten aus vielen Teilen Deutschlands komplett verschwunden war.

 Durch Verändrungen in der Landwirtschaft, vor allem durch den großflächigen Maisanbau, verbesserte sich seine Nahrungsgrundlage aber so stark, dass es sich viele seiner Lebensräume zurückerobert und sich dort auch stark vermehrt hat. Das anpassungsfähige Wildschwein ging aber noch weiter: Ursprünglich ein typischer Bewohner großer, zusammenhängender Wälder, treibt es sich heute sogar schon in Städten herum! Vielerorts ist es daher zu einer Plage geworden, nicht nur, weil es schwere Schäden, vor allem an Mais, Weizen und Grünland anrichtet, sondern auch, weil es ein Überträger der Schweinepest ist und damit Hausschweinhaltungen gefährdet.

 

Zwei Neubürger

Im Gegensatz zum Biber ist der Waschbär ganz neu bei uns eingebürgert worden. Er kam zunächst in europäische Pelzfarmen, brach von dort aus, wurde zum Teil auch ausgesetzt und begann sich zu verbreiten. Das erste Auftreten von Waschbären in Deutschland liegt schon Jahrzehnte zurück, heute ist er in weiten Teilen Deutschland zu finden. Über seine Populationsdichte herrscht geteilte Meinung: Während die einen ihn schon überall in Massen sehen, behaupten die anderen, das in den Medien bis zu zehnfach überhöhte Dichten genannt würden.

 

 Der Wascchbär wurde ganz neu bei uns eingebürgert (Bild: Darkone, Wikimedia, lizensiert nach CC-SA)

 

Neubürger im Tierreich, sogenannte Neozoen, sind eine potentielle Gefahr für ein Ökosystem, müssen aber nicht unbeding tatsächlich schädlich sein. Auch hierüber herrschen im Einzelfall unterschiedliche Ansichten. Auf jeden Fall aber ist der Waschbär ein findiger und anpasungsfähiger Geselle, der sich ohne größere Probleme auch neue Lebensräume erobern kann. Nicht nur in seiner Urheimat der USA, sonden auch bei uns ist er deswegen mehr und mehr auch im städtischen Bereich zu finden.

 

Obwohl er dem Waschbar sehr ähnlich sieht, ist er kein naher Verwandter von ihm: der Enok ode Marderhund

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Capreolus capreolus (Marek Szczepanek)aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Manfred Dohmen.)

 Der Enok oder Marderhund ist ein zweiter Neubürger, den man recht leicht mit dem Waschbär verwechseln kann: Anders als dieser gehört er, wie unser Fuchs, zu den Hunden, während der Waschbär bei den Kleinbären eingeordntet wird. Der Enok stammt ursprünglich aus Ostasien, kam durch Aussetzung in den Westen der Sowjetunion und hat sich von dort bis nach Deutschland verbreitet. Hier ist er in Mecklenburg-Vorpommern und Brendenburg recht verbreitet, kommt aber auch in den anderen Bundesländern vor.

 Dass er sich bei uns wohl fühlt, liegt auch daran, dass er hier keine natürlichen Feinde hat. Außerdem ist er, wie sein Verwandter, der Fuchs, de facto ein Allesfresser, auch wenn beide nach der zoologichen Systematik bei den Raubtieren eingeordenet sind. Anders als der Fuchs jagt der Enok aber nicht, sondern sammelt sein Nahrung eher in der Art des Dachses. In seinem Nahrungsspektrum sehen aber viele auch ein Gefahr, denn er frisst unter anderem auch Gelege und Junge höhlen- und bodenbrütender Vögel. Nach der Berner Konvention soll daher seien Ausbreitung streng kontrolliert werden.

 

Ersatz und Verdrängung von heimischen Tieren durch nahe ausländische Verwandte

 Teilweise besiedeln Neoozoen auch die Lebensräume von nahen einheimischen Verwandten, die daraus verdrängt wurden. Ein Beispiel hierfür ist der Nerz. Der europäische Nerz ist sehr selten geworden und lebt nur noch an wenigen Stellen. Ein Teil seiner Biotope wurde vom amerikanischen Nerz besiedelt. Das problematisch hieran ist, dass der amerikanische Nerz oder Mink robuster ist als sein europäischer Verwandter und nicht nur bereits von diesem verlassene Lebensräume besiedelt, sondern ihn auch daraus verdrängt.

 

 

Der amerikanische Nerz ist ein gefährlicher Konkurrent seines europäischen Verwandten, da er ihn aus seinem Lebensraum verdrängen kann. (Bild: U.S. NPS)

 

 Ebenfalls Konkurrenz aus der Neuen Welt hat unser Flusskrebs bekommen. Er leidet stark unter Gewässerverschmutzung, insbesondere unter Insektiziden. Nachdem sich die Gewässerqualität wieder verbessert

hatte, wurden die verlassenen Biotope teilweise mit amerikanischen Krebsen besiedelt. Dies geschah teilweise in Form von gezielten Besatz-Aktionen, zum Teil aber auch unkontrolliert: Amerikanische Flusskrebsarten werden von Aquarianern gehalten und manchmal  auch ausgesetzt. Gelangen sie in geeignete Gewässer, können sie freie Lebensräume besiedeln, aber auch gefährlich für einheimische Krebse werden, die hier noch oder wieder leben. Die amerikanischen Arten übertagen nämlich eine gefährliche Pilzkrankheit, die man als Krebspest bezeichnet.

 

Der Europäische Flusskrebs wird nicht nur durch Umweltschäden bedroht, sondern auch durch seine amerikanischen Verwandten (Bild: Parc Vosges Nord, lizensiert nach GNU FDL)

 

Neozoen sind nichts neues

Die Einwanderung von neuen Tierarten gibt es aber keineswegs erst seit dem Industriezeitalter mit seinen Umweltveränderungen und starkem internationalen Austausch von Menschen, Waren und DIenstleistungen. Abgesehen von radikalen Veränderungen durch den Wechsel von Eis und Warmzeiten und den dadurch verursachten Veränderungen in der Pflanzen und Tierwelt sind auch in geschichtlicher Zeit immer wieder neue Tierarten aufgrund von Umweltveränderungen und/oder dem Zutun des Menschen aufgetraucht.  Das Damwild, eine kleine Hirschart, wurde zum Beispiel als Zierwild für die Parks von Fürsten ins Land geholt, gelangte irgendwann auch in die freie Wildbahn und fühlt sich dort vielerorts sehr wohl ohne dabei besonders negativ aufzufallen; es wertet sogar viele Jagdreviere auf, denn für einen Jäger ist ein Damhirsch zwar kein Rothirsch, aber er rangiert allemal höher als ein Rehbock. Ähnliches gilt für das Sikawild, einen kleinen Verwndten des Rotwildes.

 

 Unsere Feldflur und auch unser Wald sind keine Natur- sondern Kulturlandschaften. Daher muss das Gleichgewicht in Ihnen auch vom Menschen durch Pflege gehalten werden.

 

 Ein anderes Beispiel ist das Kaninchen, welches im Mittelalter von Mönchen bei uns eingeführt wurde und geeignete Lebensräume fand: Weil es sich so sehr vermehrt, dass seine Fruchtbarkeit schon sprichwörtlich geworden ist, wurde das von so manchem als Jagdwild geschätzte Tier vielerorts zur Plage. Seuchenzüge dezimierten es dann vor Jahren, mittlerweile ist es wohl wieder auf dem Wege der Besserung.

 Der typische Lebensraum von Meister Lampe, dem Feldhasen, wurde bei uns erst vom Menschen geschaffen. Die kleinräumige bäuerliche Feldflur der vergangenen Jahrhunderte ist der Lebensraum, der seiner  eigentlichen Heimat, der Steppe, ähnlich genug ist, dass er dort große Besätze bilden konnte. Mit den Verändrungen in der Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte ist er jetzt jedoch leider arg in Bedrängnis geraten.

 Insgesamt regelt sich inder Natur einiges von selbst, jedoch nicht alles. In reinen Naturlandschaften, stellt sich meist auch nach Katastropenen wieder ein Gleichgewicht ein. Selbst (scheinbar) unberührte Naturreservate werden aber von der Zivilisation beeinflusst, da sie ihre Beziehungen zu Nachbarbiotopen beeinträchtig. In der Kulturlandschaft schließlich, die vom Menschen geschaffen wurde, muss der Mensch durch geeignete Maßnahmen das Gleichgwicht erhalten, will er nicht, dass wertvolle Lebensräume verloren gehen. Und dazu gehört auch, dass er Neozoen im Auge behält.

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12. Dezember 2008 5 12 /12 /Dezember /2008 10:43

 Bekanntlich wird ja immer alles schlechter; zumindest hört man das dauernd - und zwar nicht erst heutzutage in den Zeiten von Globalisierung, Arbeitslosigkeit und Prekariat. Jammern und Schimpfen scheinen Lieblingsbeschäftigungen des Homo Sapiens zu sein - und die Jäger bilden da keine Ausnahme. Unter anderem hört man in Waidmannskreisen oft die Klage darüber, dass es keine Rehe mehr gäbe. Was ist da dran und wo sind die Rehe geblieben?

 

Capreolus Capreolus, zu Deutsch: Das Reh. Ist es womöglich eine bedrohte Art?

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Capreolus capreolus (Marek Szczepanek)aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Marek Szczepanek.)

 Der Waldumbau, die Wiebke-, und die Lotharflächen sind der Grund, warum man in letzter Zeit keine Rehe mehr sieht. Früher – und dort, wo noch konventioneller Waldbau betrieben wird, ist das auch heute noch der Fall – sah man an Sommerabenden in der Regel jede Menge Rehe auf Wiesen und Äckern am Waldrand. Wenn man damals zur Jagd eingeladen wurde und z.B. einen Rehbock schießen durfte, hieß es typischerweise: „Hock dich auf die Eichenkanzel, da kommt so um halb acht ein braver Sechser, den darfst Du schießen.“ Und meist kam dieser Bock dann tatsächlich, zusammen mit anderen Rehen, so dass man in aller Regel verhältnismäßig schnell zu seinem Waidmannsheil kam.

 

Gibt es tatsächlich keine Rehe mehr?

 Wo es Wiebke- und Lotharflächen gibt bzw. da, wo der Waldumbau bereits im vollen Gange ist, hat sich das jedoch mittlerweile geändert. Heute kann der wackere Waidgeselle auf der Eichenkanzel sitzen, wo bereits sein Vater und sein Großvater ihren Halb-Acht-Uhr-Bock geschossen haben und so lange warten, bis ihm der Jägerbart durch die Sprossen der Leiter bis auf den Boden und wieder herauf gewachsen ist. Weder der Bock noch ein sonstiges Reh lassen sich blicken.

 Eingedenk seines Wissens um die scharfe Bejagung des Rehwildes im Staatsforst und im Großprivatwald hat der wackere Nimrod des Rätsels vermeintliche Lösung auch bald gefunden: „S´gibt koine Reah me, d'Förschter händ älle verschossa!“ klagt er dann am Stammtisch und seine Waidgenossen nicken traurig dazu mit ihren Köpfen. 

 Auch viele nicht jagende Naturliebhaber ziehen den selben Schluss, da sie beim Abendspaziergang nicht mehr, wie das früher der Fall war, haufenweise Rehwild am Waldrand sehen. Scheinbar untermauert wird diese These dann auch noch durch die Tatsache, dass im Staatsforst und im Großprivatwald haufenweise Rehe zur Strecke kommen.

 

Warum schießen die Förster so viele Rehe?

 Doch hier liegt auch schon der Denkfehler: Die großen Rehwildstrecken beim Forst werden Jahr für Jahr aufs Neue erzielt. Wo man aber immer wieder viel entnehmen kann, ohne dass es weniger wird, muss logischerweise auch viel da sein, so dass die Entnahme nicht an das Kapital geht, sondern lediglich die Zinsen abschöpft – in diesem Falle also den natürlichen Zuwachs des Wildbestandes.

  

Herr und Frau Reh: Das Reh ist nicht, wie tatsächlich viele auch heute noch denken, die kleine Frau vom großen Hirsch, sondern ein kleinerer Verwandter. Das männliche Reh heißt Bock und das weibliche in Süddeutschland Geiß und in Norddeutschland Ricke 

Dieses Bild basiert auf dem Bild capreolus capreolus 2 Jojo.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Jojo, Nickshanks.

 

 Es muss also nach wie vor allerhand Rehe geben, aber warum sieht man sie nicht? Auch das ist relativ einfach zu erklären: In konventionell bewirtschafteten Wäldern mit Fichtenmonokulturen und Altersklassenwald gibt es für das Rehwild kaum Nahrung. Die sogenannten Dickungen, das sind diejenigen Anpflanzungen, bei denen die Bäume so groß geworden sind, dass sich ihre Äste berühren, bieten den Rehen zwar gute Einstände, also Verstecke, aber praktisch keine Äsung. Aus solchen Wäldern, muss das Rehwild abends auf die Wiesen hinaus ziehen um zu äsen, also Nahrung aufzunehmen. 
 Die Rehe schieben so den ganzen Tag lang Kohldampf und wenn es abends draußen ruhiger wird, müssen sie hinaus, entweder in die jungen Kulturen, in denen noch Gras und Kräuter zwischen den kleinen Bäumen wachsen oder auf die Wiesen. Das geschieht mit einer solchen Regelmäßigkeit, dass man sich lediglich zu der ausbaldowerten Zeit an den entsprechenden Stellen ansetzen muss, um mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Schuss zu kommen. 
  
Unnatürlicher Lebensrythmus
 Rehe, die gezwungen sind, so zu leben, sind nun nicht nur relativ leicht zu erlegen, sondern können auch ihren natürlichen Lebensrhythmus nicht einhalten. Das Reh ist nämlich, wie z.B. Rind und Schaf auch, ein Wiederkäuer. Normalerweise äst es sich seinen Pansen voll, stellt sich dann in einer guten Deckung ein und käut erst einmal wieder. Wenn der Panseninhalt dann verarbeitet ist, beginnt es wiederum mit dem Äsen und so weiter. Muss das Reh nun aber den ganzen Tag in der Fichtendickung ausharren, wo es keine Äsung gibt, kann es diesem natürliche Rhythmus nicht folgen. Dass dies nicht besonders gesund ist, kann man sich leicht denken. 
 Im Winter schließlich findet das Rehwild auch auf der Wiese und in den jungen Kulturen nichts gescheites und muss vom Menschen gefüttert werden. Möglicherweise wäre das Reh in der Zeit des konventionellen Waldbaus sogar ausgestorben, wenn Förster und Jäger seinen Bestand nicht durch die künstliche Winterfütterung und andere Hilfestellungen gesichert hätten. 
  
Bessere Bedingungen für das Rehwild

 Ganz anders aber ist das in naturnahen Mischwäldern und auf Wiebke- und Lotharflächen. Der dichte Unterwuchs aus allen möglichen Gehölzen mit seiner Krautschicht ist das arttypische Biotop des Rehwildes. Hier findet es nicht nur jede Menge Knospen, junge Triebe und saftige Kräutlein als abwechslungsreiche und nahrhafte Äsung, sondern auch die erforderliche Deckung. Daher wird es ihm auch nicht im Traum einfallen, dieses Paradies zu verlassen und sich in irgendwelche Gefahr zu begeben.

 

Wo der Wald auf diese Art und Weise nachwächst, findet das Rehwild sowohl Deckung als auch Nahrung . Warum sollte es da auf die Wiese hinaus gehen und sich erschießen lassen?

 

 Die Folge: Obwohl es genug Rehe gibt, wird der Jäger auf der Eichenkanzel am Waldrand den ganzen schönen Sommerabend lang vergeblich auf den Halb-Acht-Uhr-Bock warten und auch der Förster, der im Wald jagt, muss sich ein bisschen mehr als früher einfallen lassen, um weiterhin Jagdbeute zu machen. Und natürlich sieht man auch als Spaziergänger abends kaum noch Rehe auf den Feldern, da diese es sich im Unterholz oder in einer Wiebkefläche schmecken lassen – ganz in der Nähe zwar, aber doch für Jäger und Spaziergänger unsichtbar. 
  
Wann und wo kann man noch Rehe sehen?
 Es ist nun aber auch nicht so, dass das Rehwild überhaupt nicht mehr aus dem Wald heraus käme. Selbst in einem naturnahen Mischwald wird im Winter die Nahrung mit der Zeit knapp. Andererseits aber bieten die in den letzten Jahren aufgekommenen Rapsfelder eine für das Rehwild interessante Äsung. Raps wird bereits im Sommer gesät; die Pflanzen haben bis zum Eintritt von Schneelage bereits eine ganz ordentliche Größe erreicht. 
 Da bei uns das richtige Winterwetter aber oft recht spät eintritt und die Nahrung im Wald auch so schnell nicht knapp wird, kann es bis weit in den Dezember dauern, bis man die Rehe am Raps sieht. Da aber nach altem Waidmannsdogma der Rehwildabschuss bis Ende November, allerspätestens aber bis Weihnachten erledigt sein muss, geht der traditionelle Waidmann Ende Dezember und im Januar auch nicht mehr zum Ansitz. Daher kann er natürlich die Rehe nicht sehen, die dann auf den Rapsäckern stehen. Also jammert er weiter: „'s gibt koine Reah meh, d'Förschter hend älle verschossa!“ 
  
Was der Förster heute macht...
 Dieser Ansicht leistet nun aber leider auch die Einstellung mancher moderner Förster Vorschub. Sie hängen der Devise „Wald vor Wild“ an und klopfen Sprüche wie „Wenn i Reah sieh, muss i kotza“ oder „nur ein totes Reh ist ein gutes Reh“. Es sind aber lange nicht alle zeitgenössischen Förster von der Gilde, die das Reh als den „kleinen, roten Waldfresser“ bezeichnet und gnadenlos verfolgt. Auch mancher junge Förster hat ein Herz für sein Wild, was ja andererseits auch wiederum keineswegs ausschließt, dass er Freude an den guten Rehwildstrecken hat, die er in einem modern bewirtschafteten Wald machen darf und muss. 

 Mit den Änderungen im Waldbau hat sich auch die jagdliche Arbeit des Försters geändert. Den weißbärtigen Herrn Oberförster mit dem gütigen Gesicht, dem herzige Kindlein Eicheln und Kastanien für die lieben Rehlein bringen und der die Fütterungen im verschneiten Winterwald beschickt, gibt es nicht mehr. Der moderne Forstmann steht wintertags mit der Drückjagdbüchse in der Hand zusammen mit seinem Jagdgästen im Wald und schießt auf die Rehe und Wildsauen, die erfahrene Treiber mit guten Hunden aus dem Unterholz drücken.

 

Große Strecken kann es dauerhaft nur geben, wenn der Bestand hoch ist. Die vielen Rehe, die im Forst jedes Jahr geschossen werden, sind also nicht der Grund dafür, dass man keine mehr sieht, sondern beweisen, dass es viele gibt.

 

 Was dann auf der Strecke liegt, zeigt in aller Regel, was ein bereits wesentlich verbessertes Biotop zu leisten im Stande ist: Nicht nur, dass das Waidmannsheil der Jagdgesellschaft zahlenmäßig meist respektabel ist, man sieht auch an der Stärke der einzelnen Stücke, dass es den Rehen nicht schlecht geht. Die guten Wildbretgewichte sind die Folge der reichlich vorhandenen Äsung, aber auch der konsequenten Bejagung. Die sorgt nämlich dafür, dass die Anzahl der Rehe nicht übermäßig anwächst und so immer genug Äsung für alle da ist; gleichzeitig wird aber auch die Ausbreitung von Krankheiten erschwert und der Stress vermieden, der bei einer zu hohen Dichte auftreten würde. 

 Es ist aber andererseits auch so gut wie unmöglich, in gut strukturieren Wäldern mit reichlich Unterholz alle Rehe zu erwischen. So bleiben selbst bei scharfer Bejagung immer genug Rehe übrig um den Bestand der Population auch weiterhin sicherzustellen. Was wiederum bedeutet, dass recht kontinuierlich jedes Jahr allerhand Rehe geschossen werden können und müssen, die dann natürlich auf dem Tisch des Verbrauchers landen und so auch noch den Speisezettel um ein hochwertiges Nahrungsmittel bereichern.

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8. Dezember 2008 1 08 /12 /Dezember /2008 18:18
Waldumbau, Dauerwald, Lothar- und Wiebkeflächen
Es wird ja gerne und viel über unsere Umwelt gejammert. In den Medien lesen, hören und sehen wir praktisch täglich negatives, was den Zustand der Welt um uns herum angeht. 

 So schlecht geht es unserer Umwelt gar nicht: Wald und Wasser sind gesünder als so mancher glaubt...

 

Dabei wird aber regelmäßig übersehen, dass  sich in Sachen Umweltschutz in den letzten 20, 30 Jahren einiges getan hat, viele Maßnahmen sogar bereits gegriffen haben und sich manches bereits verbessert hat. Das liegt wohl daran, dass für Journalisten der Grundsatz “bad news are good news” gilt, weil die Leute eben lieber schreckliche Dinge sehen, hören und lesen wollen als gute Nachrichten. 

Nehmen wir einmal die Wasserqualität unserer Bäche, Flüsse und Seen. Ich hatte mein Boot eine ganze Reihe von Jahren in Ochsenfurt am Main liegen und hielt mich dort auch oft mit meiner Familie auf. Wenn ich den Leute erzählte, dass meine Kinder im Main badeten, sie haben dort übrigens ganz von alleine Schwimmen gelernt, gab es oft entsetzte Gesichter: “Wie kannst Du nur Deine Kinder in diese Dreckbrühe lassen!” 

Ein typisches Beispiel dafür, dass es der Umwelt in der Vorstellung der Menschen oft schlechter geht, als in der Realität: Tatsache ist nämlich, dass man im Main nicht nur Baden kann, sondern es dort auch schon seit Jahren stellenweise sogar wieder Flusskrebse gibt, und dieser Fluss keine Ausnahme ist. Auch dem Rhein geht es schon lange wieder besser, die Fische aus der Elbe kann man wieder essen und der Bodensee etwa hat sowieso erstklassiges Wasser.


Mediale Katastrophen und Realität
Umweltkatastrophen finden vor allem in den Medien statt und wer nur daheim vor der Glotze 
sitzt und nicht hinaus geht, hat ein stark verschobenes Bild von der Realität.  Wer aber, so wie 

ich, oft in Wald und Feld unterwegs ist und dabei seine Augen aufmacht, der wird sehen, dass sich auch manches zum positiven verändert: Neubürger unserer Tier und Pflanzenwelt wie den Waschbären, den Enok oder Marderhund, das indische Springkraut und den Riesenbärenklau mag man ja mit gemischten Gefühlen betrachten oder teilweise gar eher ablehnen; die Zunahme der Waldfläche in unserem Land aber ist z.B. eindeutig eine positive Tendenz, genauso wie der sich vielerorts ganz natürlich entwickelnde neue Wald auf den Wiebke- und Lotharflächen.

 

 Was hier verschneit so reizend aussieht ist in Wirklichkeit ein öder Holzacker: Eine Fichtenmonokultur

 

So bezeichnet man diejenigen Flächen, auf denen die gleichnamigen Stürme Fichtenmonokulturen umgeworfen haben und bei denen dann das Geld fehlte, sie wieder in konventioneller Weise zu bepflanzen. So konnten sich dort diejenigen Pflanzen ansiedeln, die solche Flächen von Natur aus besetzen: Es sind dies zunächst alle möglichen Kräuter, Stauden und Gräser, aber auch Sträucher und Bäume wie die Hasel, der Schwarzdorn, die Weide, der Holunder, die Birke und noch einige andere mehr. 

 

In diesem Altersklassenwald wächst ein wenig Gras auf dem Boden, weil er erst durchforstet wurde. Wenn die Kronen wieder zusammengewachsen sind, wird es hier wieder im wahrsten Sinne des Wortes düster aussehen

 

In ihrem Schutz wachsen dann diejenigen Bäume auf, die den bei uns bodenständigen, natürlichen Mischwald bilden. Das ist vor allem die Buche, die dann je nach den lokalen Boden- und Klimaverhältnissen mit verschiedenen anderen Baumarten die eine oder andere Variante des bei uns von Natur aus üblichen Buchenmischwaldes bildet: Je nach Standort und Kleinklima ist die darin vorherrschende Buche mit verschiedenen anderen Bäumen vergesellschaftet, der Eiche, der Ulme, der Esche, der Erle, der Fichte, der Tanne und vielen anderen mehr. 

Den voll entwickelten Buchenmischwald auf den Wiebke- und Lotharflächen werden wir leider nicht mehr erleben, das dauert zu lange. Aber er wird kommen, genauso, wie die anderen Waldflächen sich ebenfalls in naturnahen Dauerwald verwandeln, da der Trend der Forstwirtschaft wegführt von der Monokultur und dem Altersklassenwald des konventionellen Waldbaus. In der konventionellen Forstwirtschaft pflanzt man Bäume in Reih' und Glied wie auf einem Acker. Weil die Bäume alles gleichzeitig gepflanzt werden, werden sie auch alle gleichzeitig hiebreif und gefällt. So ensteht dann ein Kahlschlag, der wiederum neu bepflanzt wird. 

Die Bäume in einer Waldabteilung sind alle gleich alt und von der gleichen Art. Eine solche Monokultur, vor allem, wenn sie aus Fichten besteht, ist artenarm und ökologisch instabil, anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Deswegen muss hier ständig eingegriffen, das Totholz entfernt und die Borkenkäfer weggefangen werden. Das ist zum einen teuer, zum anderen bietet es doch keine wirkliche Sicherheit dagegen, dass doch einmal irgendwelche Schädlinge oder Krankheiten in großem Stil zuschlagen, also eine Kalamität stattfindet, wie es der Förster nennt.

 

Beginn mit Naturverjüngung: Dieses Altholz wurde aufgelichtet, dass unter den alten Baümen von selbst aus Samen neuer Wald aufwachsen kann

 

Speziell Fichtenmonokulturen haben oft ein so dichtes Kronendach, dass kaum noch Licht bis auf den Boden dringt. Deswegen gibt es hier unter den Bäumen keine Sträucher, keine Kräuter und keine Gräser, ja kaum Pilze wollen hier wachsen. Die heruntergefallenen, toten Nadeln bilden ein dicke, sterile Schicht; sie verrotten sehr schlecht. Und wo es kein Pflanzen gibt, da gibt es auch keine Tiere, man hört kaum einen Vogel singen und so ist die Fichtenmonokultur kein lebendiger Wald, sondern ein öder Holzacker.

 

Artenreicher Mischwald
Ein naturnaher Wirtschaftswald hingegen ist im Prinzip genauso aufgebaut wie unser bodenständiger Urwald. Es gibt dort unterschiedliche Arten von Bäumen genauso wie Bäume verschiedenen Alters. Unter den Kronen der niedrigeren Bäume befindet sich eine Strauchschicht, darunter eine Kraut- und darunter wiederum noch eine Mulch- und Moosschicht auf der auch Pilze gedeihen. Den Untergrund bildet eine lebendige, luftige Humusschicht, in der alle möglichen Lebewesen, das organische Material wieder abbauen, welches ursprünglich in den grünen Pflanzen durch Photosynthese entstanden ist und nach seinem Absterben bzw. seinen Weg durch irgendwelche Nahrungsketten schlussendlich in Form von abgestorbenen Pflanzenteilen und Tierleichen auf dem Waldboden landet. 

Das Ganze bildet nun jede Menge ökologische Nischen für Tiere der unterschiedlichsten Art. Vom Einzeller über Insekten und Vögel bis hin zu größeren Säugetieren wie Reh, Hase und Wildschwein. Ihnen allen bietet ein solcher Wald Lebensraum, Nahrung und Deckung.

 

Hier hat sich in einem Altholz bereits ein "Erdgeschoss" aus jungen Bäumen und Sträuchern gebildet

 

Ein solcher Mischwald ist nicht nur ökologisch stabil, sondern wird auch nicht so leicht vom Sturm umgerissen, da die eher labilen Bäume wie etwa die Fichte von den standfesteren wie der Buche geschützt werden. 

Auch die Funktionen des Waldes für Klima und Wasserhaushalt kann ein solcher Wald besser erfüllen als ein konventioneller. Durch den stockwerkartigen Aufbau wird der Raum wesentlich besser ausgenutzt. Während in einem Altersklassenwald nur immer der Kronenbereich der jeweiligen Bäume produktive Masse, also grüne Pflanzenteile enthält, ist der Dauerwald von unten bis oben vollgestopft damit. Das wirkt sich natürlich auch auf die Produktivität aus. Ein naturnaher Forstwirt achtet deswegen immer darauf, dass er ein gutes Waldbild hat, das heißt das alle Stockwerke des Waldes im richtigen Maße vertreten sind und so der für Blattmasse zur Verfügung stehende Raum optimal ausgenutzt wird. 
Viele Tier- und Pflanzenarten, die im konventionellen Wald kaum noch überleben können, stellen sich in einem Dauerwald ganz von allein wieder ein. Da man hier nicht jedes Stückchen Totholz beseitigen muss, kann man auch schon einmal den einen oder anderen abgestorbenden Baum stehen lassen. Dadurch gibt man auch dem Specht wieder eine Chance, der auf die Baumreste als Nahrungsquelle angewiesen ist: Mit seinem Schnabel pickt er nämlich gerne Würmer und Larven aus dem abgestorbenen Holz. 
Der Eingriff des Menschen beschränkt sich im naturnahen Waldbau darauf, die Zusammensetzung des Waldes im Rahmen der Möglichkeiten des Standortes behutsam in Richtung der von ihm gewünschten Holzarten zu lenken. Die Holzentnahme geschieht durch Einzelstammnutzung, das heißt, es werden immer nur einzelne Stämme, die das richtige Alter erreicht haben, herausgeschlagen. 

Das ist für den Wald nicht anders, als wenn ein alter Baum von selbst stirbt und umfällt. Die Lücke im Kronendach schließt sich durch niedrigere Bäume, die unter dem nun fehlenden gestanden sind und jetzt versuchen, ihren Platz an der Sonne zu ergattern.

 

 Ein ordentlicher Wald soll nicht nur Brennholz liefern, sondern...

 

Während dessen wachsen von ganz unten schon wieder jüngere Bäume nach, um möglichst irgendwann auch ihren Platz an der Sonne zu ergattern. Weil nie der Wald als ganzes umgesägt wird, sondern er sich kontinuierlich durch nachwachsende Bäume verjüngt, spricht man von Dauerwald. Diese Form der Waldwirtschaft ist keineswegs eine neue Erfindung, sowenig wie Vollwertkost von den Hippies erfunden wurde, sondern wird von einigen Großprivatwaldbesitzern schon 100 Jahre und länger betrieben. 
Diese Waldgutbesitzer machen das so, weil sie von ihrem Wald leben, also Gewinn erwirtschaften müssen. Und beim Dauerwald ist das Verhältnis zwischen Arbeitsaufwand und Ertrag eben wesentlich besser als beim konventionellen Waldbau. Dass dieser Wald auch ökologisch wertvoller ist, ist für sie eher ein Nebenprodukt, zeigt aber dennoch, dass man eben in der Regel mehr erreicht, wenn man mit der Natur und nicht gegen sie arbeitet. 

Auch die staatlichen Forstbehörden haben mittlerweile entdeckt, dass der naturnahe Waldbau nicht nur ökologische Vorteile hat, sondern dem konventionellen auch ökonomisch überlegen ist. Daher bauen Sie ihre konventionell bewirtschafteten Wälder zu naturnahen um.

Das geht im Prinzip recht einfach: Anstatt ein hiebreifes Altholz komplett abzuholzen lichtet 

man es lediglich auf, so dass Licht auf den Boden gelangt. Jetzt können dort die Samen 

keimen, die von den alten Bäumen heruntergefallen sind und neuen, jungen Wald bilden, den der Fachmann als Naturverjüngung bezeichnet. Weil aber auf unterschiedlichen Wegen auch Samen anderer Baumarten dort hin gelangen, wächst jetzt praktisch von alleine Mischwald auf. 

 

  ... sondern auch Holz, das im Sägewerk zu Schnittholz verarbeitet werden kann

 

Diese neue Waldgeneration kann der Förster nun durchaus auch beeinflussen: Theoretisch könnte er alle Bäume entfernen, die nicht zu der Art gehören, aus der das Altholz besteht. Dann bekäme er wieder einen konventionellen Wald, nur eben aus Naturverjüngung anstatt aus manueller Anpflanzung. Er kann aber auch nur manche Bäume heraus nehmen, die er partout nicht haben will und/oder andere dazu pflanzen, die aus ökonomischen oder ökologischen Gründen erwünscht sind. So lassen sich praktisch alle möglichen Zwischenstufen zwischen Quasi-Urwald und Altersklassenwald in Monokultur erreichen. 

Da in den Staatswäldern der Waldumbau zum Dauerwald erst vor 10, 15 Jahren begonnen hat, sieht man dort noch nicht alle Waldstockwerke, die ein naturnaher Wald hat. Unter den aufgelichteten Kronendächern der Althölzer findet man aber bereits eine Strauchschicht und Jungwuchs von einigen Metern Höhe. Das ist zwar erst eine Zwischenstufe zum fertigen naturnahen Mischwald, aber bereits ein wunderbares Biotop für viele Tierarten.

Problem Rehwild

Unter anderem fühlen sich Rehe hier besonders wohl, sie finden hier ihre arttypische Nahrung, nämlich Knospen, junge Triebe und dergleichen gehaltvolles mehr. Anders, als in den aten Fichtenmonokulturen, müssen sie nicht mehr gehätschelt und getätschelt werden, sondern vermehren sich ganz von alleine wie die Karnickel. Weder muss man sie im Winter füttern, noch müssen sie im Sommer auf die Wiesen hinaus zum äsen; der heutige Wald bietet ihnen alles was sie zum Leben brauchen. 

Die vielen Rehe aber sind nun ein Problem, denn mit dem Äsen von frischen Knospen und Trieben ramponieren sie so manches junge Bäumchen arg. Die Förster bezeichnen dies als Verbiss und sind nicht sehr erfreut darüber. Ein verbissenes Bäumchen stirbt zwar nicht gleich, aber es entwickelt sich oft zu einer knorrigen Baumgestalt, die zwar interessant aussieht, jedoch lediglich als Brennholz zu gebrauchen ist. 
Der ganze Stolz eines Försters sind aber schöne, gerade Stämme, die ins Sägewerk gehen und nicht nur verheizt werden können. Deswegen dürfen nicht zu viele Rehe im Wald leben. Der Föster bejagt daher die Rehe fleißig und lässt sich dabei sogar noch von Jägern helfen. Damit verbessert er seinen Wald und bringt obendrein hochwertiges, natürlich entstandenes Fleisch auf den Markt, das man dazu noch mit einem besseren Gewissen essen kann, als das von Haustieren.
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7. Dezember 2008 7 07 /12 /Dezember /2008 14:36

Weihnachten steht vor der Tür und auch - kurz vorher - die Wintersonnwende und damit der kürzeste Tag und die längste Nacht. Derzeit leben wir also in der dunklen Zeit des Jahres. Dass wir alle jetzt ein wenig träge und schlapp sind, ist eigentlich ganz normal. Der Mensch hält jetzt zwar keinen Winterschlaf, aber doch so etwas wie eine Art Winterruhe. Beim Winterschlaf, wie ihn etwa Igel und Fledermaus halten, werden nicht nur Puls und Atmung, sondern auch die Körpertemperatur herabgesetzt. Andere Säuger, wie Bär und Dachs z.B. halten nur eine Winterruhe, bei der sie zwar Puls- und Atemfrequenz vermindern, nicht jedoch ihre Körpertemperatur. Beide Strategien haben jedoch den gleichen Zweck: sie sollen den Energiebedarf in der Nahrungsarmen Winterzeit vermindern. Die WInterruhe ist eine recht flexible Sache: Gibt es während der Ruhezeit Perioden mit günstiger Witterung, kann sie durchaus unterbrochen werden, in ganz milden Wintern sogar auch ganz ausfallen. Meister Grimbart, der Dachs etwa, kann uns bei milder WItterung durchaus auch einmal an einem Winterabend begegnen.

 

Meister Grimbart, der Dachs, hält eine gewissermaßen flexible Winterruhe, wobei er sich nach der tatsächlichen Witetrung richtet

 

Winterruhe beim Menschen

Wenn die Winterruhe bei uns Menschen auch nicht so ausgeprägt ist, sollten wir doch berücksichtigen, dass sie existiert. Es ist zum Beispiel eine Weisheit unter Verkäufern, dass man im Winter nicht so leicht verkaufen kann wie im Sommer, da die Kunden - und natürlich auch der Verkäufer - dann einfach träger und weniger leicht zu begeistern sind. Auch sonst kann man sich in der Gestaltung des persönlichen Jahreslaufes ein wenig nach der Natur richten. Die meisten Menschen machen ja zwei mal im Jahr Urlaub, im Sommer und über Weihnachten. Dabei halte ich es so, dass für mich der Sommerurlaub die Zeit für die Outdoor-Aktivitäten, für Reisen und Ausflüge ist, die winterlichen freien Tage dagegen eine Periode des Ausruhens, der Besinnlichkeit und der geruhsamen häuslichen Beschäftigungen. Schlimm dran sind dabei aber die Menschen mit Berufen, deren Hauptsaison in dieser Zeit der Wintersonnwende liegt: der Einzelhandel, Bäcker und Metzger beispielsweise haben dann besonders viel zu tun, was sich leider wohl kaum vermeiden lässt.

Aber auch in manchen anderen Berufen sind die Beschäftigten hier stark belastet. Bei Banken gibt es Urlaubssperre und auch andere Menschen, die mit Buchhaltung zu tun haben, müssen jetzt viel arbeiten, weil es die Zeit des Jahresabschlusses ist. Das jedoch wäre vermeidbar, denn es muss nicht unbedingt sein, dass der Bilanzzeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember geht. Viele Firmen haben nämlich in der Tat ein Geschäftsjahr, welches vom 1. Oktober bis zum 30. September geht. Warum richtet sich nicht auch das Finanzamt danach? Man sieht auch hier wieder, dass unser an Profit und Geld orientiertes System wenig Verständnis für die natürlichen Belange des Menschen hat.

 

 Die Tageslänge folgt im Jahreslauf etwa einer Kosinus-Kurve. Nahe den Extrema, den Hoch- und Tiefpunkten, die bei den Sonnwenden liegen, ist die Änderung nur gering, dafür an den Nullstellen, die mit den Tag- und Nachtgleichen zusammenfallen, umso stärker

 

Wenn ich es einrichten kann, gucke ich auch, dass ich im Sommer wie im Winter mit der Sonne aufstehe,denn im Dunkeln aufstehen ist etwas fürchterliches. Leider kann ich das auch nicht immer, denn zeitweise besteht ein großer Teil meines Geschäftes aus Schulungen, zu denen ich Sommers wie Winters gegen 0700 das Haus verlassen muss, wie das ja auch den meisten berufstätigen Menschen geht. Auch hier sieht man, wie wenig die Regeln der sogenannte Zivilisation Rücksicht auf die Natur nehmen.

 

Astronomische Ursachen

Woher kommt aber nun die unterschiedliche Länge der Tage im Laufe des Jahres? Sie entsteht dadurch, dass die Erdachse nicht parallel zur Achse der Erdumlaufbahn um die Sonne steht, sondern zu ihr geneigt ist. Dadurch kreist die Erde schräg um die Sonne, so dass mal die Nord- und mal die Südhalbkugel mehr beschienen werden. Auf derjenigen Halbkugel, die dabei jeweils mehr beschienen Wird, herrscht der Sommer mit seinen längeren Tagen und kürzeren Nächten, auf der anderen der Winter. Die kürzeren und längeren Tage und Nächte bemerkt man, anders als viel andere Naturvorgänge,  gerade auch als in das Zeitraster der Zivilisation eingebundener Städter besonders gut: Da man seinen Tageslauf nach der Uhr und nicht nach der Sonne einrichtet, geht man wintertags im Dunkeln fort und kommt im Dunkeln heim, wohingegen es im Sommer schon bzw. noch lange hell ist, wenn man zur Abreit geht oder heimkommt.

 

 Weil die Bahn der Erde um die Sonne kein wirklicher Kreis, sondern eine Ellipse ist, weicht die wahre Sonnenzeit von der Mittlleren Sonennzeit ab.

 

An Fabian Sebastian...

Weil die Veränderung der Tageslänge aus einer (angenäherten) Kreisbewegung stammt, folgt sie (annähernd) einer Sinus- bzw. Cosinuskurve. Welche von beiden es sein soll, spielt keine Rolle, es hängt lediglich davon ab, an welchem Datum wir den Nullpunkt annehmen, denn beide Kurven sind gleich und lediglich um 90° oder pi/2 verschoben. Entscheidend ist dabei nämlich, dass beide Kurven in den Bereichen ihrer Extrema, dem Minimum und dem Maximum, recht flach verlaufen, bei den Nullstellen aber am steilsten sind. Die Nullstellen liegen an den beiden Tag- und Nachtgleichen, das Minmum bei der Winter- und das Maximum bei der Sommersonnwende.

Aus diesem Grunde ändert sich nun die Tageslänge um die beiden Äquinoktien,  die Tag- und Nachtgleichen, den Frühling- und den Herbstanfang also, herum recht schnell, um die beiden Sonnwenden, denn Sommer- und den Winteranfang dafür recht wenig.Der Volkmund kennt daher auch den Spruch "An Fabian Sebastian fängt Baum und Tag zu wachsen an". Fabian Sebatian ist  am 20. Januar und um diese Zeit beginnt nicht nur der Saft in die Bäume zu steigen, sondern die Tageslänge nimmt auch schon so stark zu, dass es auch jemand merkt, der, wie die Menschen früherer Zeiten, nicht nach dem Minutenzeiger, sondern eher nach den Viertelstundenschlägen der Turmuhr lebt. Jetzt, einen knappen Monat nach der Wintersonnwende ist das vorbei, was ich die "Finstere Zeit" nenne, der Zeitraum von je etwa 4 Wochen vor und nach der Wintersonnwende, die gegen Ende November begonnen hat und während der man kaum eine Veränderung der Tagesläne bemerkt.

Ein anderer Spruch beschreibt die zunehmende Verlängerung der Tageslichtdauer ebenfalls treffend: "Weihnachten um ein' Muckenschritt, Neujahr um ein' Hahnentritt, Dreikönig um ein' Hirschensrung, Lichtmess um ein' ganze Stund'". Je mehr es nun dem astronomischen Frühlingsbeginn, der Tag- und Nachtgleiche, entegegengeht, um so schneller wachsen nun die Tage, bis sich die Zunahme nach dem Äquinoktium dann wieder verlangsamt.

 

 Die Abweichung der Mittleren Sonnenzeit von der Wahren Sonnenzeit kann man feststellen, wenn man die Anzeige einer Sonnenuhr mit der einer mechanischen oder elektronischn Uhr vergleicht. (Bild: Analemma, lizensiert nach cc-by -sa)

 

Entsprechend der Finsteren Zeit um Mittwinter gibt es natürlich auch eine Helle Zeit um den Mittsommer, also die Sommersonnwende: Der Zeitruam von Ende Mai bis etwa zum 20. Juli ist die Zeit der langen Tage. Wenn es mal in den August geht, wird dann wiederum deutlich, dass die Tage wieder kürzer werden, was man um den Herbstanfang am stärksten merkt, bis sich die Veränderung dann auch wieder abschwächt und wir wiederum in die Finstere Zeit eintreten.

 

Mogelnde Sonnenuhren?

Es gibt noch ein weiteres, interessantes Phänomen im Zusammenhang mit dem Jahreslauf der Sonne: Ab der Wintersonnwende sollte die Sonne eigentlich anfangen, wieder früher aufzugehen. Allerdings tut sie das ganz und gar nicht; wie ein Blick in den Kalender zeigt, setzt sich der Trend zum späteren Sonnenaufgang erst noch ein paar Tage fort. Insgesamt werden die Tage aber doch bereits länger, denn das was die Sonne morgens versäumt, holt sie brav am Abend nach, wie der Vergleich von Sonnenauf- und -untergangszeiten zeigt.

Das liegt an der sogenannten Zeitgleichung: Da die Bahn der Erde um die Sonne nicht wirklich ein Kreis, sondern eine Ellipse ist, verschiebt sich der wahre Mittag, also der Meridiandurchgang der Sonne - und damit der ganze Tag -  zweimal im Jahr nach vorne und dann wieder nach hinten. Das sieht man sehr gut, wenn man die Anzeige einer Sonnenuhr mit der einer mechanischen oder elektronischen Uhr vergleicht. Jene zeigt nämlich die wahre, diese die mittlere Sonnenzeit an. Diese Abweichung bezeichnet man als Zeitgleichung, sie kann bis zu mehr als 16 Minuten betragen.

 

 

 

 

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