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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

30. März 2009 1 30 /03 /März /2009 21:33

Eine ganz und gar ungewöhnliche Interpretation einer der übelsten Rassen aus Tolkiens Welt nimmt der US-amerikanische Schriftsteller Morgan Howell vor. Nicht nur, dass seine Orks im Grunde prima Kerle sind, das kennt man ja schon von Stan Nicholls. In dem dreibändigen Werk „Königin der Orks“ treten sie sogar als kulturell hochstehende Rasse auf, die im Grunde äußerst friedfertig ist und im Matriarchat lebt.

Wiederum hat mir ein Buch - genauer gesagt sind es drei Bücher - gut gefallen: Die "Königin der Orks" von Morgan Howell. Da es sich bei dem dreibändigen Werk um einen Roman aus dem Genre "Fantasy" handelt, habe ich es nicht hier, sondern auf meinem Fantasy-Blog besprochen.

Hier geht es zu der ausführlichen Rezension:

 

Morgan Howell - "Königin der Orks"

.


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Published by Fokko - in Lesen
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30. März 2009 1 30 /03 /März /2009 18:42

Ein Frau beklagt sich beim Arzt: "mein Mann kommt in letzter Zeit seinen ehelichen Pflichten nur noch selten bis überhaupt nicht mehr nach!"

Daraufhin der Medizinmann: "Wissen sie, gute Frau, diese Problem können wir nur gemeinsam mit ihrem Mann lösen. Deswegen müssen wir mit ihm gemeinsam einen Termin machen."

Die Frau vereinbart also mit dem Arzt diesen Termin und erscheint am nächsten Mittwoch um 17.00 h mit ihrem Mann in der Praxis.

Der Arzt bittet sie, sich zu entkleiden und sich auf die Untersuchungslieg zu legen. Dann öffnet er seine Hose, holt sein Geschlechtsteil heraus und koitiert mit der Frau nach allen Regeln der Kunst. Die genießt das unerwartete Glück und jubiliert in den höchsten Tönen.

Als er fertig ist und die Frau mit verschleiertem Blick auf der Untersuchungsliege liegt,  meint der Arzt zu dem Mann: "Haben sie das gesehen? Das braucht ihre Frau mindestens drei mal in der Woche!"

Daraufhin der Mann: "Das soll mir schon recht sein - aber ist es unbedingt erforderlich, dass ich da jedesmal mitkomme?" 

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Published by Fokko - in Humor
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28. März 2009 6 28 /03 /März /2009 09:34

 Eine nicht nur bei radikalen Jagdgegnern, sondern auch bei Kritikern aus der Öko-Jagsszene sehr beliebte Behauptung ist die, dass "konventionelle" Jäger grundsätzlich Nazis seien. Als Begründung  dafür wird angegeben, dass das Bundesjagdgesetz ein Nazi-Gesetz sei, da es im  wesentlichen dem 1934 eingeführten Reichsjagdgesetz entspricht, dass von Hermann Göring, dem damaligen Reichsjägermeister, Ministerpräsident von Preußen und Minister für alles mögliche erlassen worden sei.

  Diese Behauptung ist - wie übrigens vieles, was in der radikalen Tierrechtlerszene so verzapft wird - ein ganz typisches Beispiel für eine Halbwahrheit. Und halbe Wahrheiten sind ja bekanntlich - ganze Lügen.

 

Jagdgegner - hier auf einer nicht gar so toll frequentierten Demonstration in Berlin - unterstellen Jägern gerne Nazis zu sein (Bildquelle: Wikimedia Commons)

Das Jagdgesetz - ein Nazigesetz?

 Was aber ist nun tatsächlich dran an der Geschichte vom Reichsjägemeister Hermann Göring, seinem Reichsjagdgesetz und den heutigen Jägern, die angeblich immer noch seine treuen Adepten sein sollen? Um die Entstehung des Reichsjagdgesetz und die Rolle der Jagd in der Nazizeit zu verstehen, muss man ein wenig weiter ausholen und die Geschichte der Jagd sowie die des Deutschen Reiches und den Lebenslauf Hermann Görings bemühen.

 Das Reichsjagdgesetz von 1934 hat übrigens einen direkten Vorläufer in einer Preußischen Verordnung über die Jagd, die bereits wichtige Aspekte des Reichsjagdgesetzes vowegnahm und tatsächlich von einem jagenden preußischen Ministerpräsidenten erlassen wurde. Nur hieß der zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verordnung noch nicht Hermann Göring, sondern Otto Braun. Otto Braun war der letzte preußische Ministerpräsident vor der Machtübernahme der Nazis. Er war auch Jäger und, tja, es tut mir fast leid das sagen zu müssen: Sozialdemokrat. Aber er hatte sich diese Preußische Jagdverordnung auch nicht selbst ausgedacht, denn die Geschichte dieser Jagdverordnung und des Reichsjagdegesetzes ist wesentlich älter.

Die Jagd in der Weimarer Zeit

  Der Gedanke eines einheitlichen Jagdgesetzes für das Deutsche Reich geht zurück bis zur Gründung des Kaiserreiches 1871. Da ab diesem Zeitpunkt weitgehend Schluss war mit der Kleinstaaterei sahen die Jäger die Zeit reif für eine solche rechtliche Grundlage auf welche die deutsche Jagd gestellt werden sollte. Tatsächlich dauerte es aber noch eine ganze Weile bis dieses Reichsjagdgesetz Wirklichkeit werden sollte und besonders in der Weimarer Zeit waren die Ausichten dafür nichts weniger als rosig.

ist diese Jagd im württembergischen Staatsforst etwa in Wirklichkeit eine Nazi-Versammlung?

  Das Problem bestand damals darin, dass es neben einer großen Anzahl regionaler Vereinigungen zwei konkurrierende Jagdverbände in Deutschland gab. Die waren so verfeindet, dass jedesmal, wenn von einem gegenüber Staat und Gesetzgeber ein Vorstoß in Richtung Reichsjagdgesetz unternommen wurde, der jeweils andere ihm sofort Knüppel zwischen die Beine warf, auch wenn er eigentlich die gleichen Ansichten vertrat - nur weil der Vorschlag nicht vom eigenen Verband kam, sondern von den anderen.

Erste Schritte in Richtung Jagdgesetz

 So traten die Bemühungen um ein Reichsjagdgesetz mehr oder weniger auf der Stelle, bis dann gegen Ende der Weimarer Zeit die beiden Verbände doch noch aufeinander zugingen und sich unter der Leitung von Ulrich Scherping, einem Forstmann, versöhnten. Nun konnten die Bemühungen gebündelt werden und der erste Teilerfolg war die bereits erwähnte Preußische Jagdverordnung.

  Dann brach die Weimarer Republik zusammen und die Nazis kamen an die Macht. Die Verbandsfunktionäre um Ulrich Scherping erwarteten, dass mit der neuen, starken Regierung wieder Ordnung in die Staatsgeschäfte einkehren und konstruktive politische Arbeit möglich werden würde. Sie hielten daher die Zeit für günstig um mit ihrem Anliegen an die Regierung heranzutreten. Gemeinsam überlegten sie, wer von den neuen Machthabern wohl am ehesten dafür zu interessieren und als Schirmherr für ein Reichsjagdgesetz zu gewinnen wäre.

Göring und Hitler

  Dabei fiel ihre Wahl auf Hermann Göring. Wer aber war denn eigentlich dieser Hermann Göring? Seinen Namen kennt eigentlich fast jeder, aber kaum einer weiß von ihm viel mehr, als dass er ein dicker Mensch war, der den Mund gerne recht voll nahm.

  Das war zur damaligen Zeit anders. Hermann Göring war als erfolgreicher Kampfflieger des Ersten Weltkrieges bekannt und eine beliebte Persönlichkeit. Hermann Göring war Naturliebhaber, Bergsteiger und jagte auch ein wenig, ohne sich aber bis dahin in der Jagdpolitik hervorgetan zu haben. Nach außen hin war er zwar ein ausgeprägter Nazi, passte aber eigentlich nicht so ganz zu der Masse dieser Leute, die einen eher kleinbürgerlichen Hintergrund hatten.

 Hermann Göring entstammte nämlich, naja sagen wir mal: der sogenannten besseren Gesellschaft und war in adeligen Kreisen aufgewachsen, obwohl er selbst nicht adelig war. Gerade dieser Unterschied war jedoch der Grund dafür, dass er ein sehr enger Freund Adolf Hitlers wurde und zusammen mit diesem ganz nach oben gespült wurde: Göring hatte nämlich die Verbindungen zu einflussreichen Leuten mit Geld und die nötigen Kenntnis der Umgangsformen für diese Kreise, die Hitler - der ja aus kleinen Verhältnissen stammte - nicht hatte, aber dringend benötigte. Göring war es übrigens auch, der Hitler die deutsche Staatsbürgerschaft verschaffte.

 

Adolf Hitler hatte Göring einiges zu verdanken. Ließ er im vielleicht deshalb auch Freiheiten, bei Dingen, die er nicht so gut fand, wie Görings Auffassung von einer Deutschen Jagd? (Bild: PD)

  Hitler wiederum war der geniale Demagoge, der die Massen in seinen Bann ziehen konnte. Er tat das nach einfachen, selbst erstellten rhetorischen und programmatischen Regeln - die er, wie auch das, was er vorhatte, übrigens in seinem Buch "Mein Kampf" genau erklärt hat. Auch seine Stimme kann dabei eine Rolle gespielt haben; manche Wissenschaftler glauben nämlich, dass das Frequenzspektrum von Hitlers Stimme und die Art wie er es einsetzte einen besonderen Einfluss auf seine Zuhörer hatte.

  Die höheren Offiziere aus der Kaiserzeit - darunter waren ja noch viele Adelige - waren zwar patriotisch eingestellt und folgten Hitler aufgrund seiner Erfolge für Deutschland, lehnten ihn und seine Ideologie aber im Grunde ab. Sie erhofften sich von Hitlers Wirken eher eine Art Restauration des Kaiserreiches.

 Die Vorbehalte unter den deutschen Offizieren der alten Schule gingen soweit, dass - wie man ja weiß - einige von ihnen 1944 versuchten, Hitler zu beseitigen. Göring hingegen, der ja von seiner Biographie und Stellung als Kriegsheld des ersten Weltkrieges her betrachtet eigentlich eher zu diesen Leuten gepasst hätte, band sich aber sehr früh schon so eng an Hitler, dass dieser ihn nach der Machtübernahme mit hohen Ämtern ausstattete und sogar zu seinem Nachfolger ernannte. Göring sicherte sich unter anderem die Macht über die preußische Polizei und führte die Konzentrationslager ein.

Der passende Schirmherr

 Was in Görings Kopf vorging kann man nur erahnen. Die Spekulation, dass es sein Traum war, Kaiser von Deutschland zu werden, ist nicht von der Hand zu weisen, aber eben eine Spekulation und als solche nicht wissenschaftlich. Fest steht jedoch, dass Göring gerne seine eigenen Süppchen kochte, die der offiziellen Linie von Partei und Führer nicht unbedingt entsprachen. Zum Beispiel betrieb er - obwohl er mit dem Auswärtigen Amt eigentlich wenig oder nichts zu tun hatte - eine eigene Außenpolitik, die erst von Joachim von Ribbentrop energisch unterbunden wurde als dieser den Posten des Außenministers erhielt.

 Man kann sich durchaus vorstellen, dass Göring im Gegensatz zu vielen anderen "Mein Kampf" gelesen (bzw. durch seine engen Verbindung zu Hitler wusste, was genau dieser plante) und erkannt hatte, dass das, was Hitler vorhatte, nicht funktionieren konnte. Seine außenpolitischen Bestrebungen in Osteuropa zielten auf den Aufbau einer Hegemonie, was natürlich Hitlers Vorstellungen zuwider lief, der eine Unterwerfung und Versklavung des Ostens anstrebte.

  Langer Rede kurzer Sinn: Göring war derjenige, der zwar einerseits als mächtiger Mann in der Nazi-Hierarchie politisch in der Lage war, ein reichseinheitliches Jagdgesetz durchzusetzen, sich andererseits aber aufgrund seiner Herkunft, Biographie und Persönlichkeit für das begeistern konnte, um was es Scherping und seinen Mitstreitern ging. Göring war zum einen - wie man ja an dem, wie er sich später jagdlich selbst darstellte, leicht ablesen kann - im Grunde mehr Feudalherr als Nazi, zum anderen am Naturschutzgedanken interessiert, wobei er jedoch nicht die jagdlichen und wildbiologischen Kenntnisse hatte, die er benötigt hätte, um ein Reichsjagdgesetz selbst zu entwerfen.

 Das, was sich Scherping und Konsorten unter einem Reichsjagdgesetz vorstellten, enthielt neben dem Hege- und Naturschutzgedanken nämlich auch tatsächlich noch gewisse feudale Aspekte, zumindest in Form des Gedankens, dass das Wild durch gezielte Hegemaßnahmen genetisch in Richtung Trophäenqualität beeinflusst und besonders geschützt werden sollte. Die Leute um Scherping sahen in Hermann Göring jemanden der ihr Anliegen verstehen konnte und beschlossen, ihn als Schirmherr für ihr Projekt eines Reichsjagdgesetzes zu gewinnen.

  Dabei muss man sich auch noch vor Augen halten, dass Hitler kein Freund der Jagd im Sinne der Leute um Scherping war und Göring das Reichsjagdgesetz mehr oder weniger gegen ihn und andere führende Nazis durchsetzen musste. Das, was Göring als Reichjägermeister veranstaltete wurde von Hitler sogar abgelehnt, da diese Art von Jagd kaum zum nationalsozialistischen Menschen- und Gesellschaftsbild passte.

Das Reichsjagdgesetz

  Was eher weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass es 1933 neben den Bemühungen der Leute um Scherping tatsächlich auch Bestrebungen gab, ein nationalsozialistisches Jagdgesetz zu schaffen, welches aber den Vorstellungen von Scherping und seinen Mitstreitern kaum entsprechen konnte. Eine nationalsozialistische Jagd hätte wesentlich anders ausgesehen, als das, was den alten Jägern vorschwebte.

Hermann Göring hatte nicht nur im Nazi-Kabinett einiges zu melden, sondern war auch bei der Bevölkerung sehr beliebt (Bild: PD)

  Daher lag Gefahr im Verzuge und Scherpings Team handelte. Man eichte Göring gewissermaßen auf die Trophäenjagd, indem man ihn zum Abschuss eines Hirsches in der Schorfheide einlud. Diese Rechnung ging glänzend auf, und Göring stellte sich nicht nur als Schirmherr zur Verfügung, sondern wollte das Ganze auch gleich leiten.

 Allerdings maßte er sich nicht an, fachlich in das Projekt hinein zu reden. Möglicherweise war er sich selbst bewusst, dass er soviel von der Jagd nicht verstand; sicherlich wäre es ihm aber auch zuviel Arbeit gewesen. Er beauftragte Scherping mit der Ausarbeitung eines Reichsjagdgesetzes und setzte dieses dann auch im Kabinett durch: 1934 wurde das Reichsjagdgesetz beschlossen und trat am 1. April 1935 in Kraft.

Ein Fachgesetz

  Im Gegensatz zu den Behauptungen der heutigen Jagdgegner und -kritiker enthielt das Jagdgesetz weder nationalsozialistische Ideologie (und noch viel weniger diejenigen Teile, die in das Bundesjagdgesetz übernommen wurden) noch hatte Hermann Göring es sich ausgedacht. Es war ein reines Fachgesetz über dessen sachlichen Wert man natürlich - wie überall in der Wissenschaft - zumindest bis zu einem gewissen Grade geteilter Meinung sein kann. Fakt ist jedoch, dass es dem damaligen Stand der Jagdkunde entsprach, in dem Sinne, dass es dem entsprach, was die Mehrheit der internationalen Fachleute zu diesem Zeitpunkt für richtig hielt.

  Fakt ist ebenfalls, dass sich genau aus diesem Grunde die internationale Fachwelt sehr anerkennend über das Gesetzeswerk äußerte und dass andere Länder ebenfalls ähnliche Gesetze erließen bzw. schon erlassen hatten. Man kann also durchaus sagen, dass es sich beim Deutschen Reichsjagdgesetz um ein unpolitisches und zeitgemäßes Gesetz gehandelt hat, welches vom Sachverstand der Experten zeugte, die es ausgearbeitet hatten.

 Sicherlich enthielt es auch Irrtümer. Das auffälligste Beispiel für einen solchen Irrtum ist die Behandlung des Rehwildes. Wohl aufgrund seiner physischen Ähnlichkeiten mit dem Rotwild und seiner daraus sich ergebenden Eignung als "Hirsch des kleinen Mannes" versuchte das Reichsjagdgesetz, das Rehwild nach den Grundsätzen der Rotwildhege zu bewirtschaften.

 Während sich die Rotwildhege jedoch bewährte, erlitt man mit der Rehwildhege nach dem gleichen Muster weitgehend Schiffbruch. Man hatte einfach noch nicht erkannt gehabt - oder nicht wahrhaben wollen? - dass beim Rehwild Standort- und Wetterfaktoren die Erbfaktoren überlagern und gute Trophäen weniger erblich als vor allem die Folge von günstigen Lebensumständen sind.

Wo steckt die Nazi-Ideologie? 

  Die Rotwildhege jedoch bewährte sich außerordentlich, wohl deswegen, weil die Jagdfachleute bei der Abfassung der Richtlinien ja einen Jahrhunderte alten Erfahrungsschatz verarbeiten konnten und nicht etwa weil hier eines oder wenige Genies am Werke gewesen wären, die alles auf eine neue Grundlage gestellt hätten. Man kann sich nun selbstverständlich aus weltanschaulichen Gründen an den grundsätzlichen Bestrebungen stoßen, den Habitus von Tieren durch Zuchtauswahl in eine gewünschte Richtung zu lenken.

 Wollte man dies jedoch als ein durch Nazi-Ideologie motiviertes Beginnen bezeichnen, müsste man gleichzeitig die Tierzüchter - und eigentlich auch die Pflanzenzüchter - aller Kulturen und Zeitalter als Nazis betrachten. Ferner könnte man sich aus ähnlichen Gründen dagegen aussprechen, die Methoden der Haustierzucht auf das Wild zu übertragen, aber dann würde man zumindest die europäische Jagdkultur seit Beginn einer gezielten Hege als nazionalsozialistisch bezeichnen. Schlussendlich kann man die Trophäenjagd an sich ablehnen, aber auch die kann man kaum als nationalsozialistische Erfindung bezeichnen.

Tierschutz und Waidgerechtigkeit

  Das Reichsjagdgesetz enthielt nun aber beileibe nicht nur irgendwelche Vorschriften zur "Aufartung" des deutschen Wildes. Einen sehr breiten Raum nehmen darin diejenigen Bestimmungen ein, die von der Waidgerechtigkeit und damit also letztendlich vom Tierschutzgedanken und dem Respekt vor der Schöpfung motiviert sind. Hier sei als eine der bekanntesten Vorschriften das Verbot des "rauhen", also des Schrotschusses auf Rehwild genannt. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von "Öko-Jägern", die diese Methode nur allzu gerne wieder anwenden möchten um ihrem Grundsatz "Wald vor Wild" noch besser dienen zu können.

  Eine weitere sinnvolle Neuerung des Reichsjagdgesetzes war die Einführung einer Jägerprüfung um sicherzustellen, dass nur Leute auf die Jagd gehen können, die gewisse Mindestanforderungen an die Sachkunde eines Jägers erfüllen. Auch diese Vorschrift wird von Jagdkritikern angefeindet, denn ihre eigentliche Intention soll, so die Kritiker, darin bestanden haben, Bauernjäger aus der Jagd zu drängen.

 Man wird sich kaum vorstellen können, dass Bauern vor siebzig Jahren zu dumm gewesen sein sollen, eine Jägerprüfung abzulegen. Möglicherweise lag für sie das Problem darin, abends in die Stadt zu gelangen um an einem Jägerkurs teilzunehmen.

 Falls dieser Vorwurf aber je damals eine Berechtigung gehabt haben sollte, so ist sie heute hinfällig: Bauern sind nicht weniger gebildet als Städter, können aufgrund der allgemeinen Motorisierung heute auch jederzeit zum Jägerkurs in die Stadt gelangen um selbst den Jagdschein zu machen und sind daher keineswegs von vorneherein ausgeschlossen von der Bejagung ihres eigenen Grundes und Bodens, wie Jagdgegner und Jagdkritiker die Bevölkerung gerne glauben machen möchten.

Der Reichsjägermeister

 Kehren wir noch einmal zurück zur Person Hermann Görings, dem damaligen obersten Jagdherr aller deutschen Waidmänner. Einmal auf den Geschmack an der Jagd gebracht, murkste er zwar Scherping und den anderen Fachleuten glücklicherweise nicht unnötig in die Arbeit hinein, benutzte das Jagdwesen jedoch als Vehikel für seine Selbstdarstellung und für den fleißigen Bau an seiner Karriere.

 Der Geschichtsschreibung zufolge hat Göring eine ganze Reihe von Verbrechen selbst begangen und wohl noch mehr gebilligt. Dass er diese Dinge möglicherweise nicht wirklich für die Sache des Nazionalsozialimusses getan hat, sondern um seine persönlichen Ziele anzustreben, macht die Sache natürlich nicht besser sondern vielleicht sogar noch schlimmer.

 Es spricht einiges dafür, dass Göring kein Nazi im eigentlichen Sinne, weil nicht vom Nationalsozialismus überzeugt war, sondern lediglich mitmachte, weil er ihm seinen Zielen dienlich dünkte. Beim Nürnberger Tribunal äußerte er sogar, dass er sich für Ideologie eigentlich nie interessiert habe. Was Görings eigentliche Beweggründe waren, wissen wir nicht.

Was ging in Göring vor?

 Im besseren Falle ging es ihm um Deutschland und dessen Wohlergehen - dann war jedoch die Wahl der Mittel kriminell. Im schlechteren Falle ging es ihm um persönliche Macht und eigenes Wohlleben - dann war er womöglich sogar noch schlimmer als ein "richtiger" Nazi. Es wir auch gesagt, dass er persönlich gar nichts gegen Juden hatte - um so verwerflicher wäre dann aber, dass er sich aus Opportunismus an ihrer Verfolgung beteiligte.

Göring als Reichsjägermeister: Links hinter ihm Walter Frevert, rechts hinter ihm Ulrich Scherping (Bildquelle: Bundesarchiv über  Wikimedia)

  Möglich ist auch, dass er zunächst - wie viele Offiziere aus der Kaiserzeit - aus idealistischen Motiven Hitler folgte, weil er sich von ihm die Befreiung Deutschlands aus den Fesseln des Versailler Diktats und die Tilgung der Schmach des verlorenen ersten Weltkrieges erhoffte. Seine eigenmächtigen außenpolitischen Bemühungen, die im Gegensatz zu der offiziellen Linie des Nazi-Regimes standen, lassen - wie bereits erwähnt - vermuten, dass er recht früh erkannt oder erahnt hatte, dass das, was Hitler vor hatte, nicht zu einer Weltmacht Deutschland, sondern geradewegs in die Katastrophe führte.

 Wie er sich später, mit Fortschreiten und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs benahm, sieht danach aus, dass er nach der Maxime "Nimm, solange du kriegen kannst!" handelte. Denkbar ist also durchaus, dass er zunächst glaubte, seine Vorstellungen von einem reichen und mächtigen Deutschland verwirklichen zu können und dann resignierte, als er sah, dass es nicht nach seinen Vorstellungen lief.

 Er äußerte sich übrigens gegenüber seiner Frau recht resigniert über den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, was für diese Vermutung spricht. Auch der deutliche Karriereknick, sein schwindendes Interesse an seinen Ämtern, seine sich mehrenden Misserfolge und die Tatsache, dass er schlussendlich bei Hitler in Ungnade fiel, weisen darauf hin, dass Göring nicht an einen Endsieg im Zweiten Weltkrieg glaubte.

Forst und Jagd in einer Hand

  1935, beim Inkrafttreten des Reichsjagdgesetzes jedoch befand sich Hermann Göring noch auf dem aufsteigenden Ast seines Lebensweges. Damit, dass er die Herrschaft über das gesamte deutsche Jagdwesen an sich zog, tat er den ersten Schritt zum Aufbau eins jagdlichen und forstlichen Imperiums, welches man durchaus als einen Staat im Staate bezeichnen konnte. Göring ernannte sich zum Reichsjägermeister, eine Stellung und ein Titel, den er übrigens nicht selbst erfunden hatte: Es hatte tatsächlich im Deutschen Reich einst einen Reichsjägermeister gegeben.

 Göring legte sich außerdem noch einen weiteren Titel zu, den des Reichsforstmeisters nämlich. Zu Görings Imperium gehörten außer den Jagdbehörden, den Forstbetrieben und der gesamten jagdlichen und forstlichen Hierarchie riesige Staatsjagdreviere mit prächtigen Jagdsitzen, über die er wie ein Feudalherr herrschte.

Was dachten die anderen darüber?

  Das Imperium welches Göring da aufbaute und auch die zugehörigenen jagdlichen Veranstaltungen, hatten nun tatsächlich recht wenig Ähnlichkeit mit einer nationalsozialistischen Jagd und gefiel den "richtigen" Nazis und auch Adolf Hitler absolut nicht. Wer sich das Menschen- und Gesellschaftsbild des Nationalsozialismus mit seiner Bauernverherrlichung einmal ansieht, wird feststellen müssen, dass hier nicht dazu passen konnte, was Hermann Göring veranstaltete.

 Vor allem in den Augen des linken Flügels der NSDAP erschien Görings feudale Prunkentfaltung als reaktionär. Offenbar war er aber so mächtig, dass selbst Hitler ihn vorerst nicht stoppen konnte, auch wenn man dem Gesicht des Führers auf der Reichsjagdausstellung 1937 mehr als deutlich ansehen konnte was er von dem hielt, was Göring da auf die Beine gestellt hatte.

Sind Naturschützer Nazis?

  Göring bemühte sich nun aber nicht nur um die Jagd, sondern auch - oh, wie peinlich für die heutigen Tier- und Naturschützer - um den Natur- und Tierschutz. Er erließ eine Verordnung, welche die Vivisektion - also Tierversuche(!) - verbot und drohte denjenigen öffentlich mit "Schutzhaft", also mit dem KZ, die immer noch glaubten "Tiere, als eine leblose Ware sehen zu können".

 Der Gedanke, dass Tiere nicht lediglich Sachen im Sinne des BGB sind und dass ihnen ein Lebensrecht zukommt, war also bereits bei Hermann Göring vorhanden. In unsere heutigen Gesetze wurde er aber erst viele Jahre nach Gründung der Bundesrepublik aufgenommen.

  Im Gegensatz zum Reichsjagdgesetz beruht das Reichsnaturschutzgesetz, der Vorläufer des Bundesnaturschutzgesetzes tatsächlich auf der Initiative Görings. Er zog den Naturschutz in seinen Verantwortungsbereich, weil, wie er sich äußerte, sich außer seinem Ministerium niemand darum kümmerte. Zur Hintergrundinformation muss man hier wissen, dass der Natur- und Umweltschutzgedanke ursprünglich von Jägern ausging, man findet ihn bereits beim Jagdschriftsteller Hermann Löns und auch die frühen Vogelschützer kamen vornehmlich aus den Reihen der Jäger.

  Folgt man der Argumentation der Jagdgegner- und Kritiker zum Jagdgesetz, wäre vor diesem also zu allererst das Naturschutzgesetz ein Nazi-Gesetz, da es im Gegensatz zu ersterem tatsächlich von Hermann Göring auf den Weg gebracht wurde. Auch der Grundgedanke der Tierrechtler, dass Tiere eine Würde als Lebewesen haben und keine Sachen sind, wäre dann Nazi-Ideologie, weil er von Hermann Göring verfochten wurde.

Das Bundesjagdgesetz

 Das Ende des Ganzen ist bekannt: Die Tausend Braunen Jahre waren in Wirklichkeit nur gute zwölf und im Mai 1945 war es vorbei mit dem Nazispuk. Herman Göring beging, wie einige andere Nazigrößen auch, Selbstmord, die anderen wurden aufgehängt. Übrigens war Göring ganz zum Schluss doch noch bei Hitler in Ungnade gefallen, als er Ende April 1945 die Staatsgeschäfte übernehmen wollte: Hitler ließ ihn verhaften, enthob ihn aller Ämter und schloss ihn aus der Partei aus.

  Ab 1945 ruhte die Jagd in Deutschland zunächst praktisch, da der Besitz von Waffen strengstens verboten war. Mit der Zeit normalisierten sich die Verhältnisse wieder und irgendwann konnte man auch wieder auf die Jagd gehen. Zunächst mussten die Jäger ihre Waffen noch vor der Jagd auf dem Rathaus abholen und danach wieder dort abliefern, aber auch das ging vorbei. Als so langsam fast alles wieder in geordneten Bahnen verlief, musste man auch die Jagd auf eine bundesrepublikanische Grundlage stellen und schuf daher Landesjagdgesetze und ein Bundesjagdgesetz.

  Da man wusste, dass das Reichsjagdgesetz im wesentlichen tatsächlich kein Nazigesetz, sondern ein reines Fachgesetz war, hatte man auch kein Problem damit, es als Vorlage für unser heutiges Jagdrecht herzunehmen, genausowenig wie man beim Naturschutzgesetz Bedenken haben musste. Das Bundesjagdgesetz ist dem föderalistischen Gedanken folgend ein Rahmengesetz, seine grundsätzlichen Vorgaben werden von den Landesjagdgesetzen im Detail ausgefüllt.

Braucht es eine Novellierung des Jagdrechts?

 Seit seinem Erlass 1953 hat sich das Bundesjagdgesetz bewährt und das Gleiche gilt auch für die Landesjagdgesetze. Eine Novellierung wird vor allem von Jagdgegnern angestrebt, die mit Hilfe der Salamitaktik die Jagd nicht reformieren, sondern ganz abschaffen wollen. Es lassen sich aber auch viele Jagdkritiker vor deren Karren spannen. Letztere sind großenteils zu den Wildbekämpfern zu zählen, die der Devise "Wald vor Wild" folgend, das Rehwild am liebsten ausrotten möchten.

 Diese und auch die Schwarmköpfe, die tatsächlich aus falsch verstandenem Tier- und Umweltschutz heraus eine Jagdreform befürworten, müssen sich den Spruch von den Kälbern ins Stammbuch schreiben lassen, die sich ihre Metzger selber wählen. Denn wenn es nach den Jagdgegner geht, werden weder diese noch ihrer angestrebten Form der ökologischen Jagd nachgehen können, noch jene ihren Wald vor Verbiss schützen können. Und der nichtjagende Bürger kann dann sonntags in einer verödeten Landschaft spazieren gehen, in der es einige wenige Tierarten geben wird, die als Opportunisten von der trostlosen Agrarsteppe profitieren.

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27. März 2009 5 27 /03 /März /2009 16:53

Neben dem Lesen von Zeichnungen sind Messen, Anreißen und Körnen grundlegende Fertigkeiten der Metallbearbeitung. Wer sich also mit Metall befassen will, sollte sich zunächst damit auseinandersetzen. Es ist aber gar nicht so schwierig; wie es funktioniert, zeigt mein heutiger Blogartikel.

(Update 02.05.09: Alle Metallbearbeitungsartikel sind ab jetzt auf der Leitseite Metallbearbeitung verlinkt)

 Bevor man anfängt Material zu bearbeiten, muss die zu erzeugende Form auf dem Werkstück angezeichnet werden, was der Fachmann als Anreißen bezeichnet. Dazu muss zunächst gemessen werden. Die einfachen Mess- und Anreißwerkzeuge sehen wir in Abbildung 1. Große Maße werden mit dem Zollstock oder dem Bandmaß gemessen, für die kleineren gibt es Stahlmaßstäbchen, wie in der Abbildung dargestellt. Linien kann man mit der Reißnadel anzeichnen und Mittelpunkte von Bohrungen mit dem Körner. 

Abb. 1: Messzeuge und Anreißwerkzeuge: Messschieber (Schieblehre), Stahlmaßstab, Anschlagwinkel, Reißnadel und Körner

 Wenn man genauer als auf 1 mm ablesen möchte, benützt man die Schieblehre. Man soll ja heute Messschieber dazu sagen und Beruffschullehrer sowie jüngere Metaller nennen sie auch so. Wenn mich jemand dahingenden verbessert, stelle ich mich stur und benutze das ganz alte Wort "Kaliber".

Der Grund für den neuen Ausdruck "Messschieber" ist eineher haarspalterischer: Man misst mit der Schieblehre und lehrt nicht. beim Messen erhält man nämlich eine Maßzahl, Eine Lehre hingegen hat ein festes Maß, mit dem man das entsprechende Maß am Werkstück überprüft und dabei lediglich die Information "stimmt" oder "stimmt nicht" erhält.

Man könnte ja auch "Schiebmesse" sagen, aber das gefällt den Berufsschullehrern bestimmt auch nicht. Inkonsequent sind sie übrigens in dieser Hinsicht auch, denn sie stören sich andererseits nicht daran, dass man Lehren unter den Oberbegriff "Messzeuge"  fallen lässt, obwohl man mit ihnen ja garnicht misst. Da heben die Griffelspitzer, die sich den "Messschieber" ausgedacht haben, sicher nicht aufgepasst.

Abb. 2: So wird der Nonius am Messschieber abgelesen

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema: Die Schieblehre hat zwei Backen, zwischen die man das zu messende Werkstück klemmt. Damit man auch die Zehntel zwischen den Millimetern ablesen kann, verfügt sie über einen sogenannten Nonius. Manchmal hört man, daß diese Einrichtung von einem gewissen  Portugiesen namens Nonius erfunden worden sein soll (eigentlich einleuchtend, da der Nonius auch am Sextanten vorkommt und die Portugiesen ein bedeutendes Seefahrervolk waren). Womöglich kommt die Bezeichnung aber vom lateinischen Wort für Neun und der Herr Nonius gehört zur gleichen Gilde wie Enrico Binomi, der sagenhafte Erfinder der gefürchteten binomischen Formeln, mit dem uns unser Mathe-Professor beim Studium immer verkohlte.

 Der Nonius ist in 10 Teile eingeteilt, die zusammen genauso lang sind wie 9 Einheiten des eigentlichen Maßstabes. Wenn nun der Nullstrich des Nonius - wie links in der Abbildung 2 unten dargestellt - mit einem Strich der Teilung übereinstimmt, also ein ganzzahliges Maß gemessen wird (in der Abbildung 10 mm), decken sich der Null- und der letzte Strich des Nonius mit Teilstrichen des Maßstabes. Dabei ist der 1. Teilstrich des Nonius 0,1 mm vom nächsten Teilstrich des Maßstabes entfernt, der zweite 0,2 mm, der dritte 0,3 mm und so weiter.

 Wenn man nun den Nonius 0,1 mm über das ganzzahlige Maß hinausschiebt, deckt sich der 1. Teilstrich mit dem nächsten Strich des Maßstabes, schiebt man 0,2 mm weiter, deckt sich der 2. Teilstrich mit dem ihm zunächst liegenden Teilstrich des und so fort. In der rechten Darstellung der Abbildung 2 deckt sich z.B. der dritte Teilstrich des Nonius mit einem Strich des Maßstabes, während sich der Nullstrich zwischen 10 und 11 mm befindet. Die Ablesung lautet also: 10 mm + 0,3 mm vom Nonius = 10,3 mm. 

Abb. 3: So wird eine technische Zeichnung bemaßt: Die Maße gehen für jede Dimension immer von nur einer Bezugskante aus, man sagt in der Werkstatt auch „man lebt von der jeweiligen Kante aus.“

 Beim Anreißen zeichnet man die für die Bearbeitung maßgeblichen Linien mit der Reißnadel an, wobei man den Maßstab oder den Anschlagwinkel als Lineal benützt. Dabei beziehen sich die Maße immer auf zwei rechtwinklig zueinander liegende Bezugskanten, so wie das in der Abbildung 3 zu sehen ist: Alle Maße für die Bohrungsmittelpunkte sind auf die linke und die obere Kante bezogen, der Metallhandwerker sagt, er „lebt“ von diesen beiden Kanten aus. Daher müssen vor dem Anreißen eines solchen Lochbildes die Bezugskanten rechtwinklig zueinander bearbeitet werden. Eine Reißnadel ist nichts als ein Stück gehärtetes Rundmaterial mit einer angeschliffenen, schlanken Spitze. Man kann sie fertig kaufen - manche haben eine Spitze aus Hartmetall - oder aus einem gehärteten Stück dünnen Rundmateriales aus Werkzeugstahl oder z.B. aus einem kaputter Schraubenzieher selbst herstellen.

 Einfachstes Beispiel ist das Anzeichnen eines Maßes zum Absägen eines Flachstahles. Zunächst wird mit Hilfe des Stahlmaßstabes das Maß an einer Kante mit der Reißnadel markiert, wie das in Abbildung 4 zu sehen ist. Dann legt man den Anschlagwinkel wie in Abbildung 5 gezeigt an und zieht den Riß über die ganze Breite des Werkstückes durch. Bei der lehrbuchmäßigen Arbeit wird der Riß dann bei der Bearbeitung haargenau halbiert, da die Mitte Riß das Maß darstellt. Mit groben Werkzeugen wie Meißel oder Säge läßt sich dies jedoch kaum erreichen. Daher muss für genaue Arbeiten zunächst etwas neben dem Riß gearbeitet und daß endgültige Maß z.B. mit der Feile hergestellt werden.

Abb. 4: Anreißen eines Maßes mit Stahlmaßstäbchen und Reißnadel

 Um eine Bohrung anzuzeichnen geht man zunächst im Prinzip genauso vor, nur daß für jeden der beiden Abstände zu den Bezugskanten ein Riß anzubringen ist. Am Kreuzungspunkt der Risse, dem Mittelpunkt der Bohrung, setzt man einen Körnerschlag. Dazu hält man den Körner zunächst schräg, setzt die Spitze auf den Kreuzungspunkt und richtet dann den Körner auf. Mit einem ganz leichten Hammerschlag zeichnet man den Punkt an und kontrolliert seinen Sitz. Wenn er nicht genau sitzt, kann man ihn durch schräges Körnen so noch etwas korrigieren. Wenn der Punkt stimmt, wird der Körner ein zweites Mal hineingesetzt und mit einem kräftigen Hammerschlag die endgültige Körnung hergestellt, welche die erste Führung der Bohrerspitze beim Anbohren darstellt. 

Abb. 5: Rechtwinkliges Anreißen mit dem Anschlagwinkel

 Körner und Reißnadel schärft man selbst am Schleifbock nach, indem man sie im gewünschten Winkel gegen die Scheibe drückt und dabei langsam dreht. Der Winkel der Körnerspitze sollte ca. 60° betragen, die Reißnadel spitzt man etwas schlanker als einen Bleistift. Dabei taucht man das zu schleifende Werkzeug immer wieder zum Abkühlen ins Wasser. Keinesfalls darf ein stählernes Werkzeug beim Schleifen braun oder gar blau anlaufen, da dann die Härte verloren geht.

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25. März 2009 3 25 /03 /März /2009 17:48

Gerade eben hat unsere Bundesregierung beschlossen, in Zukinft mehr gegen Kinderpornographie im Netz vorzugehen. Wie das funktionieren soll ist wohl noch nicht so ganz klar, aber man möchte ein System schaffen, das es ermöglicht, den Aufruf von bestimmten Seiten durch Netzbenutzer zu verhindern. Jeder muss hier hellhörig werden, dem klar ist, dass das Internet ein Medium ist, mit dem jedermann sich auch auf unabhängige Informationen und Meinungen abseits der veröffentlichten Meinung verschaffen kann und das die nicht im Sinne eines immer restriktiverenund zunehmend entdemokratisierten Staates ist. 

Näheres über die Filterplän der Bundesregierung berichtet die Online-Ausgabe der Zeit  heute in dem Artikel "Die Tücken der Kinderpornokontrolle im Netz". Was man dort liest, muss jeden, der ein wenig logisch denken kann, misstrauisch machen. Es fängt allerdings noch relativ harmlos an. Zitat aus dem Artikel:

"Damit der Nutzer bemerkt, dass er etwas falsch gemacht hat, soll nach norwegischem Vorbild ein rotes Stopp-Schild auf dem Bildschirm erscheinen."

Also in etwa wie der Polizist, der in China auf dem Bildschirm erscheint, damit man keine politisch missliebigen Seiten aufruft? Naja, in Bezug auf Kinderpornographie wäre das ja durchausangemessen.

Etwas weiter wird es jedoch interessant:

'Von einer Sperrung der Seiten darf man nach Ansicht der Grünen-Politikerin Ekin Deligöz „keine Wunder“ erwarten. „Der Zugang zu Internetseiten kann blockiert werden, aber nicht der Zugang zu Pornografie. Der Konsum verschiebt sich auf ausländische Seiten"''

Sollte sich eine Sperrung nicht gerade gegen ausländische Seiten richten? Solche, die im Geltungbereich unserer einschlägigen Gesetze gehostet werden, sollte man doch wohl ganz vom Netz nehmen und die Betreiber einsperren können oder nicht? Da fragt man sich, wozu Kinderpornographie eigentlich strafbar ist...

Und dann aber der echte Hammer:

'"Einen Effekt auf die Anzahl der kinderpornografischen Seiten wird das Gesetz jedoch nicht haben“, sagt Summa'. 

Auf gut Deutsch: Das ganze kostet Geld, verhindert aber nicht den Missbrauch eines einzigen Kindes!

Da stellt sich natürlich die Frage nach dem Warum. Und die muss wohl damit beantwortet werden, dass der Zweck der Übung nicht in der Bekämpfung von Kinderpornographie liegt, sondern darin, ganz allgemein Internet-Inhalte auf bequeme Art und Weise zensieren zu können.

Denn weiter kann man in dem Artikel lesen:

'„Die Nutzer, die solche Seiten absichtlich ansteuern, haben ganz andere Kanäle und technische Möglichkeiten wie verschlüsselte Seiten....“'

Und genau die hat der Normal-Surfer auch nicht, der sich dann und wann auch aus unabhängigen Quellen informiert, die schon mal vom Mainstream des Erwünschten abweichen können.

Was hier dann auch vollends klar wird:

'Ein Filtersystem wie es die Bundesregierung jetzt beschlossen hat, richtet sich also vor allem gegen technisch weniger versierte Internet-Nutzer'

Das, was gegen die versierten Konsumenten von Kinderpornographie untauglich ist, reicht also allemal aus, um mißliebige Inhalte vom Durchschnittsbürger fernzuhalten. Die Höhe ist, dass dies auch noch offen zugegeben wird. Aber bei unseren Politikern - und der Krähwinkel-Mentalität der Bürger - wundert man sich ja schon lange über nichts mehr.


 

Update 26.03.09: Offensichtlich stehe ich mit meinen Schlussfolgerungen nicht allein da, denn der Spiegelfechter hat sich dieser Sache ebenfalls angenommen, wobei dort bereits eine lebhafte Diskussion mit Hilfe von Kommentaren läuft.

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23. März 2009 1 23 /03 /März /2009 12:29

Hacker sind Leute, die in fremde Computersysteme einzudringen versuchen um deren Sicherheitslücken zu finden– so jedenfalls lautet die gängige Definition für diese Art von Menschen. Dazu benutzen sie digitale Werkzeuge oft anders, als ihre Programmierer sich das gedacht haben. Hacker Sein bzw. zu denken wie ein Hacker bedeutet jedoch viel mehr und muss nicht immer mit Computern zu tun haben, sondern hilft sehr oft auch in ganz anderen Bereichen weiter.

 Der Chaos Computer Club, die Organisation der Hacker befasst sich nicht nur mit Computersicherheit. Seine Mitglieder setzen die Hackermentalität – herauszufinden, zu was man eine Sache noch alles benutzen kann – auch außerhalb der Welt der Computer um. Ich bezeichne dieses „analoge Hacking“ auch gerne als „Kreativen Missbrauch“ und setze es im Alltag gerne auch bei ganz simplen Dingen um, vor allem um Geld zu sparen. Auch Erfinder setzten und setzen diese Technik oft ein, denn sehr oft müssen sie mit dem auskommen, was da ist und es notfalls entsprechend missbrauchen oder zweckentfremden.

Ein historisches Beispiel

 Ein sehr interessantes Beispiel von Hacking oder kreativem Missbrauch, mit dem in der Frühzeit der Eisenbahn sehr viel Energie eingespart wurde, lieferten englische Lokomotivführer mit Lokomotiven von Stephenson. Dieser Mann hatte die so genannte Stephenson-Steuerung erfunden, einen Mechanismus, mit dessen Hilfe der Lokomotivführer einstellen konnte, ob die Maschine vorwärts oder rückwärts fahren sollte.

 

In der Frühzeit der Eisenbahn fanden die Lokomotivführer heraus, dass man mit der Stephensonschen Steuerung nicht nur die Fahrtrichtung der Maschine ändern, sondern auch Dampf sparen konnte - was Stephenson selbst gar nicht vorgesehen hatte.

 Dazu gab es im Führerstand einen Hebel, der zwei Stellungen, eben für Vorwärts und Rückwärts aufwies. Schlaue Lokomotivführer fanden nun heraus, dass man mit diesem Hebel nicht nur die Fahrtrichtung der Maschine ändern, sondern auch den Füllungsgrad der Zylinder variieren konnte, indem man ihn ganz einfach nicht den ganzen Weg, sondern immer nur einen Teil davon in die jeweilige Richtung bewegte.

 So sparten die Lokführer Dampf und damit Kohle ein, was ihnen bares Geld brachte: Sie bekamen nämlich zusätzlich zu ihrem Gehalt Prämien für das Einsparen von Kohle. Natürlich hatte auch die Eisenbahngesellschaft einen Vorteil davon, denn sie gab das eingesparte Geld ja sicher nur zum Teil in Form von Prämien an die Lokführer weiter. Das entscheidende an der Sache aber war, dass diese Benutzung seiner Steuerung von Stephenson gar nicht vorgesehen, sondern erst von den findigen Lokomotivführern entdeckt worden war.

So war es eigentlich nicht gedacht...

 Der Gedanke des kreativen Missbrauches ist noch nicht einmal auf die Technik beschränkt: Auch bürokratische Strukturen und Verkaufsaktionen lassen sich oft zum eigenen Vorteil ganz anders benutzen als gedacht: Derzeit bietet der Discounter Lidl bekanntlich einen Kleinwagen an. Ob es sich lohnt, dieses Angebot zu nutzen, wird in den Medien stark bezweifelt. Zu einem jedoch taugt es allemal, als zusätzliches Druckmittel nämlich, wenn man bei einem regulären Neuwagenhändler den Preis für ein in etwa vergleichbares Fahrzeug noch weiter herunterhandeln will.

Wenn man einen Buchtitel bei Amazon gefunden hat, zeigt die Seite auch alle Daten, die man braucht um das Buch auch anderswo bestellen zu können - man muss lediglich die Seite ein Stück scrollen

 Auch Amazon lässt sich kreativ missbrauchen: Viele Leute kaufen ihre Bücher immer noch gerne beim kleinen Buchhändler an der Ecke. Der hat aber nicht nur unter Buchversendern, sondern auch unter den großen Buchhandelsketten zu leiden. Dabei kann aber auch eine kleine Buchhandlung jedes Buch genauso schnell bestellen wie eine große.

 Amazon bietet nun ein recht komfortable Buchsuche an, mit der sich Titel wie beim Buchhändler auch, nicht nur nach Titel und Autor sondern auch nach Suchbegriffen finden lassen. Scrollt man die Seite der Anzeige des gefundenen Buchtitels ein wenig, kommt man zu den „Produktdaten“ des Buches, die vor allem auch die ISBN beinhalten.

 Anhand dieser Daten kann man nun das gewünschte Buch bei jedem Buchhändler telefonisch bestellen. Das spart zwar kein Geld, hilft aber dem kleinen Buchhändler zu überleben, bei dem man noch individuelle Beratung bekommen kann und wo der Bucheinkauf noch Spaß macht.

"Ich lasse dann dein Telefon klingeln..."

 Ein kreativer Missbrauch von Netzen, den aber wahrscheinlich jeder kennt, ist das kostenlose Signalisieren mit dem Telefon: Wenn zum Beispiel jemand zu einem vorher nicht genau feststehenden Zeitpunkt irgendwo abgeholt werden will, z.B. die Oma vom Arzt, lässt sie einfach das Telefon kurz klingeln. Da es heute ja Rufnummernanzeige gibt, weiß der Chauffeur sogar, dass es tatsächlich die Oma war und ihm nicht etwa ein andere Anruf entgeht oder sich nur jemand verwählt und es noch vor dem Abheben selbst gemerkt hat.

Seit dem es den Selbstwähldienst gibt, kann man das Telefon auch als kostenlosen Signalgeber verwenden

 Etwas ganz anderes: Seit einiger Zeit gibt es da Tobacco-Bloc-System, welches das Stopfen von Zigaretten um einiges komfortabler macht. Der Nachteil dabei: Zum einen sind die dafür erforderlichen Tobacco Blocs verhältnismäßig teuer, so dass ein Teil der Ersparnis verloren geht, die man durch das Stopfen sonst erzielt. Zum anderen ist man auf die Tabaksorten beschränkt, die es als Tobacco Blocs gibt und das sind nicht viele.

 Mit etwas Geschick kann man aber die Hüllen der Tobacco Blocs selbst „nachladen“ und dazu preiswerteren bzw. den eigenen Lieblingstabak verwenden. Man hackt also gewissermaßen das Stopfsystem. Das gibt zwar ab und zu gewisse Probleme, da es offenbar sehr auf den Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks ankommt. Genau die gleichen Problem hatte ich jedoch auch schon mit den „legalen“ Tobacco Blocs.

Basteleien und Behältnisse

 Auch das Bauen von Gasbrennern, etwa für Schmiedeöfen, aus Wasserleitungs- und anderen Teilen sowie von Schmiedeessen aus alten Bremstrommeln ist eine Art des kreativen Missbrauchs. Dieses Zweckentfremden von handelsüblichen Bauteilen wird einem auch sonst beim Basteln sehr oft weiterhelfen. Hierher gehören auch bekanntere Dinge wie Regale aus Ziegelsteinen, Betonstahlmatten als Rankgerüste im Garten, Betonplan-Schichtholzschalungsplatten als Anhänger- oder Schlauchbootböden und was es da nicht noch alles gibt.

 Dass man alte Verpackungen oft vielseitig verwenden kann, ist ebenfalls eine alltbekannte Sache: Wer wäscht seine Malerpinsel nicht in alten Marmeladengläsern aus? Wer hat seine ausgefallenen Milchzähne nicht in einer Zündholzschachtel gesammelt?

 Sehr nützlich sind aber auch die Blechdosen, in den man Pfeifentabak kauft, denn sie sind sehr robust: Ich verwende sie gerne in der Werkstatt, vor allem auch zum Zwischenlagern von ausgebauten Schrauben und anderen Kleinteilen. Außerdem kann man sie auch gut als Werkstatt-Aschenbecher nehmen, damit nicht immer der Boden voll Kippen liegt.

Anzuchtgefäße für Gärtner

 Joghurtbecher eignen sich sehr gut als Anzuchttöpfchen für Pflanzen. Meine Tomaten- und Paprikapflänzchen wachsen alle in diesen Dingern dem Auspflanztermin entgegen. Wichtig ist dabei nur, dass man immer ein Loch in den Boden macht, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann.

Joghurtbecher eignen sich prima als Anzuchttöpchen für Pflanzen

 Zur Anzucht von Pflanzen eignen sich auch noch andere Verpackungen: Weintrauben z.B. werden manchmal in hohen Schalen aus durchsichtigem Kunststoff verkauft. Wenn man diese nur zu einem Teil mit Anzuchterde füllt, sind die darin angezogenen Keimlinge durch die hohen Seitenwände gegen Zugluft geschützt und bekommen trotzdem jede Menge Licht. Die flachen Schaumstoffschalen, in denen Äpfel, Tomaten usw. verkauft werden, lassen sich ebenfalls nutzen: Sie ergeben recht gute Pikierschalen ab. Wer also für Anzuchtgefäße Geld ausgibt, hat es nicht besser verdient.

Die gute, alte Bierkiste

 Ein sehr schöne Idee, wie man leere Bierkästen mit einem einfachen Zusatzgerät als Sitzgelegenheiten und Tische nutzen kann, stellen Kunststudenten aus Berlin hier vor. Anhand der Abbildungen auf der Seite kann man sich „Leni“ sehr leicht selbst aus geeignetem Sperrholz anfertigen, die Maße ergeben sich aus den Abmessungen der genormten Bierkisten.

So hat sich eBay das sicher nicht vorgestellt

 Zum Schluss noch ein kreativer Missbrauch aus dem Bereich des Internets, den ich beim Suchen von Autoersatzteilen bei eBay gesehen habe: Jemand hatte eine ganze Reihe von Ersatzteilen für ein bestimmtes Automodell zu verkaufen, veranstaltete also ein Schlachtfest, wie man das in einschlägigen Zeitungsanzeigen auch nennt.

Gebrauchte Autoersatzteile sind auch bei eBay zu finden. Schlaue Anbieter sparen dabei mit einem einfachen Trick jede Menge Gebühren 

 Bei eBay musste dieser Mann etwas anders vorgehen: Er stellte einfach ein einziges Teil als Auktion ein, bemerkte dazu (scheinbar) ganz nebenbei, dass es bei ihm auch noch jede Menge weiterer Teile von diesem Modell gäbe und fügte „für Rückfragen“ natürlich auch noch seine Telefonnummer hinzu. So hatte er sein Angebot für den Einstellpreis eines einzigen Artikels einem sehr breiten Publikum bekannt gemacht.

Eine Denkweise

 Entscheidend sind jedoch nicht so sehr die hier aufgeführten konkreten Beispiele für kreativen Missbrauch, sondern die Denke, die dahinter steckt: Ein einzelner Tipp kann in der passenden Situation natürlich durchaus allerhand Geld einsparen. Man sollte sich jedoch nicht darauf beschränken, solche Tipps zu suchen und sie sich zu merken oder zu notieren. Man sollte sich vielmehr die zugrunde liegende Denkweise aneignen und überall Ausschau halten, wo man etwas kreativ missbrauchen kann und so gewissermaßen seine eigenen Tipps und Tricks entwickeln.

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20. März 2009 5 20 /03 /März /2009 08:20

 

Eine Jagdgeschichte von Volker Wollny

Ein raues Volk lebt auf der Ostalb, zwischen Ulm und Aalen. In früheren Zeiten, so erzählt man, wurde hier auch viel gewildert. Ursprünglich einmal war das Jagen ja jedem freien Manne erlaubt gewesen und die Ansicht, dass dies ein unveräußerliches Recht sei, Jagdregal sowie Reviersystem hingegen ungerechte Herrengesetze, hielt sich lange im Volk. Noch nach dem ersten Weltkrieg, als die Zeiten hart waren, besserte mancher seinen Speisezettel oder auch seine Barschaft mit heimlich erlegtem Wild auf.

Wilderei und Förstermorde gab und gibt es nicht nur in den Alpen

Eine verbotene Nebenbeschäftigung

 So ging in den zwanziger Jahren auch ein Kleinbauer und Tagelöhner, nennen wir ihn Heiner, aus einem kleinen Dorf auf dem Härtsfeld heimlich dem unerlaubten Waidwerk in den Wäldern der Gegend nach. Das war so schon eine ganze Weile gut gegangen. Der Schwiegersohn des Heiners, soll er meinetwegen Frieder heißen, war Teilhaber einer kleinen Jagd. Von ihm erzählte man sich, dass er den Grenzstein in der Tasche trage, es also mit der Jagdgrenze nicht allzu genau nähme. Sprich: Er war genauso ein Wilderer wie sein Schwiegervater. An einem frühen Sonntagmorgen im Hochsommer hatten sich die beiden verabredet um mit einander unerlaubt zu pirschen und waren daher im Wald unterwegs.

 Auch in den tiefen Wäldern der Ostalb...

 Am Abend zuvor hatte sich der zuständige Förster, er schrieb sich, sagen wir einmal, Schäuble, von seinem Wohnort im Tal aus auf den Weg ins Revier gemacht. Er wollte in der Nähe des Dorfes auf einen Rehbock ansitzen. Da es ein weiter Fußmarsch aufs Härtsfeld war, versah er sich mit Proviant, um in einer Jagdhütte zu übernachten, falls er am Abend den Rehbock nicht bekommen sollte. Er blieb dann zunächst auch Schneider und war daher am Morgen wieder auf dem Weg zum Ansitz auf den Bock.

 Heiner und Frieder hatten eine Zeit lang gemeinsam den Wald durchstreift, sich dann aber getrennt um jeder für sich weiter zu pirschen. Mit einmal stand nun der Heiner dem Förster Schäuble gegenüber, der just zu dieser Zeit zu seinem Hochsitz ging.

„Ha,“ rief der, hob seinen Drilling und legte auf Heiner an. „Wo hast Du Dein Gewehr? Her damit!“ Offensichtlich hatte er das zerlegbare Schießeisen gesehen, das Heiner nur notdürftig unter seiner Jacke verborgen hatte.

„So schnell schießt man nicht!“ entgegnete der Heiner und näherte sich dem Förster. Er wusste, dass dieser aufgrund einer Verwundung aus dem Weltkrieg seine linke Hand nicht gebrauchen konnte. Diesen Vorteil nutzend, entriss er dem Förster den Drilling und legte nun seinerseits auf ihn an.

 Der Förster befand sich nun in der misslichen Lage, in die Mündungen seiner eigenen Waffe zu sehen. Er gab aber so leicht nicht auf, sondern zog sein Terzerol und zielte damit auf den Heiner. Daraufhin schoss dieser den rechten Schrotlauf des Drillings ab. Die Schrotgarbe riss dem Förster den Hut herunter und verletzte ihn am Kopf. Das wurde ihm nun doch zu brenzelig; er beschloss daher zu flüchten und rannte dem Waldrand zu.

 Der Heiner nahm die Verfolgung auf, spannte im Laufen das abgeschlagene Schloss und schaltete den Drilling auf Kugel um. Als Schäuble am Waldrand war, riss der Heiner den Drilling an die Backe, zielte und zog beide Abzüge durch. Sowohl der zweite Schrot- als auch der Kugelschuss krachten aus den Rohren, trafen den Förster in den Rücken und warfen ihn vornüber auf sein Gesicht. Er zuckte noch ein wenig mit den Schultern, dann war er mausetot.

...gab es Bluttaten an Förstern und Wildhütern: Dieser Stein erinnert an einen Mord der etwa 1840 geschah

Kein Reh, aber...

Heiner stand noch mit dem Drilling in der Hand da, als es auf einmal im Unterholz knackte.

„Hast Du ein Reh geschossen?“ fragte der Frieder, den das Krachen der Schüsse herbei gelockt hatte.

„Nein, aber einen Förster“, gab der Heiner zurück.

„Oh, Du Allmachts Depp, du blöder, du Seckel, du Arschloch“, rief der Frieder, „ja weißt Du denn nicht, dass sie dich dafür köpfen werden?“

„Nur, wenn sie mich kriegen“, entgegnete der Heiner gleichmütig, „Los, hilf mir den Grünen unter den Hochsitz dort tragen. Da legen wir ihn hin, damit es wie ein Unfall aussieht.“

Gemeinsam packten die beiden also den Förster, schleppten ihn zu dem Hochsitz und legten ihn darunter. Der Dackel des Ermordeten sprang die ganze Zeit um die beiden Verbrecher herum und bellte sie zornig an. Die beiden fingen ihn zum Schluss ein und leinten ihn an der Leiche des Försters an. Dann gingen die beiden nach Hause und taten, als wenn nichts gewesen wäre.

Die Tat, an die dieser Stein erinnert ist noch nicht so lange her: In den 1920er Jahren...

 

Nach dem Frühstück sagte der Heiner zu seinen zwei noch zu Hause lebenden Kindern: „Es gibt heuer einen Haufen Himbeeren, heute Vormittag wollen wir in den Wald gehen und welche pflücken.“ Vor allem der kleinen Tochter gefiel der Vorschlag und so zog die Familie los. Der Heiner wusste es dabei so einzurichten, dass sie just in die Gegend kamen, in der er am Morgen den Förster erschossen hatte. Das hatte er sich schon bei der Heimkehr von seinem blutigen Jagdausflug so überlegt.

Eine grausige Entdeckung

Im Wald dirigierte er dann seine Tochter unauffällig in die Richtung des bewussten Hochsitzes. „Papa, Papa, da ist ja ein Dackel...“ rief sie aus, als sie zunächst den Hund des Forstmannes entdeckte, der jetzt wieder wütend bellte und in die Leine sprang, als sie sich ihm näherte.

„Und da...“, das Kind stockte erschrocken, „Da liegt ein toter Jäger!“, schrie sie voller Grausen und kam zu ihrem Vater gerannt.

Der Heiner näherte sich dem Fundort und tat so, als wenn er erst jetzt erkennen würde, wer da lag: „Ja schau her, der Förster Schäuble, ich hab ja immer gesagt, dass so ein Kriegskrüppel nicht mehr für den Forstdienst taugt. Wie es ausschaut, ist der Depp auf dem Hochsitz eingeschlafen, runtergefallen und hat sich dabei mit seinem eigenen Gewehr erschossen.“

Mit den Kindern zusammen marschierte der Heiner nun zum Förster des Nachbarreviers, mag er Sauter geheißen haben, und berichtete diesem von dem Fund, den er mit seinen Kindern gemacht hatte. „Bringen Sie mich doch bitte zu der Stelle“, bat dieser den Wilderer.

„Das will ich gerne tun“, gab der zurück, „aber zuerst muss ich meine Kinder nach hause bringen und zu Mittag essen.“ Der Nachbarförster musste also warten, bis der Heiner in aller Gemütsruhe seinen Sonntagsbraten verzehrt hatte und bereit war, ihn zur Leiche seines Kollegen Schäuble zu führen.

Eine Frau macht sich Sorgen

Unterdessen hatte sich die Frau des Erschossenen bereits Sorgen über das lange Ausbleiben ihres Mannes gemacht. „Buben, wir müssen schauen, wo unser Vater bleibt, nicht dass im Revier noch etwas passiert ist“, hatte sie zu ihren beiden Söhnen gesagt, den Hut aufgesetzt, die Kostümjacke angezogen und war mit ihnen losgegangen, auf das Härtsfeld hinauf, in das Revier ihres Mannes. In der Nähe des Waldes trafen sie einen Schäfer, den sie fragten, ob er vielleicht den Förster gesehen habe?

... ereignete sich der brutale Förstermord, der als Vorlage für diese Geschichte diente

„Den Förster habe ich nicht gesehen“, meinte der, „aber hat er vielleicht einen Hund dabei gehabt? Drüben im Wald hat schon den halben Morgen einer gebellt, außerdem sind dort zwei Schüsse gefallen und ich habe zwei Männer gesehen, die aus dem Wald kamen und davon gegangen sind.“

Mit bösen Vorahnungen eilten die Förstersfrau und ihre Söhne in die Richtung, die ihnen der Schäfer gewiesen hatte. Schon vor dem Wald hörten sie den wütenden Laut des Dackels. Sie folgten dem Geräusch und standen kurz darauf am Hochsitz, vor der verrenkten Leiche ihres Mannes und Vaters. Kurz darauf kamen auch der Heiner und Schäubles Kollege aus dem Nachbarrevier dazu.

 

"Es war ein Unfall..."

Im Lauf des Nachmittags trafen dann Leute vom Amtsgericht ein, um den Todesfall im Wald zu untersuchen. Als vermeintlichen Zeugen zog man auch den Heiner hinzu, der in plump-verschlagener Weise versuchte, die Ermittlungen in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken: „Ha, schaut doch her, ihr Herren, so ist der Kerle vom Hochsitz gefallen und hat sich dabei selber erschossen. Eingeschlafen ist er, vom Sitz gekippt und dabei hat sich das Gewehr entladen.“ Um den von ihm dargestellten „Unfall“hergang zu demonstrieren, hob er dabei die Leiche mehrmals an und ließ sie grob wieder fallen, was bereits den Unwillen der Anwesenden erregte.

Schließlich untersuchte der Arzt den toten Förster Schäuble: „Meine Herrschaften, ich glaube kaum, dass sich dieser Mann versehentlich selbst erschossen hat. Er hat je einen Schrot- und einen Kugelschuss in den oberen Rücken bekommen. Das ist schlechterdings unmöglich, wenn er aus der offenbar anzunehmenden, sitzenden Position gefallen wäre und sich dabei die Schüsse aus den Läufen seines Drillings gelöst hätten.“

„Ja aber Herr Dokter,“ insistierte der Heiner weiter, „es kann doch gar nicht anders gewesen sein, als das sich der Schäuble selbst erschossen hat; es war doch gar niemand sonst hier.“ Er wollte keine Ruhe geben, und versuchte immer wieder sowohl den Arzt, als auch die anderen von seiner Version des Hergangs zu überzeugen: „Wenn sich der Förster nicht selbst erschossen hat, wer soll das denn dann getan haben?“

„Das werden wir schon herausfinden“, meinte nun der Amtsgerichtsrat und sah dabei den Heiner forschend an, „das wäre nicht der erste Förster, der von Wilderern umgebracht wurde, die er bei ihrem Frevel überrascht hat.“

Steinige Äcker...

Zwei Verdächtige

  Zunächst war es dann aber doch der Frieder, denn die Amtleute mitnahmen und einsperrten. Förster Schäuble hatte nämlich seinem Kollegen Sauter vom Nachbarrevier gegenüber erwähnt, dass er den Frieder im dringenden Verdacht gehabt hatte, dann und wann die Grenzen seiner Jagd zu überschreiten und im Staatswald zu wildern. Darüber hinaus wusste auch die Familie des ermordeten Försters, dass dieser Wilderer dessen größter Feind war. Bei der Vernehmung des Schäfers schließlich, der die Schüsse und den Laut des Hundes gehört hatte, gab dieser an, dass er den Frieder sowohl am Abend zuvor als auch am Tatmorgen auf seiner Jagd in der Nähe der Grenze zum Staatswald beobachtet hatte – und zwar das zweite Mal mit seinem Gewehr.

Nachdem man nun davon ausgehen musste, dass es sich tatsächlich um einen Mord handelte, wurde der Fundort der Leiche von der Kriminalpolizei genauer untersucht. Dabei bestätigte sich, was der Arzt bereits gesagt hatte: „Der Förster Schäuble kann sich unmöglich selbst erschossen haben“, meinte der Kommissar, als er dem Staatsanwalt Bericht erstattete, „weder haben wir Einschläge am Hochsitz oder den Bäumen finden können, noch kann der Kugelschuss von unten gekommen sein, denn er hat die Brust des Toten waagerecht durchschlagen. Allerdings ist er tatsächlich mit seinem eigenen Drilling erschossen worden, wie der Sachverständige festgestellt hat.“

„Dachte ich es mir doch“, meinte der Staatsanwalt. „Es kommt aber noch besser:“, fuhr der Komissar fort, „auch der Hund war ursprünglich an der Leiche angeleint, was ja wohl nicht gut möglich sein kann, wenn der Förster zwei Meter weiter oben auf dem Hochsitz gesessen wäre. Die Frau und die Söhne hatten ihn bereits zu sich genommen bevor die Leute vom Gericht eintrafen, so dass dies erst bei weiteren Vernehmungen der Angehörigen bekannt wurde. “

... ausgedehnte Wälder

„Und wie ich gehört habe, haben sie noch einen weiteren Verdächtigen verhaftet?“ fragte der Staatsanwalt.

 „Ja, es handelt sich dabei um den Arbeiter Schmid. Auch der war den Förstern als mutmaßlicher Wilderer bekannt, nur konnten sie es ihm nicht beweisen. Im vergangene Herbst hatte Förster Schäuble einen bewaffneten Wilderer im Revier angetroffen, der sich der Festnahme jedoch durch Flucht entziehen konnte. Schäuble glaubte aber, in ihm den besagten Schmid erkannt zu haben, wie mir sein Kollege Sauter berichtet hat.“

 „Nun, welcher von beiden es wohl nun war?“ sinnierte der Staatsanwalt.

 „Na, das werden wir nun wohl schon noch heraus bekommen“, meinte der Komissar zuversichtlich.

Einer packt aus

 Zurück in seinem Büro ließ er sich zunächst den Frieder aus dem Gefängnis bringen. „Tja, die Version mit dem Unfall können wir nun wohl endgültig zu den Akten legen“, eröffnete er ihm und konfrontierte ihn mit den Ergebnissen der genauen Untersuchung. „Wie es aussieht hast du den Förster irgendwo erschossen und seine Leiche dann unter den Hochsitz geschleppt um einen Unfall vorzutäuschen. Und dass ausgerechnet dein Schwiegervater den Förster dann gefunden hat, kommt mir besonders verdächtig vor. Was der mit der Sache zu tun hat, werde ich aber auch noch heraus kriegen!“

 Nun fühlte der Frieder buchstäblich schon die Klinge des Richtbeils im Genick, mit welchem der Scharfrichter Maß nahm und wurde äußerst gesprächig: „Ich war es doch gar nicht, Herr Komissar, mein Schwiegervater war es.“ Und er erzählte dem Kriminalbeamten haarklein, was sich an jenem schönen Sonntagmorgen in dem Wald auf dem Härtsfeld abgespielt hatte. Schließlich musste er alles noch genau bei einem Lokaltermin vormachen, was schließlich jeden Zweifel am Tathergang beseitigte, so überhaupt noch welcher bestanden hatte. Den Arbeiter Schmid ließ man natürlich laufen, da nun klar war, dass er es nicht gewesen war.

 Der Heiner arbeitete gerade auf dem Acker als sie ihn holten. Er lächelte zunächst höhnisch und legte später bei der Vernehmung ein Teilgeständnis ab: „Ja, ich habe den Förster erschossen, aber in Notwehr. Er hat mich ja mit seiner Waffe bedroht.“ Auch er stellte bei einem Ortstermin den Tathergang genauso dar, wie sein Schwiegersohn. Schließlich erbot er sich sogar, die Beamten zum Versteck seines Gewehres zu führen. Im Heuschober, wo die Waffe versteckt war, fanden sich noch zwei weitere Gewehre und ein ansehnlicher Vorrat an Patronen.

... und schroffe Felsen sind typisch für das Dornenschlehengäu, wie man die Ostalb auch nennt

Die ganze Wahrheit

 „Ja Papa, warum nimmt dich die Polizei mit?“ fragte sein Sohn, der dazu gekommen war. „Weil ich dem Förster, dem Krüppel, das Licht ausgeblasen habe“, war die kaltschnäuzige Antwort des Heiners und seine Frau, die ebenfalls dabei stand meinte: „Wäre der Depp nicht im Wald gewesen, wäre er auch nicht erschossen worden.“

Beim Untersuchungsrichter packte der Heiner dann vollends aus: „Ja sicher hab ich den Förster von Anfang an  umbringen wollen! Aber mit dem ersten Schuss hat es ja nicht geklappt. Wie ich ihm dann nachgesprungen bin, hab ich den rechten Hahn von dem Drilling wieder gespannt, auf Kugel umgeschaltet und mit Fleiß auf sein Herz gezielt.“

 Damit sah das Schwurgericht in Ellwangen die Tatmerkmale des Mordes als gegeben an und verurteilte den Heiner noch im gleichen Herbst zum Tode durch das Fallbeil. Man köpfte ihn dann aber doch nicht, sondern begnadigte ihn zu lebenslänglich Zuchthaus. Lange hat er dann trotzdem nicht mehr gelebt. Nicht viel später hängte er sich nämlich in seiner Zelle auf.

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19. März 2009 4 19 /03 /März /2009 08:40

Zwei nicht mehr ganz junge Frauen unterhalten sich. Sagt die eine: "Du, mein Mann hat die letzten Jahre mit den ehelichen Pflichten so nachgelassen, er interessiert sich nur noch für seinen Stammtisch."

"Ja, meint die andere, "du musst für dein Sexleben natürlich etwas tun, das habe ich auch lernen müssen."

Fragt die eine: "Ja, wie machst du das denn?"

"Nun," meint die andere, "ich habe mir ganz scharfe Reizwäsche gekauft. Die ziehe ich ab und zu an, und warte im Wohnzimmer auf meinen Mann. Wenn der dann von der Arbeit kommt, liege ich in aufreizender Pose auf dem Sofa und flöte: 'Pril, Pril, Pril - gleich beginnt das Liebesspiel...'"

Die erste Frau findet die Idee gut, besorgt sich Reizwäsche und liegt im Wohnzimmer auf dem Sofa, als ihr Mann das nächste Mal von der Arbeit heimkommt. Als er das Wohnzimmer betritt, räkelt sie sich auf dem Sofa und gurrt: "Pril, Pril, Pril - gleich beginnt das Liebesspiel...."

Der Mann stutzt kurz, guck sein Frau an, schüttelt den Kopf und meint: "Ata, Ata, Ata - in die Kneipe geht der Vatta!"

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Published by Fokko - in Humor
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16. März 2009 1 16 /03 /März /2009 19:38

Da geht also ein junger Mann her, schießt in seiner ehemaligen Schule um sich und tötet 15 Menschen. Ein furchtbares Ereignis, welches die Menschen nicht nur in der näheren Umgebung schockt, sondern im ganzen Land für Entsetzen und Ratlosigkeit sorgt.

Mit den Ereignissen von Winnenden sind nicht nur "Killerspiele"...

 Ratlosigkeit? Nicht überall: Schon wollen schlaue Leute genau wissen, warum so was passiert: Natürlich sind es die „Killerspiele“, die der junge Mann auf seinem Computer gespielt hat, wissen die einen. Selbstverständlich war die Schusswaffe schuld, die sein Vater hatte offen herumliegen lassen, verkünden die anderen im Brustton populistischer Überzeugung. 

 Jawoll, die bösen, bösen Schusswaffen in Privatbesitz waren es! Wozu auch braucht ein anständiger Mensch eine Pistole oder auch nur ein Gewehr? Das ist doch nur etwas für Loser, die damit menschliche Defizite auszugleichen versuchen, wie etwa die geisteskranken Sportschützen mit ihren Gewaltphantasien. Oder die noch schlimmeren Jäger, die sich nicht nur in der Phantasie, sondern sogar in der Realität am Töten von Mitgeschöpfen aufgeilen. So etwa klingt es derzeit überall in den Medien, wenn nicht wörtlich, so doch zwischen den Zeilen.

Die Stunde der Populisten

 Schon werden nicht nur wieder einmal die Forderungen nach dem Verbot von „Killerspielen“ laut. Es werden auch wieder die Gebetsmühlen der Anti-Waffen-Prediger in Gang gesetzt, die den altbekannten Aufkleber „Waffen sind böse“ tragen. Interessanterweise finden sie sehr schnell Gehör, obwohl es doch jedem klar sein muss, dass eine herumliegende Pistole zwar möglicherweise ein Anlass, keinesfalls jedoch die Ursache für ein Blutbad sein kann.

.... sondern auch das Sportschießen und damit der private Waffenbesitz ins Visier von populistischer Schadensbegrenzung und willkürlicher Anlassgesetzgebung geraten...

 Adolf Hitler verriet in seinem Buch „Mein Kampf“, wie man effektive Volksverdummung betreibt: Die eigenen Ziele auf einige wenige, einfache Punkte zu verkürzen und diese unablässig zu wiederholen, sah er als den sicheren Weg an, diese durchzusetzen. Dass diese Vorgehensweise tatsächlich funktionierte und was daraus wurde, weiß jeder. Und nach genau diesem Rezept wird auch heute noch gearbeitet: Anlässe wie Erfurt, Emsdetten oder Winnenden werden auf die Themen „Killerspiele“ und „Schusswaffen im Privatbesitz“ heruntergebrochen und populistisch aufbereitet.

Anlassgesetzgebung

 Was aber bringt dies den jeweiligen Protagonisten? Zunächst einmal ist eine Anlassgesetzgebung ein probates Mittel, die Volksseele zu beruhigen. Es wird etwas getan. Ob das, was getan wird auch zielführend ist, danach wird nicht gefragt. Dass dies funktioniert, lernen Politiker aus Dingen wie dem unsäglichen Lex Erfurt und den dümmlichen „Kampfhund“-Verordnungen.

  Egal, welchen Unfug man jetzt mit unserem Waffengesetz wieder anstellen wird und egal, ob und in welcher Form es ein Verbot von „Killerspielen“ geben wird, es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Weile kein Schulmassaker geben. Ganz einfach deswegen, weil nur selten jemand so gründlich ausrastet, dass er eine derartige Tat begeht. Das Ausbleiben eines neuen Massakers wird dann aber der Reaktion der Politik zugute gehalten werden. Dass es auch ohne irgendwelche Maßnahmen eine Weile keinen solchen Vorfall gegeben hätte, lässt sich ja nicht belegen.

  Und wenn es trotz wie immer gearteter Gesetzesverschärfungen dann doch irgendwann das nächste Mal knallt? Kein Problem: Dann war eben das Lex Winnenden immer noch nicht scharf genug, so wie jetzt das Lex Erfurt offensichtlich nicht ausreichend war und man weiter verschärfen muss.

Profilierung der Konturlosen

 Zudem ist ein Ereignis wie der Blutige Mittwoch von Winnenden eine hervorragende Gelegenheit, für Leute, die auf sich aufmerksam machen und sich profilieren wollen um gewisse Ziele zu erreichen. Wie bekannt wurde, ging zum Beispiel der örtliche SPD-Wahlkreiskandidat bereits kurz nach der Bluttat mit der Forderung nach einem Waffenverbot auf Stimmenfang. In den Medien tauchten Mahner auf, deren Meinung ansonsten ungefähr so viel Leute interessiert hätte, wie der sprichwörtliche in China umgefallene Reissack. Und schließlich nahmen auch etablierte Politiker den Faden auf, die derzeit auf anderen Gebieten in schwerer Erklärungsnot sind, sind froh darüber, mal wieder mit einfachen und dümmlichen Phrasen zu etwas ganz anderem den einen oder anderen Blumentopf gewinnen zu können.

Das Problem mit der populistischen Verkürzung von Sachverhalten  

  Warum konnte Adolf Hitler in der so genannten Kampfzeit, der Zeit vor seiner Machtergreifung also, nicht auf argumentativem Wege gestoppt werden? Die Antwort ist niederschmetternd: Weil sein Trick ganz einfach überlegen war und deswegen immer funktioniert. Traurig, aber wahr: Ein populistisch verkürzter Sachverhalt und ein Patentrezept sind genau das, was die Masse hören will: Etwas einfaches, das man ohne viel Nachdenken übernehmen, am Stammtisch wiederkäuen und notfalls dafür andere Leute teeren und federn kann.

... was sehr schnell auch Jagd und Jäger betreffen könnte

 Um eine solche Scheisshausparole jedoch zu widerlegen, muss man in aller Regel weiter ausholen und kompliziertere Zusammenhänge erläutern als der Populist. Die meisten Leute glauben lieber das einfache und geben außerdem etwas einmal – wenn auch nur scheinbar – verstandenes ungern wieder auf. Daher hat derjenige einen sehr schweren Stand, der eine einmal gefressene populistische Behauptung wieder ausräumen will – und sei sie noch so hanebüchen.

Böse Waffen im Privatbesitz?

 Ein typisches Beispiel für eine solche, schwierig zu widerlegende Falschbehauptung ist die, dass von Waffen in Privathaushalten immense Gefahren ausgehen würden. Jeder, der sich gerne von einem fürsorglichen Vater Staat vor allem Unbill beschützt wissen möchte, wird mit Freuden begrüßen, wenn der böse Nachbar keinen Revolver legal in der Besteckschublade seine Küchenbuffets haben darf, mit dem er ihn erschießen könnte. Unter den Tisch fällt dabei zunächst einmal, dass der böse Nachbar – so er überhaupt einer ist – sich ohne weiteres auch illegal eine Waffe besorgen kann und dies auch sicher tun wird, wenn er tatsächlich vorhat, jemanden zu erschießen.

 Was weiterhin unter den Tisch fällt, sind die Statistiken, die zeigen, dass bei uns nur ein verschwindend geringer Teil der Tötungsdelikte mit Schusswaffen mit solchen begangen wird, die aus legalem Besitz stammen. Und was ebenfalls nicht beachtet wird, ist dass überhaupt nur ein geringer Teil der Tötungsdelikte überhaupt mit Schusswaffen egangen wird.

Der so genannte Behördenkonsens...

 Dass ein solches, ignorantes Denken bei weiten Teilen der Bevölkerung herrscht, ist aber im Interesse unseres Staates, denn der ist es, der am besten gar keine, auf jeden Fall aber möglichst wenige Schusswaffen in Bürgerhand wissen möchte. Es gibt den so genannten Behördenkonsens „So wenig Schusswaffen wie möglich im Volk“, nach dem die zuständigen Behörden agieren und es dabei auch nicht immer so ganz genau mit dem geltenden Recht nehmen. Der Hintergrund ist jedoch keineswegs das Bedürfnis, den Bürger vor Gefahren zu schützen.

 Wäre das der Fall, müsste es nämlich auch einen Konsens „So wenig wie möglich Autos unterwegs“ geben. Von diesen gehen weit mehr Gefahren, nicht nur für Leib und Leben des einzelnen, sondern auch für die Umwelt aus als von Schusswaffen. Trotzdem wird das Auto toleriert, die Schusswaffe nicht..

Unter anderem geht es auch um die Aufbewahrung von Munition

 Warum aber? Es gibt hier auch eine scheinbar einfache und logische Antwort: Ein Auto braucht man heutzutage, eine Schusswaffe jedoch nicht. Und damit ist wieder die Forderung nach einer einfachen Antwort erfüllt, der angeblich mündige Bürger zufrieden. In Wirklichkeit ist diese Antwort aber nur ein Deckmäntelchen. Es stecken nämlich ganz andere Dinge hinter der Abscheu des Staatsapparates vor dem privaten Waffenbesitz.

Was ist gegen Waffen im Volk einzuwenden?

 Was aber ist nun der tatsächliche Grund dafür, wenn ein Staat keine Waffen im Volk haben möchte? Dazu sollte man einen peinlichen, gerne verschwiegenen aber nichtsdestotrotz vorhandenen Zusammenhang klar machen: Den nämlich, der besteht zwischen dem Grad der Umsetzung von Demokratie und den Waffengesetzen eines Staates.

 Ob man es anhand der Geschichte oder anhand der aktuellen Situation betrachtet, man wird immer feststellen, dass demokratische Staatsgebilde liberalere Waffengesetze haben und Polizeistaaten restriktive. Oft auch wird bestimmten, diskriminierten Teilen der Bevölkerung der Waffenbesitz verboten: Unfreie Bauern beispielsweise durften im Mittelalter keine Waffen tragen, dies war den Freien und den Adeligen vorbehalten.

 Unser Waffengesetz stammt im wesentlichen aus der Nazizeit. Seinerzeit wurde es vor allem auch dafür verwendet, Juden den Waffenbesitz zu verwehren, wenn dies nicht sogar der Hauptgrund für seine Einführung war. Was die weiteren Schritte gegen jüdische Bürger waren, braucht hier nicht weiter dargelegt zu werden.

 Auch in der DDR hatten die Staatsorgane einen gewaltigen Horror vor dem privaten Waffenbesitz: Jäger mussten ihre Wildschweine mit Flintenlaufgeschossen erlegen, weil dem normalsterblichen Genossen der Besitz einer Waffe mit gezogenem Lauf verboten war. Der Hintergrund ist klar: Von der Gefahr eines Aufstandes einmal abgesehen, vereinfacht sich das Abholen eines Bürgers aus seiner Wohnung doch erheblich, wenn man einigermaßen sicher gehen kann, dass er keine Schusswaffe besitzt. Und schließlich hat der Staat ja auch eine Fürsorgepflicht für seine Diener und muss sie daher vor Risiken schützen.

 Waffenbesitz, Freiheit und Demokratie

 Umgekehrt sagt das viel erwähnte 2nd Ammendement zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika auch genau, warum es jedem Bürger der USA das Recht auf den Besitz von Schusswaffen zugesteht: Damit nämlich ein für eine Demokratie als notwendig angesehenes Gegengewicht zur Staatsgewalt gewährleistet ist. Ein wehrhafter Bürger also, der dem Staat nicht hilflos ausgeliefert ist.

 Komischerweise wird aber genau dieser Passus nicht zuletzt von Leuten geflissentlich verschwiegen, die die USA als Mutterland der Demokratie ansehen.Heute fragen sich viele nicht zu Unrecht, wie weit es eigentlich im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten noch her ist mit Demokratie und Freiheit. Das ändert aber nichts daran, dass die bei der Gründung dieses Landes aufgestellten Grundsätze gut und richtig waren – und es auch heute noch sind.

 

 Unabhängigkeitserklärung 1776: Die USA stehen traditionell für Freiheit und Demokratie...

 Die Grundsätze der amerikanischen Demokratie sind sogar nicht nur gut und richtig, sondern im Prinzip die Grundlage unserer heutigen Vorstellung von Demokratie, Gleichberechtigung und Freiheit. Dass ein wichtiger Teil dieser Grundsätze, dass Recht jedes Bürgers auf den Besitz und das Führen von Waffen hier abgezwackt wird, muss bedenklich stimmen. Zumal dieses Recht auch in seinem eigenen „Heimatland“ – was viele überhaupt nicht wissen – vielerorts schon lange massiv beschnitten wird. Dazu, dass das, was viele behaupten, so überhaupt nicht stimmt, dass nämlich in den USA jeder beliebig Waffen kaufen könne, komme ich aber gleich noch einmal.

 Was man aus der Betrachtung von Herrschaftssystemen und Waffengesetzen entnehmen kann ist also das folgende: Ganz offensichtlich haben Staatssysteme, die ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Volk haben müssen, Angst vor Waffen in diesem Volk. Ob diese Angst im Einzelfalle rational zu begründen ist oder ob hier nur der sprichwörtliche Schuldige vor einem Blätterrauschen erschrickt, tut dabei wenig zur Sache. Fakt jedoch ist, dass sich auch unterdrückerische Maßnahmen wie willkürliche Hausdurchsuchungen und Verhaftungen natürlich wesentlich risikoärmer durchführen lassen, wenn man davon ausgehen kann, das gewöhnliche Bürger nicht im Besitz von Schusswaffen sind.

Fakten zu Schusswaffen und Schusswaffentoten

Bis jetzt haben wir theoretische Überlegungen angestellt, die eigentlich durch praktische Tatsachen leicht zu widerlegen sein müssten. Scheinbar sind sie das auch, denn es wird ja von Waffenbesitzgegnern viel mit „Tatsachen“ argumentiert, die auf den ersten Blick sogar stichhaltig erscheinen.

 Ein beliebtes Argument der Gegner des privaten Waffenbesitzes, ist das, dass es in den USA eine mehrfache Zahl von Schusswaffentoten gibt als bei uns, natürlich auf die Bevölkerungszahl bezogen. Da nun in den USA Schusswaffen frei verkäuflich seien, wären viele Schusswaffentote die unausweichliche Folge einer liberalen Waffengesetzgebung.

 ... wozu aber auch das Recht des Bürgers auf  Waffenbesitz gehört (Winchester Werbung aus der Frühzeit)

 Klingt logisch, ist aber nicht so. Denn hier wird sehr viel und sehr wichtiges verschwiegen. Zum einen ist, wie bereits weiter oben erwähnt, lange nicht überall in den USA der Erwerb und Besitz von Schusswaffen jedermann erlaubt. Es gibt dort kein bundesweites Waffengesetz, sondern Erwerb, Besitz und Führen von Schusswaffen sind auf Basis der einzelnen Bundesstaaten, teilweise sogar noch kleinräumiger geregelt.

 Das ist auch bereits der erste Punkt, an dem sich zeigt, dass die Waffengegner hier mit halben Wahrheiten operieren, die ja bekanntlich ganze Lügen sind: Sieht man sich die amerikanischen Statistiken genauer an und schlüsselt sie nach Staaten auf, zeigt sich bereits, dass die Gleichung „Viele Waffen in legalem Privatbesitz = Hohe Zahl von Schusswaffentoten“ keineswegs aufgeht.

Ist Amerika so schießfreudig? 

 Das Klischee vom schießfreudigen Amerika bestätigt allenfalls der Staat Texas. Hier gibt es in der Tat gleichzeitig viele Schusswaffen in legalem Privatbesitz und viele Schusswaffentote. Damit ist aber auch schon Schluss, denn es gibt sowohl Staaten mit einer sehr hohen Dichte an privat und legal besessenen Schusswaffen und wenig Schusswaffentoten wie etwa Vermont als auch solche mit wenig Waffen in legalem Privatbesitz und vielen Schusswaffentoten wie etwa New York. Mehr darüber findet man auf der Website des Forum Waffenrecht.

 Was sich aus den Statistiken also tatsächlich entnehmen lässt, ist ein Gefälle der Häufigkeit von Schusswaffentoten zwischen Land und Großstadt bzw. Ballungsraum. Da aber gleichzeitig in urbanen Regionen der USA sehr viel weniger legale private Waffen vorhanden sind, können die vielen Tötungsdelikte nur mit illegalen Waffen begangen worden sein. In der Tat rühren sie von der höheren Kriminalitätsrate her und haben nichts mit der Waffengesetzgebung zu tun. Verbrecher richten sich nun einmal nicht nach Waffengesetzen, sondern beschaffen sich ihre Waffen bei Bedarf so oder so. Anders ausgedrückt: Die Mehrzahl der Schusswaffenmorde wird von Leuten begangen, die sich so oder so ein Waffe beschafft hätten bzw. auch nach dem örtlichen Recht gar keine hätten besitzen dürfen.

 Weiterhin ist zu beachten, dass „Schusswaffentote“ nicht nur bei Auseinandersetzungen entstehen. Viele Schusswaffentote sind auch Opfer von Unfällen oder Selbstmörder. Die vielen Unfälle mit Schusswaffen in den USA lassen sich natürlich auf eine zu lasche Waffengesetzgebung zurückführen, sind allerdings kein Grund, den Waffenbesitz zuverlässiger und geeigneter Personen einzuschränken oder gar zu verbieten. Problematisch ist bei den US-Waffengesetzen nämlich, dass zum einen stellenweise wirklich buchstäblich jeder eine Waffe kaufen kann, zum anderen dass ein Waffenkäufer nicht sachkundig sein muss.

Legitime Einschränkungen des Rechtes auf Waffenbesitz

 Der Ausschluss persönlich ungeeigneter Menschen (Vorbestrafte, psychisch Kranke) vom Waffenbesitz ist genauso legitim wie die Pflicht, die notwendige Sachkunde nachzuweisen. Mit Sicherheit würden solche Regelungen in den USA für einen erheblichen Rückgang der Schusswaffentoten sorgen, ohne dass das Recht des mündigen Bürgers auf Schusswaffenbesitz wirklich angetastet würde.

  Im übrigen lassen sich Unfälle mit Schusswaffen zwar einschränken, jedoch niemals ganz vermeiden. Daraus jedoch zu schließen, dass Schusswaffen „böse“ seien, wäre absoluter Blödsinn: So gut wie jeder Gegenstand kann Unfälle verursachen, der eine eher der andere weniger leicht. Viele Sportgeräte, Arbeitsmittel und auch Tiere stellen Risiken dar, die bei ihrem Gebrauch für den Benutzer, aber auch für andere entstehen: Motorräder, Pferde, Flugdrachen, Gleitschirme, Ski, Rodelschlitten, sogar Fußbälle und Modellflugzeuge haben bei ihrem Gebrauch schon schwere und tödliche Unfälle verursacht, bei denen natürlich oft auch Unbeteiligte zu Schaden kamen. Nur Vollidioten jedoch kämen auf die Idee, solche Dinge zu verbieten. Leben ist immer lebensgefährlich und Schusswaffen stellen im Prinzip kein höheres Risiko für den verantwortungsvollen Besitzer und seine Mitmenschen dar, als es die oben genannten Dinge tun.

 Ein anderes scheinbares Problem sind die bereits genannten Selbstmörder. Wo es mehr Waffen gibt, erschießen sich auch mehr Menschen selbst. Das ist aber genauso trivial, wie die Feststellung, dass alle nass werden, wenn es lange regnet. So trivial wie die Feststellung, dass sich vor 1835 in Deutschland niemand umgebracht hat, indem er sich vor einen Zug legte.

 Es ist nämlich irrig, anzunehmen, dass sich jemand erschießt, weil eine Waffe griffbereit ist. Jemand, der sich umbringen will, hat dafür schwerwiegende Gründe und befasst sich oft lange damit. Das zeigen auch die Selbstmordforen und -chats im Internet. Wenn er keine Schusswaffe zur Verfügung hat, greift er eben zu anderen Methoden.

Noch ganz andere Fakten

 Wie man sieht, ist selbst das Paradebeispiel der Waffengegner, die USA wenig stichhaltig. Es gibt aber ein Land, welches von seinen gesellschaftlichen Strukturen und seiner wirtschaftlichen Lage viel eher mit Deutschland zu vergleichen ist: Die Schweiz. Selbstverständlich gibt es auch Bestrebungen, die fast schon vorbildliche Demokratie dieses Landes abzubauen und damit gehen auch Bestrebungen einher, denn Waffenbesitz der Schweizer einzuschränken. Trotzdem kann man anhand der Schweiz immer noch sehr gut zeigen, dass eine hohe Verfügbarkeit von Waffen keinesfalls die Menschen ständig in Todesgefahr schweben lässt.

 Weniger bekannt: Auch die Schweiz (hier ein Blick auf Zürich) verbindet den Gedanken von Freiheit und Demokratie sehr stark mit der Wehrhafitigkeit des Bürgers und seinem recht auf Waffenbesitz (Bild: Nick. PD)

 Die Schweiz weist bereits offiziell eine sehr hohe Waffendichte auf. Nicht nur, dass die Erlaubnis zum Erwerb und sogar zum Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit dort bis vor kurzem sehr leicht zu erlangen war, es werden dort bekanntlich auch die Sturmgewehre – also vollautomatische Waffen – der Wehrpflichtigen zu Hause aufbewahrt werden und zwar keineswegs in Tresoren. Da nun in der Schweiz sehr lange kein Recht auf Wehrdienstverweigerung bestand, war praktisch jeder gesunde Mann Soldat und hat vom Ende seiner aktiven Dienstzeit bis zum Ende der Wehrpflicht sein Gewehr zuhause.

 Früher, zu Zeiten des legendären Karabiners Schmidt-Rubin, durfte die Waffe am Ende der Wehrpflicht behalten werden. Heute muss der Wehrpflichtige sein Sturmgewehr zum Schluss abgeben, erhält aber dafür auf Wunsch eine zivile Version der Waffe geschenkt, damit er weiterhin nicht auf das Schießen verzichten muss.

 Da nun die Meldepflicht für Waffen in der Schweiz auch nicht besonders streng ist, dürfte es zudem eine sehr hohe Dunkelziffer geben, vor allem an ererbten Waffen. Man kann von Schweizern immer wieder einmal hören, dass bei der Oma noch drei Karabiner vom Opa sowie diesem und jenem Onkel im Eck stehen und auch noch ein Revolver in der Schublade liegt. Darüber macht sich in der Schweiz außer ein paar Spinnern niemand Gedanken, Waffen sind einfach da. Es würde übrigens nicht verwundern, wenn in Wirklichkeit nicht die USA, sondern die Schweiz das Land mit der weltweit höchsten Dichte an Waffen im Privatbesitz wäre.

Mord und Totschlag in der Schweiz?

 Und wie sieht es mit der Gefährdung aus? Wie bereits erwähnt, gibt es auch in der Schweiz ein paar seltsame Gemüter, die vor allem in der Aufbewahrung der Militärwaffen zuhause ein Gefahr auszumachen glauben. Deswegen wurde auch von einer Frauenzeitschrift vor einiger Zeit eine Aktion gestartet, deren Ziel es war, eine Volksabstimmung über die Aufbewahrung der Militärwaffen zu erzwingen.

 In der Tat hat es in der Schweiz schon das eine oder andere Mal Familiendramen gegeben, bei denen Menschen mit Militärwaffen erschossen wurden. Jedoch sind sich Kriminologen einig, das solche Beziehungstaten nicht verhinderbar und unabhängig von der Verfügbarkeit einer Schusswaffe sind. Fehlt eine solche wird eben das Küchenmesser genommen oder der berühmte stumpfe Gegenstand aus der Hitparade der Tatwaffen. Einzig der „Erfolg“ von solchen Kurzschlusshandlungen ist bei der Verwendung von Schusswaffen größer als bei anderen Tatwerkzeugen, die Zahl der vollendeten Tötungen gegenüber den Versuchen ist bei Schusswaffen höher als bei anderen Methoden..

 Tatsächlich weist die Schweiz in der Tat einen etwas höheren Anteil von Tötungsdelikten mit Schusswaffen auf. Insgesamt hat Sie aber eine wesentlich geringere Mordrate als das durchaus vergleichbare Deutschland. Während bei uns die Mordrate bei ca. drei Fällen pro 100000 Einwohner liegt, beträgt sie in der Schweiz nur etwas über einen Fall. Damit liegt die Schweiz mit ihrem mit bis zu 35% angegebenem Anteil der Haushalte mit Waffen gleich mit den Niederlanden, wo nur in 1,9% der Haushalte Waffen vorhanden sind.

 Dazu kommt, dass ein Großteil der Tötungsdelikten mit Schusswaffen in der Schweiz von Leuten aus Ländern begangen werden, deren Angehörige nach dem Schweizer Waffengesetz gar keine Waffen erwerben dürfen. Dieser Teil kann daher schon von vorne herein nicht dem legalen Waffenbesitz angelastet werden, da diese Waffen per se illegal im Besitz der Täter waren.

Senkt ein strenges Waffenrecht die Kriminalität?

 Eine weitere Peinlichkeit für die Gegner des privaten Waffenbesitzes ist nicht nur die Tatsache, das nach den Handgun Bans in Großbritannien und Australien in diesen Ländern die Gewaltkriminalität erheblich zugenommen hat, sondern auch in der Schweiz seit der Verschärfung des dortigen Waffenrechtes 1999 eine ähnliche Entwicklung zu beobachten ist.

Weiterhin weist Mexiko, welches ein sehr restriktives Waffengesetz besitzt, eine sechsfach höhere Kriminalitätsrate auf als die benachbarten USA mit ihrem liberalen Waffenrecht. Wo in den USA das verdeckte Tragen (concealed carrying) von Schusswaffen erlaubt wurde, war regelmäßig ein Rückgang der Gewaltkriminalität zu beobachten.

 Und zu guter Letzt: Wenn auch in Deutschland insgesamt fast alle Schusswaffendelikte mit illegal besessenen Waffen begangen werden, ist auch deren Zahl absolut nicht besonders hoch, vor allem, wenn man bedenkt, dass es in Deutschland neben ca. 10 Mio. legalen Handfeuerwaffen noch ca. 20 Mio illegale vorhanden sein sollen. Rechnet man diese Zahl auf die Haushalte um, ergibt sich, dass sogar in Deutschland statistisch gesehen in etwa jedem zweiten Haushalt eine Waffe vorhanden ist und daher de facto also trotz recht restriktivem Waffengesetz eine recht respektable Waffendichte besteht.

Fazit

 Ganz offensichtlich stimmt also weder die Behauptung, dass eine hohe Waffendichte zu einer hohen Kriminalität führt, noch die Wunschvorstellung der Behörden, dass ein restriktives Waffenrecht zu wenig Waffen im Volk führt. Waffen erzeugen keine Kriminalität, sondern verhindern sie eher.

 Das ist übrigens auch leicht als logischer Gedankengang nachzuvollziehen: Waffengesetze können immer nur den legalen Waffenbesitz einschränken bzw. verhindern, nicht jedoch den illegalen. Kriminelle scheren sich aber nicht um Waffengesetze, sondern beschaffen sich eine Waffe, wenn es ihnen opportun erscheint.

 Damit wird der gesetzestreue Bürger in eine dem Kriminellen gegenüber benachteiligte Lage gebracht: Er darf keine Waffe haben, der Verbrecher hat aber eine.Vor allem aber kann der Verbrecher davon ausgehen, dass weder sein potentielles Opfer bewaffnet ist, noch ein anderer bewaffneter Bürger ihm zu Hilfe kommen kann. Das ist der Grund dafür, dass Einschränkungen beim Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit regelmäßig zu einer Zunahme der Kriminalität führen. In den wenigen Fällen, wo das Tragen von Waffen durch Bürger erleichtert wurde hingegen, war eine Abnahme der Kriminalität zu beobachten.

 Die Sicherheit des Bürgers kann also keinesfalls der Grund sein, wenn der Staat den privaten Waffenbesitz einschränkt. Aufgrund der weiter oben bereits gezeigten Zusammenhänge zwischen restriktiven Waffengesetzen und Unrechtsregimes bleibt aber nur ein anderer Grund übrig: Es ist seine eigene Sicherheit und die seiner Erfüllungsgehilfen, die der Staat im Auge hat, wenn er den Bürger entwaffnet.

 Das sollten sich vor allem diejenigen überlegen, die jetzt wieder einmal nach Verschärfungen des Waffenrechts rufen.

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14. März 2009 6 14 /03 /März /2009 12:09

Jagdgegner verbreiten eine Menge Stuss über die Natur im allgemeinen und die Jagd im besonderen. Das lässt sich leicht feststellen, wenn man sich ihre Websites und anderen Veröffentlichungen ansieht und ihre Behauptungen prüft. Hier werden im wesentlichen biologische Tatsachen verdreht, unrichtige oder bestenfalls halbwahre Behauptungen aufgestellt und irgendwelche - zum Glück recht selten, aber eben doch dann und wann vorkommende - Jagdunfälle aufgebauscht und (aus Mangel an aktuellen Vorfällen) monate- oder jahrelang durchgekaut.

Ein skandalöses Bild (für Jagdgegner, so genannte Tierrechtler sowie Gutmenschen, die nicht nachgedacht haben und nicht nachdenken wollen): Da hat doch tatsächlich einer ein liebes Bambi umgebracht, weil er es auffressen will - und freut sich auch noch darüber! (Bild: A.B.)

Was wollen Jagdgegner eigentlich?

 Was in Jagdgegnern genau vorgeht kann man im einzelnen nicht sagen, denn psychiatrische Diagnosen lassen sich aus der Ferne kaum stellen. Der allgemeine Eindruck jedoch legt nahe, dass es sich hier z.B. um Menschen handelt, die aufgrund dessen, wie unsere Gesellschaft mit Natur und Kreatur umgeht, einen Schuldkomplex haben und hier etwas zu kompensieren versuchen. Teilweise kommen diese Leute wohl auch nicht damit klar, dass sie selbst einmal sterben müssen und versuchen daher den Tod zu verdrängen.

  Gemeinsam scheint ihnen jedoch auch eine gewisse Weltfremdheit zu sein: Sie sind der Natur und den normalen Lebensvorgängen entfremdet und verkennen, dass in der Natur nicht das Individuum zählt, sondern nur die Art bzw. die Population. Vor allem soweit sie sich mit den Gegnern des privaten Waffenbesitzes decken, spielt wohl auch eine gewisse Lebensangst eine Rolle. Auch wenn sich Waffengegner manchmal anarchistisch geben, so wollen sie doch von einer äußeren Macht, von Regeln und Gesetzen - keiner soll Waffen, große Hunde etc. besitzen dürfen - gesichert werden. Andere sollen ihre Probleme lösen, der Staat soll sie vor allen Risiken beschützen, dafür sind sie bereit, ihre Freiheit aufzugeben - das Gegenteil von mündigen Bürgern eben.

 

Abstreichende Rebhühner im Feld in früheren Zeiten: Eine derartige, kleinräumig und vielfältig strukturierte Feldmark gibt es heutzutage kaum noch. Das ist aber nicht der alleinige Grund für den Rückgang des Niederwildes. Eine sehr große Rolle spielt dabei auch, dass heutzutage ein effizientes Kurzhalten der Beutegreifer auf legalem Wege kaum mehr möglich ist

 Leider wird diese Haltung in unserer derzeitigen Gesellschaft durch Medien und Gesetzeskultur gefördert, weil ängstliche und unselbständige Menschen leicht regierbar und deswegen erwünscht sind. Die starke Verbreitung einer solchen Geisteshaltung ist wohl der Grund dafür, dass sich auch viele Menschen von den Jagdgegnern aufhetzen lassen, die eigentlich mit Veganismus und Antispeziesismus gar nichts am Hut haben, sondern fröhlich und mit gutem Appetit ihr Ei vom Batteriehuhn und ihr Schnitzel aus dem Schweine-Zuchthaus verputzen.

Ein Beispiel: Die Initiative zur Abschaffung der Jagd

 Gemeinsam ist den Jagdgegnern auch der Schmäh vom "Bruder Tier", ganz unabhängig davon, ob es sich im Einzelfalle um einen religiösen Fanatiker handelt oder um einen Atheisten, der in einer auch die Tiere umfassenden Nächstenliebe wohl eine Art Ersatzgott sucht. Jagdgegner verfolgen ihr Ziel mit sektiererischen Eifer auch wenn - oder gerade weil? - die Resonanz in der breiten Öffentlichkeit dann doch eher gering ausfällt. So hat etwa der Heilbronner Jagdgegner und "Biologe" Kurt Eicher schon mit Kleinanzeigen für die Website seiner "Initiative zur Abschaffung der Jagd" geworben um Besucher dorthin zu ziehen.

 Diese Website stellt eine reichhaltige Sammlung von Scheinargumenten und Hirngespinsten der Jagdgegner dar, welche jedoch allesamt nur auf wenige Grundbehauptungen zurückgehen und leicht widerlegbar sind. Das habe ich übrigens auch in Form eines offenen Briefes an Eicher getan, welcher aber nie beantwortet wurde.

 Wenn man genauer hinsieht, wird man übrigens feststellen, dass Kurt Eicher auf seiner Website auch Literatur aus dem Verlag "Das Brennglas" bewirbt, einem Unternehmen, welches dem Dunstkreis der Sekte "Universelles Leben" (UL) um die "Prophetin" Gabriele Wittek zugeordnet wird.

Der Jagdgegner-Glaubenskrieg

 Diese Sekte wiederum ist der Grund dafür, dass Eicher und Konsorten bei ihren (vordergründigen) Gesinnungsgenossen der atheistischen Spielart keinen Blumentopf mehr gewinnen können und diese sie nicht mehr mit der Zange anfassen würden. Der mit massiven Nebelkerzen und großkalibrigen Kotwerfern ausgetragene Jagdgegner-Glaubenskrieg ist zwar schon ein paar Jahre her, war aber sehr ergötzlich. Außerdem sollte man darüber Bescheid wissen, wenn man die Struktur der heutigen Jagdabschaffenwoller-Szene verstehen möchte.

 

So sieht sie leider meist aus, unsere heutige Agrarsteppe: Um nicht auch noch das letzte Niederwild oppurtunistischen Beutegreifern wie dem Fuchs zum Opfer fallen zu lassen, sollten diese wesentlich schärfer bejagt werden...

 Die atheistischen Jagdgegner der Tierrechtsinitiative "Maqi" machten seinerzeit in den UL-gesteuerten Jagdgegnern eine "Gefahr für die Tierrechtsbewegung" aus und unterstellen der Sekte gar Antisemitismus und Nähe zu brauner Esoterik. Offenbar geben die Jagdabschaffenwoller um Eicher kräftig zurück: Laut dem Maqi-Text, soll Kurt Eicher dem bekannten Tierrechtler Achim Stösser vorgehalten haben, dass er vor Jahren eine Frau vergewaltigt habe:

Achim Stösser, der vor Jahren eine Frau vergewaltigt hat, macht sich natürlich als Vordenker für Euch besonders gut. Ich möchte jetzt aber nicht noch mehrZeit an Mitläufer verschwenden!“

Kurt Eicher (Mail an Andreas Hochhaus, 4. August 2002)

Quelle: Universelle Leben - Eine Gefahr für die Tierrechtsbewegung

 

 Eine hübsch strukturierte und artenreiche Kulturlandschaft möchte man schon haben - aber bitteschön ohne Jäger und Schießgewehr!

 Als die Verbindungen von Eicher & Co. zu UL bekannt wurden, sagten einige Tierrechts-Gruppierungen ihre Teilnahme an einem "Symposium zur Abschaffung der Jagd" im August 2003 ab, wie in einem Artikel auf der WebSite von Wild und Hund zu lesen stand, der leider mittlerweile nicht mehr on ist. Aus diesem Text erfuhr man auch, dass der Nabu die Termine zunächst auf seiner Website veröffentlicht hatte, sich aber von der Eicher-Initiative distanzierte als Presseberichte über deren Verflechtung mit UL erschienen

Gleiche Brüder – verschiedene Kappen

 Obwohl sich die Jagdgegner um Kurt Eicher Spinnefeind mit denen aus der grün-alternativ-vegetarisch-veganen Szene sind, gleichen sich doch die Argumente beider Spielarten - oder besser gesagt, das, was diese Leute als Argumente ausgeben. Ein Beispiel für die atheistischen Jagdgegner ist die Tierrechtsorganisation Maqi des bereits erwähnten Achim Stößer, ein anderes war die bekannte Anti-Jagd-Seite, bei der sich kein Hinweis auf den V.i.S.d.P in Form eines Impressums oder etwas ähnlichem finden ließ. Die Domain war auf einen Detlef Arndt aus Hannover registriert. Mittlerweile hat sie sich ein Webanzeigenvermarkter gekrallt und bewirbt darauf – Jagdreisen und dergleichen. Unrühmliches Ende eines hoffnungsvollen Projektes.

 Jägern, die sich schon länger an Diskussionen im Netz beteiligen, ist der Arndt-Detlev kein unbekannter. Er machte sich vor einigen Jahren in Diskussionsforen nach Kräften lächerlich. Ein von ihm selbst eingerichtetes Bulletin Board  zum Thema "Jagd" auf parsimony.de wurde aufgrund von Beschwerden geschlossen: Er hatte systematisch kritische Beiträge aus dem Forum gelöscht. Anschließend gründete er ein neues Forum bei einem anderen Anbieter. Schreibberechtigung konnte man hier nur erhalten, wenn man sich mit der Kopie eines amtlichen Ausweispapieres anmeldete, so dass Arndt kritische Teilnehmer von vorne herein fernhalten konnte.

Ein Grenzgänger?

 Eine Gestalt aus der man nicht recht schlau wird, ist Dag Fromhold, der schon von beiden Fraktionen der Jagdgegner instrumentalisiert wurde. Er scheint ein besonderes Faible für Füchse zu haben und unterhält eine Website zu diesem Thema, auf der er allerhand wahres, aber auch hanebüchenen Schrott über diese Wildart verbreitet. Zum Beispiel behauptet er, dass Füchse von Natur aus gesellig leben würden, dies aufgrund des Jagddrucks aber bei uns heute nicht mehr täten.

 Das ist ein typisches Beispiel für eine Halbwahrheit. Aus Halbwahrheiten - wenn nicht aus komplettem Unsinn - besteht so ziemlich alles, was von Jagdgegnern gerne verbreitet wird. Wie man in Carl Emil Diezels "Erfahrungen aus dem Gebiete der Niederjagd", einem jagdlichen Standardwerk aus dem 19. Jahrhundert nachlesen kann, lebten Füchse schon damals tatsächlich teilweise gesellig. Der derzeitige Jagddruck kann es jedoch nicht sein, der dieses heute verhindert, denn zu Diezels Zeiten wurden - wie man demselben Buch entnehmen kann - Füchse wesentlich schärfer und rücksichtsloser bejagt als heute.

 Im übrigen operiert er, wie alle Jagdgegner, mit Halb- und Unwahrheiten: In seinem Appell für die Anti-Jagd-Demo in Berlin, auf der bereits erwähnten Website von Kurt Eicher behauptet er z.B.: "In einigen Kantonen der Schweiz wurde die Jagd sogar vollständig abgeschafft mit überaus positiven Folgen für Natur, Tiere und Menschen." Richtig ist vielmehr, dass die Jagd lediglich in dem jagdlich völlig unbedeutenden Mini-Kanton Genf abgeschafft wurde, und man dort jetzt „Umweltaufseher“ zur Regulierung einsetzt, die nichts anderes als (mit Steuergeldern) bezahlte Tierabschießer sind. Tja, so sieht sie halt einmal aus, die von den Jagdabschaffenwollern propagierte ach so tierliebe „Welt ohne Jagd“...

 

Mehr zum Thema Jagdgegner erfährt man übrigens in meinem bekannte und beliebten (kostenlosen) EBook Jagdgegnerbehauptungen - Eine Richtigstellung

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