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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

30. April 2011 6 30 /04 /April /2011 09:50

Vordergründig gilt bei uns die Evolution als „wissenschaftlich erwiesene" Tatsache, obwohl es berechtigte wissenschaftliche Zweifel daran gibt.

Anders als zum Beispiel in den USA werden Evolutionsskeptizismus und Kreationismus in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland bislang praktisch vollständig ausgeblendet. Darwins Theorie – an der übrigens sogar er selbst zweifelte – wird im Biologieunterricht zum Beispiel so dargestellt, als wenn sie auf so sicheren Füßen stünde wie etwa Newtons Überlegungen zur Schwerkraft. Auch populärwissenschaftliche Publikationen behandeln die Evolution in aller Regel quasi als Tatsache.

Wissenschaft und Wissenschaftsgläubigkeit

Die meisten Menschen leben in dem Irrglauben, dass es „wissenschaftlich erwiesene“ Tatsachen gibt. In Wirklichkeit jedoch ist gerade das Zweifeln an offenkundig Selbstverständlichem das eigentliche Wesen der Wissenschaft. Bei näherem Hinsehen sind es tatsächlich auch oft ausgerechnet Wissenschaftler, die der Ansicht sind, dass sich unsere heutige Welt nicht aus dem Nichts entwickelt haben kann, sondern von so etwas wie einem Schöpfergott geschaffen worden sein muss.

Das Problem des Kreationismus besteht weniger darin, dass etwa die Evolutionstheorie wissenschaftlich „wasserdicht“ wäre, sondern darin, dass die Annahme einer höheren Macht, eines Gottes sich schlecht mit unserer Auffassung von Wissenschaft verträgt. Die wissenschaftliche Tradition der Aufklärung verlangt mehr oder weniger, dass für alle Phänomena unserer Welt „natürliche“ Erklärungen gefunden werden, ein Gott darf nicht denknotwendig sein.

Zweifel an der Evolutionstheorie

Wer glaubt, dass sich ernsthafte Kreationisten lediglich auf die Bibel oder andere religiöse Quellen stützen, irrt sich gewaltig. Was in der Bibel steht, muss geglaubt werden, als Grundlage für naturwissenschaftliche Beweise eignet es sich nicht. Selbstverständlich kann man sich ein auf Glauben beruhendes Weltbild schaffen und damit sein Leben gelingen lassen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Evolutionszweifeln und Kreationismus muss jedoch von wissenschaftlich stichhaltigen Fakten ausgehen.

Tatsächlich ist bei näherem Hinsehen die Schöpfungsgeschichte auch nicht abenteuerlicher als die Evolutionstheorie. Das berühmte Missing Link, das fehlende Bindeglied zwischen dem Menschen und seinen affenartigen mutmaßlichen Vorfahren ist nicht das einzige seiner Art: An den entscheidenden Stellen von angenommenen Entwicklungen fehlen immer wieder Zwischenformen, welche zeigen, wie „Neuentwicklungen“ der Natur entstanden sind. Im Biologieunterricht in der Schule wird zum Beispiel ganz nonchalant gelehrt, dass die Scheren eines Hummers das umgebildete vorderste der vier Gliedmaßenpaare darstellen, die bei Krebs- und Spinnenartigen vorhanden sind. Ganz genauso verhält es sich bei den Flügeln der Fledermäuse. In beiden Fällen wartet man bisher jedoch noch auf die Entdeckung fossiler oder noch lebender Tiere, welche die Zwischenstufen darstellen, die es ja gegeben haben muss. Noch spannender wird es übrigens bei jenem Frosch, dessen Weibchen seinen Magen für die Dauer der Brut gewissermaßen zur Gebärmutter zweckentfremdet.

Ungereimtheiten der Evolutionstheorie

Eine langsame Entwicklung beispielsweise einer Vordergliedmaße zu einem Flügel über Zwischenstufen ist aber auch aus einem anderen Grund sehr fragwürdig: Es müsste jede Menge Generationen von Tieren gegeben haben, bei denen die Vordergliedmaßen bereits keine Beine, aber auch noch keine Flügel waren. Solche Gliedmaßen hätten die betreffenden Tiere aber jedoch behindert anstatt ihnen einen Vorteil beim Überleben zu geben. Schließlich ist die Evolution ja definitionsgemäß das „Survival of the Fittest“, das Überleben des Tüchtigsten. Ein Tier mit Vordergliedmaßen, die nicht mehr zum Laufen oder Greifen, aber auch noch nicht zum Fliegen taugen, kann diesen Anspruch schwerlich erfüllen.

Dass die Umbildung vom Vorderbein zum Flügel schlagartig durch eine Mutation stattgefunden hat, ist jedoch ebenfalls nicht gut denkbar: Eine Mutation ist Folge eines Kopierfehlers und es ist sehr unwahrscheinlich, das durch einen solchen etwas sinnvolles entsteht. Mutationen von höheren Lebewesen, die durchaus vorkommen sind praktisch immer Wesen mit Fehlbildungen.

Dazu kommt, dass einzelne Gene in der Regel für verschiedene Dinge „zuständig“ sind, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Aus diesem Grunde gehen auch die Versuche, mit Hilfe eines als Merle-Faktor bekannten Defektgens bläuliche Hunde zu züchten: Neben dem erwünschten blaugrauen Fell weisen die bedauernswerten Produkte derartiger züchterischer Versuche hochgradige angeborene Seh- und Hörschäden auf.

Tatsächlich gibt es unbestreitbar Evolutionsmechanismen: Man kann immer und überall Tiere beobachten, die sich an bestimmte Umweltbedingen angepasst sind und sich von Artgenossen oder nahen Verwandten aus anderen Lebensräumen unterscheiden: Die gegenüber von Wölfen aus warmen Gegenden deutlich massigeren Polarwölfe, die auch ein an ihre Lebensbedingungen angepasstes Fell besitzen, Schimpansen, die je nach Angebot des jeweiligen Lebensraum pflanzliche oder tierische Nahrung aufnehmen, Schwimmhäute bei bestimmten Hunderassen und vieles mehr.

Auch die Zurückentwicklung eines fünfzehigen Fußes zu einem zwei- oder einzehigen Fuß eines Huftieres ist nachvollziehbar und ohne weiteres als wahrscheinlich anzusehen. Die Umbildung zu ganz neuen Dingen wie den Flügeln der Fledermäuse, den Scheren von Hummern und anderen Krebsen oder die Verwandlung einer Schuppe in eine Feder sind hingegen wesentlich unwahrscheinlicher, schon daher, da nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik alles zur Unordnung strebt und Ordnung nur durch den Einsatz von Energie erzeugt werden kann.

Ungereimtheiten in der Erdgeschichte

Auch in der Erdgeschichte gibt es Dinge, die bei näherem Hinsehen recht hanebüchen sind. Es wurden beispielsweise laut dem Autor Hans-Joachim Zillmer schon fossile Baumstämme gefunden, die vertikal durch die Gesteinsschichten von vielen Jahrtausenden Erdgeschichte ragten. Schwer vorstellbar, dass ein toter Baum stehenbleibt, bis er im Staub der Äonen versunken ist. Die vor Darwin übliche Erklärung, dass Gesteinsschichtungen und -formationen durch gewaltige Naturkatastrophen entstanden seien, ist hier schon plausibler.

Ohne sich als Kreationist zu outen, bezweifelt Zillmer das etablierte Bild der Erdgeschichte. Er führt Paradoxien an, wie Saurierspuren, die mit menschlichen Fußabdrücken in ein und derselben geologischen Schicht und zeigt wie zum Beispiel neue Bachläufe bei Naturkatastrophen innerhalb von wenigen Stunden entstehen und dann genauso aussehen, wie solche,die sich im Laufe von Jahrmillionen entwickelt haben sollen.

Zillmer ist nicht der Einzige, der das etablierte Bild der Erdgeschichte sehr skeptisch betrachtet. Wissenschaftler geben in der Regel auf Nachfragen zögerlich oder bereitwillig zu, dass die Evolutionstheorie eben lediglich eine Theorie ist und durchaus hinterfragt werden kann - was gegen allen Mainstream heute auch zunehmend geschieht. Genau das ist ja auch das Wesen der Wissenschaft und daher besteht das eigentliche Problem mit ihr darin, dass sie von Menschen, die nicht viel von Wissensschaft verstehen, für „bewiesen“ gehalten wird.

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23. April 2011 6 23 /04 /April /2011 18:12

Blumenstrauss

Wenn man beim Bibellesen aufmerksam ist und ein wenig mitdenkt, findet man immer wieder einmal interessante Kleinigkeiten. Diesmal war es ein Detail der Ostergeschichte im Markusevangelium, das ich interessant fand: In Kapitel 16,3 steht dort, dass die Frauen, die am Ostermorgen zu Jesu Grab gingen, noch gar nicht wussten, wer ihnen den Stein vor dem Eingang fortwälzen sollte.

   Ich weiß nicht, wie oft über dieses Detail hinweggelesen wird, dabei enthält es bei genauem Hinsehen eine kleine, ermutigende Botschaft: Da sind diese Frauen also einfach einmal losgezogen um den Leichnam Jesu zu salben, obwohl sie doch noch gar nicht wussten, wie sie überhaupt in das Grab gelangen sollten. Oder anders betrachtet: Sie haben ihr Vorhaben einfach einmal angepackt und darauf vertraut, dass sich für diese eine Schwierigkeit eine Lösung finden wird. Nun kann es ja einerseits sein, dass man bei einem Projekt tatsächlich eine Schwierigkeit doch nicht meistern kann und aufgeben muss, aber auf der anderen Seite ist auch etwas anderes ganz klar: Wenn man sich von vorausgesehenen echten oder vermeintlichen Schwierigkeiten davon abhalten lässt, etwas anzupacken, wird man ganz sicher gar nichts erreichen.

   Und was passiert den Frauen am Ostermorgen: Nicht nur, dass der Stein vor dem Eingang fortgewälzt ist, in der Folge stellt sich auch heraus, dass Jesus auferstanden ist. Nicht nur, dass das kleine Problem der Frauen gelöst wurde, die ganze Geschichte wendet sich zum Guten.

   Lasst uns also auch dieses kleine Detail der Ostergeschichte aus dem diesjährigen Osterfest mitnehmen und an den Stein vor dem Grab denken, wenn wir uns überlegen, ob wir etwas anpacken wollen, bei dem noch nicht jedes kleine Detail vorab gelöst ist. Man sieht in der Regel mehr, wenn man bereits ein Stück des Weges gegangen ist und manche vorausgesehene Schwierigkeit ist dann gar keine mehr. Und manchmal kommt es sogar noch viel besser als man je zu hoffen gewagt hat.

 In diesem Sinne: Frohe Ostern!

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22. April 2011 5 22 /04 /April /2011 11:52

Der Amboss ist das Sinnbild der Schmiedekunst und ich habe mich hier ja schon vor längerer Zeit in einem Artikel mit ihm befasst. Er wird oft mit seinem Gegenstück, dem Hammer, in einem Atemzug genannt. Tasächlich ist der Schmiedehammer ein unverzichtbares Werkzeug des Schmiedes und, auch deswegen weil man ihn so viel in der Hand hat, einer näheren Betrachtung wert.

 

 

 Faeustel Schmiedehammer Schlosserhammer

Fäustel, Schmiedehammer und Schlosserhammer

 

   Im Prinzip kann man natürlich auch mit einem Schlosserhammer schmieden. Da dieses Werkzeug jedoch eben nicht für das Schmieden entwickelt wurde, kann man mit ihm nicht wirklich optimal arbeiten. Auf die Dauer sollte man sich, wenn man ernsthaft schmieden will, einen vernünftigen Schmiedehammer zulegen.

Merkmale eines Schmiedehammers 

     Wenn man einen Schmiede- mit einem Schlosserhammer vergleicht, fällt zunächst auf, dass der Schmiedehammer gedrungener ist. Ältere Modelle sind oft sogar um das Hammerauge oder Hammerhaus herum extra verdickt, um noch mehr Masse um das Zentrum herum zu konzentrieren. Der möglicherweise derzeit weltbeste Schmied, Uri Hofi, ist bei dem von ihm entwickelten Hammer auf dieses Merkmal zurückgekommen und hat es sogar noch stärker betont als früher üblich. Die besonders stark gedrungene Form des Hofihammers hat offenbar nicht zuletzt den Sinn, dass der Schwerpunkt nicht zu weit auswandert, wenn man den Hammer verdreht um mit der Kante auf das Eisen zu schlagen.

Schmiedehammer traditionelle Form

Schmiedehammer in traditioneller Form

 

   Schwedische Schmiedehämmer hingegen sehen etwas anders aus: Sie sind schlanker, dafür ist die Verdickung um das Hammerhaus herum besonders deutlich ausgeprägt. Dadurch wird wiederum eine Konzentration der Masse um das Auge herum erreicht.

   Außerdem ist die Bahn eines Schmiedehammers nicht platt, sondern leicht gewölbt und ihre Kanten sind eher abgerundet als angefast wie bei einem Schlosserhammer. Die Rundung der Finne besitzt einen verhältnismäßig großen Radius.   

   Was es mit der gedrungeneren Form des Schmiedehammers auf sich hat, merkt man am besten, wenn man abwechselnd mit einem Schlosser- und einem Schmiedehammer jeweils einige Schläge auf dem Amboss macht: Der gedrungenere Schmiedehammer lässt sich deutlich besser führen.

   Der Grund für die Massenkonzetration bei der Formgebung des Schmiedehammers ist offensichtlich der folgende: Mit einem Schlosserhammer schlägt man hauptsächlich so zu, dass die Bahn platt auftrifft, die Schlagrichtung also senkrecht zu dieser liegt. Mit einem Schmiedehammer will man den Werkstoff in eine bestimmte Richtung treiben und schlägt daher auch schräg und mit zusätzlicher Seitwärtsbewegung zu. Dabei treten Kräfte seitlich zur Längsrichtung des Hammerkopfes auf, die aufgrund des Hebelgesetzes einen schlanken Hammerkopf leichter verkanten als einen gedrungenen.

Schmiedehammer schwedische Form

Schmiedehammer in schwedischer Form (Quelle: Zorro/Wikipedia, PD)

 

   Der Vorschlaghammer - bei uns nennen ihn viele fälschlicherweise Schlägel - ist ebenfalls gedrungener als ein Schlosserhammer und daher gewissermaßen eine sehr große Version des einhändigen Schmiedehammers. Weil wir schon mal dabei sind: Ein Schlägel hat keine Finne, sondern zwei Bahnen wie ein Fäustel.

   Außer zum Schmieden nimmt man den Vorschlaghammer, der bei Handwerken auch Bello, Lehmann oder Mottek heißt, auch für andere Arbeiten, zum Beispiel zum Einschlagen von Pfosten. Dass es keine so große Version des Schlosserhammers gibt, liegt wohl daran, dass ein so großer schlanker Hammerkopf auch beim "platten" Zuschlagen zu leicht verkanten würde und daher die gedrungenere Form des Schmiedehammers in diesen Dimensionen auch für andere Arbeiten die günstigere ist.           

   Was man nicht sieht, ist, dass ein Schmiedehammer nicht so stark gehärtet ist, wie ein Schlosserhammer, da man mit ihm auf mindestens rotwarmes und daher weicheres Eisen schlägt. Auf kaltem Eisen soll man ja sowieso nicht herumdengeln, wie ein alter, unter Schmieden gängiger Spruch drastisch verdeutlicht: Die Kaltschmiede und die Pfaffen hat der Teufel erschaffen!

Behelfslösung: Schlosserhammer oder Fäustel 

   Wenn man sich mit einem Schlosserhammer behilft, kann man ihn zwar nicht gedrungener machen, aber sein Bahn und eventuell auch die Finne mit der Schruppscheibe an die Formen eines Schmiedehammers anpassen und dann mit einer feineren Schleifscheibe wieder glätten. Wenn diese Bereiche dabei aufgrund der Wärmeentwicklung etwas weicher werden, ist das kein Fehler, es mindert sogar die Gefahr, dass etwas absplittert, wenn man doch einmal auf etwas Hartes schlägt. Das kann nämlich im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen! Zu warm sollen sie aber auch nicht werden, sonst bekommt man beim Arbeiten zu leicht Macken in Bahn und oder Finne.

Hofi-Schmiedehammer 1,5kg

Schmiedehammer in der Form nach Uri Hofi (Quelle: Zorro/Wikipedia, PD)

 

   Um sich notfalls zu behelfen, wenn man keinen Schmiedehammer hat, kann man auch einen Fäustel in der beschriebenen Weise herrichten. Der Vorteil dabei ist, dass er ähnlich gedrungen ist wie ein Schmiedehammer, der Nachteil, dass er keine Finne hat.

Wichtig: Der Stiel

   Ein Hammer wird erst durch den Stiel zu einem solchen, ohne ihn ist er lediglich ein Faustkeil. Daher, und weil man den Stiel ja auch in der Hand hat und mit ihm den Hammer führt, kann auch der beste Hammer nur so gut sein wie sein Stiel. Das im Folgenden gesagte gilt übrigens nicht nur für Schmiedehämmer, sondern auch für andere Arten.

       Ein guter Hammerstiel ist immer aus Holz und zwar aus einem zähharten. Esche war, ist und bleibt hier eine gute Wahl, auch Robinie wird bei guten Hämmern verwendet. Früher nahm man auch Weißdorn oder Schwarzdorn (Schlehe). Möglicherweise sind diese Hölzer sogar noch besser, ich habe es jedoch noch nicht ausprobiert.

   Der Hammerstiel muss die richtige Länge haben und gut in der Hand liegen. Genauso wichtig wie Holz und Form des Stiels ist seine Verbindung mit dem Hammerkopf, also dass er gut verkeilt ist. Ob man einen eisernen oder hölzernen  - typischerweise aus Eiche - Keil nimmt ist mehr oder weniger Geschmackssache.

   Wer Lust und Liebe dazu hat, kann sich seinen Hammerstiel auch aus einem geeigneten Stück Holz individuell selbst anfertigen. Wenn man Esche nimmt, wird man ein passendes Stück sicher beim nächsten Schreiner ergattern können. Weiß- oder Schwarzdorn wird schwerer zu bekommen sein; vermutlich wird man sich den Rohling in diesem Fall selbst draußen schneiden müssen.

   Wenn man ein Drechselbank (als Zusatzeinrichtung zur Bohrmaschine nicht allzu teuer) hat, wird man die Längskontur des Stiels am besten drechseln. Anschließend flacht man ihn mit der Raspel oder einem Surformhobel auf den ovalen Querschnitt eines Hammerstiels ab. Die Feinarbeiten erledigt man mit Feile und Schmirgelleinwand bzw. -papier.

Vorschlaghammer

Vorschlaghammer

 

   Wenn man ihn kauft - auch gute Hammerstiele sind nicht sehr teuer - nimmt man am besten den Hammerkopf mit in den Laden, vor allem, wenn man einen älteren Hammer hat. Aber auch für einen neueren, genormten Hammer wird man vielleicht nicht immer den dazu gehörigen ebenfalls genormten Stiel bekommen und muss dann eben aus den im Laden vorhandenen einen passenden auswählen.      

   Einen neuen Hammerstiel passt man im vorderen Bereich mit Raspel und Feile so in das Hammerauge ein, dass er sich ohne allzu brutales Klopfen eintreiben lässt. Ich mache es am liebsten so, dass der Hammerkopf von selbst auf den Stil rutscht, wenn man ihn mit dem hinteren Ende mehrfach kräftig auf den Amboss stößt. Wenn der Stiel passt, sägt man von der Stirnseite den Schlitz für den Keil ein.

   Anschließend treibt man den Hammerkopf auf und schlägt von vorne den Keil ein. Wenn ein Holzkeil dabei etwas großzügig bemessen ist, feilt man noch den Überstand bei. Eisenkeile sollte man so wählen, das sie sich bündig einschlagen lassen.

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   In der trockenen Hitze der Schmiede kann es passieren, dass das Holz des Stiels einschrumpft und der Hammer lose wird. man kann dem vorbeugen, indem man den Hammer immer wieder einmal eine Weile ins Wasser stellt. Oft kann man damit auch einen bereits locker geworden Schmiedhammer wieder kurieren, zumindest für eine Weile.

   Ein richtig gelockerter Stiel ist jedoch ein ernstes Leiden und gehört unverzüglich behandelt. Notfalls stielt man den Hammer eben neu ein. Ein lockerer Hammer ist nicht nur ein Ärgernis beim Arbeiten, sondern stellt eine üble Unfallgefahr dar!

   Wenn man es geschafft hat, einen Hammerstiel abzubrechen, ist man nicht knickerig, sondern kauft einen neuen, anstatt den alten zu kürzen. Hämmer, deren Kopf aufgrund eines mehrfach auf diese Weise "reparierten" Stiels fast auf der Faust aufliegt, sehen nicht nur doof aus, man kann mit ihnen auch nicht arbeiten.

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Published by Fokko - in Schmieden
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18. April 2011 1 18 /04 /April /2011 19:21

Spiegel Online ist ja nicht gerade als aufmüpfige Publikation bekannt, aber ab und zu findet sich dort doch auch Kritisches. Gerade habe ich dort wieder einmal etwas über die offiziell als "Energiesparlampen" beschönigten Giftbirnen entdeckt, die man uns anstelle der guten, alten Glühlampe Edisonscher Bauweise aufzwingen möchte.

Der NDR hat, so SPON, solche Lampen in einem zertifizierten Labor testen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass sie nicht nur beim Zerbrechen hochgiftiges Quecksilber freisetzen, sondern auch im normalen Betrieb giftige Gase absondern, darunter krebserregende Stoffe.

  Das Umweltbundesamt, mit den Ergebnissen der Tests konfrontiert, wiegelt ab. Es würden, so liest man, zwar Stoffe emittiert, bei denen krebserregendes Potential nicht ausgeschlossen werden könne, jedoch nur in geringen Mengen, so dass keine Gesundheitsgefährdung bestünde. Einer der Stoffe, Styrol wirkt jedoch fruchtschädigend, ein zweiter, Phenol ist stark ätzend und wurde von Nazi-Ärzten bei Menschenversuchen für tödliche Injektionen benutzt. Der dritte schließlich, Naphtalin, wurde früher in Mottenkugeln verwendet.

  Interessant ist an der Sache auch, dass krebserregende Stoffe ansonsten - zum Beispiel als Bestandteile von Tabakrauch - unter allen Umständen vermieden werden müssen, da es für sie keine Grenzwerte gibt, unterhalb derer sie unbednklich wären.

  Außerdem weist der SPON-Artikel auf einen weiteren Artikel hin, der sich mit der "Energiesparlampe" befasst: Schon Anfang des Jahres hatte die ARD  auf ihrer Website über alle möglichen anderen tollen Eigenschaften der Giftbirnen berichtet: Unter anderem erzeugen die Dinger 20 mal soviel Elektrosmog, wie bei Computermonitoren erlaubt ist. 

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15. April 2011 5 15 /04 /April /2011 10:14

Sonne und Wind würden uns im Grunde genug Energie liefern, um unseren Bedarf an elektrischem Strom zu decken. Das Dumme ist, dass diese beiden Energiequellen nicht immer dann zur Verfügung stehen, wenn wir Strom benötigen. Das Speichern von elektrischer Energie ist jedoch ein Problem, an dessen Lösung schon seit vielen Jahrzehnten ohne entscheidende Erfolge gearbeitet wird. Mit einem Verfahren, mit Hilfe von elektrischem Strom Methan zu erzeugen, zeichnet sich mittlerweile eine intereressante Lösung ab.

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Strom aus Windkraft: Das Problem seiner unregelmäßigen Verfügbarkeit wird gerade gelöst

 

   Ein älterer Lösungsansatz ist die Herstellung von Wasserstoff mit Hilfe des überschüssigen Stroms aus Wind- und Sonnenenergie durch Elektrolyse: Wasser wird durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten, der dann als Brennstoff dienen kann. Die Sache ist elegant, hat aber einen Haken: Wasserstoff lässt sich schlecht lagern, denn seine Moleküle sind so klein, dass sie sogar durch die Stahlwandung einer Gasflasche hindurchdiffundieren.  

   Beim Fraunhofer-Institut in Kassel arbeitet man schon länger an einem verbesserten Verfahren, aus Strom Gas zu machen und hat das Problem im Prinzip bereits gelöst: Zunächst wird auch dabei durch Elektrolyse Wasserstoff hergestellt. Anschließend lässt man diesen jedoch mit CO2 reagieren und erhält Methan.

"Künstliches" Erdgas

   Das ist eine geniale Sache, denn Methan ist aufgrund seiner größeren Moleküle nicht nur ohne Probleme lager- und transportfähig, sondern auch  der entscheidende Bestandteil von Erdgas. Im Prinzip erzeugt man also mit Hilfe von Strom Erdgas. Das bedeutet aber nichts anderes, als dass alles, was man sich für Erdgas ausgedacht und gebaut hat, auch mit dem "Ökostrom-Methan" genutzt werden kann, einschließlich der bereits vorhandenen Infrastruktur zur Speicherung und Verteilung des herkömmlichen Erdgases.

   Man kann nun das mit Hilfe von Windstrom erzeugte Methan natürlich wieder verstromen und zwar mit ganz gewöhnlichen Erdgaskraftwerken, also zum Beispiel auch in Blockheizkraftwerken. Man kann damit aber auch wie mit allen Arten von Gas - vom altväterlichen Stadtgas über Propan und Butan bis zum Biogas - kochen, heizen, beleuchten und - Autofahren. Die Umrüstung eines herkömmlichen PKW mit Ottomotor für Erdgas ist zwar etwas aufwendiger und teurer als die Umrüstung für Propan, aber dennoch bezahlbar und schon lange alltagstauglich.

    Ein weiterer Aspekt ist, dass mit "Elektromethan" und auf Erdgas, also auf Methan umgerüsteten Ottomotoren die gesamte derzeitige Autotechnik beibehalten werden kann und dabei noch nicht einmal die Gläubigen der Klima-Ablassreligion, die es ja immer noch geben soll, ein schlechtes gewissen haben müssen. Gleichzeitig spart man teure und aufwendige Infrastruktur ein, die man für Elektroautos benötigen würde - von den Umweltbelastungen durch Herstellung und Entsorgung der Akkus gar nicht zu reden.

Wirkungsgrad und Skalierbarkeit     

   Bei der Erzeugung von Methan mit Hilfe von Windstrom werden, so schätzt man, etwa 40% der eingesetzten Energie verloren gehen. Das hört sich zunächst nach recht viel an, wobei man jedoch einmal überlegen sollte, wieviel Energie eingesetzt werden muss, bis aus Rohöl im Boden verkaufsfertiger Kraftstoff an der Zapfsäule geworden ist oder aus einem Kohleflöz Kohle im Bunker eines Kraftwerks.

   Dazu kommt, dass schon mit den derzeit vorhandenen Kapazitäten von Windkraftwerken zu Zeiten mit viel Wind und geringer Stromnachfrage schiergar mehr Strom gemacht wird, als man gebrauchen kann. Über den Wirkungsgrad von "nur" 60% muss man also keineswegs weinen, zumal Windstrom ja zu den entsprechenden Zeiten buchstäblich im Überfluss und zu verhältnismäßig geringen Kosten erzeugt werden kann.

   Eine interessante Frage ist nun die der Skalierbarkeit: Kann man wirtschafliche Anlagen zur Methanerzeugung mit Strom in Größen bauen, die zu den üblichen Größen von Windkraftwerken bzw. Windparks passen?

   Was die Wasserstoffgewinnung angeht, dürfte das sicherlich der Fall sein und auch Reaktoren, die aus Wasserstoff und CO2 Methan machen, müsste man entsprechend klein bauen können. In "Haushaltsgröße" vieleicht nicht gleich, aber in Größen, die zu den heute vorhandenen Windparks passen, sollte das machbar sein, eventuell sogar für einzelne Windräder in der Größenordnung von einem oder einigen Megawatt. Bei SPON ist Gas aus Strom gerade Thema eines Artikels, in dem unter anderem von Interessenten die Rede ist, die Anlagen in der Größenordnung von zehn Megawatt bauen möchten.

   Das liegt genau in der Größenordnung von Windrädern, die heute typischer Weise ein bis zwei Megawatt Leistung haben, wobei der Trend auch in Richtung fünf Megawatt geht. "Elektromethan"-Anlagen für Windparks in Größen wie sie über Fonds von Kleinanlegern finanziert werden, sind also keine Utopie.    

   Das Gegenstück, das Gaskraftwerk, das aus dem Methan wieder Strom macht, ist in dieser Hinsicht auf keinen Fall ein Problem. Gaskraftwerke kann man von wenigen Kilo- bis zu vielen Megawatt bauen und für noch größere Leistungen mehrere Aggregate zusammenschalten.

Wirtschaftliche Bedeutung 

   Wichtig ist, dass die Technik der elektrischen Methanerzeugung nun so schnell wie möglich mittelständischen Unternehmen zur Verfügung steht, die Anlagen in Größen bauen, die sich für die lokale und regionale Energieversorgung eignen. Energie aus regenerativen Quellen muss nämlich Bürgernenergie bleiben und der Regionalisierung dienen. Genauso wichtig ist, dass Bau und Wartung von Anlagen zur Gewinnung von Energie aus regenerativen Quellen Sache des Mittelstandes bleibt. Auf diese Weise kommen nämlich Arbeitsplätze in die Fläche und verbleibt Kaufkraft in den Regionen.

  Insgesamt scheint das "Elektromethan" das zu sein, was man bei uns im Schwabenland "a Bombagschicht" (eine Bombengeschichte) nennt. Nun geht es darum, mit dieser Technik die Regionen zu stärken: Ständig an der Steckdose verfügbarer Strom aus heimischem Wind und Gas fürs Auto aus regionaler Erzeugung mit Technik von mittelständischen Unternehmen wären ein wichtiger Schritt auf dem Weg weg von der globalen Abzocke.        

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9. April 2011 6 09 /04 /April /2011 09:01

Wenn man sich aus anderen Quellen als den Mainstream-Medien informiert, sich abweichende Meinungen bildet und diese auch mal äußert, kann es sein, dass man zu hören bekommt, man würde das glauben, was man glauben will. Das mag ja schon sein. Nur wirft es folgende Frage auf:

Ist es nicht immer noch besser, das zu glauben, was man selbst glauben will, anstatt das zu glauben, von dem andere wollen, dass man es glaubt?  

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4. April 2011 1 04 /04 /April /2011 13:58

Feinstaub-Panik, CO2-Ablasspredigten, NOX-Geschrei, ein Deutscher Wald, der aufgrund von saurem Regen schon gar nicht mehr da sein sollte – alles das hatte und hat in hohem Maße mit unserem liebsten Spielzeug, dem Auto zu tun. Hat der Verbrennungsmotor, der universelle Antrieb des 20. Jahrhunderts im neuen Jahrtausend ausgedient?

     Vor Jahren ging hier bei uns in der Region eine Zeit lang das große Hosensausen herum. Bei Daimler hatte man etwas über Wasserstofftechnolgie verlautbaren lassen und nun sah man das Ende des Verbrennungsmotors und der herkömmlichen Automobiltechnik gekommen. Da es hier einige Autozulieferer gibt, sah der hiesige Mittelstand schon – angeblich – seine Felle davon schwimmen und versuchte, mit Panikmache die Löhne bei den Metallverarbeitern zu drücken. So lächerlich oder noch besser gesagt, grotesk dieser buchstäbliche Sturm im Wasserglas war, ist es doch interessant, die Frage zu stellen, ob und welche Rolle der Verbrennungsmotor bei der zukünftigen Nutzung regenerativen Energiequellen spielen wird.

   Was offiziell der Umwelt schadet und was nicht, hängt leider nicht nur von naturwissenschaftlichen Fakten, sondern auch von Politik und Ideologie ab – und dahinter stecken bei genauem Hinsehen wirtschaftliche und machtpolitische Interessen. Es ist beispielsweise recht interessant, dass der Dieselmotor just zu der Zeit vom Umweltwunder zum Umweltmonster mutierte, als er sich vom schwerfällig vor sich hin nagelnden Bauerntriebwerk zu einer Maschine entwickelt hatte, die es in puncto Komfort und Fahrleistungen durchaus mit den Aggregaten Ottonischer Funktionsweise aufnehmen könnte. Jeder vernünftige Mensch hätte seit dieser Zeit den Diesel als Antrieb für sein neues Auto zumindest ernsthaft erwogen und ein großer Teil hätte sich wohl auch dafür entschieden.

Der böse Diesel

   Mit den modernen Turbo- und Common-Rail-Dieselmotoren können Dieselautos spritzig sein wie es früher nur flotte Benziner waren, brauchen jedoch wesentlich weniger (und meist billigeren) Kraftstoff. Von den früheren Unbillen, denen der Dieselpilot ausgesetzt war, ist lediglich noch der gegenüber Ottomotoren deutlich kernigere Klang geblieben. Der ideale Antrieb für ein privates Personenbeförderungsmittel also. Doch just, als es so weit war, stellte man sonderbarerweise urplötzlich fest, dass der hochgelobte vermeintliche Umweltfreund eine böse Dreckschleuder sei, die argen Dieselruß erzeuge und das auch noch in Form von schlimmem, schlimmem Feinstaub.

   Wenn es darum geht, uns etwas Gutes zu tun, bewegen sich Politik und Bürokratie bekanntlich sehr, sehr behäbig. Selbst wenn das Verfassungsgericht den Regierigen ausdrücklich aufgibt, eine gesetzliche Regelung zu schaffen oder zu modifizieren, um grundrechtswidrige Zustände zu beheben, mahlen die Mühlen des Staates sehr, sehr langsam und so lange bleiben verfassungswidrige Zustände wie etwa die unsäglichen Hartz-VI-Regelungen eben bestehen – zum Nutzen aller Beteiligten – bis auf die Betroffenen, versteht sich. Anders, wenn es gilt, dem Bürger auf Geheiß irgendwelcher Lobbies in die Tasche zu grapschen: Als die Mär vom bösen, bösen Dieselaggregat aufkam, ward flugs eine Strafsteuer auf Selbstzünder-Automobile erdacht und zurecht gezimmert, welche den wirtschaftlichen Vorteil, den Dieselautos dem Autler gebracht hätten, wieder zunichte machte.

   Ein großer Schelm, dem auffällt, dass dies auch etwa zu der Zeit geschah, als immer mehr Güter mit LKW auf der Straße transportiert wurden. Und ein noch größerer Schelm, wer es wagt zu fragen, warum bis in allerjüngster Zeit nie die Rede von den Unmengen von Dieselruß aka krebserregendem Feinstaub war, den doch die mit Dieselmotoren ausgerüsteten LKW in die Luft blasen müssen, wenn die Geschichte stimmt, aufgrund derer man bis heute noch Diesel-PKW-Fahrern unverschämt tief ins Portemonnaie langt.

Nicht nur der Diesel

   Erst in jüngster Zeit ist auch der LKW-Diesel im Hinblick auf Feinstaub ein wenig ins Gerede gekommen. Wohl, weil sich das nun nicht mehr so gut vermeiden lässt, nachdem man nun auch den Otto-Motor als bösen Feinstaub-Emittenten ausgemacht hat und mehr und mehr aus den Städten verbannt. Besonders schlimm sind die Zweitakter dran, die ja ihr Schmieröl zu bläulichem Dunst verkokeln, wie es die bösen Tabakraucher mit ihrem Qualmkraut tun.

   Aber im Sinne der reinen Lehre sollen auch viertaktende Mopeds von der Straße verschwinden. Allen Ernstes wird mittlerweile gefordert, kleine Zweiräder nur noch mit Elektromotor zu erlauben. Nicht nur, dass nach dem Willen der vergreisten und verspießerten Althippies von den Grünen künftig nur noch elektrisch betriebene kleine Zweiräder eine Allgemeine Betriebserlaubnis erhalten sollen, nein, sie wollen irgendwann auch den bereits vorhandenen Mopeds das Knattern verbieten.

   Dass dies fast schon verfassungswidrig ist, weil es genau genommen ein Eingriff in die Eigentumsrechte der Besitzer von mit Zerknalltreiblingen angetriebenen Mopeds und Rollern ist, wird unsere ehemals langhaarigen Weltverbesserer kaum anfechten. Schließlich haben die ehemals im Plenarsaal turnbeschuht Strümpfe strickenden Friedensbewegten die Regeln des großen Spieles Politik und Wirtschaft schon längst gelernt und genehmigen auch schon einmal einen Kriegseinsatz der Bundeswehr, wenn es dem Erhalt der Koalition und damit von einträglichen Mandaten und Ministersesseln dient.

Ist der Elektroantrieb die Lösung?

   Elektroautos und -zweiräder sind bei genauem Hinsehen eine erstklassige Pfründe für die Industrie: Wer sich ein solches Gerät kauft, lacht natürlich zunächst wie eine Gummihexe, da er sein Vehikel kostengünstig an der Steckdose in der heimatlichen Hütte betankt. Doch die spätere Gesichtsverlängerung ist bereits vorprogrammiert: Akkus leben nicht ewig und sind teuer. Das sollte eigentlich jeder wissen, der ein Kraftfahrzeug hat, denn bereits eine ganz gewöhnliche Autobatterie für Parklicht und Starter kostet allerhand und eine, die per Elektromotor das ganze Auto in Bewegung setzen und einige Stunden durch die Gegend fahren lassen kann, natürlich umso mehr.

   Wie da die Bilanz über ein Auto- oder Rollerleben aussieht, wird sich zeigen, wenn die heute bereits verkauften Exemplare in die Jahre gekommen sein werden. Ich vermute: Erfreulich – aber für die Industrie, nicht für den Verbraucher. Eine weitere herrliche Abzockmöglichkeit besteht darin, die Batterien bei den allfälligen neuen Modellen ein wenig zu verändern (natürlich durch Verbesserungen zum Wohle des Kunden), so dass man nach einigen Jahren ein neues Fahrzeug kaufen muss, weil es für das alte, bis auf den ausgelutschten Akku noch vollständig intakte, keine Batterien mehr gibt. Von der Umweltbilanz unter Einbeziehung von grauer Energie und Schadstoffbelastung aus Produktion und Entsorgung – die Akkuherstellung ist mit allerhand giftigen Stoffen verbunden und alte Akkus sind bekanntlich Sondermüll – wollen wir erst gar nicht reden.

     Akkus sind nicht nur teuer und gemessen an anderen Maschinenelementen kurzlebig, sondern auch schwer. Man soll ja niemals nie sagen, aber vorerst ist die Speicherung von elektrischer Energie noch an Masse gebunden. Alltagstaugliche Elektromobile hätte es bereits vor hundert und mehr Jahren gegeben, wenn das Problem mit dem Akku nicht wäre. Das ließ die verschiedenen Modelle, die immer wieder einmal auftauchten und die meist an sich auch einwandfrei liefen, regelmäßig scheitern. Dieses Problem wurde bis heute nicht gelöst und wird wohl auch nicht wirklich gelöst werden, bis hier etwas ganz Neues entdeckt wird.

Und der Wasserstoff?

   So etwas ganz Neues zum Speichern von elektrischer Energie hätte die Wasserstofftechnologie sein können: Es ist bestechend elegant,einfach und naheliegend, mit Hilfe elektrischer Energie Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten und später wieder zu Wasser zu verbrennen, um die so gespeicherte Energie zurückzugewinnen. Das könnte eine gute Lösung sein. Um aus Wasserstoff und Sauerstoff elektrischen Strom zu machen, braucht man noch nicht einmal eine Wärmekraftmaschine und einen Dynamo: Eine Brennstoffzelle ist viel einfacher und mit dem von ihr erzeugten Strom könnte man auch wieder einen elektrischen Fahrzeugantrieb speisen.

   Der Haken der ganzen schönen Sache besteht darin, dass der Wasserstoff nicht so will wie wir: Sein Molekül ist so klein, dass es sich nicht einsperren lässt und sogar bei sehr dichten Werkstoffen wie Eisen durch das Gefüge kriechen und so aus dem Behälter entfleuchen kann. Dadurch geht nicht nur wertvolle Energie verloren, sondern es entsteht auch Explosionsgefahr. Abhilfe ist aufwendig, teuer und – man wird es erraten haben – wiederum mit zusätzlichem Gewicht verbunden, was natürlich den Gewichtsvorteil des Wasserstofftanks gegenüber den Akkumulator mindert.

Der gute, alte Verbrennungsmotor

   Mit Hilfe von Brennstoffzellen kann man nicht nur Strom aus Wasserstoff machen, sondern z.B. auch aus Erdgas. So bestechend einfach diese Technologie auch ist, wirklich alltagstauglich scheint sie noch nicht zu sein: Die schon recht verbreiteten und bewährten Erdgasfahrzeuge nutzen in aller Regel herkömmliche Verbrennungsmotoren mit Hubkolben.

   Der Verbrennungsmotor nach Otto oder Diesel ist eigentlich ein kinetisches Unding, zumindest jedoch ein Anachronismus. Wie eine Kolbendampfmaschine aus längst versunkenen Zeiten besitzt er jede Menge hin- und hergehende Massen, was eigentlich nicht sein soll. Kinetisch besser ist es, wenn die sich in einer Maschine bewegende Massen nicht oszillieren sondern rotieren. Turbinentriebwerke konnten sich jedoch noch nicht durchsetzen, wohl vor allem auch wegen den hohen Drehzahlen, mit denen sie laufen.

   Auch dem Kreiskolben- oder Wankelmotor blieb der große Durchbruch bislang versagt. Abgesehen davon, dass auch er oszillierende Massen nicht vollständig vermeidet, da sein Kolben nicht wirklich kreist, sondern auf einer unrunden Bahn durch die Kammer hampelt, wirft er in der Praxis fertigungstechnische und Haltbarkeitsproblem auf. Zunächst sind sein Kolben und die Kammer nicht rund, sondern haben Konturen, sie man eigentlich erst mit moderner CNC-Technologie so ohne weiteres herstellen kann. Richtig schön maß- und formgenau lassen sich nun halt einmal am besten drehrunde Teile erzeugen – so wie etwa Kolben, Kolbenringe und Zylinderbohrungen eines traditionellen Hubkolbenmotors. Frühere Wankelfahrzeuge scheiterten auch am Problem, die Kolbenkanten gegen die Kammerwand abzudichten.

   So ist der gute, alte Hubkolbenmotor nach Diesel oder Otto, im Zwei- oder Viertaktverfahren arbeitend, derzeit immer noch die beste Lösung, wenn es darum geht, mechanische Arbeit mit Hilfe von brennbaren Gasen oder Flüssigkeiten zu erzeugen, vor allem, wenn damit Fahrzeuge angetrieben werden sollen. Wie flexibel er ist, zeigt sich nicht zuletzt an den Holzvergasern, mit deren Hilfe man zwar unter allerhand Unannehmlichkeiten, aber immer hin eben doch, mit ganz gewöhnlichem Holz Auto fahren kann.

   Mit brennbaren Gasen und Flüssigkeiten lässt sich Energie in verhältnismäßig wenig Masse speichern, wobei für Fahrzeuge Flüssigkeiten am einfachsten zu handhaben sind. Nicht umsonst waren es der Benzin- und später auch der Dieselmotor, die das Auto zum problemlos zu handhabenden individuellen Verkehrsmittel machten.

Heute und und Zukunft  

   Mittlerweile existieren aber auch einsatzfähige Techniken für den Betrieb von Fahrzeugen mit Gas. Andererseits lassen sich aus dem nachwachsenden Rohstoff Biomasse brennbare Flüssigkeiten und Gase erzeugen. Die Techniken, Ethanol und Methan (also Biogas) herzustellen, sind bereits verfügbar und technisch gar nicht anspruchsvoll. Die Stoffe selbst haben sich als Treibstoffe bewährt, wobei das Methan meiner Ansicht nach derzeit noch die Nase vorn hat: Der Alkohol hat zwar den Vorteil, flüssig und damit leicht handhabbar zu sein, ist aber wenig effizient: Nur Zucker und indirekt Stärke lassen sich zu Ethanol vergären, außerdem kostet es Energie, es aus der vergorenen Maische zu destillieren. Zu Methan kann aber auch die Zellulose werden, die den größten Teil von Biomasse aus Pflanzen ausmacht und es entsteigt der Gärplempe im Bioreaktor von selbst als im Prinzip bereits verwendbares Gas.

     Mittlerweile sind jedoch auch flüssige Brennstoffe aus Biomasse in Sicht. Man kann prinzipiell aus Methan natürlich längerkettige Kohlenwasserstoffe, also Benzin und Diesel synthetisieren, was jedoch aufwendig ist. Es wird aber mit genetisch veränderten Mikroorganismen experimentiert, die aus Pflanzenmasse solche Kohlenwasserstoffe erzeugen. Es klappt bereits mit Zucker, Ziel ist aber, auch Zellulose zu Benzin oder Diesel verarbeiten zu können - etwa durch eine der "Benzingärung" vorgeschaltete Aufspaltung der Zelluloseketten in kleinere Zuckermoleküle.

   Eine weitere Technik, an der geforscht wird, besteht darin, mit Hilfe von Elektrizität aus CO2 und Wasser Kohlenwasserstoffe zu erzeugen. Diese Technologie wären dann gleichzeitig Lösungen für das Problem der durch das Wetter bedingt schwankenden Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie und für das, den Strom aus diesen Energiequellen zum Antrieb von Fahrzeugen zu nutzen. Auch mit der Herstellung von Brennstoffen aus CO2 und Wasser mit Hilfe von Sonnenlicht wird experimentiert, was ebenfalls gleichzeitig das Problem der schwankenden Verfügbarkeit der Sonnenenergie lösen würde.

   Bei all diesen Technologien hat vorerst der gute, alte Hubkolben-Verbrennungsmotor weiterhin seine Aufgabe: Er verwandelt die so gewonnenen Brennstoffe in mechanische Arbeit für den Antrieb von Fahrzeugen oder Dynamomaschinen. Wie es also aussieht, wird er auch bei der Nutzung von regenerativen Energiequellen seine Bedeutung vorerst behalten. Er wird sogar eher an Bedeutung gewinnen, denn zu den weiterhin in Kraftfahrzeugen verbauten Zerknalltreiblingen werden weitere in Blockheizkraftwerken eingesetzten Maschinen hinzukommen, welche die aus Biomasse oder CO2 erzeugten Kohlenwasserstoffe verstromen.

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3. April 2011 7 03 /04 /April /2011 17:33

Ein Problem, dass sich zum Beispiel beim Fallenstellen stellt, sind die Geruchsspuren die man hinterlässt, wenn man Dinge anfasst. Jeder Jäger weiß, dass man Fallen verwittern lassen muss. Aber wie vermeidet man, dass man die verwitterte Falle beim Beködern und Fängischstellen erneut verstänkert?

   Man stellt eine neue Falle ja bekanntlich nach dem Bau ein gewisse Zeit ins Freie, damit sich die Geruchspuren verlieren, die unweigerlich entstehen, weil man ja Materialien und Bauteile bei deren Herstellung in die Hand nehmen muss. Auch eine ältere Falle, die man zuhause gelagert und beim Transport ja auch berührt hat, weist Geruchspuren auf. Selbst wenn man nun die Falle am Aufstellungsort verwittern lässt, lässt es sich nicht vermeiden, dass man bestimmte Teile beim Fängischstellen ("Scharfmachen") der Falle wiederum berührt und verstänkert, also Geruchspuren hinterlässt.

   Hier hilft jedoch ein einfacher Trick: Man zieht zu dieser Arbeit Handschuhe an, die man zuvor eine Weile in den Rauch eines Holzfeuers gehängt hat. Der Geruch von Holzrauch kommt auch in der Natur vor und hat daher für Tiere nichts direkt Bedrohliches. Wenn man in Überlebenssituationen einfache Fallen aus am Ort vorgefundenen Materialien baut, sollte man dabei ebenfalls "geräucherte" Handschuhe tragen. In solchen Situtaionen hat man ja keine Zeit, zu warten, bis die Falle von selbst verwittert, sie soll ja möglichst sofort fangen.

   Es ist also kein Fehler, wenn man beim Zusammenstellen einer Überlebensausrüstung auch an ein paar einfache Arbeitshandschuhe denkt. Im Jagdwagen wird man so etwas ja sowieso dabei haben; zum Beispiel sind sie unter anderem als bestandteil der Hundeausrüstung sinnvoll, da sie Verbrennungen an den Händen vermeiden, wenn man mit einer langen Dirigierleine arbeitet.

   Und natürlich ist der Trick mit den geräucherten Handschuhen auch hilfreich, wenn man Tiere gar nicht fangen oder gar töten, sondern lediglich beobachten, fotgrafieren oder filmen will und dazu Lockfutter oder Kameraauslösevorrichtungen verwendet.   

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Published by Fokko - in Überleben
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2. April 2011 6 02 /04 /April /2011 10:46

Wie einige meiner Leser sicher wissen, schreibe ich auch immer wieder bei Suite 101. Gestern habe ich dort einmal wieder zwei Artikel veröffentlicht.Einer befasst sich mit der Frage, was das oft als Totschlagargument benutzte Prädikat "wissenschaftlich erwiesen" eigentlich bedeutet. Der andere setzt sich mit den Ungereimtheiten in der von vielen Menschen als die absolute Wahrheit angesehenen Evolutionstheorie auseinander, die mittlerweile nicht nur von den so genannten Kreationisten, sondern auch von Anhängern des Intelligent-Design-Gedankens thematisiert werden.

Update 30.0411: Der erwähnte Artikel über die Ungereimtheiten der herrschenden Vorstellung über Entstehung und Entwicklung unserer Welt - also der Evolutionstheorie - wurde von dem zuständigen Redakteur mit recht fadenscheinigen Begründungen deaktiviert und der Link auf die Startseite von suite101 umgelenkt. Da ich gegen diese Zensur nichts ausrichten kann und auch keine Lust habe, mich dumm herumzustreiten, habe ich den Artikel einfach hier auf meinem Blog eingestellt und den Link oben entsprechend angepasst.   

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27. März 2011 7 27 /03 /März /2011 22:46

Schön, dass wir hier in Württemberg dem Franz Joseph Strauß für Arme, Stefan Mappus, heute gehörig in die Suppe gespuckt haben. Schön, dass das den Filz ein wenig durcheinanderbringt, weil mit Ministern und Ministerpräsident jetzt auch Ministerialbeamte ausgewechselt werden, was natürlich alte Seilschaften zerstört. Schön, dass auch mal wir im Ländle "denen da oben" gezeigt haben, dass wir auch noch da sind. 

   Dauerhaft wird sich ja wohl kaum etwas ändern, denn auch an den neuen Köpfen werden offene Ohren für das Zaubersprüchlein "Es soll ihr Schade nicht sein..." angewachsen sein. Da braucht man sich bei unseren etablierten Parteien und unserem scheindemokratischen System nicht der geringsten Illusion hinzugeben.

   Immerhin jedoch ein Achtungserfolg - und vielleicht ja auch ein Wendepunkt: Mit Wahlen allein wird es zwar nicht zu schaffen sein, aber wenn sich die Kultur des Wutbürgers weiterentwickelt und das auf die Straße gehen für die eigenen Belange Schule macht, könnte sich mit der Zeit doch etwas bewegen.

  Ein Armutszeugnis jedoch ist die "Rekord-Wahlbeteiligung", wie Spiegel Online sie genannt hat, von 66%. Das muss man sich einmal sinnig geben: Ein volles Drittel der "mündigen Bürger" interessiert es eine feuchten Furz, was "die da oben" machen. Anstatt wenigstens einmal in vier Jahren Flagge zu zeigen, blieben diese Leute lieber auf ihren Är...en daheim vor dem Verblödungskasten beim Prollglotz von Bertelskirch und Co.

  Armes Deutschland, armes Württemberg! Graf Eberhard würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er das wüsste.

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Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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