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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

IT / EDV - Lösungen
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70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

18. Februar 2009 3 18 /02 /Februar /2009 10:07

Dass Fabriken ihren eigenen Strom erzeugen ist nichts neues. Nachdem vom direkten Dampfantrieb über Transmissionen auf den elektrischen Einzelantrieb der Maschinen umgestellt wurde, behielten viele Firmen ihre Dampfmaschinen und erzeugten damit den Strom für die Elektromotoren. Wo das möglich ist, wurde und wird auch vorhandene Wasserkraft genutzt um Strom für den Eigenbedarf zu erzeugen. Mittlerweile wird aber auch die Nutzung von Solarenergie für die Betriebe interessant.

 Bereits mit der Wasserkraft nutzen Betriebe ja bereits eine erneuerbare Energiequelle. Neuerdings gehen manche Firmen aber noch einen Schritt weiter und und nutzen auch Sonnenenergie. Wie motor-traffic.de berichtet  investiert z.B. Ferrari in eine größere Photovoltaik-Anlage und hat sich sogar das ehrgeizige Ziel gesetzt, Energie-Selbstversorger zu werden.

 Auch Panasonic ist in diesem Bereich aktiv. Wie auf dem Photovoltaik-Blog zu lesen ist, installiert das Elektronik-Unternehmen in seiner Holzkirchener Niederlassung eine Photovoltaik-Anlage mit Nachführung: Hierbei werden die Solarzellen ständig optimal auf die Sonne ausgerichtet. Dadurch wird die Ausbeute optimiert und Effizienz der Anlage erheblich gesteigert.

 Der Einsatz von Photovoltaik in Industriebetrieben ist eine besonders gute Sache: Zum einen werden damit Zeichen gesetzt, denn es dokumentiert die wachsende Wirtschaftlichkeit dieser Energiequelle. Zum anderen werden dadurch auch Erfahrungen mit größeren und großen Einheiten gesammelt, die der Weiterentwicklung dieser Technik zugute kommen.

 Hoffen wir also, dass die Beispiele Schule machen und weitere Firmen auf die Stromversorgung mit erneuerbaren Energien in Eigenregie setzen.

 

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30. Januar 2009 5 30 /01 /Januar /2009 09:36

Ohne besonderen Medienrummel ist am Montag die IRENA gegründet worden. Die „International Renewable ENergy Agency“, zu Deutsch: „Internationale Agentur für Erneuerbare Energien“, soll die weltweit Zusammenarbeit bei de Nutzung Erneuerbarer Energiequellen fördern und koordinieren.

 

Offshore Windpark: Versuch der Stromkonzerne, ihre davon schwimmenden Felle festzuhalten? (Bild: Hans Hillewaert, lizensiert nach GNU FDL)

Deutchland federführend

 Zur Unterzeichnung des Gründungsvertrages trafen sich am Montag in Berlin die Vertreter von über 100 Staaten, die in der Agentur Mitglied sind. Für Deutschland, Gastgeber und federführend bei der ganzen Geschichte, erschienen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und den Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler.

 In der Pressemitteilung zur offiziellen Gründung des Verbandes werden die Gründe genannt, die zu der Idee einer weltweiten Zusammenarbeit bei der Nutzung Erneuerbarer Energiequellen führten: Immer mehr Menschen auf dieser Erde benötigen immer mehr Energie, die auf die Dauer aus den herkömmlichen Quellen nicht mehr gewonnen werden kann, da diese irgendwann erschöpft sein werden. Neben wirtschaftlichem Niedergang würde die Verknappung der fossilen Energieträger in kurzer Zeit auch zu einer ernsten Gefahr für den Weltfrieden werden. Nur die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen kann dieses Problem lösen. Natürlich wurde auch der Klimawandel genannt, da offiziell ja noch am Dogma vom Treibhauseffekt festgehalten wird.

 

Was steckt dahinter?

 Die Frage ist nun aber: Welchen Sinn hat ein solches Bündnis? Zunächst einmal ist die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen eine gute und wichtige Sache, daran besteht kein Zweifel. Und dass dies nicht nur zu hause, sondern auf der ganzen Welt gilt, dürfte ebenfalls klar sein. Aber dass es für die Nutzung erneuerbarer Energien extra eine weltumspannende Organisation geben soll, riecht doch wieder verdächtig nach Globalisierung. Und selbstverständlich dazu noch nach gut dotierten Pöstchen. Auch von der „Klimakatastrophe“ leben ja mittlerweile allerhand Leute recht gut, warum nicht auch von „Technologietransfer“, „Beratung“ und dergleichen Hokuspokus auf dem Sektor der Erneuerbaren Energiequellen?

 Erneuerbare Energien sind per se eine dezentrale Sache, denn Wind, Sonne und Biomasse sind praktisch überall vorhanden und auch Wasserkraft kann an vielen Orten lokal im kleinen Rahmen genutzt werden. Daher sind diese Energiequellen bis jetzt vor allem das Geschäft von kleineren Firmen, die lokal Arbeitsplätze schaffen, nicht zuletzt auch in strukturschwachen Gebieten. Der Großindustrie und den Energie-Multis bleibt da weitgehend der Schnabel sauber.

 

Auch der chemischen Industrie wäre es lieber, wenn die Biomasse durch ihre Anlagen müsste, anstatt verbrauchernah in Energie verwandelt zu werden (Bild: Gerd W. Zinke, lizensiert nach GNU FDL)

 Das ist auch ein wichtiger Grund dafür, dass die Konzerne bislang mit allen Mitteln versucht haben, die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen zu verhindern. Nachdem das aber immer weniger funktioniert, versuchen sie, nicht nur auch eine Scheibe vom Geschäft mit der Öko-Energie ab zu bekommen, sondern gleich den ganzen Kuchen ein zu sacken. Genau das steckt nämlich hinter den bei genauem Hinsehen lächerlichen Versuchen, alternative Energietechnologien so zu verbiegen, dass sie zur zentralisierten Arbeitsweise der Großkonzerne passen.

 

Öko-Energie vom Großkonzern?

 Ein typisches Beispiel sind Offshore-Windparks: Hier wird der Strom wie in einem Kohle- oder Atomkraftwerk zentral gewonnen und wie gahabt über Hoch- bzw. Höchstpannungsnetze verteilt. Das ist zwar absolut unnötig, aber eben das Geschäftsfeld der Multis, im Gegensatz zur dezentralen Nutzung in der Nähe des Endverbrauchers. Die jeweils recht kleinen Investitionen für Windparks und Biogasanlagen können nämlich ohne weiteres von kleinen Fonds bzw. einzelnen Energiebauern, Kommunen oder Zweckverbänden erbracht werden, so dass die Multis überflüssig sind. Erneuerbare Energie ist eben Bürgerenergie. Damit die Multis daran doch verdienen können, muss die Technologie angepasst werden, auch wenn das völlig unnötig und dazu schädlich für das empfindliche Ökosystem Wattenmeer ist.

 Einen ähnlichen Versuch startete vor einige Zeit die chemische Industrie. Ihr Verband bewarb eine zeitlang ein neuartiges Verfahren, Ethanol aus Biomasse zu destilieren - natürlich auf großtechnischem Wege - das angeblich höhere Ausbeuten erzielen sollte als die herkömmlichen Verfahren. Aus den Rückständen könne man sogar noch Biogas gewinnen. Dass ein solches Verfahren natürlich im Gegensatz zur kompletten Nutzung der Biomasse durch Vergärung zu Biogas unnötig Energie für die erforderliche Destillationswärme verschwendet, wurde geflissntlich verschwiegen. Wichtig für die Industrie ist nämlich, dass man dazu ihre aufwändigen Anlagen braucht und nicht mit dem einfachen und kostengünstigen Biogasreaktor vom mittelständischen Hersteller auf dem nächsten Bauernhof auskommt. Ob die Technologie wirklich sinnvoll ist, spielt keine Rolle, sondern allein der Profit der Multis.

 Vor diesem Hintergrund sollte man natürlich auch die Gründung einer weltumspannenden Organisation zur Nutzung Erneuerbarer Energien sehen. Natürlich ist es gut, wenn der Verkauf von deutscher Öko-Technik in alle Welt bei uns Arbeitsplätze schafft. Natürlich ist es gut, wenn Drittwelt- und Schwellenländer nicht zuerst unsere fossilen Fehler wiederholen, sondern gleich auf Öko-Energie setzen. Wir müssen aber gut aufpassen, dass nicht schon bald in Indien, Brasilien oder China gebaute und den Energie-Multis gehörende Großwindkraftwerke im Wattenmeer uns mit Strom und "Bioraffinerien" der Großchemie uns mit Kraftstoff versorgen weil wir die Chance vertan haben, mit bürgernaher Technologie der Abzocke bei den Energiekosten zu entgehen.

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19. Januar 2009 1 19 /01 /Januar /2009 20:03

Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine ist offenbar beigelegt und schon bald soll das russische Gas wieder gen Westen strömen. Der Ölpreis ist auf ein moderates Niveau gesunken, Benzin, Diesel  und Heizöl sind wieder bezahlbar geworden. Gleichzeitigt kommen auch noch immer mehr Leute dahinter, dass der Treibhaus-Hype ein großer Humbug ist. Können wir also doch weiter machen wie bisher?

Die unterbrochene Verbindung ist wieder hergestellt: Nachdem die Ukraine im Gassstreit klein beigegeben hat und zahlt, wird auch das Gas bald wieder fließen (Dieses Bild basiert auf dem Bild Flanschverbindung Gasleitung.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Markus Schweiss)

Eine Lehre ziehen...

 Die Schreckensvisionen von bei Kerzenlicht auf dem Esbit-Kocher aufgewärmten Notrationen sind für diesmal noch nicht Wirklichkeit geworden. Trotzdem sollten wir aus dem Gasstreit so langsam die Lehre ziehen, die wir schon 1972 aus der Ölkrise hätten ziehen sollen.

 Auch wenn Öl und Gas nun wieder zu (für uns Westeuropäer) einigermaßen moderaten Preisen fließen, darf dass nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Vorräte endlich sind. Mittlerweile glauben zwar bereits ein ganze Menge Leute nicht mehr an die biotische Lomonossow-Theorie der Erdölentstehung; die abiotisch Theorie, nach der Erdöl und Erdgas noch in unvorstellbaren Mengen im Erdinnern vorhanden sind, ist jedoch keinesfalls bewiesen. Es ist daher allemal besser, wir stellen uns auf ein baldiges Ende der Vorräte ein.

 Es gibt noch einen weiteren Grund, sich schnellstmöglich aus der Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas zu befreien. Sowohl die 1972er Ölkrise als auch der Gaststreit der Ukraine mit Russland haben gezeigt: Wer Energie aus dem Ausland bezieht, macht sich abhängig und verwundbar. Zähneknrischend muss die Ukraine jetzt nämlich den geforderten Preis bezahlen. Das kann man Russland noch nicht einmal verdenken; warum sollte es ein Land beschenken, das ihm politisch die kalte Schulter zeigt und sich lieber nach Westen orientiert?

 

Warum für etwas bezahlen, das man selbst machen kann?

 Jenseits aller moralischen Erwägungen ist es jedoch eine rein praktische Entscheidung, sich von unsicheren, fremden Energiequellen unabhängig zu machen. Warum soll man Erdöl und Erdgas im Ausland kaufen, wenn man Wind, Biomasse, Sonne, Erdwärme und Wasserkraft vor der Haustür hat? Selbst wenn sich herausstellt, dass die Vorräte an fossilen Energiträgern weitaus größer sind als bisher angenommen, gehören sie doch nicht uns und den meisten anderen Nationen, sondern einigen wenigen Ländern, die damit natürlich möglichst viel Geld machen wollen.

 Es müssen noch nicht einmal politische Verwicklungen mit den Öl bzw. Erdgas liefernden Ländern sein, welche unsere Versorgung gefährden. Wie die Ölpreisentwicklung des letzten Jahres gezeigt hat, reicht es, dass finanzstarke Spekulanten an der Abhängigkeit der Industrienationen verdienen wollen, um unsere Wirtschaft mit gestiegenen Energiekosten massiv ins Trudeln zu bringen. Dass so etwas möglich ist, liegt natürlich an der uns als alleinseligmachend gepredigten Globalisierung, die in Wirklichkeit aber nur Vorteile für Spekulanten und Großkonzerne bringt.

 Also: Weg von der Globalisierung, weg von Erdöl und Erdgas, hin zu erneuerbaren Energieträgern und lokalen Wirtschaftsikreisläufen. Das Geld, welches wir für Öl bezahlen, dass durch Spekulationen künstlich überteuert ist, wäre für den Ausbau der Energiegewinnung aus heimischen regenerativen Quellen wesentlich besser angelegt: Damit würde nämlich ganz nebenbei auch noch eine erklckliche Anzahl von Arbeitsplätzen in unserm Land geschaffen.

 

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12. Januar 2009 1 12 /01 /Januar /2009 13:56

"Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt!" Dass sich mit dem schlechten Gewissen anderer eine Menge Geld machen lässt, wussten die Ablassprediger der katholischen Kirche schon vor 500 Jahren. Da sich der Mensch im Prinzip nicht verändert und heute noch genauso tickt wie schon immer, funktioniert der alte Abzocker-Trick mit dem schlechten Gewissen auchim 21. Jahrhundert noch prima. Im Unterschied zu früher lässt Otto Normalverbraucher sich zwar nicht mehr mit Teufel und Hölle ängstigen, dafür aber mit der Verantwortung Umwelt und Klima. Und das wird in vielerlei Hinischt weidlich ausgenutzt, unter anderem beim Strom.

 

Mit Windkraftanlagen und aus anderen erneuerbaren Quellen wird mittlerweile auch im Binnenland an vielen Stellen bereits ein erheblicher Teil des lokal benötigten Stroms erzeugt: Helfen Öko-Stromtarif mit, dass das noch besser wird?

Schlechtes Gewissen als Geschäftsgrundlage

 Wir Bewohner der westlichen Industriestaaten sind ja alle so böse, egoistische Umweltsünder, die dringend der heilsamen Buße bedürfen. Ein Problem, für das eine einfache und effiziente Lösung gefragt ist, man möchte schließlich wieder ruhig schlafen, aber, bitt'schön, ohne viel dafür tun zu müssen. Und diese Lösung besteht darin, dass man ganz einfach bezahlt und damit vermeidet, nachdenken oder gar sein Verhalten ändern zu müssen.

 Das wussten schon weiland Tetzel und Konsorten, die als Ablassprediger durch die Lande zogen und der Schatulle des Papstes so manchen harten Taler einbrachten. Heute ist es unter anderem der Ökostrom, den man teurer verkauft als den aus konventioneller Gewinnung und damit ein gutes Geschäft macht. Der Kunde denkt dabei, mit dem Mehrpreis würde er die Mehrkosten des Öko-Stroms decken helfen und so etwas für den Ausbau der Erneuerbaren Energien tun.

 

Wo kommt der "Öko"-Strom her?

 Ist das tatsächlich so? Nun, bei einzelnen Anbietern, vor allem bei solchen, die nur Ökostrom verkaufen, mag das tatsächlich zutreffen. Wirklich sinnvoll kann das aber nur dann sein, wenn der jeweilige Anbieter den Strom überwiegend bei lokalen Erzeugern kauft, die ihn aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen.

 Bei großen Energieversorgern führt jedoch eine einfache Überlegung zu einem erstaunlichen Ergebnis: Nach dem Gesetz über Erneuerbare Energien müssen die Stromanbieter den Produzenten von Öko-Strom diesen ja zu einem Garantiepreis abkaufen. Dadurch haben sie einen gewissen Anteil teureren Strom in ihrem "Stromsee", dessen Mehrkosten natürlich über den Strompreis wieder eingenommen werden müssen, damit der Gewinn nicht sinkt.

 Gibt es nun genug Leute, die sich einen Öko-Tarif andrehen lassen und damit mehr für ihren Strom bezahlen, entlasten diese damit den Stromanbieter von den Mehrkosten, so dass dieser von den anderen Kunden weniger verlangen muss und/oder mehr Gewinn macht. Die Ökostrombezieher bezahlen also lediglich für diejenigen mit, denen die Umwelt wurscht ist, anstatt tatsächlich etwas für den Ausbau erneuerbarer Energien zu tun. Mehr zu diesem Aspekt findet sich in diesem Artikel des Tagespiegels

 Außerdem ist es so, dass die Energieversorger zwar tatsächlich nachweisen müssen, dass sie einen entsprechenden Anteil an Öko-Strom einkaufen, doch müssen sie dies keineswegs beim Windpark um die Ecke oder beim netten Energiebauern von nebenan tun. Daher ist ein großer Teil des so genannten Öko-Stroms billiger Wasserkaftstrom aus dem Ausland. Norwegen etwa erzeugt mehr Strom aus Wasserkraft als es selbst benötigt. Dadurch kann es als Öko-Energie zertifizierten Strom günstig ins Ausland verkaufen. Zum einen bringt dies kein neues WIndkraftwerk, keine Biogasanlage und keinen Sonnenkollektor zusätzlich bei uns ans Netz und zum anderen muss man die Frage stellen, wer diesen Strom sonst bekommen würde und jetzt stattdessen wieder Öl- und Kohle-Strom verbraucht. Aus diesem Blickwinkel wird das Problem in diesem Artikel auf der Website von Readers Edition betrachtet.

 

Selbstverständlich ist Wasserkraft eine erneuerbare Energiequelle. Im Sinne der Nutzung Erneuerbarer Energien sollte sie aber nicht weiß Gott wo, sondern verbrauchernah genutzt werden. (Bild: United States Federal Government , PD)

 

Fazit und Alternative

 Ganz offensichtlich ist die Wahl eines Öko-Tarifes nicht der richtige Weg, mitzuhelfen, dass in Zukunft der Strom regional aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird und den Strom-Multis der Schnabel sauber bleibt. Wer dies möchte, der ist besser beraten, wenn er das Geld hierfür statt dessen anspart und sich davon Anteile an Fonds kauft, mit denen in seiner Region Öko-Kraftwerke finanziert werden. Das beste dabei ist, dass dieses Geld nicht nur nicht verloren ist, wie der Mehrpreis der "Öko"-kWh, sondern sogar Zinsen bringt. Und die kann man schließlich wiederum in Erneuerbaren Energien anlegen und damit noch mehr für die Umwelt tun.

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7. Januar 2009 3 07 /01 /Januar /2009 12:58

... ist bekanntlich verlassen. Dass solche alten Sprüche nicht nur Schall und Rauch sind, zeigt sich jetzt, als Russland der Ukraine und damit de facto auch uns den Gashahn zugedreht hat. Zwar beruhigt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos die Verbraucher, doch die Angst vor kalten Wohnungen und auf dem Esbit-Kocher gewärmten Notmahlzeiten geht sicherlich bei einigen bereits um.

Gehen bei uns demnächst auch die Gasflammen aus? (Bild: George Shuklin, PD)

Gas-Transfer über die Ukraine komplett gestoppt 

 Wie Spiegel-Online heute berichtet, hat die Ukraine jetzt die Transitleitungen geschlossen, durch die das von Russland in die EU exportierte Gas sonst strömt. Noch bleiben die Öfen und Gasherde nicht kalt, denn natürlich gibt es Reserven. Da Russland aber auch das Geld braucht, welches es für das in die EU exportierte Gas bekommt, wird es früher oder später die Gaslieferungen wieder aufnehmen müssen. Es besteht also immerhin eine gewisse Hoffnung, dass wir gar keine Auswirkungen des derzeitigen Lieferstopps zu spüren bekommen.

 Anders sieht es natürlich aus, wenn Russlands Strategie darin besteht, die EU gewissermaßen als Geisel zu nehmen oder, besser gesagt,  zu zwingen, auf die Ukraine einzuwirken, im Gasstreit einzulenken. Dann könnten Esbit-Kocher und kalter Hintern durchaus bittere Wirklichkeit werden.

 In jedem Fall zeigt sich aber hier klar, wie problematisch es ist, bei wichtigen Rohstoffen von Importen abhängig zu sein: Selbst wenn man selbst gar keinen Streit mit dem Lieferanten hat, kann man schnell unter Vorkommnissen zu leiden haben, mit denen man direkt gar nichts zu tun hat.

 Natürlich freuen sich jetzt die Besitzer von Ölheizungen, die, wenn sie es nicht schon getan haben, sich durch den stark gefallenen Ölpreis derzeit noch günstig eindecken können und autark sind, solange das Öl im Tank reicht. Sie wiegen sich jedoch in einer trügerischen Sicherheit, denn auf die Länge gesehen, stehen sie nicht besser da, als diejenigen, die mit Gas heizen. Wirklich lachen können dagegen die Leute, die ihre Wohnungen mit regenerativen Energieträgern heimischer Herkunft warm halten:  Wer einen ordentlichen Brennholzstapel vor der Tür hat, darf  getrost davon ausgehen, dass in dem  Wald, aus dem sein Holz kommt, noch mehr davon ist - und nach menschlichem Ermessen auch in Zukunft sein wird.

 Ganz fein sind natürlich diejenigen raus, die ihr Brennholz erst gar nicht kaufen müssen, sondern aus dem eigenen Wald holen können, wie das bei vielen Bauern der Fall ist. Sie brauchen noch nicht einmal steigende Holzpreise zu fürchten. Wenn der Schlepper oder Unimog, mit dem man das Heizmaterial erntet, dann auch noch mit Raps vom eigenen Acker läuft,  ist die Freude perfekt: In diesem Falle ist auch noch der letzte größere Einfluss des Ölpreises auf die Heizkosten ausgemerzt. Noch autarker geht`s dann nur noch, wenn man das Holz statt mit dem Schlepper mit dem Pferd holt - was ja einige immer noch bzw. schon wieder tun.

 

Die vorhandene Erdgas-Infrastruktur ist auch mit Biogas benutzbar.

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Gaskessel gr.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Igelball)


Autarkie verhindert böse Überraschungen

 

 Diese Überlegungen lassen sich aber auch auf höhere Ebenen übertragen: Wenn wir, statt Erdgas zu importieren, Biogas erzeugen, können wir die vorhandene Gas-Infrastruktur von den Gasbehältern bei den Stadtwerken bis zu den Heizkesseln und Herden in den Haushalten komplett weiter benutzen. Weder kommunale Energieversorger noch Verbraucher haben dadurch Geld in den Sand gesetzt. Die großen Investitionen in das Erdgasnetz waren also zukunftssicher, auch wenn das wohl gar nicht beabsichtigt war.

 Abhängigkeiten wie die von fremdem Erdgas bestehen aber auch an anderer Stelle. Vom Erdöl brauchen wir gar nicht zu reden; aber auch der Strom aus herkömmlichen Quellen macht abhängig: von der Willkür der Energie-Multis, deren Macht wir derzeit schmerzlich in Form überzogener Strompreise zu spüren bekommen. Energie aus erneuerbaren Quellen kommt nicht von den Multis, sondern von kleinen Gesellschaften, die lokal und regional operieren. Dadurch wird das ganze überregionale Höchst- und Hochspannungsnetz überflüssig, der Schnabel der Multis bleibt sauber. Altrnative Energie ist eben Bürgerenergie.

 Genau das ist es, was die großen Energieversorger an den Erneuerbaren Energien fürchten. Aus diesem Grunde setzen sie einerseits ihre Lobby ein, um den Öko-Strom nach Kräften zu behindern und versuchen andererseits, mit sinnlosen und sogar umweltschädlichen Projekten, eine Scheibe vom Kuchen abzubekommen. Die massive Behinderung der Windenergenie-Nutzung durch die Regierung in Württemberg ist ein Beispiel für die erste Strategie, der Hype um Off-Shore-Windkraftwerke eines für die zweite: Bei diesen Kraftwerken wird der Strom wiederum in großen Mengen an wenigen Stellen erzeugt und über die großen Netze der Multis verteilt. Damit würde die Abhängigkeit der Verbraucher von ihnen auch bei den erneuerbaren Energien festgeschrieben und die fröhliche Abzocke beim Strompreis könnte weitergehen.

 Das lässt sich aber verhindern - und zwar auf der Ebene der Kommunen und Kreise. Je mehr hier auf die Nutzung von regenerativen Energieträgern am Ort gesetzt wird, desto weniger haben die großen Energieversorger eine Chance, überzogene Strompreise zu verlangen. Dass aus dem Ganzen natürlich auch in anderen Bereichen, bei Kraftstoffen für Fahrzeuge etwa, ein Schuh wird, vesteht sich von selbst. Hoffen wir also, dass die Gaskrise wieder ein paar Leute mehr zum Umdenken in Richtung Erneuerbare Energieträger aus heimischer Herkunft bringt....

 

 



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21. Dezember 2008 7 21 /12 /Dezember /2008 16:30

Elektrizität ist eine sehr flexible Energiequelle. Wenn man die Selbstversorgung mit Energie anstrebt, kommt man dem Ziel einen großen Schritt näher, wenn man es geschafft hat, seinen eigenen Strom zu erzeugen - natürlich ohne, dass man dazu Energieträger kaufen muss. Das gilt nicht nur für den einzelnen Haushalts, sondern auch auf den Ebenen von Kommune, Region und Land: Sich ein Dieselaggregat in den Keller zu stellen und mit gekauftem Dieselöl zu betreiben ist genauso wenig Selbsrversorgung, wie wenn eine Gemeinde ihr eigenes Kohle- oder -  was heute leider in Mode gekommen ist - Palmölkraftwerk hat.

Aus Windkraft lässt sich recht leicht Elektrizität gewinnen, die vielseitig verwendbar ist, weil die Verteiler- und Verbraucherstruktur bereits besteht (Bildquelle: picspack/dodi79)

 Wenn elektrischer Strom selbst auch nicht per se eine „saubere Energiequelle“ ist, so kann er doch dazu verhelfen, umweltfreundliche Energien zu nutzen. Strom an sich kann weder „sauber“ noch „schmutzig“ im Sinne des Umweltschutzes sein, denn er ist kein Primärenergie wie Wasserkraft, Kohle oder Atomenergie. „Schmutzig“ oder „sauber“ kann nur die Methode sein, mit welcher der Strom hergestellt wird. Elektrischer Strom ist im wesentlichen immer so umweltfreundlich wie die Primärenergie, aus der er gewonnen wird.

 

Vorhandene Strukturen können weiter genutzt werden

 Und genau hier liegt auch das Öko-Potential der Elektrizität: Sowohl dem Leitungsnetz als auch den angeschlossenen Geräten und Maschinen ist es vollkommen egal, aus was der Strom hergestellt wird. Weder muss eine elektrifizierte Eisenbahnlinie irgendetwas an ihren Lokomotiven oder den Oberleitungen samt Zubehör ändern, weil der benötigte Strom statt von einem Kohlekraftwerk erzeugt zu werden, neuerdings aus Windkraft und Biogas gewonnen wird, noch muss sich jemand einen neuen Rasierapparat kaufen, weil er seinen Strom aus der Wasserkraft des kleinen Baches erzeugt, der über sein Grundstück fließt. Darüber hinaus kann bei der Stromgewinnung der Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien fließend erfolgen, indem nach und nach die alten Kraftwerke durch neue, umweltfreundliche ersetzt werden.

Auch Wasserkraft ist eine regenerative Energiequelle, die mit Hilfe der Elektrizität als sekundärer Energieträger genutzt werden kann. Sie ist flexibler als Windkraft, weil man das Wasser stauen und damit in gewissen Grenzen beeinflussen kann, wann elektrische Energie erzeugt verfügbar ist(Bildquelle: Public Domain)

 

 Dass das tatsächlich so ist, kann man in der Praxis beobachten: Die Nutzung von Pflanzenölen als Treibstoff für Fahrzeuge setzt sich nur langsam durch, weil dazu meist gewisse Änderungen am einzelnen Fahrzeug notwendig sind, zumindest, wenn man Einschränkungen wie schlechtes Kaltstartverhalten vermeiden will. Wind- und Biomassekraftwerke hingegen fügen sich heutzutage problemlos in das bestehende Versorgungsnetz ein.

 

Ein Irrweg..

  Diese Flexibilität der Elektrotechnik verführte die Fachleute in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch zu der damals herrschenden Atomkraft-Euphorie. In der Kernkraft sah man die Lösung der Probleme der Luftverschmutzung und der Abhängigkeit von den nur begrenzt vorhandenen fossilen Brennstoffen. Man glaubte seinerzeit, mit Hilfe von AKWs beliebige Mengen von elektrischem Strom fast umsonst erzeugen zu können. Strom sollte außerordentlich billig werden, ja es war sogar im Gespräch, dass Privatabnehmer für den Verbrauch von Strom bezahlt werden sollten! Was aus diesen Luftschlössern geworden ist, weiß man: Jeder, der heute, nach dreißig und mehr Jahren Atomkraft seine Stromrechnung ansieht, kann darüber nur bitter lachen...

 

Biogas ist sehr flexibel, denn man kann es praktisch beliebig speichern und genau dann Strom erzeugen, wenn er benötigt wird. Allerdings ist es fastein bisschen schade, Strom aus Biogas zu erzeugen, denn es eignet sich auch sehr gut als Treibstoff für Fahrzeuge

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Neuhaus oste biogasanlage 01.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Ra Boe)

Strom: Eine der wichtigsten Energieformen

 In der Tat ist es aber so, dass wir einen Großteil unserer Energieprobleme gelöst haben, wenn es uns gelingt, allen Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Wie die großen Fortschritte zeigen, die bei uns in Deutschland vor allem im Bereich von Windkraft und Bioenergie gemacht werden, ist das durchaus machbar. Bereits heute wird zeitweise sämtlicher in Deutschland verbrauchter Strom aus Windkraft gewonnen, nämlich dann, wenn gerade wenig Strom benötigt wird und gleichzeitig viel Wind weht.

 Dezentral erzeugte Energie ist Bürgerenergie

 Anders als zur Zeit der Atomkraft-Euphorie, sind die großen Energieversorger aber gar nicht erfreut über die heutigen Bestrebungen, bei der Stromerzeugung von Kohle und Öl weg zu kommen. Das liegt daran, dass man bei der Lösung mit den Atomkraftwerken weiterhin bei der zentralen Erzeugung des Stroms in wenigen großen Kraftwerken geblieben wäre und diesen auch weiter über die großen Hochspannungsnetze, die Fernleitungen der Energie-Multis, verteilt hätte.

Die zentralisierte Versorgung mit Strom über Höchst- und Hochspannungsnetze ist die Domäne der großen Energiekonzerne. Strom aus erneuerbaren Quellen wird auf der Ebene des Mittelspannungsnetze oder sogar darunter erzeugt, was die Vormachtstellung der Multis bricht

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Freileitung mit Transformatorhaus.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Heidas)

 Erzeugt man den Strom aber aus alternativen Energien, passiert dies dezentral in einer Vielzahl von kleinen Anlagen, Biogas- und Hackschnitzelkraftwerken etwa, in Windparks und ähnlichen Kraftwerken. Diese sind in der Hand von „kleinen Leuten“: Energiebauern, Gemeinden, Zweckverbänden, Windkraftfonds für Kleinanleger und sogar Privatpersonen. Man sagt daher auch, dass erneuerbare Energie Bürgerenergie sei. Die Großkraftwerke und Fernleitungsnetze der großen Energiekonzerne werden dadurch überflüssig und diese vom Geschäft mit der Energie ausgeschlossen.

 Viele Verfechter von erneuerbaren Energien vermuten daher, dass die Energiewirtschaft die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen durch Lobby-Arbeit und andere Einflussnahme auf die Politik behindere. Andererseits kann der Staat die Augen aber auch nicht vollständig vor dem Energieproblem verschließen und so kommen nach und nach eben doch sinnvolle Neuerung wie das Energieeinspeisungsgesetz, welches die alternativen Energien in den letzten Jahren erheblich voran gebracht hat und weiter voran bringt.

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11. Dezember 2008 4 11 /12 /Dezember /2008 18:08

Umweltfreundliche Energiegewinnung verstärkt möglicherweise Artensterben

Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist eines der Hauptziele der aktuellen Umweltpolitik. Aus diesem Grunde werden unter anderem Biogasanlagen mit Abnahme- und Preisgarantien für den erzeugten Strom gefördert. Der Anbau von Energiepflanzen speziell für die Biogasgewinnung könnte aber zum Artenschutzproblem werden. 

 

 

Die Biogaserzeugung fördert unter anderem den großflächigen Maisanbau und damit die durch Monokulturen verursachten Öko-Probleme

 Ursprünglich wurden Biogasanlagen vor allem zur Verwertung von organischen Abfällen, vor allem Mist und Gülle eingesetzt. Wie Bruno Krieglstein vom baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium berichtet, ist die Biogas-Technik zwar schon seit Jahrzehnten bekannt und alltagstauglich, wurde aber 
Die Biogaserzeugung fördert unter anderem den großflächigen Maisanbau und damit die durch Monokulturen verursachten Öko-Problemebis vor kurzem nur von einzelnen Landwirten eingesetzt. Der derzeitige Boom bei Biogasanlagen ist, so Krieglstein, vor allem auf die Novellierung des Gesetzes über Erneuerbare Energien (EEG) im Jahr 2004 ausgelöst worden: „Vor allem die für die nächsten zwanzig Jahre garantierte Abnahme für den erzeugten Strom gibt den Bauern Investitionssicherheit und erleichtert die Finanzierung solcher Anlagen durch die Banken.“ 
 So hat sich nach Angaben des Landwirtschaftsministerium die im Land in Form von Biogasanlagen in Baden-Württemberg installierte elektrische Leistung seit 2004 von 22 auf 96 Megawatt mehr als vervierfacht. Die „Energiebauern“ betreiben ihre Anlagen schon lange nicht nur mit Abfallstoffen, sondern auch mit Pflanzenmaterial wie Mais oder Grasschnitt. Grundsätzlich wird dies von Ökologen positiv gesehen, da es sich um erneuerbare Energieträger handelt. Allerdings befürchten Umweltschutzverbände wie der Naturschutzbund NABU und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) auch negative Folgen: Noch mehr Mais-Monokulturen und noch früheren Graschnitt. 
 Matthias Roller von der Heidenheimer Naturschutzbehörde erläutert die ökologischen Zusammenhänge, die hinter den Bedenken der Naturschutzverbände stecken: „Seit dem die Bauern das Gras silieren anstatt Heu zu machen, wird viel früher gemäht, was sich negativ auf die Artenzahl der Pflanzen- und Tierwelt auswirkt, die sich über Jahrhunderte an das Mähen im Juni angepasst hat. Der große Bedarf an Biomasse kann nun dazu führen, dass die Bauern noch früher und noch kürzer mähen als bisher.“ Olaf Tschimpke, der Präsident des NABU, sieht darüber hinaus auch die Gefahr, dass Grünland in Maismonokulturen umgewandelt würden, mit allen negativen Folgen dieser Nutzungsform, sowie das Ansteigen der Pachtpreise und einen daraus folgenden Druck auf Naturschutzflächen. Nicht zuletzt befürchten die Naturschützer aber auch Image-Schäden für nachwachsende Rohstoffe. 
 Bedenken hat auch Dr. Stefan Rösler, Landesvorsitzender des NABU in Baden-Württemberg; beim Naturschutztag des Landwirtschaftsministeriums in Pforzheim arbeitete er nicht nur die Chancen sondern auch die Risiken des Anbaus von erneuerbaren Rohstoffen heraus. Neben den ökologischen Problemen sieht er auch strukturelle: Zum einen könne der Anbau von Energiemais und dergleichen zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion gehen, zum anderen drohe die Gefahr, dass Großanlagen gebaut und so die Landwirte als reine Rohstofflieferanten in Abhängigkeit von den Betreibergesellschaften geraten würden. 

 Grundsätzlich aber sehen die Naturschützer die Biogas-Technik durchaus positiv. Für die daraus erwachsenden Probleme liefern sie Lösungsvorschläge: „Um den guten Ruf nachwachsender Rohstoffe in der Öffentlichkeit nicht zu gefährden, muss ihr Anbau naturverträglich erfolgen“, meint der Vorsitzende des DVL , Josef Göppel und fordert zusammen mit Olaf Tschimpke ökologische Mindeststandards für den Anbau erneuerbarer Rohstoffe.

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1. Dezember 2008 1 01 /12 /Dezember /2008 18:04
Baden-Württemberg behindert Windenergie massiv
Insgesamt ist die Windenergie mittlerweile nicht nur zu einem wichtigen Standbein der deutschen Stromversorgung geworden, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Mit mittlerweile weit über 20 000 Megawatt installierter Leistung erzeugte die deutschen Windkraftanlagen bereits letztes Jahr mehr als 30 Mrd. Kilowattstunden Strom, was bedeutet, dass rechnerisch Hessen und Rheinland-Pfalz komplett mit Windstrom versorgt werden. Wenn kräftiger Wind und geringer Strombedarf zusammen fallen, kann zeitweise sogar der in Deutschland benötigte Strom vollständig aus Windkraft erzeugt werden. 70 000 Arbeitsplätze sind in der deutschen Windenergie-Branche bereits neu entstanden und mit 5 Mrd. € Jahresumsatz leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum, vor allem auch im Export, denn auf dem Windsektor ist Deutschland Weltspitze.
Die Hersteller von Windenergieanlagen sitzen, wie Enercon in Aurich, vornehmlich im Norden, bringen so Arbeitsplätze und Aufschwung in strukturell benachteiligte Regionen. Wichtige Zulieferer und Windpark-Betreibergesellschaften sitzen aber auch im Süden, in Baden-Württemberg etwa, dem Land der Erfinder, Tüftler und Techniker, wo übrigens bereits in den 1950er Jahren der erste moderne Windpark in Deutschland entstand. Doch den Windkraft-Pionieren geht es wie dem Propheten, der ja bekanntlich im Heimatland nichts gilt: Ungeachtet einer Bundespolitik, die sich klar zu erneuerbaren Energien bekennt, trotz vollmundiger Werbung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums, dass das Land einer der führenden Standorte bei den Erneuerbaren Energien sei, ist Baden-Württemberg zusammen mit Bayern trauriges Schlusslicht bei der Nutzung der Windenergie.  

 

Ausreden

Von offizieller Seite wird das mit dem Mangel an geeigneten, also hinreichend windhöffigen Standorten erklärt. Für den Energieversorger EnBW ist laut seinem Pressesprecher Ulrich Schröder Windenergie kein Thema, auch wenn das Unternehmen einige (Alibi-)Windkraftanlagen betreibt: „Wir setzen auf Wasserkraft, die ist im Land vorhanden.“ Dabei lässt er aber ganz nonchalant unter den Tisch fallen, dass einerseits die großen Wasserkraftquellen in Baden-Württemberg schon lange genutzt werden und es andererseits genügend windreiche Hochlagen gibt. 

 

Gegenbeispiele

An einigen Stellen im Land wird nämlich bewiesen, dass auch in Baden-Würtemberg durchaus rentable Stormerzeugung aus Windkraft möglich ist. Franz Uhl, Inhaber der Firma Uhl Windkraft in Ellwangen/Jagst, hat unter anderem im nordwürttembergischen Ostalbkreis Windparks projektiert und gebaut: „Hier im Ostalbkreis erzeugen wir bereits 30% unseres Stroms aus Windkraft.“ Dabei werden dort aber noch lange nicht alle geeigneten Standorte genutzt. Uhl versichert glaubhaft: „Mit Windkraft, Biogas- und Hackschnitzelkraftwerken zusammen könnten wir ohne weiteres 60-70% des Strombedarfes im Landkreis decken, ja selbst eine 100%ige Deckung aus erneuerbaren Energien wäre keineswegs utopisch.“  

Allerdings weiß der erfahrene Windpark-Bauer und -Betreiber Uhl auch von den Querelen ein Lied zu singen, die es im „Muschterländle“ geben kann, wenn ein Windpark gebaut werden soll. Abgesehen von den bürokratischen Hindernissen sind es nach seiner Erfahrung oft auch Einzelpersonen, die mit allen Mittel quer zu schießen versuchen: „Da ist zum Beispiel einer beim Grundstücksverkauf für einen Windpark leer ausgegangen, kann sich damit nicht abfinden und versucht dann mit allen Mitteln, bis hin zur Petition beim Landtag, die nach allen demokratischen und rechtlichen Regeln eines solchen Bauvorhabens gefundene Entscheidung in letzter Minute zu torpedieren.“ 

Solche Aktionen einzelner gibt es nicht nur in Baden-Württemberg und nicht nur beim Bau von Windparks, aber ein windkraftfeindliches politisches Klima ermutigt natürlich auch selbsternannte Windkraftverhinderer. Wie die nachhaltige Verhinderung von oben her funktioniert, kann Josef Pesch von der baden-württembergischen Sektion des BWE (Bundesverband Windenergie) erklären: „Das funktioniert über die Landesentwicklungsplanung und die Regionalplanung in den Regionalverbänden.“ Die Regionalpläne nämlich machen den Kommunen Vorgaben, wie sie ihre Flächen zu nutzen haben. „Und dass,“ so Pesch, „ist eine Schwarz-Weiß-Planung: Wenn für sie im Regionalplan keine Flächen für Großwindkraftanlagen vorgesehen sind, hat die jeweilige Kommune keine Möglichkeit, solche im üblichen Verfahren über ihre Flächennutzungs- und Bebauungspläne auszuweisen.“

 

Steuerung von oben

Vordergründig kommen die Vorgaben der Regionalverbände natürlich auf demokratischem Wege zustande, denn es sind Vertreter der zugehörigen Landkreise, die hier abstimmen. Allerdings müssen eben auch Vorgaben der Landesentwicklungsplanung entsprechend dem Landesplanungsgesetz umgesetzt werden. Zudem gibt es, wie Pesch erläutert, hier auch noch Strukturen aus der Ära des ehemaligen Ministerpräsidenten Teufel, der ja nicht gerade für seine Aufgeschlossenheit gegenüber Erneuerbaren Energien sondern eher für seine Nähe zu Großunternehmen bekannt war. Zudem wird mit Windkraft eine dezentrale Energieversorgung möglich, was nicht im Sinne der Energieriesen sein kann; Windparks werden in aller Regel über Fonds von Kleinanlegern finanziert und graben so den Energieriesen ein Stück weit das Wasser ab. Klar, dass diese versuchen, die „Bürgerenergie Windkraft“ so gut wie möglich zu verhindern. Und zwar geschieht das über Lobby-Strukturen, über welche die Großunternehmen natürlich besonders in Ländern wie Baden-Württemberg verfügen, wo traditionell ein große Nähe zwischen Großunternehmen, Verwaltung und Regierung besteht.  


Demgemäß ist die derzeitige Fassung des baden-württembergische Landesplanungsgesetz, welches die Verhinderung von Windkraftanlagen von oben her ermöglicht, auch eine recht neue Errungenschaft. Hannelore Reinbold-Mench etwa, Bürgermeisterin der Schwarzwald-Gemeinde Freiamt, hat sich dafür stark gemacht, dass dort zwischen 2001 und 2004 vier Windkraftanlagen mit insgesamt 7,4 MW Leistung gebaut werden konnten: „Wir konnten diese Anlagen seinerzeit noch als Einzelvorhaben genehmigen lassen.“ Die Anlagen haben die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt und man ist in Freiamt froh, sie gebaut zu haben. “Heute, nach der Gesetzesänderung,“ so verrät die Bürgermeisterin, „wäre der Bau dieser Windkraftwerke jedoch nicht mehr so einfach möglich.“ 

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