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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

30. Januar 2009 5 30 /01 /Januar /2009 09:36

Ohne besonderen Medienrummel ist am Montag die IRENA gegründet worden. Die „International Renewable ENergy Agency“, zu Deutsch: „Internationale Agentur für Erneuerbare Energien“, soll die weltweit Zusammenarbeit bei de Nutzung Erneuerbarer Energiequellen fördern und koordinieren.

 

Offshore Windpark: Versuch der Stromkonzerne, ihre davon schwimmenden Felle festzuhalten? (Bild: Hans Hillewaert, lizensiert nach GNU FDL)

Deutchland federführend

 Zur Unterzeichnung des Gründungsvertrages trafen sich am Montag in Berlin die Vertreter von über 100 Staaten, die in der Agentur Mitglied sind. Für Deutschland, Gastgeber und federführend bei der ganzen Geschichte, erschienen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und den Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler.

 In der Pressemitteilung zur offiziellen Gründung des Verbandes werden die Gründe genannt, die zu der Idee einer weltweiten Zusammenarbeit bei der Nutzung Erneuerbarer Energiequellen führten: Immer mehr Menschen auf dieser Erde benötigen immer mehr Energie, die auf die Dauer aus den herkömmlichen Quellen nicht mehr gewonnen werden kann, da diese irgendwann erschöpft sein werden. Neben wirtschaftlichem Niedergang würde die Verknappung der fossilen Energieträger in kurzer Zeit auch zu einer ernsten Gefahr für den Weltfrieden werden. Nur die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen kann dieses Problem lösen. Natürlich wurde auch der Klimawandel genannt, da offiziell ja noch am Dogma vom Treibhauseffekt festgehalten wird.

 

Was steckt dahinter?

 Die Frage ist nun aber: Welchen Sinn hat ein solches Bündnis? Zunächst einmal ist die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen eine gute und wichtige Sache, daran besteht kein Zweifel. Und dass dies nicht nur zu hause, sondern auf der ganzen Welt gilt, dürfte ebenfalls klar sein. Aber dass es für die Nutzung erneuerbarer Energien extra eine weltumspannende Organisation geben soll, riecht doch wieder verdächtig nach Globalisierung. Und selbstverständlich dazu noch nach gut dotierten Pöstchen. Auch von der „Klimakatastrophe“ leben ja mittlerweile allerhand Leute recht gut, warum nicht auch von „Technologietransfer“, „Beratung“ und dergleichen Hokuspokus auf dem Sektor der Erneuerbaren Energiequellen?

 Erneuerbare Energien sind per se eine dezentrale Sache, denn Wind, Sonne und Biomasse sind praktisch überall vorhanden und auch Wasserkraft kann an vielen Orten lokal im kleinen Rahmen genutzt werden. Daher sind diese Energiequellen bis jetzt vor allem das Geschäft von kleineren Firmen, die lokal Arbeitsplätze schaffen, nicht zuletzt auch in strukturschwachen Gebieten. Der Großindustrie und den Energie-Multis bleibt da weitgehend der Schnabel sauber.

 

Auch der chemischen Industrie wäre es lieber, wenn die Biomasse durch ihre Anlagen müsste, anstatt verbrauchernah in Energie verwandelt zu werden (Bild: Gerd W. Zinke, lizensiert nach GNU FDL)

 Das ist auch ein wichtiger Grund dafür, dass die Konzerne bislang mit allen Mitteln versucht haben, die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen zu verhindern. Nachdem das aber immer weniger funktioniert, versuchen sie, nicht nur auch eine Scheibe vom Geschäft mit der Öko-Energie ab zu bekommen, sondern gleich den ganzen Kuchen ein zu sacken. Genau das steckt nämlich hinter den bei genauem Hinsehen lächerlichen Versuchen, alternative Energietechnologien so zu verbiegen, dass sie zur zentralisierten Arbeitsweise der Großkonzerne passen.

 

Öko-Energie vom Großkonzern?

 Ein typisches Beispiel sind Offshore-Windparks: Hier wird der Strom wie in einem Kohle- oder Atomkraftwerk zentral gewonnen und wie gahabt über Hoch- bzw. Höchstpannungsnetze verteilt. Das ist zwar absolut unnötig, aber eben das Geschäftsfeld der Multis, im Gegensatz zur dezentralen Nutzung in der Nähe des Endverbrauchers. Die jeweils recht kleinen Investitionen für Windparks und Biogasanlagen können nämlich ohne weiteres von kleinen Fonds bzw. einzelnen Energiebauern, Kommunen oder Zweckverbänden erbracht werden, so dass die Multis überflüssig sind. Erneuerbare Energie ist eben Bürgerenergie. Damit die Multis daran doch verdienen können, muss die Technologie angepasst werden, auch wenn das völlig unnötig und dazu schädlich für das empfindliche Ökosystem Wattenmeer ist.

 Einen ähnlichen Versuch startete vor einige Zeit die chemische Industrie. Ihr Verband bewarb eine zeitlang ein neuartiges Verfahren, Ethanol aus Biomasse zu destilieren - natürlich auf großtechnischem Wege - das angeblich höhere Ausbeuten erzielen sollte als die herkömmlichen Verfahren. Aus den Rückständen könne man sogar noch Biogas gewinnen. Dass ein solches Verfahren natürlich im Gegensatz zur kompletten Nutzung der Biomasse durch Vergärung zu Biogas unnötig Energie für die erforderliche Destillationswärme verschwendet, wurde geflissntlich verschwiegen. Wichtig für die Industrie ist nämlich, dass man dazu ihre aufwändigen Anlagen braucht und nicht mit dem einfachen und kostengünstigen Biogasreaktor vom mittelständischen Hersteller auf dem nächsten Bauernhof auskommt. Ob die Technologie wirklich sinnvoll ist, spielt keine Rolle, sondern allein der Profit der Multis.

 Vor diesem Hintergrund sollte man natürlich auch die Gründung einer weltumspannenden Organisation zur Nutzung Erneuerbarer Energien sehen. Natürlich ist es gut, wenn der Verkauf von deutscher Öko-Technik in alle Welt bei uns Arbeitsplätze schafft. Natürlich ist es gut, wenn Drittwelt- und Schwellenländer nicht zuerst unsere fossilen Fehler wiederholen, sondern gleich auf Öko-Energie setzen. Wir müssen aber gut aufpassen, dass nicht schon bald in Indien, Brasilien oder China gebaute und den Energie-Multis gehörende Großwindkraftwerke im Wattenmeer uns mit Strom und "Bioraffinerien" der Großchemie uns mit Kraftstoff versorgen weil wir die Chance vertan haben, mit bürgernaher Technologie der Abzocke bei den Energiekosten zu entgehen.

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29. Januar 2009 4 29 /01 /Januar /2009 22:58

Zwei Bauarbeiter machen am Freitagabend eine Sauftour. Irgendwann kommen sie auf die gloreiche Idee, ein Bordell zu besuchen. Als die beiden hereinschwanken und ihre Wünsche kundtun, ist die Puffmutter entsetzt und denkt sich: "Na, so ein Mist! Zwei besoffene Bauigel! Meine armen Mädchen!"

Indes kommt ihr aber auch schon der rettende Einfall: "Naja, die Burschen sind ja so knülle - die merken bestimmt nichts, wenn ich ihnen Gummipuppen andrehe...."

Als die Bauigel später wieder aus dem Puff schwanken, meint der eine: "Mann, das war ein Scheiß! 50 Mark und die ist dagelegen wie ein Brett!"

Meint der andere: "Naja, meine war wohl eine Hexe...."

"Eine Hexe?!"

"Ja, ich hab sie vor Geilheit in die rechte Brust gebissen, da hat sie abgehoben, ist dreimal um die Lampe gesurrt, zum Fenster hinaus und weg war sie!"

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28. Januar 2009 3 28 /01 /Januar /2009 22:10

Erinnert sich eigentlich noch jemand an den "Browserkrieg"? In den Neunziger Jahren gab es ein spannendes Rennen zwischen dem Netscape Navigator und Microsofts Internet Explorer. Die Meta-Suchmaschine MetaGer hielt ihre User damals über den Browserkrieg auf dem Laufenden: Bei jedem Aufruf sah man, welchen Anteil die Browser an den Aufrufen der Meta-Suchmaschine hatten. Nachdem die Alternativen zum IE jahrelang fast bedeutungslos waren, sieht sich der Marktführer mittlerweile erneut ernsthafter Konkurrenz gegenüber. 

Der Browserkrieg ist wieder aufgeflammt: Langsam aber sicher, nimmt Firefox dem IE Marktanteile ab und das schon seit Jahren

 Der Internet Explorer konnte den Browserkrieg seinerzeit für sich entscheiden, weil Microsoft ihn einfach zum Bestandteil des Betriebssystemes machte. Wer Windows instaliert und zum Laufen gebracht hatte, konnte, sofern er über einen Internetzugang verfügte, auch gleich mit dem IE ins Web.

 Damit war der Navigator chancenlos: Damals begann der Internet-Boom, ein großer Teil der Netzbenutzer bestand daher aus Anfängern. Und wer wollte, wenn der Computer glücklich zum Laufen gebracht und man "drin war" sich noch die Installation eines Browsers antun, wenn doch schon einer an Bord war? Microsoft hatte mit Erfolg auf die Bequemlichkeit und Wurschtigkeit der Masse gesetzt und den Netscape Navigator von der Bildfläche gefegt.

 Daran änderten auch Warnungen vor erheblichen Sicherheitsmängeln des Internet Explorers nichts. Jedesmal, wenn eine neue Version herauskam - noch schöner, noch leistungsfähiger, noch sicherer - dauerte es nicht langer, bis der erste Hacker auch schon wieder über alte, nicht beseitigte und neue hanebüchene Schwachstellen berichtete. Trotzdem blieben Lieschen und Otto Normalsurfer dem IE lange treu. Wer hätte auch bei den damals üblichen Bandbreiten und Minutenpreisen gerne das Geld für die Downloadzeit und dazu noch den Arbeitsaufwand der Installation aufgewendet nur um etwas zu bekommen, das er vermeintlich doch schon lange hatte?

 Microsoft schien fest im Sattel zu sitzen und der Betriebssystemhersteller des 21. Jahrhunderts, wenn nicht des Dritten Jahrtausends zu sein. Bill Gates war der reichste Mann der Welt. Doch schon bröckelte es hinter den Kulissen: Es gab in den USA eine Klage wegen unlauterem Wettbewerb, weil Microsofts Installationssoftware den Browser mit Windows gleich mitinstallierte . Microsoft schützte vor, dass der IE integraler Bestandteil von Windows sei und dieses ohne ihn nicht laufe. Ein Richter wies mit einem PC auf dem Richtertisch nach, dass das nicht stimmte und sich der IE sehr wohl deinstaliieren ließ, ohne das Windows funktionsunfähig wurde.

 Auch in der EU gab es eine Klage und Wettbewerbsschelte für Bill Gates. Netscape ging trotzdem den Weg alles irdischen. Zur gleichen Zeit tauchte jedoch ein neuer Browser auf und zwar unter dem Namen Mozilla. So lautete der Codename unter dem der Netscape Navigator seinerzeit entwickelt worden war. Jetzt nannte sich die Organisation so, die zunächst als Netscape-Ableger begann, den Navigator als Open Source Projekt unter diesem Namen weiter zu entwickeln. Später wurde daraus die Non-Profit-Organsisation Mozilla Foundation..

 Auf Gecko, der Engine von Mozilla, basiert auch seine Weiterentwicklung, der Mozilla Firefox, den die meisten heute nur noch Firefox nennen und sich zum größten Feind des IE gemausert hat. Offenbar sind viele der Anfänger von damals zu gestandenen Computeranwendern geworden. Das Verständnis für Sicherheitsproblematiken im Netz ist gewachsen und für viele ist der Download und die Installation eines Programmes ein ganz normaler Vorgang geworden.

 Vor diesem Hintergrund ist der alte Browserkrieg neu entbrannt. Wenn auch Opera eher ein Nischendasein führt und Achtungserfolge erringt, nimmt Firefox dem IE gnadenlos Marktanteil um Marktanteil ab. Sicherlich wird der Feucherfuchs den Internet Explorer nicht aus dem Netz fegen, aber es ist doch gut, dass es wieder eine ernstzunehmende Alternative gibt. Oder besser gesagt: Diese Alternative auch genutzt wird, denn eine solche - und sogar die bessere - waren Netscape und Nachfolger schon immer.

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27. Januar 2009 2 27 /01 /Januar /2009 16:38

In eine Restaurant der gehobenen Klasse sitzt einer und frisst wie ein Schwein. Am Tisch nebenan sitzt ein wirklich vornehmer Mann. Nachdem er sich die Tischmanieren seines Nachbarn ein Weilchen angeguckt hat, zieht er eine Augenbraue hoch und meint zu ihm: "Mein Herr, sie sind ein Parvenü!"

 Der so angesprochene schluckt  mühsam wenigsten einen Teil des Inhaltes seines Mundes herunter, zeigt grinsend mit der Gabel auf den Herrn und meint: "Tja, bei Ihnen sind Fremdwörter ja wohl auch Glückssache! Der Affe heißt nämlich Paravent...."

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27. Januar 2009 2 27 /01 /Januar /2009 16:32

"Man muss den Schutzmann so umfahren, dass er links liegen bleibt," lautet die Pointe eines bekannten Fahrschulwitzes. Der Hintergrund dafür ist die Grundregel, dass man im Straßenverkehr grundätzlich auf der rechten Fahrbahnseite bleiben muss und daher Dinge in der Kreuzungsmitte eben so umfahren muss, dass sie an der linken Fahrzeugseite bleiben. Ausdiesem Grundsatz resultierte wohl auch die Art, wie früher zwei aus gegenüberliegenden Richtungen kommende Linksabbieger aneinander vorbeifahren mussten.

"Altdeutsches" und tangentiales oder "Amerikanisches" Linksabbiegen. Die erste Art war bis 1992 in Deutschland nach der StVO vorgeschrieben.

 Wer in 70er oder 80er Jahren den Führerschein gemacht hat, wird sich noch gut an die alte Art des Linksabbiegens erinnern. Sie funktionierte durchaus, wenn es lediglich zwei Fahrzeuge waren, die sich begegneten. Problematisch wurde sie aber z.B. an ampelgeregelten Kreuzungen, wenn hier für zwei entgegengesetzte Richtungen gleichzeitig die Linksabbieger Grün hatten und aus jeder Richtung eine ganze Menge Fahrzeuge auf einmal links abbiegen wollten. Bei solchen Ampelschaltungen musste dann durch entsprechende Zusatzschilder darauf hingewiesen werden, dass hier "amerikanisch" abzubiegen war.

 Der Ausdruck "Amerikanisch Linksabbiegen" kommt wohl daher, dass diese Methode nach dem zweiten Weltkrieg durch die Militärfahrzeuge der amerikanischen Besatzer bekannt wurde. Sie ist der "altdeutschen" Methode auf jeden Fall immer dann überlegen, wenn es mehrere Fahrzeuge sind, die links abbiegen wollen. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass man die Straße, in welche man einbiegt, nicht so gut einsehen kann.

 Nicht nur in den USA, sondern auch in der der DDR bog man schon früher auf diese Weise links ab. Seit 1992 ist das tangentiale Linksabbiegen, wie es auch heißt, auch bei uns Vorschrift. Anscheinend wurde es aus der Straßenverkehrsordnung der DDR übernommen, so wie auch das Schild mit dem Rechtspfeil, welches das Rechtsabbiegen an einer roten Ampel erlaubt.

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26. Januar 2009 1 26 /01 /Januar /2009 14:11

Es ist schon unglaublich, was der Mensch seinem typischen Ausdrucksmittel, der Sprache anzutun in der Lage ist: Öffnet man heute eine Zeitung, schaltet die Glotzkiste ein oder hört auch nur manchem klugsprecherischen Zeitgenossen zu, hört man zuweilen Wortschöpfungen, bei denen man sich nur an den Kopf fassen kann. Das schlimmste dabei sind noch nicht einmal die Worte an sich, sondern die Ignoranz, welche ihre Benutzer durch den jeweiligen Gebrauch erkennen lassen.

Sie weiß genauso wenig, wie die meisten, die es benutzen, dass sie die Namensgeberin eines derzeit beliebten Modewortes ist (Bildquelle: Wikimedia, PD)

 Eine der Grundregeln sprachlichen Ausdrucks besagt, dass man nur Worte verwenden sollte, deren Bedeutung man auch kennt. Allerdings scheint dies heute nicht mehr allzu viele Schreiber und Specher zu interessieren. Eines der besten Beispiele hierfür ist der Quantensprung: Wenn einer von der zeitgeistigen Journaille es ganz besonders bombastisch haben und ausdrücken möchte, dass etwas ein riesiger Fortschritt ist, bezeichnet er es als Quantensprung. Was er dabei übersieht: Ein Quantensprung ist in Wirklichkeit eine winzig kleine Veränderung  im subatomaren Bereich, der Übergang von einem Quantenzustand zum anderen nämlich.

 Ein ähnlicher Quatsch ist die heute üblich gewordene Benutzung des Begriffs "Untiefen". Damit bezeichnet der trendige Schreiberling unheimlich tiefe Abgründe. Hätte er in ein Wörterbuch geguckt, wüsste er was er für Blödsinn schreibt: Untiefen sind seichte Stellen in Gewässern; eigentlich sollte dass aber auch ohne Wörterbuch klar sein, denn im Deutschen bezeichnet die Vorsilbe "Un-" ganz allgemein das Gegenteil einer Sache.

  Seichtes sprachgestalterisch grandios zu vertiefen und Mücken kunstgerecht in Elefanten zu verwandeln scheint übrigens nicht nur in puncto Wortwahl zu den Kernkompetenzen zeitgemäßen Medienschaffens zu gehören, sondern auch bei der Auswahl und Bearbeitung der Themen. Wenn die Wissenschaft mal wieder etwas festgestellt hat, was längst banales Alltagswissen ist, wird daraus eine bahnbrechende Entdeckung - wenn nicht wieder einmal ein Quantensprung. Soviele Blätter, HTML-Seiten und Sendeminuten sind zu füllen, dass es wohl gar nicht genug Stoff gibt. Auf jeden Fall keinen, den man dem Leser, Zuschauer oder Hörer zumuten möchte. Wirklich brisantes und wissenswertes scheint für die meisten Medien tabu zu sein; den Konsumenten nicht zum Nachdenken zu anzuregen oberstes Gebot. Denken ist nämlich mindestens so schädlich wie Rauchen.
Diese Leute wissen hoffentlich, was eine Untiefe wirklich ist.... (Bildquelle: Wikimedia, PD)

 Immer gut für Sensationen, die keine sind, ist auch das Wetter. Wie gut, dass wir es haben: Aus einem ganz normalen Naturvorgang, der Abfolge von wärmeren und kühleren Perioden kann man eine Klimakatastrophe, aus moderaten Minusgraden im Januar einen Extremwinter und aus ein paar  zentimetern Neuschnee ein Schneechaos bombastisieren. Im Bezug auf das Wetter gibt es auch ein neues, ganz besonders lustiges Modewort, das "Schneegriesel". Vor allem, wenn es, wie auch schon gehört, in der Abart "Schneegegriesel" verwendet wird, zeigt sich wider einmal blanke Ignoranz. Das Schneegriesel hat nämlich absolut nichts mit Gries zu tun, sondern mit Rieseln. Es ist nichts anderes als das von bayerischen Nachrichtensprechern populär gemachte Schnee-G'riasl, also Schnee-Geriesel.

 Auch ein in Feuchtgebieten mitunter bedrohtes, im Biotop der Schwäbischen Sprache jedoch quicklebendiges Tier entging der Verballhornung durch ignorante Zeitg(klein-)geister nicht: Die Kröte. Das Modewort "Grottenschlecht" haben sich nämlich Nichtschwaben aus dem Sprachschatz der Schwaben gemaust ohne zu verstehen was es bedeutet. "Krottamend" leitet sich nicht von einer Höhlung im Gestein, sondern vom genannten Froschlurch ab, der im Schwäbischen "Krott" heißt, wobei in der korrekten Aussprache das "K" stark an ein "G" anklingt.. Krötenschlecht zugehört hat also derjenige, der den Ausdruck ins Hochsdeutsche verschleppte, wenn nicht gar ein Schwabe schuld war, der hochdeutsch mit schwäbischem Akzent sprach und dabei das "K" als Mittelding zwischen "G" und "K" aussprach, wie eben sein schwäbisches Maul gewachsen war.

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25. Januar 2009 7 25 /01 /Januar /2009 14:07

Eine der derbsten Spielarten des schwäbischen Humors findet sich in den heute wohl nur noch wenig bekannten Gogenwitzen. Gogen (schwäb: Goaga oder Goga) sind gewissermaßen Tübinger Ureinwohner, genauer gesagt, Weinbauern aus der Unterstadt, der Gogerei. Ihnen sagte man früher eine ganz besondere Derbheit nach, die sich in den sehr oft nicht stubenreinen und/oder makaberen Gogenwitzen niederschlägt.

Das alte Tübingen bildet den Hintergrund, vor dem die Gogenwitze spielen

 Der Tübinger Boden eignet sich nicht besonders für den Weinbau, deswegen konnten die Gogen dort keine hochwertigen Sorten anbauen. Weil auch durch die Realerbteilung die Grundstücke recht klein waren, waren die kleinen Weinbaubetriebe nicht sehr lukrativ und die Gogen daher alles andere als reich und gebildet. Sie standen daher auch in starkem Gegensatz zu den Professoren und Studenten der Universität.

 Als Dünger für ihre Weinberge verwendeten die Gogen gerne menschliche Ausscheidungen, die sich sich aus dem eigenen Abort verschafften, aber auch, indem sie als Nebenerwerb die zur Zeit der Plumpsklos üblichen Senkgruben anderer Leute leerten. Aus diesem Grunde dreht sich ein Teil der Gogenwitze schlicht und ergreifend um Sch.... Andere befassen sich mit dem Tod, schwäbischem Fleiß, Schimpfwörtern, saurem Wein, den Einwohnern der Nachbarstadt Reutlingen, Studenten, Professoren, der Arbeit im Wengert (Weinberg) und noch ein paar anderen Dingen.

 

Ein paar Beispiele:

Kostbarer Dünger

 Ein Goge und seine Frau tragen im Frühjahr den Inhalt der häuslichen Abortgrube in zwei Butten in ihren Wengert. Auf der steilen Treppe fällt die Frau und die Butt entleert sich über sie. Wütend brüllt da der Mann: Ja du saudomme Schlutt, du vareckte, kosch et aufpassa! Jetzt hend m'r der halbe Wenter ommasoschd g'schissa!

Pietät und praktische Notwendigkeit

 Ein Goge ist gestorben und wurde zu Reutlingen im Krematorium eingeäschert. Seine Freunde holen die Asche von dort und bringen sie nach Tübingen, heim zu seiner Frau in die Gogerei. Weil es aber Winter ist, die Staig sehr glatt und die Freunde auch nicht mehr ganz nüchtern, will es nicht so recht vorangehen. Der vorderste, der die Urne trägt, öffnet diese und sagt:

 „Pietät hen, Pietät her – Karle, jetz wirsch g'schdraiat!“ (gestreut)

 Vor dem Trauerhaus angekommen ist dummerweis die Urne leer. Aber die Gogen wissen Abhilfe: Aus einem vor dem Haus stehenden Kuttereimer (Müll- oder Ascheneimer) wird das Gefäss wieder gefüllt und anschließend der trauernden Witwe überbracht. Die lupft den Deckel, guckt hinein und meint schluchzend:

 „Oh, mei Karle! Isch des älles, was von d'r iabrig bliaba isch? A Haifle Äsch ond a poor Oierschala...“ (..was von dir übrig geblieben ist? Ein Häufchen Asche und ein paar Eierschalen..)

 

Mangel an Schimpfwörtern

 Ein Gogen-Bub kommt ins Haus gerannt und beklagt sich bei seinem Großvater, dass ihm beim Streit mit dem Nachbarsbuben die Schimpfwörter ausgegangen seien. Der Opa will helfen:

 „Hasch em scho an drauriga Siach g'hoißa?“

 „Ja.“

 „Ond au a Arschloch?“

 „Ja“

 „Ond au an Halbdackel?“

 „Ja“

 So geht das eine Weile, alle Schimpfwörter hat der Enkel schon verwendet. Nach kurzem Nachdenken fällt dem Großvater aber doch noch etwas ein:

 „Ha,I woiß no ebbes! Saischt halt: Du Reitlinger!“ (Sagst Du halt: Du Reutlinger!)

Entspannung nach dem Mittagessen

 Ein Goge hat sich bei einem Professor verdingt und arbeitet in dessen Garten. Während er sich mit Hacken und Jäten plagt, lustwandelt der Professor zwischen den Blumenrabatten.

 Meint der Goge mit etwas Neid: "Ha, Herr Brofesser, sie hend ab'r werklich a scheas Läba! Sie missat se et so blauga wia a oifach'r Mensch! "

 Darauf de Professor: "Guter Mann, da täuscht aber doch der Anschein sehr. Ich muss auch sehr viel arbeiten: Vorlesungen vorbereiten und halten, Klausuren ausarbeiten und korrigieren, forschen, Literatur lesen... Da ist der ganze Tag ausgefüllt. Gerade mal, dass ich mich nach dem Mittagessen ein wenig auf meine Veranda legen kann."

Meint der Goge darauf sichtlich beeindruckt: "Ja Herr Brofesser, ihr Frau hat aber an scheana Nama!"

Tierische Hilfe in der Kelter

Ein Reutlinger zieht einen Gogen wegen der harten Trauben aus den Tübinger Weinbergen auf: "Ha, do miassat'r ja d' Elefanda von d'r Welhelma z' Schduag'rt zom Träppla (Kelter treten) afordara!"

"Jo, des hend m'r au macha wella, ab'r ma hot oos abschlägig b'schiada: D'Elefanda häbat älle no wonde Fiaß vom ledschda Johr, wo's z' Reitlinga em Eisatz worat!"

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24. Januar 2009 6 24 /01 /Januar /2009 10:26

Manche halten ihn für den Mann vom Reh, aber wie bereits im Artikel über dieses Tier zu lesen steht, sind Rothirsche und Rehe zwei ganz verschiedene Arten, die jede für sich Männchen und Weibchen haben. Rotwild könnte bei uns an vielen Orten leben, wird aber von der Jagdgesetzgebung nur in ganz speziellen Gegenden, den so genannten Rotwildgebieten geduldet, da es viel Schaden in Land- und Forstwirtschaft anrichtet.


Der Rothirsch ist geradezu sinnbildlich für das deutsche Jagdwesen, darf bei uns aber nur noch in bestimmten Gegenden leben. (Bild: Heinz Seehagel, PD)


Was ist eigentlich ein Hirsch?

 Wenn man umgangssprachlich von Hirschen spricht, ist meist der Rothirsch Cervus Elaphus gemeint, wie ihn die Biologen auf Deutsch bzw. Latein nennen. Der Jäger versteht unter Hirsch jedoch immer ein männliches Stück, der Sammelbegriff der Jägersprache lautet Rotwild. Weibliche Stücke heißen in der Jägersprache bei allen Hirscharten Tiere („Kühe“ sagen nur die Biologen) und der Nachwuchs wird als Kälber bezeichnet: Das männliche Kalb heißt Hirschkalb und das weibliche Wildkalb.

 Es gibt bei uns noch andere Hirscharten, den Damhirsch und den Sikahirsch. Von ihnen wird an anderer Stelle die Rede sein. Der Rothirsch hat außerdem noch nahe Verwandte in Nordasien und Nordamerika, den Maral und den Wapiti. Diese beiden wurden früher als Unterarten des Rothirsches betrachtet, heute bilden sie eine eigene Art, namens Cervus Canadiensis, die in die amerikanische und asiatische Unterart aufgeteilt ist.


Eigentlich kein Waldtier

 In unserer heutigen Vorstellung verbinden wir den Rothirsch mit dem Wald, so wie auch die Jägermeisterflasche, auf deren Etikett er abgebildet ist. Schaut man sich so einen ausgewachsenen Burschen aber an, kommen einem doch gewisse Zweifel, ob sein Geweih im Wald nicht eher hinderlich ist. In der Tat lebt das Rotwild bei uns zwar praktisch nur in Waldgebieten, ist aber ursprünglich ein Tier der offenen und halboffenen Landschaft gewesen. In den Schottischen Highlands etwe lebt das Rotwild außerhalb von Wäldern und auch in Ungarn hegt man Rotwild in landwirtschaftlichen Gebieten, die ja auch ähnliche Bedingungen aufweisen wie die Steppe.

 

Das oftmals gewaltige Geweih, bei diesem Hirsch ist es noch im Bast, ist im Wald oft hinderlich und macht die Tatsache glaubhaft, dass das Rotwild eigentlich kein Waldtier, sondern eher eines der offenen und halboffen Landschaften, wie hier in Schottland, ist. (Bild: Mehmet Karatay, lizensiert nach CCL SA)
    

 Aufgrund der guten Ernährung in den ungarischenMaisfeldern entwickeln sich starke Hirsche mit gewaltigen Geweihen. Hirsche aus kargeren Gegenden, wie etwa den Alpen, können hier natürlich nicht mithalten. Wahrscheinlich, weil das Rotwild kein eigentliches Waldtier ist, richtet es im Wald viel Schaden an. Das Wildschwein z.B. richtet im Wald kaum Schaden an, möglicherweise, weil es tatsächlich dort hingehört.

 Weil sich das Zusammenleben von Mensch und Rotwild schwierig gestaltet, ist sein Hege auch so streng reglementiert. Einerseits kann man Land- und Forstwirten den Schaden kaum zumuten, den es anrichtet. Andererseits wollte man es wohl auch nicht ganz verbannen, da es doch zu unserem Land gehört und gewissermaßen das Sinnbild der Jagd schlechthin ist.


Rotwild und Mensch

 So fand man die Lösung mit den Rotwildgebieten. Dort darf das Rotwild leben, wird es anderswo angetroffen, muss es geschossen werden. Einzige Ausnahmen sind Kronenhirsche, die man zwischen den einzelnen Rotwildgebieten unbehelligt wandern lässt, damit für den Austausch von Genen gesorgt wird. Von einer Krone spricht man, wenn mindestens die drei obersten Enden des Geweihs an einer Stelle entspringen.

 

Die obersten vier Enden dieses Geweihs bilden das, was man eine Krone nennt (Bild: Pearson Scott Foresman, PD)

 Dieser Geweihaufbau ist erwünscht und daher lässt man Hirsche auch außerhalb von Rotwildgebieten leben, wenn mindestens eine der beiden Stangen eine solche Krone aufweist. Dass das Rotwild heute bei uns praktisch immer im Wald leben muss, liegt natürlich an uns.

 Ein ganz großes Problem dabei ist, dass wir durch Dinge wie Eisenbahnen und Straßen Barrieren geschaffen haben, welche die jahreszeitlichen Wanderungen des Rotwilds unterbinden. So würde das Rotwild im Berchtesgadener Land recht gerne im Winter an die Donau ziehen, wie es das früher getan hat. Wäre das noch möglich, könnte es im Winter im Bergwald des Nationalparks Berchetsgaden keinen Schaden anrichten.

 

Der Rothirsch vor dem Alpenpanorama gehört genauso wie Lederhose und Wildschütz zur Ganghofer-Romantik. Ökologisch ist er in den Alpen nicht unbedenklich, da er die wichtigen Bannwälder schädigen kann.

 Da wir aber die Landschaft stark zersiedelt haben, geht das nicht mehr. Damit der Nationalpark Berchtesgaden trotzdem seine Hirsche behalten kann, kommen sie über den Winter ins Gatter. Dadurch werden aber wiederum die Winterverluste gering gehalten und man muss das Rotwild bejagen damit es nicht überhand nimmt, obwohl im Nationalpark ja eigentlich gar nicht eingegriffen werden soll. Ein Beispiel dafür, dass auch vom Menschen nicht direkt beeinflusste Naturräume oft nicht mehr von alleine existieren können, da auch Veränderungen im näheren und weiteren Umfeld ihre Beziehungen zu anderen Lebensräumen stören.


Aussehen von Hirsch und Tier

 Das auffälligste am Rothirsch ist sein Geweih, woran ihn die meisten Leute auch sofort erkennen. Wie es sich für ein richtiges Geweih gehört, wird es jedes Jahr erneuert. Wie beim Rehbock, dessen Gehörn biologisch gesehen ja auch ein Geweih ist, besteht es aus Knochen. Wenn der Rothirsch im Spätwinter oder Frühjahr sein altes Geweih abgeworfen hat, beginnt das neue zu wachsen.

 Wie beim Rehbock auch, besteht es aus Knochen, der mit einer haarigen Haut, dem Bast überzogen ist. Ist das Geweih fertig, stirbt die Basthaut ab und wird durch Fegen abgestreift. Junge Hirsche bekommen gegen Ende ihres ersten Lebensjahr zunächst nur zwei unverzweigte Spieße, deswegen heißen sie auch Spießer. Mit jedem neuen Geweih kommen mehr Enden und mehr Masse, bis der Hirsch jagdbar ist. Das ist der Fall, wenn er etwa zehn Jahre alt ist. Später setzt er wieder zurück, das bedeutet, dass das Geweih im Alter wieder kleiner wird.

 

Ein typischer Rothirsch in seinen besten Mannesjahren (Dieses Bild basiert auf dem Bild Silz cerf20.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Traroth)

 Man benennt die verschiedenen Geweihe in der Hauptsache nach der Anzahl ihrer Verzweigungen, die man Enden nennt. Hat eine der beiden Stangen mehr Enden, wird deren Anzahl verdoppelt und mit dem Zusatz „ungerade“ angegeben. Hat ein Hirsch z.B. an einer Stange vier und an der anderen fünf Enden, ist es ein ungerader Zehnender.

 Ein Ende zählt nach altem Brauch dann als Ende, wenn man sein Jagdhorn oder den Schweißriemen daran hängen kann. Neben der Anzahl der Enden wird oft auch noch ihre Anordnung angegeben: Man spricht z.B. von einem Eissprossen- oder Kronenzehner. Die Körpergröße und das Gewicht von Rothirschen schwanken von Biotop zu Biotop. Die Kopf-Rumpf-Länge kann bis über zwei Meter, das Gewicht bis nahe 170 kg betragen.

 Damit ist der Rothirsch unser größtes frei lebendes Säugetier. In weniger günstigen Biotopen, wie etwa im Hochgebirge, können die Stücke aber auch erheblich weniger stark sein. Rottiere sind etwa 10..15% schwächer als Rothirsche und haben kein Geweih. Das Haarkleid wird bei beiden Geschlechtern zwei mal im Jahr gewechselt, es gibt also eine Winter- und eine Sommerdecke.

 Die Sommerdecke ist, daher auch der Name Rotwild, rötlich braun. Das etwa doppelt so lange Winterhaar ist graugelblich bis graubraun und struppiger als das Sommerhaar. Frisch gesetzte Kitze weisen die bekannten „Bambi-Flecken“ auf, die sich im Laufe des Sommer verlieren. Der Hirsch trägt in der Brunftzeit in West- und Nordeuropa die so genannte Brunftmähne, die bis zu 15 cm lang sein kann. In Südosteuropa weisen die Hirsche nur ein schwach ausgeprägte oder gar kein Mähne auf.

 Ein weiteres Geschlechtsmerkmal am Haarkleid sind die dunkleren „Stirnlocken“ des Hirsches, die dem Tier fehlen. Die Hinterseite der Oberschenkel ist bei beiden Geschlechtern weißlich behaart, weist eine dunkle Umrandungt auf und wird als Spiegel bezeichnet. An ihm können bei der Fortbewegung im Rudel die hinteren Stücke sehen, wohin die vorderen laufen, damit das Rudel leichter beisammen bleiben kann.

 

Das - und nicht das Reh - ist die Frau vom Rothirsch: Ein Rottier, das gerade ein Kalb säugt (Dieses Bild basiert auf dem Bild Rothirsch säugend 070816.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist BS Thurner Hof)

 Wie bei vielen Tierarten gibt es auch beim Rothirsch Exemplare mit abweichender Färbung. Es kann vorkommen, dass ausgewachsene Exemplare ihre „Bambi-Flecken“ nicht verlieren, es gibt verschiedene helle Abzeichen und auch komplett weiße Hirsche und Tiere kommen gelegentlich vor. Anders als beim Rehwild sind jedoch schwarze Stücke sehr selten.

 Öfter hingegen sieht man den Aalstrich, einen Streifen dunkler Haare entlang des Rückgrates. Wie alles Schalenwild gehört das Rotwild zu den Paarhufern und wie alle Schalenwildarten außer dem Schwarzwild auch zu den Wiederkäuern.

 Daher besitzt es, wie das Rehwild auch, vier Mägen, nämlich Pansen, Netz-, Lab- und Blättermagen. Anders als der Konzentratselektierer Reh tendiert das Rotwild stark zum Rauhfutterfresser, dass heißt es nimmt größere Mengen weniger gehaltvoller Nahrung auf und konzentriert sich weniger auf Knospen und frische Triebe als sein kleinerer Verwandter.

Die Sinnesorgane

 Dem bekannten Jägerspruch zufolge, der bereits im Artikel über das Schwarzwild erwähnt wurde, vernimmt das Rotwild das berühmte Haar, „welches vom Haupte des Jägers fällt“. In der Tat ist das Hörvermögen beim Rotwild gut ausgeprägt, wobei es sich aber auch stark nach dem Geruch, der Witterung also, orientiert. Allerdings kann es nicht so fein wittern wie das Schwarzwild.

 Was das Sehvermögen betrifft, ist das Rotwild ein Bewegungsseher. Es sieht nicht scharf und kann daher unbewegte Objekte nur schwer, bewegte dafür umso besser ausmachen. Die seitlich am Kopf befindlichen Augen passen hierzu, sie ermöglichen es, einen großen Teil des Umkreises zu überblicken und dort einen herannahenden Feind durch seine Bewegung frühzeitig zu entdecken.


Soziales Leben

 Rotwild lebt gesellig, die Sozialverbände bezeichnet man als Rudel. Die Alttiere, also diejenigen Tiere, die schon gesetzt haben, bilden mit ihren Kälbern Rudel. Zu diesen Rudeln gehören auch die Schmaltiere, also die Kälber vom Vorjahr, die noch nicht beschlagen sind. Weil die Stücke in diesen Rudeln keine Geweihe haben, spricht man auch von Kahlwildrudeln.

 

Tier, Kälber und Schmaltiere bezeichnet man als Kahlwild. Hier sieht man zwei Tiere mit Iihren Kälbern(Dieses Bild basiert auf dem Bild Rothirsch Kahlwildrudel 070618.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist BS Thurner Hof)

 Vor allem die jüngeren und mittelalten Hirsche bilden ebenfalls Rudel, wobei die ganz alten auch als Einzelgänger leben. Solche einzelnen Hirsche haben aber sehr oft einen jüngeren Kumpel, den so genannten Beihirsch. So verbringt das Rotwild den größten Teil seiner Zeit also in recht beschaulicher Geselligkeit.

 Seine behaglichste Zeit ist wohl die Feistzeit, das späte Frühjahr und der Sommer. In diesen Wochen mangelt es nicht an Nahrung und alle äsen sich eine schöne Fettschicht, das so genannte Feist an. Die Hirsche sind in dieser Zeit recht heimlich, womit der Jäger meint, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt.


Brunft

 Die Brunft, also die Paarungszeit, findet im Herbst statt und zwar je nach Gegend im September oder Oktober. Wenn diese Zeit naht, trennen sich die älteren Hirsche von ihren Herren-Clubs und suchen die Weiblichkeit auf um ihren geschlechtlichen Begierden zu frönen.

 Dabei kommt aber nicht automatisch jeder zum Zug. Der stärkste Hirsch gewinnt nämlich die Oberhand und sichert sich ein weibliches Rudel als Harem. Er versucht, alles aus der Nähe seines Rudel zu verjagen, was nach Konkurrenz aussieht. Weniger beherzte Hirsche lassen sich bereits von den Drohgebärden des Platzhirsches einschüchtern und halten Abstand, andere fassen sie als Aufforderung zum Duell auf und probieren ihr Glück.
 Der Kampf zweier Hirsche ist ein so genannter Kommentkampf, er dient dem Kräftemessen und nicht der Beschädigung des Gegners. Natürlich können dabei trotzdem Verletzungen auftreten, was auch häufig der Fall ist. Sie sind aber gewissermaßen Unfälle. Zuweilen kommt es sogar zu tödlichen Verletzungen; man schätzt, dass in Deutschland etwa 5% der Hirsche bei Brunfkämpfen zu Tode kommen.

 Zur Brunft gehört auch das Rufen der Hirsche, das Röhren. Diese Rufe dienen zum Drohen und begleiten auch andere brunfttypische Handlungen wie das Zurücktreiben der Tiere zum Rudel und die Kämpfe.Gibt es während der Brunft klare, kalte Nächte, hört man am meisten. Ist es milder und bedeckt oder gar feucht, läuft das ganze weit weniger geräuschvoll ab; man spricht dann von einer stillen Brunft. Die Brunftrufe einzelner Hirsche klingen übrigens unterschiedlich, so dass der Jäger in der Lage ist, "seine" Hirsche jeweils an ihrer Stimme zu erkennen.
 Da der Platzhirsch nicht nur die Tiere seines Rudels begatten, sonder auch noch sein eigener Haremswächter sein muss, ist die Brunft für ihn der pure Stress. Er kommt nicht mal genug zum Äsen und verliert dabei erheblich an Gewicht. Das versucht er nach Ende der Brunft wieder aufzuholen, was aber nur gelingt, wenn die Äsung nicht zu schnell knapp wird, weil der Winter kommt. Daher können die Stressfolgen für ihn durchaus auch tödlich sein.

 Diejenigen Hirsche, die sich kein Rudel sichern können, nehmen gewissermaßen als Zaungäste an der Brunft teil. Der gestresste Platzhirsch kann nicht überall gleichzeitig sein, so dass dem einen oder anderen Nobody doch auch einmal das Glück winkt und er zum Beschlag kommt.

Geburt und Aufzucht

 Die Tragezeit beträgt beim Rotwild ca. 230 Tage; die Kälber kommen daher im späten Frühjahr oder Frühsommer auf die Welt. Sie sind behaart, können sehen und schon wenige Stunden nach der Geburt auch stehen und langsam laufen. Zur Geburt zieht sich die Mutter zurück und schlägt das vorherige Kalb ab, verjagt es also.

 In der Regel setzt das Rottier nur ein Kalb; Zwillinge sind selten und haben geringe Überlebenschancen. Ganz junge Kälber werden von der Mutter abgelegt, die „Bambi-Flecken“ dienen dabei zu Tarnung. Das Rottier entfernt sich aber immer nur in Windrichtung von ihrem Kalb und auch nur so weit, dass sie es noch wittern kann. Hört sie es klagen oder reißt die Witterung ab, kehrt sie unverzüglich zu ihrem Baby zurück und sieht nach dem Rechten. Auch sonst sucht sie es immer wieder auf um es zu säugen.

Ein ganz junges Kalb, welches noch die weißen Tarnflecken hat (Dieses Bild basiert auf dem Bild Rothirsch Kalb 070816 7.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist BS Thurner Hof)

 Wenn das Kalb nach einigen Tagen so weit ist, dass es seiner Mutter folgen kann, kehrt diese mit ihm zu ihrem Kahlwildrudel zurück. Im Laufe der nächsten Wochen verschwinden die weißen Tarnflecken des Kalbes weil dunklere Haare nachwachsen. Auch wenn es schon lange selbst äsen kann, trinkt das Kalb noch bei seiner Mutter. Wird diese nicht bei der nächsten Brunft im Herbst erneut beschlagen, kann sich die Säugezeit bis in den  Sommer des nächsten Jahres hinein ziehen.


Rotwild beobachten

Anders als das beim Reh und fast auch beim Wildschwein der Fall ist, gibt es Rotwild nicht überall bei uns in freier Wildbahn. Aber auch außerhalb der Rotwildgebiete gibt es allerhand Gehege und Wildparks, in denen Rotwild gehalten wird. In solchen Wildparks kann man Rotwild noch besser beobachten als in der freien Wildbahn. Auch die Brunft kann man hier miterleben. Das meiste spielt sich zwar bei Nacht ab, so das man oft nicht viel sieht, aber schon allein das, was man hört, lohnt einen abendlichen Abstecher wenn der Wildpark nicht zu weit entfernt ist. Ist er weiter weg, kommt man halt schon am Nachmittag, guckt sich alles an und bleibt über den Einbruch der Dunkelheit hinaus um noch ein wenig den Hirschen zuzuhören.

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23. Januar 2009 5 23 /01 /Januar /2009 14:46

… lautet ein bekannter Spruch, der natürlich nicht auf meinem Mist gewachsen ist. Nicht einmal seine Verwendung in dem Zusammenhang, in den ich ihn hier und heute stelle, ist meine Idee: Rüdiger Nehberg aka Sir Vival, der Altmeister des Überlebenstraining hat ihn, wenn ich mich richtig erinnere, in einem seiner Bücher über eine Empfehlung gestellt, zu der ich ihm nur beipflichten kann. Er legt nämlich jungen Leuten ans Herz, etwas aus ihrem Leben zu machen, in dem sie aktiv werden und nicht nur passiv konsumieren.

Es muss ja nicht gleich so etwas (scheinbar) extravagantes wie Hochseesegeln sein...

Nehberg hebt dabei natürlich auf Überlebenstraining und Reisen als wunderbare Möglichkeit zur Gestaltung der einem geschenkten Lebenszeit ab. Er vergisst aber auch nicht, daran zu erinnern, dass auch soziales Engagement eine wichtige Sache ist; er lebt ja auch vor, dass Eigenständigkeit, Naturverbundenheit und Engagement für gemeinnützige Dinge sehr gut zusammenpassen. Es muss aber nicht unbedingt Überlebenstraining sein, mit dem man seine Zeit sinnvoll nutzt, obwohl gerade dieses geeignet ist, sich klar darüber zu werden, wie wenig man eigentlich wirklich braucht.

Was man nun tatsächlich aus seinem Leben macht, dafür gibt es keine festen Regeln. Entscheidend ist einzig und allein, dass man selbst lebt, anstatt zuzulassen, dass man gelebt wird. Der Spruch vom ersten Tag des Restes unseres Lebens will uns aufzeigen, dass uns Zeit geschenkt ist, die wir sinnvoll nutzen sollen. Andernfalls kann es uns sehr leicht passieren, dass wir zum Schluss sagen: „Das kann doch nicht alles gewesen sein....“

Sehr viele Menschen haben heute ganz einfach die Schnauze voll. Politikverdrossenheit, Flucht in Drogen, Sekten, oder auch Konsum, Gewaltbereitschaft und dergleichen sind Symptome der Unzufriedenheit mit einem Leben, das uns (scheinbar) nichts zu bieten hat. Es liegt aber an uns selbst, denn, um noch einen abgedroschenen Spruch ein weiteres Mal durchzunudeln, es ist schließlich jeder seines Glückes Schmied.

Glaubt man an einen Gott, wird man sich leicht vorstellen können, dass einem dieser nicht einige Jahrzehnte in dieser Welt geschenkt hat, damit man sie damit verplempert, das zu tun, was andere einem sagen. Ist man Atheist, muss man davon ausgehen, dass man nur dieses eine irdische Leben hat und womöglich noch erpichter darauf ein, es zu nutzen.

 

Auch einfache Dinge, wie der eigene Garten bieten wunderbare Gelegenheiten, man selbst zu sein

Die meisten von uns sind es gewöhnt, zu tun, was man ihnen aufgibt. Im Geschäft bestimmen „die da oben“ und die direkten Vorgesetzten, was man zu tun und zu lassen hat. Auch die Freizeit ist bei den meisten Menschen eher eine Unfreizeit, denn auch hier sind sie passiv: Leben aus zweiter Hand, von der Glotze ins Wohnzimmer gebracht, der Kauf von Dingen, die man nur braucht, weil einem gesagt wird, dass man sie zu brauchen hat und vielleicht noch ein wenig Geselligkeit, bei der dann oft genug auch nur über das beschissene Leben gejammert wird.

Wenn auch von uns erwartet wird, dass wir so leben, als pflegeleichtes Arbeits- und Konsumvieh, wenn auch das Aussteigen nicht erwünscht ist und durch das System daher entsprechend erschwert wird – wir müssen uns eines klar machen: Wir waren wohl kaum jemals freier, als wir es heute sind.

Stehen wir also auf und machen etwas aus unserem Leben! Tun wir etwas aktives, das Spaß macht! Das muss noch nicht einmal etwas sein, das viel Geld kostet. Zum einen sind viele vermeintliche Hobbies für Reiche gar nicht so teuer, wie viel denken. Zum anderen gibt es viele Dinge, die man auch mit wenig Geld tun kann, die trotzdem Spaß machen und oft auch noch Geld sparen helfen. Anregungen dazu gibt es nicht nur hier auf meinem Blog, sondern das Netz ist voll davon und eine Stadtbücherei gibt es auch praktisch überall.

Ausreden zählen nicht! Heute ist Freitag und die meisten haben zwei lange, wundervolle Tage vor sich, die man sinnvoll nutzen kann. Und: Es ist nicht nur Freitag, sondern der erste Tag vom Rest Deines Lebens...

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22. Januar 2009 4 22 /01 /Januar /2009 20:54
Verborgen in wucherndem Leben
Ein Zeichen des Todes aus alter Zeit
Erschlagen aus Angst vor der Rache
Lag der Förster in seinem Blut

Von Mord in uralten Zeiten
Spricht der Stein dort im Buchenwald
Neid, Hass und Zorn sind auch heute
Noch immer tödliches Gift 
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Published by Fokko - in Gedichte
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