Overblog Folge diesem Blog
Administration Create my blog

Über Diesen Blog

  • : Blog von Volker Wollny
  • Blog von Volker Wollny
  • : Hier gibt's jede Menge Informationen über heikle und weniger heikle, aber immer interessante Themen: Jagd, Waffen, Fischen, Selbermachen, Garten, Geld Sparen, Freizeit, Hobby, Kultur und was sonst noch dazu gehört
  • Kontakt

Profil

  • Fokko
  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.

Website:

Im Blog Suchen:

Newsletter abonnieren

Hier geht's zu Fokkos Selbstversorger-Newsletter:
Klicken!

Non-Blog-Sites

Andreas Quiring  

IT / EDV - Lösungen
Theodor-Veiel-Str. 17
70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

31. August 2011 3 31 /08 /August /2011 12:31

 

Ab dem 1. September sollen ja jetzt auch noch die 60-W-Glühbirnen aus dem Handel verschwinden und damit die letzten dieser Leuchtmittel, die einigermaßen Licht geben. Nächstes Jahr kommt soll dann der endgültige Todesstoß kommen: Es dürfen dann nur noch Glühlampen für Spezialanwendungen verkauft werden. Thomas edison gluehbirne

Geniale Dinge sind meistens einfach. Die Glühlampe ist so zweckmäßig, dass man sie mit Gesetzen auszurotten versucht, da sie dem Reibach mit den angeblich umweltfreundlichen "Energiesparlampen" im Wege steht.

 

   Das ist ja sattsam bekannt, aber eine weitere Nachricht ist neu: Just zu diesem Zeitpunkt erhöht Osram die Preise für seine als "Energiesparlampen" euphemisierten Giftbirnen um bis zu 25%. Die vorgeschützte lächerliche Begründung: Gestiegene Rohstoffkosten.

   Offenbar halten die Geldgeier bei den großen Konzernen uns schon für total verblödet und absolut klimagläubig, da sie sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, denn Zweck der Übung "Glühlampenverbot" wenigstens ein kleines Bisschen besser zu verschleiern. Oder es ist purer Zynismus, der von der Überzeugung getragen wird, dass der kleine Mann schnon lange nicht mehr aufmuckt, weil er meint "gegen die da oben ja eh' nichts machen zu können".

   Wenn jetzt die Verbraucherverbände weiterhin politisch korrekt diese Giftbirnen als Ei des Columbus anpreisen, geraten sie natürlich noch stärker in den Verdacht, dass sie nicht wirklich das Wohl der Verbraucher im Auge haben, sondern lediglich getarnte Werbeinstrumente der Industrie sind. Und wer als Verbraucher jetzt noch glaubt, dass das Glühlampenverbot zu seinem und dem Wohl seiner Nachkommen ersonnen wurde, zeigt damit, dass er genauso schlichten Gemütes ist, wie seine Melker ihn einschätzen.

Kinderarbeit im 19ten Jahrhundert

Kinderarbeit im 19. Jahrhundert in Deutschland. In vielen Ländern, in denen Komsumgüter wie "Energiesparlampen" hergestellt werden, ist es auch heute noch ganz normal, dass sich Kinder unter unvorstellbaren Arbeitsbedingungen und sogar auch unter akuter Lebensgefahr bei der Arbeit mit Quecksilber und anderen Giften ihre Gesundheit ruinieren.

 

   Übrigens: Wenn gestiegene Rohstoffkosten schnell einmal eine Preiserhöhung von 25% notwendig machen können, zeigt dies, dass die Materialkosten des jeweiligen Produktes recht hoch im Verhältnis zu den Lohnkosten sein müssen. Umgekehrt müssen daher die Lohnkosten recht niedrig sein. Dabei stellt sich dann die weitere Frage, wie das denn sein kann, da die Arbeitskosten doch aufgrund unverschämt hoher Löhne, Sozialleistungen und Kosten für Arbeitsschutz doch viel zu hoch sein sollen?

   Ein Schelm natürlich, wer daraus schließt, dass unser schönen "Energiesparlampen" an Orten produziert würden, wo Hungerlöhne bezahlt werden, Arbeitsschutz sowie soziale Absicherung Fremdwörter sind und die Lohnkosten durch Kinderarbeit noch weiter gesenkt werden können. So etwas tun unsere verantwortungsbewussten Großunternehmen mit ihrem tollen sozialen Gewissen doch nicht, oder?

Repost 0
22. August 2011 1 22 /08 /August /2011 09:38

Dass ich nicht an die menschengemachte Klimaerwärmung glaube, dürfte ja allgemein bekannt sein. Trotzdem bin ich, wie wohl ebenfalls bekannt ist, ein großer Befürworter der Regenerativen Energien. Wie passt das zusammen?

Eisbaer babies wie knutDass unsere Glühbirnen sie töten, ist zwar ausgemachter Humbug, aber... (Bild: U.S. Fish and Wildlife Service, PD)

 

   Laut Grundgesetz findet ein Zensur bei den Medien in unserem Lande ja nicht statt. Interessant ist jedoch, dass die etablierten, die Mainstream-Medien dennoch in dieser Hinsicht eine mehr oder weniger einheitliche Linie vertreten: CO2 ist böse, Glühlampen killen Eisbärbabies und so weiter... Ich finde es daher gut, dass es eine Menge Seiten im Netz gibt, welche die Behauptung, unsere Technik würde durch ihre CO2-Emissionen das Klima erwärmen, hinterfragen und aufzeigen, dass sie Blödsinn ist.

Regenerative Energien - warum? 

   Was ich jedoch nicht gut finde, ist, dass dabei vielerorts auch auf die Gewinnung von Energie aus regenerativen Quellen eingeprügelt wird. Tatsache ist dabei leider, dass auch die Nutzung von alternativen Energiequellen oft genug der Umwelt zum Schaden gereicht: Noch größere Mais-Monokulturen bei den Energiebauern, Regenwaldzerstörung durch Palmöl-Plantagen und derartige Dinge sind jedoch ungute Auswüchse, die darauf zurückzuführen sind, dass auch an sich sehr sinnvolle Technologien aus reiner Profitgier ohne Rücksicht auf Verluste genutzt werden. Dass dies geschieht, liegt nicht nur an der Geldgier einzelner, sondern auch an einer Politik, die solche Geldgier fördert.

   Deswegen jedoch regenerative Energiequellen generell zu verteufeln bedeutet, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Die Nutzung alternativer Energiequellen ist nämlich aus ganz anderen Gründen notwendig: Zum einen gehen unsere fossilen Energieträger zu Ende. Bei der Kohle ist das so klar, dass die Maus keinen Faden abbeisst. Was Erdöl und Erdgas betrifft, mehren sich zwar die Anzeichen, dass die Lomonossow-Theorie falsch ist und Erdöl sowie Erdgas möglicherweise tatsächlich nachgebildet werden. Leider können wir uns jedoch derzeit weder darauf verlassen, dass das so ist, noch darauf, dass, wenn es so ist, auch genug Erdgas und Erdöl neu entsteht, um unseren Energiebedarf auch in Zukunft zu decken.

Regenerative Energien und Regionalisierung

   Man kann sich dafür interessieren, wie und warum unser Geldsystem mit Zins und kreditgeschöpftem Geld der Grund sowohl für die (scheinbare) Notwendigkeit der Globalisierung als auch für ihr (tatsächliches und beobachtbares) Scheitern ist. Man kann es auch bleiben lassen, weil einem die Wirkungsweise von Fiat-Geld und moderner Geldmechanik zu hoch ist. Jedoch bleibt die reale Wahrnehmung, dass die Globalisierung für uns "kleine Leute" nichts taugen kann: Obwohl wir aufgrund der technischen Entwicklung mit immer weniger Arbeit immer besser leben müssten, müssen wir für sehr bescheidene Zuwächse am Lebensstandard immer mehr arbeiten.

 windstrom windraeder aalen waldhausen

... aber trotzdem ist Strom aus Wind...

 

   Daher muss jedem klar sein, dass die Zukunft eine starke Regionalisierung erfordert. Nicht zuletzt widerspricht es dem gesunden Menschenverstand, Dinge von weither zu karren, anstatt sie selbst zu machen,wenn man die Möglichkeit dazu hat: Zum einen macht man sich von anderen abhängig, zum anderen entsteht unnötiger Aufwand für den Transport.

   Das sind jedoch nur die offenkundigen Effekte. Bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass es noch weitere Wirkungen gibt: Durch die globaliserungsbedingte Versorgung mit Gütern von weither fließt Geld aus der Region ab. Theoretisch sollte dieses Geld von irgendwo her wieder zurückkommen, indem regionale Betriebe ihre Produkte nach auswärts verkaufen. Aber eben nur theoretisch: Besteht für die Produkte der örtlichen Betriebe auf einmal auf dem Weltmarkt kein Bedarf mehr, kommt kein Geld mehr herein, wobei jedoch weiterhin welches benötigt wird, um die Güter von auswärts zu bezahlen. Davon, dass örtliche Betriebe auch trotz weiterhin bestehendem Bedarf an ihren Produkten verschwinden, weil sie in Billiglohnländer verlegt werden, brauchen wir gar nicht zu reden.

  Wird nun Energie regional erzeugt, bleibt das Geld, welches für diese Energie bezahlt wird - und jeder weiß, dass wir einen erheblichen Teil unseres Geldes für Energie ausgeben - in der Region: Es geht beispielsweise an den Besitzer einer Windkraftanlage, der es dann auch wieder regional ausgeben kann. Wenn er durch sein Windrad (oder seine Windkraftfondsanteile) zusätzlich zu seinem anderen Einkommen Geld verdient, hat er mehr in der Tasche und ist eher geneigt, etwa in einem Hofladen einzukaufen statt bei A$$$ oder er lässt sich ein Möbelstück beim örtlichen Schreiner machen, anstatt eines von der Stange da zu erwerben, wo Idioten Einfach Alles Kaufen.

muehlgaben wehr aalen unterkochen

... Wasser und anderen Naturkräften eine sinnvolle Sache

 

   Natürlich geht das für regional gewonnene Energie bezahlte Geld nicht nur in den Konsum: Auch alternative Kraftwerke erzeugen Betriebskosten und was auf der einen Seite Kosten heißt, heißt auf der anderen Seite - Umsatz. Bau, Wartung und Reparatur von alternativen Kraftwerken können von kleinen, örtlichen Betrieben geleistet werden, was wiederum bedeutet, das das Geld in der Region bleibt. Die ortsansässigen Maurer, Maschinenbauer, Schlosser usw. verdienen mehr, können sich daher eher regionale Produkte leisten - und wiederum bleibt das Geld in der Region.

Regenerative Energie statt Lebensmitteln?

   Ein beliebtes Argument gegen regenerative Energiequellen ist, dass aufgrund ihrer Nutzung angeblich Biomasse zur energetischen Nutzung anstatt Nahrungsmiteln angebaut würde und dadurch der Hunger in der Welt zunähme. Das kann - wenn überhaupt - jedoch nur für die Energiegewinnung aus Biomasse gelten, nicht jedoch für Wind-, Wasser und Sonnenenergie.

   Was nun die Energiegewinnung aus Biomasse angeht, benötigt sie freilich Anbauflächen. Nun ist es aber so, dass weltweit - und ganz besonders bei uns - Anbauflächen brachliegen. Es ist also weder erforderlich, Ökosysteme zu ruinieren um Biomasse zu erzeugen, noch dafür weniger Lebensmittel zu erzeugen. Wo das trotzdem geschieht, ist es Folge einer verfehlten Politik - hinter der natürlich wieder Geldgier steckt.

  In diese Ecke gehören die Energiemais-Monokulturen hier genauso wie die Palmölplantagen in Südostasien. Grundsätzliche sollte man zur Energiegewinnung in erster Line die Biomasse nutzen, die zu sonst nichts taugt - und dabei zu allererst sämtliche Abfälle: Holz, zum Beispiel, kann man immer noch verheizen, wenn es zuvor einige Jahrzehnte als Möbel gedient hat. Die Abfälle, die bei seiner Gewinnung und bei der Gehölzpflege anfallen, natürlich auch: Hackschnitzel aus Schwachholz und Reisig, Säge- und Hobelspäne kann wunderbar verfeuern, um in Blockheizkraftwerken Wärme und Strom zu gewinnen.

  Wenn Energiebauern riesige Monokulturen anlegen, liegt das daran, dass das von der Politik geduldet bzw. sogar gefördert wird. Stattdessen könnte man Sinnvolleres fördern: Grenzertragsflächen, die für die Lebensmittelproduktion nicht mehr recht lohnen kann man immer noch für Energie-Biomasse nutzen. Heideflächen zum Beispiel, auf denen keine Schafe mehr weiden, muss man mähen, wenn man das Ökosystem erhalten will. Ab in die Biogasanlage mit dem Mähgut! Was Schafen als Energiequelle dienen konnte, taugt auch zum Vergären und Verstromen. Oder man nutzt die Flächen für anspruchslose Gehölze mit extrem kurzen Umtriebszeiten: Man lässt bestimmte Sträucher und Halbbäume wachsen, die man alle paar Jahre abschneidet und verhackschnitzelt.

  Wenn man den Bauern, wie gefordert und teilweise praktiziert, als Landschaftspfleger bezahlt, kann man das mit der Förderung von Energiegewinnung aus Biomasse verbinden. Landschaftspflege bedeutet in letzter Konsequenz ja vor allem, dass man unerwünschte Biomasse abschneidet - ab damit in die Biogasanlage oder ins Hackschnitzelkraftwerk!

  Wie pflegte mein Alter Herr immer zu sagen - viele Wenig geben ein Viel. Natürlich ergibt die vielseitige Nutzung von regenerativen Energiequellen in kleinem Maßstab im Einzelfall jeweils nur ein kleines Energieaufkommen. Aber es summiert sich. Und: Eine kleine Turbine an einem ehemaligen Mühlenwehr kann genauso ein paar nagelegene Häuser mit Strom versorgen, wie ein Hackschnitzelkraftwerk mit ein paar Hundert kW eine Siedlung - wobei beide immer wieder Wartungs- und Reparaturaufträge für das örtliche Handwerk bedeuten, also die regionale Wirtschaft beleben. Man muss kleinräumige Probleme auch kleinräumig lösen, dann kann man sie in jedem Einzelfall auch optimal lösen. Und die optimale Lösung für drei Häuser am Bach kann eben das ehemalige Mühlenwehr in der Nähe sein, dass aufgrund wasserwirtschaftlicher Aspekte so oder so auch nach Stillegung der Mühle bestehen bleiben musste. 

Die positive Seite des Klima-Hypes

   Natürlich ist es ärgerlich, dass uns mit der Klimareligion unter dem Deckmantel des Umweltschutzes das Geld aus der Tasche gezogen wird. Doch die Sache hat für uns auch einen Vorteil, den sich diejenigen, die den ganzen Schmu ausgekocht haben, vielleicht gar nicht bedacht haben: Wer "Klima" sagt, muss auch "Regenerative Energien" sagen. Daher müssen unsere Öberen - vielleicht mit heimlichen Zähneknirschen - diese nicht nur zulassen, sondern sogar fördern.

   Jetzt versuchen die großen Energiekonzerne auch, die Gewinnung von Strom aus regenerativen Quellen an sich zu ziehen. Die Politik hilft ihnen natürlich dabei, ihre Oligopolstellung möglichst auch dann zu behalten, wenn einmal sämtlicher Strom aus Wind, Wasser, Sonne und Bimasse gemacht wird. Das bedeutet für den kleinen Anwender voraussichtlich Kürzung der Förderungen kleiner und mittlerer Anlagen zugunsten von Unfug wie Desertec und Offshore-Windparks.

   Auch wenn das bitter ist, bedeutet es jedoch keineswegs das Aus für die Nutzung von regenerativen Energien auf regionaler, lokaler oder Haushaltsebene. Der große Vorteil der alternativen Stromgewinnungstechniken, ihrer Skalierbarkeit bleibt bestehen. Kleine Kraftwerke funktionieren trotzdem, auch wenn wir in Zukunft mehr dafür bezahlen müssen, weil wir weniger oder keine Zuschüsse mehr bekommen sollten. Daher bleiben diese Lösungen als Konkurrenz zur zentralisierten Stromerzeugung der Energieriesen bestehen, was zumindest bedeutet, dass sie uns in Zukunft nicht mehr beliebig viel Geld für ihren Strom abnehmen können, weil wir ihn ganz einfach selber machen, wenn er uns zu teuer wird.

Repost 0
19. August 2011 5 19 /08 /August /2011 15:05

  

Die meisten Leute bezeichnen sie – zumindest, wenn sie im Garten auftauchen – als "Unkraut" und tun ihnen damit Unrecht: Wildkräuter sind wichtige Bestandteile unserer Ökosystem, meistens hübsch anzuschauen und in vielen Fällen sogar zu einem oder gar mehreren Zwecken zu gebrauchen. Und nicht nur krautige Pflanzen, sondern auch viele Gehölze liefern Dinge, die man für allerhand Zwecke verwenden kann.

Wegwarte ZichorieDie Wegwarte ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern man kann aus ihrer Wurzel auch Ersatzkaffee machen

 

   Viele heimische Kräuter sind Heilpflanzen und haben, wie etwa das Johanniskraut oder Weißdorn, sogar recht beachtliche und zum Teil sogar wissenschaftlich nachgewiesene Wirkungen. Das ist der Pharmaindustrie ein gewaltiger Dorn im Auge und daher wird immer wieder probiert, den Gebrauch von Heilpflanzen mit Gesetzen einzuschränken.

   Über den Gebrauch von Heilpflanzen bei schweren Erkrankungen durch Heilpraktiker und Alternativmediziner soll hier nicht weiter diskutiert werden. Es gibt hochwirksame Heilpflanzen, die gleichzeitig gefährliche Giftpflanzen sind, die nur von wirklich Sachkundigen eingesetzt werden dürfen und nicht in Laienhände gehören. Das sollte jedem klar sein.

   Fest steht aber auch, dass bei vielen Alltagswehwehchen, leichten Erkrankungen Hausmittel und Kräuter gute Dienste leisten. Nicht zuletzt, weil sie in der Regel kaum oder gar keine Nebenwirkungen haben. Kamillentee bei Magenbeschwerden, Schafgarbe für kleine Verletzungen oder Dörrzwetschgen als mildes Abführmittel für Kinder sind ungefährlich, aber dennoch in vielen Fällen hilfreich.

Lecker, nahrhaft und nützlich

   Aber nicht nur bei Unpässlichkeiten und leichten Erkrankungen leisten Kräuter gute Dienste: Bei Kräutertees etwa ist man wohl geneigt, an die Heilwirkungen zu denken, jedoch sind viele Kräutertees auch ganz einfach lecker. Vom Pfefferminztee etwa, der, so sagt man,  sogar die Kreativität fördern soll, wollen wir gar nicht reden, weil ihn jeder kennt.

Schafgarbe

Die Schafgarbe heißt auch Soldatenkraut, weil sie sich zum Behandeln von kleinen Verletzungen eignet.

 

   Die Zitronenmelisse ist wohl etwas weniger bekannt, gibt aber einen schmackhaften kalten Tee für heiße Tage. Haltbar ist sie zwar nicht, aber wenn man sie im Garten hat, steht sie in der warmen Jahreszeit ja jederzeit frisch zur Verfügung. Brombeerblätter hingegen gibt es das ganze Jahr, sie ergeben ebenfalls einen leckeren Tee und auch die ganz frischen Triebe an Fichtenzweigen kann man zur Teezubereitung verwenden. Praktisch allen Kräutertees werden aber auch Heil- oder zumindest gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben.

Loewenzahn Pusteblume

Auch der Löwenzahn ist weit mehr als nur ein "Unkraut"...

 

   Wildfrüchte, vor allem Beeren sind ebenfalls Leckereien aus der Natur: Wilde Himbeeren etwa sind zwar kleiner als die kultivierten Sorten, dafür aber weitaus schmackhafter. Ebereschen- und Holunderbeeren lassen sich zu Marmeladen und Säften verarbeiten. Aus Hagebutten und Schlehen lässt sich (wie aus praktisch allen Früchten) Wein machen; man kann die Früchte aber auch mit Schnaps ansetzen um einen leckeren Likör zu erhalten.

   Auch als Gewürze eignen sich manche Wildkräuter: Wilder Thymian, den man auf Trockenrasen findet ist ein Beispiel, ein weiteres der Bärlauch, der ja in den letzten Jahren recht beliebt geworden ist. So manche Wildkräuter lassen sich auch als Gemüse oder Salat essen: Unter anderem Sauerampfer, Brennnessel, Löwenzahn und sogar der bei Gärtnern sehr unbeliebte Giersch.

     Dass manche Wildpflanzen sogar gefährliche Rauschgifte liefern, soll ebenfalls nicht unerwähnt bleiben, auch wenn man davon besser die Finger lässt: Tollkirsche, Bilsenkraut und einige andere Pflanzen wurden in alten Zeiten zu kultischen Zwecken verwendet, etwa als Bestandteile von Hexensalben. Vor Nachtschattengewächsen wie eben diesen beiden, muss gewarnt werden, denn sie sind starke Halluzinogene, die sich vor LSD oder Mescalin nicht zu verstecken brauchen. Experimente damit können leicht in der Psychatrie enden, oder mit schwersten Verletzungen, weil man glaubte fliegen zu können oder dergleichen, ganz abgesehen davon, dass Überdosierungen tödlich sein können. Also: Finger weg! 

„Technische“ Anwendungen

   Wenn man spitzfindig ist, könnte man den Gebrauch von Holz als Werkstoff, Brennmaterial oder zur Papierherstellung ebenfalls unter der Rubrik „Nutzung von Wildpflanzen“ einordnen, wobei von Gehölzen weit mehr als nur das starke Holz genutzt werden kann. Früher nutzte man nicht nur Bäume, sondern auch Sträucher sowie Halbbäume und zwar nicht nur als Reisig und Brennholz: Weidenruten werden ja heute noch zum Korbflechten genommen, aber früher nahm man auch Haselstecken für Zäune und dergleichen. Ein kräftiger Hasel- oder Schwarzdornast ergibt auch heute noch einen prima Wander- oder Bergstock. Blätter dienten als Einstreu im Stall und als Viehfutter, aber auch als Füllmaterial für die „Matratze“ im Bett, denn außer den bekannten Strohsäcken gab es auch mit Laub gefüllte Säcke als Unterlage für die Nachtruhe. Stroh- und Laubsäcke sind übrigens hygienischer als jede Matratze, denn die Füllung wird regelmäßig ausgetauscht und den Sack selbst kann man in die Kochwäsche geben.

Feldflur Wiese Hecken Wald Streuobstwiese

Wald und Feld liefern dem, der sich auskennt, unglaublich viele Pflanzen, die sich zu den verschiedensten Zwecken verwenden lassen.

 

   Nicht nur aus Besenginster lassen sich wie der Name schon sagt, Besen machen, sondern auch aus Birkenzweigen. Grobe Schneebesen kann man aus Schwarzdorn-, also Schlehenzweigen herstellen wie mir einmal ein älterer Ungarndeutscher verriet, den ich bei einem Reviergang traf, als er sich just zu diesem Zweck solche Zweige schnitt. Das ist übrigens genauso wie Blumenpflücken, Beerensammeln und so weiter erlaubt, denn die Entnahme solcher Dinge in haushaltsüblichen Mengen ist Bestandteil des Betretungsrechtes, das jedermann in Wald und Feld zusteht soweit man dabei nichts beschädigt.

   Die von Unwissenden als übles „Unkraut“ angesehene Brennnessel dient zu weit mehr als nur zum Essen und Tee kochen: Brennnesselbrühe und Brennnesseljauche verwendet man im Garten und aus den Fasern der lassen sich sogar Textilien herstellen, die wie Hanfstoffe sehr fein und trotzdem haltbar sein können. Auch zu Schnüren und Netzen fanden die Fasern der Brennnessel früher Verwendung. Heute gehört die Herstellung von Schnüren aus diesen Fasern zu den fortgeschrittenen Survival-Künsten.

Spannendes Feld zum Entdecken und Experimentieren

   Aus Wildpflanzen lassen sich also die tollsten Dinge machen – und das auch noch in aller Regel mit einfachen Mitteln. Bastler kommen genauso auf ihre Kosten wie Hobbyköche und Leute, die gesund leben und schön sein wollen. Manches ist eine Spielerei wie zum Beispiel das Weidenpfeifchen, das man am Badesee oder beim Picknick schnitzt, manches hat sogar praktischen Nutzen, wie zum Beispiel der selbst gemachte Besen.

  Warum nicht einen Sichtschutz aus gepaltenen Haselruten selbst flechten, anstatt eine billige, chemisch imprägnierte Flechtwand im Baumarkt zu kaufen? Warum nicht für den Bauerngarten einen stilechten Zaun, ebenfalls aus Haselruten, bauen?

    Brennnesselspinat schmeckt köstlich, ist nahrhaft und gesund. Löwenzahnsalat ist für den, der ihn nicht gewohnt ist, etwas streng im Geschmack, dafür knackig und vitaminreich. Giersch passt wie wiederum auch die Brennnessel gut in Rührrei oder Kräuterreis.  

   Auch im Garten sollte man die Wildpflanzen ruhig zulassen. Viele kann man im Kräutergarten gezielt anpflanzen, andere kommen von ganz allein. So mancher, der „Unkraut“ vertilgt, hat gar keine Ahnung, was für wertvolle Pflanzen er vernichtet. Zum Glück gibt es viele wertvolle Pflanzen im Überfluss: Zitronenmelisse, Pfefferminze und Bärlauch habe ich jedes Jahr wieder, ohne das ich mich darum zu kümmern brauche – Löwenzahn und Brennnesseln sowieso. Im Rasen schadet Spitzwegerich genauso wenig wie Rotklee oder Gänseblümchen. Natürlich muss man die Wildpflanzen nicht zwischen dem Gemüse haben, aber wenn man sie dort sowieso entfernt, kann man sie auch nutzen, anstatt sie direkt auf den Kompost zu werfen.

Repost 0
16. August 2011 2 16 /08 /August /2011 15:05

Mittlerweile ist es auch mit den Pilzen wieder losgegangen. Pilze sind eine tolle Bereicherung des Speisezettels, aber nicht ungefährlich. Ein paar Tipps und Sicherheitshinweise für Einsteiger habe ich hier bereits vor zwei Jahren veröffentlicht, so das ich mich nicht zu wiederholen brauche:

Leckeres aus dem Herbstwald

Für Anfänger und Gelegenheits-Pilzsammler: Pilzführungen

Meinen wichtigstigsten Tipp gebe ich aber auch dieses Jahr: Wer sich (noch) nicht wirklich gut auskennt, aber trotzdem selbst gesammelte Pilze genießen möchte, sollte an sachkundigen Pilzführungen teilnehmen. Zum einen bekommt man dort Pilze gezeigt, die man noch nicht kennt und sonst hätte stehen lassen müssen, zum anderen kann man sein Sammelgut kontrollieren lassen und so die Gefahr einer Vergiftung, so weit menschenmöglich, ausschließen.

Fliegenpilz005.jpg

Den kennt wohl jeder, aber leider kann man ihn nicht essen...

Auf diese Weise kann man also auch lediglich "ab und zu in die Pilze gehen" ohne sich umfangreiches Wissen aneignen zu müssen bzw. bereits in der Anfangsphase auch die Pilze nutzen die man noch nicht sicher genug kennt, um sie eigenverantwortlich zu sammeln. Die paar Euronen, welche für die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung zu entrichten sind, sind wirklich sinnvoll angelegt: Man lernt etwas, trifft Leute, ist an der frischen Luft und hat am Schluss fast immer genug essbare Pilze für eine leckere und angstfreie Mahlzeit im Korb.          

Repost 0
7. August 2011 7 07 /08 /August /2011 12:38

Unlängst gab es ja eine saftige Tabasteuererhöhung, vor allem zu Lasten der Selberdreher und -stopfer: Mein 40-Gramm-Päckchen De Moriaan vom Aldi kostet jetzt 4,10 € anstatt 3,40 €. Wie man jetzt bei Spiegel Online lesen kann, ging diese Geschichte wenigstens für den Fiskus und die Zigarettenindustrie gründlich in die Hose, was mich diebisch freut, obwohl ich nichts davon habe.

     Wie man im oben verlinkten Artikel lesen kann, werden jetzt noch mehr geschmuggelte Zigaretten geraucht als vorher, was die Mehreinnahmen des Staates pro Schachtel legal gekaufte wieder aufzehrt. Recht so! Wer zu gierig ist, dem geschieht nur Recht, wenn er nachher weniger hat als vorher.

     Aber auch die Zigarettenindustrie barmt über Mindereinnahmen durch den Trend zum steuerfreien Glimmstengel vom freundlichen Mann an der Bahnhofsecke. Denen gönne ich das ebenfalls von Herzen, denn sie sind, wie ich schon länger einmal gelesen habe, einen Deal mit unseren Regierigen eingegangen: Für ihr Stillhalten im Vorfeld der Steuererhöhung wurden sie damit belohnt, dass die Steuer auf Tabak zum Drehen und Stopfen sowie auf Prekaretten (so nenne ich die Billig-Zigarillos, welche arme Leute anstatt Zigaretten rauchen) stärker erhöht wurde als die auf Aktive (fertige Kippen). Damit wollten die Glimmstengelmacher dem von den vorangegangenen, bereits mehr als unverschämten Steuererhöhungen verursachten Trend zu Prekaretten, Stopfen und Drehen entgegen wirken, was zu meinem außerordentlichen Vergnügen gründlich in die Hose gegangen ist.

   Ebenfalls ausgebremst hat sich Rabenvater Staat hinsichtlich seiner scheinheiligen Gesundheitsbemühungen: Bei der Schmuggelware gibt es natürlich keine Kontrolle der Nikotin- und Kondensatwerte. Und auch die Kids kommen leichter an Fluppen, denn der Mann mit den Jin Ling in den Innentaschen seiner Bomberjacke lässt sich keinen Perso zeigen.

   Ein weiterer unangenehmerer Effekt von Raucherhatz, Passivrauchhype und Steuergier bei den Kippen: Unser ach so weiser Staat hat damit eine neue kriminelle Industrie gezüchtet, die von den Ausmaßen her bereits mit dem illegalen Waffen- und Drogenhandel verglichen wird. Insgesamt lässt sich also die Raucher- undTabaksteuerpolitik der letzten Jahrzehnte unter dem folgen Titel zusammenfassen: "Wie man sich erfolgreich selbst auf die Schuhe pinkelt..."   

 

Repost 0
1. August 2011 1 01 /08 /August /2011 09:38

Die Brennnessel ist eine Pflanze, die mir lieb und wert ist, da sie sich sehr vielseitig verwenden lässt wie man ja nicht zuletzt auch auf meinem Blog hier sehen kann: Brennnesseljauche, Kräuterreis mit Giersch und Brennnesseln sowie Rührrei mit Brennnesseln und Giersch waren hier ja bereits Thema.

   Auf YouTube habe ich unlängst einen interessanten Film über diese Pflanze entdeckt, den ich nur empfehlen kann. Wie es aussieht, ist er wohl ursprünglich bei Arte gekommen, da er wie dort üblich in Deutsch und Französisch ist.  Nachdem die gezeigten Beispiel alle aus Frankreich stammen, wird es wohl auch ein französischer Beirtag sein. Macht aber nichts, denn alles, was die Franzosen mit der Brennnessel machen, können wir natürlich auch tun.

   Besonders interessant fand ich, dass der Gesetzgeber in Frankreich - kein Witz! - Brennnesseljauche verboten und sogar die Weitergabe von Informationen über ihre Herstellung unter Strafe gestellt hat. Die Franzosen lassen sich das aber nicht gefallen und wehren sich mit allerhand Aktionen. Es kann natürlich an der selektiven Wahrnehmung durch den Film liegen, aber ich hatte auch den Eindruck, dass die Anwendung von Brennnesseljauche in Frankreich verbreiteter ist als bei uns. Vielleicht wird sie ja deshalb von der agrochemischen Industrie dort stärker als Bedrohung fürs Geschäft mit Gartengift wahrgenommen?   

Alles in allem ein gut gemachter, informativer Film, dem man jedem nur empfehlen kann, der sich für die Brennnessel interessiert:

 Die Brennnessel bei YouTube

 

 

 

Repost 0
26. Juli 2011 2 26 /07 /Juli /2011 10:38

Jetzt beginnt die Paarungszeit der Rehe, welche die Jäger als Blattzeit bezeichnen. Als Autofahrer sollte man das wissen, da dadurch eine erhöhte Wildunfallgefahr entsteht.

  Rehböcke sind, wie Rothirsche polygam, beglücken also in ihrer Paarungszeit - wenn sie denn zum Zug kommen - mehrere weibliche Wesen. Sie halten sich nun aber nicht wie ihre großen Vettern ein Brunftrudel, sondern treiben sich als Vagabondi del Amor in der Gegend umher und gucken, wo es was zu - na, Ihr wisst schon was...

  Auch von menschlichen Männern ist ja bekannt, dass es mit der Vorsicht meist nicht mehr weit her ist, wenn einer erst mal angefangen hat, mit den Keimdrüsen zu denken. Bei Rehböcken ist das nicht anders.

  In der Blattzeit muss man daher vor allem auch tagsüber mit über die Straße wechselnden Rehen rechnen. Zum einen können Böcke über die Straße rennen, wenn sie auf der anderen Seite eine Geiß ausgemacht zu haben glauben. Zum anderen lassen sich die Geißen, bevor sie dem Liebeswerben eines Bockes nachgeben, zunächst ein wenig in der Gegend herum jagen. Und auch dieses Treiben wie es der Jäger nennt könnt durchaus einmal über eine Straße führen - und dort enden, wenn ein unvorsichtiger Autofahrer daherkommt...

  Besonders gefährlich sind übrigens heiße Tage. Wenn die Sonne so richtig brennt, werden die Rehböcke munter und man muss besonders gut aufpassen, dass man nicht einem den Spaß verdirbt, weil man zu schnell mit dem Auto unterwegs war.

  Sollte es doch einmal krachen, ruft man am besten die Polizei und/oder den Jäger. (Die Polizei sollte den jeweiligen Revierpächter ausfindig machen können). Erstens, damit das Reh erlöst wird und zweitens, damit man, wenn das Auto gegen Wildunfallschaden versichert ist, eine Bestätigung für die Versicherung bekommt, damit diese den Schaden reguliert. So eine Bestätigung kann der Jäger ausstellen, ein amtliches Schreiben der Polizei sollte aber mindestens genausogut sein.

Repost 0
Published by Fokko - in Auto
Kommentiere diesen Post
23. Juli 2011 6 23 /07 /Juli /2011 10:40

Unlängst habe ich hier ja über Kräuterreis mit Giersch und Brennnesseln geschrieben. Diese beiden Kräuter kann man sehr gut auch für Kräuterrührei verwenden. Ich habe dabei auch noch ein wenig Liebstöckel beigegeben, womit man jedoch vorsichtig sein muss, da dieses Kraut ein sehr starkes Aroma hat

  Das Wichtigste beim Rührei ist, dass man mit wenig Hitze arbeitet. Ob man die Eier vorher verquirlt oder direkt in die Pfanne haut, ist hingegen wohl eher Geschmackssache: Ich habe es gern, wenn das Rührei gelb und weiß "gemustert" ist. Um das zu erreichen, achte ich darauf, dass zunächst die Eigelb noch ganz bleiben, wie bei Spiegeleiern. Dazu rühre ich zunächst gewissermaßen "um die Dotter herum". Erst wenn das Eiweiß schon zu stocken beginnt, zerstoße ich sie und verrühre sie mit dem Eiweiß. Die Kräuter hat man natürlich vorher kleingeschnitten und rührt sie beizeiten in das noch flüssige Eiweiß.

 

Repost 0
19. Juli 2011 2 19 /07 /Juli /2011 17:16

  Bereits vor einiger Zeit habe ich hier ja ein ulkiges Getränk vorgestellt, welches mir meine Kinder gezeigt haben: die Porno-Brause. Jetzt habe ich von meinen trefflichen Kids ein weiteren Drink kennengelernt, das Minibier. Es sieht tatsächlich aus wie ein Glas Bier im Miniaturformat und ist ganz einfach zu machen.

minibierauslicorcuarentaytres43undsahne

   Man benötigt dazu Licor 43 (Cuarenta y Tres) und süße Sahne. Sicherlich kann man dazu, wenn man mag, auch andere Schnäpse nehmen, welche eine ähnliche Farbe haben wie Bier und geschmacklich zu Sahne passen, vor allem süße Liköre. Speziell denke ich dabei an Southern Cormfort.

   Einfach soviel von dem Schnaps ins Glas geben, dass oben noch Platz für die Sahne bleibt. Die lässt man dann vorsichtig an der inneren Wandung des Glases herunterlaufen, damit sie oben auf dem Schnappes sitzen bleibt und sich nicht mit ihm vermischt. Beim Originalrezept von der Website des Schnapsmachers werden 4 cl Curarenty y Tres  genommen und geschlagene Sahne. Dann ist es wohl auch einfacher, zu verhindern, dass sich Schnaps und Sahne mischen. Sieht gut aus und schmeckt total lecker!

Repost 0
17. Juli 2011 7 17 /07 /Juli /2011 11:36

Als Windgas oder Elektromethan bezeichnet man ein Gas, das mit Hilfe von Elektrizität aus Wasser und CO2 hergestellt wird: Erst erzeugt man in der altbekannten Weise per Elektrolyse mit Strom Wasserstoff aus Wasser. Dann kommt der neuartige (oder gar nicht mal so neuartige, weil als Sabatier-Prozess schon lange bekannte) Schritt: Der Wasserstoff wird mit Kohlenstoffatomen aus CO2 zu Methan verbunden, dem entscheidenden Hauptbestandteil von Erd- und Biogas, der die Energie enthält.
          Insgesamt ist die Erzeugung von Methan aus Wasser und CO2 ein endothermer Vorgang, benötigt also Energie. Diese Energie wird in Form von Strom aus regegenerativen Quellen zugeführt. So erhält man aus dem unregelmäßig verfügbaren Wind- und Sonnenstrom "künstliches Erdgas", das mit der bestehenden, ausgereiften und gut funktionierenden Erdgas-Technologie genutzt werden kann. Außerdem kann man damit auch Auto fahren: Wir besitzen eine ausgereifte Vebrennungsmotorentechnik und haben diese bereits alltagstauglich für Erdgas angepasst, wie man an den einwandfrei funktionierenden Erdgasautos sieht.

Der Stein der Weisen?

   Ich bin ja einer, der tollen Patentlösungen immer skeptisch gegenübersteht, aber in der Technik gab es in der Vergangenheit immer wieder bahnbrechende Erfindungen. Diese Sache scheint mir höchstwahrscheinlich so etwas zu sein. Windgas oder Elektromethan darf man getrost mit der Bessemer-Birne und ihrer entscheidenden Verbesserung durch Thomas vergleichen, welche die Aufgabe, Stahl in großen Mengen zu günstigen Preisen verfügbar zu machen, löste.

Formeln Windgas richtig

Die chemischen Vorgänge bei der Erzeugung und Nutzung von Windgas

 

         In vergleichbarer Weise löst Windgas nun das Problem, das wir zwar mit Windkraft Strom in gewaltigen Mengen erzeugen, ihn aber nicht hunderprozentig nutzen können, weil er unregelmäßig und nicht immer dann zur Verfügung steht, wenn man ihn benötigt. Mit der Bessemer-Birne konnte man Stahl in großen Mengen erzeugen, was aber nicht viel nutzte, weil sie kein phosphorhaltiges Roheisen mag und dummerweise das meiste Erz solches Roheisen liefert. So wie nun die basische Ausmauerung von Sidney Gilchrist Thomas dieses Problem löste, löst die Windgasherstellung die Aufgabe, Windenergie speicherbar zu machen.
         Gleichzeitig passt diese Technik, weil sie CO2 verarbeitet, gut zur Biogastechnik: Biogas enthält nämlich weniger Methan als Erdgas und dafür sehr viel CO2, das ihme entzogen werden muss, wenn man es kompatibel zum Erdgas machen will. Dieses CO2 muss man nun nicht mehr davonzischen lassen, sondern kann es für die Windgaserzeugung nutzen. Man muss dabei noch nicht einmal das Kohlendioxid vorher vom Methan des Biogases abtrennen, sondern kann das Biogas in den Sabatierprozess einbringen und mit dem Wasserstoff aus dem darin enthaltenen CO2 Methan machen. Gewissermaßen raffiniert man also das Biogas zu Erdgas.      

Die tatsächliche Problematik

         Das Problem bei der Sache ist kein technisches, sondern es sind die Politik und die Lobby der großen Stromgeier und wahrscheinlich auch die Ölkonzerne: Windkraft und Biogas sind sowieso bereits skalierbare Techniken, die sich auch wunderbar in kleineren Anlagen zur lokalen und regionalen Energiegerwinnung einsetzen lassen. Wenn man nun den Strom aus Windenergie auch noch problemlos auf lokaler und regionaler Ebene speichern kann, sind die Strommultis weg vom Fenster, denn kein Mensch braucht mehr deren Großkraftwerke und Überlandleitungen. Erzeugt man nun auch noch den Treibstoff für den Kraftverkehr vebrauchernah in kleinen Betrieben auf dem platten Land - auch die Windgastechnik ist nämlich sehr gut skalierbar - bedeutet dies auch den Todesstoß für die Treibstoffsparte der petrochemischen Industrie.
         Dagegen werden die Konzerne sich mit Händen und Füßen wehren - und dabei natürlich ihre geballte Lobby-macht einsetzen. Das werden wir in den nächsten Jahren erleben. Wer sich nur aus den Mainstreammedien informiert, wird davon möglicherweise noch nicht einmal etwas mitbekommen, denn dort werden die Technologien der großen Energieversorger gefeiert und versucht, die wirkliche Energiewende zu verhindern, nämlich die hin zur kleinformatigen, dezentralisierten und regionalen Energiegewinnung in Bürgerhand. 
       Es ist auch gut möglich, dass die Energiekonzerne versuchen werden, die Windgastechnik an sich zu ziehen, zumal sie ja auch Erdgas verkaufen. Windgas lässt sich ja, wie die Windstromtechnik ebenfalls, nicht nur dezentralisiert in kleinen Einheiten, sondern auch mit großen Anlagen herstellen. Es ist daher durchaus denkbar, dass die Stromriesen die Windgastechnik aufgreifen und in ihre Konzepte der zentralisierten Nutzung von regenerativen Energiequellen einbinden, mit denen sie versuchen, auch weiterhin einen möglichst großen Teil des Strommarktes zu beherrschen.

Repost 0

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

Vergleichen hilft Sparen!