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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

14. April 2009 2 14 /04 /April /2009 12:04

Jeder weiß, dass bei Jägern nicht nur ständig darüber gestritten wird, welches die beste Patrone und das beste Kaliber sei, sondern auch darüber, ob Swarowski oder Zeiss die besseren Optiken herstellt.

Wieder einmal haben zwei Waidgenossen dieses Thema beim Wickel und der eine glaubt mit der folgenden Behauptung die Diskussion für sich zu entscheiden:

"Gestern habe ich von meinem Hochsitz an der Wetterbuche mit meinem Zeiss-Glas in dein Wohnzimmerfenster geguckt und konnte auf dieses Entfernung zusehen, wie Du es mit deiner Frau auf der Couch getrieben hast!"

"Naja, das mag schon sein", kontert der andere, "hättest du aber ein Swarowski gehabt, hättest Du auch gesehen, dass das gar nicht meine Frau war, sondern deine!"

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Published by Fokko - in Humor
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11. April 2009 6 11 /04 /April /2009 12:17

Um des Wildes habhaft zu werden, setzt der Jäger heutzutage in der Regel eine Schusswaffe ein, ein sogenanntes Jagdgewehr. Man kann zwar auch ohne weiteres mit einem Bogen oder einer Armbrust ein Stück Wild erlegen, doch ist dies in Deutschland verboten. 

Jagdwaffen II
Jagdwaffen III
Jagdwaffen IV
Jagdwaffen V

Einige verschiedene Arten von Jagdgewehren: Der Drilling (ganz unten) mit Einstecklauf, sagt man, ersetzt einen ganzen Waffenschrank, nämlich die drei darüber abgebildeten Waffen (von oben nach unten) großkalibrige Büchse, Flinte und Kleinkaliberbüchse

Arten von Läufen

 Gewehre heißen in der Fachsprache des Waffenrechts "Langwaffen". Es gibt zwei Arten von Jagdgewehren, Büchsen und Flinten. Eine Büchse verschießt Einzelgeschosse, die man auch heute noch als "Kugeln" bezeichnet, obwohl moderne Geschosse nicht mehr kugelrund sind, sondern in aller Regel einen Zylinder mit Spitze darstellen. Eine Flinte hingegen verschießt Schrot, das heißt eine Anzahl von kleinen Bleikugeln, die im Durchmesser sehr viel geringer sind als der Lauf aus dem sie verschossen werden.

 Früher gab es nur eine Art Läufe: Aus Musketen konnte man sowohl Schrot als auch die damals noch üblichen Rundkugeln verschießen. Wenn in jenen Tagen Jäger und Wilderer aufeinander schossen, stopften sie ihre Gewehre oft mit beidem gleichzeitig.

 Heutzutage kann man Waffen nicht nur nach der grundlegenden Einteilung in Flinten und Büchsen unterscheiden, sondern außerdem nach einer Vielzahl von weiteren technischen Merkmalen. Eine Waffe ist auch eine sehr persönliche Sache, denn sie hat eine sehr lange Lebensdauer und begleitet ihren Besitzer oft ein Leben lang.

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Jagdwaffen sind nicht nur sehr oft mit individuellen Verzierungen und/oder technischen Besonderheiten ausgerüstet, sondern eigentlich auch immer mit Erinnerungen, vor allem an Jagderlebnisse, verbunden.

Verschlussbauarten

 Außer in Flinten und Büchsen teilt man Langwaffen auch nach der Bauart Ihres Verschlusses ein. Damit man mit einem Hinterlader schießen kann, muss eine Patrone im Patronenlager sein. Das Patronenlager ist der hintere Teil des Laufes, der so aufgeweitet ist, dass dort eine Patrone eingeführt werden kann. Es entspricht der Form der Patrone, für welche die Waffe eingerichtet ist.

 
Patrone im Patronenlager: Der Stoßboden bildet als wichtigster Teil des Verschlusses den Abschluss des Patronenlagers nach hinten

 Wenn die Waffe schussbereit ist, liegt am Patronenboden der sogenannte Stoßboden an, der Teil des Verschlusses, die Kraft aufnimmt, welche beim Schuss nach hinten wirkt und so verhindert, dass die Patronenhülse aus dem Patronenlager fliegt. Weil sie nicht nach hinten ausweichen kann, bläht der Gasdruck die Patronenhülse auf und drückt ihre Wand fest gegen die Innenseite des Patronenlagers, was als Liderung bezeichnet wird.

Dadurch wird der Lauf nach hinten abgedichtet, so dass die Verbrennungsgase bei der Schussentwicklung nicht nach hinten entweichen können, sondern das Geschoss nach vorne durch den Lauf treiben. Patronenhülse,

Patronenlagerwandung und Stoßboden müssen eine gasdichte Einheit bilden.  Der Verschluss ist nun die Vorrichtung, die es ermöglicht, den Stoßboden von der Rückseite des Patronenlagers zu entfernen um eine abgschossene Hülse zu entnehmen und eine neue Patrone einzuführen. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Konstruktionen, die dies bewerkstelligen.

 

Kipplaufwaffe (Miroku Bockdoppelflinte): Die Waffe wird geöffnet, indem der Lauf nach vorne gekippt wird

Verriegelte und unverriegelte Verschlüsse

 Grundsätzlich unterscheidet man verriegelte und unverriegelte Verschlüsse; bei der ersten Gruppe wird der Verschluss durch eine formschlüssige Verbindung am Aufgehen gehindert, bei der zweiten wird er lediglich währende der Schussentwicklung durch eine Gegenkraft gehalten.

Kipplaufverschluss

  Im Bezug auf Jagdwaffen sind unter den verriegelten Verschlüssen vor allem der Kipplaufverschluss und der Drehverschluss von Bedeutung; Blockverschluss und Stützklappenverschluss spielen auch eine Rolle, kommen aber weniger oft vor. Verriegelte Verschlüsse sind für große Verschlusskräfte geeignet aber mechanisch aufwendiger als unverriegelte. Diese findet man im Bereich der Jagd vor allem in Form von Masseverschlüssen an Selbstladepistolen und kleinkalibrigen Selbstladebüchsen. Beim Masseverschluss hält die Massenträgheit des Verschlussstückes dieses während der Schussentwicklung in der geschlossenen Stellung. Auf diese Weise lassen sich einfache Selbstladewaffen bauen, sofern entsprechend der Art der Waffe keine großen Kräfte beim Schuss auftreten.
Greener-Verschluss an einem Drilling von Sauer&Sohn

  Entstehen bei der Schussabgabe jedoch größere Kräfte, so wie das bei großkalibrigen Langwaffen der Fall ist, benötigt der Verschluss eine Verriegelung. Einzellader können in Kipplaufbauweise ausgeführt werden. Hierbei ist in der Mitte der Waffe ein Gelenk angebracht, um welches der Lauf abgekippt wird, damit sich der Stoßboden vom Patronenlager entfernt. Bei Waffen dieser Bauart ist das sogenannte System, die Mechanik der Waffe, in einem metallenen Mittelstück untergebracht, welches sachgemäß als Basküle bezeichnet wird.

 Vorne an der Basküle befindet sich das Gelenk um welches der Lauf beim Aufkippen schwenkt. Es besteht aus einem Bolzen, der in der Basküle sitzt und aus einem Haken, der am Lauf angebracht ist. An ihrem hinteren Ende ist der Hinterschaft angebracht, das ist dasjenige Teil, welches landläufig auch als "Kolben" bezeichnet wird. Unter dem Lauf sitzt der Vorderschaft, welcher dafür sorgt, dass die Waffe gut in der Hand liegt und man sich diese nicht verbrennt wenn der Lauf heiß ist.

  Der Kipplaufverschluss kommt in ein paar verschiedenen Spielarten vor, welche sich in der Art der Verriegelung unterscheiden. Für Flinten genügt die einfache Laufhakenverriegelung; aufwendiger ist der Greener-Verschluss, bei dem am hinteren Ende des Laufes eine Lasche mit einer Bohrung angebracht ist, die in eine passende Ausnehmung des Stoßbodens fährt wenn der Verschluss geschlossen wird. Dort wird sie durch einen Riegel fixiert, der in die Bohrung eingreift.

Greener- und Kersten-Verschluss

 Den Greener-Verschluss findet man sehr oft bei Drillingen, wo die Lasche zwischen den beiden Schrotläufen angebracht ist. Noch größeren und asymmetrischen Belastungen, wie sie z.B. bei Doppelbüchsen auftreten, hält der Doppelgreener- oder Kersten-Verschluss stand. Er funktioniert im Prinzip genauso wie ein Greener-Verschluss; der Unterschied besteht darin, dass statt nur einer Lasche deren zwei vorhanden sind, welche links und rechts am Lauf angebracht sind. Bedient werden alle diese Varianten heutzutage in aller Regel über einen Verschlusshebel, der auf dem Baskühlenschwanz, also auf der Oberseite des Kolbenhalses sitzt und mit dem Daumen der rechten Hand bewegt wird.

 

Ejektoren einer Miroku-Bockdoppelflinte: Der obere Lauf wurde abgeschossen, hier ist der Ejektor ganz hervorgeschnappt um die leere Hülse auszuwerfen. Anders beim unteren - da hier die Patrone nicht abgefeuert wurde, hat der Ejektor nur als Patronenauszieher gewirkt und die Patrone angehoben, so dass man sie mit der Hand entnehmen kann

Patronenauswurf

 Bei Kipplaufverschlüssen werden die abgeschossenen Patronenhülsen entfernt, indem ein Teil des Patronenlagerrandes als Patronenauszieher wirkt: Ein Segment hiervon fährt beim beim Abkippen des Laufes heraus und hebt die Patronenhülse an, so das man sie entnehmen kann. Aus diesem Grunde haben Patronen für Kipplaufwaffen meist einen Rand, unter den der Patronenauszieher greift. Eine komfortable Form des Patronenausziehers ist der Ejektor, denn man vor allem bei Flinten findet. Solange der betreffende Lauf nicht abgeschossen ist, arbeitet der Ejektor wie ein ganz gewöhnlicher Patronenauszieher und hebt die Patrone lediglich an, damit man sie entnehmen kann. Wurde der Lauf jedoch abgeschossen, springt er durch Federdruck schneller und weiter auf, so dass die leere Hülse nicht nur angehoben, sondern mit Schwung ausgeworfen wird.

 Waffen mit Kipplaufverschluss sind immer Einzellader: Mann muss jede Patrone einzeln von Hand in das Patronenlager einführen. Mehrschüssige Kipplaufwaffen haben daher mehrere Läufe, meist zwei wenn es sich um gleichartige Läufe handelt, bei unterschiedlichen Läufen sind auch drei (Drilling) oder sogar vier (Vierling) zu einem sogenannten Laufbündel zusammengefasst.

Drehverschlüsse

 Die verschiedenen Varianten des Drehverschlusses stellen die zweite sehr verbreitete Art von Verschlussbauarten bei Jagdgewehren dar. Während beim Öffnen eines Kipplaufverschlusses der Stoßboden stehenbleibt und der Lauf mit dem Patronenlager bewegt wird, ist bei einem Drehverschluss der Lauf fest mit dem Rest des Systems verbunden, in der Regel ist er in die Systemhülse eingeschraubt. Der Stoßboden ist Teil der sogenannten Kammer, die in einer Führung nach hinten bewegt werden kann um den Verschluss zu öffnen. Man kann einen solchen Verschluss auch als Kammerverschluss bezeichnen. Der Jäger, zumindest der alpenländische, hat bekanntlich mit drei Kammern zu tun: Die Kammer des Wildes, dass ist die Brusthöhle, die er möglichst treffen soll, die Kammer seines Gewehres und last not least die Kammer, in die er beim Fensterln steigt.

 Arbeitsweise des legendären 98er Systems: I) Kammer geschlossen und verriegelt II) Kammer entriegelt III) Kammer zieht abgeschossene Hülse aus dem Patronenlager IV) Abgeschossene Hülse ausgeworfen, Stoßboden hinter oberster Patrone im Magazin V) Stoßboden schiebt Patrone ins Patronenlager

 Verriegelt wird der Drehverschluss, wie sein Name bereits nahelegt, durch Drehen. Dazu besitzt die Kammer sogenannte Verriegelungswarzen, die in entsprechende Nuten der Systemhülse eingreifen wenn die Kammer nach vorne geschoben ist und zum Verriegeln mit Hilfe des Kammerstengels gedreht wird. Die Nuten sind spiralförmig ausgeführt, so dass die Kammer durch das Drehen nicht nur verriegelt, sondern auch nach Art einer Schraube festgezogen wird und der Stoßboden fest am hinteren Ende des Laufes anliegt.

 Bei dieser Art von Verschluss - wie bei allen, bei denen der Stoßboden nach hinten vom Patronenlager wegbewegt wird - kann die Waffe als Einzel- oder Mehrlader ausgeführt werden. Beim ersten wird bei geöffnetem Verschluss jeweils eine Patrone von oben eingelegt und beim Schließen des Verschlusses in das Patronenlager geschoben. Im zweiten Falle wird die neue Patrone von unten durch Federdruck aus dem Magazin zugeführt.

 Beim Zurückziehen der Kammer wird die leere Patronenhülse bzw. die nicht abgeschossene Patrone von einem Haken am Stoßboden, dem Patronenauszieher, aus dem Patronenlager gezogen und von einem Auswerfer seitlich ausgeworfen. Den ganzen Vorgang - das Herausziehen sowie Auswerfen der leeren Hülse und das Zuführen einer neuen Patrone aus dem Magazin ins Patronenlager - bezeichnet man als Repetieren. Gewehre die auf diese Art arbeiten heißen daher Repetiergewehre oder kurz Repetierer.

Oft kopiert - nie erreicht: Der gute, alte 98er

 Der wohl bekannteste Vertreter der Drehverschlüsse ist der Verschluss des Gewehr/Karabiner 98 von Mauser, in Fachkreisen kurz als "der 98er", "Mauser-System" oder "98er-System" bezeichnet. Millionen Schützen und Jäger in aller Welt schwören auf diese Mechanik, die bereits 1898 eingeführt und dann in riesigen Stückzahlen hergestellt wurde. Die heute verwendeten 98er-Systeme sind in der Regel bereits Jahrzehnte alt und stammen aus Militärwaffen.

 Auch heute noch kann man 98er aus alten Beständen im Originalzustand oder zu Jagdwaffen umgebaut kaufen. Neue Mausersysteme herzustellen wäre, wie es heißt, sehr teuer, da sie aufwendig zu fertigen sind. Zum Glück gibt es - derzeit noch - genug alte Exemplare, so dass man für relativ wenig Geld ein erstklassiges und zuverlässiges Original-Militärgewehr oder auch eine verlässliche Jagdwaffe als treue Begleiterin für ein ganzes Jägerleben erhalten kann. Man erhält auch noch neuwertige Gewehre mit 98er System, die zwar schon vor Jahrzehnten hergestellt aber nie ausgeben wurden.

 Bei Umbauten zu Jagdwaffen sind der Schaft und die anderen bei der Umrüstung auszutauschenden Teile und oft auch der Lauf neu. Da die 98er ursprünglich zwar in riesigen aber eben doch nicht unbegrenzten Stückzahlen vorhanden waren, werden sie irgendwann ausgehen. Wohl dem, der sich bis dahin einen oder mehrere gesichert hat.

Blockverschlüsse 

 Eine gewisse Bedeutung bei Jagdwaffen haben noch die Blockverschlüsse, die bei großkalibrigen Büchsen, Unterhebel- und Vorderschaftrepetierern vorkommen. Hier sitzt ein massiver Stahlblock hinter dem Lauf, dessen dem Patronenlager zugekehrte Seite den Stoßboden bildet. Beim Unterhebelrepetierer (landl. als "Winchester" bezeichnet) handelt es sich dabei zum Beispiel um einen Fallblockverschluss. Der Fallblock wird durch die Repetierbewegung mit dem Unterhebel nach unten weggezogen, so dass zum einen die abgeschossene Hülse nach der Seite ausgeworfen und dann eine neue Patrone aus dem Röhrenmagazin zugeführt werden kann, welches unter dem Lauf liegt.

Der Schlagbolzen

 Im Prinzip sind fast alle Verschlüsse recht einfach aufgebaut. Die Umsetzungen der theoretisch einfachen Funktionsweisen in praktische Lösungen Waffentechnik verkomplizieren sich jedoch dadurch, dass der Verschluss neben seiner eigentlichen Aufgabe, das Patronenlager beim Schuss zu verschließen und beim Laden und Entladen freizugeben, noch den Patronenauszieher oder -werfer und den Schlagbolzen aufnehmen muss.

 Der Schlagbolzen sorgt dafür, dass die Pulverladung, die der Patronenhülse für den Vortrieb des Geschosses zu sorgen hat angezündet wird. Dazu sticht er in das Zündhütchen, welches eine druck- und schlagempfindliche Masse enthält, die sich entzündet, wenn der Schlagbolzen hineinfahrt. Da sich das Zündhütchen bei modernen Patronen im Zentrum des Patronenbodens befindet, muss der Schlagbolzen beim Abdrücken aus dem Stoßboden herausgeschnellt kommen.

 

Die Bedienelemente eines klassischen Drillings (Sauer&Sohn)

 

 Seine Bewegung erhält er durch die Schlagbolzenfeder, welche zuvor gespannt werden muss damit man schießen kann. Dieses Spannen geschieht traditionell beim Öffnen oder - seltener - beim Schließen des Verschlusses. Dies ist jedoch eine gewisse Gefahrenquelle, da sich eine solche Waffe wenn sie geladen und geschlossen ist in schussbereitem Zustand befindet.

(Un-)Sicherungen

Es gibt zwar an jeder Waffe eine Sicherung oder gar deren mehrere, die verhindern sollen, dass eine gespannte Waffe durch versehentliche Berührung des Abzugszüngels oder gar durch Stoß oder Schlag - etwa beim Umfallen - schießt. Kein vernünftiger Mensch traut jedoch einer Sicherung über den Weg. Wer seinen Abenteuerurlaub bei Y-Reisen verlebt hat, weiß nur zu gut: Die berühmt-berüchtigte UZi, die Maschinenpistole der Bundeswehr, besitzt gleich drei Sicherung und schießt trotzdem jedesmal, wenn man sie scharf anschaut.

 Die beste Sicherung ist das Öffnen der Waffe. Wenn man nicht unmittelbar schussbereit sein muss, trägt man die Waffe offen. Auch jedesmal, wenn man eine Waffe in die Hand nimmt, öffnet man sie als allererstes, um zu schauen ob "jemand zuhause ist" - also womöglich eine Patrone im Patronenlager steckt.

Handspanner

 Eine andere gute Lösung besteht darin, die Waffe so zu konstruieren, dass sie nicht schon mit der Verschlussbetätigung gespannt wird, sondern mit einem besonderen Bedienungselement erst unmittelbar vor der Schussabgabe. Solche Waffen heißen "Handspanner", bei ihnen wird die Schlagbolzenfeder in der Regel mit einem Spannschieber auf der Oberseite des Kolbenhalses gespannt, den man kurz vor dem Schuss mit dem Daumen nach vorne schiebt - und wieder zurück um die Waffe wieder zu entspannen, wenn man doch nicht geschossen hat, weil etwa das Wild abgesprungen ist bevor man zu Schusse kam. Da eine solche Konstruktion so beschaffen sein muss, dass der Schlagbolzen im entspannten Zustand das Zündhütchen nicht erreichen kann, ist sie aufwendig und verteuert die Waffe.

Im Gegensatz zu einem Handspanner darf man jedoch eine geladene Waffe mit herkömmlicher Spannung  auf gar keinen Fall wieder entspannen! Wenn die Waffe nicht gar bereits beim Entspannen losgeht, ruht nämlich der Schlagbolzen auf dem Zündhütchen und kann den Schuss beim kleinsten Stoß oder Schlag auslösen! Entspannt wird eine Waffe nur wenn sie entladen ist, und auch nicht um der Sicherheit willen, sondern um die Schlagbolzenfeder zu schonen.

 Auch einen Handspanner sollte man um der Sicherheit willen öffnen, wenn man gerade nicht unmittelbar schussbereit sein muss oder gar in unwegsamen Gelände herumstolpert. Ansonsten ist ein Sicherung um so sicherer - oder besser gesagt: weniger unsicher - je näher sie am Schlagbolzen sitzt. Die beste Sicherung ist also die Schlagbolzensicherung, die den Schlagbolzen daran hindert, abzuschlagen, die unsicherste die reine Abzugssicherung, die lediglich das Abzugszüngel sperrt.

Schloss und Abzug

 Der Mechanismus, der dafür sorgt, dass der Schlagbolzen freigegeben wird sobald man das Abzugszüngel betätigt, wird als Schloss (Mehrzahl: Schlosse) bezeichnet. Der Name kommt wohl daher, dass diese Mechanik oft ähnlich wie ein Türschloss aussieht und wie dieses etwas sperren und freigeben kann. Schlosse im engeren Sinne sind vor allem bei Kipplaufwaffen vorhanden und sitzen dann in komplett in der Basküle. Bei Waffen mit Kammerverschluss etwa sind die Elemente des Schlosses hingegen auf den Systemkasten und die Kammer verteilt.

 Das, was man landläufig den "Abzug" einer Waffe nennt, ist das Abzugszüngel, oft auch kurz nur als Züngel bezeichnet. Wenn man das Züngel mit dem Finger nach hinten bewegt, wir über die Mechanik des Schlosses die Schlagbolzenraste bewegt, so das der Schlagbolzen freigegeben wird und der Schuss bricht.

 Ein wichtiger Parameter eines Abzugs ist das sogenannte Abzugsgewicht, das ist die Kraft, die erforderlich ist, das Züngel soweit zu bewegen, dass der Schuss bricht. Ein zu hohes Abzugsgewicht bewirkt leicht, dass man beim Abdrücken ruckt und den Schuss verreißt. Ein zu niedriges 
Abzugsgewicht ist ein Sicherheitsrisiko, denn in diesem Falle kein sich leicht ein Schuss unbeabsichtigt lösen.

Eine Jagdwaffe aus einem Karabiner: Sowjetischer Karabiner Mosin Nagant Modell 1944 umgebaut zu einer Drückjagdbüchse, darunter das Original

Stecher

 Bei Jagdwaffen kann man das Abzugsgewicht oft mit Hilfe eines Stechers verringern und so die Gefahr des Verreißens vermindern. Durch das Stechen - man sagt auch Einstechen - der Waffe wird der das Abzugszüngel durch Federkraft vorgespannt und springt bei der kleinsten Berührung nach hinten wodurch der Schuss bricht. Gestochen wird eine Waffe erst kurz vor dem Schuss; schießt man dann doch nicht, muss sie sofort wieder entstochen werden.

 Es gibt im wesentlichen zwei Stecherarten: Beim Deutschen Stecher ist ein zweites Züngel zum Einstechen hinter dem Abzugszüngel vorhanden, beim Französischen Stecher wird das Abzugszüngel nach vorne gedrückt, wenn man einstechen will. Abzüge mit Stecher lassen sich übrigens im nicht eingestochenen Zustand wie solche ohne Stecher bedienen.

Abzugscharakteristik

Allerdings entscheidet nicht allein das Abzugsgewicht über die Bedienbarkeit eines Abzuges. Wichtig ist auch die Abzugscharakteristik, die Art und Weise mit der sich der Abzugswiderstand beim Durchziehen steigert. Es gibt Abzüge die vom Anfang Ihres Weges dem Finger einen gewissen Widerstand leisten, der sich mehr und mehr steigert und es gibt Abzüge, die sich zunächst sehr leicht bewegen lassen, dann aber einen deutlichen Druckpunkt aufweisen. Was besser ist, kann man nicht sagen: Die einen kommen mit diesen, andere wieder mit jenen Abzügen besser zurech

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9. April 2009 4 09 /04 /April /2009 14:04

Ich arbeite gerade an einem Text über World of Warcraft. An einer Stelle muss ich dabei beschreiben, wie der Spieler den jeweiligen Lehrer für seine Charakterklasse findet. Eigentlich nichts einfacher als das. Oder doch nicht?

Nicht nur der wackere Zwerg ist verwirt ob soviel weiblicher Schönheit bei einer Lehrkraft: auch der Verfertiger von Texten kann heutzutage in Bedrängnis geraten, wenn sich in seinem Produkt Männlein und Weiblein bunt durcheinander mischen...

 Ich gehe zunächst in aller Unschuld ans Werk. Welchen Inhalt will ich vermitteln? Ordentlicher Satzbau, einfach und verständlich, keine Schachtelsätze. Und packe die Informationen, wo man die guten Leutchen finden kann, also in die folgende Passage:

Deinen Lehrer erkennst Du zunächst am gelben Fragezeichen, welches NPCs markiert, bei denen Du eine Quest abgeben kannst. Wenn Du die Quest abgegeben hast, wird er zu einem ganz normalen Lehrer, den Du jedesmal aufsuchen kannst, wenn Du eine geradzahlige Stufe erreicht hast und er neue Fähigkeiten für Dich bereithält.

 Doch halt - oh Schreck! Es handelt sich nicht nur um Lehrer, sondern es sind auch Lehrerinnen dabei! Ich möchte ja nicht gegen die Political Correctness verstoßen, vor allem da ja in Zeiten von Emazipation und Gleichberechtigung auch die holde Weiblichkeit "Killerspiele" spielt. Speziell Im Fall von World of Warcraft sind das übrigens gar nicht so wenige. Ein erster Erfolg von Gender Mainstreaming?

 Weil also auch die Mädels gerne virtuell Axt und Streitkolben schwingen und daher Anstoß an sexistischer Ausschließlichkeit des Maskulinums nehmen könnten, muss der Satz folgendermaßen lauten:

Deine(n) LehrerIn erkennst Du zunächst am gelben Fragezeichen, welches NPCs markiert, bei denen Du eine Quest abgeben kannst. Wenn Du die Quest abgegeben hast, wird er bzw. sie zu einem/r ganz normalen LehrerIn, den/die Du jedesmal aufsuchen kannst, wenn Du eine geradzahlige Stufe erreicht hast und er/sie neue Fähigkeiten für Dich bereithält.

Tja, so ist das: Alle zu berücksichtigen macht eben mehr Arbeit. Fördert es aber auch die Lesbarkeit? Egal. Denn gerade merke ich, dass ich mich auch in diesem Text bereits wieder an der Gleichberechtigung vergangen habe. Der zweite Satz im Lead dieses Artikels muss nämlich lauten:

An einer Stelle muss ich dabei beschreiben, wie der/die SpielerIn den/die jeweilige(n) LehrerIn für seine/ihre Charakterklasse findet. 

 Oder wäre folgendes besser?

An einer Stelle muss ich dabei beschreiben, wie die SpielerInnen die jeweiligen LehrerInnen für ihre Charakterklassen finden.

 Dann würde auch die fragliche Passage in meinem Text folgendermaßen lauten:

Deine LehrerInnen erkennst Du zunächst am gelben Fragezeichen, welches NPCs markiert, bei denen Du eine Quest abgeben kannst. Wenn Du die Quest abgegeben hast, werden sie zu ganz normalen LehrerInnen, die Du jedesmal aufsuchen kannst, wenn Du eine geradzahlige Stufe erreicht hast und sie neue Fähigkeiten für Dich bereithalten.

 Das Problem dabei ist aber, dass jeder Spieler - pardon - jede(r) SpielerIn entsprechend seiner/ihrer gewählten Charakterklasse ein(e) bestimmte(n) LehrerIn aufzusuchen muss und nicht jede(r) SpielerIn zu jeder/m beliebigen LehrerIn gehen kann. Muss ich also die Präzision der Aussage opfern um politisch korrekt und einigermaßen lesbar zu bleiben?

 Tja, in Zeiten von Gleichberechtigung, Gender Mainstreaming und Political Correctness hat es ein armer Schreiberling halt nicht leicht....

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8. April 2009 3 08 /04 /April /2009 16:06

Die Metallbearbeitung ist gewissermaßen ein Stiefkind des Heimwerkens. Dass mag daran liegen, dass man sie wohl einerseits mit teuren Werkzeugmaschinen, andererseits mit zeit- und kraftaufwändigen Handarbeiten, wie dem berüchtigten Feilen von Flächen in Verbindung bringt. Diese Artikelreihe soll daher zeigen, dass der Umgang mit Metall gar nicht so schlimm ist, sondern man durchaus auch mit einfachen Werkzeugen kleinere Metallarbeiten ausführen kann, die in Haus- und Garten sowie beim Autoschrauben anfallen und man damit so manchen Euro sparen kann.

(Update 02.05.09: Alle Metallbearbeitungsartikel sind ab jetzt auf der Leitseite Metallbearbeitung verlinkt)

Stirnfräsen eines Papiermaschinenteils auf einem Horizontalbohrwerk: Metallbearbeitung wird gerne mit teuren, professionellen Werkzeugmaschinen in Verbindung gebraucht, aber auch mit einfachen Metallwerkzeugen läst sich für den Hausgebrauch so einiges bewerkstelligen

Im vorigen Teil dieser kleinen Reihe über den Umgang mit Metall in der Werkstatt, in Metallbearbeitung für den Hausgebrauch I, ging es um einige grundsätzliche Dinge wie den Werkzeugkauf. Auch der Artikel über Messen, Anreißen und Körnen gehört zu diesem Themenkreis, in dem außerdem einige grundlegende Informationen über das Lesen von technischen Zeichnungen stehen. Darüber hinaus gibt es noch den Artikel über die Winkel an der Werkzeugschneide und ihre Bewegungen, der übrigens auch für Holzbearbeiter interessant sein dürfte.

 Heute geht es nach einigen Worten zur Arbeitssicherheit um zwei relativ grobe Techniken, das Meißeln und dass Sägen. Dass es beim Heimwerken öfter einmal etwas metallenes abzusägen gibt, kann sich jeder ohne weiteres vorstellen. Aber auch der Meißel ist ein erstaunlich vielseitiges Werkzeug, wenn man weiß, wie man mit ihm umzugehen hat.

Arbeitssicherheit

Bereit beim Umgang mit dem Handwerkzeug, mehr aber noch mit Maschinen können Unfälle passieren. Eine Schutzbrille bei Schleifarbeiten sollte daher selbstverständlich sein. Darüberhinaus sollte man darauf achten, daß man Werkstücke zur Bearbeitung gut festspannt und selber immer einen sicheren Stand hat. Beim Arbeiten mit Maschinen dürfen keine losen Kleidungsstücke, Haare usw. herumbaumeln. Gegebenenfalls Ärmel aufkrempeln, lange Haare zusammenbinden und in den Kragen stecken. Auch Ringe, Hals- und vor allem Armketten können bei der Arbeit gefährlich werden und sollten nicht getragen werden.

Meißeln

 Das spanabhebende Meißeln war früher - ehe es Shaping- und später Fräsmaschinen gab - neben dem Feilen ein wichtiges Arbeitsverfahren des Maschinenbauers. Um einen Streifen Material abzumeißeln, reißt man zunächst das gewünschte Maß mit einer kleinen Zugabe zum Glattfeilen an. Dann setzt man den Flachmeißel auf der Stirnseite des Werkstückes ca. 1-3 mm unterhalb der bestehenden Fläche in einem flachen Winkel an und schlägt mit dem Hammer darauf. Wenn sich ein Span zu bilden beginnt, hält man den Meißel steiler und klopft weiter. Steilerstellen des Meißels bewirkt eine Zunahme der Spandicke, Flacherstellen eine Abnahme.

 Allerdings benötig man zu dieser Arbeit nicht nur eine ganz schön Portion Kraft - oder, besser gesagt, Kraftausdauer - sonder nauch einen wirklich stabilen und schweren Schraubstock an einer ebensolchen Werkbank,die ma bestesn noch verankert ist. Außerdem muss man das Werkstück auch wirklich fest einspannen. Andernfalls wird man mit dieser Arbeit nicht glücklich: Die kräfte auf das Werkstück sind immens, so dass es sich im Schraubstock verdrehen will oder man gar die ganze Werkbank verschiebt, wenn nicht alles wirklich stabil ist.

 

Abb. 1: Scherendes Meißeln auf der Schraubstockkante

  Das spanende Meißeln in der beschriebenen Form wird heute kaum noch angewendet, abgesehen davon, dass ich es gerne in meinen Lehrgängen einsetze und vielleicht auch noch andee Ausbilder das tun. Wie das Feilen auch, gibt das spanabhebende Meißeln nämlich einen guten Begriff davon, welche Widerstände der Stahl seiner bearbetung entgegensetzt. "Eisen erzieht!" hieß es nicht zuletzt auch deswegen bei den alten Lehrlingsausbildern.

 Eine andere Meißeltechnik, das scherende Meißeln zum Abschneiden von kleineren Blechstücken ist wesentlich leichter und vor allen DIngen fürden Heimwwerker recht nützlich.. Es ist ganz einfach: Man reißt das gewünschte Maß an und spannt das Blech so in den Schraubstock, daß der Riß genau an der Oberkante der Backen liegt. Jetzt wird, wie in Abbildung 1 gezeigt, auf den Schraubstockbacken entlang gemeißelt.

 Beim Meißeln ist es wichtig, auf die Schneide und nicht auf den Kopf des Meißels zu sehen. Man muss daher den Umgang mit dem Hammer etwas üben, so daß man auch ohne hinzusehen den Meißelkopf und nicht seine Finger trifft. Bei jedem Einsatz des Hammers, also nicht nur beim Meißeln, kommt es darauf an, daß man den Hammer „laufen läßt“, daß heißt die Bewegung aus dem Hand- und nicht, wie man das bei Nichthandwerkern oft sieht, dem Schultergelenk kommen läßt.

Sägen

 Die Metallsäge dient vor allem dazu, Werkstücke auf Länge zu bringen. Die gebräuchliche Form der Metallsäge ist die in der Abbildung 9 gezeigte Bügelsäge. Sie verfügt zum Einspannen des Sägeblattes über zwei sogenannte Kloben. Der eine sitzt auf der Seite mit dem Heft (dem Griff), er ist fest und wird als Heftkloben bezeichnet. Der andere verfügt über einen Gewindebolzen, der von einer Flügelmutter gehalten wird und heißt Spannkloben. Durch Anziehen der Flügelmutter kann das Sägeblatt gespannt werden. Die Zähne der Bügelsäge sind übrigens asymmetrisch, beim Einspannen des Blattes ist darauf zu achten, daß sie nach vorne weisen.

Abb. 2: Sägen mit der Bügelsäge am Schraubstock

Sägeblätter gibt es mit unterschiedlichen Teilungen. Je härter der Werkstoff und je kürzer die Schnittfuge, desto kleiner kann die sogenannte Zahnteilung, der Abstand der Zähne zueinander sein. Das liegt daran, daß die Zwischenräume der Zähne die Späne bis zum Austritt des jeweiligen Zahnes aus dem Werkstück aufnehmen müssen. Bei einem langen Schnitt fallen naturgemäß mehr Späne pro Hub an, genauso wie bei weichen Materialien. Die Angabe der Teilung erfolgt in Zähnen pro Zoll:

Teilung Zähne/Zoll  Anwendungsbereich                                                                                                         
16 (grob) Stahl unter 600 N/mm2 Mindestzugfestigkeit, Kupfer, Aluminium, Kunststoffe, Rund- und Vierkantstäbe aus Baustahl über 40 mm Dicke
22 (mittel) Stahl über 600 N/mm2 Mindestzugfestigkeit, Gußeisen, Rund- und Vierkantstäbe aus Baustahl unter 40 mm Dicke, allgemeiner Werkstattgebrauch
32 (fein)

Hartguss, dünne Bleche und Profile, dünnwandige Rohre

 

 Für unsere Bedürfnisse ist also daß mittelfeine Sägeblatt mit 22 Zähnen pro Zoll am besten geeignet. Wichtig für das einwandfreie Sägen ist ferner, daß das Sägeblatt sich freischneidet, der Schnitt also breiter wird als das Sägeblatt dick ist. Dazu muss es wie in Abbildung 3 dargestellt über geschränkte Zähne verfügen oder in deren Bereich gewellt sein. Wie ganz links zu erkennen ist, würde sich ein Sägeblatt, das nur so breit schneidet wie seine Dicke beträgt durch die Erwärmung beim Sägen festklemmen.

 Der Sägeschnitt wird zunächst angerissen. Einen genauen Sägeschnitt erhält man, wenn man das abzusägende Stück in den Schraubstock einspannt. Dann läßt sich die Säge auch, wie sich das gehört, mit beiden Händen führen. Dazu fassen Rechtshänder das Heft - manche Metall-Bügelsägen besitzen auch einen griffgünstig geformten Handgriff ähnlich dem eines Fuchsschwanzes - mit der rechten Hand und legt die linke vorne auf den Bügel. Dazu stellt man sich, genauso wie beim Feilen weiter unten beschrieben vor den Schraubstock. Damit die Säge sauber anschneiden kann, feilt man zunächst mit der Dreikantfeile oder einer Kante einer anderen Feile eine kleine Kerbe am Beginn des Schnittes ein, in die man das Sägeblatt einsetzt. Die Zähne der Metallsäge sind so geformt, daß sie nur bei der Vorwärtsbewegung in den Werkstoff eindringen. Daher übt man nur beim Vorwärtshub auch Druck auf die Säge aus und zieht sie ohne Kraft zurück.

Abb. 3: Warum Sägeblätter klemmen und wie man das Klemmen vermeidet

 Nicht zu dicke, metallene Werkstücke kann man auch mit der elektrischen Stichsäge sägen. Dafür geeignete Sägeblätter sind im Handel erhältlich. Sinnvollerweise nimmt man zum Kauf ein Muster mit, da es verschiedene Aufnahmen für Sägeblätter gibt. Das Sägen von Metall geht genauso vor sich wie das von Holz, nur daß man mit einem geringeren Vorschub arbeitet.

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7. April 2009 2 07 /04 /April /2009 15:26
 Zwei Tote hat es heute vormittag bei einer Schießerei in Landshut gegeben. Im dortigen Landgericht hat ein 60jähr. Mann laut Polizeiangaben zwei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt.

Blick auf Landshut: Dort erschoss heute im Landgericht ein 60jähr. Mann seine Schwägerin und sich selbst. (Bildquelle: Wikimedia)

 Die Bluttat ereignete sich während eines Gerichtstermins, bei dem es um einen Erbschaftsstreit ging. Mit einem Revolver der Marke Smith & Wesson soll der Täter seine Schwägerin und später sich selbst erschossen haben.
 Bereits jetzt schlägt die Tat hohe Wellen und scheint ein gefundenes Fressen für Politik und Medien zu sein: Obwohl außer dem Täter nur ein Opfer zu beklagen ist, wird bereits überall von einem "Amoklauf" geschrieben und der bayerische Ministerpräsident Seehofer tönte: "Das ist wiederum eine unbegreifbare Tat" und bekräftigte, dass im bayerischen Kabinett nach Ostern über eine Verschärfung der Waffenkontrolle beraten werde: "Mir erscheint nach allen Informationen, die wir in den letzten Wochen gesammelt haben, die Kontrolle des Waffenrechts als ein Schwachpunk..."
 Seehofer kann sich sicher sein, dass er vom populistischen Standpunkt das richtige gesagt hat. Doch wie sieht es mit den Fakten aus?
 Welche Informationen will Seehofer über die Tat in Landshut bereits gesammelt haben, bei der noch nicht einmal bekannt ist, ob die verwendete Waffe aus legalem Privatbesitz stammte?
 Und gehören zu Seehofers "gesammelten Informationen" auch welche über die Bluttat von Hornsen, die mit einer illegal beschafften Waffe begangen wurde - und die in den Medien und bei der Politik (deswegen?) kaum Beachtung fand?
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7. April 2009 2 07 /04 /April /2009 10:38

Artenschutz und Berücksichtigung ökologischer Belange spielen bei Landschaftsgestaltung und Raumplanung glücklicherweise eine immer größere Rolle. Dabei ist es aber nicht nur wichtig, dass bei der Gestaltung unserer Kulturlandschaft Biotope erhalten, verbessert oder gar neu geschaffen werden: Auch die Verbindung zwischen den einzelnen Flächen muss vorhanden sein. In Schleswig-Holstein hat gerade ein Projekt begonnen, bei dem erforscht werden soll, wie man die Vernetzung von Lebensräumen erreichen bzw. verbessern kann.
Wertvolle Biotop allein tun es nicht - sie müssen auch vernetzt werden

Vernetzung tut not

 Unter dem Schlagwort Biotopvernetzung ist dieser Aspekt zum Glück mittlerweile auch Gegenstand der Umweltpolitik geworden. Gerade im dicht besiedelten und erschlossenen Deutschland ist die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege ein besonderes Problem.

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 Die schönsten Biotope nutzen nämlich wenig, wenn zwischen ihnen der genetische Austausch nicht gewährleistet ist. Das gilt im kleinen wie im großen: asphaltierte Feldwege sind für manche Käfer eine unüberwindliche Barriere, genauso wie es Autobahnen für große Säuger sind.
 Die Folgen sind jeweils die gleichen: Da keine Paarung zwischen Individuen aus benachbarten Populationen stattfinden können, ensteht Inzucht und daraus Degeneration. Die Vernetzung von Lebensräumen muss daher sowohl im kleinen, als auch im großen ansetzen: Die Beseitigung kleiner Barrieren Feld und Wald ist genauso wichtig wie etwa Wildbrücken über Autobahnen.

Ein hoffnungsvoller Anfang

 Ein Gebiet, in welchem einerseits wertvolle Biotope vorhanden sind, diese andererseits aber von vielen Verkehrswegen zerschnitten sind, befindet sich in Schleswig-Holstein und zwar zwischen Bad Bramstedt und Bad Segeberg. Ein ideales Feld also um Methoden und Strategien der Biotopvernetzung zu erproben. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV), die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr haben hier jetzt mit ihrer Vorstudie zum Vorhaben "Holsteiner Lebensraumkorridore" begonnen.
 Marita Böttcher vom Bundesamt für Naturschutz meint dazu: "Die Drehscheibe für die landesweite Vernetzung von Lebensräumen liegt hier im Kreis Segeberg. Aber nicht nur die Verbindung von Freiräumen ist wichtig, denn ob sie von heimischen Arten angenommen werden, liegt vor allem an ihrer Qualität."
 Für diese Qualität der Lebensräume soll nun gesorgt werden: bereits 2004 hat das Bundesamt gemeinsam mit dem Deutschen Jagdschutz-Verband eine bundesweite Karte "Lebensraumkorridore für Mensch und Natur" erarbeitet. Mit den Holsteiner Lebensraumkorridoren geht es nun erstmalig in die praktische Umsetzung und Erprobung dieses Konzepts.
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6. April 2009 1 06 /04 /April /2009 12:15

 

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Ökologische Produkte können heute durchaus auch originell oder sogar edel aussehen. Dass dies auch für den Bürobereich gilt, zeigt Kenjano, der Online-Shop für ökologische Bürotechnik. Kenjano achtet nicht nur auf die Umweltfreundlichkeit der Produkte, sondern auch auf fairen Handel und unterstützt darüber hinaus auch soziale Einrichtungen durch Spenden sowie Vergabe von Aufträgen.

 Ablagekästen aus Fichten- bzw. Tannenholz

 Wer etwa sein Büro mit Naturholz eingerichtet hat, findet bei Kenjano die passenden Büroartikel aus diesem Material. Diese sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch ressourcensparend bei der Herstellung und umweltfreundlich weil langlebig und recycelbar.

Aktenordner mit repräsentativer Eschen-Rückfront

 Aktenregale nehmen oft einen großen Teil der Sichtflächen in einem Büro ein. Mit den edlen Echtholzordnern von Kenjano kann man auch diese Flächen mit Holz ansprechend gestalten. Dabei handelt es sich um hochwertige, langlebige Markenordner, deren Rücken mit Eschenholz veredelt ist. Ein besonders pfiffiges Detail ist der an der Rückfront angebrachte Etikettenhalter: Er nimmt ein Etikett mit der Beschriftung auf, so dass die Rückfront nicht beschrieben oder beklebt werden muss und ihr gediegenes Aussehen behält.

 Als Alternative sind die Ordner auch mit einer Rückfront aus robuster Buche erhältlich. Kenjano empfiehlt die repräsentativen Echtholzordner besonders für Empfangshallen und Büros mit Publikumsverkehr.

 Ein weiteres Beispiel sind die hübschen Ablagekästen aus Holz. Formschön und stabil ersetzen sie herkömmlichen Plastik- bzw. Drahtkörbe. Dazu passen auch die anderen Büro-Artikel wie Zettelkästchen und Tesa-Abroller, die es ebenfalls aus Holz gibt.


 Fair gehandelter Holzkugelschreiber im passenden Kästchen aus Indien

 Das Schreibgerät ist auch im Computerzeitalter nicht aus dem Büro verschwunden. Etwas, das man so oft in der Hand hat, wie den Kugelschreiber, darf ruhig gefällig aussehen. Auch hier ist Holz eine erste Wahl: Kenjano bietet einen formschönen Holzkugelschreiber in einem passenden, hübschen Kästchen an, der aus Indien stammt und fair gehandelt wird.


 Kenjano handelt nicht nur ökologisch und fair mit seinen Lieferanten , sondern auch reell gegenüber seinen Kunden: Dafür bürgt das Qualitätssiegel „Trusted Shop", welches Kenjano führen darf.

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4. April 2009 6 04 /04 /April /2009 12:36

 Während der Wolf früher einmal auch in ganz Mitteleuropa ein verbreitetes Tier war, sind seine Bestände „bei uns“, also im deutschsprachigen Raum, derzeit nur gering. Sie befinden sich sowohl in Deutschland, als auch in Österreich und der Schweiz an den Grenzen zu Ländern, die noch etwas größere Populationen haben. Es wird jedoch mit einer Zunahme und weiteren Verbreitung gerechnet, zumal sich gezeigt hat, dass Wölfe durchaus auch in menschlichen Siedlungsräumen überleben können.

Der Wolf ist ein Tier, das den Menschen schon immer stark beschäftigt hat - im guten wie im bösen (Bildquelle: PD)

 Auf den ersten Blick sieht der Wolf aus wie ein stockhaariger Hund ohne besondere Rassemerkmale, was er als Stammvater unseres Haushundes im Prinzip ja auch ist. Es gibt jedoch einige Unterscheidungsmerkmale, da sich der Haushund in den Tausenden von Jahren seiner Domestikation dann doch ein gutes Stück von seinem Vorvater Wolf weg entwickelt hat.

Unterschiede zwischen Wolf und Hund

 Ein solches Merkmal ist etwa, dass zwar der Wolf die auch vom Fuchs bekannte, als Viole bezeichnete Analdrüse besitzt, diese aber beim Haushund fehlt. Es gibt auch Unterscheidungsmerkmale am Knochenbau, insbesondere am Brustkorb und am Schädel.

Der Körperbau eines Hundes gleicht sehr stark dem eines Wolfes; dennoch gibt es Unterschiede

 Wölfe bekommen, wie viele Tiere in Gegenden mit Jahreszeiten, einmal im Jahr Junge, wohingegen Haushündinnen bekanntlich zwei mal im Jahr läufig sind und sich fortpflanzen können. Hunde laufen auch anders als Wölfe: Letztere setzen dabei die Hinterbranten genau in die Trittsiegel der Vorderbranten, was Hunde nicht tun. Außerdem läuft bei einem Rudel Wölfe jedes Tier genau in der Fährte seines Vordermannes, so dass sich z.B. bei Schneelage sehr schlecht sagen lässt, ob eine Fährte von einem einzelnen Exemplar oder einem ganzen Rudel stammt.

 Schließlich unterscheiden sich Hund und Wolf bei aller Ähnlichkeit der „Hardware“ doch erheblich in der „Software“ die darauf läuft: Der Wolf ist ein Wildtier, wohingegen der Hund seine sozialen Fähigkeiten für die Kommunikation mit dem Menschen ausgebaut hat. Dafür hat er aber auch einen Teil der Instinkte verloren, die der Wolf noch besitzt.

Je nach Lebensraum können Wölfe recht unterschiedlich aussehen: Ein skandinavischer... (Bildquelle: Wikimedia

 Auch hat der Wolf ausgeprägte Möglichkeiten, sich mit Hilfe seines Mienenspiels auszudrücken, die dem Hund verloren gegangen sind. Ich stelle mir vor, dass dies der Fall ist, weil wir unsensiblen Menschen einfach nicht in der Lage sind, die Feinheiten eines wölfischen Gesichtsausdruckes zu lesen und sie für den Haushund daher nutzlos sind. Dafür hat canis lupus familiaris aber das Bellen entwickelt, mit dem er uns so einiges sagen kann.

Biologisches

 Ganz offensichtlich muss in dem Genom des Wolfs so einiges an Möglichkeiten stecken: Er tritt in vielen Unterarten auf, die sich zum Teil erheblich im Aussehen voneinander unterscheiden. Sie stellen Anpassungen an die unterschiedlichen Lebensräume dar, die der Wolf innerhalb seines riesigen Verbreitungsgebietes bewohnt, das fast auf der ganzen Nordhalbkugel von der Polarregion bis zum Wüstengürtel reicht.

... und ein arktischer Wolf (Bildquelle: PD)

 Die gleiche genetische Variabilität ist sicher auch die Ursache, dass so viele, ganz unterschiedliche Hunderassen entstehen konnten und immer noch entstehen. Während beim Wolf in der freien Wildbahn wohl nur die Varietäten überleben, die sich für das Leben dort eignen, können beim Haushund auch Formen gezüchtet werden, die in der Natur erheblich im Nachteil gegenüber dem „Standardwolf“ wären und daher wieder verschwinden würden.

 Das dürfte der Grund dafür sein, dass Wölfe bei allen Unterschieden im Aussehen doch immer in etwa „wie Wölfe“ aussehen, Haushunde aber auch schon mal erheblich anders. Dennoch ist auch der „unwölfischste“ Haushund immer noch genetisch kompatibel zu allen anderen Hunderassen und dem Stammvater Wolf.

Körperbau

 Gebaut ist der Wolf, wie bereits erwähnt, im Prinzip so wie ein Hund. Wenn man es näher betrachtet, müsste der ideale Jagdhund eigentlich so aussehen wie ein Wolf, denn dessen Körperbau ist die erprobte Lösung für diese Lebensweise.Was der Mensch an Hunde hingezüchtet hat, erweist sich bei genauem Hinsehen oft genug als Quatsch.

Die Schlappohren unserer Jagdhunde sehen zwar sehr nett aus, sind aber Unfug: Ein Wolf könnte sie nicht gebrauchen

 Ein Beispiel sind die Schlappohren von Jagdhunden, die das Eindringen von Schmutz und Fremdkörpern im Jagdbetrieb verhindern sollen. Hätte man jedoch genauer hingesehen, wäre aufgefallen, dass ein Wolf der gleichen Gefährdung ausgesetzt ist, damit aber absolut keine Probleme hat.

 Im Gegenteil: Die Schlappohren unser Jagdhunde verursachen mehr Probleme als sie verhindern. Abgesehen davon, dass ihnen die Funktion eines Schaltrichters mit Peilmöglichkeit verloren gegangen ist, sind sie die Ursache für ein zu feuchtwarmes Klima im Hundeohr, das allerhand Parasiten und dergleichen begünstigt, deren Auswirkungen wir als „Ohrenzwang“ kennen. Da wollte der Mensch einfach einmal wieder schlauer sein als der Liebe Gott und es ist ihm, wie üblich, gründlich daneben gelungen.

Das Skelett eines Wolfs (Bildquelle: PD)

 Die Körpermaße von canis lupus variieren stark, da er aufgrund seiner großen Verbreitung in ganz unterschiedlichen Klimazonen vorkommt. Dabei folgt er der Bergmannschen Regel, die besagt, dass die Exemplare ein- und derselben Tierart umso größer sind, je kälter es im jeweiligen Habitat ist.

 Die kleinsten Wölfe gibt es im vorderen Orient und auf der arabischen Halbinsel, sie erreichen nur eine Körperlänge von etwa 80 cm plus knapp 30 cm Schwanzlänge und werden etwa 20 kg schwer. Das andere Extrem findet man in den Wäldern des Nordens, in Lettland, Kanada, Alaska und Weißrussland. Hier können die Wölfe bis zu 160, zuzüglich dem Schwanz mit gut 50 cm, lang und 80 kg schwer werden. In Mitteleuropa halten die Wölfe ein Mittelmaß zwischen den Extremen der warmen und kalten Gegenden ein.

Verbreitung von canis lupus früher (rot) und heute (grün) (Bildquelle: PD)

 Auch bei der Färbung der Decke zeigt der Wolf eine große Zahl von Varianten: Es gibt sowohl schwarze als auch weiße und graue Wölfe, sehr verbreitet sind alle möglichen Brauntöne, auch mit Stich ins gelbliche und rötliche sowie cremefarbene Exemplare. Wölfe können einfarbig sein, aber auch allerhand Fellzeichnungen aufweisen.

Sinnesorgane

 Die sprichwörtlich gute Hundenase ist natürlich ein Erbstück vom Urvater Wolf, der sie für seine Art zu Jagen benötigt. Ebenfalls genauso wie der Hund, hat der Wolf ein sehr feines Gehör.

 Viele Leute glauben, dass Hunde sehr schlecht sehen, was aber nicht stimmt. Zumindest sehen Hund und Wolf schon einmal so gut, dass sie sich problemlos schnell bewegen und dabei ihre Beute im Auge behalten können. Darüber hinaus spielt der Augenkontakt beim sozialen Verhalten von Hunden und Wölfen eine Rolle, wozu aber ein einigermaßen scharfes Sehen notwendig ist. Andernfalls könnten Hund und Wolf ja nicht feststellen, ob ein Augenpaar auf sie gereichtet ist.

Wölfe und Haushunde können Blickkontakt herstellen. Wie sollten sie erkennen, dass man sie ansieht, wenn sie nicht in der Lage wären, die Augäpfel scharf genug zu sehen um ihre Blickrichtung festzustellen?

Ernährung und Jagd

 Von seiner systematischen Einordnung her gehört der Wolf als echter Hund natürlich zu den Carnivora, den Raubtieren oder Fleischfressern. Wie bei Hunden typischerweise üblich, nimmt er aber auch Aas und pflanzliche Nahrung auf, so wie man das vom Fuchs ja ebenfalls kennt. Speziell Beeren frisst er zur jeweiligen Saison recht gerne, wohl weil er, wie praktisch alle Säugetiere, gerne Süßes mag.

Jagd im Team: Wölfe rücken einem Bison zu Leibe (Bildquelle: PD)

 Auch Fisch wird nicht verschmäht, wenn er erreichbar ist. In Kanada etwa gibt es Wölfe, die sich zur Lachszeit überwiegend von diesem Fisch ernähren. Trotzdem ist der Wolf ein echter Beutegreifer und jagt. Er nimmt gerne kleinere Tiere, kann aber durchaus auch größere und große erbeuten, vor allem da er im Rudel und mit ausgefeiltem Teamwork jagt.

 Der Wolf verfolgt seine Beute, die er mit der Nase aufspürt und sich an sie anschleicht, meist nur auf kurze Distanzen; längere Verfolgungsjagden sind selten. Vor allem jagt er im Rudel, wobei Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung stattfinden. Wölfe jagen zum Beispiel im Winter Huftiere gerne aufs Eis, wo diese sich mit ihren glatten, harten Hufen wesentlich schlechter bewegen können als die Wölfe mit ihren rauhen, weichen Pfotenballen.

Fortpflanzung

 Von Hunden kennt man es ja, dass sie zweimal im Jahr läufig werden. Wölfe hingegen können sich nur einmal im Jahr fortpflanzen. Die Paarungszeit liegt, wie man das von vielen Tierarten kennt, so, dass der Sommer möglichst gut zur Aufzucht der Jungen ausgenutzt werden kann.

Verschiedene Wölfe: Oben ein recht alter Rüde, in der Mitte ein junger männlicher Wolf und unten einer mit eienr augenmaskenartigen Zeichnung im Gesicht (Bildquelle: PD)

 Über die Tragezeit beim Wolf schwanken die Angaben von 62 bis 75 Tage. In Mitteleuropa ranzen die Wölfinnen im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr und sind dabei etwa 7 Tage aufnahmebereit. Demgemäß kommen die Jungen von März bis Mai zur Welt.

Jungenaufzucht

 Für den Nachwuchs wird rechtzeitig eine passende Höhle gesucht, ausgebaut oder gegebenenfalls auch ganz neu gegraben. Der Mutterschaftsurlaub der Wölfin beginnt schon etwa drei Wochen vor dem freudigen Ereignis, sie verlässt dann nämlich den Bereich ihrer „Wöchnerinnenstation“ nicht mehr.

 Wie man das auch vom Haushund kennt, kommen die Welpen zwar behaart aber sonst noch sehr unentwickelt auf die Welt. In einem Wurf befinden sich von einem bis zu zwölf Welpen, typischerweise sind es vier bis sechs.

 Die Wolfsmutter säugt ihre Welpen etwa sechs bis acht Wochen. Nach knapp zwei Wochen können sie sehen und fangen an zu laufen; nach knapp drei Wochen auch hören. Jetzt verlassen sie auch die Höhle und spielen mit Eltern und größeren Geschwistern. Sie fangen nun an, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie erbetteln sie zunächst von den älteren Wölfen, die sie hervorwürgen. Später nehmen sie dann auch nicht vorgekaute Nahrung zu sich und ersetzen so nach und nach die Muttermilch bis sie vollends entwöhnt sind.

 

Hier hat ein Bär offenbar erheblichen Ärger mit Wölfen (Bildquelle: PD)

Soziales Verhalten

 Wölfe werden viel später geschlechtsreif als Haushunde, nämlich erst mit zwei Jahren. So lange leben sie bei den Eltern. Ein natürliches Wolfsrudel ist nach neueren Erkenntnissen also ganz einfach eine Familie mit Papi, Mami und Kindern. Dabei ist auch ganz klar, dass es keine Rangkämpfe gibt und sich nur die Elterntiere paaren.

 Die Geschichten mit Alpha- und Omegawölfen, Rangkämpfen, fortpflanzungsberechtigten und nicht fortpflanzungsberechtigten Tieren sind Ergebnisse von Forschungen an in Gefangenschaft willkürlich zusammengesperrten Wölfen. Es liegt auf der Hand, dass die dem Wolf angeborenen „Familienregeln“ in einem willkürlich zusammengewürfelten Rudel zu solchen Ergebnissen führen müssen:

 

Die Beobachtungen von ausgeprägten Hierarchien im Rudel stammen aus der Arbeit an in Gefangenschaft zusammengewürfelten Gemeinschaften

 Das stärkste Männchen und das stärkste Weibchen halten sich offenbar für die Eltern und sehen die schwächeren Tiere als ihren Nachwuchs an, der noch keinen Sex zu haben hat. Da diese trotz Geschlechtsreife nicht abwandern können, gibt es eben Reibereien. Die Rangkämpfe sind also offenbar nichts anderes, als die ruppigere Version von elterlichen Disziplinierungsmaßnahmen und dem Verhalten von Geschwistern untereinander.

 Mit dem „Familienmodell“ lässt sich auch leicht erklären, wo die neuen Wolfsrudel herkommen: Sie werden von den Jungtieren gegründet, die mit ihrer Geschlechtsreife das elterliche Rudel verlassen. Selten werden sie Einzelgängern, in der Regel wohl nur, wenn sie keinen Partner finden. Mit der anderen Vorstellung vom Wolfsrudel, bei der auch geschlechtsreife Rüden und Wölfinnen beim Rudel verbleiben, lässt sich nämlich die Neubildung von Rudeln nicht erklären.

Dieser Wolf hat offenbar nicht besonders viel in seinem Rudel zu melden

 Allerdings könnte meiner Ansicht nach das in Gefangenschaft beobachte Verhalten unter bestimmten Umständen auch in der Natur vorkommen: Dann nämlich, wenn kein Platz für die Territorien neuer Rudel vorhanden ist. Wolfsrudel beanspruchen Territorien, deren Größe vom Nahrungsangebot abhängt und die auch gegen Artgenossen verteidigt werden.

 Ist nun kein Platz mehr für neue Rudel da, würde die in Gefangenschaft beobachtete Organisation Sinn machen. Wenn sich beim Rudel verbleibende geschlechtsreife Tiere nicht paaren, verhindert dies ein weiteres Anwachsen der Population. Gleichzeitig können auch keine „Territorialkriege“ stattfinden, die unausweichlich wären, wenn neue Rudel entstünden ohne dass Platz für sie vorhanden ist.

 Wolf und Mensch

 Früher bewertete der Mensch die Tiere seiner Umgebung nach menschlichen Verhaltensmaßstäben. Daher sah man Raubtiere natürlich als etwas böses, gewissermaßen als Verbrecher an. Während Reineke Fuchs eher als eine Art kleiner Ganove galt, war Isegrim der Wolf ein ausgewachsener Kapitalverbrecher.

 Man muss sich dabei vor Augen halten, dass Nahrungsmittel in früheren Zeiten sehr viel knapper und daher ungleich wertvoller waren als heute. Schäden an landwirtschaftlichen Erzeugnissen gingen an die Existenz, brachten das Überleben in Gefahr und ihre Verursacher wurden daher gnadenlos bekämpft.

 Da der Wolf in der Lage ist, auch große Nutztiere zu reißen und auch häufiger vorkam als der Bär, war er natürlich Volksfeind Nummer eins. Dem effizient jagenden und tötenden Wolf wurde gewissermaßen seine Effizienz als „kriminelle Energie“ ausgelegt, zumal er es bei Haustieren ja wesentlich einfacher hat als bei Wildtieren, die besser flüchten können und nicht in so hoher Dichte vorkommen wie Tiere auf einer Weide.

 Diese unglücklichen Umstände bewirkten, dass das ehemals so häufige Raubtier in vielen Gegenden bewusst ausgerottet wurde. In Südeuropa war man wohl etwas toleranter, so dass es in diesem Teil Europas noch mehr Wölfe gibt, genauso wie im Osten, wo wohl die dünnere Besiedlung eine wichtige Rolle für das Überleben des Wolfs spielte.

Ohne Wolf kein Hund. Und was wäre das Leben ohne unseren besten Freund, der stellvertretend für uns arme Arbeitstiere nach Herzenslust faulenzen darf?

 In Märchen und volkstümlichen Geschichten aus Mitteleuropa begegnet uns der Wolf daher immer als Ausbund der äußersten Bosheit und schwerstkrimineller Mordbube. Das wirkt bis in unsere Tage fort: Zeke (auf Deutsch Ede), der Große Böse Wolf aus den bekannten Geschichten von Walt Disney, geht auf den Wolf aus dem Märchen mit den drei kleinen Schweinchen zurück. Er ist ein schlimmer Finger und will die Dickerchen in fast jedem Strip fangen und fressen, was ihm allerdings nie gelingt.

 Maßgeblich beteiligt an dem Überleben der Schweinchen ist meist Edes eigener Sohn Wölfchen, der – oh Schande – mit diesen befreundet ist. Ob man diesen „Generationenkonflikt“ allerdings als Metapher für das sich ändernde Image des Wolfs sehen kann, sei dahingestellt.

 Seit einiger Zeit kann der Wolf durchaus aber auch Sympathieträger sein: Der halbstarke Wolf Lupo aus Rolf Kaukas Fix&Foxi, der in einem halb verfallenen Turm wohnt und in seiner gelben Latzhose auf einem altertümlichen Motorrad daher geknattert kommt, ist zwar ein arger Rüpel, konnte sich aber die Herzen vieler Leser erobern. Er brachte es sogar zu einer eigenen Comic-Zeitschrift, der Lupo Modern.

 In manchen Weltgegenden wurde der Wolf hingegen schon von alters her positiv gesehen. So ist er bei den nordamerikanischen Indianern ein wichtiges Totemtier und genießt hohes Ansehen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass seine Effizienz als Jäger, seine Überlebensfähigkeit und sein Sozialverhalten frühe Jägervölker beeindruckten und sie ihn als Vorbild sahen.

 Zum „Bösen Wolf“ wurde canis lupus sicherlich erst, als der Mensch lernte, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Eine positive Einstellung alter Jägervölker gegenüber dem Wolf könnte durchaus auch einer der Gründe dafür gewesen sein, dass der Mensch ihm erlaubte, an seine Seit zu kommen und zu seinem besten Freund, dem Hund zu werden.

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3. April 2009 5 03 /04 /April /2009 15:56

In einem bayerischen Gebirgsdorf fröhnt der Pfarrer leidenschaftlich dem Waidwerk und das auch noch mit erheblichem Erfolg. Der Gastwirt geht ebenfalls auf die Jagd, allersdings ohne dabei so viel Waidmannsheil zu haben wie der Priester. Eines Tages fasst er sich ein Herz und fragt den geistlichen Herrn nach dem Geheimnis seiner jägerischen Erfolge.

 Der schmunzelt und meint: "Wissen`s Herr Hinterhuber, das ist alles eine Sache der Einstimmung. Wenn man zur Jagd geht, muss mann vorher einem drallen Weibsbild kräftig zwischen die Schenkel fassen. Dann stellt sich das Jagdglück ganz von selbst ein."

Kurz darauf will der Wirt wieder zum Abendansitz und geht dabei durch die Gaststube. Sein strammes Weib ist gerade dabei, die Treppe zum oberen Stock zu putzen. Da fällt ihm der Rat des Pfarrers ein und er greift seiner Frau von hinten herzhaft zwischen die üppigen Schenkel.

Woraufhin die ausruft  "Jo Waidmannsheil! Geht`s wieda amoi auf d`Jagd, Herr Pforra?"

 

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Published by Fokko - in Humor
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1. April 2009 3 01 /04 /April /2009 09:41

Für den Haushalt, besonders fürs eigene Haus und natürlich spziell für Selbstversorger ist es nützlich, wenn man auch ein wenig mit Metall umgehen kann. Eine kleine Metallwerkstatt ist nicht allzu teuer einzurichten und leistet immer wieder gute Dienste - nicht zuletzt, wenn man etwas am Auto macht. Aber auch in Haus und Garten braucht man immer wider einmal ein kleineres Metallteil, wie einen Winkel, einen Haken oder eine Lasche. Daher will ich in nächster Zeit in loser Folge eine Reihe von Artikeln veröffentlich, die sich mit den Grundlagen der Metallbearbeitung befassen und die wichtigsten Arbeiten erklären, die auch mit preisgünstigen Mitteln daheim ausgeführt werden können.

(Update 02.05.09: Alle Metallbearbeitungsartikel sind ab jetzt auf der Leitseite Metallbearbeitung verlinkt)

Eine einfache Metallarbeit: ein Kerzenleuchter aus Blech, wie ihn die Teilnehmer meiner Metall-Lehrgänge als erste Arbeit anfertigen, mit einem Teil der erforderlichen Werkzeuge

Metallbearbeitungsverfahren 

Um aus Metall alle die Gegenstände zu machen, die wir in unserer Welt finden und die uns das Leben erleichtern und verschönen, muss es, nach dem es einmal gewonnen wurde, noch bearbeitet und dadurch in die gewünschte Form gebracht werden. Es gibt eine ganze Reihe von Verfahren, Metalle zu bearbeiten und zu verbinden. Grundsätzlich kann man sich einen Überblick über die verschiedenen Verfahren zur Bearbeitung von Metall machen, wenn man sie zunächst einmal grob systematisiert

Spanlose Verfahren

  • * Urformen: Gießen
    * Umformen: Schmieden, Biegen, Fließpressen usw.
    * Trennen: z,B. Stanzen, Schneiden

Spanabhebende Verfahren

  • * Mit geometrisch bestimmter Schneide: Sägen, Fräsen, Drehen, Bohren usw.
    * Mit geometrisch unbestimmter Schneide: Schleifen, Hohnen

Fügeverfahren

  • * Lösbare Verbindungen: Verschrauben, verstiften etc.
    * Nicht lösbare Verbindungen: Nieten, Schweißen, Löten

Ein Flaschenschraustock, wie ihn Schmiede verwenen: ein unverwüstliches Gerät, das selbst schwere Biegearbeiten klaglos wegsteckt, dafür aber zum Einspannen kleinerer, feiner Werkstücke nicht so gut geeignet ist.

 Sehr verbreitet und vielleicht von vielen Menschen als die typischen Bearbeitungsverfahren der Metalltechnik angesehen sind die spanabhebenden Verformungsmethoden. Aber auch die spanlosen Bearbeitungsverfahren spielen ein wichtige Rolle. Man kann die Bearbeitungsverfahren auch unter dem Gesichtspunkt sehen, ob sie von Hand oder mit Hilfe von Maschinen ausgeführt werden. Da bei den manuellen Metallbearbeitungsverfahren das zu bearbeitende Werkstück in aller Regel in einen Schraubstock eingespannt wird, spricht man auch von den so genannten Schraubstockarbeiten.

Schraubstockarbeiten

 Eine kleine Metallwerkstatt für Schraubstockarbeiten leistet auch im Haushalt gute Dienste und ist auch für jemanden interessant, der nicht beruflich mit Metall zu tun hat. Man führt darin außer dem Bohren und groben Schleifarbeiten mit dem Winkelschleifer vor allem Schraubstockarbeiten aus. Damit kommt man allerdings in vielen Fällen schon recht weit. Da die Metallbearbeitung auch im Heimwerkerbereich von Nutzen ist, soll hier auch kurz auf den Werkzeugkauf eingegangen werden.

Ein stabiler, großer Parallelschraubstock für Mechaniker, Maschinenbauer und dergleichen. Neu ist so etwas recht teuer, man sollte also gucken, dass man ihn irgendwo gebraucht bekommt, wenn man unbedingt gleich so groß einsteigen will.

 Das Bohren gehört zwar eigentlich zu den Maschinenarbeiten, soll jedoch hier bei den Schraubstockarbeiten besprochen werden, da es in der Praxis auch mit diesen zusammen gelehrt wird. Der Winkelschleifer ist zwar eigentlich auch eine Maschine, wird aber wie ein Handwerkzeug geführt und oft auch am Schraubstock eingesetzt.

 Gute Metallbearbeitungswerkzeuge sind nicht ganz billig, aber auch nicht exorbitant teuer. Vor allem kann man sich die einzelnen Werkzeuge nach und nach, wie der Bedarf anfällt, zusammenkaufen und erhält mit der Zeit eine wohlbestückte Werkstatt. Mit den bei den meisten Selbermachern vorhandenen Grundwerkzeugen läßt sich aber auch schon eine Menge anfangen:


  • * Bohrmaschine mit Bohrständer, kleinem Maschinenschraubstock und Spiralbohrern für Metall
    * Winkelschleifer
    * Schleifbock
    * Stichsäge
    * Metallsäge
    * Meißel
    * Hammer
    * Feilen
    * Schraubstock

Eine Handbohrmaschine hat wohl jeder Heimwerker: Für einfache Bohrarbeiten in Metall ist sie notfalls auch geeignet, vor allem, wenn man sie in einen passenden Bohrständer spannt. Frei geführt leistet sie bei Montagerbeiten gute Dienste.
 

Wenn man sich dazu noch die wichtigsten Gewindeschneideisen und -bohrer - meist reichen M 6, M 8 und M 10 aus - anschafft, ist schon fast vollständig ausgerüstet. Es fehlen jetzt lediglich noch Mess- und Anreißwerkzeuge:


  • * Schieblehre (der normgerechte Ausdruck heißt „Messschieber“, sagt aber kein Mensch)
    * Metallmaßstäbchen
    * Anschlagwinkel
    * Reißnadel
    * Körner

Qualität

 Die Werkzeuge, soweit nicht sowieso vorhanden, kauft man sinnvollerweise nicht vom Grabbeltisch im Baumarkt sondern in einem soliden Eisenwarenladen oder einem Fachgeschäft für Industriebedarf. Das ist in Wirklichkeit auch nicht teurer, wobei gerade dort, wo die Profis kaufen, auch bei Einkäufen unter € 100.- oft gute Rabatte herausgehandelt werden können.

Eine Tischbohrmaschine ist für Metallarbeiten eine feine Sache. Hier ein relativ preisgünstiges Exemplar aus dem Baumarkt, welches bei mir aber nichtsdestotrotz schon seit Jahren gut Dienste leistet. Ein solche Maschine ist übrigens auch recht hilfreich, wenn man Löcher in Holz chön rechtwinklig bohren möchte.

 Besonders wichtig ist die Qualität bei Gewindeschneidwerkzeugen. Statt des Komplettsatzes von M 0,5 bis M 20 zum Schleuderpreis kauft man sich zunächst lediglich Gewindebohrersätze und Schneideisen der drei oben angegebenen Größen mit den passenden Schneideisenhaltern und einem Windeisen in wirklich guter Ausführung, was - wenn überhaupt - auch nicht viel mehr kostet.

 Auch beim Schraubstock sollte möglichst nicht gespart werden. Ein guter, stäbiger Parallelschraubstock ist leider nicht billig, hält dafür aber ein Leben lang (und länger). Kauft man ihn neu, muss man einige Hundertmarkscheine dafür auf den Tisch legen. Glück hat derjenige, der ein solches Stück erbt oder geschenkt bekommt.

 Billigere Schraubstöcke aus dem Baumarkt sind manchmal auch nicht schlecht, was man aber auf den ersten Blick nicht erkennen kann. Im Zweifelsfalle riskiert man ein paar Fünfeuroscheine, hebt sich die Rechnung auf und unterzieht den Schraubstock einem Härtetest, indem man z.B. ein ordentliches Flacheisen - natürlich der Größe des Schraubstockes angemessen - darin einspannt und mit dem Hammer biegt. Nach dem Bürgerliche Gesetzbuch muss nämlich ein halbes Jahr Gewährleistung auf alles gegeben werden, was verkauft wird, auch wenn Baumärkte das vielleicht nicht gerne wahrhaben wollen. Überlebt der Schraubstock, ist es gut, wenn nicht marschiert man mit den Bruchstücken zum Verkäufer und verlangt sein Geld zurück.

Eine Dampflok von einer Museumsbahn: Um solche Maschinen in Gang zu halten, muss man sich mit Metallbearbeitung auskennen, denn die Erstzteile gibt es nicht von der Stange. Von den Schraubern eines Museumsbahnvereins kann man daher sicherlich den einen oder anderen wertvollen Tipp zum Umgang mit Metall erhalten, vor allem auch, wenn improvisiert werden muss.

 Ein anständiger Schraubstock sollte auf jeden Fall aus Stahl- oder zu aller mindest aus Temperguss sein und nicht aus Grauguss („Gusseisen“). Das Material muss nämlich enorme Biegekräfte und Schläge wegstecken können, wozu Grauguss aufgrund mangelnder Zähigkeit nicht in der Lage ist. Die Backen müssen auswechselbar, aus gehärtetem Stahl sein und eine Riffelung (Fischhaut) aufweisen. 100 mm Backenbreite sollten es schon sein, wenn man etwas richtiges einspannen will. Feinere Werkstücke schützt beim Einspannen man mit Schutzbacken aus Blech, ganz empfindliche mit solchen aus stärkerem Karton. Wichtig ist auch, daß die Spindel verdeckt ist, damit nicht Späne das Gewinde verschmutzen und kaputt machen.

 Gut für unsere Zwecke ist auch ein Parallelschraubstock, wie ihn Installateure verwenden. Diese Art ist etwas einfacher ausgeführt als die üblichen Mechaniker-Schraubstöcke, hat jedoch unterhalb der Parallelbacken noch ein Prisma zum Einspannen von Rohren. Eine weitere Ausführung ist der Schmiedeschraubstock, der sich dadurch vom Parallelschraubstock unterscheidet, daß bei ihm der bewegliche Backen nicht linear auf einer Führung läuft, sondern schwenkt. Diese Art Schraubstock ist robust und hat ihre Stärken bei schweren Biegearbeiten. Dass liegt daran, daß beim Schmiedeschraubstock keine geradlinigen Führungen vorhanden sind, die unter wuchtigen Hammerschlägen leiden können. Dadurch, daß der bewegliche Backen sich nicht geradlinig, sondern bogenförmig auf den festen zu bewegt, lassen sich kleine und niedrige Werkstücke aber schlechter einspannen.

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