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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

22. November 2009 7 22 /11 /November /2009 19:30

Es sieht ja fast so aus, als wäre ich vorhin allzu pessimistisch gewesen, als ich vermutet habe, dass der Klima-Hack kein Klimagate wird, weil die breite Öffentlichkeit nichts davon erfahren würde. Gerade sehe ich nämlich, dass die Geschichte jetzt langsam doch über die etablierten Medien an ein breitere Öffentlichkeit zu sickern beginnt.

Zunächst fand ich eine kleine, immer noch abwiegelnde Meldung bei orf.at und dann noch einen Artikel bei SPON, der mich doch erstaunt: Dort wird eigentlich nicht abgewiegelt und sogar auf die bereits einsetzenden Schadenbegrenzungsversuche der ertappten "Wissenschaftler" eingegangen.

Was mich übrigens vergangene Woche bereits stutzig machte: In die Newsgroup de.soc.umwelt hatte einer der üblichen politisch korrekten Schlauberger eine Meldung gepostet, dass das Rätsel der "Vorauseilenden Erwärmung" gelöst, also die Tatsache erklärt werden würde, warum die Erwärmung in der Erdgeschichte immer dem Anstieg des CO2 voraueilte.

Wer diesen Artikel aufmerksam liest, wird feststellen, dass er eigentlich eine Bankrotterklärung der Theorie über die menschengemachte Erderwärmung ist, was ich in der Newsgroup auch erläutert habe und daher hier nicht noch einmal ausführen will.

  Vor dem Hintergrund des Klima-Hacks am Hadley CRU und vor allem der Tatsache, dass er anscheinend doch an die breitere Öffentlichkeit dringt, ist dieser Artikel recht interessant...   

 

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22. November 2009 7 22 /11 /November /2009 18:00

Ein Hacker hat offensichtlich das Computernetz der Hadley Climate Research Unit, einem Institut der University of East Anglia, angegriffen und sich bisher vor der Öffentlichkeit verborgen gehaltene Daten verschiedener Art beschafft und im Netz veröffentlicht. Jedenfalls tauchte auf einem Blog ein Link zu einer Adresse auf einer russischen Domain auf, über den man sich diese Daten hübsch als Archiv gezippt herunterladen konnte.

Die Originaladresse war - wie vom Autor der Mitteilung angekündigt - nur für kurze Zeit erreichbar und bot eine Sammlung aus EMails und anderen Dokumenten, die, wenn sie authentisch sind, einen recht interessanten Einblick in die Arbeitsweise der Elite der Klima-Ablassprediger -Wissenschaftler ermöglichen. Zum Glück wurden die Daten offenbar schnell genug von findigen Netzschaffenden gesaugt und an anderen Stellen wieder zum Download bereit gestellt, so dass sie jetzt immer noch jedermann zur Verfügung stehen - an einer Stelle sogar in durchsuchbarer Form. Mittlerweile haben sich einige Leute auch schon die Mühe gemacht, vor allem die EMails zu sichten und besonders interessante heraus zu picken, so das man nicht selbst den ganzen Wust durchsuchen muss- was man aber trotzdem auch jederzeit tun kann.

Ich mache ja schon seit langem keinen Hehl daraus, dass ich die menschengemachte Erderwärmung für einen großen Humbug halte. Was mich jetzt aber erstaunt, ist, dass die ganze Volksverarsche offensichtlich nicht, wie ich gedacht hatte, in stillschweigendem Einvernehmen augenzwinkernd, aber unter Wahrung des äußeren Scheines, abgekartet wurde, sondern bereits in den EMails kaum verhohlen über Manipulationen gesprochen wurde. Wie deutlich sind diese Leute also erst geworden, wenn sie untereinander gesprochen haben?

Als einer, der den Treibhauseffekt schon lange für Schwindel hält, freue ich mich natürlich diebisch über diesen gelungenen Streich - auch wenn er streng genommen kriminell war. Allerdings glaube ich kaum, dass diese an sich sensationelle Enthüllung allzuviel bewirken wird. Ich habe heute in Gesprächen nämlich festgestellt, dass bei uns der "mediale Normalverbraucher" von dieser Geschichte überhaupt nichts mitbekommt. Warum? Weil sie in den etablierten Medien bisher totgeschwiegen wird. Auf den Seiten der komemrziellen Presse liest man allenfalls an versteckter Stelle und/oder in Beiträgen von Benutzern davon, nicht einmal be ider taz ist etwas darüber zu finden. Eher schon in amerikanischen Medien: Hier wird der Vorfall, wie etwa in der New York Times  zwar berichtet, aber eher abgewiegelt. Etwa in der Art, dass mit "Tricks", von denen in der elektronischen Korrespondenz die rede ist, nicht etwa unredliche Manipulationen, sondern geschickte Problemlösungen gemeint seien... Aha. so also ist das!

Ganz nebenbei zeigt sich natürlich auch, warum unsere Regierigen so interessiert daran sind, das Netz zu reglementieren und zu zensieren: Schließlich kann sich hier jetzt jeder Mensch über Dinge informieren, die zu wissen er unbedingt ein recht hat, die er aber nicht wissen soll. Leider, leider machen noch viel zu wenig Menschen von der Möglichkeit Gebrauch, im Netz auch das zu erfahren, was man ihnen vorenthalten will.

Also, ich bin echt gespannt, was aus dieser Geschichte wird, ob und wie sie unter den Teppich gekehrt wird. Und außerdem bin ich gespannt, ob auch einmal etwas ähnliches über den Passivrauch-Hype herauskommt...

Mehr dazu:

Eine Seite mit den EMails, die eine Suchfunktion hat

Bericht beim Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE)

Blogbeitrag bei klimakatastrophe.wordpress.com

Edgar Ludwig Gärtner über den Hack (Leider kein Permalink)

 

 

 

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5. November 2009 4 05 /11 /November /2009 10:59

Wenn auch der Indianersommer nordamerikanische Wälder weit prächtiger färbt, als der Herbst die unseren, gibt es dennoch im Herbst auch bei uns viel Farbenprächtiges zu sehen. Buntes Laub findet man bei uns vor allem an Hecken und Feldgehölzen, aber auch in Parks und Gärten.

In unserem Wald herrscht fast überall die Buche vor, die sich leider nicht bunt verfärbt, sondern lediglich braune Blätter bekommt. Allerdings bleiben diese am Baum und bekommen wenigstens im hellen Sonnenschein ein klein wenig von einem golden Schimmer, der uns den ganzen Winter über erhalten bleibt, weil erst die Frühjahresstürme das Buchenlaub zum Fallen bringen.

 

Herbstliches Birkenlaub

Bäume, die im Herbst buntes Laub bekommen gibt es bei uns auch, aber sie kommen im Wald sehr viel weniger oft vor als die dominierende Buch, so dass sie nur als kleine Farbtupfen im sonst eher tristen Braun des abgestorbenen Buchenlaubs in Erscheinung treten. Öfter findet man Gehölze die sich bunt verfärben aber in Feldhecken und eventuell auch in Feldgehölzen. Aber auch in Parks und Gärten wird es im Spätjahr bunt, denn viele Ziergehölze und Exoten bekommen gelbe oder sogar rot Blätter, oft ist das schöne Herbstlaub auch mit ein Grund, warum bestimmte Bäume oder Sträucher gepflanzt werden – man denke nur einmal an das leuchten Rot des Wilden Weins. Obstbäume erfreuen uns außer mit leckeren Früchten meist ebenfalls mit bunten Blättern: Die Zwetschge etwa wird gelb und der Apfel bekommt manchmal sogar rote Blätter.

Eine Eiche im grünlich-gelben Herbstkleid

In Feldgehölzen und Hecken, die ja ökologisch mit dem Anfangsstadium einer natürlichen Bewaldung zu vergleichen sind, finden sich viel so genannte Pioniergehölze, die oft auch mit bunten Blättern aufwarten können. Der Schwarzdorn verfärbt sich gelb, die Birke ebenfalls und genauso ist es bei unseren drei bodenständigen Ahornarten, Berg- Spitz- und Feldahorn.

 

Auch der Spitzahorn wird im Herbst gelb...

Der Feldahorn hat übrigens auch noch einen anderen, schon etwas in Vergessenheit geratenen Namen: Man nennt ihn auch Maßholder. Diesen Namen, so sagte man mir, bekam er, weil sich sein Holz nicht verzieht und man früher daher Maßstäbe daraus anfertigte. Schreiner verwenden ihn manchmal, aber da er nicht sehr groß wird, kann man sein Holz nur in kleineren Abmessungen bekommen, was seine Verwendbarkeit einschränkt.

 

... so wie der Apfelbaum meist auch, der aber durchaus auch einmal rote Herbstblätter haben kann wie man hier sieht


In Gärten und Parks findet man allerhand Bäume und Sträucher die Nichtgärtner oft vielleicht vom Aussehen her, nicht unbedingt jedoch dem Namen nach kennen. Der Essigbaum etwa bekommt im Herbst wunderschönes, rotes Laub. Allerdings kann er den Gärtner zur Verzweiflung treiben. Wer einmal den Fehler machte, einen zu pflanzen, hat es oft schon bitter bereut: Der überaus fruchtbare Geselle vermehrt sich mit Hilfe von Wurzelausläufern in einer Weise, dass aus einem einzelnen Exemplar in wenigen Jahren ein ganzer Wald wird, dem genauso schwer beizukommen ist wie einem Himbeerdschungel.

 

Der Essigbaum, den man kaum los wird, wenn man ihn einmal im Garten hat, zeigt ein leuchtendes Rot

Es gibt aber auch Gehölze, die weniger mit den Blättern zur Farbenpracht im Herbst beitragen, sondern vielmehr mit ihren Früchten. Wo es Sanddorn gibt, sieht man dessen leuchtend orangefarbene Beeren schon seitdem Spätsommer und sie bleiben uns auch noch bis in den frühen Winter hinein erhalten, soweit sie nicht von Leuten gepflückt werden, die wissen, was gut schmeckt und gesund ist. Ebenfalls gesund, aber vielleicht nicht ganz so lecker ist der Weißdorn. Seine Beeren sind von einem dunklen, satten Rot, dass nicht so leuchtet wie das Orange des Sanddorns, dabei aber hübsch dezent mit den immer noch grünen Blättern kontrastiert.

 

Manche Sträucher schmücken sich nicht mit bunten Blättern, sondern mit hübschen Früchten wie hier die Schneebeere....

Leider nicht essbar sind die Früchte des Pfaffenhütchens. Dafür sehen sie besonders hübsch aus und zwar nicht nur durch ihre Farbe, sondern auch durch ihre Form. Wiederum eher dezent und vielleicht sogar ein wenig melancholisch wirkt dagegen die weiße, ebenfalls nicht essbare Schneebeere vor den Blättern des zugehörigen Strauchs, die jetzt, wie beim Weißdorn, auch noch grün sind.

 

... der Weißdorn ...

Auf jeden Fall lohnt sich um diese Jahreszeit ein Spaziergang durch Felder, Gärten und Parks. Wenn auch unser Wald nicht mit der spektakulären Farbenpracht des nordamerikanischen Indianersommers aufwarten kann, so gibt es doch für denjenigen, der ein wenig genauer hinsieht, dennoch viel hübsches zu entdecken.

...oder das Pfaffenhütchen

Warum sich die Blätter der meisten Bäume und Sträucher im Herbst verfärben und schließlich abfallen, das steht übrigens in einem Artikel, den ich für Suite101 geschrieben habe.


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3. Oktober 2009 6 03 /10 /Oktober /2009 16:04

Mittlerweile ist es Herbst geworden. Auch wenn der Oktober durchaus noch mild und freundlich sein kann, merkt man, dass es nicht mehr Sommer ist und zwar nicht nur an den Temperaturen. Die Vegetationsperiode neigt sich dem Ende zu, die Natur bereitet sich auf den Winter vor. Aber gerade das hat seine Reize, gerade jetzt lohnt sich ein Spaziergang mit offenen Augen.


Hecke im Herbst 

Für mich gehören Spätsommer und Herbst unzweifelhaft zu den schönsten Zeiten des Jahres und nicht nur, weil ich ein Jäger bin. Natürlich spielt das Waidwerk dabei auch eine gewichtige Rolle: Einige Wildarten haben jetzt ihre Jagdzeit; wenn man beispielsweise einen Küchenhasen möchte, darf man sich diesen ab dem 1. Oktober schießen, die Enten sind offen und beim Rehwild noch der Bock und schon Kitze und Geißen. Und bald geht es mit den Drückjagden auf Reh und Sau los, womit immer noch nicht Schluss sein wird, wenn der Herbst schon in den Winter übergegangen ist und die Einladungen zum Ansitz auf Geißen und Kitze von denjenigen kommen, die ihren Abschussplan noch nicht beisammen haben.

Der Wald hat im Herbst seinen besonderen Reiz

Aber auch sonst gibt die Natur jetzt viel für die Sinne her. Wenn auch unsere Laubwälder hauptsächlich nur braun statt bunt werden, weil sie zum großen Teil aus Buchen bestehen, gibt es doch jede Menge Herbstlaub. Feldhecken bestehen aus einer bunte Mischung von Gehölzen, von denen viele sich rot oder Gelb verfärben. Ahornalleen bieten mit ihrem leuchtenden Gelb ebenfalls einen prächtigen Anblick und auch in den Gärten ist es jetzt oft recht farbenfroh..

Besonders schön ist es, wenn ein Tag mit Nebel beginnt und dann irgendwann die Sonne heraus kommt. Was vorher nur verhalten in Pastelltönen durch den Nebel schimmerte kommt jetzt leuchtend rot und golden heraus. Egal ob man das auf dem Morgenansitz erlebt oder bei einem zeitigen Spaziergang mit dem Hund – das frühe Aufstehen hat sich allemal gelohnt.

Auch die Jagd gehört zum Herbst...

Doch nicht nur für das Auge gibt die Natur jetzt einiges her. Manches findet man jetzt draußen, das man nicht nur ideell sondern auch physisch mit nach hause nehmen kann: An den Haselnusssträucher sind die Nüsse reif, der Holunder und die Hagebutten ebenfalls, genau wie Äpfel und Birnen. Wenn das Obst von der Hecke zwar auch nichts für die Tafel ist, für das Hutzeltbrot kann man zumindest die Birnen verwenden und vielleicht kann man aus den Schalen von Äpfeln und Birnen auch einen Tee machen?

... genauso wie ein wenig Besinnlichkeit und Melancholie

Auch die Schlehen wären so weit, doch sollten die zunächst noch den ersten Frost abbekommen, damit sie nicht mehr gar so herb sind. Wer es nicht erwarten kann oder fürchtet, dass ihm jemand zuvor kommt, kann sie auch jetzt bereits mitnehmen und die Kältebehandlung der Gefriertruhe daheim überlassen. Natürlich ist auch immer noch Pilzzeit, aber das ist was für Leute, die sich auskennen. Wer da nicht dazugehört, sollte nur unter fachkundiger Anleitung sammeln.

Aber selbst wer gar keine Ambitionen als Jäger und Sammler hat, wird jetzt draußen einiges finden: Eine in der milden Sonne leuchtende oder melancholisch vom Nebel verhangene Landschaft, frische Luft und gesunde Bewegung. Ein Herbstspaziergang lohnt sich also allemal!

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26. September 2009 6 26 /09 /September /2009 10:54

Selbst gesammelte Pilze sind etwas feines – Sachkenntnis ist dabei aber wichtig, wenn man sich nicht in Gefahr bringen will

Pilze gibt es zwar das ganze Jahr, aber jetzt im Spätsommer und Herbst ist die größte Vielfalt davon in Wald und Feld zu sehen. Es gibt eine unübersehbare Anzahl von Arten, vom mikroskopisch kleinen Schimmelpilz bis zum fußballgroßen Riesenbovist. Die Wissenschaft von den Pilzen, die sogenannte Mykologie, ist ein noch lange nicht erforschtes, geheimnisvolles Teilgebiet der Biologie. Großpilze, also das, was man sich landläufig unter „richtigen“ Pilzen vorstellt, machen nur einen kleinen Teil des Pilzreiches aus; von den bislang bekannten etwa 100 000 Pilzarten gehören etwa 4 – 5000 zu den in Europa vorkommenden Großpilzen.


Solche Baumpilze sind zwar nicht giftig, aber hart wie Holz. Manche Leute sammeln sie als Dekorationsstücke für Pflanzenarrangements

 Das, was man von einem Pilz im Wald stehen sieht, ist lediglich der Fruchtkörper; das eigentliche Pilzlebewesen ist das so genannte Myzel. Das ist ein feines, wurzelartiges Geflecht, welches das Substrat durchzieht, auf dem der jeweilige Pilz wächst: den Humus des Waldbodens, Blätter oder altes Holz. Der sichtbare Pilzkörper trägt die Sporen, die verbreitet werden sollen, damit der Pilz sich vermehren kann. Das, was wir landläufig als Pilze bezeichnen und sammeln, ist also gewissermaßen die Frucht der eigentlichen Pilzpflanze.

 In ihren jeweiligen Lebensräumen spielen die dort vorkommenden Pilze ein wichtige Rolle. Sie bauen tote organische Materie ab und leben in vielfältigen Wechselbeziehungen mit den Pflanzen und Tieren ihres Ökosystems. Man sollte auch keine Giftpilze zerstören, da auch sie ihren Zweck im Naturhaushalt erfüllen und dazu – wie etwa der Fliegenpilz – oft auch noch hübsch aussehen.


Der hübsche, aber giftige Fliegenpilz dürfte wohl der bekannteste Pilz sein.

 Pilze erinnern in Konsistenz und Geschmack eher an Fleisch als an pflanzliche Nahrungsmittel. Ihr Nährwert ist aber nicht so groß, er entspricht eher dem von nahrhafteren Gemüsesorten, wie z. B. Kohl. An die Nährstoffe kommt der Körper auch nur heran, wenn die Pilze gut gekaut wurden, denn die Verdauungssäfte können die Zellwände des Pilzfleisches nicht auflösen. Das ist auch der Grund, warum Pilze schwer verdaulich sind und nicht dick machen – es sei denn, man bereitet sie mit viel fetten und/oder kohlenhydratreichen Zutaten zu, wie das etwa bei panierten Pilzschnitzeln oder einer leckeren Pilz-Sahnesoße der Fall ist. Unter den vielen Möglichkeiten, Pilze zuzubereiten gibt es aber auch genügend kalorienarme Varianten. Das zarte Aroma von Champignons etwa entfaltet sich besonders gut, wenn man sie nur schwach dünstet, ganz wenig würzt und zu trockenem Toast oder leicht geröstetem Weißbrot genießt.

Ein interessantes Hobby...

 Pilzsammler bekommen nicht nur Bewegung in frischer Luft, sondern erleben den Wald auch viel intensiver als bei einem ganz gewöhnlichen Spaziergang. Geht man nur bei schönem Wetter in den Wald, erfährt man nie, wie herrlich es dort an einem regnerischen Tag aussieht: Alles ist wie frisch gewaschen, das Grün der Pflanzen leuchtet besonders intensiv und überall funkelt es, wenn doch einmal ein Sonnenstrahl durch das Blätterdach bricht. Als Pilzsammler kommt man aber gerade an solchen Tagen hinaus, denn die Pilze brauchen die Feuchtigkeit um zu wachsen.

Das ist einer unserer gefährlichsten Giftpilze: Der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz

 Um Pilze zu finden, muss man genau hinsehen. Dabei entdeckt man ganz nebenbei Dinge, an denen man als reiner Spaziergänger achtlos vorüber gegangen wäre. Da viele Pilze an ganz speziellen, für ihre Art jeweils typischen Stellen wachsen, muss der Pilzsammler einen Blick für die Strukturen des Waldes, für Bäume, Sträucher und Vegetationsformen entwickeln; er trainiert dabei seine Beobachtungsgabe und sein Gespür für die Natur.

 Wird er schließlich fündig und trägt einen Korb voll Pilze für eine leckere Mahlzeit nachhause, ist das ein besonderes Erfolgserlebnis: Wie ein Steinzeitmensch hat er Beute gemacht, die er nun verzehren kann. Mancher passionierte Pilzsammler spricht daher auch scherzhaft von der „Pilzjagd“, bei der er, ähnlich wie ein richtiger Jäger, die Natur kennen und deuten können muss, um seiner Beute habhaft zu werden.

... aber nicht ungefährlich

 Allerdings ist das Pilze sammeln nicht ganz einfach. Fehler haben hier nicht, wie bei anderen Hobbys, lediglich Misserfolg und Frustration zur Folge, sondern können tödlich sein! Dummerweise haben viele gute Speisepilze giftige Doppelgänger. „Patentrezepte“ zum pauschalen Erkennen giftiger Pilze, wie anlaufende Silberlöffel, die Verfärbung einer mitgekochten Zwiebel und ähnliches sind gefährlicher Unsinn. Auch Farbe, Geruch oder Geschmack sagen nichts über die Giftigkeit eines Pilzes aus. Manche guten Speisepilze sehen „giftig“ aus, andererseits berichten überlebende Pilzvergiftungsopfer, dass die verhängnisvolle Mahlzeit durchaus wohlschmeckend war.

 Das heimtückische an den wirklich gefährlichen Giftpilzen, wie etwa dem Grünen Knollenblätterpilz, ist, dass sie erst viele Stunden nach dem Genuss zu wirken beginnen, wenn das Gift bereits aus dem Verdauungstrakt in das Blut übergegangen ist. Den Rekord hält hier der Orangefuchsige Hautkopf, dessen Gift seine Wirkung oft erst zwei oder gar drei Wochen nach dem Verzehr entfaltet. Die weniger gefährlichen Giftpilze wirken wesentlich schneller und der Körper kann sich selbst helfen, indem er das Gift auf natürlichem Wege hinausbefördert. Trotzdem sollte auch in solchen Fällen besser ein Arzt aufgesucht werden, denn mit Pilzvergiftungen ist nicht zu spaßen.


Auch die Stinkmorchel ist ein Giftpilz, aber kaum jemand würde sie freiwillig essen

 Der einzige Weg, Giftpilze zu vermeiden, ist, die Arten, die man sammelt und ihre eventuellen giftigen Doppelgänger genau zu kennen. Bücher sind hier hilfreich, aber sie reichen nicht aus. Das Aussehen von Pilzen kann mit Faktoren wie Alter, Standort und Witterung so stark variieren, dass Abbildungen und Beschreibungen nicht viel helfen, wenn einem die Pilze nicht von jemandem gezeigt werden, der sie kennt.

Sachkundiger Rat ist unersetzlich

  Am besten ist der dran, der bei einem erfahrenen Pilzkenner in die Lehre gehen darf. Leider geben diese Leute ihr Wissen oft nur ungern weiter, weil sie ihren Schülern dazu ja zumindest einen Teil ihrer eifersüchtig gehüteten Jagdgründe zeigen müssten. Zum Glück gibt es aber doch einige Koryphäen, die offenbar so viele und gute Stellen kennen, dass sie die ein paar davon im Rahmen von pilzkundlichen Führungen und Seminaren verraten können. Solche Führungen werden jedes Jahr von Volkshochschulen, Wandervereinen und ähnlichen Organisationen angeboten, so dass auch derjenige Zugang zur Pilzkunde finden kann, der mit keinem Pilzkenner so eng befreundet ist, das er ihn in seine Reviere mitnimmt. Bei solchen Veranstaltungen lernt der angehende Pilzsammler auch, wie er die Pilze sachgemäß erntet, transportiert und aufbewahrt, damit er keinen Schaden am Myzel anrichtet und sich nicht mit an sich essbaren Pilzen vergiftet, die durch unsachgemäße Behandlung verdorben sind.

Der Violette Schleierling ist zwar nicht giftig, soll aber nicht besonders schmecken. Außerdem kann er mit dem giftigen Lila Dickfuß verwechselt werden

 Wenn man nach einigen geführten Exkursionen seine ersten Versuche auf eigene Faust macht, sollte man sich zunächst auf wenige, markante Arten beschränken. Für den Anfänger eignen sich vor allem Röhrenpilze, da unter diesen keine bei uns vorkommende, tödlich giftige Art bekannt ist und man auf den Verzehr der ungenießbaren Arten freiwillig verzichtet, weil sie, wie etwa der Gallenröhrling, schauderhaft schmecken. Andererseits gehören aber auch exzellente Speisepilze zu dieser Gruppe, wie etwa der Steinpilz und der Maronenröhrling. Am besten ist es, wenn man seine Beute bei einer Pilzberatungsstelle vorlegt bevor man sie verwertet.

 Leider haben Pilze die Eigenart, Umweltgifte und sogar Radioaktivität anzureichern. Man sollte daher nicht zu viel davon essen. Gelegentliche Pilzmahlzeiten werden aber nicht schaden, auch wenn es in der Saison einmal etwas mehr wird. Die meisten Menschen werden kaum die nötige Zeit und auch nicht das Sammlerglück haben, so große Mengen an Pilzen heim zu schleppen, dass sie wirklich bedenkliche Mengen der angereicherten Umweltgifte zu sich nehmen können.

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18. Juli 2009 6 18 /07 /Juli /2009 17:51
Hund und Katze dürften wohl des Deutschen liebste Haustiere sein. Aber welches eignet sich für wen? Und: kann man vielleicht auch beide zusammen halten?

Der Hund ist, soviel man weiß, das älteste Haustier des Menschen. Genau weiß das keiner, aber man vermutet, dass bereits in der Steinzeit der Mensch verwaiste Wolfswelpen aufnahm und groß zog. Möglicherweise folgten auch Wölfe dem Menschen, lebten von den Abfällen in der Nähe seines Lagers und schlossen irgendwann „Freundschaft“ mit ihm.

Der Wolf wurde zum Hund domestiziert und zu einem wichtigen Helfer, aber auch zum Freund des Menschen: Zunächst als treuer Gehilfe bei der Jagd, dann als Beschützer von Haus, Hof und Viehbestand, aber auch als Helfer beim Viehhüten. Heute wird er oft nur um seiner selbst willen gehalten, als Gefährte von allein lebenden Menschen genauso wie als vierbeiniges Mitglied von Familien.

Fürs Zusammenleben mit dem Menschen programmiert: Der Hund

Der Hund ist gewissermaßen genetisch kompatibel zum Wolf, das bedeutet, dass sie gemeinsam fruchtbare Nachkommen haben können. Sein wissenschaftlicher Name lautet canis lupus familiaris, was ihn als Unterart von canis lupus, dem Wolf, ausweist.

Unser treuester Freund...

Während der Domestikation hat er viel von seinem ursprünglichen Verhalten und seinen Fähigkeiten verloren, dafür aber die Fähigkeit gewonnen, mit dem Menschen zusammenzuleben. Diese Fähigkeit beruht auf dem hochentwickelten Sozialverhalten des Wolfes und wer einmal verstanden hat, wie ein Hund grundsätzlich tickt, wird wenig Probleme mit ihm haben. Dem Wolf hat der Hund das Bellen voraus, mit dem er dem Menschen eine ganze Menge sagen kann und das der spanische Philosoph José Ortega y Gasset sogar als ersten Ansatz zur Entwicklung einer Sprache ansah.

Da der Hund eine enge Bindung zu seinem oder seinen Menschen eingeht, sollte er nicht oft und über längere Zeit alleine seine. Für einen einzelnen, berufstätigen Menschen ist es also problematisch, einen Hund zu haben. Außerdem muss er mehrmals am Tag nach draußen, davon wenigstens einmal in Form eines längeren Spazierganges, bei dem der Hund auch Gelegenheit hat, frei zu laufen und seine Umgebung zu erkunden.

Ein Hund schläft übrigens neben dem Bett seines Menschen und nicht irgendwo alleine. Und schon gar nicht draußen in einem Zwinger. Ein Hund ist ein Familienmitglied und ein solches wohnt nicht in einem Käfig vor der Tür. Einen Welpen sollte man genau genommen mit ins Bett nehmen, denn schließlich hat man ihn im Grunde widernatürlich von seiner Mutter und seinen Geschwistern fort geschleppt und muss ihm die daher fehlende Nestwärme ersetzen.

Wer einen Hund haben möchte, sollte außerdem bereit sein, sich mit ihm zu beschäftigen. Ein Hund langweilt sich, wenn er keine Arbeit – etwa als Jagdhund – hat. Dann muss man mit ihm Spiele spielen, die seine Fähigkeiten fordern und übrigens auch dem Menschen gut tun, weil sie ihm Bewegung verschaffen. Der Hundesport bietet hier viele Möglichkeiten. Ein Hund eignet sich sehr gut für eine Familie, auch wenn zu ihr noch sehr kleine Kinder gehören. Man sollte nur Kinder nie mit Hunden allein lassen.

Auf höflicher Distanz: Die Katze

Ganz anders als der Hund ist die Katze. Sie pflegt zum Menschen eine eher distanzierte Bekanntschaft oder bleibt doch zumindest sehr auf ihre eigene Persönlichkeit bedacht. Auch wenn sie durchaus einen Menschen „lieben“ kann und sich dann und wann gerne Vertraulichkeiten gefallen lässt, entscheidet sie doch selbst, wann das angebracht ist. Ansonsten macht sie ihren Job, den Mäusefang, eigenverantwortlich, um dessentwillen sie wohl auch in den Kornspeichern des alten Ägypten zu einem der tierischen Helfer des Menschen geworden ist.

... und sie kann auch nett sein, hat aber ihren eigenen Kopf

Katzen sind zwar eher Einzelgänger, pflegen aber doch gewisse soziale Kontakte. Deswegen sollte man keine einzelne Katze als Wohnungskatze halten, vor allem nicht, wenn man sie viel alleine lassen muss. Wenn die Katze Freigang hat, brauchen hingegen lediglich Futter und Wasser bereit zustehen und ungehindertes Kommen und Gehen möglich sein. Genau genommen ist das Halten einer Katze als Wohnungskatze Tierquälerei, auch wenn immer wieder anderes behauptet wird. Eine Katze hat ein verhältnismäßig großes Streifgebiet, in dem sie sich frei bewegen möchte und dafür ist die tollste katzengerechte Wohnung eben kein Ersatz.

Da eine Katze ihre eigenen Wege geht, eignet sie sich auch sehr gut für berufstätige Singles oder Paare. Allerdings kann es bei einer Katze durchaus einmal vorkommen, dass sei sich ein neues Zuhause sucht, wohingegen es bei Hunden äußerst selten ist, dass sie sich einen neuen Herrn zulegen. Auch bei bei einem Umzug bleibt die Katze nicht selten im alten Haus oder kehrt dorthin zurück, da Katzen oft mehr an er Umgebung als an den Menschen hängen.

Die Psychologie von Katzen stellt übrigens der Schriftsteller Akif Pirinci sehr schön in seinen unbedingt lesenswerten Katzenkrimis dar. Sie sind zudem mit sehr interessanten Anmerkungen zu verschiedenen Sachverhalten rund um die Katze versehen und unbedingte Pflichtlektüre für alle Katzenfreunde.

Zusammenleben wie Hund und Katze

Wenn zwei Menschen in ständigem Streit leben, sagt man, sie lebten zusammen wie Hund und Katz'. Das ist ein sehr oberflächlicher Vergleich, denn Hunde und Katzen können sehr wohl friedlich zusammenleben, wenn nicht ein dummer Mensch den Hund darauf abgerichtet hat, Katzen zu töten. Nicht immer schließen sie enge Freundschaft, was aber doch gar nicht so selten vorkommt; meist jedoch respektieren sie sich gegenseitig.

"Die darf das!"

Es wird immer gesagt, es sei leichter, einen Hund in einen „Katzenhaushalt“ einzuführen als umgekehrt. Das ist so nicht ganz richtig, denn auch eine Katze, vor allem eine junge, kann man gut ihn ein Haus bringen, in dem bereits ein Hund wohnt. Man muss dabei lediglich ein wenig vorsichtig sein, vor allem, wenn es sich bei dem Hund um einen Rüden handelt.

Der Rüde hält das neu angekommene Katzenkind nämlich ganz offensichtlich für einen Hundewelpen, der ihm von der Mutter zur weiteren Erziehung überantwortet worden ist. Deswegen wird er versuchen, ihn in der Art zu testen, wie er das bei seinen Hundekindern macht: Er schubst sie mit er Pfote in der Gegend umher und wirft sie eventuell sogar in die Luft. Das geschieht, um den Fluchtreflex zu testen. Funktioniert der, entzieht sich der Welpe ganz einfach der Behandlung. Andernfalls wir er eben zu Tode gespielt, was einem Katzenkind auch passieren kann, weil es ja nicht weiß, wie es sich als vermeintlicher Hundewelpe zu verhalten hat.

Was heißt hier "wie Hund und Katz`?

Das ist jedoch kein größeres Problem, man muss nur in den ersten Tagen aufpassen, wenn es sich um einen so zutraulichen Katzenwelpen handelt, dass er nicht aus reiner Scheu auf Distanz geht und so diese Situation überhaupt vermeidet. Diese Phase geht jedoch schnell vorbei und auch die Missverständnisse aufgrund unterschiedlicher Körpersprache könne oft so weit überwunden werden, dass Hund und Katze dicke Freunde werden. Auf jeden Fall aber können sie friedliche nebeneinander her leben.

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22. Mai 2009 5 22 /05 /Mai /2009 08:38

Feldgehölze und Feldhecken machen die Landschaft nicht nur für das Auge abwechslungsreicher, sondern sind auch ökologisch wichtig. Viele dieser wichtigen ökologischen Inseln wurden bei der Flurbereinigung zerstört. Mittlerweile hat man ihre Bedeutung erkannt, aber es wird noch viel zu wenig für diese wichtigen Biotope getan.

Ich habe dieses Thema in einem Artikel auf Suite101 behandelt: Feldhecken und Feldgehölze

 

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7. April 2009 2 07 /04 /April /2009 10:38

Artenschutz und Berücksichtigung ökologischer Belange spielen bei Landschaftsgestaltung und Raumplanung glücklicherweise eine immer größere Rolle. Dabei ist es aber nicht nur wichtig, dass bei der Gestaltung unserer Kulturlandschaft Biotope erhalten, verbessert oder gar neu geschaffen werden: Auch die Verbindung zwischen den einzelnen Flächen muss vorhanden sein. In Schleswig-Holstein hat gerade ein Projekt begonnen, bei dem erforscht werden soll, wie man die Vernetzung von Lebensräumen erreichen bzw. verbessern kann.
Wertvolle Biotop allein tun es nicht - sie müssen auch vernetzt werden

Vernetzung tut not

 Unter dem Schlagwort Biotopvernetzung ist dieser Aspekt zum Glück mittlerweile auch Gegenstand der Umweltpolitik geworden. Gerade im dicht besiedelten und erschlossenen Deutschland ist die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege ein besonderes Problem.

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 Die schönsten Biotope nutzen nämlich wenig, wenn zwischen ihnen der genetische Austausch nicht gewährleistet ist. Das gilt im kleinen wie im großen: asphaltierte Feldwege sind für manche Käfer eine unüberwindliche Barriere, genauso wie es Autobahnen für große Säuger sind.
 Die Folgen sind jeweils die gleichen: Da keine Paarung zwischen Individuen aus benachbarten Populationen stattfinden können, ensteht Inzucht und daraus Degeneration. Die Vernetzung von Lebensräumen muss daher sowohl im kleinen, als auch im großen ansetzen: Die Beseitigung kleiner Barrieren Feld und Wald ist genauso wichtig wie etwa Wildbrücken über Autobahnen.

Ein hoffnungsvoller Anfang

 Ein Gebiet, in welchem einerseits wertvolle Biotope vorhanden sind, diese andererseits aber von vielen Verkehrswegen zerschnitten sind, befindet sich in Schleswig-Holstein und zwar zwischen Bad Bramstedt und Bad Segeberg. Ein ideales Feld also um Methoden und Strategien der Biotopvernetzung zu erproben. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV), die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr haben hier jetzt mit ihrer Vorstudie zum Vorhaben "Holsteiner Lebensraumkorridore" begonnen.
 Marita Böttcher vom Bundesamt für Naturschutz meint dazu: "Die Drehscheibe für die landesweite Vernetzung von Lebensräumen liegt hier im Kreis Segeberg. Aber nicht nur die Verbindung von Freiräumen ist wichtig, denn ob sie von heimischen Arten angenommen werden, liegt vor allem an ihrer Qualität."
 Für diese Qualität der Lebensräume soll nun gesorgt werden: bereits 2004 hat das Bundesamt gemeinsam mit dem Deutschen Jagdschutz-Verband eine bundesweite Karte "Lebensraumkorridore für Mensch und Natur" erarbeitet. Mit den Holsteiner Lebensraumkorridoren geht es nun erstmalig in die praktische Umsetzung und Erprobung dieses Konzepts.
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4. April 2009 6 04 /04 /April /2009 12:36

 Während der Wolf früher einmal auch in ganz Mitteleuropa ein verbreitetes Tier war, sind seine Bestände „bei uns“, also im deutschsprachigen Raum, derzeit nur gering. Sie befinden sich sowohl in Deutschland, als auch in Österreich und der Schweiz an den Grenzen zu Ländern, die noch etwas größere Populationen haben. Es wird jedoch mit einer Zunahme und weiteren Verbreitung gerechnet, zumal sich gezeigt hat, dass Wölfe durchaus auch in menschlichen Siedlungsräumen überleben können.

Der Wolf ist ein Tier, das den Menschen schon immer stark beschäftigt hat - im guten wie im bösen (Bildquelle: PD)

 Auf den ersten Blick sieht der Wolf aus wie ein stockhaariger Hund ohne besondere Rassemerkmale, was er als Stammvater unseres Haushundes im Prinzip ja auch ist. Es gibt jedoch einige Unterscheidungsmerkmale, da sich der Haushund in den Tausenden von Jahren seiner Domestikation dann doch ein gutes Stück von seinem Vorvater Wolf weg entwickelt hat.

Unterschiede zwischen Wolf und Hund

 Ein solches Merkmal ist etwa, dass zwar der Wolf die auch vom Fuchs bekannte, als Viole bezeichnete Analdrüse besitzt, diese aber beim Haushund fehlt. Es gibt auch Unterscheidungsmerkmale am Knochenbau, insbesondere am Brustkorb und am Schädel.

Der Körperbau eines Hundes gleicht sehr stark dem eines Wolfes; dennoch gibt es Unterschiede

 Wölfe bekommen, wie viele Tiere in Gegenden mit Jahreszeiten, einmal im Jahr Junge, wohingegen Haushündinnen bekanntlich zwei mal im Jahr läufig sind und sich fortpflanzen können. Hunde laufen auch anders als Wölfe: Letztere setzen dabei die Hinterbranten genau in die Trittsiegel der Vorderbranten, was Hunde nicht tun. Außerdem läuft bei einem Rudel Wölfe jedes Tier genau in der Fährte seines Vordermannes, so dass sich z.B. bei Schneelage sehr schlecht sagen lässt, ob eine Fährte von einem einzelnen Exemplar oder einem ganzen Rudel stammt.

 Schließlich unterscheiden sich Hund und Wolf bei aller Ähnlichkeit der „Hardware“ doch erheblich in der „Software“ die darauf läuft: Der Wolf ist ein Wildtier, wohingegen der Hund seine sozialen Fähigkeiten für die Kommunikation mit dem Menschen ausgebaut hat. Dafür hat er aber auch einen Teil der Instinkte verloren, die der Wolf noch besitzt.

Je nach Lebensraum können Wölfe recht unterschiedlich aussehen: Ein skandinavischer... (Bildquelle: Wikimedia

 Auch hat der Wolf ausgeprägte Möglichkeiten, sich mit Hilfe seines Mienenspiels auszudrücken, die dem Hund verloren gegangen sind. Ich stelle mir vor, dass dies der Fall ist, weil wir unsensiblen Menschen einfach nicht in der Lage sind, die Feinheiten eines wölfischen Gesichtsausdruckes zu lesen und sie für den Haushund daher nutzlos sind. Dafür hat canis lupus familiaris aber das Bellen entwickelt, mit dem er uns so einiges sagen kann.

Biologisches

 Ganz offensichtlich muss in dem Genom des Wolfs so einiges an Möglichkeiten stecken: Er tritt in vielen Unterarten auf, die sich zum Teil erheblich im Aussehen voneinander unterscheiden. Sie stellen Anpassungen an die unterschiedlichen Lebensräume dar, die der Wolf innerhalb seines riesigen Verbreitungsgebietes bewohnt, das fast auf der ganzen Nordhalbkugel von der Polarregion bis zum Wüstengürtel reicht.

... und ein arktischer Wolf (Bildquelle: PD)

 Die gleiche genetische Variabilität ist sicher auch die Ursache, dass so viele, ganz unterschiedliche Hunderassen entstehen konnten und immer noch entstehen. Während beim Wolf in der freien Wildbahn wohl nur die Varietäten überleben, die sich für das Leben dort eignen, können beim Haushund auch Formen gezüchtet werden, die in der Natur erheblich im Nachteil gegenüber dem „Standardwolf“ wären und daher wieder verschwinden würden.

 Das dürfte der Grund dafür sein, dass Wölfe bei allen Unterschieden im Aussehen doch immer in etwa „wie Wölfe“ aussehen, Haushunde aber auch schon mal erheblich anders. Dennoch ist auch der „unwölfischste“ Haushund immer noch genetisch kompatibel zu allen anderen Hunderassen und dem Stammvater Wolf.

Körperbau

 Gebaut ist der Wolf, wie bereits erwähnt, im Prinzip so wie ein Hund. Wenn man es näher betrachtet, müsste der ideale Jagdhund eigentlich so aussehen wie ein Wolf, denn dessen Körperbau ist die erprobte Lösung für diese Lebensweise.Was der Mensch an Hunde hingezüchtet hat, erweist sich bei genauem Hinsehen oft genug als Quatsch.

Die Schlappohren unserer Jagdhunde sehen zwar sehr nett aus, sind aber Unfug: Ein Wolf könnte sie nicht gebrauchen

 Ein Beispiel sind die Schlappohren von Jagdhunden, die das Eindringen von Schmutz und Fremdkörpern im Jagdbetrieb verhindern sollen. Hätte man jedoch genauer hingesehen, wäre aufgefallen, dass ein Wolf der gleichen Gefährdung ausgesetzt ist, damit aber absolut keine Probleme hat.

 Im Gegenteil: Die Schlappohren unser Jagdhunde verursachen mehr Probleme als sie verhindern. Abgesehen davon, dass ihnen die Funktion eines Schaltrichters mit Peilmöglichkeit verloren gegangen ist, sind sie die Ursache für ein zu feuchtwarmes Klima im Hundeohr, das allerhand Parasiten und dergleichen begünstigt, deren Auswirkungen wir als „Ohrenzwang“ kennen. Da wollte der Mensch einfach einmal wieder schlauer sein als der Liebe Gott und es ist ihm, wie üblich, gründlich daneben gelungen.

Das Skelett eines Wolfs (Bildquelle: PD)

 Die Körpermaße von canis lupus variieren stark, da er aufgrund seiner großen Verbreitung in ganz unterschiedlichen Klimazonen vorkommt. Dabei folgt er der Bergmannschen Regel, die besagt, dass die Exemplare ein- und derselben Tierart umso größer sind, je kälter es im jeweiligen Habitat ist.

 Die kleinsten Wölfe gibt es im vorderen Orient und auf der arabischen Halbinsel, sie erreichen nur eine Körperlänge von etwa 80 cm plus knapp 30 cm Schwanzlänge und werden etwa 20 kg schwer. Das andere Extrem findet man in den Wäldern des Nordens, in Lettland, Kanada, Alaska und Weißrussland. Hier können die Wölfe bis zu 160, zuzüglich dem Schwanz mit gut 50 cm, lang und 80 kg schwer werden. In Mitteleuropa halten die Wölfe ein Mittelmaß zwischen den Extremen der warmen und kalten Gegenden ein.

Verbreitung von canis lupus früher (rot) und heute (grün) (Bildquelle: PD)

 Auch bei der Färbung der Decke zeigt der Wolf eine große Zahl von Varianten: Es gibt sowohl schwarze als auch weiße und graue Wölfe, sehr verbreitet sind alle möglichen Brauntöne, auch mit Stich ins gelbliche und rötliche sowie cremefarbene Exemplare. Wölfe können einfarbig sein, aber auch allerhand Fellzeichnungen aufweisen.

Sinnesorgane

 Die sprichwörtlich gute Hundenase ist natürlich ein Erbstück vom Urvater Wolf, der sie für seine Art zu Jagen benötigt. Ebenfalls genauso wie der Hund, hat der Wolf ein sehr feines Gehör.

 Viele Leute glauben, dass Hunde sehr schlecht sehen, was aber nicht stimmt. Zumindest sehen Hund und Wolf schon einmal so gut, dass sie sich problemlos schnell bewegen und dabei ihre Beute im Auge behalten können. Darüber hinaus spielt der Augenkontakt beim sozialen Verhalten von Hunden und Wölfen eine Rolle, wozu aber ein einigermaßen scharfes Sehen notwendig ist. Andernfalls könnten Hund und Wolf ja nicht feststellen, ob ein Augenpaar auf sie gereichtet ist.

Wölfe und Haushunde können Blickkontakt herstellen. Wie sollten sie erkennen, dass man sie ansieht, wenn sie nicht in der Lage wären, die Augäpfel scharf genug zu sehen um ihre Blickrichtung festzustellen?

Ernährung und Jagd

 Von seiner systematischen Einordnung her gehört der Wolf als echter Hund natürlich zu den Carnivora, den Raubtieren oder Fleischfressern. Wie bei Hunden typischerweise üblich, nimmt er aber auch Aas und pflanzliche Nahrung auf, so wie man das vom Fuchs ja ebenfalls kennt. Speziell Beeren frisst er zur jeweiligen Saison recht gerne, wohl weil er, wie praktisch alle Säugetiere, gerne Süßes mag.

Jagd im Team: Wölfe rücken einem Bison zu Leibe (Bildquelle: PD)

 Auch Fisch wird nicht verschmäht, wenn er erreichbar ist. In Kanada etwa gibt es Wölfe, die sich zur Lachszeit überwiegend von diesem Fisch ernähren. Trotzdem ist der Wolf ein echter Beutegreifer und jagt. Er nimmt gerne kleinere Tiere, kann aber durchaus auch größere und große erbeuten, vor allem da er im Rudel und mit ausgefeiltem Teamwork jagt.

 Der Wolf verfolgt seine Beute, die er mit der Nase aufspürt und sich an sie anschleicht, meist nur auf kurze Distanzen; längere Verfolgungsjagden sind selten. Vor allem jagt er im Rudel, wobei Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung stattfinden. Wölfe jagen zum Beispiel im Winter Huftiere gerne aufs Eis, wo diese sich mit ihren glatten, harten Hufen wesentlich schlechter bewegen können als die Wölfe mit ihren rauhen, weichen Pfotenballen.

Fortpflanzung

 Von Hunden kennt man es ja, dass sie zweimal im Jahr läufig werden. Wölfe hingegen können sich nur einmal im Jahr fortpflanzen. Die Paarungszeit liegt, wie man das von vielen Tierarten kennt, so, dass der Sommer möglichst gut zur Aufzucht der Jungen ausgenutzt werden kann.

Verschiedene Wölfe: Oben ein recht alter Rüde, in der Mitte ein junger männlicher Wolf und unten einer mit eienr augenmaskenartigen Zeichnung im Gesicht (Bildquelle: PD)

 Über die Tragezeit beim Wolf schwanken die Angaben von 62 bis 75 Tage. In Mitteleuropa ranzen die Wölfinnen im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr und sind dabei etwa 7 Tage aufnahmebereit. Demgemäß kommen die Jungen von März bis Mai zur Welt.

Jungenaufzucht

 Für den Nachwuchs wird rechtzeitig eine passende Höhle gesucht, ausgebaut oder gegebenenfalls auch ganz neu gegraben. Der Mutterschaftsurlaub der Wölfin beginnt schon etwa drei Wochen vor dem freudigen Ereignis, sie verlässt dann nämlich den Bereich ihrer „Wöchnerinnenstation“ nicht mehr.

 Wie man das auch vom Haushund kennt, kommen die Welpen zwar behaart aber sonst noch sehr unentwickelt auf die Welt. In einem Wurf befinden sich von einem bis zu zwölf Welpen, typischerweise sind es vier bis sechs.

 Die Wolfsmutter säugt ihre Welpen etwa sechs bis acht Wochen. Nach knapp zwei Wochen können sie sehen und fangen an zu laufen; nach knapp drei Wochen auch hören. Jetzt verlassen sie auch die Höhle und spielen mit Eltern und größeren Geschwistern. Sie fangen nun an, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie erbetteln sie zunächst von den älteren Wölfen, die sie hervorwürgen. Später nehmen sie dann auch nicht vorgekaute Nahrung zu sich und ersetzen so nach und nach die Muttermilch bis sie vollends entwöhnt sind.

 

Hier hat ein Bär offenbar erheblichen Ärger mit Wölfen (Bildquelle: PD)

Soziales Verhalten

 Wölfe werden viel später geschlechtsreif als Haushunde, nämlich erst mit zwei Jahren. So lange leben sie bei den Eltern. Ein natürliches Wolfsrudel ist nach neueren Erkenntnissen also ganz einfach eine Familie mit Papi, Mami und Kindern. Dabei ist auch ganz klar, dass es keine Rangkämpfe gibt und sich nur die Elterntiere paaren.

 Die Geschichten mit Alpha- und Omegawölfen, Rangkämpfen, fortpflanzungsberechtigten und nicht fortpflanzungsberechtigten Tieren sind Ergebnisse von Forschungen an in Gefangenschaft willkürlich zusammengesperrten Wölfen. Es liegt auf der Hand, dass die dem Wolf angeborenen „Familienregeln“ in einem willkürlich zusammengewürfelten Rudel zu solchen Ergebnissen führen müssen:

 

Die Beobachtungen von ausgeprägten Hierarchien im Rudel stammen aus der Arbeit an in Gefangenschaft zusammengewürfelten Gemeinschaften

 Das stärkste Männchen und das stärkste Weibchen halten sich offenbar für die Eltern und sehen die schwächeren Tiere als ihren Nachwuchs an, der noch keinen Sex zu haben hat. Da diese trotz Geschlechtsreife nicht abwandern können, gibt es eben Reibereien. Die Rangkämpfe sind also offenbar nichts anderes, als die ruppigere Version von elterlichen Disziplinierungsmaßnahmen und dem Verhalten von Geschwistern untereinander.

 Mit dem „Familienmodell“ lässt sich auch leicht erklären, wo die neuen Wolfsrudel herkommen: Sie werden von den Jungtieren gegründet, die mit ihrer Geschlechtsreife das elterliche Rudel verlassen. Selten werden sie Einzelgängern, in der Regel wohl nur, wenn sie keinen Partner finden. Mit der anderen Vorstellung vom Wolfsrudel, bei der auch geschlechtsreife Rüden und Wölfinnen beim Rudel verbleiben, lässt sich nämlich die Neubildung von Rudeln nicht erklären.

Dieser Wolf hat offenbar nicht besonders viel in seinem Rudel zu melden

 Allerdings könnte meiner Ansicht nach das in Gefangenschaft beobachte Verhalten unter bestimmten Umständen auch in der Natur vorkommen: Dann nämlich, wenn kein Platz für die Territorien neuer Rudel vorhanden ist. Wolfsrudel beanspruchen Territorien, deren Größe vom Nahrungsangebot abhängt und die auch gegen Artgenossen verteidigt werden.

 Ist nun kein Platz mehr für neue Rudel da, würde die in Gefangenschaft beobachtete Organisation Sinn machen. Wenn sich beim Rudel verbleibende geschlechtsreife Tiere nicht paaren, verhindert dies ein weiteres Anwachsen der Population. Gleichzeitig können auch keine „Territorialkriege“ stattfinden, die unausweichlich wären, wenn neue Rudel entstünden ohne dass Platz für sie vorhanden ist.

 Wolf und Mensch

 Früher bewertete der Mensch die Tiere seiner Umgebung nach menschlichen Verhaltensmaßstäben. Daher sah man Raubtiere natürlich als etwas böses, gewissermaßen als Verbrecher an. Während Reineke Fuchs eher als eine Art kleiner Ganove galt, war Isegrim der Wolf ein ausgewachsener Kapitalverbrecher.

 Man muss sich dabei vor Augen halten, dass Nahrungsmittel in früheren Zeiten sehr viel knapper und daher ungleich wertvoller waren als heute. Schäden an landwirtschaftlichen Erzeugnissen gingen an die Existenz, brachten das Überleben in Gefahr und ihre Verursacher wurden daher gnadenlos bekämpft.

 Da der Wolf in der Lage ist, auch große Nutztiere zu reißen und auch häufiger vorkam als der Bär, war er natürlich Volksfeind Nummer eins. Dem effizient jagenden und tötenden Wolf wurde gewissermaßen seine Effizienz als „kriminelle Energie“ ausgelegt, zumal er es bei Haustieren ja wesentlich einfacher hat als bei Wildtieren, die besser flüchten können und nicht in so hoher Dichte vorkommen wie Tiere auf einer Weide.

 Diese unglücklichen Umstände bewirkten, dass das ehemals so häufige Raubtier in vielen Gegenden bewusst ausgerottet wurde. In Südeuropa war man wohl etwas toleranter, so dass es in diesem Teil Europas noch mehr Wölfe gibt, genauso wie im Osten, wo wohl die dünnere Besiedlung eine wichtige Rolle für das Überleben des Wolfs spielte.

Ohne Wolf kein Hund. Und was wäre das Leben ohne unseren besten Freund, der stellvertretend für uns arme Arbeitstiere nach Herzenslust faulenzen darf?

 In Märchen und volkstümlichen Geschichten aus Mitteleuropa begegnet uns der Wolf daher immer als Ausbund der äußersten Bosheit und schwerstkrimineller Mordbube. Das wirkt bis in unsere Tage fort: Zeke (auf Deutsch Ede), der Große Böse Wolf aus den bekannten Geschichten von Walt Disney, geht auf den Wolf aus dem Märchen mit den drei kleinen Schweinchen zurück. Er ist ein schlimmer Finger und will die Dickerchen in fast jedem Strip fangen und fressen, was ihm allerdings nie gelingt.

 Maßgeblich beteiligt an dem Überleben der Schweinchen ist meist Edes eigener Sohn Wölfchen, der – oh Schande – mit diesen befreundet ist. Ob man diesen „Generationenkonflikt“ allerdings als Metapher für das sich ändernde Image des Wolfs sehen kann, sei dahingestellt.

 Seit einiger Zeit kann der Wolf durchaus aber auch Sympathieträger sein: Der halbstarke Wolf Lupo aus Rolf Kaukas Fix&Foxi, der in einem halb verfallenen Turm wohnt und in seiner gelben Latzhose auf einem altertümlichen Motorrad daher geknattert kommt, ist zwar ein arger Rüpel, konnte sich aber die Herzen vieler Leser erobern. Er brachte es sogar zu einer eigenen Comic-Zeitschrift, der Lupo Modern.

 In manchen Weltgegenden wurde der Wolf hingegen schon von alters her positiv gesehen. So ist er bei den nordamerikanischen Indianern ein wichtiges Totemtier und genießt hohes Ansehen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass seine Effizienz als Jäger, seine Überlebensfähigkeit und sein Sozialverhalten frühe Jägervölker beeindruckten und sie ihn als Vorbild sahen.

 Zum „Bösen Wolf“ wurde canis lupus sicherlich erst, als der Mensch lernte, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Eine positive Einstellung alter Jägervölker gegenüber dem Wolf könnte durchaus auch einer der Gründe dafür gewesen sein, dass der Mensch ihm erlaubte, an seine Seit zu kommen und zu seinem besten Freund, dem Hund zu werden.

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7. März 2009 6 07 /03 /März /2009 14:45

Baum und Steinmarder sind die beiden in Europa vorkommenden Vertreter der Gattung martes, der echten Marder. Sie sehen sich körperlich ähnlich, stellen aber zwei verschiedene Arten dar, auch wenn es bei ihrem Verhalten und vom Beutespektrum her wiederum Parallelen gibt.  

Walter Heubach protraitierte hier den Baummarder in seinem Lebensraum, dem Geäst des Waldes.

Verbreitung und Lebensraum

 Am stärksten unterscheiden sich unsere beiden Marder hinsichtlich ihrer Lebensräume, auch wenn sich ihre geographische Verbreitung stark ähnelt. Beide kommen in weiten Teilen Europas und (West-)Asien vor, wobei der Steinmarder (martes foina) z.B. auch im Hochgebirge bis 4000, in der Mongolei und im Himalaja lebt sowie auf der iberischen Halbinsel, wo der Baummarder (martes martes) nicht überall vorkommt, welcher auch im Gebirge nur bis zur Baumgrenze lebt.

 Die Unterschiede zwischen den Verbreitungsgebieten der beiden Marderarten dürften sich im wesentlichen aus den verschiedenen Ansprüchen erklären, welche die beiden Arten an ihre Lebensräume stellen. Wie für Marder im allgemeinen üblich, bewohnt der Baum- oder Edelmarder am liebsten Waldgebiete; speziell Laub- und Laubmischwälder sind sein bevorzugter Lebensraum. Seltener trifft man ihn in großen, waldähnlichen Parkanlagen an. Daher wird man ihn auch nicht in Gegenden finden, wo es keinen Wald gibt, wie etwa auf Island und im Gebirge oberhalb der Waldgrenze.

 

Hier sieht man, warum der Baummarder auch Gelbkehlchen heißt: Der gelbe Kehlfleck, sein typisches Erkennungszeichen, ist bei diesem Exemplar im Winterbalg besonders gut zu sehen (Bild: Dani Kropivnik, lizensiert nach GNU FDL)

 Der Steinmarder hingegen bewohnt als einziger Echter Marder (Gattung martes) die eher offene Landschaft, kann aber auch in felsigem Gelände leben. Daher kommt er im Gebirge auch höher hinauf und ist in Gegenden vertreten, wo es generell keinen Wald gibt. Im Gegensatz zum Baummarder ist er ein Kulturfolger; er kommt auch in Dörfern und sogar mitten in der Stadt vor.

 

Ein Stein- oder Hausmarder im Sommerbalg: Der weiße Kehlfleck ist gut zu erkennen (Bild: Franco Atirador, lizensiert nach GNU FDL)

 Hier gibt es für den Steinmarder Wohnmöglichkeiten in Gebäuden, wie z.B. auf Dachböden, in Scheunen, Schuppen und dergleichen. Im Feld findet er unter Steinhaufen, in den Höhlen anderer Tiere und an ähnlichen Orten Unterschlupf. Der Baummarder lebt in Baumhöhlen, Eichhörnchennestern und verlassenen Greifvogelhorsten.

Keine der beiden Arten gräbt jedoch selbst Höhlen oder legt sonstige Baue an. Beim genauen Hinsehen stellt man übrigens fest, dass sich hier zwei nahe Verwandte auf unterschiedliche Lebensräume in etwa dem gleichen Verbreitungsgebiet spezialisiert haben. Seltsamerweise kommt auf den Britischen Inseln zwar de Baum- nicht jedoch der Steinmarder vor.

Anatomie und äußere Erscheinung

 

Porträt eines Baumarders aus einer alten Ausgabe von Brehms Tierleben

 Auch äußerlich sind sich unsere beiden Marderarten recht ähnlich. Beide haben ein braunes Fell, welches im Winter eher ins schokoladefarbene, im Sommer dagegen eher ins rötliche geht und einem hellen Kehlfleck, an dem sie sich auch unterscheiden lassen. Der des Baummarders ist gelblich und unten abgerundet, daher auch der manchmal verwendete Name „Gelbkehlchen“. Der Kehlfleck seines Cousins, des Steinmarders ist eher weiß, gerne gegabelt und kann sich bis auf die Vorderläufe ziehen; er kann aber bei einigen asiatischen Populationen auch fehlen.

 

Ein Steinmarder im Winterbalg in einem seiner typischen Lebensräume, offenbar nämlich in irgendeinem Nebengäude eines Landwirtschaftlichen Anwesens (Bild: Zefram, lizensiert nach GNU FDL)

 Verwechseln kann man die beiden Arten in der Praxis vor allem dann, wenn sie einem ausgestopft auf dem Tisch bei der Jägerprüfung begegnen. In freier Wildbahn hingegen ist in der Regel schon aufgrund der Umgebung klar, um welchen der beiden es sich handeln muss: Im Feld oder in menschlichen Siedlungen wird einem kaum ein Baummarder begegnen, im Wald hingegen darf man davon ausgehen, dass es sich um einen solchen handelt, wenn man einen Marder sieht.

 Der Steinmarder ist eine häufige Tierart, was besonders manche Autofahrer zu beklagen haben, an deren Vehikel er Kabel und Schläuche zerbissen hat, was er hin und wieder tut. Der Baummarder hingegen ist recht selten und wird mittlerweile als gefährdete Tierart angesehen.

 Beide Arten haben als typische Marder langgestreckte Körper, wobei der Steinmarder mit 40-54 cm Länge, zuzüglich des bis zu 30 cm langen Schwanzes und bis zu 2.3 kg Gewicht gedrungener ist als der etwas längere, aber nur bis zu 1,8 kg schwere Baummarder.

 Das Gebiss weist beide Arten als Mitglieder der Ordnung Carnivora, also der Raubtiere aus. Beide Marderarten besitzen die gleiche Zahnformel; benutzen ihre Gebisse und sonstigen Raubtierfähigkeiten auch tatsächlich zur Jagd.

Lebensweise und Ernährung

 Wie sein Name bereit vermuten lässt, ist der Baummarder ein Baumbewohner und zwar der einzige unter den echten Mardern. Er kann gut klettern und springen wobei ihm sein Schwanz als Balancierhilfe dient.

 

Ob der Steinmarder wohl wirklich so frech ist, sich mit einem Adler anzulegen? (Gemälde von Carl Martin Ebersberg )

Der Steinmarder kann ein Kletterfähigkeiten in seinem Lebensraum ebenfalls oft gut gebrauchen. In Siedlungen ist er beispielsweise recht gerne auf Dachböden und Dächern unterwegs. Deswegen wird er manchmal auch Haus- oder Dachmarder genannt.

 Sowohl der Baum- als auch der Steinmarder sind de facto Allesfresser, wobei der Schwerpunkt jedoch bei beiden eher auf der tierischen Nahrung liegt. Sie sammeln letztere zum Teil, wie etwa in Form von Eiern, fangen und schlagen aber auch kleiner Beutetiere. Im Sommer jedoch steht bei beiden Arten vermehrt pflanzliches auf dem Speisezettel, speziell die jeweiligen Beeren der Saison. Sommers wie Winters gehen beide Marderarten ihrem Nahrungserwerb in der Dämmerung und bei Nacht nach. 

Ein Baummarder in seinem Sommerbalg (Bild: Totodu74, PD)

 Das Sozialverhalten der beiden Marder ist ebenfalls sehr ähnlich bzw. sogar gleich. Sie sind Einzelgänger, die außerhalb der Paarungszeit Artgenossen meiden und beanspruchen Reviere, die sie mit Sekreten aus Duftdrüsen markieren.

Der Marder, ein blutrünstiger Mordbube? 

 Was die Größe der erbeuteten Tiere angeht, herrscht allerhand Uneinigkeit: Während man dem Baummarder in Riesenthals Jagdlexikon von 1916 noch ohne weiteres zutraut selbst Rehkitze zu meucheln, erfährt man aus zeitgenössischen, eher weniger jagdfreundlichen Quellen heute, dass er sich nicht an Tiere über der Größe einer Maus heranwage. Die Wahrheit dürfte wohl in der Mitte liegen. Manche Leute schätzen den Steinmarder wenn schon nicht als Haus- so doch als Hofgenossen, da er auch Ratten vertilgt. Das dürfte durchaus realistisch sein und auch (junge) Hasen liegen sicher nicht außerhalb des Bereiches er Möglichkeiten beider Marderarten.

 Man muss bei Spekulationen über die Größe der Beutetiere eines Beutegreifers immer im Hinterkopf haben, dass dieser im Regelfalle seine Möglichkeiten beim Beutefang nicht ausreizt. Ein Raubtier jagt, um zu überleben und sucht wie jedes Tier immer den ökonomischsten Weg. Solange genug kleine und schwache Tiere da sind, geht ein (oppoturnistischer) Beutegreifer keine großen und/oder wehrhaften an. Abgesehen von der Verletzungsgefahr ist auch ein lediglich daneben gelungener Angriff für ihn auch ein äußerst schlechtes Geschäft: AußerSpesen nix gewesen, er hat Kalorien verbraucht, aber keine gewonnen. Deswegen stört er sich auch nicht an kranken Beutetieren, sondern nimmt sie als "billigere" Mahlzeit sogar bevorzugt

Fortpflanzung

 Die Ranz, Paarungszeit unserer Maader liegt im Hochsommer, bei Steinmardern auch schon früher. Die geräuschvollen Paarungsrituale des Steinmarders mit ihren Rivalenkämpfen und wilden Verfolgungsjagden bekommt man in Sommernächten öfter, vor allem akustisch, oft mit. Im Schwäbischen gibt es daher auch die Redensart vom „Schreien wie Dachmarder“. Baummarder treiben die gleichen Spiele, nur bekommen es weniger Leute mit, da das Gelbkehlchen ja leider selten ist und tief im Wald lebt.

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Und noch ein Steinmarder im Winterkleid, aus dieser Perspektive ist allerdings der Kehlfeck nicht zu erkennen (Bild
Neil Phillips, lizensiert nach CC Namensnennung)

 Unsere beiden Marderarten weisen eine Keimruhe von mehreren Monaten auf; die eigentliche Tragzeit beträgt, der Größe der Tiere entsprechend nur ca. einen Monat. Die jeweils etwa drei oder vier Jungen kommen im Frühjahr zur Welt und werden crica zwei Monate gesäugt. Sie bleiben über den Sommer bei der Fähe und werden im Herbst selbständig.Im zweiten oder dritten Jahr pflanzen sie sich dann selbst fort.

 Natürlich stellt sich bei zwei so nahe verwandten und ähnlichen Arten die Frage, ob sie sich bastardisieren. In Riesenthals Jagdlexikon von 1916 wird dies in der Tat für möglich gehalten. Dort wird auch angegeben, dass man Baummarder zur Ranzzeit auch in Siedlungsnähe antreffen könne, da sie von den Schreien ranzender Fähen angelockt würden. Aktuelle Quellen jedoch verneinen durch die Bank die Möglichkeit, dass sich Baum- und Steinmarder verbastardisieren.

Bedeutung für den Menschen

 Beide heimische Marderarten unterliegen dem Jagdrecht. Man kann ihre Pelze verwenden, wobei der des Baummarders, den man auch Edelmarder nennt, begehrter ist. Der Steinmarder geht gern einmal in Geflügelställe, wo er richtige Massaker anrichten kann. Dabei interessiert ihn eigentlich gar nicht das Geflügel, sondern die Eier. Wenn er aber durch die Panik des Federviehs selbst unter Stress gerät, reagiert er, indem er ein Blutbad anrichtet.

 Heutzutage fällt der Steinmarder, wie bereit erwähnt, in Wohnungebieten oft unangenehm auf, weil er Schläuche und Kabel an geparkten Autos zerbeißt. Der Baummarder hingegen gerät mit dem Menschen praktisch gar nicht in Konflikt, da er sich weitab von menschlichen Ansiedlungen aufhält und aufgrund seiner Seltenheit auch nicht viel Schaden an Klein- und Jungwild anrichten kann.

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