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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

14. Februar 2009 6 14 /02 /Februar /2009 16:30

Ein bei uns sehr verbreitetes Tier ist der Fuchs, genauer: der Rotfuchs. So nennt man unseren Reineke, wenn man ihn von seinen nahen und entfernteren Verwandten abgrenzen will, die er fast überall auf der Welt hat und die unter diesem Sammelbegriff firmieren. Abgesehen von Luchs und Wolf, die erst in jüngerer Zeit und bis jetzt auch nur an wenigen Stellen bei uns wieder auftauchen und den wenigen Bären, ist er der größte Raubsäuger in Deutschland und seiner näheren Umgebung

 

Der Rotfuchs, bei uns einfach nur als Fuchs bezeichnet (Bild: Agostino64, lizensiert nach GNU FDL)

Ein sehr häufiges Tier
 Dafür ist er aber auch ein sehr häufiges Wildtier. Vulpes vulpes, so sein wissenschaftlicher Name, kommt mittlerweile nicht nur in Wald und Feld vor, sondern auch innerhalb größerer menschlicher Ansiedlungen. Weil er sehr vielseitig ist, was seinen Speisezettel anbelangt, kann er unter den unterschiedlichsten Bedingungen überleben. Er kommt daher mit Veränderungen seines Lebensraumes meist gut zurecht und tut sich leicht mit der Erschließung neuer Lebensräume, die sich ihm auftun.

 So dürfte die Wohlstandsgesellschaft auch eine wichtige Ursache dafür sein, dass es den Fuchs heutzutage vermehrt in die Stadt zieht: Es wird sehr vieles weggeworfen, was für den Fuchs noch verwertbar ist, so dass er sich in menschlichen Ansiedlungen quasi aus dem Müll ernähren kann. Der Fuchs gehört seinem Gebiss nach eindeutig zu den Carnivora, den Fleischfressern also; auch sein Körperbau weist ihn als Raubtier aus.

Eigentlich ein sympathischer Bursche: Gewitzt und schlau sieht er aus, der Überlebenskünstler vulpes vulpes, kein Wunder, dass er heute auch viele Freunde hat - ernsthaft will ihn nicht einmal der Jäger missen... (Bild: Karelj, PD)

Reinekes Speisezettel
Trotzdem ist er de facto aber ein Allesfresser und kann daher so ziemlich alles verwerten, was der Mensch an Essensresten und Nahrungsabfällen fort wirft. Seine Vielseitigkeit bei der Nahrungssuche dürfte auch ein Hauptgrund dafür sein, dass er ein riesiges Verbreitungsgebiet hat: Außer in Europa gibt es ihn in weiten Teilen Nordamerikas und Asiens und – als Neubürger – auch in Australien. In der Feldflur und im Wald spielen die Mäuse eine wichtige Rolle für ihn. Im Wald punktet er damit bei den Förstern, die ihn oft nicht ungern sehen, da Mäuse gerne an die Wurzeln junger Bäume gehen. Mäuse sind eigentlich immer vorhanden und sichern sein Überleben auch dann, wenn die Populationen andere Beutetiere zurückgehen, weil sich der Lebensraum verändert.

 Dadurch wird er aber gerade für solche Tiere zum Problem: Der Feldhase zum Beispiel leidet unter der modernen Landwirtschaft und ist stark zurückgegangen. Die wenigen Hasen die es noch gibt, leiden zu allem Überfluss unter einer gestiegenen Zahl von Füchsen. Der Fuchs ist auf den Hasen als Nahrungsquelle nicht angewiesen, schnappt sich aber dennoch gerne einen, wenn er seiner habhaft werden kann. So ist die Chance des einzelnen Fuchses zwar recht gering, eine Hasen zu erwischen. Umgekehrt aber ist das Risiko des einzeln Hasen recht groß, in einem Fuchsmagen zu enden. Daraus erklärt sich auch die Tatsache, dass Hasen bei Untersuchungen recht selten in Fuchsmägen gefunden werden, was immer wieder als Argument für die unsinnige Behauptung herhalten muss, dass der Fuchs keine Hasen fressen würde.

 

Wie eigentlich alle Tierkinder sind auch Fuchswelpen verspielt und drollig (Bild: U.S. Fish and Wildlife Service, PD)

 Der Fuchs kann jagen, muss das aber nicht immer tun, denn er kann auch vieles verwerten, was er auf bequeme Weise findet, wie etwa Aas. Wie das bei allen Hunden, zu denen der Fuchs gehört, der Fall ist, ist ihm auch die Kunst des Mäusefangs angeboren, der typische „Mäuselsprung“, den man auch bei Haushunden beobachten kann. Als „De-Facto-Allesfresser“ verschmäht Reineke aber auch vegetarische Kost keineswegs. Beeren und Wildobst nimmt er sogar sehr gerne. Ich habe zum Beispiel einmal Anfang August einen Fuchs mit einer großkalibrigen Büchse geschossen, der dabei aufplatzte. So konnte ich sehen, dass der Bursche den Wanst voll mit Himbeeren hatte, was durchaus nichts ungewöhnliches ist.

 

Aussehen
 Wie ein Fuchs aussieht, weiß eigentlich jeder. Sein Körperbau entspricht dem typischen Habitus der Hundeartigen, seine verhältnismäßig langen Läufe ermöglichen es ihm, schnell und ausdauernd zu laufen. Sie sind aber nicht so stark wie etwa bei Katzen und Bären. Daher kann er weder so geschickt klettern wie diese, noch Brantenschläge austeilen, auch wenn er immerhin für einen Hundeartigen recht gut klettern kann.

 Auch der Kopf des Rotfuchses sieht im Prinzip aus wie der eines Hundes: Die beweglichen Ohren ermöglichen es ihm, die Quelle von Geräuschen zu lokalisieren und mit seinen nach vorne gerichteten Augen kann er räumlich sehen. Sein Gebiss gleicht ebenfalls dem des Hundes, er hat sogar die gleiche Zahnformel.

 

Im Winter ist das Fell des Fuchses am schönsten, deswegen hat ihn Gustave Courbet wohl auch so gemalt

 Das Fell des Fuchses ist, wie sein Name sagt, an der Oberseite in der Regel rötlich, wobei der Farbton von dunkel bis hell variieren kann, die Unterseite ist weißlich oder grau. Die Rückseiten der Ohren und die unteren Teile der Läufe sind schwarz. Wie bei vielen Tieren gibt es aber auch Farbvarianten: Sehr helle Füchse bezeichnet man als Birkfüchse, sehr dunkle als Kohlfüchse, ein Fuchs mit einem dunklen Streifen auf dem Rücken heißt Kreuzfuchs und einer mit dunkler Kehle und Schulterpartie heißt Brandfuchs. Silberfüchse sind grau oder sogar fast schwarz.

 Ein typisches Merkmal des Fuchses ist sein langer, buschiger Schwanz, die so genannt Lunte. Dieser Körperteil war zumindest noch vor Jahren ein beliebter Artikel: Man kann daraus einen Fellbesatz für die Kapuze von Anorak oder Parka machen oder ihn als Verzierung irgendwo dranhängen. Vor etwa 20 Jahren war der legendäre Fuchsschwanz an der Antenne ein unverzichtbares Accessoire eines ordnungsgemäß ausgerüsteten Opel Manta.

 Ausgewachsene Fähen, also Weibchen, werden bis ca. 5 ½ kg schwer, Rüden bis gute 6 ½ kg. Die Länge eines ausgewachsenen Rotfuchses beträgt ca. 70 cm ohne die Lunte, welche noch einmal etwa 40 cm misst, wobei die Fähen etwas kleiner sind, auch bei der Schulterhöhe,welche bei den Rüden um die 38 cm beträgt.

 

Lebensweise und Fortpflanzung

 Der Fuchs galt lange Zeit als typischer Einzelgänger, weil man ihn in der Regel alleine antrifft. Mittlerweile weiß man aber, dass Füchse bei gutem Nahrungsangebot und daher fehlender Konkurrenz auch in Familienverbänden, in kleinen Rudeln also leben. Einen Hinweis auf derartiges Verhalten findet man übrigens auch schon bei Carl Emil Diezel, der von zwei Fuchspärchen berichtet, die einträchtig im Bau ihre Gehecke aufzogen.

 Der Altmeister geht zwar auf diese Beobachtung nicht weiter ein, wohl aber auf die Frage, ob der Fuchsrüde bei der Aufzucht seiner Jungen helfe. Dieses Thema war zu seiner Zeit offenbar Gegenstand der heißesten Diskussionen in Jägerkreisen. Damals war es noch üblich, Tiere nach menschlichen Maßstäben zu bewerten und natürlich galt der Fuchs als ein äußerst kriminelles und bösartiges Subjekt, dem viele die Rolle des treu sorgenden Familienvaters nicht zutrauten.

 Diezel versichert, dass er Zeit seines Jägerlebens gewusst habe, dass der Rüde bei der Versorgung der Fuchswelpen mit hilft – und zwar aus eigener Beobachtung. Darüber hinaus entkräftet er auch schlüssig das Argument, dass ein so verdorbener und hinterhältiger Zeitgenosse wie Reineke kein guter Familienvater sein könne: Schließlich, so Diezel, gäbe es ja auch verschlagene und bösartige Menschen, die sich ungeachtet dessen dem eigenen Nachwuchs gegenüber treu und verantwortungsvoll verhielten.

 Dass Fuchsrüden sogar für fremde verwaiste Welpen sorgen, sie füttern und auch bei Bedarf außer Gefahr bringen, weiß Diezel ebenfalls zu bereichten.. Da wir heute wissen, dass Tiere sich nicht nach menschlichen Maßstäben verhalten, ist dies auch nicht weiter verwunderlich: Das Jammern der Welpen löst ganz einfach bei erwachsenen Füchsen beiderlei Geschlechts den ganz normalen Brutpflegeinstinkt aus. Gedanken darüber, ob es sich um seinen eigenen oder fremden Nachwuchs handelt, kann er sich ja nicht machen.

 Die Paarungs- oder Ranzzeit des Fuchses liegt von Ende Dezember bis Anfang März. Die Rüden sind in dieser Zeit ständig zeugungsfähig, die Fähen nur einmal für zwei oder drei Tage. Daher folgt der Rüde einer ausgewählten Fähe über längere Zeit, um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Je nachdem, wie es sich durch die Populationsdichte und die jeweilige Sozialstruktur ergibt, kann sowohl ein Rüde mehrere Fähen decken als auch eine Fähe von mehreren Rüden gedeckt werden. Die Jungen in einem Geheck können daher durchaus mehrere Väter haben.

 

Das ist zum Glück heute verboten: Fuchsfang in einem Eisen, das nicht sofort tötet (Gemälde von Gustave Courbet)

 Die Ranzzeit ist auch die beste Jagdzeit auf Füchse.Einerseits haben sie zu dieser Zeit den begehrten reifen, also voll entwickelten Winterbalg; andererseits sind sie viel unterwegs. Der Fuchs wird heute aber nur noch von wenigen Jägern ernsthaft bejagt, da sein Balg kaum noch Geld bringt.

 Heute sind durch die Propaganda von „Tierschützern“ Pelze aus der Mode gekommen und der verbliebene, geringe Bedarf wird von Tierfarmen gedeckt. Früher hingegen waren gute Fuchsbälge eine begehrte Ware. Aus Erzählungen meines früheren Jagdherrn weiß ich, dass ein guter Fuchsbalg noch in den frühen1980er Jahren dem Jäger einen Hundertmarkschein einbringen konnte.

 Dafür lohnte es sich beiden damaligen Löhnen und Preisen durchaus, ein paar Stunden in der nächtlichen Kälte zuzubringen. Seit aber der Fuchsbalg nichts mehr gilt, mag sich kaum noch jemand den Unbequemlichkeiten des winterlichen Fuchsansitzes aussetzen. Das ist auch einer der Hauptgründe dafür, dass der Fuchs in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat.

 Die Fuchsfähe wölft ca. 50 Tage nach der Paarung ihre Welpen. Da diese am Anfang ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regeln können, muss die Mutter möglichst die ganze Zeit bei ihnen bleiben und sie wärmen. Hier ist es ein großer Vorteil, wenn ein Rüde als Versorger da ist, welcher der Fähe und später auch den Jungen Fraß zuträgt. Auch die bereits erwähnte Verhaltensweise, dass zwei Fähen ihre Welpen in einer Art Wohngemeinschaft aufziehen, dürfte hier vorteilhaft sein: Wenn die Fähen abwechselnd auf Nahrungssuche gehen, kann die jeweils andere die Welpen warm halten.

 Wenn die Jungen älter werden, bekommen sie von den Eltern lebende Tiere gebracht und lernen dabei das Töten. Andere Verhaltensweisen, die sie in ihrem Leben brauchen werden, üben sie im Spiel untereinander ein.

 Irgendwann dürfen sie dann auch vor dem Bau in der Sonne spielen und später mit auf die Jagd um die praktische Anwendung ihrer spielerisch erworbenen Künste zu lernen. Im Herbst schließlich verlassen die Jungfüchse in der Regel die Familie und suchen sich eigene Reviere. Vor allem junge Fähen bleiben aber auch manchmal bei den Eltern und helfen im nächsten Jahr bei der Aufzucht der neuen Welpen.

 

Der Fuchs in der Folklore
  Wie der Hase ist auch der Fuchs ein sehr volkstümliches Tier, das es bis in Sprichwörter und Redewendungen gebracht hat. Als Roter Räuber, Erzschelm und listiger Dieb ist der Fuchs dem Menschen zwar oft lästig, weil er ihm Hühner, Gänse und Enten stiehlt. Trotzdem wird ihm von alters her schon eine gewisse mehr oder weniger heimliche Sympathie, ja sogar Bewunderung entgegengebracht, denn er steht für Schläue, Wagemut und Verwegenheit. Früher war er ja lange nicht der größte Räuber im Wald und zeigte daher, dass auch der kleine Mann mit Intelligenz, Mut und Listenreichtum durchaus seinen Schnitt machen kann.

 In neuerer Zeit hat Reineke das kriminelle Image praktisch ganz abgelegt und steht hauptsächlich für Durchblick und Schläue. Typisch für diese Anschauung sind die Comic-Figuren Fix und Foxi, die mit Hilfe von Einfallsreichtum und Schläue jedes noch so haarsträubende Abenteuer bestehen. Auch in der Werbung kommt der Fuchs noch heute vor und symbolisiert den schlauen und sparsamen Verbraucher, der kritisch auswählt und seinen Vorteil wahrt.

 In Wirklichkeit ist der Fuchs sicher nicht unser intelligentestes Wildtier; wahrscheinlich gebührt dieser Titel nämlich dem Wildschwein. Trotzdem ist er ein interessantes Tier und gehört zu unserer Landschaft. Auch wenn man ihn scharf bejagen muss, wird ihn doch wohl kein richtiger Jäger ernsthaft in seinem Revier missen wollen.

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12. Februar 2009 4 12 /02 /Februar /2009 17:42

  Außer für die hier vorgestellten praktischen Dinge interessiere ich mich auch für Fantasy. Schließlich muss man ja irgendwann auch einmal ein bisschen ausspannen. Da sich dieser Themenbereich aber beim besten Willen nicht auch noch hier unterbringen lässt, habe ich dafür heute ein neues Blog angefangen: Fokkos Fantasy-Blog.

 Thema dort ist alles, was mit Fantasy zu tun hat: Bücher, Filme, Spiele - von Conan der Barbar bis zu World of Warcraft. Wenn Ihr Euch also für Fantasy interessiert, klickt einfach mal rein und sagt mir, wie es Euch gefallen hat!

 Und wenn wir schon einmal dabei sind: Wer Lust hat, auf einem meiner Blogs einen Gastartikel zu schreiben, ist herzlich willkommen! Bares gibt es zwar nicht, aber einen Backlink und der ist in unserer Welt doch auch Gold wert, oder? Natürlich bin auch ich umgekehrt jederzeit bereit, für einen Backlink einen Gastartikel zu schreiben.

 Wer also einen Gastartikel schreiben oder geschrieben haben möchte - einfach mailen: v.wollny(at)ibwollny.de

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11. Februar 2009 3 11 /02 /Februar /2009 09:17

Eines der drückendsten aktuellen Probleme ist die hohe Arbeitslosigkeit. Sie bringt den Betroffenen nicht nur materielle Sorgen, sondern auch Selbstwertprobleme, denn in unserer Gesellschaft orientiert sich die Einschätzung eines Menschen zu einem erheblichen Teil an seiner Arbeit und seinem Verdienst. Auffalllend ist auch, dass heutzutage viel mehr Frauen berufstätig sind als früher. Nehmen die Frauen etwa den Männern die Arbeit weg?

Mit der Industrialisierung kam nicht nur die Möglichkeit, mit weniger Arbeitsaufwnd mehr Güter zu schaffen, sondern auch das Problem der Arbeitslosigkeit: Dafür zu sorgen, dass alle ein lebenswertes Leben führen können, egal ob ihre Arbeit gebraucht wird oder nicht, ist Sache der Politik. Und genau das müssen wir einfordern.

 Auf den ersten und sogar auf den zweiten Blick sieht es in der Tat so aus, als wenn die Frauen den Männern die Arbeit wegnehmen. Es gibt nämlich insgesamt nicht viel weniger Beschäftigte als in unseren goldenen Wirtschaftswunderjahren, wobei aber viel mehr Frauen einen Job haben als damals und viel mehr Männer arbeitslos sind. Um auf den wirklichen Grund zu kommen, muss man jedoch etwas genauer hinsehen.

 

Die Arbeitswelt heute und vor 40 Jahren

 Ich bin in den 60er und 70er Jahren einem Wohnviertel aufgewachsen, indem es so ziemlich alle Gesellschaftschichten gab - und aus denen kamen auch meine Kumpels. Und bei fast allen, egal ob der Vater nun Elektrokarrenfahrer bei Voith oder kaufmännischer Direktor bei Siemens war, war die Mutter zuhause, wenn man hinkam. Frauen arbeiteten damals eher selten mit, wenn, dann vor allem, wenn man bauen wollte oder gebaut hatte, allenfalls noch bei einigen, die Lebensstandard um jeden Preis wollten.

 Heute ist es so, dass die meisten Frauen arbeiten bzw. gerne arbeiten würden. Also sieht die Rechnung auf den ersten Blick einfach aus: Mehr Frauen mit Job => mehr arbeitslose Männer.

 Stimmt aber so nicht: Wenn man nämlich genau hinsieht, gibt es Paare bei denen beide Partner arbeiten und solche bei denen keiner von beiden einen Job hat. Sieht man noch genauer hin und bedenkt, dass in den meisten Fällen beide Partner ähnlich qualifiziert sind, sieht man, dass bei den arbeitenden Paaren beide höher oder hoch qualifiziert sind, bei den arbeitslosen Paaren beide gering oder gar nicht.

 

Der tatsächliche Grund für die Arbeitslosigkeit

 Tatsächlich ist es also so, dass die Arbeitslosigkeit ganz einfach daher kommt, dass es keine Primitiv-Jobs mehr gibt, da diese von Maschinen erledigt oder in Billiglohnländer vergeben werden. Der Bedarf an qualifizierten Kräften ist hingegen so stark gestiegen, dass auf die Frauen zurückgegriffen werden muss. Fies ist natürlich die Methode, mit der man sie zwingt zu arbeiten: Der "gesellschaftlich erwünschte" Konsum ist so hoch und der Lohn so niedrig, dass man nur "mithalten" kann, wenn beide Partner arbeiten.

 Was dabei auf der Strecke bleibt ist zum einen das Kinderkriegen sowie die paar Kinder, die es noch gibt und zum anderen die gering qualifizierten Leute und besonders auch deren Kinder. Das perfideste aber ist, dass man den Verlierern, den gering qualifizierten Leuten nämlich, gegenüber behauptet, es gäbe auch für sie genug Arbeit, sie zwingt nach Jobs zu suchen, die es für sie gar nicht gibt und sie dann auch noch mit Kürzung der sowieso schon völlig unzureichenden Versorgung bestraft, wenn sie das sinnlose Spiel der Jobsuche nicht mehr mitspielen.

 

Ein gangbarer Lösungsansatz

 Verschiedene (wirtschafts-)politische Anschauungen erklären das Phänomen der Arbeitslosigkeit unterschiedlich und nennen auch unterschiedliche Lösungsansätze. Wir dürfen und hier aber nicht blöd schwätzen lassen, sondern zwei grundlegende Tatsachen und die Schlussfolgerung daraus im Auge behalten:

1) Wenn Ressourcen und Arbeitskraft vorhanden sind, muss es grundsätzlich möglich sein zu produzieren, also Güter für alle zu schaffen.

2) Wenn durch die technische Entwicklung die Produktivität steigt, entstehen mehr Güter mit weniger Arbeitsaufwand.

 Die Schlussfolgerung daraus: Die technische Entwicklung muss für alle mehr Wohlstand und weniger Arbeit bringen, sonst hat sie keinen Sinn. Dafür zu sorgen, dass dies so auch geschieht, ist Sache der Politik, denn sie ist dem Wohle des Volkes verpflichtet. Notfalls müssen Arbeitskräfte, die nicht mehr gebraucht werden, ohne Gegenleistung alimentiert werden und zwar ohne sie zu stigmatisieren und ohne in irgendeiner Art auf sie Druck auszuüben, z.B. durch ein bedingungsloses Grundeinkommen oder ein Bürgergeld für alle.

 Alles andere ist Humbug und dient lediglich dazu, die Menschen gegeneinander auszuspielen und immer stärker auszubeuten. Soweit nun übrigens Globalisierung und EU dem Ziel der Lebensqualität für alle im Wege stehen, haben sie ihre angeblichen Zwecke verfehlt und gehören genauso weg, wie die gesellschaftliceh Ausgrenzung der Arbeitslosen.

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9. Februar 2009 1 09 /02 /Februar /2009 16:17

 Wie die meisten Gattungen von humoristischen Gedichten sind die Klapphornverse heute stark in Vergessenheit geraten. Damit teilen sie das Schicksal ihrer - meist wesentlich zotigeren - Verwandten, den Bonifatius-Kiesewetter-, Frau-Wirtin- und  Sanitätsgefreiter-Neumann-Verse. Zum Glück gibt es noch ein paar Leute, die Spaß an solchen Dingen haben und sie vor dem völligen Vergessen bewahren, indem sie sie ins Internet stellen. EIn kleiner Beitrag zum Erhalt dieser Art von Volkskultur soll auch mein heutiger Blogeintrag sein.

Ein Knabe mit einem Bügelhorn, einer der verschiedenen Bauweisen von Klappenhörnern. Ob er es nur einigermaßen oder ordentlich blasen konnte, lässt sich heute wohl kaum mehr feststellen... ;-) (Gemälde "Enfant de Troupe" von Eva Gonzales, Paris 1870) 

Unfreiwilliger Humor

 Klapphormverse beginnen in der Regel mit "Zwei Knaben...". Warum sie aber ausgerechnet Klapphornverse heißen, erschließt sich einem nur, wenn man den allerersten Vertreter dieser Spezie kennt: .

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
der andere blies das Klappenhorn,
Er konnt' es zwar nicht ordentlich blasen,
Doch blies er's wenigstens einigermaßen.

 Eigentlich ist dieser Vers überhaupt nicht witzig. Er war auch nicht so gemeint, denn sein längst verblichener Schöpfer, ein Göttinger Notar namens Friedrich Daniel, sandte ihn im 19. Jahrhundert als durchaus ernst gemeinten lyrischen Vesuch an die humoristische Zeitschrift "Fliegende Blätter". Die Redakteure und Leser erkannten die unfreiwillige Komik und es entstand eine ganze Welle von Versen, die diesem Muster folgten.

 

Gedruckt und gesungen

 Klapphornverse wurden vor allem mündlich weitergegeben, es gab aber bereits im 19. Jahrhundert auch gedruckte Sammlungen. Man kann die ulkigen Vierzeiler übrigens auch singen und zwar am besten nach der Meldoie von "Freut euch des Lebens..".Bis vor einigen Jahrzehnten tauchte die Gattung auch in den Programmen von Humoristen und Liedermachern auf, z.B. bei Schobert und Black oder Fredl Fesl. Von letzterem dürfte wohl vor allem dieses Exemplar bekannt sein:

Zwei Knaben saßen auf einer Bank
Der eine roch, der andere stank.
Da sparch der Roch zum Stank:
I geh jetz auf a andre Bank!

 Der Klapphornvers hat normalerweise vier Zeilen und kommt meist in der Form aabb daher. Er kann aber schonauch einmal als eleganterer Kreuzreim abab verfasst sein:

Zwei Knaben machten sich einen Jokus
Und tranken Most im Keller.
Da mussten sie auf den Lokus -
Jedoch, der Most war schneller!

 Sehr oft sind Klapphornverse vom Thema her eher harmlos, ab und zu können sie aber auch frivol sein:

Zwei Knaben lagen nackt im Stroh.
Vom einen sah man nurden Po.
Vom anderen nur das Knie -
Und dieser Knabe hieß Marie!

Auch absoluter Nonsens kommt vor:

Zwei Knaben stiegen auf einen Gletscher,
Da wurden sie matsch und mätscher.
Da sprach der Mätschere zum Matschen:
Kumm. lass uns wieda abilatschen.

Wie bereits gesagt, gibt es glücklicherweise noch ein paar Leute, die Sachen wie Klapphornverse ins Internet stellen und sie damit vor dem gänzlichen Vergessenwerden bewahren. Noch mehr Klapphornverse und teiweise auch Infos dazu gibt es z.B. hier.

KlapphornClique
Klapphornverse bei ingeb.org

 

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Published by Fokko - in Humor
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7. Februar 2009 6 07 /02 /Februar /2009 13:42

Lepus europaeus, der Feldhase, ist in der Fabel als „Meister Lampe“ bekannt und eines der bekanntesten Tiere unserer Heimat. Trotzdem verwechseln ihn viele Leute mit seinem – gar nicht mal so nahen – Verwandten, dem Wildkaninchen. Auch dessen domestizierte Form, das Hauskaninchen, wird oft, aber fälschlicherweise als „Stallhase“ bezeichnet. Hasen und Kaninchen sind jedoch zwei völlig unterschiedliche Arten, die lediglich zur gleichen biologischen Familie, jedoch zu unterschiedlichen Gattungen gehören.

Als früher sehr häufiges Wild findet man den Hasen natürlich auch häufig in Darstellungen von Jagdkünstlern, wie hier von Walter Heubach

Lebensraum
Außer in Europa kommt der Feldhase auch im angrenzenden Asien und in Nordafrika vor. Er ist eigentlich ein Steppentier, das bei uns mit dem Aufkommen des Ackerbaus und den dadurch entstehenden Feldfluren Fuß fassen konnte. Dementsprechend sind die Lebensraumanforderung des Hasen, der es vor allem gerne warm und trocken mag. Vor allem für seinen Nachwuchs sind Nässe und Kälte das pure Gift. Sein erster Satz Junge, der im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr geboren wird, hat daher nur geringe Überlebenschancen. Aus dem gleichen Grund sind warme, trockene Jahre gute und nasskalte Jahre schlechte Hasenjahre.

Artenreiche Vegation wie man sie auf nicht zu früh gemähten Wiesen findet ist, ist unerlässich für das Wohlbefinden des Hasen

Wenn man den Hasen auch hin und wieder im Wald findet, ist doch sein eigentlicher Lebensraum die Agrarlandschaft. Sie bietet ihm, die richtigen, steppenähnlichen Bedingungen, auch wenn er stark unter den Veränderungen der letzten Jahrzehnte zu leiden hat.

 

Ernährung und Lebensweise
Leider ist das bei uns ehemals sehr verbreitete Tier in den letzten Jahrzehnten selten geworden. Das liegt nicht an der Jagd, sondern an der Veränderung seines Lebensraumes, der bäuerlichen Kulturlandschaft. Dazu kommt, dass eben diese Veränderung gleichzeitig einige seiner Fressfeinde begünstigt, wie etwa den Fuchs.

 

Der Feldhase ist eigentlich eine sehr häufige Art, derzeit aber duch Umweltveränderungen dezimiert und gefährdet (Bild: Nordelch, Wikimedia, lizensiert nach GNU FDL)

Der Hase ist ein vornehmlich nachtaktives Tier. Tagsüber ruht er in seinem Lager, der so genannten Sasse. Sie kann sich an Wald- oder Heckenrändern, aber auch im freien Feld befinden. Dabei liegt er immer mit dem Kopf in Windrichtung um herannahende Gefahren wittern zu können. Abends verlässt er sein Bett und geht auf Nahrungssuche.

Der Hase benötigt zu seinem Wohlbefinden die so genannte „Hasenapotheke“, die sprichwörtlichen „siebenundsiebzig Kräutlein“, wobei diese Zahl jedoch nicht wörtlich zu nehmen ist. Wichtig ist für ihn aber in der Tat, dass er eine große Anzahl verschiedener Futterpflanzen benötigt, die ihm eine ausgewogene Ernährung ermöglicht und ihn gesund erhält.

Deswegen leidet der Feldhase besonders unter der Artenverarmung in unserer Feldflur. Große Monokulturen und Herbizide spielen hier eine Rolle; aber ein wichtiger Grund ist auch der frühe Grasschnitt zur Herstellung von Silage. Über Jahrhunderte wurde bei uns auf den Wiesen erst im Juni Heu gemacht, so das sich auf den Wiesen eine Artengemeinschaft bildete, die aus Pflanzen bestand, die bis dahin ihre Samen gebildet hatte. Außerdem blieb auch die Nachkommenschaft der Hasen jedes Jahr bis zu diesem Zeitpunkt unbehelligt von menschlichen Eingriffen.

 

Gefährdung
Da heute bereits im Mai für Silage Gras geschnitten wird, sind diejenigen Pflanzen die Verlierer, die erst später aussamen. Sie verschwinden und fehlen dann auf dem Speisezettel von Meister Lampe. Dadurch leidet seine Gesundheit, in der Folge natürlich auch seine Überlebenschance und damit seine Häufigkeit. Dazu kommt, dass durch das maschinelle Mähen ganz junge Hasen getötet werden, die noch in der Sasse gesäugt werden und nicht flüchten können.Ebenfalls äußerst ungünstig ist, dass mit moderner Mähtechnik das Gras extrem kurz über dem Boden abgeschnitten werden kann, den jungen Hasen also keine Chance bleibt, den Messern zu entgehen.

Flüchtender Hase: Seine kräftigen Hinterläufe ermöglichen ihm blitzschnelles Beschleunigen (Bild: Rosenzweig. lizensiert nach GNU FDL)

Diese Praxis des frühen und extrem kurzen Grasmähens ist übrigens auch tödlich für bodenbrütende Vögel. Leider hat sie sich durch die an sich sehr positive Zunahme der energetischen Biomassenutzung in Biogasanlagen noch verstärkt. Die Bauern schneiden sich übrigens mit dem kurzen Mähen auch noch ins eigene Fleisch: Wie bei Pflanzen allgemein üblich, sitzen auch in den Wiesenpflanzen die Reserven im unteren Bereich. Was zu kurz geschnitten wird wächst daher schlecht nach.

Für den Hasen ist es also immer ein Glück, wenn irgendwo noch ein Stück Wiesenland in traditioneller Weise zur Heuproduktion genutzt wird. Vor allem auch Pferdehalter pachten sich öfter eine Wiese um Heu für ihre Pferde zu gewinnen und helfen damit, oft wohl ohne es überhaupt zu wissen, dem Hasen. Das sollten wir Jäger – nebenbei gesagt - bedenken, wenn wir uns das nächste Mal über Reiter ärgern.

 

Körperbau und Sinne
Hasen werden etwa 60 bis 70 cm lang und etwa fünf, kapitale Exemplare auch bis zu acht Kilogramm schwer. Lepus europaeus ist ein Fluchttier, das seinen Fressfeinden dadurch zu entgehen trachtet, möglichst schnell eine möglichst große Entfernung zwischen sie und sich zu bringen. Das schlägt sich natürlich in seinem Körperbau nieder: Mit seinen im Verhältnis zur Größe sehr stark ausgeprägten Hinterbeinen kann er nicht nur aus der Ruhelage extrem stark beschleunigen, sondern auch Sprünge machen, um die ihn so manches Raubtier beneidet: Bis zu drei Meter hoch und bis zu sieben Meter weit kann ein Hase springen.

 

Schädel eines Hasen (aus einem alten Biologiebuch)

Diese Fähigkeiten erlauben es ihm, seine Tarnung voll auszureizen. Mit seiner bräunlichen bis rotbräunlichen Decke ist er in seiner Sasse, der Bodenkuhle, in der er ruht, recht gut getarnt, zudem er sich dabei auch noch dicht an den Boden drückt. Bei Annäherung einer Gefahr hält er lange aus und saust erst im allerletzten Moment mit rasender Geschwindigkeit davon. Dabei erreicht er gut und gerne seine 50, ja kurzzeitig sogar bis zu 70 km/h. Gleichzeitig ist er in der Lage, blitzschnell seine Richtung zu ändern, was als Hakenschlagen bezeichnet wird. Mit dieser Strategie hat er eine gute Chance, seinen Verfolgern zu entkommen und zu überleben wenn er einmal in seiner Sasse aufgespürt wird.

Mit seinen wesentlich weniger stark entwickelten Vorderläufen kann er jedoch nicht in der Art schreiten, wie es Vierbeiner mit gleich stark entwickelten Vorder- und Hintergliedmaßen tun. Wenn er sich langsam bewegt hoppelt er daher in der bekannten und typischen Weise.

Hasenspur im Schnee (Bildquelle: PD)

Sein Kopf ist ebenfalls seiner Lebensweise gut angepasst: Die seitliche Lage der Augen erlaubt ihm Rundumsicht, wobei aber die Sicht nach vorne in den unscharfen Randbereichen der Gesichtsfelder der beiden Augen liegt. Außerdem ist der Hase kurzsichtig. Typisch für ihn sind die langen Löffel, mit denen er sehr gut hören kann.

Was wenig bekannt ist: Auch die Witterung, das Riechvermögen ist beim Hasen gut ausgeprägt und dient auch zur Partnererkennung in der Rammelzeit. Er verfügt zudem über Duftdrüsen, deren Sekret er teilweise auch zur Fellpflege verwendet, wenn er sich putzt.

Seine Fresswerkzeuge entsprechen seiner Nahrung. Die gespaltene Oberlippe („Hasenscharte“) und die langen Vorderzähne eignen sich gut dafür, die vielerlei Arten pflanzlicher Nahrung abzuäsen, die er benötigt.

 

Fortpflanzung
Da der Hase, vor allem in jungen Jahren, recht gefährlich lebt, muss er auch eine hohe Fortpflanzungsrate aufweisen. Das ist tatsächlich der Fall, seine hohe Vermehrungsrate hat ihn sogar zum Fruchtbarkeitssymbol gemacht.

Der Hase sorgt nicht nur einmal, sondern gleich mehrere Male pro Jahr für Nachwuchs. Ab Januar wird die Häsin regelmäßig etwa alle 38 Tage für einen Tag „heiß“. Eine solche Häsin zieht die Rammler an, woraufhin sich das langwierige Paarungsspiel entwickelt. Dabei finden Rivalenkämpfe zwischen den Bewerben und Verfolgungsjagden statt.

Junger Hase (Gemälde von Albrecht Dürer)

Am Schluss bleibt dabei immer ein Rammler als Sieger übrig, dessen Preis in einem Begattungsakt mit der Häsin besteht. Das hat den Zweck, dass möglichst nur die stärksten und schnellsten Rammler zur Fortpflanzung gelangen. Nach einer kurzen Erholungsphase beginnt der Hasensex dann von neuem, so dass die Häsin an einem solchen heißen Tag mehrfach und auch von mehreren Rüden begattet werden kann.

Die Tragzeit beträgt etwa 42 Tage, wobei die Häsin kurz vor der Geburt schon wieder heiß wird und begattet werden kann. Sie kann nämlich ohne weiteres auch Embryonen in zwei verschiedenen Entwicklungsstadien tragen. In der Zeit zwischen den heißen Tagen hat die Häsin oft einen männlichen Hasen als Begleiter.

Die Jungen kommen behaart und sehend zur Welt und werden in einer Bodenkuhle abgelegt. Die Mutter kommt am Abend kurz zum Säugen, gelegentlich auch ein zweites Mal am Morgen. Dabei bleibt sie jeweils nur kurz, damit das Risiko gering bleibt, dass sie durch ihren stärkeren Geruch Fressfeinde anlockt. In dieser Zeit duldet die Häsin auch keinen männlichen Artgenossen in ihrer Nähe und schmettert deren Annäherungsversuche rigoros ab. Nach einigen Wochen können die jungen Hasen dann selbständig ihre Nahrung suchen und starten in ein Hasenleben, dass etwa zwölf Jahre dauern kann, wenn nicht ein Beutegreifer, eine Krankheit, der Straßenverkehr oder die Flinte des Jägers es vorzeitig beenden.

 

Der Hase in der Folklore

Der Hase ist ein sehr volkstümliches Tier, das als Meister Lampe in den Fabeln auftaucht und für viele Sprichwörter herhalten muss. Er gilt auch als Fruchtbarkeitssymbol und ist damit neben dem Ei typisch für die Osterzeit geworden. In afrikanischen Tiergeschichten wird er als sogar als schlau dargestellt, ähnlich dem knitzen Altrammler Mümmelmann aus den Geschichten von Hermann Löns.

Dass der Hase ein volkstümlicher Sympathieträger ist, mag daran liegen, dass der „kleine Mann“ sich in gewisser Weise in ihm wiedererkennen kann: Ständig bedroht von übermächtigen Feinden, gegen die er sich nicht wehren kann, ist er darauf angewiesen, ständig auf dem Quivive zu sein und seinen Widersachern durch Tricks, prompte Reaktion und Schnelligkeit zu entgehen um zu überleben.

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6. Februar 2009 5 06 /02 /Februar /2009 19:19

Wie die künstliche Intelligenz und das automatisch fahrende Auto gehört das alltagstaugliche Elektroauto zu den technischen Errungenschaften, die schon seit Jahrzehnten „demnächst kommen“. Glücklicherweise kann man elektrischen Strom aus praktisch allen Energiequellen gewinnen und daher mit seiner Hilfe auch die erneuerbaren Energieträger problemlos nutzbar machen, so dass der Gedanke eines elektrischen Autos gerade heutzutage sehr nahe liegt.

Elektroautos gibt es eigentlich schon lange: Oma Ducks Elektroauto oder zumindest ein ähnliches Modell von der Detroit Motor Company (Bild: Claus Ableiter, lizensiert nach GNU FDL)

Vorteile des Elektroantriebs 

 In der Tat passen die mechanischen Eigenschaften von Elektromotoren gut zu den Anforderungen eines Fahrzeugantriebes: Sie können unter Last anlaufen und auch bei niedrigen Drehzahlen bereits ein hohes Drehmoment erzeugen. Verbrennungsmotoren können beides nicht und daher benötigt ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor mindestens eine Kupplung und für höhere Geschwindigkeiten darüber hinaus ein Getriebe mit veränderbarem Übersetzungsverhältnis.

 Wo bei hohen Leistungen und/oder schnellen Lastwechseln Zahnradgetriebe an ihre Grenzen kommen, hat man, bevor es hydraulische Getriebe und Drehmomentwandler gab, daher schon sehr früh die Elektrizität als Mittel benutzt, die Leistung eines Verbrennungsmotors zu den Antriebsrädern eines Fahrzeuges zu übertragen. Dieselelektrische Lokomotiven wurden durch die später entwickelten Hydrogetriebe, vor allem von dem schwäbischen Maschinenbau-Unternehmen Voith in Heidenheim/Brz., zwar zu einem großen Teil, jedoch bei weitem nicht vollständig verdrängt.

 Zum Beispiel sind bei der AKN Eisenbahn AG, die Hamburg mit den ländlichen Gebieten in seinem Norden verbindet, auch heute noch dieselelektrische Triebwagen im Einsatz. Im Verbundverkehr mit der Hamburger S-Bahn werden Fahrzeuge benutzt, die auf dem Netz der S-Bahn den für die Fahrmotoren notwendigen Strom aus dessen Fahrleitungen entnehmen und ihn auf den nicht elektrifizierten AKN-eigenen Strecken auf dem Land mit Hilfe von Dieselmotoren und Generatoren selbst erzeugen. Innerhalb der Stadt werden so Lärm und Abgase vermieden ohne dass man die ländlichen Strecken elektrifizieren musste.

 Ein weiterer Vorteil des Elektroantriebs besteht darin, dass man die beim Bremsen anfallende Energie nicht nutzlos vollständig in Wärme umwandeln und so quasi „vernichten“ muss, sondern aus ihr wieder elektrische Energie für den Antrieb gewinnen kann. Vor allem bei Bergbahnen lohnt sich eine entsprechende Ausrüstung; hier können zwei bis drei talfahrende Züge den kompletten Strom für einen bergfahrenden erzeugen.

 

Nachteile des Elektroantriebs

 Wer als Kind eifrig Micky-Maus-Hefte gelesen hat, erinnert sich vielleicht an das Auto von Onkel Dagoberts Schwester Dorette, besser bekannt als Oma Duck. Wer genau aufgepasst hat, weiß vielleicht auch noch, dass es sich dabei um ein Elektroauto handelte. Dieses Elektroauto war keineswegs eine futuristische Erfindung Daniel Düsentriebs, sondern gehörte durchaus zum Ambiente des ländlichen Amerikas der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, welches liebevoll und detailgetreu gezeichnet die Kulisse der Geschichten um Oma Duck bildet. 

Der Tesla Roadster, das derzeit wohl modernste Elektroauto (Bildquelle: fogcat5, lizensiert nach CCL)

 Auch beim Auto experimentierte man nämlich bereits sehr früh mit dem Elektroantrieb und gerade auch in den USA hatten Elektroautos längere Zeit eine gewisse Verbreitung. Antriebstechnisch ist ein Elektroauto kein großes Problem. Es gab bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts elektrische Postautos, Droschken, Lieferwagen und sogar PKW. Das Problem liegt nicht in der technischen Machbarkeit des eigentlichen Antriebs, sondern in der Energieversorgung. Schienenfahrzeugen sind sowieso an ihre Schienen gebunden; daher entsteht durch die Fahrleitung für elektrische Triebfahrzeuge keine weitere Einschränkung der Beweglichkeit. Anders bei Straßenfahrzeugen: Oberleitungs- oder Trolley-Busse sind zwar eigentlich genauso lenkbar wie andere Straßenfahrzeuge, können aber den Bereich ihrer Fahrleitungen dennoch nicht verlassen.

 Außerdem ist hier die Konstruktion der Stromabnehmer und der Fahrleitung wesentlich aufwendiger: Ein Eisenbahnfahrzeug benötigt nur einen Fahrdraht, da die zweite Leitung durch die Schienen ersetzt wird und es nimmt auch immer in etwa die selbe Lage zum Fahrdraht ein. Ein Straßenfahrzeug hingegen benötigt zwei Fahrdrähte und eine aufwendige Führung der Stromabnehmer, weil man es nicht so genau unter dem Fahrdraht her lenken kann, wie die Schienen ein Schienenfahrzeug führen und im Straßenverkehr auch des öfteren kleinere Ausweichmanöver notwendig werden.

 Für Straßenfahrzeuge, vor allem für den Individualverkehr braucht man daher eine Stromversorgung, welche ohne Fahrleitung auskommt, nämlich eine mit Akkumulatoren. Diese sind notwendigerweise aber schwer, weil ihre Kapazität an die Masse gebunden ist. In einem Kilogramm Akkumulator kann man ganz einfach weniger Energie unterbringen als in einem Kilogramm Benzin enthalten ist. Ein Elektrofahrzeug schleppt daher außer seiner Nutzlast immer auch eine erhebliche Menge „totes Gewicht“ in Form seiner Batterie mit, was sich wiederum natürlich auch auf seinen Energiebedarf auswirkt. Abhilfe scheinen hier in Zukunft möglicherweise die neuartigen Lithium-Ionen-Akkus zu schaffen, die bei gleichem Gewicht wesentlich mehr elektrische Energie speichern können als herkömmliche Batterien. 

Dieselelektrischer Triebwagen der AKN (Bild: M. Bienick, lizenziert nach CCL

 Ein weiteres Hindernis sind die langen Ladezeiten von Akkumulatoren. Wenn der Tank eines Fahrzeuges mit Verbrennungsmotor leer gefahren ist, kann man ihn in wenigen Minuten an der Tankstelle wieder auffüllen, das Laden eines Akkus dauert Stunden. Wer schon einmal eine neue Autobatterie gekauft hat, weiß auch, dass Akkumulatoren eine teure Sache sind. Besonders stark würden sich die hohen Anschaffungskosten der Batterien auswirken, wenn man, wie das schon vorgeschlagen würde, die Akkus nicht im Fahrzeug laden, sondern an den Ladestationen einfach austauschen würde. In diesem Falle müsste dann pro Fahrzeug nicht nur mehr als ein Akku vorhanden sein, sondern auch ein genormtes System aus Akkumulatoren, Aufnahmen dafür im Fahrzeug und Vorrichtungen zum Wechseln geschaffen werden

 

Wo Akkumulatoren gut funktionieren

Trotz der genannten Nachteile gibt es einige Anwendungsgebiete, auf denen Akkumulatoren bereits durchaus eingesetzt werden können. Es gab bei der Eisenbahn jahrzehntelang Akkumulator-Triebwagen, die sich gut bewährten. Da die Reibung zwischen Eisenbahnrad und Schiene wesentlich geringer ist als die zwischen Gummireifen und Straße, benötigen Eisenbahnfahrzeuge sehr viel weniger Energie als Straßenfahrzeuge.

 Aus diesem Grund kann bei gleichen Fahrleistungen und gleicher Reichweite der Akkumulator eines Schienenfahrzeugs wesentlich kleiner und leichter ausfallen als der eines vergleichbaren Straßenfahrzeuges. Dadurch verbessert sich das Verhältnis zwischen Fahrzeugmasse und Nutzlast, so dass das tote Gewicht durch den Akku eher verschmerzt werden kann. Außerdem ist das Laden der Akkus bei einem fahrplanmäßigen Betrieb planbar, so dass die Einsatzfähigkeit nicht unter den langen Ladezeiten leiden muss.

 Auch bei Flurförderzeugen lässt sich der Elektroantrieb mit Akku gut einsetzen. Auch hier sind die Fahr- und Ladezeiten anhand der Arbeitszeiten im Betrieb gut planbar. Bei Gabelstaplern und Schleppern stellt das hohe Gewicht der Akkus zudem keinen Nachteil, sondern einen Vorteil dar, da diese aus technischen Gründen nicht nur schwer sein dürfen sondern schwer sein müssen. Das gilt auch für Akku-Lokomotiven, die man früher auf kleinen Werksbahnen einsetzte und auch heute noch im Bergbau verwendet.

 

Ist Wasserstoff die Lösung?

 Aufgrund der beschriebenen Unzulänglichkeiten der derzeit technisch möglichen Akkumulatoren gibt es auch nach weit mehr als einem Jahrhundert des Experimentierens kein Elektroauto, welches den herkömmlichen PKW mit Benzin-, Diesel- oder auch Gasmotor vollwertig ersetzen kann. Eine Möglichkeit, Fahrzeuge mit elektrischen Strom zu betreiben und dabei auf den unhandlichen Akku verzichten zu können, könnte der Einsatz von Wasserstoff zum Speichern elektrischer Energie sein. 

Brennstoffzelle im Laborversuch (Bildquelle: NASA)

 Wasserstoff ist ein brennbares Gas und kann daher, wie z.B. auch Methan (Erd- und Biogas), Kohlenmonoxid (Stadtgas) oder Ethin (Azetylen), als Brennstoff verwendet werden. Der Einsatz von Gasen als Treibstoff für Verbrennungsmotoren ist eine Sache, die schon lange einwandfrei funktioniert und so könnte man daher prinzipiell auch Autos mit Gasmotoren ausrüsten, die mit Wasserstoff betrieben werden.

 Eine andere Möglichkeit, Wasserstoff zum Antrieb von Fahrzeugen zu nutzen, ist die so genannte Brennstoffzelle. Bei dieser Technik werden Wasserstoff und Sauerstoff derartig zu Wasser verbunden, dass dabei, anders als bei der Verbrennung von Knallgas, nicht Wärme, sondern elektrische Energie entsteht, die dann für den elektrischen Antrieb des Fahrzeugs sorgt.

 

Ein einfaches Prinzip

Aber woher bekommt man den Wasserstoff? Das Prinzip ist im Grunde einfach: Jeder kennt Knallgas, eine Mischung aus Wasserstoff und Sauerstoff, die bei der geringsten Funkenbildung explosionsartig zu Wasser verbrennt. Umgekehrt kann man Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten und zwar unter anderem mit Hilfe von elektrischem Strom. Der so mit Hilfe von elektrischer Energie erzeugte Wasserstoff (und, falls man zur Verbrennung nicht Luftsauerstoff einsetzen will, auch den zugehörigen Sauerstoff) könnte in Fahrzeugen in Tanks mitgeführt werden und zum Antrieb eines Verbrennungsmotors dienen. Bei der Oxydation des Wasserstoffs zu Wasser wird nämlich rechnerisch genau die Energie wieder frei, die hineingesteckt wurde, als man ihn vom Wasser getrennt hat.

 

Der Wirkungsgrad

 In der Praxis bekommt man nun nicht die ganze zur Spaltung des Wassers aufgewendete Energie wieder zurück, weil bei der Elektrolyse Verluste in Form von Abwärme entstehen. Das ist aber bei allen Energieübertragungen und -umwandlungen der Fall, ganz egal ob es sich um chemische, elektrische oder mechanische Energie handelt, um Verbrennungsmotoren, elektrische Leitungen, Transformatoren, Zahnradgetriebe, ketten- oder Riementriebe oder was auch immer: stets bekommt man weniger Energie heraus als man hineinsteckt weil es Verluste, vor allem in Form von Wärme, gibt. 

In der Natur werden unglaubliche Energiemengen umgesetzt. Die Elektrizität von Blitzen wird man wohl kaum jemals nutzen können, dafür aber die nicht weniger gewaltigen und nie versiegenden Energien von Sonne und Wind (Bild: Andre Karwath, lizensiert nach CCL)

 Das Verhältnis zwischen der hinein gesteckten und der heraus bekommenen Energie oder Leistung bezeichnet man als Wirkungsgrad und drückt ihn in Prozenten oder einer Zahl zwischen 0 und 1 aus. Daraus ergibt sich rechnerisch etwas, was auch dem gesunden Menschenverstand einleuchtet: Je öfter bzw. weiter wir Energie auf dem Weg von der Quelle zum Verbraucher umwandeln und/oder übertragen müssen, um so weniger bleibt für die eigentliche Nutzung übrig.

 Aus diesem Grund wäre es zum Beispiel auch unsinnig, Strom aus Biogas zum Antrieb von Fahrzeugen zu verwenden: Die Wärmeverluste bei der Umwandlung der chemischen Energie des Biogases in mechanische Energie mit einem Gasmotor sind aufgrund thermodynamischer Gesetzmäßigkeiten unvermeidlich. Will man nun mit der Energie aus dem Biogas ein Elektroauto betreiben, kommen die Verluste im Generator, beim Laden und Entladen des Akkus, sowie beim Antriebsmotor des Autos hinzu. Baut man dagegen den Gasmotor direkt in das Auto ein, treten lediglich lediglich dessen Wärmeverluste, sowie die des dann notwendigen Schaltgetriebes auf.

 Außerdem existieren bereits alltagstaugliche Autos für Biogasbetrieb: Biogas ist nämlich genau das gleiche wie Erdgas; daher können für den Erdgasbetrieb umgerüstete Autos ohne weiteres auch mit Biogas betrieben werden, genauso, wie die bereits vorhandene Betankungs-Technik für Erdgas auch mit Biogas funktioniert.

 

Der Haken dabei...

 Sehr populär war der Gedanke des Wasserstoffantriebs zu der Zeit, als man noch glaubte, mit Hilfe der Atomenergie elektrischen Strom in riesigen Mengen fast umsonst herstellen zu können. Allerdings wäre er auch eine Möglichkeit, indirekt Wasser-, aber vor allen Dingen auch Windenergie zum Antrieb von Fahrzeugen zu nutzen und ist daher nach wie vor aktuell. Auch zum Speichern von Strom aus Sonnen- oder Windenergie, welche ja nicht immer dann anfällt, wenn man sie braucht, wäre der Wasserstoff auf den ersten Blick gut geeignet.

 So bestechend die Idee auch klingt, Wasserstoff zum Speichern von elektrischer Energie zu verwenden, so ist sie dennoch derzeit noch nicht wirklich praktikabel. Das liegt an der unangenehmen Eigenschaft des Wasserstoffs, sich praktisch durch jedes Material einschließlich Stahl und Glas hindurch zu schleichen. Der Fachmann nennt diese Erscheinung Diffusion und erklärt sie mit der Tatsache, dass das Wasserstoff-Molekül so klein ist, dass es quasi durch das Gefüge selbst sehr dichter Werkstoffe gewissermaßen hindurchsickern kann. Daher wäre der Betrieb eines Fahrzeugs mit Wasserstofftantrieb eine im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährliche Sache und das Wasserstoff-Automobil rückt in diejenige Zukunft, in der ein Weg gefunden wird, den Wasserstoff nicht nur zuverlässig sondern auch kostengünstig in einem Tank einzusperren.

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4. Februar 2009 3 04 /02 /Februar /2009 09:00

Falls ihn tatsächlich noch jemand nicht kennt - hier ist der furchtbare Leberwurst-Witz , der so unterirdisch ist, das man ihn eigentlich niemandem erzählen kann. Hoffentlich fasst ihn niemand als Diskirminierung von Metzgereifachverkäufer-Azubienen auf....

Kommt ein Mann in die Metzgerei und sagt: "Ich hätte gerne ein Viertelpfund Leberwurst, aber von der fetten, groben!"

Daraufhin die Verkäufern: "Tut mir leid, aber die hat heute Berufschule!"

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2. Februar 2009 1 02 /02 /Februar /2009 17:54

Der Februar gehört oft noch komplett zum Winter und kann vor allem auch noch sehr kalt sein. Manchmal ist der Winter ja auch erst  Ende Januar so richtig gekommen: "An Fabian-Sebastian(20.01.), da fängt der rechte Winter an!" heißt es nicht umsonst. Trotzdem markiert dieser Monat für viele Gartenfreunde schon wieder den Beginn der neuen Gartensaison. Und in der Tat, es gibt einige Arbeiten, die man jetzt bereits in Angriff nehmen kann.

 Für viele Gartenfreunde kommt mit dem Februar bereits der Beginn der neuen Saison: Wenn auch noch nichts wächst, gibt es doch draußen und drinnen allerhand Vorbereitungsarbeiten, wie etwa das Vorziehen von Pflanzen

Nachsitzen für Faulpelze

 Wer im Herbst faul war, hat um diese Zeit eventuell noch einmal die Chance das Umgraben von Beeten nachzuholen, wenn er Glück hat und der Boden in einer warmen Phase tief genug auftaut. Mit noch etwas mehr Glück wird es auch noch einmal so kalt, dass die Schollen wieder richtig durchfrieren und der Gartenboden des säumigen Faulpelzes doch noch zu seiner Frostgare kommt. Auch düngen kann man jetzt notfalls noch, wenn man es im Herbst versäumt hat.

 

Kompost

 Aber das ist keine eigentliche Februar-Arbeit, sondern nachgeholte aus dem Herbst. Ein typische Arbeit für den Spätwinter und das zeitige Frühjahr ist - neben dem Planen der Bepflanzung (so man das tut und sich nicht später spontan entscheidet) - das Umsetzen des Komposthaufens. Ich persönlich gehe dabei folgendermaßen vor: In meinem Garten stehen zwei Komposthaufen, von denen einer aus dem letzten und der andere aus dem vorletzten Jahr stammt. Dem vom vorletzten Jahr geht es jetzt an den Kragen, sobald er einigermaßen aufgetaut ist. Er wird auseinander gerissen und durch ein Wurfsieb geschaufelt. Dann wird der vom letzen Jahr, an seine Stelle umgesetzt, wobei ich alle die Dinge hinzufüge, die aus dem vom vorletzten Jahr stammen und im Sieb hängen geblieben sind.

 An der Stelle des vorjährigen Komposthaufens fange ich dann an, den neuen aufzusetzen. Wenn man jetzt seinen Weihnachtsbaum "schlachtet", kann man die Zweige als Belüftung gleich unten in den neuen Kompost legen, zusammen mit dem Gehölzschnitt, der ja bei den meisten auch um diese Zeit anfällt. Wie man Obstbäume schneidet, steht übrigens in einem früheren Blogeintrag.

Zwei Komposthaufen, einer, der aktuell beschickt wird und ein vorjähriger, der richtig durchrottet, sorgen für gut ausgereiften Kompost

Gehölze

Außerdem kann man jetzt Baumstämme von loser Rinde und Bork befreien und diese verbrennen oder vergraben um die Bäume von Parasiten zu befreien. Auch Stammanstriche zum Schutz gegen Sonnenbrand werden jetzt vorgenommen. Wer später im Frühling Bäume veredeln will, sollte spätestens jetzt die Reiser dazu schneiden und kühl aufbewahren. Auch für Neupflanzungen von Gehölzen ist jetzt die richtige Zeit.

Vorziehen von Gemüse

 Hat man seine Peperoni bereit Ende Dezember oder Anfang Januar gesät, ist es jetzt wahrscheinlich Zeit, sie zu vereinzeln. Auch verschiedene andere Gemüsesorten kann man jetzt schon im Haus vorziehen, vor allem robuste, mit denen man bereits Ende Februar, Anfang März ins Freiland kann. Viele sehen aber auch Mariä Lichtmess als den traditionellen Termin zum Säen von Tomaten an. Dabei geht man im Prinzip genaus vor, wie ich es im Artikel über das Säen von Peperoni beschrieben habe; Auch über das Vereinzeln der Peperoni (gilt auch für die Tomaten) kann man dort einiges nachlesen. Dort steht auch, wie man mit diese vereinzelt, was ja wie gesagt um diese Zeit erfolgt und später auch bei den Tomaten dran ist.

 Buchsuche zum Thema

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1. Februar 2009 7 01 /02 /Februar /2009 07:57

Wohl fast jeder Jäger kennt den Namen von Carl Emil Diezel und weiß, dass er das jagdliche Standardwerk „Erfahrungen auf dem Gebiete der Niederjagd“ verfasst hat. Dieses Buch wurde seit Diezels Zeiten immer wieder neu aufgelegt und aktualisiert. Die neueste Ausgabe ist 1983 bei Kosmos erschienen und stellte den damals aktuelle Stand der Jagdkunde dar. Dass es seither keine neue Auflage mehr gab, mag daran liegen, dass es leider in den meisten Revieren heute um das Niederwild schlecht bestellt ist und daher wenig Bedarf an einem speziellen Standardwerk zu diesem Thema besteht. Die neben dem Fuchs einzige Niederwildart, welcher es derzeit gut geht, ist das Rehwild und der hier zuständige Klassiker, das „Rehwild“ von Ferdinand Freiherr von Raesfeld wurde auch 2003 wieder einmal neu aufgelegt.

 

 

Porträt Diezels

Schicksal eines Standardwerkes

 Mit jeder neuen Auflage entfernt sich ein immer wieder bearbeitetes Standardwerk ein wenig mehr vom Originaltext. Dinge, die Diezel noch selbst geschrieben hat, findet man in den letzten Auflagen, kaum mehr, wenn dann nur noch in Form von Zitaten. Das ist nun einmal unvermeidlich; denn wenn ein solches Werk auch weiterhin als Grundlage für die praktische Arbeit dienen soll, müssen sein Inhalt und Stil der Entwicklung des Sachgebietes folgen. Andererseits ist es aber auch reizvoll, zu entdecken, was der Begründer eines Standardwerkes eigentlich ursprünglich einmal geschrieben hat, was davon mittlerweile veraltet ist und was heute noch gilt.

 Als „endgültige“ Version der Niederjagd darf man die dritte Auflage betrachten, die zwar erst nach Diezels Tod erschien, die er aber noch selbst vorbereitet und fast vollendet hat. Herausgegeben wurde sie dann von seinem Schwiegersohn, dem königlich bayerischen Oberförster Völker. Einerseits beruht sie auf dem gesamten Wissen, welches Diezel in einem langen Jägerleben angesammelt hat, andererseits darf man davon ausgehen, dass der Herausgeber, wie er auch selbst versichert, Änderungen an Diezels Arbeit nur da vorgenommen hat, wo es dessen eigene Notizen vorsahen.

Der Autor

 Zu einer typischen Diezel-Ausgabe gehört das auch immer wieder in den Beschreibungstexten zu den einzelnen Ausgaben erwähnte „Bildnis Diezels“. Es handelt sich dabei um einen Stich, der einen älteren Mann in Gehrock, Weste und Vatermörder zeigt. Man fühlt sich davon ein wenig an einen Puritaner oder Pietisten erinnert und tatsächlich stammte Carl Emil Diezel auch aus einer Predigerfamilie.

 Nun ist es aber keineswegs so, dass Diezel ein verknöcherter Frömmler gewesen wäre. Er war ein humorvoller, gebildeter Mann, konnte gut Latein – nicht nur Jägerlatein. Er verfasste sogar Verse in dieser Sprache und auf Deutsch. Neben der „Niederjagd“ stammen von ihm die „Jagdgedichte“, die zwar weniger bekannt sind, jedoch 1979 noch einmal neu herausgegeben wurden. Außerdem schrieb er die „Fragmente für Jagdliebhaber“, deren zwei Bände 1821 und 1823 erschienen und heute leider sehr selten und nur für viel Geld antiquarisch zu erhalten sind.

Diezel-Ausgaben nach 1900 sind mit Reproduktionen von Bildern zeitgenössischer Jagdkünstler illustriert

 Diezel kam am 8. Dezember 1779 in Irmelshausen zur Welt, das damals zu Sachsen-Meiningen gehörte. Der Ort ist heute ein Teilort von Höchheim, Kreis Rhön-Grabfeld und liegt im fränkisch-thüringischen Grenzgebiet, im Dreieck zwischen Schweinfurt, Meiningen und Coburg. Nach der Schule in Schleusingen und dem Gymnasium in Coburg studierte er zunächst Philosophie in Leipzig.

 Der junge Diezel scheint ein freundlicher, angenehmer und geistreicher Zeitgenosse gewesen zu sein, denn er fand rasch Zugang zur Leipziger Gesellschaft und war überall ein gern gesehener Gast. Andererseits gab er sich aber auch nur allzu gerne den studentischen Vergnügungen hin und war häufiger auf dem Paukboden sowie in der Kneipe zu finden als an der Uni. Darunter litt natürlich das Studium. Nachdem er aber für ein Duell mit Karzer bestraft wurde, änderte sich Carl Emil Diezel grundlegend und widmete sich ganz seiner Ausbildung.

 

Eine Auszeit...

 Schon der junge Diezel war weniger an der Philosophie als an Natur, Wald und Weidwerk interessiert. Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, verbrachte er erst einmal zwei Jahre im elterlichen Hause und widmete sich vor allem der Jagd und dem Wald. In diese Zeit fallen auch seine ersten schriftstellerischen Arbeiten, von denen zumindest einige in Hartigs „Archiv für Jagd- und Forstwesen“ erschienen sind.

 1806 wurde Diezel als Sprach- und Fechtlehrer an eine private Forstlehranstalt berufen, deren Inhaber durch seine Veröffentlichungen auf ihn aufmerksam geworden war. Allerdings reizte der praktische Forstdienst den jungen Lehrer mehr als die Schule und so legte er 1809 im damals neugegründeten Großherzogtum Würzburg das Staatsforst-Examen ab und erhielt als Prüfungsbester eine Anstellung als Großherzoglicher Forstsekretär.

 

Diezel wird Förster

 Am Ziel seiner Wünsche war er aber erst, als er als zwei Jahre später Inspektor der Großherzoglichen Forste bei Röthlein am Main wurde. Als 1815 das Großherzogtum Würzburg im Königreich Bayern aufging, wurde Carl Emil Diezel schließlich zum Königlich Bayerischen Revierförster. 1826 ließ Diezel sich nach Kleinwallstadt im Spessart versetzen, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1852 und noch einige weitere Jahre blieb. Die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte er unweit seines ersten Forstreviers und zwar in Schwebheim bei Schweinfurt, wo er noch bis kurz vor seinem Tod der Jagdleidenschaft frönte.

 Der Altmeister war Zeit seines Lebens nicht nur geistig, sondern auch körperlich außerordentlich leistungsfähig. Noch im hohen Alter machten ihm ausgedehnte Jagdausflüge nichts aus und er starb, wie viele robuste Menschen, ohne langes Leiden: Am 15. August 1860 erkältete er sich bei einer Rebhühnerjagd in der Nähe seines Wohnortes und starb eine Woche darauf, etwa vier Monate vor seinem 81. Geburtstag.

Das Buch

Um Diezels Leben und Werk einzuordnen, sollte man ihn auch vor seinem historischen Hintergrund sehen. In seine Lebensspanne fallen die französische Revolution, die napoleonische Zeit, die Befreiungskriege, der Vormärz, die 1848er Revolution und die anschließende Enttäuschung darüber, dass die Einigung des Deutschen Reiches nicht geglückt war. Ein arger Dorn im Auge war dem Königlich Bayerischen Förster die bürgerliche Jagd. Dieser stand er äußerst ablehnend gegenüber, obwohl man ihn sonst keineswegs als fortschrittsfeindlich bezeichnen kann.

 

Ausgaben vor 1900 sind hauptsächlich mit Holzschnitten und Holzstichen illustriert, Prachtausgaben auch mit Farblithographien

 Man versteht Diezels Einstellung, wenn man daran denkt, was nach 1848 zunächst passierte: Nach Aufhebung des Jagdregals durfte jedermann auf seinem eigenen Grund und Boden selbst jagen, auch wenn sein Landbesitz noch so klein war. An eine vernünftige Bewirtschaftung des Wildes war so nicht zu denken und die Folgen für die Bestände waren verheerend.

 Man schuf zwar bereits nach wenigen Jahren Abhilfe, indem man das Reviersystem einführte, aber Diezel durfte die erfreuliche Entwicklung der Jagd und des Wildes in den folgenden Jahrzehnten leider nicht mehr miterleben, so wie er auch Bismarcks Weg zur Reichsgründung nicht mehr verfolgen konnte.So stand er am Ende seines zwar in persönlicher Hinsicht als außerordentlich gelungen zu bezeichnenden Lebens vor dem Scherbenhaufen der alten Ordnung, ohne das die bald schon erfolgende Wendung zum Guten für ihn schon sichtbar gewesen wäre.

 

Erstaunlich modern

 Wer nun erwartet, in Diezels „Niederjagd“ lediglich verstaubte Ansichten und alten Aberglauben, bestenfalls nostalgisches und lediglich historisch interessantes zu finden, wird angenehm überrascht sein. In vieler Hinsicht ist der „Diezel“ bereits erstaunlich modern.

 Den Anfang bildet gleich das längste Kapitel des ganzen Werks, „Die Abrichtung des Vorstehhundes“. An Stellung und Umfang dieses Abschnittes kann man ablesen, dass auch für den Altmeister dieser wichtige Jagdgehilfe einen hohen Stellenwert besaß.

 Diezel begann die Ausbildung eines Vorstehhundes, wie damals üblich, recht spät. Allerdings plädierte er bereits dafür, den jungen Hund nicht in den Stall oder den Zwinger zu sperren, sondern im Haus zu halten, da dies der Verständigung zwischen Mensch und Hund förderlich sei. Ebenfalls recht modern ist seine Ansicht, dass man auch einen noch nicht fertig abgerichteten Hund ruhig mit ins Revier nehmen solle. Er empfiehlt dies um aus dem Verhalten des Hundes dort auf seine Anlagen und Fähigkeiten zu schließen und sich so fruchtlose Mühen mit einem Hund zu ersparen, der sich beim praktischen Einsatz nach der Dressur als untauglich erweist.

 Durchaus als überholt kann man jedoch Diezels Ansicht betrachten, dass sich ein Hund nur mit Zwang abrichten, nicht aber spielerisch ausbilden ließe. Diese moderne Methode muss damals bereits aufgekommen sein, ansonsten hätte Diezel sie ja nicht erwähnen und dagegen argumentieren können. Interessant wiederum ist, dass er Koralle und Peitsche schon nicht mehr, wie damals noch gang und gäbe, als normale Werkzeuge zur Hundedressur ansieht, sondern nur noch als Strafinstrumente für Fälle besonderer Widersetzlichkeit.

 Gänzlich unverständlich hingegen ist uns heute die von ihm noch befürwortete Praxis, eine Hund herbeizurufen um ihn dann zu verprügeln. Man hat aber beim Lesen solcher Passagen fast das Gefühl, dass es Diezel selbst schon nicht mehr so ganz wohl bei den von ihm noch empfohlenen Methoden war.

 Die „Niederjagd“ gibt dem heutigen Leser auch interessante Einblicke in Themen, die damals kontrovers diskutiert wurden. Was uns heute Diskussionsforen im Internet sind, waren für manche der damaligen Jäger offenbar die Leserbriefseiten von Fachzeitschriften und persönliche Briefwechsel.

 Ein Beispiel für ein solches Thema ist die Keimruhe beim Rehwild. Bis in Diezels Zeiten war noch die Ansicht verbreitet, dass in der Blattzeit nur eine Art Scheinbrunft stattfände, die eigentliche Brunft mit der Begattung aber erst im Dezember erfolge. Diezel zitiert hier neben eigenen eine ganze Reihe von Beobachtungen und Argumenten verschiedener Jäger für und gegen die Sommerbrunft sowie die Ergebnisse von anatomischen Untersuchungen mit Hilfe der damals ja schon recht weit entwickelten Mikroskopie.

 Unter anderem wurde damals die Vermutung geäußert, dass das befruchtete Ei von der Blattzeit bis spät in den Dezember brauche um seinen Weg bis in die Gebärmutter zurückzulegen. Die von Diezel genannten Beobachtungen und Untersuchungsergebnisse führen ihn schließlich zu dem noch heute gültigen Schluss, dass die Rehgeiß während der Blattzeit beschlagen wird, das befruchtete Ei in die Gebärmutter wandert und dort ruht, bis es im Dezember zu wachsen beginnt.

 

Diezel und der Fuchs

 Breiten Raum räumt der Altmeister in seinem Werk auch dem Fuchs und seiner Bejagung ein. Das ist nur logisch, denn damals wie heute gilt, dass in einer guten Niederwildjagd genauso viel Zeit auf die Raubwildregulierung verwendet werden muss wie auf die Nutzwildjagd. Im Stile seiner Zeit apostrophiert Diezel den Fuchs einerseits natürlich als den Erzschelm und Räuber, als den man ihn bezeichnete bevor man sich klarmachte, dass man keine menschlichen Maßstäbe an das Verhalten von Tieren legen darf. Diezel war als Niederjäger natürlich ein geschworener Feind des roten Freibeuters und die uns heute recht brutal erscheinenden Methoden, die er beschreibt oder zumindest anspricht, müssen vor dem Hintergrund der damaligen Zeit gesehen werden. Andererseits bedauert er Reineke aber auch dafür, dass er – so meinte Diezel - unter der Wildarmut nach der 1848er Revolution zu leiden hatte und gleich einem armen Handwerksburschen Kohldampf schieben musste.

Von solchen Hasenjagden kann man heute nur noch träumen

 Ein längerer Abschnitt des Kapitels über den Fuchs ist auch der Frage gewidmet, ob der Rüde der Fähe bei der Aufzucht der Welpen helfe oder nicht. Heute lernt jeder Aspirant im Jägerkurs, dass dies tatsächlich der Fall ist und mit auf diesen Umstand gründet sich ja auch die heutige Praxis, Füchse während der Setz- und Aufzuchtzeit generell zu schonen.

 Wer nun das Wissen um die väterliche Sorge des Rüden für eine der neueren Erkenntnisse der Wildbiologie hält, wird erstaunt sein, dass dies vielen Jägern bereits zu Diezels Zeit bekannt war. Diezel führt hier zwar auch Verfechter der gegenteiligen Ansicht an, widerlegt sie aber und versichert, dass er sein Jägerleben lang um die väterliche Fürsorge des Fuchsrüden für seine Nachkommenschaft gewusst habe.

 Hier, wie auch in den Kapiteln über die anderen Niederwildarten erweist sich Diezel als vorzüglicher und begeisterter Naturbeobachter, der in der Lage war, systematische Schlüsse aus seinen Beobachtungen zu ziehen. Schließlich verstand er es auch, seine Erkenntnisse in unterhaltsamer Weise zu Papier zu bringen. Man kann sein Buch heute noch durchaus zum Vergnügen lesen und wird über Diezels feinen, stellenweise aber durchaus auch bissigen Humor immer wieder schmunzeln.

 

Jägertricks

 Auch der eine oder andere Jägertrick aus der damaligen Zeit wird verraten: Diezel berichtet von Jägern, die sich beim Ansitz oder Anstand am Fuchsbau diesem auf Stelzen näherten um keine Witterung zu hinterlassen. Er selbst fand diese Methode nicht so gut, sondern empfahl, die Schuhsohlen mit Heringsköpfen einzureiben, die einige Tage in Heringslake gelegen haben. Dazu berichtet er auch von einem zeitgenössischen Autor, der freimütig bekannte, sich auf dem Heimweg von den winterlichen Treibjagden in Nachbarrevieren Heringsköpfe unter die Schuhe gebunden zu haben um die herumziehenden Füchse hinter sich her in sein Revier zu locken, wo er sie dann noch zum Ausklang des Jagdtages erlegte.

 

Diezel und die Flinte

 Den Abschluss der „Niederjagd“ bildet ein kurzes Kapitel über „Das Schieß- oder Jagdpferd“, vor dem in der dritten Auflage noch eine kurze Abhandlung über das Schießen hinzugekommen ist. Diezel schreibt in der Einleitung zu dieser, dass er sie wider seine Überzeugung, nur auf Drängen seiner Freunde geschrieben habe. Er selbst sei nämlich der Ansicht, dass man das Schießen nicht aus schriftlichen Anweisungen lernen könne – auch nicht aus von ihm geschriebenen, obwohl er im praktischen Jagdbetrieb so manchen guten Schützen herangezogen habe.

 Leider ist dieses Kapitel unvollständig geblieben, denn der Altmeister starb, bevor er es vollenden konnte. Offenbar existierten auch keine Aufzeichnungen, anhand derer sein Schwiegersohn es hätte vervollständigen können oder er sah sich selbst dazu nicht in der Lage. Das wenige was Diezel zum Schießen noch niederschreiben konnte, ist jedoch interessant genug: Er berichtet von seinen wenig erfolgreichen Versuchen mit Pfeil und Bogen sowie vom Armbrustschießen, das ihm schon wesentlich besser lag und das er in seiner Studentenzeit gerne und ausgiebig betrieb. Als gute Vorübung für das Schießen mit dem Gewehr empfiehlt Diezel das Blasrohrschießen.

 Das ist möglicherweise aber vor allem als Wink für den Jägernachwuchs gemeint, denn man kann sich schlecht vorstellen, dass Herren in Biedermeierkleidung mit Blasrohren auf Spatzen geschossen haben sollen, wenn auch im bäuerlichen Umfeld früher stellenweise die Jagd auf Vögel mit dem Blasrohr üblich war.

 Einige Winke für den Umgang mit der Flinte sind in dem Fragment noch enthalten, dann bricht es ab. Das ist um so bedauerlicher, als Diezel dafür bekannt war, ein exzellenter Schütze gewesen zu sein. Man weiß, dass Diezel bereits nicht mehr, wie das früher üblich war, mit der Flinte zielte, sondern bereits in moderner Manier aus der Anschlagsbewegung heraus schoss. Ob der Altmeister der alleinige oder erste Erfinder dieser Technik war, wird sich kaum feststellen lassen, aber sicherlich gehörte er zu den ersten die auf diese Art mit Schrot schossen.

 

Lohnend zu lesen

 Insgesamt lohnt es unbedingt, sich von Carl Emil Diezel mit auf die Jagd im 19. Jahrhundert nehmen zu lassen. In seinem lebendig geschriebenen Buch wechseln Fakten, Berichte über Begebenheiten bei der Jagd sowie die Darstellung eigener und der Argumente und Schlussfolgerungen anderer Jäger ab.

 Interessant ist auch der Aspekt, dass Diezel quasi an der Nahtstelle zwischen der feudalen und der bürgerliche Jagd steht und nicht zuletzt ausgerechnet Leuten zum Vorbild wurde, die er selbst lieber nicht auf der Jagd gesehen hätte. Ob er uns bürgerliche Jäger heute wohl akzeptieren würde, wenn er sehen könnte, wie gut sich die Jagd in Deutschland seit der Einführung des Reviersystems entwickelt hat?

 Die Auflagen der „Niederjagd“

 Während ihrer Geschichte erlebte die „Niederjagd“ dreiundzwanzig Auflagen. Die letzte Auflage wurde von Friedrich Karl von Eggeling bearbeitet, der als Forstmann, Jagdschriftsteller und ehemaliger Geschäftsführer des DJV auch heute noch einen guten Namen hat. Davor wurde das Werk seit den Fünfziger Jahren mehrere Male von Detlev Müller-Using neu herausgegeben, der vielen noch durch seine wildbiologischen Werke bekannt sein dürfte.

 Die Namen der Herausgeber der Auflagen vor dem Zweiten Weltkrieg kennt man heute weniger: Ernst Kluge, Gustav Freiherr von Nordenflycht, F. Bergmiller und E. v. d. Bosch werden hier genannt. Eine komplette Sammlung aller Ausgaben zusammenzutragen, wäre sicher eine interessante Aufgabe für einen Jagdliteraturliebhaber und würde überdies 130 Jahre deutsche Jagdgeschichte widerspiegeln.

 Neben den bearbeiteten Neuauflagen gab es auch Ausgaben nach der dritten Auflage, der letzten, die auf Diezels selbst zurückgeht. Bei Neumann Neudamm erschien eine solche um 1900 als erster Band der von der Redaktion der „Deutschen Jäger-Zeitung“ herausgegebenen Reihe „Jagdliche Klassiker“. Intention dabei war es, den Lesern die Originaltexte von Büchern wie der „Niederjagd“ in einer Fassung wieder zugänglich zu machen, die behutsam, vor allem orthographisch der neueren Sprache angepasst und mit einigen Anmerkungen versehen wurde. Diese Ausgabe des „Diezel“-Originaltextes ist antiquarisch zu einigermaßen erschwinglichen Preisen zu erhalten, zumindest, wenn man vor allem am Text interessiert ist und ein paar Abstriche beim Erhaltungszustand des Buches in Kauf nimmt.

 Originalausgaben der ersten drei Auflagen kosten natürlich wesentlich mehr, sind für Büchersammler sicherlich aber nicht exorbitant teuer. Offenbar wurden von diesem Buch sehr viele Exemplare verkauft, denn es ist zumindest ab der zweiten Auflage antiquarisch recht gut zu bekommen.

 

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Published by Fokko - in Lesen
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31. Januar 2009 6 31 /01 /Januar /2009 12:01

Bei hohen Schränken wie beispielsweise Küchenoberschränken bietet es sich an, auf ihnen ein indirekte Beleuchtung anzubringen. Die dafür verwendeten Leuchten sind so gebaut, dass sie die Decke anstrahlen und dadurch für ein weiches Licht sorgen. Solche Leuchten lassen sich recht einfach selbst bauen.

Update 04.01.11: Zu diesem Beitrag gab es Anregungen von Lesern: Bei der Durchführung des Kabels durch die Blechabdeckung der Röhrenleuchte ist ein Kantenschutz - eigentlich müsste es Kabelschutz heißen - in Form einer Tülle auf dem Kabel sinnvoll. Und wer kleine Kinder hat, die möglicherweise auf Schränken herumklettern und dabei hinter die Blende greifen, sollte die Lüsterklemme für den Anschluss des Zuleitungskabels mit einer geeigneten Abdeckung versehen oder ein durchgehendes Kabel verwenden.     

Indirekte Beleuchtung erzeugt weiches Licht

 Bei der Neugestaltung unserer Küchendecke mit Holz musste die alte Leuchtstofflampen-Leuchte dran glauben und wird durch eine Hängelampe ersetzt. Meine Frau kam auf die Idee, daraus und aus übrig gebliebenen Brettern von der Deckenverkleidung eine indirekte Beleuchtung zu bauen.

Das "Gehäuse"

 Dies ist in der Tat recht einfach; alles was man braucht, sind zwei dünne Bretter (z.B. übrig gebliebene Nut- und Federbretter von der Deckenverkleidung), eine Dachlatte, eine (alte) Röhrenleuchte und etwas Elektro-Installationsmaterial. Wie in der Abbildung oben zu sehen, fügt man die zwei Bretter mit Hilfe der Dachlatte so zusammen, dass die Dachlatte quasi als Eckenverstärkung fungiert.Das macht sich am besten mit Hilfe von Spanplattenschrauben („Spax“). Notfalls kann man aber auch nageln.

 Man sollte die Durchgangslöcher in den Brettern vorbohren, denn so nahe am Rand neigt das Holz zum Reißen. Vorher hat man natürlich alle drei Teile passend zu der Röhrenleuchte, welche man verwenden will, abgelängt. Je nachdem, wie viel man von unten von der Blende sieht, muss man eventuell auf die Vorderseite des Gehäuses etwas mehr Sorgfalt verwenden. Gegebenenfalls nimmt man anstatt der Spanplattenschrauben hübsche Holzschrauben, etwa aus Messing, und achtet darauf, dass man sie gleichmäßig verteilt.

So wird das Gehäuse der Leuchte aus zwei Brettern und einer Dachlatte zusammengesetzt

 Wie ebenfalls in der Abbildung zu sehen ist, setzt man die Dachlatte hochkant auf das Grundbrett und schraubt die Blende an die breite Seite der Dachlatte. Das hat zwei Gründe: zum einen kann man so mit der Höhe der Blende etwas variieren, damit die Leuchtstoffröhre komplett dahinter verschwindet. Zum anderen hat man so mehr Platz für die Montage der Röhrenleuchte auf dem Grundbrett.

 Befestigt wird die Leuchte mit zwei Holzschrauben, die man durch die in der Regel im Gehäuseboden vorhandenen Montagelöcher schraubt. Damit ist der mechanische Teil der Montage bereits erledigt.

Elektrische Installation

 Nun kommt die elektrische Installation. Ich habe an meiner Leuchte ein Kabel mit Stecker und Kabelschalter angebracht. Da die verwendete Röhrenleuchte ein Metallgehäuse hat, habe ich zusätzlich einen Schutzleiter installiert. Wer sich mit dem Elektrokram nicht wirklich sicher ist, lässt sich von einem Elektriker helfen, denn mit den 230 V Netzspannung ist nicht zu spaßen!

So wird der Kabelsschalter ins Kabel eingebaut: Vorbereitetes Kabel (I), Adern im Schalter angeschlossen (II) und fertig montiert (III)

 In der dreiteiligen Abbildung oben ist zu sehen, wie der Kabelschalter in das Kabel eingebaut wird: Zunächst wird das Kabel an der Stelle, wo der Schalter sitzen soll in der entsprechenden Länge (etwas mehr als die Baulänge des Schalters) von der Hülle befreit. Aus Phase und Nullleiter (Braun und Blau) wird jeweils ein entsprechendes Stück herausgeschnitten. Die beiden Adernenden werden jeweils abisoliert und an den Kontaktklemmen des Schalters aufgelegt, der gelb-grüne Schutzleiter läuft durch.

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 Wenn man einen Schalter mit Klemmen für alle drei Adern bekommt, ist es natürlich einfacher: Dann muss man lediglich das Kabel durchschneiden, die Außenhülle an beiden Enden so weit wie notwendig entfernen, die Adern abisolieren und an die entsprechenden Klemmen des Schalters anschließen.

Anschluss der Röhrenleuchte mit zusätzlich am Gehäuse angebrachtem Schutzleiter  - Sorry, die Bildschärfe ist kein Ruhmesblatt ;-)

 Wichtig ist dabei zweierlei: Der Schutzleiter darf nicht mit Phase oder Nullleiter verwechselt werden und die Zugentlastung muss die Kabelhülle sicher fassen. Bessere Kabelschalter haben an beiden Seiten spezielle Schraubklemmen, welche die Außenhülle des Kabels erfassen und so die Adernverschraubung von auf das Kabel wirkenden Zugkräften entlasten.

 Heutzutage stellt man solchen Schund her, wie er in der Abbildung zu sehen ist: Hier gibt es keine speziellen Klemmen zur Zugentlastung, sondern das Gehäuse des Schalters klemmt beim Zusammenbau an beiden Enden die Kabelhülle ein. Hier muss man gut darauf achten, dass dies auch wirklich passiert. Die Zugentlastung spielt ein wichtige Rolle: Sie sorgt dafür, dass Kräfte, welche auf das Kabel wirken, von den Klemmstellen der Adern ferngehalten werden und diese nicht lockern können.

 Egal ob es sich um Verschraubungen wie in Lüsterklemmen oder sonstige Klemmungen handelt, sind diese nur dafür gedacht, den elektrischen Kontakt herzustellen, nicht aber dafür, Kräfte aufzunehmen. Stellt man Kontaktklemmen daher nicht von Zugkräften frei, lösen sich die angeschlossenen Adern. Das ist nicht nur ärgerlich, weil es zu Betriebsstörungen führt, sondern auch gefährlich: Lockere Verbindungen haben einen hohen Übergangswiderstand und können daher zu unzulässiger Erwärmung bis hin zum Brand führen.

Verlauf des Kabels innerhalb der Leuchte mit Vorratsbögen Update 04.01.11: wenn das Gehäuse der Röhrenleuchte aus Blech ist, empfiehlt sich ein Kantenschutz an der Bohrung, durch die das Kabel geführt wird

 

 Im abgebildeten und beschriebenen Beispiel besteht der Anschluss der Leuchte aus zwei Kabeln: Ein Installationskabel 3x0,75 mm² führt von den Anschlussdrähten der Röhrenleuchte bis zu einer Lüsterklemmen am Ende des Gehäuses. Hier ist das Netzkabel mit dem Stecker angeschlossen. Damit auch hier wieder die Kontakte von Zugkräften freigestellt sind, ist das Netzkabel vor der Lüsterklemme mit drei Nagelschellen befestigt.

 An der Röhrenleuchte war ursprünglich kein Schutzkontakt vorgesehen, da die Zuleitung in Wand und Decke nur zweiadrig ausgeführt ist. Daher habe ich den gelb-grünen Leiter des Installationskabels an einer geeigneten Gehäuseschraube angeschlossen. Phase und Nulleiter wurden mit Hilfe einer zweiteiligen Lüsterklemme mit den Anschlussdrähten der Röhrenleuchte verbunden.

 Das Installationskabel wurde durch eine in der Blende angebrachte Bohrung nach außen geführt und auf der Dachlatte mit Nagelschellen befestigt. Die Länge des Kabels habe ich so bemessen, das ich zwei Vorratsbögen anlegen konnte. Sie dienen als Reserve, damit das Kabel nicht zu kurz wird, wenn man es bei einer Reparatur einmal kürzen muss.

Anschluss des Netzkabels mit Lüsterklemme und drei Nagelschellen als Zugentlastung Update 04.01.11: Wenn die Gefahr besteht, dass z.B. Kinder hinter die Blende fassen, sollte man die Lüsterklemme in einem geeigneten Gehäuse verschwinden lassen. 

 Man könnte natürlich auch ein durchgehendes Kabel von der Röhrenleuchte bis zum Netzstecker verwenden, muss dann aber darauf achten, dass man ein einigermaßen flexibles Kabel wählt, denn die für feste Installationen verwendeten Kabel sind oft sehr steif.

 Ich habe als Anschlusskabel ein so genanntes Kaltgerätekabel genommen, wie man es bei Computern und Monitoren verwendet und den geräteseitigen Stecker abgeschnitten. Da dieses  Kabel allein zu kurz war, habe ich die Installation so wie oben beschrieben ausgeführt.

 Der Vorteil bei dieser Lösung: Man kann das Anschlusskabel ohne großen Aufwand auswechseln oder die Leuchte auch mit einem fest installierten Kabel anschließen. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn man mehrere solche Leuchten einsetzt, die gemeinsam ein- und ausgeschaltet werden sollen.

 Wenn man kein passende Röhrenleuchte hat, kauft man eben eine. Eine andere Möglichkeit wäre, die zwei Fassungen, das Vorschaltgerät und die Aufnahme für den Starter direkt auf das Grundbrett zu montieren, was dann aber von der elektrischen Installation her wesentlich anspruchsvoller wäre.

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