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  • : Blog von Volker Wollny
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  • : Hier gibt's jede Menge Informationen über heikle und weniger heikle, aber immer interessante Themen: Jagd, Waffen, Fischen, Selbermachen, Garten, Geld Sparen, Freizeit, Hobby, Kultur und was sonst noch dazu gehört
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

23. Oktober 2009 5 23 /10 /Oktober /2009 10:28

 Die Ernte ist größtenteils eingebracht und das Gartenjahr neigt sich dem Ende und damit auch schon wieder seinem Neubeginn zu. Jetzt wird es Zeit, diejenigen Beete umzugraben, zu schoren, wie wir im Schwabenland sagen, die nicht mit Dingen für den Winter bestellt sind, wie etwa Ackersalat, Grünkohl oder Winterrettich. Damit steigt man genau genommen schon wieder in das neue Gartenjahr ein, was die leidige Arbeit mit Vorfreude auf das nächste Frühjahr ein wenig versüßen kann.

 Durch das Umgraben wird der Boden nicht nur gelockert, sondern auch stärker dem winterlichen Frost ausgesetzt. Wenn das Wasser in den Schollen gefriert, sprengt es die Erdteilchen auseinander und sorgt für eine feine, krümelige Struktur des Bodens, die so genannte Frostgare. In einem Garten, der schon „läuft“, wird es kaum nötig sein, tiefer als einen Spatenstich tief umzugraben, Holländern oder Rigolen ist eher etwas für komplette Neuanlagen.

   Wenn man Mist einbringen will, ist jetzt die richtige Zeit dafür. Der hat dann nämlichen noch Zeit zu verrotten bevor der Dauerfrost einsetzt. Man breitet ihn einfach vor dem Umgraben auf den Beeten aus. Dadurch wird er schon einmal grob eingearbeitet, das feine Vermischen geschieht dann beim Hacken und rechen im Frühjahr. Auf die gleiche Weise kann man in noch zu schweren Boden Sand einarbeiten, auch wenn dieser natürlich nicht verrotten, sondern sich lediglich gut unter mischen muss.

 Der Nachteil des Umgrabens, das sei nicht verschwiegen, besteht darin, dass man das ganze Bodenleben durcheinander bringt. Man kann sich also auch überlegen, ob es nicht ausreicht, den Boden, anstatt ihn mit dem Spaten zu wenden, einfach nur mit der Grabgabel aufzulockern. Ganz fein ist derjenige heraus, dessen Boden im Sinne einer Permakultur bereits so lebendig geworden ist, dass er sich gewissermaßen selbst umgräbt. Hier wäre jeder Eingriff nur von Schaden. Tja, mit der Natur geht es eben immer leichter als gegen sie...

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20. Oktober 2009 2 20 /10 /Oktober /2009 12:24

David de Rothschild, der für seine spektakulären Umweltaktivitäten bekannte britische Bankierssohn plant ein neues Umwelt-Event. Mit einem Schiff aus leeren Plastikflaschen will er auf die erhebliche Belastung der Umwelt durch Plastikmüll aufmerksam machen. Gleichzeitig zeigt er aber auch, dass sich aus (scheinbarem) Müll weit mehr machen lässt, als man gemeinhin denkt.

Näheres zu dem Projekt finde sich hier auf Spiegel Online. Wir alle benutzen zum Beispiel Wegwerf-Getränkeflaschen aus Plastik und machen uns wohl wenig Gedanken darüber, was aus diesen Dingern wird, wenn wir sie ausgetrunken haben. Die traurige Wahrheit ist, dass weltweit nur ein kleiner Teil der produzierten, benutzten und dann weggeworfenen Kunststoffe recycelt wird. Ein erheblicher Teil davon schwimmt in den Weltmeeren umher und gefährdet unsere Umwelt.

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Bemerkenswert an diesem Projekt ist die Kreativität de Rothschilds. Denn solche hat er nicht nur bei der Frage „Was kann ich tun um auf dieses Umweltproblem aufmerksam zu machen?“ bewiesen, sondern auch im Hinblick darauf, was man aus Müll machen kann.

Leider dürfte dem Boot aus Colaflaschen keine besonders lange Lebensdauer beschieden sein, zumindest, wenn die Flaschen auch in den USA aus dem heute bei uns verwendeten PE bestehen, das sich unter UV-Strahlung zersetzt. Den Weg zum kostengünstigen Traumschiff für den angehenden Segler mit schmalem Geldbeutel weist de Rothschild also leider nicht.

Anregung für den Selbermacher

Was sich der Selbstversorger und Selbermacher aber von ihm abschauen kann, ist der Gedanke, dass man aus Altmaterialien auch neue Dinge machen ohne sie vorher durch einen industriellen Prozess zu schicken. Für die Industrie ist das wohl weniger interessant, denn wer würde ein Produkt kaufen, dem man z.B. ansieht, dass es einmal eine Verpackung war?

Und selbst wenn: Altmaterialien sind sind nicht besonders einheitlich, wohingegen die Industrie auf normierte Ausgangsmaterialien angewiesen ist. Hier ist also Umschmelzen oder sonstiges Aufbereiten angezeigt.

Beim individuellen handwerklichen Arbeiten, also auch beim Heimwerken, kann jedoch so manches anderswo ausgediente Teil zu neuen Ehren gelangen. Und das beschränkt sich nicht nur auf Kunststoffe, die in ihrem Verhalten oft unberechenbar und oft auch auf Zerfall programmiert sind. Holz und Metall liegen oft in Formen vor, die sich direkt weiterverwenden lassen, wenn man sie von eventuellen alten Anstrichen befreit.

Nicht nur Kunststoff

Stahlprofile wie Rohre Flach-, Rund- und U-Eisen, die beim Zerlegen alter Konstruktionen anfallen, müssen nicht erst eingeschmolzen werden, sondern können direkt als Material zum Schlossern und Schmieden dienen. Bretter und Leisten aus alten Massivholzmöbeln müssen nicht ins Feuer wandern, genausowenig wie Balken von Abrisshäusern.

Holz ist nicht billig, hält aber fast unbegrenzt. Wenn man etwa für den Bau eines Schuppens oder einer Laube Balken vom Abriss verwendet, spart man bei den heutigen Holzpreisen so einiges. Und aus alten Möbeln kann man manche Holzarten bekommen, die für den Heimwerker sonst nicht oder nur schwer erhältlich sind: Buche und Eiche etwa gibt es im Handel praktisch nur als Blockbohlen, mit denen man ohne professionelle Maschinen zum Formatsägen und -hobeln nichts anfangen kann. Das Zerlegen alter Möbel ist hier ein für den Heimwerker gangbarer Weg, an solche Hölzer in handlichen Abmessungen zu kommen.

Alte Backsteine

  Aus Abrisshäusern kann man übrigens nicht nur Holz gewinnen: Oft fallen auch Eisen- und andere Metallteile an, vor allem, bei recht alten Häusern aber Backsteine. Früher wurde kein so haltbarer Mörtel verwendet wie heute, so dass beim Abriss alter Häuser massenhaft unbeschädigte Backsteine anfallen. Sie lassen sich aus dem gleichen Grund auch recht leicht von den anhaftenden Mörtelresten beefreien und sind dann universell verwendbar.

Man muss ja nicht nach Art der Powenzbande sein ganzes Haus aus zusammengeklaubten Backsteinen bauen, zumal massives Ziegelmauerwerk den heutigen Ansprüchen an die Wärmedämmung nicht mehr genügt. Für Sichtmauerwerk im Freien, wie z.B. Brüstungen, Treppenwangen oder Grills, sind sie aber ideal. Das spart vor allem auch viel Geld, denn Backsteine sind alles andere als billig.

Allerdings sollte man jedoch immer fragen, bevor man von einer Abrissstelle etwas mitnimmt. Andernfalls wäre das Diebstahl und könnte im schlimmsten Falle - wenn man da Material mit dem Auto abtransportiert - sogar den Führerschein kosten.

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19. Oktober 2009 1 19 /10 /Oktober /2009 09:33

Eine Frau ist bei ihrer Freundin zum Tee eingeladen. Als sie sich an den Tisch setzt, meint sie:

"Oh, was für entzückende Laubsägearbeiten! Hast du die gemacht?"

"Wie? Laubsägearbeiten? Das sind doch meine selbstgebackenen Kekse!"

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16. Oktober 2009 5 16 /10 /Oktober /2009 12:56
(Zählmarke ist eingebaut)

Wenn man wie im ersten Teil dieser Artikelreihe beschrieben herausgefunden hat, ob es an  der Zündung oder dem Kraftstoffsystem liegt, dass das Auto nicht anspringt, kann man daran gehen, den Fehler weiter einzugrenzen. Heute, im zweiten Teil der Artikelreihe über Störungsbehebung am Auto wird es um die Zündanlage gehen.

Zündprobleme

Es steht also fest, dass die Zündung schuld daran ist, dass das Auto nicht anspringen will. Je nachdem, was kaputt ist, kann es mit moderaten Kosten abgehen oder auch teuer werden. Früher war ein solcher Schaden kein Drama, denn die ganze Zündanlage bestand aus relativ billigen Teilen, das teuerste daran war die Zündspule. Heute jedoch gibt es ein statt dem Unterbrecher mit seinem Nocken im Zündverteiler ein elektronisches Steuergerät und einen Totpunktgeber. Trotzdem ist der engagierte Autoschrauber hier nicht gänzlich hilflos. Das, was - wie so manche argwöhnen und damit vielleicht nicht einmal Unrecht haben - die Werkstätten tun, nämlich Module auf Verdacht austauschen kann man auch selbst tun.

Doch so weit sind wir nicht, es kann, wie wir gleich sehen werden, auch der eine oder andere triviale Fehler Schuld an den Zündproblemen sein. Doch bevor es ans tatsächliche Schrauben geht, sollte man zunächst wissen, wie eine Zündanlage funktioniert, und daher soll das hier erläutert werden.

Unterbrecherzündungen

Bild 1: Batteriezündungen mit und ohne Transistor (Bild: Thuringius, PD)

Das Prinzip, nach dem eine Zündanlage funktioniert, macht man sich am besten an der altmodischen Unterbrecherzündung klar. Man findet sie, außer bei älteren Autos, auch noch an älteren Mopeds und Motorrädern und verschiedenen Maschinen, wie etwa Rasenmähern oder Motorhacken. Es ist also kein Fehler, wenn man weiß, wie eine solche Anlage funktioniert. Wenn man das verstanden hat, kommt man auch leicht dahinter, wie eine moderne elektronische Zündung arbeitet. Die ist nämlich noch einfacher zu reparieren als die gute alte Unterbrecherzündung, denn das eigentlich komplizierte daran, das Steuergerät, kann man nicht reparieren, sondern nur austauschen.

Die Unterbrecherzündung, wie sie von Bosch entwickelt und auf den Markt gebracht wurde, funktioniert im Prinzip wie in Bild 1 (A) dargestellt. Die Batterie lässt Strom durch die Primärwicklung (links) der Zündspule fließen und baut dadurch ein Magnetfeld auf, welches auch die Sekundärwicklung (rechts) durchfließt. Zum Zündzeitpunkt wird der Strom durch den Unterbrecher S abgeschaltet. Dadurch bricht das Magnetfeld schlagartig zusammen. Ein zusammenbrechendes Magnetfeld ist jedoch ein sich änderndes Magnetfeld und ein solches kann in einer Spule eine Spannung induzieren. Genau das tut es auch in der Sekundärwicklung  der Zündspule. Da diese sehr viele Windungen hat, ist die Spannung sehr hoch und reicht aus, um an der Zündkerze eine Zündfunken überspringen zu lassen.

Bild 2: Zündspule eines Isuzu UBS 17 (Trooper)

Auch in der Primärwicklung entsteht eine Spannung, die am Unterbrecher einen Funken überspringen lassen würde, das so genannte Öffnungsfeuer. Diese Spannung fängt jedoch der Kondensator C ab, der zum Unterbrecher parallel geschaltet ist, da der Funken die Kontakte des Unterbrechers unnötig verschleißen lassen würde. Funken am Unterbrecher weisen daher übrigens auf einen kaputten Kondensator hin.

In (älteren) Mopedmotoren und anderen kleinen Zweitaktern ist in der Regel eine Variante dieser Zündung eingebaut, die Magnetzündung. Hier ist die Primärwicklung der Zündspule gleichzeitig Generatorwicklung und sitzt innerhalb des Polrades, einem Schwungrad, welches einen Dauermagneten enthält und selbst auf der Kurbelwelle sitzt. Wenn, wie z.B. bei Mopeds, erforderlich, ist in einer solchen Zündanlage noch ein zweite Generatorspule eingebaut, die Strom für die Beleuchtung erzeugt. Diese, früher bei Mopeds übliche Zünd- und Lichtanlage heißt Schwunglichtmagnetzünder.

Bild 3: Zündspule einer Magnetzündung (Foto: Ulfbastel, PD)

Der Unterbrecher wird bei solchen Zündungen zum Zündzeitpunkt durch einen Nocken angehoben, der bei Zweitaktern direkt auf der Kurbelwelle sitzt. Bei Mopedmotoren ist in der Regel die Nabe des Polrades entsprechend ausgebildet. Bei Viertaktern sitzt der Unterbrechernocken auf einer Welle, die sich mit halber Kurbelwellendrehzahl dreht, z.B. auf der Nockenwelle. Bei Viertakt-Mehrzylindermotoren,  wie etwa im Auto, sitzt er typischerweise auf der Verteilerwelle, welche auch den Verteilerfinger trägt, der den Zündstrom jeweils zu einem Kontakt leitet, an dem das Zündkabel desjenigen Zylinders angeschlossen ist, der gerade gezündet werden soll. In diesem Falle sind auf der Verteilerwelle so viele Nocken, wie Zylinder versorgt werden müssen.

Bei einfachen Motoren, wie etwa am Moped oder Rasenmäher, ist der Zündzeitpunkt immer gleich. Bei Automotoren wird er entsprechend der Last und der Drehzahl verstellt, in der Regel sind daher zwei Verstelleinrichtungen am Zündverteiler vorhanden: ein Fliehkraftregler für die Drehzahl- und eine Unterdruckdose für die Lastverstellung. Beide wirken zusammen und passen durch ihre Verstellwirkung den Zündzeitpunkt den unterschiedlichen Drehzahl- und Lastzuständen des Motors an.

Zündzeitpunkt einstellen

Bei Zündanlagen mit Unterbrecher wird der Zündzeitpunkt in der Regel durch Verdrehen der Aufnahme des Unterbrechers zu der Welle eingestellt, die ihn anhebt. Bei Mopedmotoren lässt sich dafür die Grundplatte des Schwunglichtmagnetzünders verdrehen, was aber nur bei stehendem Motor möglich ist. Bei Automotoren mit einer solchen Zündung kann man den Zündverteiler drehen. Da dies auch bei laufendem Motor möglich ist, kann man hier die Zündung mit einer Stroboskoplampe einstellen. Dazu befinden sich Markierungen auf irgendwelchen sichtbaren Teilen oder Anbauten der Kurbelwelle, z.B. auf dem Schwungrad an der Getriebeseite des Motors. Diese Markierung muss nun im Stroboskoplicht bei einer bestimmten Drehzahl und ggf. unter weiteren in der Dokumentation zum jeweiligen Motor vorgegebenen Bedingungen (z.B. abgezogener Unterdruckschlauch am Zündverteiler) mit einer feststehenden Gegenmarkierung übereinstimmen.

Dazu muss jedoch der Unterbrecherabhub stimmen, den man vorher einstellt. Dies geschieht mit einer Fühlerlehre (umgs. "Spion"), einem Satz dünner Federstahlbleche verschiedener, genau definierter Stärken. Wenn z.B 0,25 mm Abhub vorgeschrieben sind, legt man den 0,05er und den 0,2er Streifen aufeinander und stellt den Unterbrecher so ein, dass sich die Streifen bei der größten Öffnung gerade noch zwischen den Kontakten bewegen lassen.

Es gibt auch Geräte, die den so genannten Schließwinkel messen, welcher den Teil der Umdrehung angibt, während dessen der Unterbrecher geschlossen ist. Dazu  muss der Motor aber drehen. Bei Autos geht das meist, wenn man Verteilerkappe und Verteilerfinger abnimmt  und den Motor vom Anlasser durchdrehen lässt, andernfalls muss man justieren, zusammenbauen, starten, Schließwinkel prüfen, stoppen, aufmachen, nachjustieren usw... Bei Automotoren werden meist sowohl der Schließwinkel als auch der Unterbrecherabhub in der Dokumentation angegeben

Transistorzündungen

Eine einfache Transistorzündung sieht man in Bild 1 (B). Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Unterbrecherzündung, nur dass der Stromfluss in der Primärwicklung der Zündspule hier zum Zündzeitpunkt nicht mehr durch den Unterbrecher unterbrochen wird, sondern durch einen Transistor. Dieser wiederum kann im einfachsten Fall seinerseits durch einen Unterbrecher angesteuert werden, der dann nur noch einen sehr kleinen Steuerstrom zu schalten hat und daher nicht oder kaum mehr abbrennt. Außerdem kann bei diesen Anlagen die Primärspannung auch höher sein, sie beträgt etwa 300 V, was das Hantieren an solchen Zündanlagen bei laufendem Motor nicht ganz ungefährlich macht.

Bild 4: Totpunktgeber eines Renault (Matra) Espace mit verrotteter Isolierung. Da die blanken Drähte sich kurzschließen, kann der Sensor kein Signal mehr geben

 

Mit solchen elektronischen Zündanlagen kann man übrigens sehr leicht Motoren nachrüsten, die von Haus aus mit einfachen Unterbrecherzündungen ausgerüstet sind. Wenn eine solche Zündung bereits vom Hersteller vorgesehen ist, kann anstelle des Unterbrechers auch ein kleiner Sensor treten, der den Zündzeitpunkt an der Verteiler- oder Nockenwelle feststellt. Damit hat man ein verschleißanfälliges Bauteil eingespart und den Motor betriebssicherer und wartungsärmer gemacht.

Elektronische Zündungen

Moderne Zündungen gehen noch weiter: Hier wird nicht mehr der Zündzeitpunkt von der Kurbel- oder einer anderen Welle abgenommen, sondern lediglich eine bestimmte Stellung des Motors erkannt - etwa der obere Totpunkt des ersten Zylinders - und an die Zündanlage signalisiert. Dazu dient z.B. ein magnetischer Sensor, der etwa einen kleine Magneten erkennt, der an einer bestimmten Stelle im Schwungrad sitzt.

Da die Elektronik ja auch die Drehzahl kennt, kann sie nun ausrechnen, wann sie jeweils die Zündfunken für die einzelnen Zylinder erzeugen muss. Dabei ist es natürlich kein Problem die Drehzahl und den Unterdruck im Ansaugtrakt mit zu berücksichtigen. Das einzige mechanische Teil an einer solchen Zündanlage ist der Zündverteiler, der aber auch entfallen kann, wenn die Zündanlage eine separate Zündspule für jeden Zylinder besitzt und jeweils zum richtigen Zeitpunkt die Primärströme für die einzelnen Zylinder unterbricht. In diesem Falle werden heutzutage die Zündspulen auch schon in die Einheit Zündkerzenstecker/Zündkabel ausgelagert.

Triviale Fehler

Unabhängig von der Bauart der Zündung gibt es den einen oder anderen trivialen Fehler, der zum Versagen führen kann. Als erstes sollte man daher das Masseband, welches den Motor mit dem Rest des Fahrzeuges elektrisch leitend verbindet, überprüfen. Wenn der Motor durch seine Gummiaufhängung nämlich tatsächlich isoliert ist, kann die Zündung ohne das Masseband nicht funktionieren. Meist tut die Zündung es auch ohne das Masseband, weil die Schrauben der Aufhängung eine leitende Verbindung herstellen, worauf man sich aber nicht verlassen sollte, denn ein hoher Widerstand auf dem Rückweg des Zündstromes ist einem guten Zündfunken und damit der Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit und nicht zuletzt auch der Leistung der Maschine abträglich.

Es lohnt sich auch, zu gucken, ob die Zündanlage etwa mit einer Sicherung abgesichert und diese vielleicht durchgebrannt ist. Ansonsten sieht man sich natürlich zunächst auch alle elektrischen Verbindungen an, die zu und von der Zündung hin bzw. weg führen. Außerdem empfiehlt es sich, mit einer Prüflampe oder dergleichen zu checken, ob die Stromversorgung der Zündung Spannung führt.

Bei Einzylinder-Zweitaktern gibt es auch gerne einmal die berühmt berüchtigte "Brücke"; das ist ein Kohlenstofffaden, der sich zwischen den Zündkerzenelektroden bilden kann und dann dem Zündstrom eine höchst willkommene Alternative zum mühseligen Überspringen als Funke bietet.

Fehler an Unterbrecherzündungen

Unterbrecherzündungen haben ein Menge Teile, die kaputt sein können, was sich aber nicht immer in einem Totalversagen äußert. Wenn gar nichts mehr geht, kann man zunächst einen Blick auf den Verteilerfinger werfen, ob an diesem etwas abgebrochen ist oder eine ähnliche Beschädigung besteht, so dass der Kontakt zu den Zündkabeln nicht mehr hergestellt werden kann.

Bild 5: Flickarbeit mit Powerknete: sieht nicht gut aus, aber funktioniert

Der nächste Kandidat ist natürlich der Unterbrecher: Er kann verschlissen sein, so das er nicht mehr auf oder nicht mehr zu macht. Oder es ist das Käbelchen abgefallen, welches ihm den Strom zuführt. Selbstverständlich macht man auch eine allgemeine Sichtprüfung, ob irgendetwas abgebrochen oder abgefallen ist oder sich gelöst hat.

Wenn an diesen Teilen alles in Ordnung ist, sollte man sich die Zündspule vornehmen. Man kann sie bei einem Bosch-Dienst überprüfen lassen oder, wenn man über ein Messgerät verfügt und die vorgeschriebenen Werte kennt, selbst messen, ob die Widerstände- der Primär- und Sekundärwicklung in Ordnung sind. Allerdings sagt eine solche "Kalt-"Messung nichts darüber aus, ob nicht im Betrieb irgendwo etwas durch- oder überschlägt. Wenn allerdings z.B. gar kein Strom mehr durch eine der Wicklungen geht, ist dies ein klarer Schuldbeweis und man hat den Übeltäter gefunden.

Fehlersuche bei elektronischen Zündungen

Bei elektronischen Zündungen bleiben - außer den trivialen Möglichkeiten - eigentlich nur drei Fehlerursachen: Das Steuergerät ist kaputt (teuer!), die Zündspule hat sich verabschiedet, oder der Totpunktgeber ist der Bösewicht. Letzteren kann man zunächst einer Sichtprüfung unterziehen, wenn er z.B. so aussieht wie der in Bild 4, ist sein Schuld nicht zu leugnen, wie schließlich die in Bild 5 gezeigte Reparatur mit Powerknete bestätigte: Seitdem läuft der Espace meiner Frau wieder einwandfrei.

Wer einer solchen Reparatur nicht auf die Dauer trauen mag, kann damit jedoch zumindest die Probe aufs Exempel machen und weiß dann genau, welches Teil er kaufen muss. Allerdings hält diese Reparatur bei besagtem (und betagtem) Espace bereit wieder seit Tausenden von Kilometern.

Übrigens ist es eine Frechheit, dass sich die Isolierungen dieser Kabel nicht nur auf diese Weise auflösen, sondern das Ganze auch noch so gemacht ist, dass man sie nicht auswechseln kann, weil das Bauteil komplett fest vergossen ist. Zu allem Überfluss ist der Einführungspunkt der Kabel auch noch auf dem Grunde eines tiefen Loches, so dass die Isolation mit Powerknete eine kniffelige Operation war.

Für die Zündspule und den Verteilerfinger (so noch vorhanden) gilt das gleiche wie bei den Unterbrecherzündungen gesagt. Wenn alle diese Dinge in Ordnung sind, kann es eigentlich nur noch das Steuergerät sein, die ärgerlichste, weil teuerste Variante. Bevor man ein neues (oder besser: gebrauchtes) kauft, sollt man jedoch sehen, ob das alte nicht in einer Fachwerkstatt getestet werden kann, denn auch wenn man dem Totpunktgeber nichts ansieht, könnte er (oder die Zündspule) dennoch der Bösewicht sein, denn mit einfachen Mitteln kann auch hier - wie bei der Zündspule - allenfalls ein Schuld- nicht jedoch ein Unschuldsbeweis geführt werden.

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3. Oktober 2009 6 03 /10 /Oktober /2009 16:04

Mittlerweile ist es Herbst geworden. Auch wenn der Oktober durchaus noch mild und freundlich sein kann, merkt man, dass es nicht mehr Sommer ist und zwar nicht nur an den Temperaturen. Die Vegetationsperiode neigt sich dem Ende zu, die Natur bereitet sich auf den Winter vor. Aber gerade das hat seine Reize, gerade jetzt lohnt sich ein Spaziergang mit offenen Augen.


Hecke im Herbst 

Für mich gehören Spätsommer und Herbst unzweifelhaft zu den schönsten Zeiten des Jahres und nicht nur, weil ich ein Jäger bin. Natürlich spielt das Waidwerk dabei auch eine gewichtige Rolle: Einige Wildarten haben jetzt ihre Jagdzeit; wenn man beispielsweise einen Küchenhasen möchte, darf man sich diesen ab dem 1. Oktober schießen, die Enten sind offen und beim Rehwild noch der Bock und schon Kitze und Geißen. Und bald geht es mit den Drückjagden auf Reh und Sau los, womit immer noch nicht Schluss sein wird, wenn der Herbst schon in den Winter übergegangen ist und die Einladungen zum Ansitz auf Geißen und Kitze von denjenigen kommen, die ihren Abschussplan noch nicht beisammen haben.

Der Wald hat im Herbst seinen besonderen Reiz

Aber auch sonst gibt die Natur jetzt viel für die Sinne her. Wenn auch unsere Laubwälder hauptsächlich nur braun statt bunt werden, weil sie zum großen Teil aus Buchen bestehen, gibt es doch jede Menge Herbstlaub. Feldhecken bestehen aus einer bunte Mischung von Gehölzen, von denen viele sich rot oder Gelb verfärben. Ahornalleen bieten mit ihrem leuchtenden Gelb ebenfalls einen prächtigen Anblick und auch in den Gärten ist es jetzt oft recht farbenfroh..

Besonders schön ist es, wenn ein Tag mit Nebel beginnt und dann irgendwann die Sonne heraus kommt. Was vorher nur verhalten in Pastelltönen durch den Nebel schimmerte kommt jetzt leuchtend rot und golden heraus. Egal ob man das auf dem Morgenansitz erlebt oder bei einem zeitigen Spaziergang mit dem Hund – das frühe Aufstehen hat sich allemal gelohnt.

Auch die Jagd gehört zum Herbst...

Doch nicht nur für das Auge gibt die Natur jetzt einiges her. Manches findet man jetzt draußen, das man nicht nur ideell sondern auch physisch mit nach hause nehmen kann: An den Haselnusssträucher sind die Nüsse reif, der Holunder und die Hagebutten ebenfalls, genau wie Äpfel und Birnen. Wenn das Obst von der Hecke zwar auch nichts für die Tafel ist, für das Hutzeltbrot kann man zumindest die Birnen verwenden und vielleicht kann man aus den Schalen von Äpfeln und Birnen auch einen Tee machen?

... genauso wie ein wenig Besinnlichkeit und Melancholie

Auch die Schlehen wären so weit, doch sollten die zunächst noch den ersten Frost abbekommen, damit sie nicht mehr gar so herb sind. Wer es nicht erwarten kann oder fürchtet, dass ihm jemand zuvor kommt, kann sie auch jetzt bereits mitnehmen und die Kältebehandlung der Gefriertruhe daheim überlassen. Natürlich ist auch immer noch Pilzzeit, aber das ist was für Leute, die sich auskennen. Wer da nicht dazugehört, sollte nur unter fachkundiger Anleitung sammeln.

Aber selbst wer gar keine Ambitionen als Jäger und Sammler hat, wird jetzt draußen einiges finden: Eine in der milden Sonne leuchtende oder melancholisch vom Nebel verhangene Landschaft, frische Luft und gesunde Bewegung. Ein Herbstspaziergang lohnt sich also allemal!

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27. September 2009 7 27 /09 /September /2009 17:19

Ein Mann kommt spät abends mit einem Zug auf einem Bahnhof an und hat Aufenthalt bis zum nächsten Morgen. Im einzigen Hotel in Bahnhofsnähe fragt er nach einem Zimmer. Der Nachtportier meint:

"Also das einzige Bett, das wir noch frei haben, ist das zweite in einem Doppelzimmer. Aber in dem bereits belegten Bett schläft ein Neger. Wenn ihnen das nichts ausmacht..."

Dem Mann ist das egal, er nimmt das Zimmer und bittet, morgens rechtzeitig geweckt zu werden. Weil er aber nicht gleich schlafern kann, geht er noch auf einen Drink in die Hotelbar. Der Portier schärft unterdessen dem Etagenkellner ein, den Gast am nächsten Morgen um sechs Uhr zu wecken:

"Und wecken sie auch den richtigen, hören sie! Denn Weißen und nicht den Schwarzen"

In der Bar trift der Mann auf Gesellschaft, kommt in Stimmung und ist schließlich total besoffen. Seine Saufkumpane bringen ihn zu Bett und weil sie Scherzbolde sind, färben sie ihm das Gesicht mit Schuhcreme schwarz ein, damit er zu seinem Bettgenossen passt.

Am anderen Morgen weckt der Etagenkellner den Mann und der rast, noch halb besoffen, zum Bahnhof, ohne vorher groß Toilette zu machen. Im Zug will er das nachholen und geht in den Waschraum. Als er sein Gesicht im Spiegel erblickt ruft er aus:

"Jetzt hat dieser Idiot von Etagenkellner doch tatsächlich den falschen geweckt!"

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26. September 2009 6 26 /09 /September /2009 10:54

Selbst gesammelte Pilze sind etwas feines – Sachkenntnis ist dabei aber wichtig, wenn man sich nicht in Gefahr bringen will

Pilze gibt es zwar das ganze Jahr, aber jetzt im Spätsommer und Herbst ist die größte Vielfalt davon in Wald und Feld zu sehen. Es gibt eine unübersehbare Anzahl von Arten, vom mikroskopisch kleinen Schimmelpilz bis zum fußballgroßen Riesenbovist. Die Wissenschaft von den Pilzen, die sogenannte Mykologie, ist ein noch lange nicht erforschtes, geheimnisvolles Teilgebiet der Biologie. Großpilze, also das, was man sich landläufig unter „richtigen“ Pilzen vorstellt, machen nur einen kleinen Teil des Pilzreiches aus; von den bislang bekannten etwa 100 000 Pilzarten gehören etwa 4 – 5000 zu den in Europa vorkommenden Großpilzen.


Solche Baumpilze sind zwar nicht giftig, aber hart wie Holz. Manche Leute sammeln sie als Dekorationsstücke für Pflanzenarrangements

 Das, was man von einem Pilz im Wald stehen sieht, ist lediglich der Fruchtkörper; das eigentliche Pilzlebewesen ist das so genannte Myzel. Das ist ein feines, wurzelartiges Geflecht, welches das Substrat durchzieht, auf dem der jeweilige Pilz wächst: den Humus des Waldbodens, Blätter oder altes Holz. Der sichtbare Pilzkörper trägt die Sporen, die verbreitet werden sollen, damit der Pilz sich vermehren kann. Das, was wir landläufig als Pilze bezeichnen und sammeln, ist also gewissermaßen die Frucht der eigentlichen Pilzpflanze.

 In ihren jeweiligen Lebensräumen spielen die dort vorkommenden Pilze ein wichtige Rolle. Sie bauen tote organische Materie ab und leben in vielfältigen Wechselbeziehungen mit den Pflanzen und Tieren ihres Ökosystems. Man sollte auch keine Giftpilze zerstören, da auch sie ihren Zweck im Naturhaushalt erfüllen und dazu – wie etwa der Fliegenpilz – oft auch noch hübsch aussehen.


Der hübsche, aber giftige Fliegenpilz dürfte wohl der bekannteste Pilz sein.

 Pilze erinnern in Konsistenz und Geschmack eher an Fleisch als an pflanzliche Nahrungsmittel. Ihr Nährwert ist aber nicht so groß, er entspricht eher dem von nahrhafteren Gemüsesorten, wie z. B. Kohl. An die Nährstoffe kommt der Körper auch nur heran, wenn die Pilze gut gekaut wurden, denn die Verdauungssäfte können die Zellwände des Pilzfleisches nicht auflösen. Das ist auch der Grund, warum Pilze schwer verdaulich sind und nicht dick machen – es sei denn, man bereitet sie mit viel fetten und/oder kohlenhydratreichen Zutaten zu, wie das etwa bei panierten Pilzschnitzeln oder einer leckeren Pilz-Sahnesoße der Fall ist. Unter den vielen Möglichkeiten, Pilze zuzubereiten gibt es aber auch genügend kalorienarme Varianten. Das zarte Aroma von Champignons etwa entfaltet sich besonders gut, wenn man sie nur schwach dünstet, ganz wenig würzt und zu trockenem Toast oder leicht geröstetem Weißbrot genießt.

Ein interessantes Hobby...

 Pilzsammler bekommen nicht nur Bewegung in frischer Luft, sondern erleben den Wald auch viel intensiver als bei einem ganz gewöhnlichen Spaziergang. Geht man nur bei schönem Wetter in den Wald, erfährt man nie, wie herrlich es dort an einem regnerischen Tag aussieht: Alles ist wie frisch gewaschen, das Grün der Pflanzen leuchtet besonders intensiv und überall funkelt es, wenn doch einmal ein Sonnenstrahl durch das Blätterdach bricht. Als Pilzsammler kommt man aber gerade an solchen Tagen hinaus, denn die Pilze brauchen die Feuchtigkeit um zu wachsen.

Das ist einer unserer gefährlichsten Giftpilze: Der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz

 Um Pilze zu finden, muss man genau hinsehen. Dabei entdeckt man ganz nebenbei Dinge, an denen man als reiner Spaziergänger achtlos vorüber gegangen wäre. Da viele Pilze an ganz speziellen, für ihre Art jeweils typischen Stellen wachsen, muss der Pilzsammler einen Blick für die Strukturen des Waldes, für Bäume, Sträucher und Vegetationsformen entwickeln; er trainiert dabei seine Beobachtungsgabe und sein Gespür für die Natur.

 Wird er schließlich fündig und trägt einen Korb voll Pilze für eine leckere Mahlzeit nachhause, ist das ein besonderes Erfolgserlebnis: Wie ein Steinzeitmensch hat er Beute gemacht, die er nun verzehren kann. Mancher passionierte Pilzsammler spricht daher auch scherzhaft von der „Pilzjagd“, bei der er, ähnlich wie ein richtiger Jäger, die Natur kennen und deuten können muss, um seiner Beute habhaft zu werden.

... aber nicht ungefährlich

 Allerdings ist das Pilze sammeln nicht ganz einfach. Fehler haben hier nicht, wie bei anderen Hobbys, lediglich Misserfolg und Frustration zur Folge, sondern können tödlich sein! Dummerweise haben viele gute Speisepilze giftige Doppelgänger. „Patentrezepte“ zum pauschalen Erkennen giftiger Pilze, wie anlaufende Silberlöffel, die Verfärbung einer mitgekochten Zwiebel und ähnliches sind gefährlicher Unsinn. Auch Farbe, Geruch oder Geschmack sagen nichts über die Giftigkeit eines Pilzes aus. Manche guten Speisepilze sehen „giftig“ aus, andererseits berichten überlebende Pilzvergiftungsopfer, dass die verhängnisvolle Mahlzeit durchaus wohlschmeckend war.

 Das heimtückische an den wirklich gefährlichen Giftpilzen, wie etwa dem Grünen Knollenblätterpilz, ist, dass sie erst viele Stunden nach dem Genuss zu wirken beginnen, wenn das Gift bereits aus dem Verdauungstrakt in das Blut übergegangen ist. Den Rekord hält hier der Orangefuchsige Hautkopf, dessen Gift seine Wirkung oft erst zwei oder gar drei Wochen nach dem Verzehr entfaltet. Die weniger gefährlichen Giftpilze wirken wesentlich schneller und der Körper kann sich selbst helfen, indem er das Gift auf natürlichem Wege hinausbefördert. Trotzdem sollte auch in solchen Fällen besser ein Arzt aufgesucht werden, denn mit Pilzvergiftungen ist nicht zu spaßen.


Auch die Stinkmorchel ist ein Giftpilz, aber kaum jemand würde sie freiwillig essen

 Der einzige Weg, Giftpilze zu vermeiden, ist, die Arten, die man sammelt und ihre eventuellen giftigen Doppelgänger genau zu kennen. Bücher sind hier hilfreich, aber sie reichen nicht aus. Das Aussehen von Pilzen kann mit Faktoren wie Alter, Standort und Witterung so stark variieren, dass Abbildungen und Beschreibungen nicht viel helfen, wenn einem die Pilze nicht von jemandem gezeigt werden, der sie kennt.

Sachkundiger Rat ist unersetzlich

  Am besten ist der dran, der bei einem erfahrenen Pilzkenner in die Lehre gehen darf. Leider geben diese Leute ihr Wissen oft nur ungern weiter, weil sie ihren Schülern dazu ja zumindest einen Teil ihrer eifersüchtig gehüteten Jagdgründe zeigen müssten. Zum Glück gibt es aber doch einige Koryphäen, die offenbar so viele und gute Stellen kennen, dass sie die ein paar davon im Rahmen von pilzkundlichen Führungen und Seminaren verraten können. Solche Führungen werden jedes Jahr von Volkshochschulen, Wandervereinen und ähnlichen Organisationen angeboten, so dass auch derjenige Zugang zur Pilzkunde finden kann, der mit keinem Pilzkenner so eng befreundet ist, das er ihn in seine Reviere mitnimmt. Bei solchen Veranstaltungen lernt der angehende Pilzsammler auch, wie er die Pilze sachgemäß erntet, transportiert und aufbewahrt, damit er keinen Schaden am Myzel anrichtet und sich nicht mit an sich essbaren Pilzen vergiftet, die durch unsachgemäße Behandlung verdorben sind.

Der Violette Schleierling ist zwar nicht giftig, soll aber nicht besonders schmecken. Außerdem kann er mit dem giftigen Lila Dickfuß verwechselt werden

 Wenn man nach einigen geführten Exkursionen seine ersten Versuche auf eigene Faust macht, sollte man sich zunächst auf wenige, markante Arten beschränken. Für den Anfänger eignen sich vor allem Röhrenpilze, da unter diesen keine bei uns vorkommende, tödlich giftige Art bekannt ist und man auf den Verzehr der ungenießbaren Arten freiwillig verzichtet, weil sie, wie etwa der Gallenröhrling, schauderhaft schmecken. Andererseits gehören aber auch exzellente Speisepilze zu dieser Gruppe, wie etwa der Steinpilz und der Maronenröhrling. Am besten ist es, wenn man seine Beute bei einer Pilzberatungsstelle vorlegt bevor man sie verwertet.

 Leider haben Pilze die Eigenart, Umweltgifte und sogar Radioaktivität anzureichern. Man sollte daher nicht zu viel davon essen. Gelegentliche Pilzmahlzeiten werden aber nicht schaden, auch wenn es in der Saison einmal etwas mehr wird. Die meisten Menschen werden kaum die nötige Zeit und auch nicht das Sammlerglück haben, so große Mengen an Pilzen heim zu schleppen, dass sie wirklich bedenkliche Mengen der angereicherten Umweltgifte zu sich nehmen können.

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22. September 2009 2 22 /09 /September /2009 17:19

Nächsten Sonntag ist Wahl und Nichtwählen ist keine Lösung. Wer verständlicherweise keine der etablierten Parteien wählen will, sollte trotzdem hingehen und eben einer der kleinen und ungewöhnlichen Parteien seine Stimme geben: Graue Panther, Piraten oder was es da alles gibt: Es ist wirklich für jeden was dabei.

 Auch wenn es keine davon in den Reichstag schafft, ein insgesamt hoher Stimmenanteil der "Sonstigen" ist ein Signal und schmälert die Legitimation derjenigen, die es an die Regierung schaffen. Das lässt sich leicht rechnerisch zeigen.

 Wenn die Wahlbeteilung nur 50% ist, weil die andere Hälfte deswegen daheim bleibt, weil sie seit 1998 erkannt hat, dass die üblichen Regierungswechsel nichts bringen, kann die so "gewählte" Regierung jederzeit behaupten, dass sie von der Mehrheit der Wähler gewählt wurde, zumindest wenn der Anteil der "Sonstigen" einigermaßen vernachlässigbar ist.

 Geht aber ein erheblicher Teil der Unzufriedenen dennoch zur Wahl und wählt aus Protest irgend eine kleine Partei, sinkt der prozentuale Anteil der Etablierten an den Stimmen. Wenn dann z.B. 30% auf die "Sonstigen" entfallen, davon aber keine einzelne Partei über 5% kommt, verteilen sich zunächst die Sitze im Reichstag genauso wie wenn die Protestwähler nicht gewählt hätten, denn die 30% "Sonstige" haben darauf keinen Einfluss. Und regieren wird natürlich  derjenige, der mehr als die Hälfte der Abgeordneten hinter sich hat.

 Was die neue Regierung dann aber nicht mehr unbedingt hinter sich hat, ist die Mehrheit der Wähler, denn über die Sitzverteilung und damit die Mehrheit im Parlament haben nur die 70% entschieden, welche für die Parteine gestimmt haben, die es über die 5%-Hürde geschafft haben. Und etwas über 50% der Abgeordneten, die Merhhait also,  repräsentieren dann eben nur etwas mehr als 35% der Wählerstimmen, also lediglich ein gutes Drittel.

 In diesem Falle könnte man jederzeit darauf hinweisen, dass die Regeirung gegen fast zwei Drittel der Wähler regiert und ihr so die demokratische Legitimation absprechen. Das ändert zwar juristisch nichts, aber moralisch: Bei jeder Entscheidung kann man in diesem Falle mit Fug und Recht sagen, dass sie gegen den Wählerwillen getroffen wurde.

 Und wenn nun durch ein solches Protestwahlverhalten doch die eine oder andere der kleinen Parteien den Sprung ins Parlament schafft? Das wäre erst recht kein Schaden, denn das würde zumindest für frischen Wind sorgen und den jeweiligen Parteien eine Plattform und die Möglichkeit verschaffen, den Etablierten wenigsten den einen oder anderen Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Also liebe bisherige Nichtwähler: Ihr habt es in der Hand, wenigsten für etwas Ärger und vielleicht soagr für frischen Wind im ehrwürdigen Reichstagsgebäude zu sorgen! Ist das nicht die kleine Mühe wert, mal den Hintern aus dem Sessel zu heben bzw. beim Sonntagsspaziergang im Wahllokal vorbeizuschauen?

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20. September 2009 7 20 /09 /September /2009 11:22

Wieder einmal waren die Medien voll von Geschrei über einen „Amoklauf“, als diese Woche in der mittelfränkischen Stadt Ansbach ein junger Mann ausgerastet war und mit Messern, Mollies und einem Beil bewaffnet seine Schule stürmte. Und wieder einmal sollte man sich die Frage stellen, warum junge Männer so etwas tun.

 Zum Glück gab es diesmal keine Toten und die einzigen Kugeln, die flogen, kamen aus der Maschinenpistole eines Polizisten. Da auch der Attentäter überlebte – hoffen wir, dass das so bleibt, denn es ist schade um jeden Menschen, auch um „Amokläufer“ – werden wir vielleicht diesmal erfahren, was in einem jungen Menschen vorgeht, der so etwas tut.

Die peinliche Frage nach dem Warum

Allerdings nur vielleicht. Wenn dieser junge Mann etwas sagt, was nicht ins Bild von „Waffennarren“ und „Killerspielern“ passt, denke ich mal, dass das in den Mainstream-Medien unter den Tisch gekehrt oder bestenfalls am Rande erwähnt wird. Hauptsächlich werden sich die „Berichte“ wieder um die „Killerspiele“ drehen, die er gezockt hat, um Horror- und Actionfilme, die er sich angeguckt hat und um die Bilder, die an seinen Wänden hingen.

 Die ernsthafte und ehrliche Frage nach dem Warum, die ich seinerzeit nach dem Shooting von Winnenden auf meinem Blog gestellt und beleuchtet habe, wird kein Politiker stellen und auch die Journalisten bestenfalls im Stillen, nicht aber öffentlich. Denn wenn man diese Frage nach dem Warum stellen würde, müsste man auch die Antworten zulassen, die ein System in Frage stellen, das für diejenigen wunderbar arbeitet, die es geschaffen haben bzw. davon profitieren und das die Masse seiner Opfer offensichtlich noch nicht durchschaut oder aber resigniert hat. Daher wird man den Sündenbock auch wieder bei „Killerspielen“, Filmen und angeblich versagenden Eltern suchen, und nicht bei einem System, dass Kindern und Jugendlichen keine wirklich verlockenden Perspektiven bietet.

Was lässt sich ändern?

 Was aber kann man als einzelner tun? Vor allem wird sich diese Frage demjenigen stellen, der selbst Kinder hat und Angst, dass diese auch an einem schönen Tag so etwas tun. Oder sich „einfach nur“ still und leise umbringen, ohne dabei einen großen Knall zu erzeugen und andere „mitzunehmen“. Denn die so genannten „Amokläufe“ sind nichts anderes als das, was Fachleute als erweiterte Selbstmorde bezeichnen und damit eben in erste Linie Selbstmorde. Aus Verzweiflung über eine System, dass ihnen kein Chance bietet, keine Perspektive, nur immer Leistung fordert, nie nach den Bedürfnissen des Menschen fragt.

 Was aber kann man als einzelner tun? Die Antwort ist einfach: Selbst sinnvoll leben! Bei allen Problemen, aller Volksverdummung und aller Gängelung ist nicht abzustreiten, dass wir als einfache „kleine Leute“ mehr Materielles und vor allem mehr Möglichkeiten und mehr Freiheit haben als wir es je seit dem verschwinden der Basisdemokratie der alten Germanen und der Einführung von Herrschaftssystemen hatten.

 Wenn ein Höriger oder Leibeigener in alten Zeiten mit seinem Los nicht zufrieden war, blieb ihm lediglich die Möglichkeit ein Gesetzloser, ein Wilderer, ein See- oder Straßenräuber, ein Boarisch Hiasl, Störtebeker oder Schinderhannes zu werden, bestenfalls ein Vagant oder Gaukler oder ein Landsknecht. Wohl nur wenige „Aussteiger“ schafften es in den alten Tagen, nicht frühzeitig am Galgen oder im Kampf zu sterben und es vielleicht sogar zu wenigstens zeitweiligem Wohlstand zu bringen und alt zu werden wie etwa der legendäre Karl Stülpner aus dem Erzgebirge.

Selbst denken, selbst sinnvoll leben!

 Heute ist das um einiges besser geworden: Aussteiger liegen fast schon im Trend. Selbst wenn man um des lieben Geldes Willen für fremde Leute arbeiten muss, bzw. sich nicht entschließen kann, damit radikal aufzuhören, hat man genügend Freiräume um innerlich aus dem System von Verblödung und Ausbeutung auszusteigen, sein eigenes Ding zu machen. Anstatt sich aus Bequemlichkeit dem Konsum hinzugeben, kann man heute so viel eigenständiges in seiner Freizeit tun und zwar auch mit wenig Geld.

Spaß an der Freizeitbeschäftigung hängt nicht an teuren Sportgeräten, Clubmitgliedschaften oder Kursen. Man braucht nicht die neueste Kamera, die kostspieligste Angelausrüstung oder ein Fahrrad für 10 000 Euro. Vieles kann man mit einfachen und preisgünstigen Mitteln tun und mehr Spaß dabei haben als so mancher, der viel Geld in seine Ausrüstung investiert hat. Man muss nur selbst denken, selbst leben, sich nicht von anderen leben und von ihnen für sich denken lassen.

 Auch die Gängelung lässt sich zum Glück großenteils noch unterlaufen. Man muss nicht kaufen, was die Werbung einem verkaufen will. Man muss nicht glauben, was einem erzählt wird. man muss sich nicht nur aus etablieten Quellen informieren. Das Internet bietet nicht nur politische Informationen, die in den Mainstream-Medien verschwiegen werden, sondern alle Arten von Wissen. Solches, das viele interessiert wie Dinge über Kochen, Bücher oder Fahrräder und solches über ungewöhnliche Interessengebiete wie Feldbahnen oder Dampfmaschinen.

Eigenverantwortung ist entscheidend

Natürlich muss man selbst prüfen, denn da ja jeder im Netz publizieren kann, findet sich dort auch viel Mist. Wenn man aber selbst und eigenständig zu denken in der Lage ist, kann man vergleichen, Plausibilität prüfen und selbst entscheiden, was man glaubt und was nicht. Genauso, wie man selbst entscheidet, was man tut und was man lässt.

 Wer so trotz widriger äußerer Umstände Spaß am Leben hat und einen Sinn darin sieht, wird das auch seinen Kindern vermitteln. Er wird sich wohl auch klar machen, dass Schulnoten nicht alles sind und es grundfalsch ist, bereits Kinder zu Anpassung und Leistung zu zwingen. Er wird ihnen die notwendigen Freiräume lassen, um sich zu Persönlichkeiten und nicht zu Arbeits- und Konsumsklaven zu entwickeln. Und ihnen damit die Chance geben, ein eigenständiges und sinnvolles Leben zu führen, auf das sie sich freuen können und das sie nicht einfach wegwerfen und dabei womöglich noch möglichst viele andere mitnehmen.

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8. September 2009 2 08 /09 /September /2009 08:58

Ein altes Mütterchen aus einem katholischen Dorf auf dem Härtsfeld geht einmal wieder zur Beichte. Nach dem sie verschiedene kleinere, alltäglich Sünden bekannt hat, ist sie einen Moment still, räuspert sich dann und sagt:

"Hochwürden, I hob amol an jonga Moo verfiert..." (Ich habe einmal einen jungen Mann verführt..)

Darauf der Pfarrer ganz entgeistert: "Aber Mütterchen, in Eurem Alter?"

Meint die alte Frau: "Hano, wisset se, Horchwürden, s'isch zwar scho fuffzg Johr her, aber I beicht's halt ällaweil no gera." (Es ist zwar schon fünfzig Jahre her, aber ich beichte es halt immer noch gern.)

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Published by Fokko - in Humor
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