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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

25. April 2009 6 25 /04 /April /2009 11:24

Im dritten Teil meiner Artikelreihe über Jagdwaffen geht es um Flinten, Schrotpatronen und Flintenlaufgeschosse Leider ist in vielen Gegenden Deutchlands das Niederwild rar geworden, sodass dem Schrotschuss heute etwas weniger Bedeutung zukommt als früher. Trotzdem sollte sich jeder Jäger auch mit Flinten auskennen und einigermaßen damit schießen können

Jagdwaffen I
Jagdwaffen II
Jagdwaffen IV
Jagdwaffenn V


Wenn auch die Einsatzmöglichkeiten der Flinte im Jagdbetrieb zurückgegangen sind, ist sie nach wie vor ein beliebtes Sportgerät

 In Württemberg etwa wird bei der Jägerprüfung im Teil Flintenschießen nur noch der Schuss auf den Kipphasen verlangt, die Trapp-Taube ist weggefallen. Im sportlichen Schießen und beim jagdlichen Schießen auf dem Stand und als Wettbewerb hat die Flinte jedoch nach wie vor ihre Bedeutung. Ausserdem macht Flintenschießen einen Heidenspaß, geht aber leider ein wenig ins Geld, denn bei den gängigen

Flinten und Flintenläufe

  Aus Flinten verschießt man vor allem Schrot. Dazu haben sie glatte Läufe. Auch hier wird der Durchmesser des Laufes als Kaliber bezeichnet. Im Unterschied zu Büchsenkalibern wird das Kaliber eines Flintenlaufes nicht mit einem Längenmaß bezeichnet, sondern mit einer reinen Zahl. Die Kaliberzeichnungen bei Flintenläufen gehen offensichtlich noch auf die ebenfalls glatten Musketenläufe zurück, aus denen man bleierne Rundkugeln verschoss. Kaliber 12 z.B. bedeutet nichts anderes, als dass in einen solchen Lauf eine bleierne Rundkugel passt, die 1/12 englisches Pfund wiegt; analog hierzu passt in eine 16er Flintenlauf eine Bleikugel, die 1/16 Pfund schwer ist.

Zum Verschießen von Schrot verwendet man Flinten

  Am gebräuchlichsten sind Flintenläufe in den Kalibern 12 und 16; es gibt aber auch 20er Flinten, elegante, leichte Waffen, die man deswegen manchmal auch als Damenflinten bezeichnet. Ein noch kleineres Flintenkaliber tanzt in der Bezeichnung aus der Reihe und wird mit dem Zollmaß .410 bezeichnet, in dem bei den anderen Kalibern verwendeten Bezeichnungssystem müsste es Kaliber 36 heißen. Früher gab es außerdem noch Flinten im Kaliber 10, sogenannte Entenflinten.

Schrotpatronen

  Flintenpatronen unterscheiden sich außer im Kaliber auch in der Hülsenlänge. Es gibt Flintenpatronen, deren Hülsen 65 mm lang sind und solche, die 70 mm lang sind. Die Hülsenlänge ist Bestandteil der Bezeichnung: Eine 12er Schrotpatrone mit 65 mm langer Hülse z.B. wird mit "12/65" bezeichnet. Eine Gefahrenquelle ist, dass die 70er Patronen auch in Flinten für 65er passen.

Beim Schuss faltet sich der vordere Verschluss der Patrone auf, deswegen ist das Patronenlager etwas länger als das Nennmaß und es lässt sich die 70er Patrone auch ohne weiteres in das 65er Patronenlager einführen. Schießt die Patrone jedoch ab, dann fehlt der Platz für den aufgefalteten Verschluss. Dieser verengt dann den Übergangskegel zwischen Patronenlager und Lauf, was ein unzulässige und gefährliche Drucksteigerung bewirkt.

Schrotpatrone mit 67,5 mm Hülsenlänge

  Außer den Patronen mit 60 und 70 mm Hülsenlänge gibt es auch welche mit 67,5 mm, die man aus beiden Patronenlagern verschießen kann. Außerdem gibt es Magnum-Schrotpatrronen mit 76 mm Hülsenlänge, die man natürlich nur aus Flinten mit dafür eingerichteten Patronenlagern verschießen kann.

  Jagdschrotpatronen enthalten meist 36 g Schrot, Sportpatronen weniger. Die Anzahl der Schrotkugeln, die jeweils auf diese Menge gehen, hängt von deren Größe ab. Heute bezeichnet man diese in Millimeter, daneben existieren aber noch die alten deutschen und englischen Bezeichnungen, bei den die Schrotgrößen numeriert werden. Wenn jemand z.B. von "3er Schrot spricht", muss man also nachfragen, ob er 3 mm Schrot meint oder Schrot Nr. 3, wenn letzteres, auch noch ob er die deutsche oder die englische Nummer meint.

Flintenlaufgeschosse

  Prinzipiell ist der glatte Lauf einer Flinte dafür gedacht, daraus Schrot zu verschießen. Nun kann es aber passieren, dass man im Revier unterwegs ist und nur eine Schrotflinte führt, aber in eine Situation gerät, in der man einen Kugelschuss tun muss. Das kann z.B. der Fall sein, wenn man auf dem Entenanstand war und auf dem Rückweg zum Auto einer Rotte Sauen begegnet. Sauen sind Schalenwild - das ist der Ausdruck der Jägersprache für Huftiere - und auf Schalenwild darf man nur mit der Kugel schießen, nicht mit Schrot. Normalerweise müsste man diese Gelegenheit also vorbeigehen lassen.

  Für solche Fälle hat ein kluger Jäger jedoch - sofern er in einem Revier jagt, wo so etwas passieren kann - immer einige Patronen mit Flintenlaufgeschossen in der Tasche und kann so einen behelfsmäßigen Kugelschuss abgeben. Flintenlaufgeschosse sind im Grunde nichts weiter als zylindrische Bleistücke, die durch den Lauf der zugehörigen Flinte passen. Da ein Flintenlauf keine Züg aufweist, kann das Flintenlaufgeschoss - kurz auch als FLG bezeichnet - nicht in Rotation versetzt und dadurch stabilisiert werden. Aus diesem Grunde ist am Heck des Geschosses ein Filzpropfen angebracht, der dafür sorgt, dass das FLG wie ein Wurfpfeil immer mit dem schwereren, dem bleiernen Teil voran fliegt und so einigermaßen stabilisert wird.

 Ein Flintenlaufgeschoss ist immer nur ein Notbehelf und kann lediglich auf kurze Entfernungen eingesetzt werden. Trotzdem waren und si nd manche Jäger darauf angewiesen: In der DDR etwa war es für den Normalbürger äußerst schwierig, die Erlaubnis zum Erwerb einer Büchse zu erhalten. Da man aber doch auch Schalenwild jagen wollte und musste, wich man auf das FLG aus. In den USA ist auch heute noch stellenweise der Besitz von Büchsen verboten. Auch dort müssen die Jäger auf Flintenlaufgeschosse ausweichen; es werden zu diesem Zweck sogar Flinten hergestellt, die speziell auf das Verschießen von Flintenlaufgeschossen ausgelegt sind.

Patrone mit Flintenlaufgeschoss

  Flintenlaufgeschosse sind eine nicht ganz ungefährliche Sache: Sie fliegen nicht so weit wie richtige Kugeln, aber wesentlich weiter als Schrot. Beim Schießen mit Schrot reicht es, wenn sich im jeweiligen Gefahrenbereich - je nach Schrotgröße einige Hundert Meter - nichts befindet, was durch den Schuss gefährdet würde. Beim Schießen mit dem FLG muss ein richtiger Kugelfang vorhanden sein, also eine massive Struktur, welche das Geschoss aufhält, wenn es das Ziel verfehlt oder komplett durchschlägt und weiterfliegt.

  Aus diesem Grunde muss man sich immer klar darüber sein, ob man Schrot oder ein Flintenlaufgeschoss geladen hat, man muss aufpassen, dass man die Patronen nicht verwechselt. Deswegen sind Patronen mit Flintenlaufgeschossen transparent, so dass man sieht, was sich daran befindet. Sie sind außerdem vorne offen, damit man die Spitze des Geschosses ertasten kann. Und auf gar keinen Fall darf man Schrotpatronen und solche mit Flintenlaufgeschossen in der gleichen Tasche tragen, denn dann ist beim schnellen Nachladen die Verwechselung vorprogrammiert!

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19. April 2009 7 19 /04 /April /2009 10:14

Nachdem ich im ersten Teil meiner Artikelreihe über Jagdwaffen einige grundsätzliche Dinge erläutert habe, geht es heute um die eine der beiden großen Familien von Jagdgewehren, die Büchsen. Büchsen sind Gewehre, die Kugeln verschießen. Man spricht immer noch oft von "Kugeln" obwohl moderne Büchsengeschosse keine tatsächlichen Kogeln mehr sind, sondern Zylinder mit einer Spitze.

Jagdwaffen I
Jagdwaffen III
Jagdwaffen IV
Jagdwaffen V

Büchsen

 Büchsen besitzen gezogene Läufe. Die Züge sind Nuten, welche mit einem besonderen Werkzeug in den Laufrohling geschnitten werden. Dass Geschoss ist etwas größer als der Laufdurchmesser, so dass es das Profil der Züge annehmen muss, wenn es auf seinem Weg zur Mündung von den heißen Pulvergasen durch den Lauf gepresst wird.

Eine großkalibrige, moderne Büchse auf Basis des Mauser Karabiner Modell 98

 Da die Züge einen Drall besitzen, also gewunden sind, wird das Geschoss dabei in Drehung versetzt. Diese Drehung bewirkt, dass es sich wie ein Kreisel verhält, der seine Lage im Raum beibehalten möchte. Dadurch wird das Geschoss stabilisiert und verhindert, dass es sich im Flug überschlägt, wozu ein längliches Geschoss neigte, würde man es nicht stabilisieren.

Verwirrend: Das Kaliber

 An einem Kugellauf lassen sich nun zwei Durchmesser messen: den der Züge und den der Felder. Als Felder bezeichnet man die Flächen zwischen den Zügen. Das Geschoss wiederum hat noch einen andern Durchmesser, dieser liegt zwischen dem der Züge und dem der Felder; es kann also nicht von alleine durch den Lauf rutschen, sondern muss mit Gewalt hindurch gepresst werden. Das wiederum besorgen die heißen Pulvergase beim Schuss. Das ganze ist so ausgelegt, dass das überschüssige Material des Geschosses sich in die Züge presst und diese genau ausfüllt. Wäre dies nicht so, würden die Pulvergase am Geschoss vorbeizischen anstatt dieses durch den Lauf zu treiben.

 Um nun die Verwirrung komplett zu machen, ist der angegebene Durchmesser für einen bestimmten Kugellauf, das sogenannte Kaliber, noch einmal ein ganz anderes Maß. Das Kaliber kann man weder am Lauf, noch am Geschoss messen. Es liegt wie der Durchmesser des Geschosses zwischen dem Zug- und dem Felddurchmesser und entspricht etwa dem Mittelwert aus beiden. Welcher Zug-, Feld- und Geschossdurchmesser zu einem bestimmten Kaliber gehört, kann man aus Tabellen entnehmen.

Kaliberbezeichnungen

 Es gibt zwei verschiedene Arten das Kaliber anzugeben: In Millimeter und in Hundertstel Zoll. Welche der beiden angewendet wird, hängt davon ab, wo die jeweilige Patrone entstanden ist. In beiden Fällen besteht die Bezeichnung einer Patrone nicht nur aus dem Kaliber sondern enthält noch einen Zusatz, der dem Fachmann mehr über die Patrone sagt.

 
Kugelpatronen im Kaliber 8x57 JS

 

 Bei der deutschen Bezeichnungsweise werden dem Kalibermaß die Hülsenlänge und gegebenenfalls noch einer oder mehrere Buchstaben oder ein Wort hinzugefügt:


z.B. "8x57 JS". "8" ist das Nennkaliber in Millimeter, "57" die Länge der Hülse, ebenfalls in Millimeter. Das "J" - eigentlich ist es ein "I" und so wird es auch gesprochen: "8 mal 57 I-Es" - steht für "Infanteriepatrone" und das "S" besagt, dass es sich um die Spezialausführung der Patrone handelt. Diese S-Ausführung hat ein um 13 Hundertstel Millimeter stärkeres Geschoss als die 8x57 J.

 Dummerweise sind diese Patronen ansonsten in allen Abmessungen identisch und eine 8x57 JS lässt sich ohne weiteres in eine Waffe für 8x57 J laden, was gefährliche Folgen haben kann: Das dickere Geschoss geht natürlich schwere durch den Lauf, wodurch der Gasdruck beim Schuss so ansteigt, dass der Lauf platzen kann. Aus diesem Grunde haben die Patronen für das 8er S-Kaliber zur Unterscheidung ein schwarzes Zündhütchen.

 Das Kaliber 8x57 I stirbt zum Glück aus, es werden schon länger keine Waffen mehr dafür gebaut und auch bei den Patronen gibt es nur noch wenig Auswahl. Im waffenkundlichen Teil der Jägerprüfung ist dieser Sachverhalt jedoch ein beliebtes Thema.

Patronen mit Rand

 In deutschen Kaliberbezeichnungen kommt oft noch ein "R" vor, z.B. "7,62x54 R". Dieses "R" besagt, dass es sich um eine Patrone mit Rand handelt. Der Rand erleichtert das Ausziehen der Patrone aus dem Lauf nach dem Schuss.

 Sehr oft, aber nicht immer - die 7,62x54 R z.B. ist die Patrone für den russischen Mosin-Nagant-Karabiner - werden Patronen mit Rand in Kipplaufwaffen verwendet. Kipplaufwaffen sind Waffen, die um ein Gelenk in der Mitte aufgeklappt werden können, damit man sie laden und entladen kann, der Lauf kippt dabei nach vorne unten ab.
Flinten werden gerne als Kipplaufwaffen ausgeführt, kombinierte Waffen, also solche, die sowohl Schrot als auch Kugelläufe besitzen, sind eigentlich immer Kipplaufwaffen. Es gibt aber auch Kipplaufbüchsen, z.B. Doppelbüchsen, die es erlauben zwei Kugelschüsse sehr schnell nacheinander abzugeben.

Kugelpatronen mit (links, 7,62x54 R) und ohne Rand(rechts, 8x57 JS)

"Angelsächsische" Kaliber

 Im englischen Sprachraum werden die Kaliber in Zoll angegeben, z.B. ".30". Der Punkt vor der Zahl ist ein Dezimalpunkt, der unserem Komma entspricht, die führende Null kann man in der englischen Schreibweise fortlassen. ".30" bedeutet daher 0,30 Zoll, also 30 Hundertstel Zoll. Dazu kommt dann ein Zusatz, der meist auf das Jahr der Einführung und den Namen der Firma hinweist, die das Kaliber auf den Markt gebracht hat. ".30-06 Springfield", ein beliebtes Kaliber für die Jagd, etwa bezeichnet eine Patrone mit einem Nennkaliber von 30/100 Zoll, welche von der Firma Springfield 1906 eingeführt wurde.

Patrone, Kaliber oder was?

 Zu allem Überfluss ist der Ausdruck "Kaliber" auch noch doppeldeutig: Man kann damit sowohl den Nenndurchmesser von Lauf und Kugel meinen, als auch eine "Patronengattung" wie .30-06 Springfield, die sich von anderen .30ern durch ihre Hülse unterscheidet. Man könnte nun eine solche Kombinationen aus Nennkaliber und Patronenhülse als "Patrone" bezeichnen, aber das geht nicht, denn für jagdliche Zwecke gibt es im gleichen Kaliber - z.B. 30-06 Springfield - unterschiedliche Patronen, die man zwar alles aus der gleichen Waffe verschießen kann, die sich aber in der Wirkung unterscheiden. Unterschiedliche Patronen in ein und demselben Kaliber weisen eventuell unterschiedliche Pulverladungen, vor allem jedoch unterschiedliche Geschossgewichte und Geschossbauarten auf.

Einige unterschiedliche Patronen für Flinten und Büchsen - stehend, v.l.n.r: Schrotpatrone Kaliber 16, Flintenlaufgeschoss-Patrone Kaliber 12, 7x57 R mit Torpedo-Idealgeschoss, .22 Hornet, unten links: 7,62x54 R, unten Mitte: .22l.f.B, unten rechts8x57 JS

Patrone und Waffe

 Wo drei Jäger beieinander sitzen, gibt es meist mindestens vier verschiedene Meinungen über das "beste Kaliber" und die "beste Patrone". Das liegt vor allem daran, dass Waffen in der Regel bestimmte Patronen gut und andere weniger gut "verdauen". Es kann sogar sein, dass man eine bestimmten Waffe mit der einen Patrone "Loch in Loch" schießt, man mit einer anderen Patrone aus der selben Waffe aber kein Scheunentor triff. Was nun aber nicht heißen muss, dass diese andere Patrone per se schlecht wäre, denn es ist durchaus möglich, dass sie aus einer anderen Waffe verschossen wiederum einwandfreie Ergebnisse erzielt.

 Ein wichtiger Grund hierfür liegt darin, das ein Lauf bei der Schussabgabe schwingt. Wie er schwingt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, unter anderem von der Patrone. Wo der Schuss nun sitzt, wird dadurch bestimmt, wo die Mündung in dem Moment hinzeigt, in dem das Geschoss den Lauf verlässt. Schwingt der Lauf nun mit einer Patrone etwas anders als mit einer anderen, kann die Treffpunktlage zwischen zwei Patronen erheblich variieren. Die Laufschwingungen werden außer von Patronenfaktoren wie Pulverladung und Geschossgewicht auch davon beeinflusst, wie der Lauf beschaffen ist und nicht zuletzt davon, wie genau die Patrone in das Patronenlager passt.

 Das Patronenlager ist eine Aufweitung am hinteren Ende des Laufes, welche so geformt ist, dass die zur Waffe gehörige Patrone genau hineinpasst. Die Feinheiten bei Lauf und Patronenlager können durch Abnutzung und durch Fertigungstoleranzen sogar bei baugleichen Waffen unterschiedlich sein, so dass aus der einen Waffe mit der Patrone X die besten Ergebnisse erzielt werden, aus der anderen mit der Patrone Y.

Zulässige Jagdpatronen

 Man darf nun nicht mit jeder Munition auf jedes Wild schießen. Die Waidgerechtigkeit und das Jagdgesetz verlangen, dass beschossenes Wild schnell verenden und möglichst wenig leiden soll. Deshalb schreibt unser Jagdgesetz vor, dass man auf Schalenwild nur mit der Kugel schießen darf, und zwar muss man ein Kaliber von mindestens 6,5mm verwenden und die kinetische Energie des Geschosses muss nach 100 m Flug noch mindestens 2000 J betragen. Das sind sogenannte hochwildtaugliche Patronen. Nur auf Rehwild gibt es eien Ausnahme, hier gibt es kein Mindestkaliber, aber es wird eine E 100 von 1000 J verlangt, genauso wie auf Seehunde. Solche Patronen bezeichnet man als rehwildtauglich.

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11. April 2009 6 11 /04 /April /2009 12:17

Um des Wildes habhaft zu werden, setzt der Jäger heutzutage in der Regel eine Schusswaffe ein, ein sogenanntes Jagdgewehr. Man kann zwar auch ohne weiteres mit einem Bogen oder einer Armbrust ein Stück Wild erlegen, doch ist dies in Deutschland verboten. 

Jagdwaffen II
Jagdwaffen III
Jagdwaffen IV
Jagdwaffen V

Einige verschiedene Arten von Jagdgewehren: Der Drilling (ganz unten) mit Einstecklauf, sagt man, ersetzt einen ganzen Waffenschrank, nämlich die drei darüber abgebildeten Waffen (von oben nach unten) großkalibrige Büchse, Flinte und Kleinkaliberbüchse

Arten von Läufen

 Gewehre heißen in der Fachsprache des Waffenrechts "Langwaffen". Es gibt zwei Arten von Jagdgewehren, Büchsen und Flinten. Eine Büchse verschießt Einzelgeschosse, die man auch heute noch als "Kugeln" bezeichnet, obwohl moderne Geschosse nicht mehr kugelrund sind, sondern in aller Regel einen Zylinder mit Spitze darstellen. Eine Flinte hingegen verschießt Schrot, das heißt eine Anzahl von kleinen Bleikugeln, die im Durchmesser sehr viel geringer sind als der Lauf aus dem sie verschossen werden.

 Früher gab es nur eine Art Läufe: Aus Musketen konnte man sowohl Schrot als auch die damals noch üblichen Rundkugeln verschießen. Wenn in jenen Tagen Jäger und Wilderer aufeinander schossen, stopften sie ihre Gewehre oft mit beidem gleichzeitig.

 Heutzutage kann man Waffen nicht nur nach der grundlegenden Einteilung in Flinten und Büchsen unterscheiden, sondern außerdem nach einer Vielzahl von weiteren technischen Merkmalen. Eine Waffe ist auch eine sehr persönliche Sache, denn sie hat eine sehr lange Lebensdauer und begleitet ihren Besitzer oft ein Leben lang.

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Jagdwaffen sind nicht nur sehr oft mit individuellen Verzierungen und/oder technischen Besonderheiten ausgerüstet, sondern eigentlich auch immer mit Erinnerungen, vor allem an Jagderlebnisse, verbunden.

Verschlussbauarten

 Außer in Flinten und Büchsen teilt man Langwaffen auch nach der Bauart Ihres Verschlusses ein. Damit man mit einem Hinterlader schießen kann, muss eine Patrone im Patronenlager sein. Das Patronenlager ist der hintere Teil des Laufes, der so aufgeweitet ist, dass dort eine Patrone eingeführt werden kann. Es entspricht der Form der Patrone, für welche die Waffe eingerichtet ist.

 
Patrone im Patronenlager: Der Stoßboden bildet als wichtigster Teil des Verschlusses den Abschluss des Patronenlagers nach hinten

 Wenn die Waffe schussbereit ist, liegt am Patronenboden der sogenannte Stoßboden an, der Teil des Verschlusses, die Kraft aufnimmt, welche beim Schuss nach hinten wirkt und so verhindert, dass die Patronenhülse aus dem Patronenlager fliegt. Weil sie nicht nach hinten ausweichen kann, bläht der Gasdruck die Patronenhülse auf und drückt ihre Wand fest gegen die Innenseite des Patronenlagers, was als Liderung bezeichnet wird.

Dadurch wird der Lauf nach hinten abgedichtet, so dass die Verbrennungsgase bei der Schussentwicklung nicht nach hinten entweichen können, sondern das Geschoss nach vorne durch den Lauf treiben. Patronenhülse,

Patronenlagerwandung und Stoßboden müssen eine gasdichte Einheit bilden.  Der Verschluss ist nun die Vorrichtung, die es ermöglicht, den Stoßboden von der Rückseite des Patronenlagers zu entfernen um eine abgschossene Hülse zu entnehmen und eine neue Patrone einzuführen. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Konstruktionen, die dies bewerkstelligen.

 

Kipplaufwaffe (Miroku Bockdoppelflinte): Die Waffe wird geöffnet, indem der Lauf nach vorne gekippt wird

Verriegelte und unverriegelte Verschlüsse

 Grundsätzlich unterscheidet man verriegelte und unverriegelte Verschlüsse; bei der ersten Gruppe wird der Verschluss durch eine formschlüssige Verbindung am Aufgehen gehindert, bei der zweiten wird er lediglich währende der Schussentwicklung durch eine Gegenkraft gehalten.

Kipplaufverschluss

  Im Bezug auf Jagdwaffen sind unter den verriegelten Verschlüssen vor allem der Kipplaufverschluss und der Drehverschluss von Bedeutung; Blockverschluss und Stützklappenverschluss spielen auch eine Rolle, kommen aber weniger oft vor. Verriegelte Verschlüsse sind für große Verschlusskräfte geeignet aber mechanisch aufwendiger als unverriegelte. Diese findet man im Bereich der Jagd vor allem in Form von Masseverschlüssen an Selbstladepistolen und kleinkalibrigen Selbstladebüchsen. Beim Masseverschluss hält die Massenträgheit des Verschlussstückes dieses während der Schussentwicklung in der geschlossenen Stellung. Auf diese Weise lassen sich einfache Selbstladewaffen bauen, sofern entsprechend der Art der Waffe keine großen Kräfte beim Schuss auftreten.
Greener-Verschluss an einem Drilling von Sauer&Sohn

  Entstehen bei der Schussabgabe jedoch größere Kräfte, so wie das bei großkalibrigen Langwaffen der Fall ist, benötigt der Verschluss eine Verriegelung. Einzellader können in Kipplaufbauweise ausgeführt werden. Hierbei ist in der Mitte der Waffe ein Gelenk angebracht, um welches der Lauf abgekippt wird, damit sich der Stoßboden vom Patronenlager entfernt. Bei Waffen dieser Bauart ist das sogenannte System, die Mechanik der Waffe, in einem metallenen Mittelstück untergebracht, welches sachgemäß als Basküle bezeichnet wird.

 Vorne an der Basküle befindet sich das Gelenk um welches der Lauf beim Aufkippen schwenkt. Es besteht aus einem Bolzen, der in der Basküle sitzt und aus einem Haken, der am Lauf angebracht ist. An ihrem hinteren Ende ist der Hinterschaft angebracht, das ist dasjenige Teil, welches landläufig auch als "Kolben" bezeichnet wird. Unter dem Lauf sitzt der Vorderschaft, welcher dafür sorgt, dass die Waffe gut in der Hand liegt und man sich diese nicht verbrennt wenn der Lauf heiß ist.

  Der Kipplaufverschluss kommt in ein paar verschiedenen Spielarten vor, welche sich in der Art der Verriegelung unterscheiden. Für Flinten genügt die einfache Laufhakenverriegelung; aufwendiger ist der Greener-Verschluss, bei dem am hinteren Ende des Laufes eine Lasche mit einer Bohrung angebracht ist, die in eine passende Ausnehmung des Stoßbodens fährt wenn der Verschluss geschlossen wird. Dort wird sie durch einen Riegel fixiert, der in die Bohrung eingreift.

Greener- und Kersten-Verschluss

 Den Greener-Verschluss findet man sehr oft bei Drillingen, wo die Lasche zwischen den beiden Schrotläufen angebracht ist. Noch größeren und asymmetrischen Belastungen, wie sie z.B. bei Doppelbüchsen auftreten, hält der Doppelgreener- oder Kersten-Verschluss stand. Er funktioniert im Prinzip genauso wie ein Greener-Verschluss; der Unterschied besteht darin, dass statt nur einer Lasche deren zwei vorhanden sind, welche links und rechts am Lauf angebracht sind. Bedient werden alle diese Varianten heutzutage in aller Regel über einen Verschlusshebel, der auf dem Baskühlenschwanz, also auf der Oberseite des Kolbenhalses sitzt und mit dem Daumen der rechten Hand bewegt wird.

 

Ejektoren einer Miroku-Bockdoppelflinte: Der obere Lauf wurde abgeschossen, hier ist der Ejektor ganz hervorgeschnappt um die leere Hülse auszuwerfen. Anders beim unteren - da hier die Patrone nicht abgefeuert wurde, hat der Ejektor nur als Patronenauszieher gewirkt und die Patrone angehoben, so dass man sie mit der Hand entnehmen kann

Patronenauswurf

 Bei Kipplaufverschlüssen werden die abgeschossenen Patronenhülsen entfernt, indem ein Teil des Patronenlagerrandes als Patronenauszieher wirkt: Ein Segment hiervon fährt beim beim Abkippen des Laufes heraus und hebt die Patronenhülse an, so das man sie entnehmen kann. Aus diesem Grunde haben Patronen für Kipplaufwaffen meist einen Rand, unter den der Patronenauszieher greift. Eine komfortable Form des Patronenausziehers ist der Ejektor, denn man vor allem bei Flinten findet. Solange der betreffende Lauf nicht abgeschossen ist, arbeitet der Ejektor wie ein ganz gewöhnlicher Patronenauszieher und hebt die Patrone lediglich an, damit man sie entnehmen kann. Wurde der Lauf jedoch abgeschossen, springt er durch Federdruck schneller und weiter auf, so dass die leere Hülse nicht nur angehoben, sondern mit Schwung ausgeworfen wird.

 Waffen mit Kipplaufverschluss sind immer Einzellader: Mann muss jede Patrone einzeln von Hand in das Patronenlager einführen. Mehrschüssige Kipplaufwaffen haben daher mehrere Läufe, meist zwei wenn es sich um gleichartige Läufe handelt, bei unterschiedlichen Läufen sind auch drei (Drilling) oder sogar vier (Vierling) zu einem sogenannten Laufbündel zusammengefasst.

Drehverschlüsse

 Die verschiedenen Varianten des Drehverschlusses stellen die zweite sehr verbreitete Art von Verschlussbauarten bei Jagdgewehren dar. Während beim Öffnen eines Kipplaufverschlusses der Stoßboden stehenbleibt und der Lauf mit dem Patronenlager bewegt wird, ist bei einem Drehverschluss der Lauf fest mit dem Rest des Systems verbunden, in der Regel ist er in die Systemhülse eingeschraubt. Der Stoßboden ist Teil der sogenannten Kammer, die in einer Führung nach hinten bewegt werden kann um den Verschluss zu öffnen. Man kann einen solchen Verschluss auch als Kammerverschluss bezeichnen. Der Jäger, zumindest der alpenländische, hat bekanntlich mit drei Kammern zu tun: Die Kammer des Wildes, dass ist die Brusthöhle, die er möglichst treffen soll, die Kammer seines Gewehres und last not least die Kammer, in die er beim Fensterln steigt.

 Arbeitsweise des legendären 98er Systems: I) Kammer geschlossen und verriegelt II) Kammer entriegelt III) Kammer zieht abgeschossene Hülse aus dem Patronenlager IV) Abgeschossene Hülse ausgeworfen, Stoßboden hinter oberster Patrone im Magazin V) Stoßboden schiebt Patrone ins Patronenlager

 Verriegelt wird der Drehverschluss, wie sein Name bereits nahelegt, durch Drehen. Dazu besitzt die Kammer sogenannte Verriegelungswarzen, die in entsprechende Nuten der Systemhülse eingreifen wenn die Kammer nach vorne geschoben ist und zum Verriegeln mit Hilfe des Kammerstengels gedreht wird. Die Nuten sind spiralförmig ausgeführt, so dass die Kammer durch das Drehen nicht nur verriegelt, sondern auch nach Art einer Schraube festgezogen wird und der Stoßboden fest am hinteren Ende des Laufes anliegt.

 Bei dieser Art von Verschluss - wie bei allen, bei denen der Stoßboden nach hinten vom Patronenlager wegbewegt wird - kann die Waffe als Einzel- oder Mehrlader ausgeführt werden. Beim ersten wird bei geöffnetem Verschluss jeweils eine Patrone von oben eingelegt und beim Schließen des Verschlusses in das Patronenlager geschoben. Im zweiten Falle wird die neue Patrone von unten durch Federdruck aus dem Magazin zugeführt.

 Beim Zurückziehen der Kammer wird die leere Patronenhülse bzw. die nicht abgeschossene Patrone von einem Haken am Stoßboden, dem Patronenauszieher, aus dem Patronenlager gezogen und von einem Auswerfer seitlich ausgeworfen. Den ganzen Vorgang - das Herausziehen sowie Auswerfen der leeren Hülse und das Zuführen einer neuen Patrone aus dem Magazin ins Patronenlager - bezeichnet man als Repetieren. Gewehre die auf diese Art arbeiten heißen daher Repetiergewehre oder kurz Repetierer.

Oft kopiert - nie erreicht: Der gute, alte 98er

 Der wohl bekannteste Vertreter der Drehverschlüsse ist der Verschluss des Gewehr/Karabiner 98 von Mauser, in Fachkreisen kurz als "der 98er", "Mauser-System" oder "98er-System" bezeichnet. Millionen Schützen und Jäger in aller Welt schwören auf diese Mechanik, die bereits 1898 eingeführt und dann in riesigen Stückzahlen hergestellt wurde. Die heute verwendeten 98er-Systeme sind in der Regel bereits Jahrzehnte alt und stammen aus Militärwaffen.

 Auch heute noch kann man 98er aus alten Beständen im Originalzustand oder zu Jagdwaffen umgebaut kaufen. Neue Mausersysteme herzustellen wäre, wie es heißt, sehr teuer, da sie aufwendig zu fertigen sind. Zum Glück gibt es - derzeit noch - genug alte Exemplare, so dass man für relativ wenig Geld ein erstklassiges und zuverlässiges Original-Militärgewehr oder auch eine verlässliche Jagdwaffe als treue Begleiterin für ein ganzes Jägerleben erhalten kann. Man erhält auch noch neuwertige Gewehre mit 98er System, die zwar schon vor Jahrzehnten hergestellt aber nie ausgeben wurden.

 Bei Umbauten zu Jagdwaffen sind der Schaft und die anderen bei der Umrüstung auszutauschenden Teile und oft auch der Lauf neu. Da die 98er ursprünglich zwar in riesigen aber eben doch nicht unbegrenzten Stückzahlen vorhanden waren, werden sie irgendwann ausgehen. Wohl dem, der sich bis dahin einen oder mehrere gesichert hat.

Blockverschlüsse 

 Eine gewisse Bedeutung bei Jagdwaffen haben noch die Blockverschlüsse, die bei großkalibrigen Büchsen, Unterhebel- und Vorderschaftrepetierern vorkommen. Hier sitzt ein massiver Stahlblock hinter dem Lauf, dessen dem Patronenlager zugekehrte Seite den Stoßboden bildet. Beim Unterhebelrepetierer (landl. als "Winchester" bezeichnet) handelt es sich dabei zum Beispiel um einen Fallblockverschluss. Der Fallblock wird durch die Repetierbewegung mit dem Unterhebel nach unten weggezogen, so dass zum einen die abgeschossene Hülse nach der Seite ausgeworfen und dann eine neue Patrone aus dem Röhrenmagazin zugeführt werden kann, welches unter dem Lauf liegt.

Der Schlagbolzen

 Im Prinzip sind fast alle Verschlüsse recht einfach aufgebaut. Die Umsetzungen der theoretisch einfachen Funktionsweisen in praktische Lösungen Waffentechnik verkomplizieren sich jedoch dadurch, dass der Verschluss neben seiner eigentlichen Aufgabe, das Patronenlager beim Schuss zu verschließen und beim Laden und Entladen freizugeben, noch den Patronenauszieher oder -werfer und den Schlagbolzen aufnehmen muss.

 Der Schlagbolzen sorgt dafür, dass die Pulverladung, die der Patronenhülse für den Vortrieb des Geschosses zu sorgen hat angezündet wird. Dazu sticht er in das Zündhütchen, welches eine druck- und schlagempfindliche Masse enthält, die sich entzündet, wenn der Schlagbolzen hineinfahrt. Da sich das Zündhütchen bei modernen Patronen im Zentrum des Patronenbodens befindet, muss der Schlagbolzen beim Abdrücken aus dem Stoßboden herausgeschnellt kommen.

 

Die Bedienelemente eines klassischen Drillings (Sauer&Sohn)

 

 Seine Bewegung erhält er durch die Schlagbolzenfeder, welche zuvor gespannt werden muss damit man schießen kann. Dieses Spannen geschieht traditionell beim Öffnen oder - seltener - beim Schließen des Verschlusses. Dies ist jedoch eine gewisse Gefahrenquelle, da sich eine solche Waffe wenn sie geladen und geschlossen ist in schussbereitem Zustand befindet.

(Un-)Sicherungen

Es gibt zwar an jeder Waffe eine Sicherung oder gar deren mehrere, die verhindern sollen, dass eine gespannte Waffe durch versehentliche Berührung des Abzugszüngels oder gar durch Stoß oder Schlag - etwa beim Umfallen - schießt. Kein vernünftiger Mensch traut jedoch einer Sicherung über den Weg. Wer seinen Abenteuerurlaub bei Y-Reisen verlebt hat, weiß nur zu gut: Die berühmt-berüchtigte UZi, die Maschinenpistole der Bundeswehr, besitzt gleich drei Sicherung und schießt trotzdem jedesmal, wenn man sie scharf anschaut.

 Die beste Sicherung ist das Öffnen der Waffe. Wenn man nicht unmittelbar schussbereit sein muss, trägt man die Waffe offen. Auch jedesmal, wenn man eine Waffe in die Hand nimmt, öffnet man sie als allererstes, um zu schauen ob "jemand zuhause ist" - also womöglich eine Patrone im Patronenlager steckt.

Handspanner

 Eine andere gute Lösung besteht darin, die Waffe so zu konstruieren, dass sie nicht schon mit der Verschlussbetätigung gespannt wird, sondern mit einem besonderen Bedienungselement erst unmittelbar vor der Schussabgabe. Solche Waffen heißen "Handspanner", bei ihnen wird die Schlagbolzenfeder in der Regel mit einem Spannschieber auf der Oberseite des Kolbenhalses gespannt, den man kurz vor dem Schuss mit dem Daumen nach vorne schiebt - und wieder zurück um die Waffe wieder zu entspannen, wenn man doch nicht geschossen hat, weil etwa das Wild abgesprungen ist bevor man zu Schusse kam. Da eine solche Konstruktion so beschaffen sein muss, dass der Schlagbolzen im entspannten Zustand das Zündhütchen nicht erreichen kann, ist sie aufwendig und verteuert die Waffe.

Im Gegensatz zu einem Handspanner darf man jedoch eine geladene Waffe mit herkömmlicher Spannung  auf gar keinen Fall wieder entspannen! Wenn die Waffe nicht gar bereits beim Entspannen losgeht, ruht nämlich der Schlagbolzen auf dem Zündhütchen und kann den Schuss beim kleinsten Stoß oder Schlag auslösen! Entspannt wird eine Waffe nur wenn sie entladen ist, und auch nicht um der Sicherheit willen, sondern um die Schlagbolzenfeder zu schonen.

 Auch einen Handspanner sollte man um der Sicherheit willen öffnen, wenn man gerade nicht unmittelbar schussbereit sein muss oder gar in unwegsamen Gelände herumstolpert. Ansonsten ist ein Sicherung um so sicherer - oder besser gesagt: weniger unsicher - je näher sie am Schlagbolzen sitzt. Die beste Sicherung ist also die Schlagbolzensicherung, die den Schlagbolzen daran hindert, abzuschlagen, die unsicherste die reine Abzugssicherung, die lediglich das Abzugszüngel sperrt.

Schloss und Abzug

 Der Mechanismus, der dafür sorgt, dass der Schlagbolzen freigegeben wird sobald man das Abzugszüngel betätigt, wird als Schloss (Mehrzahl: Schlosse) bezeichnet. Der Name kommt wohl daher, dass diese Mechanik oft ähnlich wie ein Türschloss aussieht und wie dieses etwas sperren und freigeben kann. Schlosse im engeren Sinne sind vor allem bei Kipplaufwaffen vorhanden und sitzen dann in komplett in der Basküle. Bei Waffen mit Kammerverschluss etwa sind die Elemente des Schlosses hingegen auf den Systemkasten und die Kammer verteilt.

 Das, was man landläufig den "Abzug" einer Waffe nennt, ist das Abzugszüngel, oft auch kurz nur als Züngel bezeichnet. Wenn man das Züngel mit dem Finger nach hinten bewegt, wir über die Mechanik des Schlosses die Schlagbolzenraste bewegt, so das der Schlagbolzen freigegeben wird und der Schuss bricht.

 Ein wichtiger Parameter eines Abzugs ist das sogenannte Abzugsgewicht, das ist die Kraft, die erforderlich ist, das Züngel soweit zu bewegen, dass der Schuss bricht. Ein zu hohes Abzugsgewicht bewirkt leicht, dass man beim Abdrücken ruckt und den Schuss verreißt. Ein zu niedriges 
Abzugsgewicht ist ein Sicherheitsrisiko, denn in diesem Falle kein sich leicht ein Schuss unbeabsichtigt lösen.

Eine Jagdwaffe aus einem Karabiner: Sowjetischer Karabiner Mosin Nagant Modell 1944 umgebaut zu einer Drückjagdbüchse, darunter das Original

Stecher

 Bei Jagdwaffen kann man das Abzugsgewicht oft mit Hilfe eines Stechers verringern und so die Gefahr des Verreißens vermindern. Durch das Stechen - man sagt auch Einstechen - der Waffe wird der das Abzugszüngel durch Federkraft vorgespannt und springt bei der kleinsten Berührung nach hinten wodurch der Schuss bricht. Gestochen wird eine Waffe erst kurz vor dem Schuss; schießt man dann doch nicht, muss sie sofort wieder entstochen werden.

 Es gibt im wesentlichen zwei Stecherarten: Beim Deutschen Stecher ist ein zweites Züngel zum Einstechen hinter dem Abzugszüngel vorhanden, beim Französischen Stecher wird das Abzugszüngel nach vorne gedrückt, wenn man einstechen will. Abzüge mit Stecher lassen sich übrigens im nicht eingestochenen Zustand wie solche ohne Stecher bedienen.

Abzugscharakteristik

Allerdings entscheidet nicht allein das Abzugsgewicht über die Bedienbarkeit eines Abzuges. Wichtig ist auch die Abzugscharakteristik, die Art und Weise mit der sich der Abzugswiderstand beim Durchziehen steigert. Es gibt Abzüge die vom Anfang Ihres Weges dem Finger einen gewissen Widerstand leisten, der sich mehr und mehr steigert und es gibt Abzüge, die sich zunächst sehr leicht bewegen lassen, dann aber einen deutlichen Druckpunkt aufweisen. Was besser ist, kann man nicht sagen: Die einen kommen mit diesen, andere wieder mit jenen Abzügen besser zurech

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28. März 2009 6 28 /03 /März /2009 09:34

 Eine nicht nur bei radikalen Jagdgegnern, sondern auch bei Kritikern aus der Öko-Jagsszene sehr beliebte Behauptung ist die, dass "konventionelle" Jäger grundsätzlich Nazis seien. Als Begründung  dafür wird angegeben, dass das Bundesjagdgesetz ein Nazi-Gesetz sei, da es im  wesentlichen dem 1934 eingeführten Reichsjagdgesetz entspricht, dass von Hermann Göring, dem damaligen Reichsjägermeister, Ministerpräsident von Preußen und Minister für alles mögliche erlassen worden sei.

  Diese Behauptung ist - wie übrigens vieles, was in der radikalen Tierrechtlerszene so verzapft wird - ein ganz typisches Beispiel für eine Halbwahrheit. Und halbe Wahrheiten sind ja bekanntlich - ganze Lügen.

 

Jagdgegner - hier auf einer nicht gar so toll frequentierten Demonstration in Berlin - unterstellen Jägern gerne Nazis zu sein (Bildquelle: Wikimedia Commons)

Das Jagdgesetz - ein Nazigesetz?

 Was aber ist nun tatsächlich dran an der Geschichte vom Reichsjägemeister Hermann Göring, seinem Reichsjagdgesetz und den heutigen Jägern, die angeblich immer noch seine treuen Adepten sein sollen? Um die Entstehung des Reichsjagdgesetz und die Rolle der Jagd in der Nazizeit zu verstehen, muss man ein wenig weiter ausholen und die Geschichte der Jagd sowie die des Deutschen Reiches und den Lebenslauf Hermann Görings bemühen.

 Das Reichsjagdgesetz von 1934 hat übrigens einen direkten Vorläufer in einer Preußischen Verordnung über die Jagd, die bereits wichtige Aspekte des Reichsjagdgesetzes vowegnahm und tatsächlich von einem jagenden preußischen Ministerpräsidenten erlassen wurde. Nur hieß der zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verordnung noch nicht Hermann Göring, sondern Otto Braun. Otto Braun war der letzte preußische Ministerpräsident vor der Machtübernahme der Nazis. Er war auch Jäger und, tja, es tut mir fast leid das sagen zu müssen: Sozialdemokrat. Aber er hatte sich diese Preußische Jagdverordnung auch nicht selbst ausgedacht, denn die Geschichte dieser Jagdverordnung und des Reichsjagdegesetzes ist wesentlich älter.

Die Jagd in der Weimarer Zeit

  Der Gedanke eines einheitlichen Jagdgesetzes für das Deutsche Reich geht zurück bis zur Gründung des Kaiserreiches 1871. Da ab diesem Zeitpunkt weitgehend Schluss war mit der Kleinstaaterei sahen die Jäger die Zeit reif für eine solche rechtliche Grundlage auf welche die deutsche Jagd gestellt werden sollte. Tatsächlich dauerte es aber noch eine ganze Weile bis dieses Reichsjagdgesetz Wirklichkeit werden sollte und besonders in der Weimarer Zeit waren die Ausichten dafür nichts weniger als rosig.

ist diese Jagd im württembergischen Staatsforst etwa in Wirklichkeit eine Nazi-Versammlung?

  Das Problem bestand damals darin, dass es neben einer großen Anzahl regionaler Vereinigungen zwei konkurrierende Jagdverbände in Deutschland gab. Die waren so verfeindet, dass jedesmal, wenn von einem gegenüber Staat und Gesetzgeber ein Vorstoß in Richtung Reichsjagdgesetz unternommen wurde, der jeweils andere ihm sofort Knüppel zwischen die Beine warf, auch wenn er eigentlich die gleichen Ansichten vertrat - nur weil der Vorschlag nicht vom eigenen Verband kam, sondern von den anderen.

Erste Schritte in Richtung Jagdgesetz

 So traten die Bemühungen um ein Reichsjagdgesetz mehr oder weniger auf der Stelle, bis dann gegen Ende der Weimarer Zeit die beiden Verbände doch noch aufeinander zugingen und sich unter der Leitung von Ulrich Scherping, einem Forstmann, versöhnten. Nun konnten die Bemühungen gebündelt werden und der erste Teilerfolg war die bereits erwähnte Preußische Jagdverordnung.

  Dann brach die Weimarer Republik zusammen und die Nazis kamen an die Macht. Die Verbandsfunktionäre um Ulrich Scherping erwarteten, dass mit der neuen, starken Regierung wieder Ordnung in die Staatsgeschäfte einkehren und konstruktive politische Arbeit möglich werden würde. Sie hielten daher die Zeit für günstig um mit ihrem Anliegen an die Regierung heranzutreten. Gemeinsam überlegten sie, wer von den neuen Machthabern wohl am ehesten dafür zu interessieren und als Schirmherr für ein Reichsjagdgesetz zu gewinnen wäre.

Göring und Hitler

  Dabei fiel ihre Wahl auf Hermann Göring. Wer aber war denn eigentlich dieser Hermann Göring? Seinen Namen kennt eigentlich fast jeder, aber kaum einer weiß von ihm viel mehr, als dass er ein dicker Mensch war, der den Mund gerne recht voll nahm.

  Das war zur damaligen Zeit anders. Hermann Göring war als erfolgreicher Kampfflieger des Ersten Weltkrieges bekannt und eine beliebte Persönlichkeit. Hermann Göring war Naturliebhaber, Bergsteiger und jagte auch ein wenig, ohne sich aber bis dahin in der Jagdpolitik hervorgetan zu haben. Nach außen hin war er zwar ein ausgeprägter Nazi, passte aber eigentlich nicht so ganz zu der Masse dieser Leute, die einen eher kleinbürgerlichen Hintergrund hatten.

 Hermann Göring entstammte nämlich, naja sagen wir mal: der sogenannten besseren Gesellschaft und war in adeligen Kreisen aufgewachsen, obwohl er selbst nicht adelig war. Gerade dieser Unterschied war jedoch der Grund dafür, dass er ein sehr enger Freund Adolf Hitlers wurde und zusammen mit diesem ganz nach oben gespült wurde: Göring hatte nämlich die Verbindungen zu einflussreichen Leuten mit Geld und die nötigen Kenntnis der Umgangsformen für diese Kreise, die Hitler - der ja aus kleinen Verhältnissen stammte - nicht hatte, aber dringend benötigte. Göring war es übrigens auch, der Hitler die deutsche Staatsbürgerschaft verschaffte.

 

Adolf Hitler hatte Göring einiges zu verdanken. Ließ er im vielleicht deshalb auch Freiheiten, bei Dingen, die er nicht so gut fand, wie Görings Auffassung von einer Deutschen Jagd? (Bild: PD)

  Hitler wiederum war der geniale Demagoge, der die Massen in seinen Bann ziehen konnte. Er tat das nach einfachen, selbst erstellten rhetorischen und programmatischen Regeln - die er, wie auch das, was er vorhatte, übrigens in seinem Buch "Mein Kampf" genau erklärt hat. Auch seine Stimme kann dabei eine Rolle gespielt haben; manche Wissenschaftler glauben nämlich, dass das Frequenzspektrum von Hitlers Stimme und die Art wie er es einsetzte einen besonderen Einfluss auf seine Zuhörer hatte.

  Die höheren Offiziere aus der Kaiserzeit - darunter waren ja noch viele Adelige - waren zwar patriotisch eingestellt und folgten Hitler aufgrund seiner Erfolge für Deutschland, lehnten ihn und seine Ideologie aber im Grunde ab. Sie erhofften sich von Hitlers Wirken eher eine Art Restauration des Kaiserreiches.

 Die Vorbehalte unter den deutschen Offizieren der alten Schule gingen soweit, dass - wie man ja weiß - einige von ihnen 1944 versuchten, Hitler zu beseitigen. Göring hingegen, der ja von seiner Biographie und Stellung als Kriegsheld des ersten Weltkrieges her betrachtet eigentlich eher zu diesen Leuten gepasst hätte, band sich aber sehr früh schon so eng an Hitler, dass dieser ihn nach der Machtübernahme mit hohen Ämtern ausstattete und sogar zu seinem Nachfolger ernannte. Göring sicherte sich unter anderem die Macht über die preußische Polizei und führte die Konzentrationslager ein.

Der passende Schirmherr

 Was in Görings Kopf vorging kann man nur erahnen. Die Spekulation, dass es sein Traum war, Kaiser von Deutschland zu werden, ist nicht von der Hand zu weisen, aber eben eine Spekulation und als solche nicht wissenschaftlich. Fest steht jedoch, dass Göring gerne seine eigenen Süppchen kochte, die der offiziellen Linie von Partei und Führer nicht unbedingt entsprachen. Zum Beispiel betrieb er - obwohl er mit dem Auswärtigen Amt eigentlich wenig oder nichts zu tun hatte - eine eigene Außenpolitik, die erst von Joachim von Ribbentrop energisch unterbunden wurde als dieser den Posten des Außenministers erhielt.

 Man kann sich durchaus vorstellen, dass Göring im Gegensatz zu vielen anderen "Mein Kampf" gelesen (bzw. durch seine engen Verbindung zu Hitler wusste, was genau dieser plante) und erkannt hatte, dass das, was Hitler vorhatte, nicht funktionieren konnte. Seine außenpolitischen Bestrebungen in Osteuropa zielten auf den Aufbau einer Hegemonie, was natürlich Hitlers Vorstellungen zuwider lief, der eine Unterwerfung und Versklavung des Ostens anstrebte.

  Langer Rede kurzer Sinn: Göring war derjenige, der zwar einerseits als mächtiger Mann in der Nazi-Hierarchie politisch in der Lage war, ein reichseinheitliches Jagdgesetz durchzusetzen, sich andererseits aber aufgrund seiner Herkunft, Biographie und Persönlichkeit für das begeistern konnte, um was es Scherping und seinen Mitstreitern ging. Göring war zum einen - wie man ja an dem, wie er sich später jagdlich selbst darstellte, leicht ablesen kann - im Grunde mehr Feudalherr als Nazi, zum anderen am Naturschutzgedanken interessiert, wobei er jedoch nicht die jagdlichen und wildbiologischen Kenntnisse hatte, die er benötigt hätte, um ein Reichsjagdgesetz selbst zu entwerfen.

 Das, was sich Scherping und Konsorten unter einem Reichsjagdgesetz vorstellten, enthielt neben dem Hege- und Naturschutzgedanken nämlich auch tatsächlich noch gewisse feudale Aspekte, zumindest in Form des Gedankens, dass das Wild durch gezielte Hegemaßnahmen genetisch in Richtung Trophäenqualität beeinflusst und besonders geschützt werden sollte. Die Leute um Scherping sahen in Hermann Göring jemanden der ihr Anliegen verstehen konnte und beschlossen, ihn als Schirmherr für ihr Projekt eines Reichsjagdgesetzes zu gewinnen.

  Dabei muss man sich auch noch vor Augen halten, dass Hitler kein Freund der Jagd im Sinne der Leute um Scherping war und Göring das Reichsjagdgesetz mehr oder weniger gegen ihn und andere führende Nazis durchsetzen musste. Das, was Göring als Reichjägermeister veranstaltete wurde von Hitler sogar abgelehnt, da diese Art von Jagd kaum zum nationalsozialistischen Menschen- und Gesellschaftsbild passte.

Das Reichsjagdgesetz

  Was eher weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass es 1933 neben den Bemühungen der Leute um Scherping tatsächlich auch Bestrebungen gab, ein nationalsozialistisches Jagdgesetz zu schaffen, welches aber den Vorstellungen von Scherping und seinen Mitstreitern kaum entsprechen konnte. Eine nationalsozialistische Jagd hätte wesentlich anders ausgesehen, als das, was den alten Jägern vorschwebte.

Hermann Göring hatte nicht nur im Nazi-Kabinett einiges zu melden, sondern war auch bei der Bevölkerung sehr beliebt (Bild: PD)

  Daher lag Gefahr im Verzuge und Scherpings Team handelte. Man eichte Göring gewissermaßen auf die Trophäenjagd, indem man ihn zum Abschuss eines Hirsches in der Schorfheide einlud. Diese Rechnung ging glänzend auf, und Göring stellte sich nicht nur als Schirmherr zur Verfügung, sondern wollte das Ganze auch gleich leiten.

 Allerdings maßte er sich nicht an, fachlich in das Projekt hinein zu reden. Möglicherweise war er sich selbst bewusst, dass er soviel von der Jagd nicht verstand; sicherlich wäre es ihm aber auch zuviel Arbeit gewesen. Er beauftragte Scherping mit der Ausarbeitung eines Reichsjagdgesetzes und setzte dieses dann auch im Kabinett durch: 1934 wurde das Reichsjagdgesetz beschlossen und trat am 1. April 1935 in Kraft.

Ein Fachgesetz

  Im Gegensatz zu den Behauptungen der heutigen Jagdgegner und -kritiker enthielt das Jagdgesetz weder nationalsozialistische Ideologie (und noch viel weniger diejenigen Teile, die in das Bundesjagdgesetz übernommen wurden) noch hatte Hermann Göring es sich ausgedacht. Es war ein reines Fachgesetz über dessen sachlichen Wert man natürlich - wie überall in der Wissenschaft - zumindest bis zu einem gewissen Grade geteilter Meinung sein kann. Fakt ist jedoch, dass es dem damaligen Stand der Jagdkunde entsprach, in dem Sinne, dass es dem entsprach, was die Mehrheit der internationalen Fachleute zu diesem Zeitpunkt für richtig hielt.

  Fakt ist ebenfalls, dass sich genau aus diesem Grunde die internationale Fachwelt sehr anerkennend über das Gesetzeswerk äußerte und dass andere Länder ebenfalls ähnliche Gesetze erließen bzw. schon erlassen hatten. Man kann also durchaus sagen, dass es sich beim Deutschen Reichsjagdgesetz um ein unpolitisches und zeitgemäßes Gesetz gehandelt hat, welches vom Sachverstand der Experten zeugte, die es ausgearbeitet hatten.

 Sicherlich enthielt es auch Irrtümer. Das auffälligste Beispiel für einen solchen Irrtum ist die Behandlung des Rehwildes. Wohl aufgrund seiner physischen Ähnlichkeiten mit dem Rotwild und seiner daraus sich ergebenden Eignung als "Hirsch des kleinen Mannes" versuchte das Reichsjagdgesetz, das Rehwild nach den Grundsätzen der Rotwildhege zu bewirtschaften.

 Während sich die Rotwildhege jedoch bewährte, erlitt man mit der Rehwildhege nach dem gleichen Muster weitgehend Schiffbruch. Man hatte einfach noch nicht erkannt gehabt - oder nicht wahrhaben wollen? - dass beim Rehwild Standort- und Wetterfaktoren die Erbfaktoren überlagern und gute Trophäen weniger erblich als vor allem die Folge von günstigen Lebensumständen sind.

Wo steckt die Nazi-Ideologie? 

  Die Rotwildhege jedoch bewährte sich außerordentlich, wohl deswegen, weil die Jagdfachleute bei der Abfassung der Richtlinien ja einen Jahrhunderte alten Erfahrungsschatz verarbeiten konnten und nicht etwa weil hier eines oder wenige Genies am Werke gewesen wären, die alles auf eine neue Grundlage gestellt hätten. Man kann sich nun selbstverständlich aus weltanschaulichen Gründen an den grundsätzlichen Bestrebungen stoßen, den Habitus von Tieren durch Zuchtauswahl in eine gewünschte Richtung zu lenken.

 Wollte man dies jedoch als ein durch Nazi-Ideologie motiviertes Beginnen bezeichnen, müsste man gleichzeitig die Tierzüchter - und eigentlich auch die Pflanzenzüchter - aller Kulturen und Zeitalter als Nazis betrachten. Ferner könnte man sich aus ähnlichen Gründen dagegen aussprechen, die Methoden der Haustierzucht auf das Wild zu übertragen, aber dann würde man zumindest die europäische Jagdkultur seit Beginn einer gezielten Hege als nazionalsozialistisch bezeichnen. Schlussendlich kann man die Trophäenjagd an sich ablehnen, aber auch die kann man kaum als nationalsozialistische Erfindung bezeichnen.

Tierschutz und Waidgerechtigkeit

  Das Reichsjagdgesetz enthielt nun aber beileibe nicht nur irgendwelche Vorschriften zur "Aufartung" des deutschen Wildes. Einen sehr breiten Raum nehmen darin diejenigen Bestimmungen ein, die von der Waidgerechtigkeit und damit also letztendlich vom Tierschutzgedanken und dem Respekt vor der Schöpfung motiviert sind. Hier sei als eine der bekanntesten Vorschriften das Verbot des "rauhen", also des Schrotschusses auf Rehwild genannt. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von "Öko-Jägern", die diese Methode nur allzu gerne wieder anwenden möchten um ihrem Grundsatz "Wald vor Wild" noch besser dienen zu können.

  Eine weitere sinnvolle Neuerung des Reichsjagdgesetzes war die Einführung einer Jägerprüfung um sicherzustellen, dass nur Leute auf die Jagd gehen können, die gewisse Mindestanforderungen an die Sachkunde eines Jägers erfüllen. Auch diese Vorschrift wird von Jagdkritikern angefeindet, denn ihre eigentliche Intention soll, so die Kritiker, darin bestanden haben, Bauernjäger aus der Jagd zu drängen.

 Man wird sich kaum vorstellen können, dass Bauern vor siebzig Jahren zu dumm gewesen sein sollen, eine Jägerprüfung abzulegen. Möglicherweise lag für sie das Problem darin, abends in die Stadt zu gelangen um an einem Jägerkurs teilzunehmen.

 Falls dieser Vorwurf aber je damals eine Berechtigung gehabt haben sollte, so ist sie heute hinfällig: Bauern sind nicht weniger gebildet als Städter, können aufgrund der allgemeinen Motorisierung heute auch jederzeit zum Jägerkurs in die Stadt gelangen um selbst den Jagdschein zu machen und sind daher keineswegs von vorneherein ausgeschlossen von der Bejagung ihres eigenen Grundes und Bodens, wie Jagdgegner und Jagdkritiker die Bevölkerung gerne glauben machen möchten.

Der Reichsjägermeister

 Kehren wir noch einmal zurück zur Person Hermann Görings, dem damaligen obersten Jagdherr aller deutschen Waidmänner. Einmal auf den Geschmack an der Jagd gebracht, murkste er zwar Scherping und den anderen Fachleuten glücklicherweise nicht unnötig in die Arbeit hinein, benutzte das Jagdwesen jedoch als Vehikel für seine Selbstdarstellung und für den fleißigen Bau an seiner Karriere.

 Der Geschichtsschreibung zufolge hat Göring eine ganze Reihe von Verbrechen selbst begangen und wohl noch mehr gebilligt. Dass er diese Dinge möglicherweise nicht wirklich für die Sache des Nazionalsozialimusses getan hat, sondern um seine persönlichen Ziele anzustreben, macht die Sache natürlich nicht besser sondern vielleicht sogar noch schlimmer.

 Es spricht einiges dafür, dass Göring kein Nazi im eigentlichen Sinne, weil nicht vom Nationalsozialismus überzeugt war, sondern lediglich mitmachte, weil er ihm seinen Zielen dienlich dünkte. Beim Nürnberger Tribunal äußerte er sogar, dass er sich für Ideologie eigentlich nie interessiert habe. Was Görings eigentliche Beweggründe waren, wissen wir nicht.

Was ging in Göring vor?

 Im besseren Falle ging es ihm um Deutschland und dessen Wohlergehen - dann war jedoch die Wahl der Mittel kriminell. Im schlechteren Falle ging es ihm um persönliche Macht und eigenes Wohlleben - dann war er womöglich sogar noch schlimmer als ein "richtiger" Nazi. Es wir auch gesagt, dass er persönlich gar nichts gegen Juden hatte - um so verwerflicher wäre dann aber, dass er sich aus Opportunismus an ihrer Verfolgung beteiligte.

Göring als Reichsjägermeister: Links hinter ihm Walter Frevert, rechts hinter ihm Ulrich Scherping (Bildquelle: Bundesarchiv über  Wikimedia)

  Möglich ist auch, dass er zunächst - wie viele Offiziere aus der Kaiserzeit - aus idealistischen Motiven Hitler folgte, weil er sich von ihm die Befreiung Deutschlands aus den Fesseln des Versailler Diktats und die Tilgung der Schmach des verlorenen ersten Weltkrieges erhoffte. Seine eigenmächtigen außenpolitischen Bemühungen, die im Gegensatz zu der offiziellen Linie des Nazi-Regimes standen, lassen - wie bereits erwähnt - vermuten, dass er recht früh erkannt oder erahnt hatte, dass das, was Hitler vor hatte, nicht zu einer Weltmacht Deutschland, sondern geradewegs in die Katastrophe führte.

 Wie er sich später, mit Fortschreiten und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs benahm, sieht danach aus, dass er nach der Maxime "Nimm, solange du kriegen kannst!" handelte. Denkbar ist also durchaus, dass er zunächst glaubte, seine Vorstellungen von einem reichen und mächtigen Deutschland verwirklichen zu können und dann resignierte, als er sah, dass es nicht nach seinen Vorstellungen lief.

 Er äußerte sich übrigens gegenüber seiner Frau recht resigniert über den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, was für diese Vermutung spricht. Auch der deutliche Karriereknick, sein schwindendes Interesse an seinen Ämtern, seine sich mehrenden Misserfolge und die Tatsache, dass er schlussendlich bei Hitler in Ungnade fiel, weisen darauf hin, dass Göring nicht an einen Endsieg im Zweiten Weltkrieg glaubte.

Forst und Jagd in einer Hand

  1935, beim Inkrafttreten des Reichsjagdgesetzes jedoch befand sich Hermann Göring noch auf dem aufsteigenden Ast seines Lebensweges. Damit, dass er die Herrschaft über das gesamte deutsche Jagdwesen an sich zog, tat er den ersten Schritt zum Aufbau eins jagdlichen und forstlichen Imperiums, welches man durchaus als einen Staat im Staate bezeichnen konnte. Göring ernannte sich zum Reichsjägermeister, eine Stellung und ein Titel, den er übrigens nicht selbst erfunden hatte: Es hatte tatsächlich im Deutschen Reich einst einen Reichsjägermeister gegeben.

 Göring legte sich außerdem noch einen weiteren Titel zu, den des Reichsforstmeisters nämlich. Zu Görings Imperium gehörten außer den Jagdbehörden, den Forstbetrieben und der gesamten jagdlichen und forstlichen Hierarchie riesige Staatsjagdreviere mit prächtigen Jagdsitzen, über die er wie ein Feudalherr herrschte.

Was dachten die anderen darüber?

  Das Imperium welches Göring da aufbaute und auch die zugehörigenen jagdlichen Veranstaltungen, hatten nun tatsächlich recht wenig Ähnlichkeit mit einer nationalsozialistischen Jagd und gefiel den "richtigen" Nazis und auch Adolf Hitler absolut nicht. Wer sich das Menschen- und Gesellschaftsbild des Nationalsozialismus mit seiner Bauernverherrlichung einmal ansieht, wird feststellen müssen, dass hier nicht dazu passen konnte, was Hermann Göring veranstaltete.

 Vor allem in den Augen des linken Flügels der NSDAP erschien Görings feudale Prunkentfaltung als reaktionär. Offenbar war er aber so mächtig, dass selbst Hitler ihn vorerst nicht stoppen konnte, auch wenn man dem Gesicht des Führers auf der Reichsjagdausstellung 1937 mehr als deutlich ansehen konnte was er von dem hielt, was Göring da auf die Beine gestellt hatte.

Sind Naturschützer Nazis?

  Göring bemühte sich nun aber nicht nur um die Jagd, sondern auch - oh, wie peinlich für die heutigen Tier- und Naturschützer - um den Natur- und Tierschutz. Er erließ eine Verordnung, welche die Vivisektion - also Tierversuche(!) - verbot und drohte denjenigen öffentlich mit "Schutzhaft", also mit dem KZ, die immer noch glaubten "Tiere, als eine leblose Ware sehen zu können".

 Der Gedanke, dass Tiere nicht lediglich Sachen im Sinne des BGB sind und dass ihnen ein Lebensrecht zukommt, war also bereits bei Hermann Göring vorhanden. In unsere heutigen Gesetze wurde er aber erst viele Jahre nach Gründung der Bundesrepublik aufgenommen.

  Im Gegensatz zum Reichsjagdgesetz beruht das Reichsnaturschutzgesetz, der Vorläufer des Bundesnaturschutzgesetzes tatsächlich auf der Initiative Görings. Er zog den Naturschutz in seinen Verantwortungsbereich, weil, wie er sich äußerte, sich außer seinem Ministerium niemand darum kümmerte. Zur Hintergrundinformation muss man hier wissen, dass der Natur- und Umweltschutzgedanke ursprünglich von Jägern ausging, man findet ihn bereits beim Jagdschriftsteller Hermann Löns und auch die frühen Vogelschützer kamen vornehmlich aus den Reihen der Jäger.

  Folgt man der Argumentation der Jagdgegner- und Kritiker zum Jagdgesetz, wäre vor diesem also zu allererst das Naturschutzgesetz ein Nazi-Gesetz, da es im Gegensatz zu ersterem tatsächlich von Hermann Göring auf den Weg gebracht wurde. Auch der Grundgedanke der Tierrechtler, dass Tiere eine Würde als Lebewesen haben und keine Sachen sind, wäre dann Nazi-Ideologie, weil er von Hermann Göring verfochten wurde.

Das Bundesjagdgesetz

 Das Ende des Ganzen ist bekannt: Die Tausend Braunen Jahre waren in Wirklichkeit nur gute zwölf und im Mai 1945 war es vorbei mit dem Nazispuk. Herman Göring beging, wie einige andere Nazigrößen auch, Selbstmord, die anderen wurden aufgehängt. Übrigens war Göring ganz zum Schluss doch noch bei Hitler in Ungnade gefallen, als er Ende April 1945 die Staatsgeschäfte übernehmen wollte: Hitler ließ ihn verhaften, enthob ihn aller Ämter und schloss ihn aus der Partei aus.

  Ab 1945 ruhte die Jagd in Deutschland zunächst praktisch, da der Besitz von Waffen strengstens verboten war. Mit der Zeit normalisierten sich die Verhältnisse wieder und irgendwann konnte man auch wieder auf die Jagd gehen. Zunächst mussten die Jäger ihre Waffen noch vor der Jagd auf dem Rathaus abholen und danach wieder dort abliefern, aber auch das ging vorbei. Als so langsam fast alles wieder in geordneten Bahnen verlief, musste man auch die Jagd auf eine bundesrepublikanische Grundlage stellen und schuf daher Landesjagdgesetze und ein Bundesjagdgesetz.

  Da man wusste, dass das Reichsjagdgesetz im wesentlichen tatsächlich kein Nazigesetz, sondern ein reines Fachgesetz war, hatte man auch kein Problem damit, es als Vorlage für unser heutiges Jagdrecht herzunehmen, genausowenig wie man beim Naturschutzgesetz Bedenken haben musste. Das Bundesjagdgesetz ist dem föderalistischen Gedanken folgend ein Rahmengesetz, seine grundsätzlichen Vorgaben werden von den Landesjagdgesetzen im Detail ausgefüllt.

Braucht es eine Novellierung des Jagdrechts?

 Seit seinem Erlass 1953 hat sich das Bundesjagdgesetz bewährt und das Gleiche gilt auch für die Landesjagdgesetze. Eine Novellierung wird vor allem von Jagdgegnern angestrebt, die mit Hilfe der Salamitaktik die Jagd nicht reformieren, sondern ganz abschaffen wollen. Es lassen sich aber auch viele Jagdkritiker vor deren Karren spannen. Letztere sind großenteils zu den Wildbekämpfern zu zählen, die der Devise "Wald vor Wild" folgend, das Rehwild am liebsten ausrotten möchten.

 Diese und auch die Schwarmköpfe, die tatsächlich aus falsch verstandenem Tier- und Umweltschutz heraus eine Jagdreform befürworten, müssen sich den Spruch von den Kälbern ins Stammbuch schreiben lassen, die sich ihre Metzger selber wählen. Denn wenn es nach den Jagdgegner geht, werden weder diese noch ihrer angestrebten Form der ökologischen Jagd nachgehen können, noch jene ihren Wald vor Verbiss schützen können. Und der nichtjagende Bürger kann dann sonntags in einer verödeten Landschaft spazieren gehen, in der es einige wenige Tierarten geben wird, die als Opportunisten von der trostlosen Agrarsteppe profitieren.

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20. März 2009 5 20 /03 /März /2009 08:20

 

Eine Jagdgeschichte von Volker Wollny

Ein raues Volk lebt auf der Ostalb, zwischen Ulm und Aalen. In früheren Zeiten, so erzählt man, wurde hier auch viel gewildert. Ursprünglich einmal war das Jagen ja jedem freien Manne erlaubt gewesen und die Ansicht, dass dies ein unveräußerliches Recht sei, Jagdregal sowie Reviersystem hingegen ungerechte Herrengesetze, hielt sich lange im Volk. Noch nach dem ersten Weltkrieg, als die Zeiten hart waren, besserte mancher seinen Speisezettel oder auch seine Barschaft mit heimlich erlegtem Wild auf.

Wilderei und Förstermorde gab und gibt es nicht nur in den Alpen

Eine verbotene Nebenbeschäftigung

 So ging in den zwanziger Jahren auch ein Kleinbauer und Tagelöhner, nennen wir ihn Heiner, aus einem kleinen Dorf auf dem Härtsfeld heimlich dem unerlaubten Waidwerk in den Wäldern der Gegend nach. Das war so schon eine ganze Weile gut gegangen. Der Schwiegersohn des Heiners, soll er meinetwegen Frieder heißen, war Teilhaber einer kleinen Jagd. Von ihm erzählte man sich, dass er den Grenzstein in der Tasche trage, es also mit der Jagdgrenze nicht allzu genau nähme. Sprich: Er war genauso ein Wilderer wie sein Schwiegervater. An einem frühen Sonntagmorgen im Hochsommer hatten sich die beiden verabredet um mit einander unerlaubt zu pirschen und waren daher im Wald unterwegs.

 Auch in den tiefen Wäldern der Ostalb...

 Am Abend zuvor hatte sich der zuständige Förster, er schrieb sich, sagen wir einmal, Schäuble, von seinem Wohnort im Tal aus auf den Weg ins Revier gemacht. Er wollte in der Nähe des Dorfes auf einen Rehbock ansitzen. Da es ein weiter Fußmarsch aufs Härtsfeld war, versah er sich mit Proviant, um in einer Jagdhütte zu übernachten, falls er am Abend den Rehbock nicht bekommen sollte. Er blieb dann zunächst auch Schneider und war daher am Morgen wieder auf dem Weg zum Ansitz auf den Bock.

 Heiner und Frieder hatten eine Zeit lang gemeinsam den Wald durchstreift, sich dann aber getrennt um jeder für sich weiter zu pirschen. Mit einmal stand nun der Heiner dem Förster Schäuble gegenüber, der just zu dieser Zeit zu seinem Hochsitz ging.

„Ha,“ rief der, hob seinen Drilling und legte auf Heiner an. „Wo hast Du Dein Gewehr? Her damit!“ Offensichtlich hatte er das zerlegbare Schießeisen gesehen, das Heiner nur notdürftig unter seiner Jacke verborgen hatte.

„So schnell schießt man nicht!“ entgegnete der Heiner und näherte sich dem Förster. Er wusste, dass dieser aufgrund einer Verwundung aus dem Weltkrieg seine linke Hand nicht gebrauchen konnte. Diesen Vorteil nutzend, entriss er dem Förster den Drilling und legte nun seinerseits auf ihn an.

 Der Förster befand sich nun in der misslichen Lage, in die Mündungen seiner eigenen Waffe zu sehen. Er gab aber so leicht nicht auf, sondern zog sein Terzerol und zielte damit auf den Heiner. Daraufhin schoss dieser den rechten Schrotlauf des Drillings ab. Die Schrotgarbe riss dem Förster den Hut herunter und verletzte ihn am Kopf. Das wurde ihm nun doch zu brenzelig; er beschloss daher zu flüchten und rannte dem Waldrand zu.

 Der Heiner nahm die Verfolgung auf, spannte im Laufen das abgeschlagene Schloss und schaltete den Drilling auf Kugel um. Als Schäuble am Waldrand war, riss der Heiner den Drilling an die Backe, zielte und zog beide Abzüge durch. Sowohl der zweite Schrot- als auch der Kugelschuss krachten aus den Rohren, trafen den Förster in den Rücken und warfen ihn vornüber auf sein Gesicht. Er zuckte noch ein wenig mit den Schultern, dann war er mausetot.

...gab es Bluttaten an Förstern und Wildhütern: Dieser Stein erinnert an einen Mord der etwa 1840 geschah

Kein Reh, aber...

Heiner stand noch mit dem Drilling in der Hand da, als es auf einmal im Unterholz knackte.

„Hast Du ein Reh geschossen?“ fragte der Frieder, den das Krachen der Schüsse herbei gelockt hatte.

„Nein, aber einen Förster“, gab der Heiner zurück.

„Oh, Du Allmachts Depp, du blöder, du Seckel, du Arschloch“, rief der Frieder, „ja weißt Du denn nicht, dass sie dich dafür köpfen werden?“

„Nur, wenn sie mich kriegen“, entgegnete der Heiner gleichmütig, „Los, hilf mir den Grünen unter den Hochsitz dort tragen. Da legen wir ihn hin, damit es wie ein Unfall aussieht.“

Gemeinsam packten die beiden also den Förster, schleppten ihn zu dem Hochsitz und legten ihn darunter. Der Dackel des Ermordeten sprang die ganze Zeit um die beiden Verbrecher herum und bellte sie zornig an. Die beiden fingen ihn zum Schluss ein und leinten ihn an der Leiche des Försters an. Dann gingen die beiden nach Hause und taten, als wenn nichts gewesen wäre.

Die Tat, an die dieser Stein erinnert ist noch nicht so lange her: In den 1920er Jahren...

 

Nach dem Frühstück sagte der Heiner zu seinen zwei noch zu Hause lebenden Kindern: „Es gibt heuer einen Haufen Himbeeren, heute Vormittag wollen wir in den Wald gehen und welche pflücken.“ Vor allem der kleinen Tochter gefiel der Vorschlag und so zog die Familie los. Der Heiner wusste es dabei so einzurichten, dass sie just in die Gegend kamen, in der er am Morgen den Förster erschossen hatte. Das hatte er sich schon bei der Heimkehr von seinem blutigen Jagdausflug so überlegt.

Eine grausige Entdeckung

Im Wald dirigierte er dann seine Tochter unauffällig in die Richtung des bewussten Hochsitzes. „Papa, Papa, da ist ja ein Dackel...“ rief sie aus, als sie zunächst den Hund des Forstmannes entdeckte, der jetzt wieder wütend bellte und in die Leine sprang, als sie sich ihm näherte.

„Und da...“, das Kind stockte erschrocken, „Da liegt ein toter Jäger!“, schrie sie voller Grausen und kam zu ihrem Vater gerannt.

Der Heiner näherte sich dem Fundort und tat so, als wenn er erst jetzt erkennen würde, wer da lag: „Ja schau her, der Förster Schäuble, ich hab ja immer gesagt, dass so ein Kriegskrüppel nicht mehr für den Forstdienst taugt. Wie es ausschaut, ist der Depp auf dem Hochsitz eingeschlafen, runtergefallen und hat sich dabei mit seinem eigenen Gewehr erschossen.“

Mit den Kindern zusammen marschierte der Heiner nun zum Förster des Nachbarreviers, mag er Sauter geheißen haben, und berichtete diesem von dem Fund, den er mit seinen Kindern gemacht hatte. „Bringen Sie mich doch bitte zu der Stelle“, bat dieser den Wilderer.

„Das will ich gerne tun“, gab der zurück, „aber zuerst muss ich meine Kinder nach hause bringen und zu Mittag essen.“ Der Nachbarförster musste also warten, bis der Heiner in aller Gemütsruhe seinen Sonntagsbraten verzehrt hatte und bereit war, ihn zur Leiche seines Kollegen Schäuble zu führen.

Eine Frau macht sich Sorgen

Unterdessen hatte sich die Frau des Erschossenen bereits Sorgen über das lange Ausbleiben ihres Mannes gemacht. „Buben, wir müssen schauen, wo unser Vater bleibt, nicht dass im Revier noch etwas passiert ist“, hatte sie zu ihren beiden Söhnen gesagt, den Hut aufgesetzt, die Kostümjacke angezogen und war mit ihnen losgegangen, auf das Härtsfeld hinauf, in das Revier ihres Mannes. In der Nähe des Waldes trafen sie einen Schäfer, den sie fragten, ob er vielleicht den Förster gesehen habe?

... ereignete sich der brutale Förstermord, der als Vorlage für diese Geschichte diente

„Den Förster habe ich nicht gesehen“, meinte der, „aber hat er vielleicht einen Hund dabei gehabt? Drüben im Wald hat schon den halben Morgen einer gebellt, außerdem sind dort zwei Schüsse gefallen und ich habe zwei Männer gesehen, die aus dem Wald kamen und davon gegangen sind.“

Mit bösen Vorahnungen eilten die Förstersfrau und ihre Söhne in die Richtung, die ihnen der Schäfer gewiesen hatte. Schon vor dem Wald hörten sie den wütenden Laut des Dackels. Sie folgten dem Geräusch und standen kurz darauf am Hochsitz, vor der verrenkten Leiche ihres Mannes und Vaters. Kurz darauf kamen auch der Heiner und Schäubles Kollege aus dem Nachbarrevier dazu.

 

"Es war ein Unfall..."

Im Lauf des Nachmittags trafen dann Leute vom Amtsgericht ein, um den Todesfall im Wald zu untersuchen. Als vermeintlichen Zeugen zog man auch den Heiner hinzu, der in plump-verschlagener Weise versuchte, die Ermittlungen in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken: „Ha, schaut doch her, ihr Herren, so ist der Kerle vom Hochsitz gefallen und hat sich dabei selber erschossen. Eingeschlafen ist er, vom Sitz gekippt und dabei hat sich das Gewehr entladen.“ Um den von ihm dargestellten „Unfall“hergang zu demonstrieren, hob er dabei die Leiche mehrmals an und ließ sie grob wieder fallen, was bereits den Unwillen der Anwesenden erregte.

Schließlich untersuchte der Arzt den toten Förster Schäuble: „Meine Herrschaften, ich glaube kaum, dass sich dieser Mann versehentlich selbst erschossen hat. Er hat je einen Schrot- und einen Kugelschuss in den oberen Rücken bekommen. Das ist schlechterdings unmöglich, wenn er aus der offenbar anzunehmenden, sitzenden Position gefallen wäre und sich dabei die Schüsse aus den Läufen seines Drillings gelöst hätten.“

„Ja aber Herr Dokter,“ insistierte der Heiner weiter, „es kann doch gar nicht anders gewesen sein, als das sich der Schäuble selbst erschossen hat; es war doch gar niemand sonst hier.“ Er wollte keine Ruhe geben, und versuchte immer wieder sowohl den Arzt, als auch die anderen von seiner Version des Hergangs zu überzeugen: „Wenn sich der Förster nicht selbst erschossen hat, wer soll das denn dann getan haben?“

„Das werden wir schon herausfinden“, meinte nun der Amtsgerichtsrat und sah dabei den Heiner forschend an, „das wäre nicht der erste Förster, der von Wilderern umgebracht wurde, die er bei ihrem Frevel überrascht hat.“

Steinige Äcker...

Zwei Verdächtige

  Zunächst war es dann aber doch der Frieder, denn die Amtleute mitnahmen und einsperrten. Förster Schäuble hatte nämlich seinem Kollegen Sauter vom Nachbarrevier gegenüber erwähnt, dass er den Frieder im dringenden Verdacht gehabt hatte, dann und wann die Grenzen seiner Jagd zu überschreiten und im Staatswald zu wildern. Darüber hinaus wusste auch die Familie des ermordeten Försters, dass dieser Wilderer dessen größter Feind war. Bei der Vernehmung des Schäfers schließlich, der die Schüsse und den Laut des Hundes gehört hatte, gab dieser an, dass er den Frieder sowohl am Abend zuvor als auch am Tatmorgen auf seiner Jagd in der Nähe der Grenze zum Staatswald beobachtet hatte – und zwar das zweite Mal mit seinem Gewehr.

Nachdem man nun davon ausgehen musste, dass es sich tatsächlich um einen Mord handelte, wurde der Fundort der Leiche von der Kriminalpolizei genauer untersucht. Dabei bestätigte sich, was der Arzt bereits gesagt hatte: „Der Förster Schäuble kann sich unmöglich selbst erschossen haben“, meinte der Kommissar, als er dem Staatsanwalt Bericht erstattete, „weder haben wir Einschläge am Hochsitz oder den Bäumen finden können, noch kann der Kugelschuss von unten gekommen sein, denn er hat die Brust des Toten waagerecht durchschlagen. Allerdings ist er tatsächlich mit seinem eigenen Drilling erschossen worden, wie der Sachverständige festgestellt hat.“

„Dachte ich es mir doch“, meinte der Staatsanwalt. „Es kommt aber noch besser:“, fuhr der Komissar fort, „auch der Hund war ursprünglich an der Leiche angeleint, was ja wohl nicht gut möglich sein kann, wenn der Förster zwei Meter weiter oben auf dem Hochsitz gesessen wäre. Die Frau und die Söhne hatten ihn bereits zu sich genommen bevor die Leute vom Gericht eintrafen, so dass dies erst bei weiteren Vernehmungen der Angehörigen bekannt wurde. “

... ausgedehnte Wälder

„Und wie ich gehört habe, haben sie noch einen weiteren Verdächtigen verhaftet?“ fragte der Staatsanwalt.

 „Ja, es handelt sich dabei um den Arbeiter Schmid. Auch der war den Förstern als mutmaßlicher Wilderer bekannt, nur konnten sie es ihm nicht beweisen. Im vergangene Herbst hatte Förster Schäuble einen bewaffneten Wilderer im Revier angetroffen, der sich der Festnahme jedoch durch Flucht entziehen konnte. Schäuble glaubte aber, in ihm den besagten Schmid erkannt zu haben, wie mir sein Kollege Sauter berichtet hat.“

 „Nun, welcher von beiden es wohl nun war?“ sinnierte der Staatsanwalt.

 „Na, das werden wir nun wohl schon noch heraus bekommen“, meinte der Komissar zuversichtlich.

Einer packt aus

 Zurück in seinem Büro ließ er sich zunächst den Frieder aus dem Gefängnis bringen. „Tja, die Version mit dem Unfall können wir nun wohl endgültig zu den Akten legen“, eröffnete er ihm und konfrontierte ihn mit den Ergebnissen der genauen Untersuchung. „Wie es aussieht hast du den Förster irgendwo erschossen und seine Leiche dann unter den Hochsitz geschleppt um einen Unfall vorzutäuschen. Und dass ausgerechnet dein Schwiegervater den Förster dann gefunden hat, kommt mir besonders verdächtig vor. Was der mit der Sache zu tun hat, werde ich aber auch noch heraus kriegen!“

 Nun fühlte der Frieder buchstäblich schon die Klinge des Richtbeils im Genick, mit welchem der Scharfrichter Maß nahm und wurde äußerst gesprächig: „Ich war es doch gar nicht, Herr Komissar, mein Schwiegervater war es.“ Und er erzählte dem Kriminalbeamten haarklein, was sich an jenem schönen Sonntagmorgen in dem Wald auf dem Härtsfeld abgespielt hatte. Schließlich musste er alles noch genau bei einem Lokaltermin vormachen, was schließlich jeden Zweifel am Tathergang beseitigte, so überhaupt noch welcher bestanden hatte. Den Arbeiter Schmid ließ man natürlich laufen, da nun klar war, dass er es nicht gewesen war.

 Der Heiner arbeitete gerade auf dem Acker als sie ihn holten. Er lächelte zunächst höhnisch und legte später bei der Vernehmung ein Teilgeständnis ab: „Ja, ich habe den Förster erschossen, aber in Notwehr. Er hat mich ja mit seiner Waffe bedroht.“ Auch er stellte bei einem Ortstermin den Tathergang genauso dar, wie sein Schwiegersohn. Schließlich erbot er sich sogar, die Beamten zum Versteck seines Gewehres zu führen. Im Heuschober, wo die Waffe versteckt war, fanden sich noch zwei weitere Gewehre und ein ansehnlicher Vorrat an Patronen.

... und schroffe Felsen sind typisch für das Dornenschlehengäu, wie man die Ostalb auch nennt

Die ganze Wahrheit

 „Ja Papa, warum nimmt dich die Polizei mit?“ fragte sein Sohn, der dazu gekommen war. „Weil ich dem Förster, dem Krüppel, das Licht ausgeblasen habe“, war die kaltschnäuzige Antwort des Heiners und seine Frau, die ebenfalls dabei stand meinte: „Wäre der Depp nicht im Wald gewesen, wäre er auch nicht erschossen worden.“

Beim Untersuchungsrichter packte der Heiner dann vollends aus: „Ja sicher hab ich den Förster von Anfang an  umbringen wollen! Aber mit dem ersten Schuss hat es ja nicht geklappt. Wie ich ihm dann nachgesprungen bin, hab ich den rechten Hahn von dem Drilling wieder gespannt, auf Kugel umgeschaltet und mit Fleiß auf sein Herz gezielt.“

 Damit sah das Schwurgericht in Ellwangen die Tatmerkmale des Mordes als gegeben an und verurteilte den Heiner noch im gleichen Herbst zum Tode durch das Fallbeil. Man köpfte ihn dann aber doch nicht, sondern begnadigte ihn zu lebenslänglich Zuchthaus. Lange hat er dann trotzdem nicht mehr gelebt. Nicht viel später hängte er sich nämlich in seiner Zelle auf.

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14. März 2009 6 14 /03 /März /2009 12:09

Jagdgegner verbreiten eine Menge Stuss über die Natur im allgemeinen und die Jagd im besonderen. Das lässt sich leicht feststellen, wenn man sich ihre Websites und anderen Veröffentlichungen ansieht und ihre Behauptungen prüft. Hier werden im wesentlichen biologische Tatsachen verdreht, unrichtige oder bestenfalls halbwahre Behauptungen aufgestellt und irgendwelche - zum Glück recht selten, aber eben doch dann und wann vorkommende - Jagdunfälle aufgebauscht und (aus Mangel an aktuellen Vorfällen) monate- oder jahrelang durchgekaut.

Ein skandalöses Bild (für Jagdgegner, so genannte Tierrechtler sowie Gutmenschen, die nicht nachgedacht haben und nicht nachdenken wollen): Da hat doch tatsächlich einer ein liebes Bambi umgebracht, weil er es auffressen will - und freut sich auch noch darüber! (Bild: A.B.)

Was wollen Jagdgegner eigentlich?

 Was in Jagdgegnern genau vorgeht kann man im einzelnen nicht sagen, denn psychiatrische Diagnosen lassen sich aus der Ferne kaum stellen. Der allgemeine Eindruck jedoch legt nahe, dass es sich hier z.B. um Menschen handelt, die aufgrund dessen, wie unsere Gesellschaft mit Natur und Kreatur umgeht, einen Schuldkomplex haben und hier etwas zu kompensieren versuchen. Teilweise kommen diese Leute wohl auch nicht damit klar, dass sie selbst einmal sterben müssen und versuchen daher den Tod zu verdrängen.

  Gemeinsam scheint ihnen jedoch auch eine gewisse Weltfremdheit zu sein: Sie sind der Natur und den normalen Lebensvorgängen entfremdet und verkennen, dass in der Natur nicht das Individuum zählt, sondern nur die Art bzw. die Population. Vor allem soweit sie sich mit den Gegnern des privaten Waffenbesitzes decken, spielt wohl auch eine gewisse Lebensangst eine Rolle. Auch wenn sich Waffengegner manchmal anarchistisch geben, so wollen sie doch von einer äußeren Macht, von Regeln und Gesetzen - keiner soll Waffen, große Hunde etc. besitzen dürfen - gesichert werden. Andere sollen ihre Probleme lösen, der Staat soll sie vor allen Risiken beschützen, dafür sind sie bereit, ihre Freiheit aufzugeben - das Gegenteil von mündigen Bürgern eben.

 

Abstreichende Rebhühner im Feld in früheren Zeiten: Eine derartige, kleinräumig und vielfältig strukturierte Feldmark gibt es heutzutage kaum noch. Das ist aber nicht der alleinige Grund für den Rückgang des Niederwildes. Eine sehr große Rolle spielt dabei auch, dass heutzutage ein effizientes Kurzhalten der Beutegreifer auf legalem Wege kaum mehr möglich ist

 Leider wird diese Haltung in unserer derzeitigen Gesellschaft durch Medien und Gesetzeskultur gefördert, weil ängstliche und unselbständige Menschen leicht regierbar und deswegen erwünscht sind. Die starke Verbreitung einer solchen Geisteshaltung ist wohl der Grund dafür, dass sich auch viele Menschen von den Jagdgegnern aufhetzen lassen, die eigentlich mit Veganismus und Antispeziesismus gar nichts am Hut haben, sondern fröhlich und mit gutem Appetit ihr Ei vom Batteriehuhn und ihr Schnitzel aus dem Schweine-Zuchthaus verputzen.

Ein Beispiel: Die Initiative zur Abschaffung der Jagd

 Gemeinsam ist den Jagdgegnern auch der Schmäh vom "Bruder Tier", ganz unabhängig davon, ob es sich im Einzelfalle um einen religiösen Fanatiker handelt oder um einen Atheisten, der in einer auch die Tiere umfassenden Nächstenliebe wohl eine Art Ersatzgott sucht. Jagdgegner verfolgen ihr Ziel mit sektiererischen Eifer auch wenn - oder gerade weil? - die Resonanz in der breiten Öffentlichkeit dann doch eher gering ausfällt. So hat etwa der Heilbronner Jagdgegner und "Biologe" Kurt Eicher schon mit Kleinanzeigen für die Website seiner "Initiative zur Abschaffung der Jagd" geworben um Besucher dorthin zu ziehen.

 Diese Website stellt eine reichhaltige Sammlung von Scheinargumenten und Hirngespinsten der Jagdgegner dar, welche jedoch allesamt nur auf wenige Grundbehauptungen zurückgehen und leicht widerlegbar sind. Das habe ich übrigens auch in Form eines offenen Briefes an Eicher getan, welcher aber nie beantwortet wurde.

 Wenn man genauer hinsieht, wird man übrigens feststellen, dass Kurt Eicher auf seiner Website auch Literatur aus dem Verlag "Das Brennglas" bewirbt, einem Unternehmen, welches dem Dunstkreis der Sekte "Universelles Leben" (UL) um die "Prophetin" Gabriele Wittek zugeordnet wird.

Der Jagdgegner-Glaubenskrieg

 Diese Sekte wiederum ist der Grund dafür, dass Eicher und Konsorten bei ihren (vordergründigen) Gesinnungsgenossen der atheistischen Spielart keinen Blumentopf mehr gewinnen können und diese sie nicht mehr mit der Zange anfassen würden. Der mit massiven Nebelkerzen und großkalibrigen Kotwerfern ausgetragene Jagdgegner-Glaubenskrieg ist zwar schon ein paar Jahre her, war aber sehr ergötzlich. Außerdem sollte man darüber Bescheid wissen, wenn man die Struktur der heutigen Jagdabschaffenwoller-Szene verstehen möchte.

 

So sieht sie leider meist aus, unsere heutige Agrarsteppe: Um nicht auch noch das letzte Niederwild oppurtunistischen Beutegreifern wie dem Fuchs zum Opfer fallen zu lassen, sollten diese wesentlich schärfer bejagt werden...

 Die atheistischen Jagdgegner der Tierrechtsinitiative "Maqi" machten seinerzeit in den UL-gesteuerten Jagdgegnern eine "Gefahr für die Tierrechtsbewegung" aus und unterstellen der Sekte gar Antisemitismus und Nähe zu brauner Esoterik. Offenbar geben die Jagdabschaffenwoller um Eicher kräftig zurück: Laut dem Maqi-Text, soll Kurt Eicher dem bekannten Tierrechtler Achim Stösser vorgehalten haben, dass er vor Jahren eine Frau vergewaltigt habe:

Achim Stösser, der vor Jahren eine Frau vergewaltigt hat, macht sich natürlich als Vordenker für Euch besonders gut. Ich möchte jetzt aber nicht noch mehrZeit an Mitläufer verschwenden!“

Kurt Eicher (Mail an Andreas Hochhaus, 4. August 2002)

Quelle: Universelle Leben - Eine Gefahr für die Tierrechtsbewegung

 

 Eine hübsch strukturierte und artenreiche Kulturlandschaft möchte man schon haben - aber bitteschön ohne Jäger und Schießgewehr!

 Als die Verbindungen von Eicher & Co. zu UL bekannt wurden, sagten einige Tierrechts-Gruppierungen ihre Teilnahme an einem "Symposium zur Abschaffung der Jagd" im August 2003 ab, wie in einem Artikel auf der WebSite von Wild und Hund zu lesen stand, der leider mittlerweile nicht mehr on ist. Aus diesem Text erfuhr man auch, dass der Nabu die Termine zunächst auf seiner Website veröffentlicht hatte, sich aber von der Eicher-Initiative distanzierte als Presseberichte über deren Verflechtung mit UL erschienen

Gleiche Brüder – verschiedene Kappen

 Obwohl sich die Jagdgegner um Kurt Eicher Spinnefeind mit denen aus der grün-alternativ-vegetarisch-veganen Szene sind, gleichen sich doch die Argumente beider Spielarten - oder besser gesagt, das, was diese Leute als Argumente ausgeben. Ein Beispiel für die atheistischen Jagdgegner ist die Tierrechtsorganisation Maqi des bereits erwähnten Achim Stößer, ein anderes war die bekannte Anti-Jagd-Seite, bei der sich kein Hinweis auf den V.i.S.d.P in Form eines Impressums oder etwas ähnlichem finden ließ. Die Domain war auf einen Detlef Arndt aus Hannover registriert. Mittlerweile hat sie sich ein Webanzeigenvermarkter gekrallt und bewirbt darauf – Jagdreisen und dergleichen. Unrühmliches Ende eines hoffnungsvollen Projektes.

 Jägern, die sich schon länger an Diskussionen im Netz beteiligen, ist der Arndt-Detlev kein unbekannter. Er machte sich vor einigen Jahren in Diskussionsforen nach Kräften lächerlich. Ein von ihm selbst eingerichtetes Bulletin Board  zum Thema "Jagd" auf parsimony.de wurde aufgrund von Beschwerden geschlossen: Er hatte systematisch kritische Beiträge aus dem Forum gelöscht. Anschließend gründete er ein neues Forum bei einem anderen Anbieter. Schreibberechtigung konnte man hier nur erhalten, wenn man sich mit der Kopie eines amtlichen Ausweispapieres anmeldete, so dass Arndt kritische Teilnehmer von vorne herein fernhalten konnte.

Ein Grenzgänger?

 Eine Gestalt aus der man nicht recht schlau wird, ist Dag Fromhold, der schon von beiden Fraktionen der Jagdgegner instrumentalisiert wurde. Er scheint ein besonderes Faible für Füchse zu haben und unterhält eine Website zu diesem Thema, auf der er allerhand wahres, aber auch hanebüchenen Schrott über diese Wildart verbreitet. Zum Beispiel behauptet er, dass Füchse von Natur aus gesellig leben würden, dies aufgrund des Jagddrucks aber bei uns heute nicht mehr täten.

 Das ist ein typisches Beispiel für eine Halbwahrheit. Aus Halbwahrheiten - wenn nicht aus komplettem Unsinn - besteht so ziemlich alles, was von Jagdgegnern gerne verbreitet wird. Wie man in Carl Emil Diezels "Erfahrungen aus dem Gebiete der Niederjagd", einem jagdlichen Standardwerk aus dem 19. Jahrhundert nachlesen kann, lebten Füchse schon damals tatsächlich teilweise gesellig. Der derzeitige Jagddruck kann es jedoch nicht sein, der dieses heute verhindert, denn zu Diezels Zeiten wurden - wie man demselben Buch entnehmen kann - Füchse wesentlich schärfer und rücksichtsloser bejagt als heute.

 Im übrigen operiert er, wie alle Jagdgegner, mit Halb- und Unwahrheiten: In seinem Appell für die Anti-Jagd-Demo in Berlin, auf der bereits erwähnten Website von Kurt Eicher behauptet er z.B.: "In einigen Kantonen der Schweiz wurde die Jagd sogar vollständig abgeschafft mit überaus positiven Folgen für Natur, Tiere und Menschen." Richtig ist vielmehr, dass die Jagd lediglich in dem jagdlich völlig unbedeutenden Mini-Kanton Genf abgeschafft wurde, und man dort jetzt „Umweltaufseher“ zur Regulierung einsetzt, die nichts anderes als (mit Steuergeldern) bezahlte Tierabschießer sind. Tja, so sieht sie halt einmal aus, die von den Jagdabschaffenwollern propagierte ach so tierliebe „Welt ohne Jagd“...

 

Mehr zum Thema Jagdgegner erfährt man übrigens in meinem bekannte und beliebten (kostenlosen) EBook Jagdgegnerbehauptungen - Eine Richtigstellung

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1. März 2009 7 01 /03 /März /2009 17:53

Der Nabu, der Naturschutzbund Deutschlund e.V. ist uns Jägern natürlich nicht besonders wohlgesonnen, das wissen wir. Um so netter, dass Gregor Beyer,  Leiter des Informationszentrums Blumberger Mühle im Norden Brandenburgs uns trotzdem Tipps gibt.

Wildschweine sind schlaue Tiere und nicht gerade leicht zu bejagen, da ist jeder fundierte Tipp willkommen

Gegenüber dem Hamburger Abendblatt erwähnte der gute Mann, nicht nur die uns ja bekannte Tatsache, das die Sauen sehr wohl wissen, was es bedeutet wenn ein Auto herfährt und die schlägt, sondern gibt noch einen wichtigeren Tipp:

"Ich habe selbst schon beobachtet, wie die Leitbache aus dem Unterholz kommt und misstrauisch kontrolliert, ob der Hochsitz besetzt ist. Sieht sie die Hände des Jägers dort oben, treibt sie ihre Rotte außer Schussweite."

Ob das wohl jeder gewusst hat? Es ist logisch, denn die hellen Hände fallen auf. Aber von selbst bin ich da noch nicht draufgekommen. Man lernt nie aus. Danke für den Tipp, Herr Beyer!

Vielleicht ist der Herr Beyer aber auch selbst Jäger, was eine Mitgliedschaft im Nabu ja nicht unbedingt ausschließt und umgekehrt. Viele von uns haben ja auch schon erlebt, dass man gerade mit den Nabu-Leuten an der Basis oft recht gut auskommen und sogar zusammenarbeiten kann.

Und hier geht es zu dem Artikel: "Wildschweine tricksen Jäger aus"

 Übrigens ist der Artikel ganz o.k., besser jedenfalls als das, was die Herren und Damen Journailleure (ich darf das sagen, bin ja selber einer) leider dann und wann über uns absondern.

Und noch was lustiges ist an der Sache:Der Beitrag wurde von den Fellbeisser Tierschutznachrichten verlinkt, wo ich ihn auch gefunden habe. Ob die den Text wirklich richtig gelesen haben oder nur die Überschrift? Es wird darin nämlich keineswegs die Notwendigkeit der Jagd bestritten, eher ist das Gegenteil der Fall.


Update 01.03.09: Mittlerweile habe ich erfahren, dass ich mit meiner Vermutung, dass Gregor Beyer selbst ein Jäger ist, richtig lag. Wie gesagt: An der Basis des Nabu gibt es in der Tat Leute, mit denen man auskommen kann. Die Ideologen findet man eher unter den Grüntischsitzern in den oberen Etagen, die von der praktischen Naturschutzarbeit ihrer Basis wohl kaum eine Ahnung haben.

Da wollen wir froh sein, dass es wenigsten an der Basis meist zwischen Jägern und Nabu-Leuten klappt!

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28. Februar 2009 6 28 /02 /Februar /2009 14:39

Wer auf die Jagd geht, weiß, dass nicht alle Menschen damit einverstanden sind, was er tut. Manche wollen davon nur ganz einfach nichts wissen, andere jedoch bezeichnen ihn als Tiermörder. Und auch unter den letzteren gibt es nicht wenige, die trotzdem mit gutem Appetit ihr Wiener Schnitzel oder ihren Schweinebraten verzehren, ohne darüber nachzudenken, dass die auch einmal herumgelaufen sind und mehr oder weniger fröhlich  gemuht bzw. gegrunzt haben.

 Ein wunderbarer Maimorgen, die Luft ist frisch und die Vögel zwitschern. Es ist gerade hell geworden und eine wundervolle Ruhe liegt über der Waldlichtung. Zwischen den Stämmen im angrenzenden Hochwald ist es noch stark dämmerig. Ein Rehbock tritt auf die Lichtung, sichert, kann keine Gefahr entdecken. Ruhig beginnt er das taunasse Gras abzuzupfen und äst sich langsam zur Mitte der Lichtung hin.

 Plötzlich ertönt ein scharfer Pfiff. Der Bock wirft das Haupt auf - da kracht auch schon der Schuss. Die Vorderläufe knicken dem Rehbock ein, er wird wieder hoch, wendet sich um und will dorthin  zurück flüchten, wo er hergekommen ist. Aber er schafft es nicht mehr. Ein wenig schlegelt er noch im taufeuchten Gras, dann kommt der Tod...

Geht hier ein Lustmörder frevelnd seinen verwerflichen Gelüsten nach? (Bild: A.K.)

 

 Gerade erst ist der LKW auf den Hof gerollt. Schon sind die Schweine abgeladen und werden in die Halle getrieben. Natürlich wollen sie da nicht hinein. Schweine sind intelligente und sensible Tiere, sie ahnen, was ihnen blüht.

In der Halle steht ein Mann mit einer großen Zange. Mit der packt er den Kopf eines jeden Schweins und schaltet den Strom ein. Ein paar Tausend Volt fetzen durch das Gehirn des Tieres. Es zuckt, bricht dann zusammen. Ein anderer Mann packt das Schwein, hängt es an den Hinterfüßen auf und säbelt ihm die Kehle durch. Blut strömt heraus, die weiße Gummischürze und die weißen Stiefel des Mannes sind über und über damit besudelt.

 Nach dem Ausbluten kommen die Schweine in das kochend heiße Wasser des Brühbades. Da wacht eines wieder auf, zappelt, quiekt. Ein Lehrling kreischt in Panik: "Das lebt noch, das lebt noch..." - "Du blöder Hund, stell Dich nicht so an!" brüllt der Geselle. Er nimmt den Spalter und schlägt auf das Tier ein, das nicht aufhören will zu zappeln und zu quieken. Erst der dritte, oder vierte Schlag hat ihm den Schädel so weit zertrümmert, dass es jetzt still im Wasser treibt wie seine Geschwister...

 

Leben ohne zu töten?

 Es gibt eine Menge Menschen, die lehnen beide beschriebenen Szenen ab, weil sie der Meinung sind, der Mensch habe kein Recht, Tiere zu essen. Das ist konsequent und man muss ein solche Meinung zunächst einmal respektieren, auch wenn man sie nicht teilt. Das Problem ist, dass solche Menschen oft versuchen, anderen ihre Meinung aufzuzwingen.

 

Für Vegetarier erlaubt, für Veganer verboten: Honig, Eier, Milch...

 

   Bei den "Nicht-Tieressern" muss man zwei Gruppen unterscheiden: Vegetarier und Veganer. Vegetarier essen lediglich kein Fleisch und keinen Fisch, verwenden jedoch Produkte von lebenden Tieren wie Eier, Milch und Honig. Das ist der anderen Gruppe, den Veganern, nicht konsequent genug. Sie lehnen jede Tiernutzung ab, zum einen aus dem prinzipiellen Grund, dass sie es für Ausbeutung des Tieres ansehen, zum anderen deswegen, weil auch die Gewinnung der Produkte vom lebenden Tier in der Regel nicht ohne Todesfällen abgeht:

 Im Prinzip dürfte es tatsächlich recht einfach sein, nach Art der Vegetarier auf Fleisch zu verzichten: Bei einer entsprechenden Mischung von pflanzlichen Nahrungsmitteln und der Ergänzung mit tierischen Eiweißen und Fetten aus Eiern und Milchprodukten dürften wohl kaum Mangelerscheinungen auftreten und ein Mensch der sich so ernährt lebt sicher tatsächlich gesünder als die Masse der Fleischesser. Wer das also aus Rücksicht auf seine Gesundheit so macht, wird damit wohl nicht schlecht fahren.

 Allerdings wird es ihm auch nicht schaden dann und wann ein wenig Fleisch zu essen. Mit dem Verzicht auf Fleisch verhindert er nämlich das Töten von Tieren nicht: In der Milchviehhaltung fallen Kälber gewissermaßen als Abfallprodukt an und werden - gemästet und geschlachtet. Hühner, die keine Eier mehr legen können, bekommen höchsten bei einer etwas verschrobenen Öko-Familienmutti das Gnadenbrot, in der Regel wandern sie in die Suppe. Und selbst bei der Imkerei werden immer wieder Bienen getötet, sei es als "Kollateralschaden" bei der Pflege und Honiggewinnung, sei es gezielt zur Krankheitsbekämpfung. Davon, dass das Gros der Vegetarier auch sonst jede Menge Produkte verwendet, für die Tiere gestorben sind - man denke mal nur an Leder - wollen wir hier erst gar nicht reden.

Vom Eise befreit... Kaum spielt das Wetter mit, zieht es den zivilisationsgebleichten und weichgespülten Städter hinaus zu Mutter Natur, wie hier am weißen Kocher bei Aalen-Unterkochen. Es sei ihm gegönnt, zumal es sein gutes Recht ist. Problematisch jedoch ist, dass ihm oft nicht so recht gefallen mag, was der Jäger dort tut...

  Wer also aus Tierliebe "nichts isst, was einen anschauen kann", betrügt sich im Grunde lediglich selbst. Auf dieser Tatsache setzt die Argumentation der Veganer auf, der anderen Gruppe vom Menschen, die aus Tierliebe auf das Töten von Tieren verzichten möchten. Sie wollen konsequent auf Tiernutzung verzichten; viele von Ihnen lehnen es sogar ab, einen Hund oder eine Katze zu halten. Außer dem selbstverständlichen Verzicht auf Fleisch bedeutet dies: Keine Milch, keine Eier, kein Honig, kein Leder...

 Kein Leder? Aus was sind denn dann die Schuhe dieser Leute? Aus Bast vielleicht? Aus was ihre Taschen und Koffer? Aus Leinen und Holz? Die Antwort wird die meisten erstaunen: Viele Veganer argumentieren nämlich damit, dass es heute genügend Kunststoffe gibt, die Leder ersetzen können. Damit beißt sich ihre Anschauung jedoch mit derjenigen der Umweltschützer, Bio- und Öko-Freaks, unter denen man ja die meisten Vegetarier findet und die natürlich aus Umwelt- und Gesundheitsgründen (und keineswegs ganz zu Unrecht!) gegen Kunststoffe sind. Offenbar steckt der Öko-Fundi in der Misere, dass er zumindest eines seiner Anliegen opfern muss: Entweder unterstützt er die Tiermörder-Mafia oder die petrochemische Industrie...  Diese Dogmenkollision hindert beide Gruppierungen jedoch nicht, sich darin einig zusein, wo sie einen ihrer Hauptfeinde ausgemacht zu haben vermeinen: Im bösen, grünen Mann nämlich, der durch den Wald schleicht und herzige Tierlein meuchelt.

 Mit diesem Bild vom bösen Tiermörder transportieren die beiden Gruppen der Fleischverzichter Teile ihrer Ideologien nun auch zu einer dritten Gruppe von Leuten, die Probleme mit der Jagd haben. Das sind Leute, die oft von der Natur nicht viel Ahnung haben aber doch gerne zu ihr zurück wollen, wenn auch in der Regel möglichst nicht zu Fuß. Diese Leute sind meist in der Stadt aufgewachsen und nicht selten von dort aufs Land gezogen, zumindest pilgern sie des Sonntags dorthin um sich in Wald und Flur zu ergötzen und ihren Kindern das Reh zu zeigen, das ja bekanntlich die Frau vom großen Hirsch ist.

  Dort kommen Sie dann zuweilen mit dem in Berührung, was der Jäger tut. Manchmal - ja, natürlich, auch unter Jägern gibt es Arschlöcher - treffen sie mit einem üblen Exemplar dieser Gattung zusammen, der im Gefühle vermeintlicher Polizeigewalt den Bürger des Waldes verweisen möchte oder gar droht ihm den Hund zu erschießen. Solch eine Begegnung braucht es meist noch nicht

Das Töten von Tieren um zu essen gehört zum Leben. Es schadet auch ganz und gar nichts wenn Kinder das frühzeitig erfahren


 einmal, fast jeder kennt einen, der einen kennt, dem so etwas widerfahren sei. Und, schließlich, das müssen ja doch wohl ganz gefühllose und rohe Burschen sein: Die hocken im Hinterhalt und nieten die nichts ahnenden, friedlichen und fröhlichen Tierlein ab....

 

Unheimliche Begegnung in der Morgenstunde

 Einer ist vielleicht Naturliebhaber und Frühaufsteher, geht schon morgens mit seinem Hund im Wald spazieren. Dort wird er Zeuge einer Szene, wie sie als erste der beiden am Anfang dieses Textes geschildert wird: Da geht doch einer tatsächlich her und bringt in aller Öffentlichkeit das um, was er essen will. Und noch dazu so ein niedliches Reh! Das passt nicht in die Gefühlswelt des urbanen Gutmenschen. Der Tod ist etwas das man versteckt. Einer der das Gewehr an die Backe nimmt, kalten Blutes zielt, abdrückt und tötet - und das in aller Öffentlichkeit und im friedlichen Wald...

 Was geht in so einem eigentlich vor? Schließlich kann er jetzt nicht am erlegten Stück stehen ohne sich darüber klar zu sein, das jedes Leben einmal zu Ende geht, auch seines. Dies nicht zu verdrängen ist ja geradezu obszön! Das passt nicht in unsere Zeit! Warum ist das eigentlich noch nicht verboten?

 Kopfschüttelnd geht unser Naturfreund jetzt nach Hause und erzählt beim Frühstück seiner Frau von dem skandalösen Tun des grünen Unholds. Auf dem Tisch stehen Eier von Käfighühnern und Schinken, der sehr gut von dem Schwein aus der zweiten der beiden zu Anfang geschilderten Szenen stammen könnte. Und in den nächsten Ferien fährt die Familie auf den österreichischen Bergbauernhof, damit die Kinder auch mal mit Tieren zusammen sein können. Mit den netten Haflingerfohlen etwa, die es dort jedes Jahr gibt und die am Saisonende zum Schlachten nach Italien kommen, weil im nächsten Jahr für die kleinen Gäste wieder neue, ganz junge Kuscheltiere her müssen...

 

Ist der Jäger nun ein Mörder?

 Ganz klar ist eines: Ein Tier das man essen will, muss man töten. Der moderne Mensch leistet sich den Luxus, dieses Töten zu delegieren, zu verstecken, zu verdrängen. Tod und Grauen des Schlachthauses werden züchtig verborgen hinter dem Chromnickelstahl der Fleischtheke und dem bunten Etikett der Würstchendose. Die meisten derjenigen, die latent gegen Jagd und Jäger sind, stören sich nicht am Horror der Massentierhaltung, essen Fleisch aus dem Schlachthof und Eier aus Hühner-KZs. Sie haben im Grunde außer Gefühlsduseleien ("arme Tiere", "böser Jäger", "Meuchelmord" etc.)keine Argumente gegen die Jagd, wählen aber oftmals Parteien, die von radikalen Tierrechtlern beeinflusst und gegen die Jagd sind bzw. müssen zumindest als Stimmvieh von den anderen Parteien in diese Richtung bedient werden.

Ein erlegter Frischling, ein Ferkel vom Wildschwein: Natürlich ist das kein schöner Anblick, aber das ist der Tod selten oder nie. Dieses Stück Wild hat jedoch besser gelebt als ein Hausschwein

Die radikalen Tierrechtler, in der Regel sind sie Veganer, jedoch meinen Argumente zu haben. Sie stellen die Behauptung auf, dass das Töten von Tieren genauso verwerflich sei, wie das Töten von Menschen. Es gibt hier übrigens im wesentlichen zwei Gruppen, die sich auch noch gegenseitig spinnefeind sind und von zwei ganz unterschiedlichen, ja sogar gegensätzlichen Standpunkten aus argumentieren: Die eine Gruppe der Jagdgegner besteht aus Atheisten, die andere aus religiösen Fanatikern.

  Die religiösen Fanatiker behaupten, dass Gott dem Menschen verboten hätte, Tiere zu töten. Das ist eine recht haltlose Behauptung, denn in keiner der heiligen Schriften der Weltreligionen findet sich ein solches Verbot. Wohl steht in der Schöpfungsgeschichte in unserer Bibel, dass Gott den Menschen die Früchte der Bäume zur Nahrung bestimmt hat, aber das war noch im Paradies. Bei den Propheten findet sich die Vision vom Friedensreich, wo der Löwe neben dem Lamm Gras frisst und ein Knabe beide hütet. Das erste jedoch war vor dem Sündenfall, das zweite wird nach der Wiederkunft Christi sein. Wir leben in der Zeit dazwischen, in der gefallenen Welt, zu welcher der Tod gehört und in der man praktisch nicht leben kann ohne Tiere zu töten. Dass Gott das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken nicht verbietet, geht schon aus den Speise- und Opfervorschriften des Alten Testaments hervor. Und auch im Neuen Testament wird Fleisch gegessen, sogar Jesus tut das. Selbst nach seiner Auferstehung isst er übrigens noch an einer Stelle einen gebratenen Fisch. Ein Verbot des Fleischessens lässt sich so ohne weiteres aus der Bibel wohl kaum ableiten.Das gleiche gilt für die Bhagavad Gita und erst recht für den Koran

  Diese Klippe umschiffen die Jagdgegner und Veganer der atheistischen Fakultät elegant, indem sie ganz einfach Religion für ungültig und für Volksverdummung erklären. Sie heben den Unterschied zwischen Mensch und Tier auf und stellen fest, dass der Mensch auch nur aus der gleichen Ursuppe komme wie die Tiere. Folglich hätte er kein Recht, sich über sie zu erheben und sich die Erde untertan zu machen.

 Diese Argumentation klingt zunächst griffig, hat aber schon einmal den Haken, dass sie die Frage aufwirft, warum der Mensch dann als ganz normaler Bestandteil der Ursuppe nicht am großen Weltenspiel des Fressens und Gefressenwerdens teilnehmen dürfe? Daraufhin kommen dann in der Regel schwammige Argumentationsversuche mit Ethik und Vernunft, die wir im Gegensatz(!) zum (uns doch angeblich gleichwertigen) Tier hätten.

 Wenn man jedoch die Existenz eines Gottes in Abrede stellt, wer legt dann die ethischen Maßstäbe fest? Vor wem soll sich der Mensch dann verantworten müssen? Wenn es keinen Gott gäbe, dann gäbe es auch keine Moral, weil dann auch keine Autorität da wäre, die berechtigt ist moralische Regeln aufzustellen. Jeder könnte dann mit dem Recht des Stärkeren das tun, woran andere nicht in der Lage sind ihn zu hindern, so wie das etwa bei Nietzsches Philosophie der Fall ist.

 Es zeigt sich bei ein wenig Nachdenken also ganz klar: Weder mit noch ohne Annahme eines Gottes lässt sich belegen, dass das Töten von Tieren zur Nutzung durch Menschen unmoralisch wäre. Es verbleibt also die Frage, ob denn dann, wenn schon die Tierhaltung und das Schlachten akzeptabel und moralisch gerechtfertigt sind, nicht doch wenigstens das Töten von wild lebenden Tieren heimtückisch und gemein wäre?

Auch dieses Jungrind ist für den Teller des Verbrauchers bestimmt. Ob er vorher noch eine ähnliche Lebensqualität haben wird wie ein Stück Wild?

 Nun, jedes Lebewesen will wohl leben. Aber das Fressen und gefressen Werden ist nun einmal Bestandteil der Natur. Wenn es nicht der Jäger ist, der ein Stück Wild tötet, dann wird es eventuell einem Raubtier zur Beute oder wird das Opfer von Parasiten. Das vom Jäger waidgerecht erlegte Wild ist in der Regel noch besser dran als das, welches einem Raubtier zum Opfer fällt, denn der heutige Jäger kann es sich leisten, möglichst schnell und schmerzlos zu töten, denn er hat die technischen Mittel dazu, ist nicht unbedingt auf seine Beute angewiesen und kann daher auch einmal auf die Erlegung verzichten, wenn ein sicherer Schuss nicht möglich ist.

  In jedem Falle ist das Wild besser dran, als das Nutzvieh. Es verbringt sein Leben in Freiheit und in einem weitgehend artgerechten Lebensraum, was man von Nutzvieh nicht behaupten kann. Unter diesem Aspekt betrachtet kann man ein Stück Wildpret also mit einem besseren Gewissen essen als ein Stück Fleisch von einem Haustier. Und wenn man selbst Fleisch isst, kann man dann den, der es beschafft, sei es der Metzger oder der Jäger, als Mörder bezeichnen?

  Wer Tierleid verhindern möchte, erreicht dies nicht, indem er die Jagd bekämpft. Die Jagd liefert, wie Bauernhöfe mit artgerechter Haltung und Schlachtung auf dem Hof, Fleisch von Tieren, die ein lebenswertes Leben und ein relativ schmerzloses und angstfreies Ende gehabt haben. Natürlich ist solches Fleisch teurer als das industriell erzeugte. Wir müssen aber nicht so viel Fleisch essen, wie das bei uns üblich ist. Wer weniger Fleisch, dafür aber Wildpret und Fleisch aus artgerechter Haltung kauft, gibt auch nicht mehr aus, verhindert aber tatsächlich Tierleid und tut seiner Gesundheit etwas Gutes.


Update 01.03.08: Hier steht übrigens ein Artikel, der die vegane Ernährung und ihre Vorzüge preist: veggie atzen

Ich habe natürlich dort auch per Kommentar diesen Beitrag verlinkt und bin gespannt, ob der Betreiber diesen Kommentar auch freischaltet... ;-)

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19. Februar 2009 4 19 /02 /Februar /2009 16:34

Seit 2005 gibt es auch in Baden-Württemberg einen Fischereischein "auf Lebenszeit". Mit dem Ende des Jahres 2008 sind die letzten 5-Jahres-Fischereischeine ungültig geworden; wer dieses Jahr wieder lösen muß, bekommt also jetzt erstmalig den neuen Schein.

Auch beim Angeln geht's nicht ohne Bürokratie ab: Aber wenigstens ist der Fischereischein de facto billiger geworden

 Wichtig dabei ist vor allem, dass man zum Lösen ein Passbild und mehr Geld mitbringen muss, da nämlich ein komplett neuer Fischerischein ausgestellt wird. Lustig an der Sache ist, dass dieser Schein zwar nominell auf Lebenszeit gilt, den Inhaber aber keineswegs von weiteren Zahlungen befreit. Damit der Schein seine Gültigkeit behält, muss nämlich eine jährliche Fischereiabgabe entrichtet werden.

 Bei uns in Aalen kostet die Ausstellung des Fischereischeins "auf Lebenszeit" € 25..- plus € 6.- jährlich für die Fischereiabgabe. Man bezahlt letztere für ein, fünd oder zehn Jahre im Voraus, so dass man € 31.-, € 55.- oder € 85.- entrichten muss.

 Wer also wie gewohnt für fünf Jahre lösen will, für den wird es fünf Euro teurer, denn er bezahlt € 55.- statt wie früher € 50.-. The good news is: In Zukunft zahlt er für jedes weitere Jahr nur noch € 6.-. Denn die € 25.- Ausstellungsgebühr sind nur einmal zu entrichten, beim Verlängern wird nur die Fischereiabgabe für den gewählten Zeitraum von € 6.-/Jahr fällig.

 Ich persönlich habe gleich für zehn Jahre im Voraus bezahlt, damit bin ich dem Risiko einer Erhöhung der Abgabe in diesem  Zeitraum aus dem Weg gegangen.

 Abgesehen von einer möglichen Erhöhung der Abgabe in der Zukunft spart man aber nichts mehr, wenn man für mehrere statt nur für ein Jahr löst. Früher war ja ein 5-Jahres-Fischereischein billiger als fünf Jahresscheine.

 Positiv ist jedoch, dass die nun jährlich zu entrichtende Fischereiabgabe billiger ist als die Jahresgebühr für den alten Fischereischein. Genaugenommen fährt man auch beim erstmaligen Lösen des neuen Scheins für fünf Jahre nicht schlechter: Seit ich einen Fischereischein habe, hatte nämlich jedesmal, wenn ich ihn nach fünf Jahren erneuerte, die Gebühr aufgeschlagen. Ich glaube daher kaum, dass, wenn es bei der alten Regelung geblieben wäre, ein Fünfjahresschein heute weniger als € 55.- kosten würde - und genau das kostet der neue Schein auch, wenn man die Gebühr für fünf Jahre im Voraus entrichtet.

 Fazit: Endlich einmal etwas, das tatsächlich billiger geworden ist!

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10. Januar 2009 6 10 /01 /Januar /2009 14:50

Jagen gilt landläufig immer noch als teure Sache und wird von vielen als etwas "für Reiche" angesehen. Beim genauen Hinsehen wird dem einen oder anderem aber einfallen, dass er "auch ganz gewöhnliche Leute kennt", die auf die Jagd gehen: Arbeitskollegen, Bekannte, Verwandte. Schnabulieren solche Leute etwa daheim den Kitt aus den Fensterscheiben, weil alles Geld für die Jagd draufgeht und nichts mehr fürs Essen übrig bleibt? Eine interessante Frage, die vor allem denjenigen bewegen wird, der sich mit dem Gedanken trägt, das Jagen anzufangen und nicht gerade ein Onkel Dagobert ist.

 Ja nun, wie sieht es mit dem Kosten für Kurs und Ausrüstung aus, wenn man Jäger werden (und sein) will? Nun, Jagen ist preisgünstiger als viele denken, zumindest wenn man nicht zu anspruchsvoll ist, was die Beute angeht. Wenn man einen unentgeltlichen Begehungsschein hat, ist das teuerste an der ganzen Jagd meist der Sprit, den man braucht um ins Revier zu kommen. Mit einem Pirschbezirk beim baden-württembergischen Staat ist man mit etwa 250 bis 400 Euro pro Jahr dabei, wenn man es schafft, die erlegten Rehböcke mit Abschüssen von Geißen, Kitzen, Frischlingen und Überläufern "abzuarbeiten". Für je zwei Stück von diesen darf man nämlich einen Rehbock umsonst erlegen, ansonsten kosten sie extra und zwar nach Trophäengewicht. Außerdem bekommt man das Wildbret ein wenig billiger als der Normalbürger, mithelfende Jäger bezahlen beim Forstamt die Wildbretpreise, die auch für pensionierte Förster und Waldarbeiter im Ruhestand gelten.

 

Grundsatz "Entweder spottbillig oder richtig teuer": Für die Kleinkaliber-Selbstladebüchse im oberen Bild tut�s das preisgünstige Bushnell-Zielfernrohr mit der einfachen Aufschubmontage. Für den Drilling geht man aber besser keine Kompromisse ein: Swarowski 3-12x56 mit Suhler Einhakmontage. Letztere muss zwar nicht unbedingt sein, es gibt auch preisgünstigere gute Montage - aber sie ist halt mal schöööön....

Schießstandbesuche

  Was tatsächlich ein wenig ins Geld geht, sind die Schießstandbesuche, die man eigentlich öfter mal machen sollte, damit man beim Schießen nicht aus der Übung kommt. Deswegen sollte man auch wenigstens eine Waffe in einem verbreiteten Kaliber besitzen, für die es dann auch preisgünstige Patronen gibt, denn großkalibrige Büchsenpatronen sind recht teuer. In den verbreiteten Kalibern - vor allem 8x57JS, .308 Winchester und 30-06 Springfield - gibt es jedoch eine große Auswahl an Patronen, darunter auch sehr preisgünstige. Auf der Jagd schießt man dagegen nicht so oft; daher spielt es für die Waffen, die man nur im Revier führt, keine so große Rolle, ob die Patrone einen oder fünf Euro kostet. Sport-Schrotpatronen für das jagdliche Schießen auf Tontauben hingegen sind zwar relativ preisgünstig, dafür verbraucht man jedoch viele, so dass das Schrotschießen auch nicht gerade billig ist. Insgesamt kann man sagen, dass ein Tag auf dem Schießstand mit Kugel- und Schrotschießen wohl Kosten in der Größenordnung eines Essens zu zweit in einem nicht ganz schlechten Restaurant verursacht, nämlich so etwa 60 Euro oder etwas mehr. Und etwa so oft wie einen Restaurantbesuch sollte man sich einen Schießtag auch gönnen.

 

Pächter oder revierloser Jäger?

 Die laufenden Kosten für die Jagd sind also, wenn man kein eigenes Revier pachtet, durchaus erschwinglich. Auch beim Pachten kann man manchmal ein Schnäppchen machen, aber hier ist man besser vorsichtig: Ein Pachtvertrag läuft mindestens neun Jahre und man weiß ja nicht unbedingt, wie sich das eigene Einkommen entwickelt. Außerdem gibt es da noch die mögliche Kostenfalle Wildschaden, welcher schnell mal mehr Geld verschlingen kann als die Pacht; gerade Reviere die man billig pachten kann, sind hier verdächtig. Mit dem Pachten eines eigenen Revieres kann man sich jedoch durchaus Zeit lassen. Zunächst muss man drei Jahre einen Jagdschein besessen haben, bevor man überhaupt pachtfähig ist. Aber auch dann hat man oft noch nicht die notwendie Erfahrung um ein guter Revierleiter zu sein. Irgendwann kommt aber vielleicht eine gute Gelegenheit, ein kleines Niederwildrevier auf dem Lande ist doch immer wieder mal zu einem erschwinglichen Preis zu haben. Vor allem, wenn mal die Kinder aus der Ausbildung sind und das Haus abbezahlt, ist auch bei Normalverdienern dieser kleine Traum oft erfüllbar.

 

Dicke Knochen haben ihren Preis...

Tatsächlich teuer wird es, wenn man scharf auf repräsentative Trophäen ist. Gute Rothirsche, Muffelwidder und wirklich starke Keiler kosten als Einzelabschuss erkleckliche Abschussgebühren und Reviere, die solches Wild zu bieten haben kosten richtig Kohle, wenn man sie pachten oder dort auch nur einen Begehungschein haben möchte. Auch wenn man meint, im Ausland auf exotisches Wild wie Löwe, Büffel, Bär und so etwas jagen zu müssen, darf man recht tief in die Tasche greifen. Das muss aber keineswegs sein, denn auch das Waidwerk auf Reh, Fuchs und Sau kann herrliche Jagdstunden und -tage bringen. Nicht die Größe der Trophäe ist entscheidend, sondern das Jagderlebnis. Und gerade an diesem mangelt es bei den teuren Abschüssen halt oft, weil man nicht wirklich selbst jagt, sondern von einem Profi auf das zu schießende Stück geführt wird.

Wenn man kein eigenes Revier pachtet und auch nicht unbedingt dauernd Renommiertrophäen geschossen haben muss, verursacht die Jagd also keine übermäßig hohen, laufenden Kosten. Was aber kostet der Einstieg? Ganz billig ist der tatsächlich nicht, aber er fällt ja nur einmal an und wenn man ein wenig schlau ist, braucht man nicht unnötig viel dafür auszugeben.

 

Gute Messer müssen nicht teuer sein: Nur knappe 50 Euro hat dieses feststellbare Klappmesser von Herbertz gekostet

Der Jagdschein

 Kaum etwas sparen kann man beim Erwerb des Jagdscheines, denn hier liegen so ziemlich alle Kosten fest, da es sich zum einen Teil um feste Gebühren handelt, zum anderen um Dinge, an denen man nicht sparen sollte. Mit etwa 2500 bis höchsten 3000 Euro sollte man aber hinkommen, bis man den ersten eigenen Dreijahresjagsdschein in der Hand hält. Für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühr, sowie für Literatur und Schießkarten sind so an die 1400-1500 Euro am Anfang fällig, der Rest geht während des Kurses drauf, für Patronen, das eine oder andere Stück zusätzliche Literatur, Sprit und das drauf, was man in den diversen Kneipen verzehrt, in denen die Kursveranstaltungen stattfinden bzw. die man nach Waldbegehungen und dergleichen noch aufsucht - und ganz am Schluss für die Jagdscheingebühr und die Jagdhaftpflichtversicherung, etwa 250-300 Euro für drei Jahre. Die gute Nachricht: Ein erheblicher Teil dieses Geldes wird an anderen Stellen eingespart. Während des Jägerkurses hat man nämlich kaum Zeit, für irgend etwas anderes Geld auszugeben.

 

Waffen

  Hat man dann den ersten Jagdschein, benötigt man natürlich außer einer Jagdgelegenheit auch eine Jagdausrüstung. Hier geben viele Leute Unsummen aus, was aber nicht unbedingt notwendig ist. Grundsätzlich gilt hier mit wenigen Ausnahmen der Grundsatz: Entweder spottbillig oder richtig teuer. Halbe Sachen kosten zuviel Geld als dass man den Preis verschmerzen könnte, erfüllen aber oft nicht den Zweck, dem sie dienen sollten. Leider gibt es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, aber keine ganz billigen Waffen. Besser als ein neues "preiswertes" Produkt ist meist der Gebrauchtkauf einer Nobelmarke. Das gilt vor allem für Waffen samt Zieloptik: Jagdwaffen nutzen sich wenig ab, weil man nicht jeden Tag etwas schießt und die meisten Jäger viel zu geizig sind, um oft auf den Schießstand zu gehen. Oft hat einer einen ganzen Schrank voll Waffen, von denen er aber fast immer die gleichen ein oder zwei im Revier herumschleppt. So kommt es, dass man nicht selten Jahrzehnte alte Jagdgewehre sieht, die fast neu sind. Solche Waffen kommen auf den Markt, wenn alte Jäger "den Waffenschrank ausräumen" oder vom allerobersten Jagdherrn in die ewigen Jagdgründe abberufen wurden. Wenn man gebrauchte Waffen von Privat kauft, sollte man jemand mitnehmen, der davon etwas versteht. Es lohnt sich aber auch, sich bei Büchsenmachern und in Waffenläden umzusehen, denn die müssen auch für gebrauchte Waffen gewährleisten und haben noch dazu einen Ruf zu verlieren. Es werden beim Neukauf oft gebrauchte Waffen in Zahlung gegeben, die man dann verhältnismäßig günstig erwerben kann. Waffen veralten nicht so schnell wie Autos und nutzen sich auch nicht so rasch ab. Eine Waffe hat man ein Leben lang, eine gute, wenn man sie ein wenig pflegt, sogar dann, wenn man sie tagtäglich bei Wind und Wetter im Revier mit sich herumschleppt - und sie bei der Anschaffung schon gebraucht war. Und wer, außer den Leuten, die einen schon länger kennen, weiß, dass man seinen alten, aber hochwertigen Drilling nicht schon seit Jahrzehnten führen oder von seinem Vater oder Großvater übernommen hat?

 Sich als erste Waffe einen Drilling anzuschaffen ist keine schlechte Wahl, zumindest, wenn man im Revier Schrot und Kugel braucht. Wenn er noch einen kleinkalibrigen Einstecklauf in einem der Schrotläufe hat, ersetzt er praktisch einen ganzen Waffenschrank. Weitere Waffen kann man sich dann später anschaffen - wenn man will, unbedingt brauchen wird man sie meist nicht, außer vielleicht für's Herz. Ausnahme: Eine Flinte, wenn man Gelegenheit hat, auf Niederwild zu jagen und/oder gerne auf Tontauben und Kipphasen schießt. Eine Erwerbsgenehmigung für so ein Ding kann man übrigens auch schon während des Jägerkurses bekommen.

  Ein anständiger, neuer Drilling mit einem guten, mündungslangen Einstecklauf kostet samt ordentlichem Zielfernrohr neu so etwa 6000 bis 7000 Euro. Gebraucht bekommt man ihn für die Hälfte oder noch etwas billiger. Wenn er ein veraltetes Glas und keinen Einstecklauf hat, kostet er zwar wesentlich weniger, wird aber im Endeffekt meist teurer, weil man dann doch ein modernes Glas montieren lässt.

 

Ein Bowie Knife von Herbertz mit einer selbstgebauten Lederscheide: Ein großes Messer ist zwar ab und zu etwas unbequem zu tragen, aber es leistet oft gute Dienste.

 Falls die Daumenbreite nach dem Jägerkurs aber doch erstmal zu stark abgenutzt ist, kann man den Kauf eines Drilling auch ein wenig aufschieben. In den meisten Fällen - auf Schwarzwild wird man nämlich fast immer Gelegenheit haben - ist eine Büchse das wichtigste. Die bekommt man relativ günstig und zwar sollte man eine mit 98er-System nehmen (siehe Seite "Jagdwaffen"), das ist und bleibt das Nonplusultra. Darauf gehört ein anständiges Zielfernrohr, für die Saujagd muss es eine große, lichtstarke "Sternwarte" sein, unter 56 (als junger Mensch) oder wenigsten 50  Millimeter (als älteres Semester) Objektivdurchmesser sollte man es nicht tun.

 Variable Gläser - z.B. 2,5-10x56 oder 3-12x56 - haben eine etwas schlechtere Lichtausbeute als solche mit fester Vergrößerung (8x56 ist hier das gängige Maß), geben einem aber auch bei Drückjagden eine Chance. Dort braucht man ein größeres Gesichtsfeld und das bekommt man, wenn man die Vergrößerung herunterdreht. Auf Sauen jagt man bei Nacht und durch ein zu schwaches Glas, sieht man da zwar schwarz, aber kein Wild in dieser Farbe. Kauft man sich so eine Waffe neu, ist das Glas teurer als die Waffe und man gibt zwischen 1500 und 2000 Euro für das ganze Ding aus. Gebraucht kann man einen Repetierer im 98er-System mit einem guten Glas aber schon mal für weniger als 1000 Euro ergattern. Diese Waffen sind vor allem im Kaliber 8x57 JS zu haben und das ist gut so. Hier gibt es viel Auswahl bei den Patronen und es sind auch preisgünstige Produkte dabei. Mit etwas Glück findet man eine aufwendigere Patrone für die Jagd und eine preiswerte für den Schießstand, die aus der jeweiligen Waffe verschossen in etwa die gleiche Trefferpunktlage haben.

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  Bei der Schrotflinte kann man von dem Grundsatz "ganz billig oder ganz teuer" abweichen, aber da muss ich  dann auch die Marke nennen: Miroku-Flinten sind preiswert aber von exzellenter Qualität. Für ungefähr 600 Euro können sie hier ein gutes gebrauchtes Stück ergattern, neu gibt es sie ab etwa dem doppelten Preis.

 Andere Waffen kauft man sich dann nach und nach, so wie man Bedarf, Lust und Geld hat. Eine Kurzwaffe wird eventuell irgendwann her müssen, für's Revier ist hier ein Revolver unbedingt vorzuziehen, denn der schießt immer. Wer je einer angebleiten Sau gegenüberstand und eine Selbstladepistole mit Ladehemmung in der Hand hatte, wird mir dass bestätigen - wenn er noch etwas bestätigen kann.

 Wer gerne im Feld auf Füchse jagt, wird sich dafür vielleicht eine Büchse im rasanten Kaliber .222 Remington anschaffen, wie sie auch in der Schießausbildung und im jagdlichen Sportschießen gerne verwendet wird, da sie einerseits, wie für diese beiden Dinge gefordert, rehwildtauglich ist, andererseit aber die Munition preisgünstig zu haben. Weil dieses Kaliber aber eben recht rasant ist, beschränkt sich die Rehwildtauglichkeit auf den jagdrechtlichen Aspekt (mindesten 1000J Geschossenergie auf 100m). In der Praxis entstehen mit .222 Remington üble Blutergüsse, die beim Fuchs egal sind, nicht aber beim Reh, da sie viel Wildbret entwerten.

 

Beim Ansitz in der Kälte tut ein warmer Schluck gut. In den Jägerrucksack gehört daher auch eine Thermosflsche und zwar am besten eine aus Edelstahl.

Sonstige Ausrüstung

 Die restliche Jagdausrüstung kann man sich nach und nach zusammenstoppeln. Das schont nicht nur den Geldbeutel sondern vermeidet auch Fehlkäufe. Wenn man sich ein Stück immer erst dann anschafft, wenn man es tatsächlich benötigt, weiß man eher auf was man achten muss, als wenn man auf blauen Dunst hin alles auf einmal kauft. Man muss sich auch nicht auf einmal komplett für die Jagd einkleiden und schon gar nicht sämtliche Kleidungstücke im Jagdbedarfsladen kaufen. Die alte NATO-grüne Ausführung der Bundeswehr-Moleskinhosen sind preiswert, strapzierfähig und nicht umsonst bei Jägern beliebt. Die Bundeswehrtroyer Marke Elbe sind warm, auch in der Ausführung aus echter Wolle nicht zu teuer und es gibt sie außer in Marineblau auch in grün, letztere Farbe derzeit aber anscheinend nur bei der Mischgwebe-Ausführung. Vielleicht lassen sich aber doch noch irgendwo Restbestände der grünen Variante in reiner Schurwolle auftreiben, es wäre schade, wenn es diesen schönen Pullover wirklich nicht mehr gäbe.

 Wer auf die Jagd gehen will, ist wohl gerne draußen und kauft deswegen sowieso strapazierfähige Kleidung. Wenn man sich hier etwas neues anschafft, kauft man es eben ab jetzt in Grün: Wachsjacke, Hosen, Pullover, T-Shirts. Die Wanderschuhe, die man vielleicht bereits hat, eignen sich auch für die Jagd. Selbst bei ALDI und LIDL findet man für die Jagd geeignete Kleidungsstücke und auch die Märkte der landwirtschaftlichen Lagerhäuser führen brauchbares, z.B. preisgünstige Parkas und feste Schuhe. Für den Ansitz sollte man noch etwas warmes haben das nicht knistert wenn man sich bewegt. Für den Anfang tut es hier eine Parka, auf die Dauer wird man sich aber einen Faserpelz zulegen. An diesem sollte man nicht sparen. Sehr nützlich ist auch eine Weste mit möglichst vielen Taschen, wie sie von Anglern getragen wird. Auch die gibt es immer mal wieder irgendwo im Sonderangebot.

Außerdem braucht man noch ein Messer, welches wiederum eine Ausnahme von der Regel "ganz billig oder ganz teuer" darstellt: Ganz billige Messer taugen nichts und ganz teure sind unnötig oder doch zumindest eher etwas für die Vitrine als fürs Revier. Auch hier nenne ich mal wieder ein Marke: Herbertz-Messer haben ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis. Für 50 Euro kann man hier bereits wunderbare Klappesser mit feststellbarer Klinge erhalten. Solch ein Messer kann man auch im Alltag ständig in der Tasche und bei Bedarf zur Hand haben, in dieser Beziehung ist es den feststehenden Messern eindeutig überlegen. Für die Jagd allgemein tut es so ein Messer. Wer als Saujäger ein großes Jagdmesser zum Abfangen benötigt oder aus sonstigen Gründen eine Seitenwaffe führen möchte, sollte sich die Bowie-Messer von Herbertz ansehen.

 Außer seinen Waffen benötigt ein Jäger auch ein Fernglas. Hier gilt der Grundsatz "ganz billig oder richtig teuer" unbedingt. Ich besitze ein russisches Fernglas, welches ich einmal geschenkt bekommen habe und welches wohl nicht viel mehr als 50 Euro gekostet haben dürfte. Nach Dafürhalten eines Jagdfreundes,welcher auf eine der beiden Nobelmarken für Optik schwört, ist es "gar nicht einmal so schlecht". Auf jeden Fall wachsen mir keine grauen Haare darüber, dass es ständig in meinem, oft (natürlich nur, wenn sich keine Waffe darin befindet) nicht abgeschlossenen Jagdwagen liegt.

Einen guten Jagdrucksack wird man sich über kurz oder lang auch zulegen, möglichst einen geräuschlosen ohne Metallteile die klimpern können. Den wird man wohl nur im Jagdausrüstergeschäft bekommen, aber der Inhalt - Thermosflasche und Flachmann zum Beispiel - kann auch aus anderen Läden stammen. Die Thermosflasche sollte aus Edelstahl sein, sie lohnt den höheren Anschaffungspreis durch eine wesentlich längere Lebensdauer. Bei den herkömmlichen Thermosflaschen zählte diese bei mir traditionell oft nur nach Wochen, wohingegen ich meine erste Edelstahl-Thermosflasche Jahre hatte und sie mich beim Jagen, Fischen und im Beruf treu begleitete.

Eine leicht transportable Sitzgelegenheit, ein Dreibeinklappstuhl bzw. ein Sitzstock, ist auch eine hilfreiche Sache, die man aber nicht unbedingt sofort braucht. Er wird ab dem Herbst interessant, wenn man auf Treib- und Drückjagden nach dem Anstellen öfter mal länger warten muss, bis es tatsächlich losgeht. Man sollte bei einem solchen Utensil auf Qualität achten und ins Jagdausrüster-Fachgeschäft gehen. Man kann sich Ausrüstungsgegenstände auch schenken lassen, aber dann sollte derjenige, der einen beschenken will - sofern er nicht selbst Jäger ist - in ein gutes Fachgeschäft gehen in dem man selbst bekannt ist und dort sagen, für wen das Geschenk gedacht ist.

 

Preisgünstiges Arbeitspferd fürs Revier: Der Lada Niva ist bei Jägern beliebt

Jagdwagen oder Familienkutsche?

 Einen Jagdwagen braucht man nicht unbedingt, viele Jäger fahren mit dem PKW in´s Revier. Viele Förster übrigens auch, doch diese haben Zugriff auf einen gut ausgestatteten Maschinenpark samt Maschinisten falls sie einmal etwas irgendwo herauszuziehen haben. Für den Jäger kann der Allrader hilfreich sein, vor allem wenn man ein eigenes Revier hat oder als "Reviergustav" der eigentliche Betreuer ist. Man sollte sich so ein Ding vor allem dann anschaffen, wenn man auch sonst Spaß daran hat. Falls man den Geländewagen nicht auch noch braucht um schwere Anhänger zu ziehen und/oder die ganze Familie samt Hund und Urlaubsgepäck darin unterbringen muss, sollte man einen mit kurzem Radstand wählen. In diesem Falle gilt der Grundsatz "ganz billig oder ganz teuer" besonders: Der Lada Niva ist der billigste Geländewagen und besser im Gelände als er ist erst wieder der Mercedes, aber der kostet auch uralt noch einen Haufen Geld. Der Niva kommt praktisch überall durch; dafür ist er aber für längere Strecken unzumutbar, da sein Innengeräuschpegel an den eines Unimogs erinnert. Er ist in der Versicherung spottbillig, aber ein unverschämter Säufer. Und nicht zuletzt: Er ist einfach geil, auch wenn es öfter etwas daran zu schrauben gibt. Dafür sind die Ersatzteile billig und die Technik von vorgestern, so dass man ohne Probleme selbst Hand anlegen kann. Er bietet genug Platz für zwei Mann, zwei Gewehre und zwei Hunde, auch dann noch, wenn man die wichtigsten Revierwerkzeuge wie Kettensäge, Zimmermannskiste etc. an Bord hat. Die kleinen Suzukis - Samurai & Co. - sind auch nicht schlecht, aber teuerer als der Niva und bieten erheblich weniger Platz.

  Der Niva ist ideal, wenn man einen kurzen Weg ins Revier hat und man seinen Jagdwagen auch sonst nicht für lange Strecken braucht. Ansonsten muss man einen Kompromiss eingehen, wenn einem ein Mercedes zu teuer ist. Ich selbst hatte auch schon  einen Niva, fahre aber jetzt einen alten Isuzu Trooper mit langem Radstand, da ich mit dem auch mein Boot ziehen kann und er Platz für Kinder, Hund und Gepäck bietet, wenn es zum Segelurlaub mal weiter weg gehen soll. Damit bin ich eigentlich sehr zufrieden, auch wenn er mit der Leistung im Gelände nicht an den Niva heranreicht.

Fazit: So wie ich es beschrieben habe, ist die Jagd tatsächlich kein extravagantes Hobby und durchaus auch für den Normalbürger erschwinglich. Wenn man dann und wann ein wenig Geld übrig hat, kann man sich ja auch einmal einen teureren Abschuss, eine Jagdreise oder ein hochwertiges Ausrüstungsstück gönnen.

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