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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

20. Oktober 2012 6 20 /10 /Oktober /2012 18:55

Ich habe schon seit einiger Zeit den Eindruck, das heutzutage vielen Menschen das Wissen darum verloren gegangen ist, was ein Staat im Sinne unserer freiheitlich-demokratischen Sichtweise ist bzw. zu sein hat. Nicht nur den Politikern, Beamten, Managern und was da sonst noch alles auf unser Kosten lebt, sondern auch uns, den ganz gewöhnlichen Leuten, die darunter zu leiden haben, dass "die da oben" vergessen haben, zu was und für wen sie eigentlich da sind.

feudal-system 

Zur Zeit des Feudalsystems war die Funktion des Staates ganz klar die, es einer kleinen Gruppe zu ermöglichen, den Rest der Bevölkerung auszubeuten...

  

     Das ging mir wieder einmal auf, weil ich unlängst in eine Diskussion in der Newsgroup de.talk.tagesgeschehen geraten bin, in der einige metzgerselbstwählende Kälber das kolportierten, was uns die hohe Obrigkeit und die dahinter steckenden Kapitalisten seit Jahren weis machen wollen. Es ging um die Frage, ob sich "Arme" beklagen dürfen, dass Essen, Wohnen, Heizen, Kleider und Autofahren zu teuer für sie sind. Eine gute Gelegenheit, einmal wieder auf den Boden zurückzukommen und klarzustellen, was man von einem Staat zu erwarten hat und erwarten darf:   

  1) Ein demokratischer Staat (wie es der unsere ja angeblich ist) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von freien Menschen, die sich freiwillig den Regeln unterrwerfen, die diesen Staat ausmachen: Laut unserem Grundgesetz geht alle Staatsgewalt nämlich vom Volke aus - und das bedeutet genau das.

2) Wenn man seine Freiheit einschränkt und sich Regeln unterwirft, tut man das einzig und alleine aus dem Grund, dass man Vorteile davon hat.

3) Damit die Regeln eingehalten und weiterentwickelt werden und damit daraus auch die Vorteile für jeden Einzelnen entstehen, hält sich der Souverän - also das Volk, das sind wir alle - einen Apparat aus bezahlten Knechten, der sich in Legislative, Exekutive und Jurisdiktion aufteilt. Deren Aufgabe ist es in erster Linie, für das Wohlergehen jedes einzelnen Bürgers zu sorgen und erst in zweiter Linie, irgendwelche Regeln aufzustellen, deren Einhaltung zu überwachen und was es da sonst noch alles gibt.

Der Staat und die Leute 

   Soweit so gut. Aber was bedeutet das?

   Es bedeutet ganz einfach folgendes: Wenn sich Leute den Regeln eines Staates unterwerfen, hat dessen bezahlter Apparat (Regierung, Beamte usw.) auch die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, zu gewährleisten, dass jeder dieser Leute die Möglichkeit hat, sich mit seiner Arbeit einen angemessenen Lebensunterhalt zu verdienen. Was angemessen ist, hängt vom jeweiligen wirtschaftlichen und technischen Umfeld, von den Ressourcen und der Produktivität also, ab. Und in einer so hochproduktiven Industriegesellschaft wie der unseren, bedeutet  "angemessen" eben auch: Nicht nur bezahlbares Essen, Wohnraum und Wärme, sondern auch Auto, Urlaub und Hobby. Und das ganze natürlich mit einem moderaten Arbeitaufwand, denn - so utopisch das für Manchen klingen mag, der es nicht besser weiß - dazu wären wir aufgrund der heutigen technischen Möglichkeiten in der Lage, wenn die Erträge unseres Wirtschaftens richtig verteilt würden.  

   Und wenn der von uns beauftragte und bezahlte Staatsapparat es nicht leisten kann, dass jeder eine Job bekommt, hat er diejenigen, die keinen abbekommen, ohne Wenn und Aber ausreichend zu alimentieren, anstatt sie als Menschen zweiter Klasse zu behandeln und permanent zu schurigeln wie das hier und heute mit Arbeitslosen geschieht.  

   Übrigens hatten wir einen solchen, heute paradiesisch anmutenden Zustand schon vor dreißig Jahren und mehr, obwohl wir damals noch um Welten weniger produktiv waren als wird es heute sind. Das ist auch etwas, worüber man nachdenken sollte, wenn man wieder einmal gesagt bekommt, das man für weniger Geld mehr arbeiten soll, obwohl gleichzeitig auch noch die Preise ständig steigen.

franzoesische Revolution

Der Gedanke, dass der Staat ein Zusammenschluss freier Menschen zum gegenseitigen Vorteil sein muss, spielte auch bei der Französischen Revolution eine Rolle

     An genau diesem Anspruch eines jeden auf angemessene Teilhabe an den im Lande erwirtschafteten Werten gehört das gemessen, was uns Politiker oder irgendwelche Verbands- oder sonstigen Interessensvertretungs-Knülche erzählen. Wer etwas anderes behauptet outet sich damit implizit als einer, der den Staat nicht als Zusammenschluss freier und gleicher Menschen betrachtet, sondern als Apparat, der es den einen ermöglicht, die anderen auszubeuten.

Nicht verdummen lassen 

   Bei der ganzen Diskussion um Einkommen, Arbeitszeit und Beschäftigung sollte man sich also nicht verdummen lassen, sondern drei Grundsätze immer im Auge behalten:

1) Der Staat ist für uns da, nicht wir für den Staat

2) Wir können aufgrund des Standes der Technik so produktiv sein, dass wir im Prinzip nur noch die seinerzeit von Paul Lafargue als Obergrenze geforderten drei Stunden am Tag zu arbeiten brauchten um den Lebensstandard zu halten, den wir heute als angemessen ansehen.

  3) Wenn realwirtschaftliche Ressourcen (Arbeitskräfte, Knowhow, Maschinen, Infrastruktur usw.) und der Wille zur Arbeit da sind, müssen logischerweise Werte geschaffen werden können, sprich: Es muss Arbeit, etwas zu verdienen und Waren geben, die man mit seinem Verdienst kaufen kann. Wenn das nicht funktioniert, hat das einen einzigen Grund: Es fehlt an Geld im Umlauf, was derzeit auch der Fall ist und seine Ursache in unserem Geldsystem hat.

   Alles, was uns in diesem Zusammenhang sonst erzählt wird, ist lediglich Volksverdummung. Es soll uns den Blick darauf verstellen, dass es einen eben so einfachen wie perfiden Mechanismus gibt, der dafür sorgt, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden: Zins und Zinsezins.

   Wer sich ersteinmal klar gemacht hat, wie Geld funktioniert und was es eigentlich für eine Aufgabe hat, versteht auch, was Zins und Zinseszins bewirken: Sie sorgen dafür, dass das Geld sich an bestimmten Stellen sammelt und so große Geldvermögen entstehen, die immer weiter wachsen. Das Gegenstück zu diesen großen Geldvermögen sind  die staatlichen, privaten und Firmenschulden, für die ständig Zins und Tilgung an die Besitzer der Geldvermögen geleistet werden müssen, denn diese Geldvermögen der Einen bestehen aus nichts anderem als den Schulden der Anderen.

   Durch die zu leistenden Kreditdienste wird das Geld nicht nur bei den Schuldnern, sondern auch im Umlauf knapp: Das Geld, das für Zins und Tilgung von Krediten verwendet wird, kann ja nicht für Waren und Dienstleistungen ausgegeben - also auch von niemandem verdient - werden. Das wiederum bewirkt eben, dass zu wenig Geld umläuft und viele Güter nicht erzeugt werden, die man erzeugen könnte, weil Arbeitskräfte, sonstige Ressourcen und Bedarf da sind. Wer das einmal verstanden hat, versteht nicht nur, warum wir für immer weniger Geld immer mehr arbeiten sollen, sondern auch, warum wir Wirtschaftswachstum und Exportüberschüsse brauchen, obwohl diese aus realwirtschaftlicher Sicht absolut unnötig, ja im zweiten Fall sogar schädlich, sind.

Die Rolle des Staates dabei

  Kommen wir jedoch wieder zurück zum Staat, zu der Rolle, die er spielen sollte und zu der, die er heute tatächlich  spielt: Anstatt den Rahmen dafür zu schaffen und zu erhalten, innerhalb dessen jeder seinen Lebensunterhalt verdienen kann, schafft und erhält er einen Rahmen dafür, dass ein Teil der Leute die anderen Leute ausbeuten kann. Das liegt daran, dass Politiker tatsächlich nicht das machen, was ihre Wähler von ihnen erwarten, sondern in erster Linie das, was ihnen von Lobbyisten aufgeben wird.

  Was uns in den "Qualitätsmedien" und von Politikern in Talkshows über wirtschaftliche Zusammenhänge erzählt wird, dient lediglich dazu, die oben erläuterten einfachen Zusammenhänge zu verschleiern - also der Volksverdummung. Es ist nichts anderes, als das, was man den kleinen Leuten zur Zeit der Feudalherrschaft von der Gottgegebenheit des Standes, in den man hineingeboren war, und der "Rechte" der Herrschenden erzählt hat.

Streik

Aber auch noch in der Zeit der Industrialisierung war der Staat das Machtmittel der Besitzenden gegenüber denen, die für sie arbeiteten

  Der heutige heutige deutsche Staat ist also in der Praxis schon lange nicht mehr "wir alle" sondern ein Apparat, der einem kleinen Teil der Menschen dazu dient, den Rest auszubeuten.  Wer sich auch das noch klar gemacht hat, denn wundert überhaupt nichts mehr: Weder, dass man mit mehr als fadenscheinigen Begründungen harmlose  und billige Glühbirnen verbietet und die Leute zwingt, gesundheitschädliche und teure "Energiespar"lampen zu kaufen, noch, dass bei näherem Hinsehen praktisch nichts gegen die mancherorts ausufernde Kriminalität getan wird, noch irgend ein anderer hirnrissiger Zustand oder irgendeine blödsinnige Aktion, von denen es in unserem so genannten Staat haufengenug gibt.

Wer tatsächlich das Sagen hat 

  Und natürlich wundert man sich dann auch nicht mehr darüber, dass Regierungswechsel mit schöner Regelmäßigkeit genau nichts bewirken. Weil in der Ära Kohl die Auswirkung des Zinseszins-Mechanismus, nämlich die Verarmung der breiten Masse begann, augenfällig zu werden, glaubten viele, dass Birne und seine Politik daran schuld gewesen wären, dass es uns ständig schlechter ging. Diese Politik der Umverteilung von unten nach oben, die zu Kohls Zeiten begann, ist aber nicht die grundlegende Ursache der Misere, sondern eine sichtbare Folge des Zinseszins-Mechanismusses: So wie dieser bewirkt, dass die Masse der Menschen weniger Geld hat und sich immer mehr verschuldet, bewirkt er auch, dass dem Staat das Geld fehlt und seine Schulden wachsen. Deswegen ist dann auch ständig zu wenig Geld für öffentliche  Aufgaben vorhanden, was sich in Streichkonzerten beim Sozialen, im Verfall von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Straßen und dergleichen sowie dem als "Privatisierung" bezeichneten Ausverkauf von Staatsbetrieben wie Post, Eisenbahn usw. an "Investoren" auswirkt.

   Dass die Politik hier keinen Riegel vorschiebt, liegt letztendlich daran, dass unsere so genannte Demokratie in Wirklichkeite nur eine Scheindemokratie ist. Im Parlament wird nicht das entschieden, für das die Wähler die Abgeordneten gewählt haben, sondern das, was sich die Lobbyisten bei den jeweiligen Ausschussmitgliedern bestellt haben. Der Mechanismus ist, wie alles, was gut funktioniert, watscheneinfach: Jeder Abgeordnete weiß, dass es auch eine Zeit nach dem Mandat geben wird, in der man ebenfalls hoch und trocken sitzen möchte. Das geht am besten mit einem wohldotierten, aber nicht zu aufwendigen Job. Solche Jobs können einem die Lobbyisten verschaffen: Bei ihren Verbänden, bei den angeschlossenen Unternehmen und so weiter. Und natürlich gibt es auch schon während des Mandats lunkrative Beraterverträge, einträgliche Nebenjobs und dergleichen - alles ganz legal, versteht sich.

    Natürlich dürfen nur aktive bzw. ehemalige Abgeordnete an diese Tröge, die während ihrer aktiven Zeit Wohlverhalten an den Tag gelegt, sprich Gesetze im Sinne der jeweiligen Lobby gemacht haben. Also wird in den Ausschüssen das in die Gesetzesvorlagen hineingebastelt, was sich die Lobbyisten bestellen. Im Plenum schließlich werden die Entwürfe nur noch durchgewunken. Dabei schießt dann auch kaum einer quer, denn erstens gibt es die Fraktionsdisziplin (ein Euphemismus für das bei uns de facto bestehende imperative Mandat) und zweitens will man ja auch nicht, dass einem die Kollegen querschießen, wenn man selbst einen Gesetzesentwurf aus dem eigenen Ausschuss durchgewunken haben will. Für was einen die Wähler gewählt haben, spielt dabei natürlich kaum eine Rolle. Irgendwelche explizite und nachweisbare Bestechung ist also noch nicht einmal nötig, ganz einfach, weil das System schon von seiner Konstruktion her korrupt ist.

699px-Heinrich Zille Lieschen im Jrünen

Nachdem es in der Wirtschaftswunderzeit vorrübergehend so aussah, als hätte Karl Marx sich mit seiner Verelendungstheorie geirrt, geht der Weg heute wieder deutlich in Richtung von Zuständen, wie sie Heinrich Zille in seinen Zeichnungen drastisch dargestellt hat.

  Es wird nun logischerweise schon in den Ortsgruppen der Parteien darauf geachtet, dass nur flache Jasager es schaffen, für einen Land- oder gar den Reichstag zu kandidieren. Irgendwelche Querdenker kann man nicht gebrauchen, denn die könnten ja den wunderbar glatten Ablauf der Politik stören und eventuell sogar die Pfründe in Gefahr bringen. Vor diesem Hintergrund braucht man sich dann übrigens auch nicht mehr darüber zu wundern, dass man in Berlin nur noch Figuren sieht, die man sich gut als netten Verkäufer im Fischgeschäft oder Friseuse vorstellen könnte, nicht jedoch als Männer oder Frauen an den Schalthebeln der Macht.      

  Viele Menschen ahnen zumindest, dass es in den Regierungen von Bund und Ländern so läuft wie gerade beschrieben. Sie sagen: "Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen, ganz egal, wen man wählt" und gehen daher nicht mehr zur Wahl. Das ist zwar grundverkehrt, wie ich in einem Artikel zur letzen Bundestagswahl vor drei Jahren bereits dargelegt habe, aber nur allzu verständlich. Auf jeden Fall müsste jedoch jedem klar sein, dass weder in Berlin noch in den Landeshauptstädten das gemacht wird, was wir - das Volk und damit der Souverän(!) - wollen, sondern das, was dem Profit einiger weniger dient.

Wo sitzt nun der Fehler?

  Interessant also, wie einfach eine kleine Minderheit über die Köpfe der Mehrheit hinweg bestimmt, was im Staate läuft. "Alle Macht geht vom Volke aus", heißt es zwar in unserem Grundgesetz, doch überlassen wir bei den Wahlen diese Macht für vier Jahre vollständig irgendwelchen Leuten. Und die machen dann zwar nicht, was wir wollen, aber genau das, was man unter diesen Voraussetzungen erwarten kann: Nämlich das, was sie selbst bzw. die Leute wollen, die sie in der Hand haben und ihnen sagen, was zu tun ist.

  Was also fehlt, ist eine wirksame Kontrolle des Volkes über die Regierung. Aus guten Grunde wehren sich praktisch alle Politiker gegen Volksabstimmungen, obwohl die alleine noch nicht übermäßig viel bringen, wie das Beispiel der Schweiz zeigt, in der es zwar graduell, nicht jedoch prinzipiell besser läuft als bei uns.

   Interessant ist auch das Argument, dass gegen häufige Volksabstimmungen gerne ins Feld geführt wird: Politiker müssten zuweilen auch unpopuläre Entscheidungen treffen, die keine Mehrheit bei einer Volksabstimmung bekommen würden, aber notwendig seien. Das klingt nicht nur überzeugend, sondern auch harmlos, ist aber bei genauerem Hinsehen ein klare Absage an die Demokratie: Es besagt nämlich nichts anderes, als dass die breite Masse nicht in der Lage sei, zu wissen was gut für sie ist und daher jemanden brauche, der für sie entscheidet. Das wiederum aber ist die Grundeinstellung von Gegnern der Demokratie und wurde von Adolf Hitler und Konsorten als Begründung für die Abschaffung der Demokratie gebraucht. Mit einem Wort: Es ist bei näherem Hinsehen lupenreiner Nazi-Sprech!

   Eine wirksame Kontrolle einer gewählten Regierung ist aber über herkömmliche Volksabstimmungen auch nicht möglich, schon gar nicht, wenn diese Regierung womöglich noch entscheiden kann, worüber abgestimmt wird und worüber nicht. Vielmehr müsste es während der Legislaturperiode in kürzeren Zeitabständen - so etwa alle drei bis sechs Monate - eine Abstimmung darüber geben, ob die Regierung weitermachen darf oder nicht: Bekommt die Regierung eine Mehrheit für ihre Politik, darf sie bleiben, anderenfall gibt es schnellstmöglichst Neuwahlen. Auf diese Weise bekäme man zwar auch noch keine perfekte Demokratie hin, aber die jeweilige Regierung müsste ständig scharf darauf achten, dass das, was sie tut, in der Summe von einer Mehrheit der Bevölkerung gebilligt würde. Und das wäre doch schon einmal etwas!

   Die zweite wichtige Maßnahme wäre, die Geldschöpfung wieder in die Hände des Staates zu legen. Am besten wäre es natürlich, wenn man ein umlaufgesichertes und leistungsgedecktes Geld einführen würde. Ob sich dies durchsetzen ließe, ist noch recht fraglich. Dem Staat jedoch die volle Kontrolle über die Geldmenge zu geben, indem man ihn wieder das Geld schöpfen läst, wäre recht leicht machbar und wird derzeit lediglich durch die oben beschriebenen Mechanismen verhindert und zwar von genau den Leuten, die von der Geldschöpfung durch Zentralbankkredite, der wundersamen Vermehrung von Giralgeld und dem Zinseszinsystem profitieren.

Ist es tatsächlich so einfach?

   Nur zwei - und noch dazu auch noch ganz einfache - Maßnahmen sollen ausreichen, so ziemlich unsere sämtlichen derzeitigen Probleme zu beseitigen? Nun, ich gebe zu, dass Patentrezepte auch mich in der Regel argwöhnisch machen, weil sie gerne ein starkes Geschmäckle nach Sektierertum an sich haben. Andererseits sind so ziemlich alle wirklich praktischen und gut funktionierenden Dinge sehr, ja oft genug genial einfach: vom Rad, dem Hebel und dem Flaschenzug über das Fahrad, die Glühbirne und den Stirlingmotor bis zu Windkraftwerken und Biogasanlagen ist die Geschichte der Technik von im Grunde einfachen, aber prima funktionierenden Lösungen geprägt. Und schließlich sind sowohl der Zins samt der Geldschöpfung mittels Kredit als auch die Steuerung von "demokratischen" Regierungen über  Lobbyisten, die mit den Leuten in den parlamentarischen Auschüssen reden, sehr einfache, aber nichts desto trotz bestens funktionierende Dinge.

  Dinge zu verkomplizieren, ist ein probates Mittel, offensichtliche Zusammenhänge zu verschleiern und Leute zu verdummen. Und genau das wird getan, wenn uns "Experten" erzählen, dass und warum wir für immer weniger Teilhabe am Wohlstand immer mehr leisten sollen. Wer sich einmal klar gemacht hat, wie die Dinge funktionieren, der kann nur noch den Kopf darüber schütteln, was beispielsweise in Fernsehdiskussionen so alles über die Gründe der Euro- und Wirtschaftskrise erzählt wird, ohne dass die tatsächliche Ursache - nämlich die Wirkung von Zins und Zinseszins - auch nur mit einem einzigen Wort erwähnt wird.

    Also: Augen auf und selbst nachgedacht. Wer denken lässt, anstatt selbst zu denken, wird abgezockt. Wer nachdenkt, kann zwar als Einzelner das System nicht verändern, wohl aber seine eigene Lage verbessern: Nämlich, indem er darauf achtet, wo man ihn abzocken will und entsprechend reagiert. Damit wird man zum Weltverbesserer im besten Sinne des Wortes, denn man verbesssert eine Welt: Seine eigene.

    Herumzulaufen und mit Ideen für ein bessere Welt zu hausieren bringt wenig oder nichts. Die dafür erforderliche Energie setzt man besser ein, um seine eigene Lage zu verbessern. Und wenn es einem selbst mit weniger Aufwand besser geht als anderen, ist das die beste Reklame für die Prinzipien, von denen man überzeugt ist und sein Leben gestaltet. Die Prinzipien des Selbstversorger-Gedankens nämlich, denn dazu gehören nicht zuletzt auch Überlegungen wie die in diesem Artikel angestellten.

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3. Oktober 2012 3 03 /10 /Oktober /2012 11:06

Dieser Tage bin ich wieder einmal über Blog und Podcast des "zynischen Menschenfreundes" Harald gestolpert. Seine vielleicht für manche nicht ganz einfach verständlichen (man muss ein wenig Gefühl für Österreich und speziell Wien und eine gewisse Allgemeinbildung haben) Betrachtungen der Welt haben mich schon vor Jahren angesprochen. Wer wie ich, trotzdem ich ein Schwabe bin, eine Ader für Wiener Schmäh und österreichischen Humor hat, wird an den tiefgründig-eigenwilligen Betrachtungen ebenfalls seine Freude haben.

Früher hat Harald die Episoden seines "Wegs des zynischen Menschenfreundes" regelmäßig als Podcasts geliefert. Momentan kommt er nicht so recht zum Aufnehmen und schreibt auch nur eher sporadisch. Trotzdem lohnt sich ein Besuch immer. Harald stellt auch in Aussicht, dass er irgendwann seine Weisheiten wieder als Podcasts bringt. Auf jeden Fall solltet Ihr einmal vorbeischauen auf:

 

Der Weg des zynischen Menschenfreundes   

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18. Juli 2012 3 18 /07 /Juli /2012 12:02

... haben die Leute wohl so langsam. Laut einer Umfrage des "Stern" glaubt nur knapp einer von vier Leuten, dass die Abgeordneten im Deutschen Bundestag ordentliche Arbeit machen.   

   Wundert es einen? Jedem, der ein bisschen nachdenkt und weiß wie der Bundestag und die Landtage funktionieren, müsste klar sein, dass unsere Demokratie nur eine Scheindemokratie ist, in der tatsächlich die Wirtschaft das Sagen hat. In den Ausschüssen tragen die Lobbyisten die Wünsche ihrer Auftraggeber vor, die dann gehorsam in die Gesetzesvorlagen eingearbeitet werden.  Im Plenum werden die in den Ausschüssen entstandenen Gesetze dann nur noch durchgewunken. Schließlich sind ja alle in Ausschüssen, und wollen, dass die Kollegen den jeweiligen eigenen Machwerke ebenfalls keine Steine in den Weg legen.

     Dazu muss noch nichteinmal Geld fließen oder andere illegale Begünstigungen erfolgen: Es gibt ja auch ein Leben nach dem Bundestagsmandat und da ist ein gut dotiertes Pöstchen bei einem Verband oder sonstwo hochwillkommen. Und das gibt es halt nur, wenn man sich wohlwollend an den ehemaligen Abgeordneten erinnert, weil man gut mit ihm "zusammenarbeiten" konnte.

     So einfach ist das also. Erstaunlich ist also höchstens, dass immer noch fast ein Viertel der Leute im Tal der Ahnungslosen lebt und glaubt, was die Politiker ihm erzählen.

 

 

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7. Juli 2012 6 07 /07 /Juli /2012 18:38

Am Mittwochnachmittag und am Donnerstag waren die Nachrichten voll davon: Da hat einer in Karksruhe aus Verzweifelung vier andere Leute und dann sich selbst erschossen. Seit gestern ist es jedoch bereits wieder still um die Sache.

Karlsruhe Luftbild Karlsruhe war Schauplatz des blutigen Geiseldramas mit Schusswaffen (Bild: PD, Wikipedia)

 

   Um die letzte derartige Geschichte, das Waiblinger Shooting, wurde wesentlich länger ein wesentlich größeres Trara gemacht. Das öffentliche Gebarme über den privaten Waffenbesitz ging sogar so weit, dass zur freiwilligen Ablieferung legal besessenen Waffen aufgerufen wurde. Zurerst von dem einen oder anderen wenig relevanten lokalen Möchtegernpolitiker, um auch einmal in spektakulärem Zusammenhang auf sich aufmerksam zu machen. Dann sogar ganz ernsthaft durch die Behörden. Dass diejenigen, die gutmenschelig-treudoof ihr rechtmäßiges Eigentum ablieferten, dann feststellen mussten, dass dieses keineswegs, um keinen Schaden mehr verursachen zu können, aus dem Verkehr gezogen, sondern an andere Leute verscherbelt wurde, ist aber eine andere Geschichte.

Warum wohl hört man nichts mehr?

  Was am Donnerstag noch vom Karlsruher Geiseldrama zu hören war, war nicht nur interessant - der Täter hat die Waffen nicht legal besessen, denn er war nicht, wie es am Mittwoch zunächst geheißen hatte, Jäger - sondern versprach für die nächsten Tage auch weitere Informationen: Die Polizei wolle, so hieß es, nicht nur anhand der erwarteten Obduktionsergebnis mehr über den Tathergang herausfinden, sondern auch klären, wie der Mann trotz allerstrengster Bemühungen der hohen Obrigkeit, dem Untertanen Schusswaffen vorzuenthalten, an die ganzen Waffen gekommen war.

  Davon ist jetzt nichts mehr zu hören. Verwunderlich? Keineswegs: Schließlich hat der Karlsruher Schießer sich die Waffen nicht legal beschafft und man kann daher weder ein weiteres Mal lauthals nach einer weiteren Verschärfung des (W)Affengesetzes plärren, weil Waffen in Bürgerhand einziger und alleiniger Grund für solche Dramen seien, noch Sportschützen und Jäger als potentielle Killer verunglimpfen. Und illegale Waffenbesitzer aufzuforden, doch bitte ihre Eisenwaren bei der Behördfe ihres Vertrauens abzuliefern, damit nicht noch ein Unglück damit geschehe, dazu mag sich dann wohl selbst der dümmste Gutmensch unter Beamten und Politikern nicht versteigen.

Und die tatsächlichen Hintergründe?

  Wenn ein Shooting mit Waffen aus legalem Besitz stattfindet, so wie das in Winnenden der Fall war, hat man einen handfesten Anfasser um die Geschichte zu epischer Breite auszuwalzen: Den unerträglichen Zustand, dass in den trauten Heimen der Untertanen Millionen von Schießeisen lagern, die nur darauf warten, dass sie ein des einsamen Onanierens überdrüssiger Pickeljüngling an sich nimmt und ein Blutbad damit anrichtet.

  Was tatsächlich dahinter steckt, wenn jemand so verzeifelt ist, dass er sich selbst tötet und noch andere mitnimmt, das zu untersuchen vermeidet man geflissentlich. Denn solche Überlegungen würden unweigerlich zu der Feststellung führen, dass dieser Staat ein Scheißhaufen ist, der einer Menge Menschen ganz einfach keine Chance auf ein auskömmliches Leben durch eigene ehrliche Arbeit lässt und den größten Teil des Restes zwingt, sich so abzustrampeln, dass viele das ohne Drogen und/oder Seelenklempner gar nicht aushalten. So war es offensichtlich bei dem Mann aus Karlsruhe, dem dieser Staat das nicht bieten konnte, was das Selbstverständlichste auf dieser Welt sein sollte: Die Möglichkeit, sich mit eigener, auf einen vernünftigen Umfang beschränkten und unter menschenwürdigen Bedingungen zu leistender Arbeit ein auskömmliches Leben mit einem Dach über dem Kopf zu finanzieren - und die Perspektive, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Oder aber wenigstens diejenigen, die im Produktionsprozess nicht mehr gebraucht werden, auskömmlich zu alimentieren, ohne in ihnen den  Eindruck zu erwecken, dass sie Almosen empfangen und nicht ihr gutes Recht wahrnehmen.

Morde oder erweiterte Suizide? 

  Ganz ähnliches gilt für den Buben aus Winnenden: Der ist mit hoher Wahrscheinlichkeit daran verzweifelt, dass er sich außerstande sah, die Anforderungen zu erfüllen, die man an ihn stellte. Der gestrenge, Leistungen fordernde Vater war ja auch nur wieder ein Produkt unseres Systems, der möglicherweise "auch nur das Beste" für seinen Buben wollte. Also wiederum das System, das die einen Menschen bis aufs Blut ausbeutet und die anderen von Arbeit, Konsum und Selbstwertgefühl ausschließt, damit einige immer noch mehr und noch mehr einsacken können.

  Man muss bei der Betrachtung solcher Fälle vor allem eines bedenken: Karlsruhe, Winnenden, Erfurt und weitere Taten, die nicht weiter ausgeschlachtet wurden, weil die Täter ihre Waffen nicht legal besessen hatten, sind das, was Fachleute als erweiterten Suizid bezeichnen: Es geht primär darum, seinem Leben ein Ende zu setzen und nur sekundär nimmt man - sozusagen als Wutschrei, aus Rache, aus ohnmächtiger Wut - noch ein paar Leute mit.

Jean-Jacques Rousseau

Aufklärer wie Jean Jaques Rousseau deffinierten den modernen Staat als Zusammenschluss von freien Menschen zu deren jeweiligem Vorteil...

 

  Ich habe hier bereits seinerzeit im Zusammenhang mit Winnenden auch zu bedenken gegeben, dass solche erweiterten Selbstmorde nur die Spitze eines Eisbergs von ganz gewöhnlichen Suiziden sind: Hin und wieder inszeniert ein Schulbub, der nicht mehr ein noch aus weiß, seinen Selbstmord spektakulär, indem er außer sich selbst noch eine Anzahl weiterer Menschen tötet: Einmal stark sein, einmal selbt die Knute in der Hand zu haben, unter der man sich immer bücken musste, einmal Rache nehmen, bevor man dann abtritt... Der Rest hingegen bringt ganz unspektakulär nur sich selbst um, was in der Öffentlichkeit gar nicht weiter wahrgenommen wird. Über die vielen Kinderselbstmorde aus Verzweifelung an einem System, das immer nur Leistung fordert, wird nur dann und wann und sehr pauschal berichtet. Und schon gar nicht wird klar und eindeutig gesagt, was der eigentliche Grund für so etwas ist, denn man will ja keineswegs etwas an den Verhältnissen ändern, die ja schließlich für die Leute, die tatsächlich bestimmen, wo es lang geht, sehr nützlich sind und deswegen, wenn nicht bewusst erzeugt, so doch billigend in Kauf genommen werden.

  So war es wohl auch in Karlsruhe: Da war einer von vielen, denen das System keine Chance gelassen hat. Einer von einigen, die deswegen ihrem Leben ein Ende setzen wollen, weil sie keine Perspektive mehr erkennen können. Aber halt einer, der, anders als die meisten in einer solchen Lage, sich nicht still und leise aus diesem Leben geschlichen, sondern einen spektakulären Abgang mit viel fremdem Blut, dem seiner direkten Peiniger, gewählt hat.

Wozu haben wir eigentlich einen Staat?         

  Letztendlich würde das konsequente und ehrliche Hinterfragen solcher Taten dazu führen, sich Gedanken darüber zu machen, was wir eigentlich von unserem so genannten Staat haben. Nachdem man Staat und Obrigkeit nicht mehr mit einer angeblichen Gottgegebenheit der Macht begründen kann, lassen sich Staat und Staatsgewalt nur mit den unveräußerlichen Rechten des Menschen in Einklang bringen, wenn man den Staat so auffasst, wie es die Aufklärer getan haben: Als ein freiwilliger Zusammenschluss von freien Menschen, der diesen Vorteile bringt. Mit anderen Worten: "Der Staat, das sind wir."

bauern leisten abgaben bei ihrem grundherrn

... aber unser real existierender Staat dient vor allem den Besitzenden als Büttel und die Politik unterstützt sie bei der Ausbeutung der Arbeitenden, so dass die Zustände schon wieder stark an die Feudalzeit erinnern.

 

  Leider kann man man das, was wir hier und heute als so geannten Staat haben, beim besten willen nicht mehr so sehen. Für uns ist der Staat heute etwas, das schon lange nicht mehr "Wir" ist, sondern sich zu einem mehr oder weniger feindlichen Gegenüber entwickelt und verselbständigt hat, mit dem man auf meist eher unfreundliche Art interagiert. Etwas, das uns unsere Rechte weniger garantiert, als das wir sie ihm abtrotzen oder zumindest von ihm nachdrücklich einfordern müssen. Tatsächlich ist unser Staat zu einem Apparat verkommen, dessen Hauptzweck es ist, sicherzustellen, dass eine kleine Gruppe von Menschen den Rest möglichst ungestört ausbeuten kann. Und so wird er auch zumnehmend empfunden.

Was hat das mit dem privaten Waffenbesitz zu tun?

  Leider dient die öffentliche Ordnung heute ganz offensichtlich weniger dazu, den ganz gewöhnlichen Bürger vor Übergriffen zu schützen. Wenn man man näher hinschaut, drängt sich der Gedanke auf, dass sie eher dazu dient, zu verhindern, dass dieser Bürger, wenn ihm einmal aufgehen sollte, was tatsächlich gespielt wird, Maßnahmen ergreift, die ihm geeignet erscheinen, die Verhältnisse zu seinen Gunsten zu verändern.

  Unter diesem Blickwinkel wird auch schnell klar, warum weder wirklich etwas gegen Kriminalität auf Straßen und Schulhöfen getan wird, noch dem Bürger gestattet wird, von seinem Notwehrrecht in geeigneter Weise Gebrauch zu machen. Zum einen sind ausufernde Straßenkriminalität und angebliche Terrorgefahr wunderbare Begründungen für Aufrüstung des Polizeiapparates, Schnüffelei, Meinungs- und Gedankenkontrolle - lauter Dinge, die eben für den Fall des Falles nützlich erscheinen, bzw. helfen sollen, ihn erst gar nicht eintreten zu lassen.

  Daher ist es auch nicht sinnvoll, dem Bürger zu erlauben, eine Waffe zu tragen, um sich seiner Haut wehren zu können. Nicht trotz, sondern weil ein liberales Waffentragerecht erwiesenermaßen die Kriminalität senken und damit automatisch auch an der Berechtigung massiver polizeilicher Überwachung kratzen würde. Und natürlich kann man dem Untertanen natürlich sowieso keinen Waffenbesitz erlauben, wenn man damit rechnen muss, dass ihm einmal der Kragen platzt, weil er immer noch mehr schikaniert wird. Auch wenn dann und wann jemand abzuholen ist, weil er zu viel denkt und darüber auch spricht oder gar schreibt, ist für die damit betrauten Schergen ein wesentlich entspannteres Herangehen an die Sache möglich, wenn sie davon ausgehen können, dass der Delinquent über keine Waffe verfügt, um sich seiner Haut zu wehren - was dann aber doch nicht uneingeschränkt möglich ist, wie man in Karsruhe gesehen hat.

Eine wenig interessante Bluttat...

  Immerhin hätte daraus, wie der Karlsruher Geiselnehmer zu seinen Waffen gekommen ist, eine schöne Geschichte für die Medien werden können: "Der Bluttäter von Karlsruhe - so kam er an sein Waffenarsenal". Diese Geschichte werden wir aber kaum zu lesen oder zu hören bekommen - jedenfalls nicht in den systemtreuen Mainstream Medien. Zum einen, weil damit implizit, aber unmissverständlich darauf hingewisen würde, dass ein strenges Waffenrecht nicht verhindert, dass sich derjenige, der Übles plant, problemlos auch auf illeglem Wege Waffen besorgen kann. Und zum anderen, weil das ganze natürlich auch einen gewissen Anleitungscharakter hätte. Schließlich möchte man ja nicht, dass der Bürger, dem man den legalen Waffenbesitz verbietet, dieses Verbot durch den simplen Kauf der Wunschwaffe auf dem schwarzen Markt umgeht.

  Ich wette also meinen bewährten Jägerhut gegen ein McDonalds-Mützchen, dass wir von der Geschichte in Karlsruhe aus den "Qualitätsmedien" nichts oder so gut wie nichts mehr hören werden. Denn alles, was man jetzt noch darüber berichten könnte, soll der Untertan besser nicht wissen.

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26. Juni 2012 2 26 /06 /Juni /2012 12:01

Eine gute Charakterisierung des Beamtenstandes im Allgemeinen und der EU-Beamten im Besonderen habe ich gerade auf der Website des Falters, einer Wiener Stadtzeitung, entdeckt: "Das Loblied auf Brüssels Bürokraten". Wirklich lesenswert!

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13. Juni 2012 3 13 /06 /Juni /2012 15:13

Manchmal kommt es mir vor, als sei ich mit dem, was ich von der Denkfähigkeit des Durchschnittsmenschen halte, doch ein wenig zu pessimistisch. Der Vorteil dabei: Man wird immer wieder angenehm überrascht.  

   "... und drum, so schließt er messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf", sagte vor vielen Jahren schon Christian Morgenstern von seinem Palmström. An diesem Motto scheinen sich auch unsere "Qualitätsmedien", die lange meinten (und wohl zu einem erheblichen Teil auch heute noch meinen), auf uns Blogger und die anderen in Non-Mainstream-Medien Schreibenden herabblicken zu müssen. Ich persönlich konnte nie verstehen, wie Leute das glauben können, was in unseren Neuen und Alten Medien von den Etablierten verzapft wird und offensichlich schon lange nicht mehr der Wahrheit und der journalistischen Ehre, sondern nur noch der politischen Korrektheit und den Werbekunden verpflichtet ist.

Wilhelm Busch Klecksel Dr Hinterstich

Der deutsche Mainstream-Journalist: Kaum einer glaubt dem Ärmsten mehr...

 

   Vor diesem Hintergrund ist es dann natürlich erfreulich, aus dem Schweiz Magazin zu erfahren, dass die etablierten deutschen Massenmedien "den Einfluss auf ihre Leserschaft verloren" haben. Gut so. Es geschieht ihnen recht. Und es ist doch eine gewisse Beruhigung, zu erfahren, dass Schreiberlinge auf die Dauer doch nicht ungestraft die Bevölkerung im Sinne der Machthaber indoktrinieren können. 

   Allerdings ist mein neu erwachender Optimismus noch vorsichtig: "Mittlerweile werden fast sämtliche Artikel durch die Leser in den Foren oder Kommentarfeldern verrissen, sofern man sich noch traut Kommentare zuzulassen", heißt es in dem Artikel. Genau genommen bedeutet das aber nur, dass es zumindest einige Leute gibt, die den Schrott, der ihnen vorgesetzt wird, nicht mehr kritiklos fressen. Wieviele es aber immer noch tun, bleibt dahingestellt.

   Hoffen wir also, dass der Kollege bzw. die Kollegin Recht hat und, wie es in dem Artikel heißt, die Deutschen "sich von ihren Medien befreit" haben und "sich nicht länger belügen und mit Halbwahrheiten von einer kleinen journalistischen Minderheit abspeisen" lassen. Das wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein Beleg dafür dürfte auch die Piratenpartei sein, denn diese und vor allem ihre Wahlerfolge wären wohl ohne das Netz und die Bereitschaft vieler Menschen, auch Blogs und andere Indepent Media zu lesen, nicht möglich gewesen.

   Was allerdings auf jeden Fall stimmt, ist die implizierte Aussage in dem Artikel, dass das Internet freie und unabhängige Berichterstattung ermöglicht. So wie auch ich hier auf meinem Blog schreiben kann, was ich will, ohne dass mir ein Chefredakteur sagt, welchem Werbekunden ich nicht ans Bein pinkeln und welche Regeln der Political Correctness ich nicht verletzen darf.

   Freuen wir uns also über das Netz und die Möglichkeiten der freien Meinungsäußerung und der freien Informationsbeschaffung, die es uns bietet! So gesehen ist es ein Stück Demokratie, was man leider auch daran erkennen kann, dass das Estabslishment ständig versucht, das Netz in ihrem Sinne zu reglementieren und die freie Meinungsäußerung und Informationsbeschaffung hier zu behindern.

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7. Juni 2012 4 07 /06 /Juni /2012 09:19

Alfons026 400

  ... ist heute morgen gegen 0430 in das Land an der Regenbogenbrücke gegangen.

Fast dreizehn Jahre hast Du unser Leben geteilt und uns so viel Freude geschenkt. Vielen lieben Dank dafür! Wir werden Dich nie vergessen!

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7. April 2012 6 07 /04 /April /2012 18:51

Feldkreuz bei Dorfmerkingen004

Ein frohes Osterfest wünsche ich Euch allen! Das Wetter ist ja nicht so, wie es sich die meisten für Ostern wünschen. Aber was mich angeht, ich bin gar nicht so traurig, wenn es so ausfällt wie dieses Mal: Dann mache ich es mir halt, ähnlich wie an Weihnachten, noch einmal daheim gemütlich, gewissermaßen zum Abschluss der Gemütlich-Zuhause-Saison. Das passende Wetter für die Aktivitäten im Freien wird schon auch noch kommen.   

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13. Januar 2012 5 13 /01 /Januar /2012 15:20

Paraskavedekatriaphobie? Was bitte ist denn nun das schon wieder? Na was wohl? Guckt mal aufd as Datum, dann sollte es euch dämmern: Paraskavedekatriaphobie ist die panische Angst vor dem Freitag den 13., den wir heute haben. Es gibt tatsächlich allerhand Leute, die glauben, dass dieses Datum Unglück bringt, bei einem kleinen Teil davon geht das sogar so weit, das es als krankhaft anzusehen ist.

   Der Aberglaube, dass Freitag der 13. ein besonders Unglück bringendes Datum sei, so habe ich gelesen, ist dabei noch gar nicht so alt, erst 50 oder 60 Jahre. Vorher habe man Zahlen- und Wochentagsmagie getrennt betrachtet, stand da zu lesen. Außerdem werden beileibe nicht in allen Kulturen die Dreizehn und der Freitag als Unglücksbringer angesehen. Für viele Menschen ist der Freitag sogar ein Glückstag - auch für mich, vor allem, als ich noch nicht selbständig war und mich am verhassten Montagmorgen damit tröstete, das ich bereits übermorgen, also am Mittwoch sagen konnte, dass übermorgen Freitag sei.

   Was die Frage angeht, ob am Freitag den 13. mehr passiert als an anderen Daten, kann man die Statistiken von Versicherungen und dergleichen befragen. Ihnen zufolge passiert an diesem Datum keinesfalls mehr oder sogar eher weniger als an anderen. Das letztere könnte man darauf zurückführen, dass abergläubische Leute an diesem Tag besonders vorsichtig sind und insbesondere eindeutige Risiken - zum Beispiel unvorsichtiges Überholen - meiden.    

In diesem Sinne also: Ein schönes Wochenende wünscht euch

Fokko

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1. Januar 2012 7 01 /01 /Januar /2012 00:00

Haertsfeld-Winter

... und wieder einmal ist ein Jahr vorbei und ein neues beginnt. Im Grunde haben Jahreszählung und Datum ja nicht viel zu bedeuten. Der erste Januar liegt jedoch nahe genug bei der Wintersonnwende und in der Zeit, in der ich mich im Zuge meines an der Natur ausgerichteten Jahreslaufes ein wenig verschnaufe und eine gewisse Winterruhe halte, um ihn als Beginn des neuen Jahres zu akzeptieren. Mir persönlich ist ganz besonders die Woche zwischen den Jahren und auch - bei uns in Württemberg ist ja der 6. Januar ein Feiertag - die erste Woche des neuen Jahres wichtig für das Ausruhen, Rückschauen und einen gewissen Ausblick in die Zukunft - soweit das möglich ist.

Verrottet nun das alte System? 

  Gerade in diesen Zeiten ist ja der Gedanke an Selbstversorgung besonders naheliegend. Für mich ist das, was gerade geschieht, nicht nur ein Zeichen für die Untauglichkeit unseres Geldsystems, sondern auch dafür, dass die Globalisierung nichts taugt. Ich persönlich hoffe auf einen großen Crash und einen Neuanfang. Dass man das Geldsystem reformiert, wage ich kaum zu hoffen, aber immerhin ist nach einem Haircut und einer umfassenden Entschuldung wieder Luft für die Wirtschaft da.

  Wer schlau ist, wird sich dann aber nicht auf Geld und Geldeswert verlassen, sondern den Boom nutzen, um sich Dinge zu schaffen, die ihn unabhängig machen. Mein mittelfristiges Wunschziel ist beispielsweise ein hübscher Krautgarten, denn mein Garten am Haus ist doch ein wenig klein. Aber auch der scheint mir so langsam in Schwung zu kommen, nachdem ich vor nunmehr bald neun Jahren mehr oder weniger auf einem Lehmbatzen angefangen habe.

  Worauf ich gespannt bin, ist, wie dich die Sache mit dem Windgas entwickeln wird, wann sich der Hype um die Elektromobilität totlaufen wird und inwiefern es die Großen Energiekonzerne schaffen werden, die Energieerzeugung aus regenerativen Quellen an sich zu ziehen und was sich umgekehrt bei der Regionalisierung der Energiegewinnung tun wird.

Geht die Welt unter? 

  Manche erwarten ja wegend des Maya-Kalenders, der 2012 endet, große Umbrüche, ja sogar ein neues Zeitalter. Das würde dann ja sogar ein wenig auf ein Umdenken bei der Wirtschaft und beim Geldsystem hoffen lassen.

    Es gibt sogar Leute, die aufgrund des Maya-Kalenders für dass kommende Jahr den Weltuntergang kommen sehen. Auch manche Christen sehen die Endzeit nahe, da sich einiges von dem, was gerade geschieht, recht gut mit den Prophezeihungen der biblischen Apokalypse, der Offenbarung des Johannes, zur Deckung bringen lässt. Auch ich mache mir da manchmal so meine Gedanken, halte es in der Praxis jedoch vorerst mit Martin Luther, der so wie er einmal sagte, auch dann noch ein Apfelbäumchen gepflanzt hätte, wenn er gewusst hätte, dass am nächsten Tag die Welt untergeht.

Der Garten ruft... 

    Am Sylvesternachmittag säe ich meine Peperoni, nachdem das Gartenjahr ja genau genommen schon mit dem Umgraben im Herbst begonnen hat. Knapp drei Wochen nach Neujahr ist am 21. Januar Fabian Sebastian, wo bekanntlich Baum und Tag zu wachsen anfangen. Bis dahin schneidet man seine Obstbäume, wenn man es gerne nach alter Väter Sitte hält. An Lichtmeß stupft man traditionell die Tomatensamen in die Anzuchtschälchen und macht schon wieder eine gute Weile vor Ende des Tageslichts Feierabend.

  Dann wird es für die Leute, die ihre Pflänzchen selbst ziehen auch schon bald Zeit dafür Salat und dergleichen im Haus vorzuziehen. In klimatisch günstigen Gegenden get es dann - sofern das Wetter mitspielt - auch bald schon in Frühbeet und Gewächshaus los. Und März dann oft auch schon im Freiland. Sobald mein Kompost aufgetaut ist - wenn er diesen Winter überhaupt einfrieren wird - setze ich ihn um.

  Wenn es anfängt ein wenig warm zu werden - bekanntlich hat der März ja sieben Sommertage - werde ich mit meinen getrockneten Brennnesseln vom Herbst Brennnesseljauche ansetzen, damit sie möglichst früh zur Verfügung steht. Das hat im abgelaufenen Jahr ganz gut geklappt. Tja, und dann geht es wohl auch schon los mit dem Herrichten der Beete, damit man beizeiten pflanzen kann. Und natürlich ist es inder Zwischenzeit auch schon Zeit geworden, erst die Peperoni und dann auch die Tomaten in Yoghurtbecher umzusetzen.

... und auch die Natur legt los 

  Und natürlich bleibt während alledem ja auch die Natur um uns herum nicht stehen. Wie gesagt fängt ja an Fabian Sebastian, also Ende Januar, nicht nur der Tag, sondern auch der Baum zu wachen an. Sprich; der Saft steigt auf, weswegen man ja früher um diese Zeit auch den Holzeinschlag einstellte.

    Wer genau hinsieht kann sehen, dass sie sich im Herbst schon auf den neuen Frühling vorbereitet hat. Und wenn der dann kommt geht es Schlag auf Schlag, Schneeglöckchen, Krokusse... Die ersten Blättchen am Hollunder weisen darauf hin, dass es gar nicht mehr so lange dauert, bis auch der Rest vom Wald grün sein wird. Und wenn der Schwarzdorn und später dann der Hollunder und die Kastanien blühen, kommen auch die Eisheiligen in Sicht und der Termin zum Auspflanzen von Tomaten und Peperoni.

  Wenn dann schlussendlich auch die Robinien Blätter haben, ist für mich der Sommer da. Als ich noch bei meinen Eltern wohnte, sah ich aus meinem Fenster auf einen solchen Baum. Ich wusste damals noch gar nicht, wie er heißt; für mich war es einfach der Sommerbaum, denn wenn der zum Schluss auch endlich grün war, war für mich Sommer. Ja, es ist einfach immer wieder wunderschön, zu erleben, wie aus dem Winter der Sommer wird...               

  In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes, gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr!                             

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