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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

IT / EDV - Lösungen
Theodor-Veiel-Str. 17
70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

1. April 2010 4 01 /04 /April /2010 11:15

[Trigami-Review]

„Toll, Ein Anderer Macht's!“ ist eine beliebte, launige Interpretation des Wortes „Team“. Trotzdem geht es bei größeren Projekten ohne Teamarbeit nicht. Damit es im Team aber auch klappt und jedes Teammitglied optimal arbeiten kann, müssen alle Beteiligten auch über alle relevanten Informationen zum Projekt verfügen. Das geht in vielen Fällen besonders gut mit einem leistungsfähigen Werkzeug zum Online Projektmanagement, wie es Projektplace.de bietet.

In Zeiten der papierenen Kommunikation war das Planen allgemein und vor allem in Teamarbeit immer eine Sache, die mit gewaltigen Mengen an physischen Dokumenten in mehrfacher Ausfertigung für alle Mitglieder der Gruppe verbunden war. Ein großer Teil der Arbeitszeit ging für das Kopieren und Verteilen der Unterlagen drauf und schließlich fehlte dann meist doch noch irgendjemandem irgendein Dokument.

Logoprojectplace
Computer und Netze haben uns zu einem erheblichen Teil von der Papierlast im Büro befreit. Bei Projekten, die im Team erledigt werden, laufen nun nicht mehr die Kopierer heiß, sondern die EMail-Postfächer über. Geändert hat sich jedoch in einer Hinsicht nicht viel: Irgendwann hat wieder irgendjemand irgendein Dokument nicht, weil er eine EMail nicht bekommen oder versehentlich gelöscht hat, ist in der Folge über einen Aspekt nicht informiert oder weiß nichts von einem anstehenden Treffen.

Ärgerlich ist es dann, wenn die Projektplanung wegen solcher Kleinigkeiten ins Stocken gerät; Zeit und Geld werden kaputt gemacht, Frust breitet sich aus. Der Lösungsansatz: Alle Dokument werden zentral abrufbar gemacht – wozu hat man schließlich das Netz? Bei rein firmeninternen Projekten lässt sich das sicherlich mit einer Projektmanagement Software im Intranet bewerkstelligen. Allerdings kostet das Geld für Lizenzierung, Installation und Wartung. Sind am Projekt gar externe Personen beteiligt, wird es vollends problematisch, denn wer möchte schon unbedingt Firmenfremden Zugriff auf das lokale Netz geben und das auch noch von außen über das Internet?

Projektplace.de bietet hier mit seinen Dienstleistungen zum Onlineprojektmanagement die richtige Lösung: Alles was an Informationen mit dem Projekt zu tun hat, wird zentral abgelegt und kann von den Teammitgliedern jederzeit mit einem ganz gewöhnlichen Browser über das Internet eingesehen werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass Externe versehentlich Zugriff auf Dinge bekommen, die sie nichts angehen.

 

Übrigens gibt es derzeit bei Projectplace.de ein Gewinnspiel, bei dem die beste Lüge prämiert wird, die man im Zusammenhang mit einem Projekt als Ausrede verwenden kann. Teilnehmen lohnt sich, denn es gibt ein IPhone 3GS zu gewinnen!

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27. März 2010 6 27 /03 /März /2010 09:41

Heute nacht werden ja wiedereinmal die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Das bedeutet de facto, dass man eine Stunde früher aus den Federn muss als bis jetzt. Für viele ist das unangenehm und der Energiespareffekt ist auch mehr als fraglich.

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Endlich geht draußen wieder etwas - und dank Sommerzeit lohnen sich Outdoor-Aktivitäten auch wochentags noch nach Feierabend. 

Für Leute, die wie ich gerne draußen sind, ist die Sommerzeit jedoch eine feine Sache: Eine Stunde mehr Tageslicht am Abend bringt einiges, vor allem wenn man in feste Arbeitszeiten gezwängt ist und daher zusätzliches Tageslicht nicht ganz einfach dadurch gewinnen kann, dass man früher aufsteht.

Für Jäger ist die Sommerzeit vor allem auch dann angenehm, wenn sie vom Energiespargedanken her vollkommen nutzlos ist: Im Herbst, wenn man die eingesparte Stunde  Beleuchtung am Abend morgens wieder dran geben muss. Es ist ja aus dieser Sicht auch vollkommener Blödsinn, dass die Sommerzeit nicht symmetrisch zu den Tag- und Nachtgleichen ist: Wenn es um das Einsparen von Licht ginge, müsste sie genauso viel Tage vor oder nach dem Frühlingsanfang anfangen wie sie Tage nach oder vor dem Herbstanfang endet. Sie fängt erst immer am Wochenende nach dem Frühjahrsäquinoktium an, geht  jedoch weit über das herbstliche hinaus.

Uns Jägern kann das jedoch nur recht sein: Dadurch nämlich ermöglicht die Sommerzeit, dass man im Herbst wesentlich länger an Wochentagen noch nach der Arbeit auf die Jagd gehen kann als ohne sie. Im Oktober, wenn der Bock noch, das weibliche Rehwild und die Kitze schon sowie noch allerhand anderes Wild offen ist, hätten viele berufstätige Jäger schon kein Büchsenlicht mehr, bis sie nach der Arbeit im Revier sein können.

Auch die Angler können sich über die von vielen ungeliebte Sommerzeit freuen: Da das Fischen ja im Allgemeinen nur bis eine gewisse Zeit nach dem Sonnenuntergang erlaubt ist, gewinnt man auch hier an Arbeitstagen eine Stunde. Das wird es in vielen Fällen erst möglich machen, wochentags nach der Arbeit noch angeln zu gehen.

Aber auch für Leute die zwar weder jagen noch fischen, aber dennoch gerne draußen sind, bringt die Sommerzeit einen Zuwachs an Möglichkeiten: Baden gehen, Grillen, Gartenarbeit und vieles mehr lohnen sich am Feierabend oft nur durch die zusätzliche Stunde Tageslicht. auf alle Fälle hat man einfach mehr davon. Ich möchte die Sommerzeit daher nicht missen.

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20. März 2010 6 20 /03 /März /2010 13:48

Vor allem zum Zitieren und Verlinken ist es sicher hilfreich, wenn die ganzen Artikel, die ich in letzter Zeit zu diesem Thema geschrieben habe, einmal zentral zugänglich gemacht werden.

Da wäre zunächst einmal die neu eingeführte

Kategorie "Wirtschaft und Geld"

hier auf dem Blog und darüber hinaus einige Artikel auf suite101.de

Bäcker und Metzger als Notenbank?   

Terms of Trade im Privathaushalt

Wirtschaftswunder im Mittelalter 

Freigeld als Weg aus der Dauerkrise? 

Existenzgründung für jedermann

Die schwindende Mittelschicht

Viel Spaß beim Schmökern und Zitieren!

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18. März 2010 4 18 /03 /März /2010 10:13

Bei meinen Recherchen zu einem Artikel über leistungsgedecktes Geld bin ich auf dem freien Videoportal videogold.de auf eine Interessante Sammlung von Video-Links zu diesem Thema gestoßen: Es ist ein gesprochener Text über Geld und seine Wirkungsweise, wobei unter der Rubrik "Ähnliche Filme" eine sehr interessante Sammlung von Videos verlinkt ist. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, vor allem für Leute, die in das Thema einsteigen, aber auch für solche, die sich schon damit befassen und mehr wissen wollen:

www.videogold.de/leistungsgedecktes-geld/

Viel Spaß beim Angucken und schlauer Werden!

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15. März 2010 1 15 /03 /März /2010 12:50
Regionalgeld scheint derzeit im Trend zu liegen. Fast überall in Deutschland bilden sich Organisationen, die ein regionales Geld in Form von umlaufgesichertem Freigeld herausgeben, welches man bei den angeschlossenen Unternehmen ausgeben kann. Eines dieser Regionalgelder und doch wieder noch ein wenig etwas anderes ist das Rheingold. Es hebt sich durch die eine oder andere Besonderheit von der Masse der Regionalgelder ab und hat bei genauem Hinsehen das Potential, herkömmliches Geld, zumindest in vielen Bereichen, vollwertig zu ersetzen.

   Im Zusammenhang mit Wirtschaftskrisen machen immer wieder Regionalgelder auf sich aufmerksam. Gut funktionierende Regionalgelder bzw. Freigelder wie die Wära in Deutschland und der Wörgler Schilling wurden von staatlicher Seite unterbunden, warum, mag sich jeder selbst denken. Fakt bleibt, dass mit umlaufgesichertem Freigeld in Zeiten der 1929er Wirtschaftskrise Regionen wie Schwanenkirchen oder Wörgl wirtschaftlich erheblich belebt werden konnten und nach der erzwungenen Abschaffung der alternativen Währung wieder im allgemeinen Elend versanken. Heute werden Tauschringe und Regiogelder zwar behördlich geduldet und vorgeblich sogar gefördert, es drängt sich jedoch der Eindruck auf, dass dies nicht zuletzt geschieht um guten Willen zur Lösung der Globalisierungs- und EU-bedingten wirtschaftlichen Probleme unseres Landes vorzutäuschen und gleichzeitig die jeweiligen Initiativen unter Kontrolle zu haben.

Rheingold

   Ein auf den ersten Blick ganz gewöhnliches Regiogeld ist das Rheingold. Es wurde zunächst als Regionalgeld für den Raum Düsseldorf, als Kunstprojekt und Kulturexperiment geschaffen, ist aber mittlerweile auch in Köln und Berlin im Gebrauch. Außerdem wird es an verschiedenen anderen Orten in Deutschland von einzelnen Personen bzw. Firmen genommen und verwendet. 
   Seine volkswirtschaftliche Bedeutung ist zwar bisher noch, so wie die aller derzeitigen Regionalgelder, relativ gering; es kann jedoch aufgrund seiner Besonderheiten als Prototyp für ein funktionierendes Freigeld und seine Anwender als Testgruppe für einen auf einer alternativen Währung beruhenden Wirtschaftskreislauf dienen. Um zu verstehen, was das Besondere an Rheingold ist, muss man sich zunächst klarmachen, wie Freigeld im allgemeinen funktioniert und wie Freigelder und herkömmliche Währungen gedeckt werden können.

Wie Freigeld funktioniert

   Freigeld ist in der Regel umlaufgesichert und zwar dadurch, dass es in barer Form an Wert verliert indem es an Stichtagen verfällt („verrufen wird“). Es muss dann entweder mit Abschlag umgetauscht oder durch eine Wertmarke im Wert eines gewissen Prozentsatzes seine Nennwertes neu gültig gemacht werden. Dadurch vermeiden die Leute es, Geld zu behalten und geben es schnell wieder aus, was nichts anderes bedeutet, dass sie andere verdienen lassen, also Arbeit ermöglichen. Das ist jedoch keine „Arbeitsbeschaffung“ im anrüchigen Sinne einer Art Beschäftigungstherapie, da hierbei Sachwerte geschaffen werden, die konsumiert werden können. Der Anreiz, Geld auszugeben erhöht die Verfügbarkeit des vorhandenen Geldes und lässt Waren und Dienstleistungen fließen. 
  Wer sich unsere derzeitige Wirtschaftskrise genauer ansieht, wird feststellen, dass diese letztendlich genau daher rührt, dass kein flüssiges Geld vorhanden ist, weil Banken und andere Geldverleiher einen erheblichen, wenn nicht den weit überwiegenden Teil des vorhandenen Geldes durch Zinsnahme und Kreditschöpfung an sich gezogen haben, sodass es im Wirtschaftskreislauf fehlt. Deswegen können Waren und Dienstleistungen nicht fließen, die durchaus vorhandenen Ressourcen also nicht in ein entsprechend hohes Sozialprodukt umgesetzt werden. Die „Wunder“ von Wörgl und Schwanenkirchen waren so betrachtet im Grunde gar keine, sondern ganz natürliche Vorgänge, die vorher zu sehen waren und von den jeweiligen Initiatoren ja auch vorhergesehen wurden.

Wie Geld gedeckt wird  

   Die Umlaufsicherung eines Geldes ist eine Sache. Ein weiterer Aspekt ist jedoch die Deckung. Unser heutiges Geld ist Fiat-Geld (fiat: lat. „es werde“), das bedeutet, dass dieses Geld durch nichts gedeckt ist, als durch die staatliche Vorschrift, dass jeder es als gesetzliches Zahlungsmittel annehmen muss. Diese Vorschrift ist aber im Ernstfalle das Papier des Gesetzbuches nicht wert, in dem sie steht, denn letztendlich kann niemand gezwungen werden, für Geld eine Leistung zu erbringen. Wenn beispielsweise ein Maler keine Lust hat, einem Kunden das Zimmer zu tapezieren und den Auftrag ablehnt, hat der Kunde keine Handhabe dagegen. Auch der Staat kann für dieses Geld nicht in Anspruch genommen werden, denn weder gibt es dazu ein Vorschrift, noch besitzt der Staat irgendetwas, dass er gegen das von ihm ausgegebene Geld herausgeben könnte. Es kommt aber noch besser: Der größte Teil des im Umlauf befindlichen Geldes ist ja kein Bargeld, sondern Buchgeld, das gar nicht vom Staat, sondern von den Banken durch Kreditschöpfung und Zinsnahme erzeugt wurde und daher vom Staat de facto so gut wie gar nicht kontrolliert werden kann.
   Tatsächlich soll Fiat-Geld wie der Euro oder der US-Dollar durch die wirtschaftliche Leistung des jeweiligen Wirtschaftsraumes gedeckt werden, weil man damit etwas dort Produziertes kaufen kann. Das soll durch den Status einer Währung als gesetzliches Zahlungsmittel im jeweiligen Land sichergestellt werden. De jure steht also jede einzelne geschäftsfähige natürliche oder juristische Person im Euro-Land für den Euro gerade, de facto aber wiederum nicht, denn in der Praxis kann ja niemand wirklich gezwungen werden, für Euro eine Leistung zu erbringen oder eine Ware herauszugeben.  

Wie kann Regionalgeld gedeckt werden?

   Wie soll nun aber ein regionales Freigeld gedeckt werden? Im Prinzip könnte „da ja jeder kommen“, Geld machen und in Umlauf bringen. Irgendwo muss eine Deckung da sein und das ist das Problem der Regionalgelder. Das eine oder andere Regionalgeld wird sogar mit Euros gedeckt, was ein besonders großer Blödsinn ist: Ein Freigeld soll ja gerade da zur Verfügung stehen, wo keine Euros sind. Außerdem muss man schon ganz schön idealistische sein, wenn man knappe, wertbeständige Euros besitzt und diese in sich ständig in seinem Wert minderndes Freigeld umtauscht. Auf diese Weise kann man zwar „Freigeldwirtschaft spielen“ aber nicht die regionale Wirtschaft durch Erzeugung zusätzlicher Liquidität beleben.
   Früher deckte man Währungen mit Gold, was bedeutet, dass jede Banknote ein Gutschein für eine gewisse Menge Gold und die Zentralbank verpflichtet war, diesen Gutschein auch einzulösen. Das gute an der Idee ist, dass es eine Stelle gibt, die für den Wert des Geldes gerade stehen muss. Die Nachteile bestehen darin, dass Gold realwirtschaftlich einen sehr viel geringeren Wert hat als es kostet, sein Preis daher selbst auch nur zu einem kleinen Teil durch seine Verwendbarkeit als Werkstoff gedeckt ist und dass man überhaupt wahrscheinlich gar nicht genug Gold hätte, um den heutigen Geldbedarf zu decken.
   Der Vorteil des Fiat-Geldes ist, dass es im Prinzip durch Leistung, sprich, durch Waren und Arbeitskraft gedeckt ist. Der Nachteil: Es gibt keine Stelle, an der man den Gegenwert einer Euro- oder Dollarnote wirklich einfordern kann, auch wenn es sich dabei um gesetzliche Zahlungsmittel handelt.
   Es gab und gibt nun bereits Ansätze dazu, die Vorteile beider System zu verbinden: Im alten Ägypten gab es in Form von Tontäfelchen eine Art Geld, welches mit Getreide gedeckt war und in den USA gibt es Regionalgeld, dass ebenfalls mit haltbaren Lebensmitteln gedeckt ist. In beiden Fällen wurde bzw. wird garantiert, dass man für das Geld jederzeit eine bestimmte Menge Lebensmittel bekommt. Allerdings ist das auch noch nicht die Lösung, denn bei dem Regionalgeld in den USA werden die Lebensmittel mit Dollars eingekauft, die man wiederum bezahlen muss, um das Regionalgeld zu bekommen.
   Wenn eine Stadt, ein Landkreis oder ein Regierungsbezirk ein offizielles, durch Waren gedecktes Regionalgeld einführen wollte, müsste er eine Art Zentralbank in Form eines großen Lagerhauses unterhalten, in dem er eine große Anzahl unterschiedlichster Waren aufbewahren und sicherstellen müsste, das man jederzeit gegen das Geld waren bekommen würde. Das wäre eine außerordentlich schwierige Sache und würde – wenn sie überhaupt praktikabel wäre – sehr viel Geld kosten. 

Es geht aber viel einfacher...

   Die Lösung kling verrückt, ist es aber nicht: Leistungsgedecktes Geld wird nicht von irgendwelchen staatlichen oder nichtstaatliche Institutionen ausgegeben, sondern von einzelnen Unternehmen. Und das ist bei Rheingold der Fall. Für den Wert einer Rheingold-Note steht ein ganz bestimmtes Unternehmen gerade, welches diese Note in Umlauf gesetzt und sich damit verpflichtet hat, gegen diese Note bestimmte Waren oder Dienstleistungen zu liefern.
   Im Prinzip ist eine Rheingold-Note also ein Waren- oder Dienstleistungsgutschein, der von einer bestimmten Firma ausgestellt wurde, die sich damit verpflichtet hat, gegen diesen eine bestimmte Leistung zur erbringen. Ein Händler könnte sich beispielsweise ohne weiteres weigern, eine Ware gegen Geld zu verkaufen, denn niemand kann ja gezwungen werden, ein bestimmtes Geschäft zu machen, außer er hat es selbst angeboten. Hat der Händler jedoch einen Gutschein ausgestellt, ist er verpflichtet, zu liefern.

Rheingold – ein ganz besonderes Regionalgeld

   Wer also Rheingold emittiert tut das gleiche wie jemand, der einen Gutschein ausstellt: Er verpflichtet sich, aus seinem Sortiment in Höhe des Wertes der emittierten Rheingold zu liefern oder zu leisten. Nicht anders als ein Händler, der einen Geschenkgutschein ausstellt oder Warengutscheine als Rabatt oder Werbemittel ausgibt. Der Unterschied besteht darin, dass die Rheingold, anders als herkömmliche Warengutscheine, nicht nur bei dem eingelöst werden können, der sie ausgegeben hat, sondern auch bei anderen Rheingoldern. Nun ist auch ein Rheingolder genauso wenig verpflichtet ist, für beliebige Rheingold zu leisten wie er das für Euro oder Dollar ist. Gegen Rheingold-Noten, die er selbst ausgestellt hat, muss er jedoch leisten, genauso, wie jemand herkömmliche Gutscheine einlösen muss, die er selbst ausgestellt hat – so wie früher eine Notenbank verpflichtet war, ihre Währung jederzeit gegen Gold einzutauschen.
   Was nun beim Rheingold bisher noch nicht vorhanden ist, ist die Umlaufsicherung. Es ist zwar vorgesehen, dass Rheingold-Noten irgendwann auch einmal ungültig werden, doch das wurde vorerst ausgesetzt. Bei dem noch relativ kleinem Rahmen, in dem das Rheingold-Projekt derzeit läuft und den daher kleinen Druckauflagen, wäre es, so Jost Reinert, der Kurator des Projektes, noch zu teuer, die im Umlauf befindlichen Rheingold-Noten turnusmäßig zu ersetzen, so dass ein unverhältnismäßig hoher Wertabschlag erhoben werden müsste. Trotzdem funktioniert Rheingold recht gut.
   Ein weiteres kleines Problem besteht darin, dass Rheingold ja nicht zuletzt ein Kunstprojekt ist, was sich darin äußert, dass die Rheingold-Noten künstlerisch hochwertig gestaltet und hergestellt werden. Das könnte bewirken und tut das wohl auch, dass bestimmte Leute zwar sehr gerne Rheingold als Zahlungsmittel annehmen, sie dann aber nicht mehr ausgeben, weil sie sie sammeln. Allerdings ließe sich dieses Problem auch sehr leicht lösen, wenn einmal die Umlaufsicherung des Rheingoldes aktiviert wird. Man könnte beispielsweise die gegen Abschlag umgetauschten Noten, anstatt sie zu vernichten, lediglich als Zahlungsmittel ungültig machen, sie aber dann dem Einlieferer zurückgeben, damit sie ins Sammelalbum wandern können. Sinnvoll wäre es auch, die Entwertung so zu gestalten, dass die Noten zwar als Zahlungsmittel erkennbar ungültig werden, ihr Sammelwert jedoch nicht leidet, sondern eher erhöht wird: zum Beispiel durch einen Entwertungsstempel, der die Note künstlerisch vervollständigt.  
   Bislang tun diese beiden kleine Nachteil des Rheingolds der Funktion noch keinen Abbruch. Offensichtlich erstreckt sich der Gebrauch des alternativen Geldes derzeit noch vor allem auf eine zwar wachsende, aber doch relativ geschlossene Gruppe von Unternehmern, Kulturschaffenden und Intellektuellen, die damit die Befriedigung gewisser Kultur- und Luxusbedürfnisse bezahlen. Dadurch ist das Rheingold auch in einem überschaubaren und gut beobachtbaren Raum unterwegs, so dass es seiner Funktion als Kulturexperiment Genüge tun kann: Es lassen sich Erkenntnisse über die Funktionsweise und Wirkung von Freigeld gewinnen, die für eine spätere Einführung eines solchen Geldes im größeren Stil recht wertvoll sein dürften.  

Einsatzmöglichkeiten von Rheingold

   Rheingold kann natürlich innerhalb der Rheingold-Gemeinde als ganz normales Zahlungsmittel verwendet werden, ist jedoch noch mehr. Wer räumlich von den drei hauptsächlichen Verbreitungsgebieten abseits ist, kann es dennoch verwenden: Zum Beispiel als Warengutschein. Der große Vorteil gegenüber herkömmlichen Warengutscheinen ist dabei, dass die Druckkosten von Rheingold nicht in Euro bezahlt werden müssen, sondern in Rheingold beglichen werden können. Das sieht in der Praxis so aus, dass von der emittierten Summe 15% für die Herstellungskosten einbehalten werden. Man braucht also keine Rheingold um Rheingold zu bekommen, sondern emittiert beispielsweise 200 Rheingold, von denen man 170 ausbezahlt bekommt, während 30 als Herstellungskosten einbehalten werden.
   Während die Vorderseiten der Rheingold-Noten immer ein einheitliches Motiv je Wert zeigen, kann man auf die Rückseite ein eigenes Motiv drucken lassen. So kann man mit dem selbst emittierten Rheingold auch noch für das eigene Unternehmen Werbung machen.
   Wenn man als Händler Rheingold zum Beispiel verwendet um bei großen Einkäufen oder treuen Kunden Rabatt zu gewähren, hat man wie bei einem Warengutschein den Vorteil, dass man nicht auf bares Geld in Höhe des Verkaufspreises verzichtet, sondern lediglich Ware, also Arbeit bzw. Geld in Höhe der eigenen Gestehungskosten liefern muss. Kehren die Rheingold-Noten zu einem zurück, kann man sie erneut als Gutscheine einsetzen. Genauso wie die eigenen Noten kann man aber auch fremde Rheingold, die man statt Euro angenommen hat, als Bonus an gute Kunden ausgeben. Der Knackpunkt dabei ist immer wieder, dass man für ausgegebene Rheingold nicht in barem Geld, sondern immer nur in Naturalien leistet.
   Nicht zu unterschätzen ist auch der Aufmerksamkeitswert der Rheingold: Man kann sie zum Beispiel mit Werbebriefen an Kunden verschicken, wobei zum Beispiel gerade der Umstand, dass man jetzt auch Rheingold annimmt, ein wunderbarer Aufhänger für einen solchen Werbebrief ist. Außerdem sieht eine Rheingold-Note, anders als ein herkömmliche Warengutschein nicht ganz so sehr danach aus, dass man den Kunden in den Laden locken möchte.
   Was ist nun aber der Haken beim Rheingold? Nun, genau genommen gibt es gar keinen. Man muss zwar für die selbst emittierten Rheingold in Naturalien geradestehen, aber eben nur in Naturalien. Und auch nur, wenn man die Rheingold tatsächlich ausgegeben, also dafür etwas erhalten hat, denn anders können sie ja nicht zu einem zurückkehren. Das größte „Risiko“ dabei ist, dass die 15% der eigenen Emission zu einem zurückkehren, die für die Herstellung einbehalten wurden. Wenn man zum Beispiel 500 Rheingold emittiert hat, wären das 75 Rheingold. Da ein Rheingold dem Wert einer Deutschen Mark entspricht, wären das 37,50 Euro, für die man arbeiten oder Ware liefern müsste – wobei man diese Rheingold dann ja auch wieder hätte und sie als Zahlungsmittel oder Gutschein einsetzen könnte.

Wie wird man nun Rheingolder?

  Das ist ganz einfach: Wenn man Rheingold annehmen will, braucht man lediglich seine Kunden darauf hinzuweisen, etwa mit einem Aufkleber an der Ladentür und/oder einem Banner auf der Website. Wenn man selber Rheingold emittieren will, wendet man sich an das Rheingold-Projekt und bestellt seine eigenen Rheingold. In diesem Falle sollte man aber die Empfehlung eines Rheingolders haben, denn schließlich muss ja ein Stück weit sicher gestellt ein, dass ein Emittent auch für die von ihm emittierten Rheingold „gut ist“.


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9. März 2010 2 09 /03 /März /2010 10:54

Es ist bei uns noch einmal kalt geworden und da ist mir etwas eingefallen, was bei kaltem Wetter prima schmeckt: Die Tote Tante. Das ist eigentlich nichts anderes als ein Pharisäer, bei dem man statt des Kaffees Kakao nimmt.

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  Gemixt ist die Tote Tante ganz schnell und einfach: In eine schöne große Tasse heißen Kakao kommt ein (nach persönlichem Geschmack und angestrebtem Drehmoment) mehr oder weniger kräftiger Schuss Rum. Darauf setzt man ein nettes Sahnehäubchen, das man, wenn man will, noch mit Schokostreuseln ("Mäusecheiße") verziert.

Manche nennen dieses Getränk offensichtlich auch Lumumba. Der Lumumba kann auch kalt sein, als Tote Tante bezeichnet man meines Wissens aber nur die heiße Version.

Aber Achtung: Das Ding ist nicht nur (je nach Gehalt an und Stärke des Rums) eine Promille- sondern natürlich auch ein Kalorienbombe. Und wer dabei auch sozial und ökologisch ein gutes Gewissen haben möchte, kann natürlich gerne fair gehandelten Rum, fair gehandelten Kakao (ggf. aus biologischem Anbau) sowie Bio-Milch und -Sahne aus dem Hofladen verwenden.

Für Kinder, Abstinenzler und Kraftfahrer könnte man den  Rum sicher auch durch Rum-Aroma ersetzen, das habe ich aber noch nicht probiert.

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7. März 2010 7 07 /03 /März /2010 12:46

Bei dem Wort Holzvergaser denkt man sofort an den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit, als Benzin und Diesel knapp waren. Damals erzeugte man aus Kleinholz Gas, das dem alten Stadtgas ähnelte und sich zum Antrieb von Verbrennungsmotoren eignet. Was manchem vielleicht nicht auf den ersten Blick klar ist: Auch die Holzvergasung ist Energieerzeugung aus Biomasse und damit aus einem erneuerbaren Energieträger.

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Holzvergaser an einem Adler Diplomat: Für's Auto ein wenig klobig aber als stationäre Anlage zur Stromerzeugung durchaus auch im kleinen Stil praktikabel (Foto: User Mattes von Wikimedia)

Deswegen ist die Holzvergasung heute wieder interessant geworden und es wird daran geforscht, auch wenn diese Technik medial stark im Schatten von Sonnenenergie, Biogas und Windkraft steht. Bei genauem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die Holzvergaser-Technik einerseits kleine, handliche Einheiten ermöglicht und daher eher für den "Hausgebrauch" geeignet ist als Biogas und andererseits besser für den Selbstbau geeignet als Solaranlagen, bei denen ja das wichtigste, die Solarzellen, für teures Geld gekauft werden müssen.

Wenn ich auch das Mär vom menschengemachten Klimawandel für einen ausgekochten Humbug halte, bin ich doch sehr für die Nutzung von regenerativen Energiequellen. Als radikaler Demokrat und erklärter Globalisierungs- und EU-Gegner bin ich für alles was die Autarkie auf Haushalts-, kommunaler, regionaler und nationaler Ebene fördert und die Macht der Großkonzerne aushebelt. Alternative Energien tun das im Allgemeinen und gerade auch die Holzvergasertechnik im speziellen bietet, was Herstellung, Reparatur und Wartung der Anlagen angeht, große Chancen für kleine Firmen: Eine Holzvergaseranlage kann im Prinzip jede Schlosserei bauen, warten und reparieren, Geld und Arbeitsplätze bleiben also am Ort bzw. in der Region. Da die Gasgewinnung aus Holz unabhängig von Witterungsbedingungen funktioniert, sind Holzvergaseranlagen genauso wie die Biogastechnik eine hervorragende Ergänzung zu Windkraft und Solarenergie.

Ob der Betrieb eines Autos mit Holzgas billiger kommt als Benzin weiß ich zwar nicht genau, vermute es jedoch. Allerdings ist er mit ziemlich viel Aufwand verbunden und ich denke mal, dass man bei der Zulassung eines solchen Fahrzeuges allerhand behördliche Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen wird. Da ist altes Frittenöl wohl doch die einfachere Lösung. Wesentlich praktikabler dürfte jedoch der Betrieb einer stationären Holzvergaser-Anlage zur Stromerzeugung sein, die gleichzeitig Warmwasser und Heizwärme erzeugen kann.

Mit einer kleinen Holzvergaseranlage kann man seinen eigenen Strom erzeugen und die Abwärme zum Heizen nutzen. Genau genommen sollte ja kein Brennstoff nur zum Heizen verwendet werden, sondern immer eine Kraft-Wärme-Kopplung stattfinden, da sich die Abwärme von Wärmekraftmaschinen sehr gut zum Heizen eignet. Es ist also unverständlich, dass nicht auch jeder Heizkessel für Gas oder Öl statt des Brenners einen kleinen Verbrennungsmotor besitzt und nebenher Strom erzeugt. Bei den heute üblichen aufwendigen Heizkesseln und den hohen Gesamtkosten einer Zentralheizungsanlage würden ein kleiner Diesel- oder Gasmotor statt des Brenners und ein Generator bei den Kosten wohl nicht so erheblich in Gewicht fallen und sich sehr schnell durch den erzeugten Strom amortisieren.   

Zum Thema Holzvergaser gibt es allerhand im Netz zu finden, aus der Vielzahl der Infos kann ich drei interessante Links empfehlen, die sich als Einstieg für Leute eignen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten:

Themenheft Kleine Holzvergaser - Ein Bericht aus der Praxis mit Tipps zum Selbstbau (pdf)

Holzvergaser von Ottinger Power (auf der Seite gibt's auch Infos zu Biogas)

Ein Opel Kadett mit Holzvergaser + allerhand allgemeine Infos zur Technik

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28. Februar 2010 7 28 /02 /Februar /2010 10:58

Meinen Lesern wird aufgefallen sein, dass sich der Fokko derzeit recht intensiv mit Geld befasst und damit, was es tut, nicht tut, tun sollte und nicht tun sollte. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass Geld ständig in Bewegung sein muss. Wenn man diesen Grundsatz bewusst etwas freier auslegt, kann man auch sagen, dass es sich derzeit von den Großbanken fort bewegen sollte und genau dass will eine neue Bewegung, die in den USA schon Schule macht.

  Gerade bin ich in einem Kommentar auf diese Sache hingewiesen worden und gebe sie gerne weiter. "Move your Money" will nichts anderes, als dass die Leute ihr Geld den Großbanken fortnehmen und auf Volks- und Genossenschaftsbanken legen. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick, der das Casino schließt, in dem mit anderer Leute Geld gezockt wird. Im Grunde sind wir ja nämlich alle selbst schuld, wenn wir abgezockt werden, ganz einfach weil wir es uns gefallen lassen. Daher sollten wir ganz einfach den Spieß umdrehen und nicht mehr mitspielen, in diesem Falle eben, indem wir den Zockern unser Geld wegnehmen. 

Mehr dazu gibt es auf der Website  Move Your Money, die von der Attac-Gruppe Frechen bei Köln betrieben wird. Ein kleiner, Gedanke dazu noch von mir: Was würde eigentlich passieren, wenn viel Leute den Geld-Transfer nicht per Überweisung machen, sondern die ganze Asche bar abheben und bei der neuen Bank bar einzahlen? ;-)      

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26. Februar 2010 5 26 /02 /Februar /2010 11:15

Noch ist die Globalisierung in aller Munde, aber es gibt bereits deutliche Trends in die entgegengesetzte Richtung: Kleinräumige Wirtschaftskreisläufe zeigen, dass sie funktionieren und werden in Zukunft hoffentlich  mehr und ihre Überlegenheit beweisen. Sie sind besser dazu geeignet, für den Wohlstand aller zu sorgen als Europa und Globalisierung, was mehr und mehr Leuten klar wird, die durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte praktisch nur Nachteile hinnehmen mussten.   

Die Globalisierung kommt nicht, sie ist bereits da. Jeder spürt ihre Auswirkungen, einige positiv, die meisten jedoch negativ. Deswegen wächst die Ablehnung der Menschen und auch die Bereitschaft, sich auf regionale Projekte einzulassen. Oft sind jedoch nicht einmal politische Gründe das Motiv für den Griff zum regionalen Produkt, sondern einfach der Wunsch, etwas zu essen, das „Bio“ ist und mit möglichst wenig Tierleid produziert wurde. Genau das geht aber am besten, wenn verbrauchernah produziert wird. Hofläden und regionale Vertriebsinitiativen sind also nicht nur „Notwehr“ der Bauern, sondern kleine und größere Bollwerke gegen die Globalisierung.

Knackpunkt Energie

Wenn man näher hinsieht, stellt man fest, dass die ganze schöne neue Welt der Globalisierung im Grunde am dünnen Faden der Erdölversorgung hängt. Wohl kann ein Unternehmen in Deutschland mit Hilfe der modernen Informationstechnologie spielend leicht etwa Zulieferteile in China bestellen, doch die Lieferung steht und fällt mit der Verfügbarkeit von Erdöl für den Antrieb der Transportmittel. Ist es tatsächlich so, dass unser Erdöl aus urzeitlichen Tieren entstanden ist und daher sehr bald zur Neige geht, sieht es für die heutige Form der planetaren Arbeitsteilung düster aus: Ohne Öl fährt kein Schiff und fliegt kein Frachtflugzeug, was bedeutet, dass der interkontinentale Warenaustausch mit der heutigen Technologie davon abhängig und ohne diesen Energieträger unmöglich ist.

   Ohne fossile Brennstoffe muss man Energie aus regenerativen Quellen gewinnen. Wind, Sonne und Biomasse gibt es jedoch überall; deswegen können Kraftwerke, die daraus Strom machen klein sein und dort stehen, wo man den Strom braucht. Tatsächlich geschieht die Erzeugung und Verteilung von Wind- und Biostrom auf der Ebene des Mittelspannungsnetzes, die von Solarstrom sogar auf der Ebene einzelner Haushalte. Biomassekraftwerke gehören typischerweise einzelnen Landwirten („Energiebauern“), Windparks werden in der Regel mit Fonds finanziert, an denen vornehmlich Kleinanleger beteiligt sind. Solaranlagen gehören vor allem Haushalten und Firmen, die damit elektrische Energie für den Eigenbedarf erzeugen. Energie aus regenerativen Quellen ist also „Bürgerenergie“ im Sinne von „Energie in Bürgerhand“ und gleichzeitig regional.

   Deswegen ist sie großen Stromkonzernen auch ein arger Dorn im Auge, denn deren Geschäft ist die zentrale Erzeugung von Strom in großen Mengen und dessen Verteilung. Die regionale und lokale Erzeugung von Strom gräbt ihnen also das Wasser ab, wogegen sie sich nach Kräften wehren, etwa durch Lobbyarbeit oder mit der Idee von Offshore-Windparks, deren einziger Zweck es ist, die Stromversorgung weiterhin zu zentralisieren und für die Konzerne kontrollierbar zu machen. Ähnlich sieht es beim Kraftstoff für Fahrzeuge aus: Erzeugt man ihn aus Biomasse, geschieht dies auch wiederum lokal und regional. Das ist nicht nur für Erdöl exportierende Länder eine ungute Sache, sondern vor allem auch für die Ölkonzerne: Wo man Biogas und Rapsöl beim landwirtschaftlichen Lagerhaus tankt, schaut der globale Ölkonzern mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

Regionales Geld

  Dass die Globalisierung den meisten Menschen in Deutschland mehr Nach- als Vorteile gebracht hat, wird den meisten mittlerweile mehr und mehr bewusst. Das Verschwinden der Konsumgüterindustrie in Billiglohnländer hat eine Menge Arbeitsplätze gekostet und der Euro brachte den meisten eine gefühlte Halbierung ihrer Einkommen. Am Beispiel der ins Ausland verschwundenen Arbeitsplätze wird den meisten klar, das man Kaufkraft möglichst in der Region halten sollte. Lokale und regionale Vermarktung von lokalen Ressourcen kann das zwar leisten, funktioniert aber nur, wenn Geld vorhanden ist, welches aber eben fehlt.

   Ein Lösungsansatz dazu sind die Tauschringe, die es mittlerweile fast überall gibt. Sie machen Ressourcen flott, die dadurch brachliegen, dass das Geld in Verbrauchernähe aufgrund globaler finanzieller Machenschaften knapp ist – und zwar auf verblüffend einfache Weise: Wer zum Beispiel keinen Job hat um „richtiges“ Geld für die Gitarrenstunden seiner Kinder zu verdienen, schneidet etwa die Hecke eines Vereinskollegen und bekommt dafür eine Art tauschringinternes Geld, mit dem er dann ein anderes Mitglied für den Unterricht bezahlt.

   Das Interessante daran ist auch, dass es zeigt, dass die Ressourcen vorhanden sind, sie aber nicht aktiv werden können, Waren und Dienstleistungen nur deshalb nicht fließen, weil die Globalisierung das offizielle Geld aus den Regionen abzieht. Der gleiche Gedanke steckt hinter dem Regionalgeld, welches mittlerweile schon in einigen Gegenden Deutschlands besteht. Auch hier werden in der Region fehlende Euros durch „Sterntaler“, „Chiemgauer“ oder „Rolands“ ersetzt, die als Tauschmittel Waren und Arbeitskraft zum Fließen bringen, die anders als das offizielle Geld, in der Regel überall reichlich vorhanden sind.

  Dieses regionale Geld hält nicht nur Kaufkraft in der Region, sondern hat in der Regel noch eine weitere Besonderheit: Es verliert an Wert bzw. muss durch eine Benutzungsgebühr „aufgefrischt“ werden. Daher eignet es sich nicht zum Horten und Spekulieren und bleibt deswegen im Umlauf – erfüllt seinen Zweck als Tauschmittel. Es gleicht darin dem „sich verschleißenden“ Geld der Brakteatenzeit, das (neben dem damals herrschenden wärmeren Klima) der Grund für diese mittelalterliche Blütezeit war.

  Ähnlich wie bei uns Wirtschaftswunder und Sozialstaat wurde der damalige Wohlstand der breiten Masse übrigens durch finanzpolitische Machenschaften zerstört: Kaufleute wie die Fugger sorgten dafür, dass man zu herkömmlichen Geld zurückkehrte, das gehortet und gegen Wucherzinsen verliehen werden konnte nicht anders als es noch heute der Fall ist.

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24. Februar 2010 3 24 /02 /Februar /2010 13:16
In der Wirtschaftskrise, die durch den 1929er Börsencrash ausgelöst wurde, wurden an manchen Orten erstaunliche Erfolge mit regionalen Zahlungsmitteln erzielt. Das wohl bekannteste Beispiel war das „Wunder von Wörgl“, der Stadt in Tirol, in der der Bürgermeister mit Hilfe eines umlaufgesicherten Regionalgeldes die lokale Wirtschaft erheblich beleben, die Arbeitslosigkeit senken und öffentliche Bauvorhaben bewältigen konnte. Auch heute gibt es bei uns an manchen Orten bereits wieder Regionalgeld, auch wenn diese Versuche nicht immer wirklich tauglich sind. 
Um zu verstehen, was Regionalgeld eigentlich bewirken soll und dass es das auch kann, muss man sich klar machen, dass Wirtschaftskrisen wie die derzeitige nichts anderes sind als ein Mangel an umlaufendem Geld: Die Wirtschaftskraft, also Ressourcen wie Arbeitskraft, Maschinen, Rohstoffe, Grund und Boden sind in vollem Umfange vorhanden, es fehlt lediglich am Tauschmittel Geld, welches ermöglicht, dass Waren und Dienstleistungen ausgetauscht werden. Wie das funktioniert, kann man übrigens in meinem Artikel „Was bitte ist eine Wirtschaftskrise?“ nachlesen.

Der Unterschied zwischen Inflation und Wirtschaftskrise

Ein einfaches und wirksames Mittel gegen die Wirtschaftskrise wäre, wenn der Staat die Notenpressen in Gang setzen, einen Haufen Geld drucken und auf irgendeine Art und Weise unter die Leute bringen würde. Das hört sich furchtbar unseriös an, zumal der Stabilitätspakt, der im Zusammenhang mit der Einführung des Euro geschlossen wurde, dies wohl auch unmöglich macht.
   Tatsächlich gilt das Anwerfen der Notenpresse schon immer als äußerst unseriöses Mittel, ja geradezu als Kapitulationserklärung eines Staates und wird in etwa angesehen wie der Griff eines Menschen mit Lebensproblemen zu Flasche oder Spritze. Das bei uns wohl bekannteste Beispiel dafür ist die 1923er Inflation, an die sich einige wenige sogar noch erinnern können, viele aus Erzählungen von Eltern und Großeltern kennen und der Rest aus Geschichtsbüchern und anderen Medien.
Was genau ist aber 1923 passiert? Das ist einfach erklärt: Durch den verlorenen Weltkrieg hatte Deutschland hohe Reparationszahlungen an die Siegermächte zu leisten. Natürlich wurden für das abgeführte Geld von den Empfängern Waren gekauft, so dass letztendlich nicht Geld, sondern Güter abflossen. Güter, die in Deutschland aufgrund von Kriegsschäden sowieso knapp waren. Dass der Staat nun versuchte, mit zusätzlich gedrucktem Geld das durch Reparationszahlungen abfließende zu ersetzen, führte dazu, dass immer mehr Geld im Umlauf war, ohne dass es auch mehr Dinge dafür zu kaufen gab. Und das ist nichts anderes als Inflation.
    Beim Börsencrash 1929 passierte jedoch etwas ganz anderes: Es löste sich nach dem in meinem bereits erwähnten Artikel beschriebenen Mechanismus eine Menge Geld schlicht und einfach in Luft auf. Geld, das zwar nur in Form von Guthaben und Forderungen in Büchern existiert hatte, nichtsdestotrotz jedoch durch Kreditvergabe praktisch wie physisches Geld bewegt worden war und damit für Liquidität gesorgt, Waren und Dienstleistungen hatte fließen lassen. Dadurch, dass das Geld als Tauschmittel fehlte, konnte nun auf einmal niemand mehr kaufen und verkaufen, alle Kapazitäten lagen brach.
    Und genau das gleiche wie 1929 ist nun wieder passiert: Es sind nach wie vor alle Ressourcen vorhanden, die nötig sind, um uns mit Waren und Dienstleistungen zu versorgen, aber es fehlt das Geld, welches es ermöglicht, dass die Wertschöpfungsketten ablaufen, produziert und konsumiert werden kann. Wohlgemerkt: Das fehlende Geld benötigen wir nicht, um irgendetwas von außen zukaufen zu können, sondern lediglich, um die Dinge, die wir bereits haben, untereinander austauschen zu können – also um Wirtschaft passieren zu lassen.

Wie man eine Wirtschaftskrise behebt

Die Lösung des Problems „Wirtschaftskrise“ ist also im Grunde watscheneinfach. Man muss lediglich Geld unter die Leute bringen. Ein bestimmter Geldbetrag, den man jemandem in die Hand gibt, der ihn ausgibt, wird von dem, der ihn eingenommen hat, wieder ausgegeben, vom nächsten wieder und so weiter. Er setzt dadurch eine Wertschöpfungskette in Gang, bewirkt, dass produziert und Dienstleistungen erbracht werden, also neue, reale Werte entstehen. Das ist das Paradoxe am Geld: es ist selbst nichts wert, kann aber, wenn es fließt, bewirken, dass Ärmel aufgekrempelt, Schaufeln in die Hand genommen, Land beackert, Drehbänke eingeschaltet – kurz: Sachwerte geschaffen werden.
    Die Wirtschaftskrise von 1929 wurde schlussendlich auf genau diese Weise behoben. Sowohl Hitlers Rüstung und Autobahnbau als auch der New Deal in den USA brachten ganz einfach Staatsknete unter die Leute, die damit Waren nachfragten und die Wertschöpfungsketten wieder in Gang setzten. Wohlgemerkt: wären die Ressourcen nicht da gewesen, hätten beide Programme nicht funktioniert. Dann nämlich hätten die Leute zwar gearbeitet, für das verdiente Geld jedoch nichts kaufen können und das ganze hätte lediglich eine Inflation bewirkt.
    Übrigens hätte der Staat in beiden Fällen das Geld finanztechnisch zunächst auf kurze Sicht auch ohne Gegenleistung unter die Leute bringen können um den gleichen Effekt zu erzielen, was ihm Falle von Hitlers Rüstung wohl auch tatsächlich sinnvoller gewesen wäre. Die Infrastrukturmaßnahmen des New Deal waren jedoch auf lange Sicht natürlich sinnvoller als ein Verteilen von Geld ohne Gegenleistung, da sie darauf abzielten die Bedingungen für die Wirtschaft und damit den allgemeinen Wohlstand zu verbessern.
    Beim Wunder von Wörgl passierte im Grunde nichts anderes. Auch hier brachte der Bürgermeister Geld unter die Leute und setzte damit brachliegende Ressourcen in Bewegung. Der Unterschied dabei bestand darin, dass die Staatsknete von Hitler und Roosevelt herkömmliches Geld war, das auf lange Sicht immer wieder bei Finanzunternehmen landet, der Wörgler Schilling jedoch etwas ganz anderes.

Die Wirkung von „alternativem“ Geld

Der Wörgler Schilling, wie man die Arbeitswertscheine der Gemeinde Wörgl auch nannte, war ein so genanntes umlaufgesichertes Geld. Er verlor langsam aber sicher an Wert, was dadurch bewirkt wurde, dass die Noten alle vier Monate ihre Gültigkeit verloren und dann mit einer Wertmarke im Wert von einem Prozent des Nennwertes wieder gültig gemacht werden musste.
    Dadurch wurde es sinnvoll, eingenommenes Geld schnell wieder auszugeben und damit den Fluss von Waren und Dienstleistungen – also nichts anderes als die Wirtschaft – in Gang zu halten. Geld anzuhäufen hingegen brachte einem den Nachteil, dass der ganze schöne Reichtum langsam aber sicher dahin schmolz. Hätte dieses Beispiel Schule gemacht – was es ansatzweise auch tat, denn aufgrund des Erfolges des Wörgler Schillings wollten viele Gemeinden eigenes, umlaufgesichertes Geld einführen – wäre das ein herber Schlag für alle gewesen, die vom Aufhäufen und Verleihen von Geld leben. Genau aus diesem Grunde wurde diese Idee auch im Keim erstickt, das Wörgler Geld verboten und das Verbot mit der Androhung militärischer Gewalt durchgesetzt.
    Eine weitere Wirkung von regionalem Geld ist, dass es Kaufkraft in der Region hält. Da es nur regional gültig ist, kann man damit nur Dinge aus der Region kaufen, derjenige, bei dem man kauft ebenfalls und so weiter, bis ein ausgegebener Taler, Gulden oder wie immer die Regionalwährung heißt, vom ersten Besitzer erneut verdient und gleich wieder auf eine neue Rundreise durch die Region geschickt wird. Diese Rundreisen sind sehr kurz, das Geld läuft schneller um und verbessert damit zusätzlich auch noch ein wenig den Güteraustausch.

Kleinräumiges Wirtschaften bringt Vorteile

Großräumig oder gar weltweit gültiges Geld (und der Euro ist das in der Praxis) wird oft für Dinge ausgegeben, die nicht aus der Region stammen. Dadurch ist es erst einmal weg und kann dann in der Region nicht mehr für den Fluss von Waren und Dienstleistungen sorgen. Damit es wieder zurück kommt und das tut, braucht es Glück. Das Glück nämlich, etwas herzustellen zu können, was auch außerhalb der Region gefragt ist und das man nach auswärts verkaufen kann. Abgesehen davon, dass dadurch in vielen Fällen unnötiger Aufwand für und Umweltbelastung durch Transporte entsteht, ist man zum einen dem internationalen Konkurrenzdruck ausgesetzt und zum anderen verdienen unproduktive Zwischenhändler und natürlich auch wieder Finanziers mit, die alle das Verhältnis der aufgewendeten Arbeit zum damit erworbenen Nutzen verschlechtern.
    Dies ist aber nun noch der günstigere Fall, der ungünstigere besteht darin, das man in der Region nicht wirklich etwas herstellen kann, was auch außerhalb gefragt ist. Dann fließen die Euros für den Konsum ab und können nicht durch den Verkauf von produzierten Waren ersetzt werden. Die Menschen in einer solchen Region hängen dann am Tropf des Staates indem sie Hartz IV beziehen. Ihre Arbeitskraft und ihre Ressourcen liegen brach, weil das in die Region fließende Geld sofort wieder für (scheinbar) billigere Konsumgüter von auswärts ausgegeben wird, anstatt dass es in der Region zirkuliert und die regionalen Wirtschaftskreisläufe in Gang hält.
    Bekommt nun jemand in einer solchen Region regionales Geld in die Hand, kann er es nicht nach auswärts ausgeben, sondern kauft damit regional ein, auch wenn das regionale Produkt (scheinbar) etwas teurer ist als das von auswärts herbei gekarrte aus dem Supermarkt. Die Folge davon ist, dass regionale Anbieter, deren Waren in Euro nicht konkurrenzfähig sind, diese jedoch gegen regionales Geld verkaufen können – welche sie dann selbst wiederum für Produkte aus der Region ausgeben können und damit die regionalen Wirtschaftskreisläufe in Gang halten, die dafür sorgen, dass die Menschen selbst produzieren können und nicht ihre Güter für Hartz IV von auswärts kaufen müssen.  
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