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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

12. Dezember 2011 1 12 /12 /Dezember /2011 14:12

Ein Büchsenmachergeselle reiste einst nach Nankoku,
Welches liegt auf der japanischen Insel Shikoku
Mit List und mit Finten
Erforscht er die Machart der Flinten
die man dort fertigt bei der Firma Miroku

 

  Für Nicht-Insider: Der für seine sehr guten Flinten bekannte japanische Hesteller Miroku befindet sich in der Tat in der Stadt Nankoku auf der japanischen Insel Shikoku. Das schreit doch nach einem Limerick, oder?

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Published by Fokko - in Humor
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8. Dezember 2011 4 08 /12 /Dezember /2011 20:43

Wenn unser offenbar aus den Fugen geratenes Finanzsystem kritisiert wird, fällt neben dem Wort „Fiat Money“ oft auch der Begriff „Schuldgeld“. Das unser Geld auf Schulden beruht, ist nach Meinung vieler der Grund für unsere wirtschaftlichen Probleme. Genau genommen beruht aber jedes Papier- oder Buchgeldsystem auf Schulden. Man muss dabei jedoch differenzieren wer bei einem Geldsystem wem etwas schuldet.

   Sieht man einmal von Kurrantmünzen und anderen Formen des Geldes ab, die einen eigenen „inneren“, also einen Materialwert besitzen, besteht jede Form des Geldes aus einer Art Gutscheinen, also Schuldscheinen. Am einfachsten ist das bei einer durch Gold gedeckten Währung zu erkennen, die ja derzeit auch von einigen Leuten wieder gefordert wird: Als zu Kaisers Zeiten die Mark noch durch Gold gedeckt war, stellte jede Banknote einen Gutschein dar, gegen den die Reichsbank ein bestimmt Menge Gold auszuhändigen hatte – also nichts anderes als einen Schuldschein.

Mit Gold gedecktes Geld

   Genau auf diese Art sind Banknoten ja auch entstanden: Wer in alten Zeiten  eine Reise nach, sagen wir mal, Italien machte und keine Lust hatte, einen Sack Gold mit sich zu schleppen, der lieferte dieses Gold zum Beispiel bei der Ulmer Niederlassung eines Handels- oder Bankhauses ein und erhielt dafür eine Quittung, ein Banknote also. Mit der konnte er sich dann beispielsweise bei einer Niederlassung des selben Hauses in Florenz oder Venedig wiederum Gold auszahlen lassen.

   Zweifelsohne stellte eine solche Banknote einen Schuldschein dar. Da sie durch das hinterlegte Gold gedeckt war, bürgerte sich ein, solche Scheine auch direkt als Zahlungsmittel anzunehmen. Und schließlich entwickelte sich daraus das staatliche, durch Gold gedeckte Papiergeld – das wie bereits angedeutet logischerweise auch nichts anderes war als Schuldscheine.

Leistungsgedecktes Geld

   Leistungsgedecktes Geld ist noch wesentlich älter als goldgedecktes. Im alten Ägypten konnte man Korn in staatliche Kornspeicher einliefern und bekam dafür Tontäfelchen als Quittung. Diese Tontäfelchen wurden auch als Zahlungsmittel verwendet. Der Gut- bzw. Schuldscheincharakter dieser Täfelchen ist offensichtlich: Man konnte sie jederzeit bei den staatlichen Kornspeichern vorlegen und gegen die entsprechende Menge Korn einlösen.

   Auch modernes leistungsgedecktes Geld, das ich hier schon länger einmal in einem Artikel am Beispiel des leistungsgedeckten Regionalgeldes Rheingold erklärte habe, hat diesen Schuldscheincharakter: Der Emittent solchen Geldes verpflichtet sich, gegen dessen Vorlage Waren oder Dienstleistungen zu liefern. Sprich er schuldet diese Leistungen so lange, bis das von ihm emittierte Geld zu ihm zurückkehrt und er es einlöst – und zwar immer demjenigen, der eine solche Note gerade im Besitz hat.

     Das ist natürlich genau der gleiche Mechanismus wie beim durch Gold gedeckten Geld. Der Vorteil des leistungsgedeckten Geldes besteht darin, dass man die Geldmenge immer der Wirtschaftskraft anpassen kann und zwar auf der Ebene der einzelnen Unternehmen: Jedes Unternehmen darf zunächst Geld entsprechend seiner Wirtschaftsleistung ausgeben. Wächst ein Unternehmen, darf es zusätzliches Geld emittieren, schrumpft es oder wird gar geschlossen, muss es Geld aus dem Umlauf nehmen. Zu erklären, wie das in der Praxis bewerkstelligt werden kann, würde hier zu weit führen. Es steht aber in meinem einschlägigen Artikel „Bäcker und Metzger als Notenbank?“ auf Suite101.de.

  Kreditgeld oder Fiat Money  

   Geld, dass, wie heute allgemein üblich, durch Kreditaufnahme entsteht, funktioniert anders: Für den Kreditgeber ist es durch die Sicherheiten gedeckt, die er vom Kreditnehmer verlangt. Aber wie ist es für den gedeckt, der es dann irgendwann in der Hand hat, weil er es sich verdient hat? Die übliche, sehr vage Antwortet lautet: „Durch die Wirtschaftsleistung des Staates, in dem es gesetzliches Zahlungsmittel ist.“ Bei näherem Nachfragen kommt dann in der Regel die Einlassung, dass der Wert dieses Geldes auf Glauben beruht. Auf dem Glauben nämlich, dass dieses Geld auch tatsächlich als Bezahlung für Waren und Dienstleistungen angenommen wird.

   Das klingt so überzeugend wie es falsch ist: Fiat-Money ist in der Tat nämlich vom Prinzip her bombensicher gedeckt, wie ich schon in dem Artikel, „Wie unser Geld gedeckt wird“ gezeigt habe. Wenn man nämlich weiß, dass es zu jedem umlaufenden Euro jemanden gibt, der diesen Euro jemandem schuldet (mehr darüber zum Beispiel in meinem Artikel „Das Bank(Un-)Wesen“ und der Serie „Wo kommt eigentlich das Geld her?“) ist klar: Es gibt immer jemanden, der diesen Euro dringend benötigt, um Schulden zu bezahlen. Und jeder, der Schulden hat, die auf eine bestimmte Währung lauten, ist immer bereit gegen Bezahlung in dieser Währung zu leisten. Damit ist Fiat-Money also in letzter Konsequenz durch die Wirtschaftskraft derjenigen gedeckt, die Schulden haben. Es ist also bei genauerem Hinsehen leistungsgedecktes Geld!

Und wo ist der Haken beim Fiat-Money?

   Wo ist nun aber der Unterschied zum eigentlichen leistungsgedeckten Geld, wie es zum Beispiel Rheingold darstellt? Ganz einfach: Nehmen wir an, ein Bäcker hat sich Liquidität verschafft, indem er leistungsgedecktes Geld gezeichnet hat und hat damit etwas bezahlt. Dann schuldet er dem Rest der Wirtschaft – bzw. immer denjenigen, die gerade seine Noten in der Hand haben – „Bäckerleistung“ im Werte des von ihm ausgegeben Geldes. Wird ihm nun eine seiner Banknoten präsentiert ist er verpflichtet, dafür zu leisten, also Backwaren zu liefern. Dazu ist er aber jederzeit in der Lage, denn das ist ja sein Geschäft. Zudem hat er dann seinen „Kredit an die Allgemeinheit“ zurückbezahlt und kann mit der eingenommen Note selbst wieder Kredit erhalten, indem er die Note erneut ausgibt und damit etwas für seinen geschäftlichen oder privaten Bedarf kauft.

   Der Vorgang ist im Prinzip nichts anderes als wenn er eine Note eines anderen Unternehmers als Bezahlung für Backwaren angenommen hätte: Er hat etwas geliefert und dafür liegt jetzt Geld in der Kasse, das er wiederum ausgeben kann.

   Wenn sich unser braver Bäckersmann jedoch Liquidität verschafft hat, indem er, so wie das heute noch der Normalfall ist, einen Bankkredit aufgenommen hat, ist seine Lage wesentlich prekärer: Irgendwann kommt die Bank und will das geliehene Geld haben. Das ist kein Problem, wenn der Bäcker zwischenzeitlich genug Backwaren verkaufen konnte und dadurch Geld hat. Ist das nicht der Fall, bekommt er Ärger.

   Obwohl der Bäcker in beiden Fällen zu Anfang Schulden gemacht hat, da er Leistungen bezogen hat, bevor er selbst geleistet hat, bekommt er im ersten Fall keinerlei Probleme. Er kann seine Schulden immer mit etwas bezahlen, was er ständig zur Verfügung hat: Mit der Leistung seines Geschäftes. Im zweiten Fall muss er jedoch diese Leistung zunächst in Bargeld verwandeln, indem er Backwaren verkauft. Geht nun das Geschäft nicht so gut, kann es passieren, dass es ihm an diesem Bargeld mangelt und er deswegen immer tiefer in die Schulden rutscht, was ihm mit dem leistungsgedeckten Geld nicht passiert, obwohl er damit bei genauem Hinsehen zu Anfang auch Schulden gemacht hat.

Die Rolle des Zinses

   Bei alledem spielt aber auch der Zins eine Rolle. Wenn der Bäcker einen seiner selbst gezeichneten, durch seine Leistung gedeckten Geldscheine ausgibt, muss er dafür immer nur eine bestimmte Menge Backwaren liefern. Dabei ist es egal wie lange es dauert, bis dieser Geldschein einmal wieder zur ihm zurückkehrt.

     Leiht er sich jedoch Geld in der üblichen Weise, muss er dafür Zins bezahlen. Er und alle anderen, die sich Geld geliehen, ausgegeben und dadurch in Umlauf gebracht haben, müssen also mehr aus dem Umlauf „herausverdienen“, um ihre Schulden zu zahlen, als sie durch die Aufnahme dieser Schulden in Umlauf gegerbacht haben.

   Dadurch muss nicht nur das durch die Rückzahlung der Kredite aus dem Umlauf verschwindende Geld wieder neu aus geliehen werden, sonder zusätzliches, um die Zinsen zu bezahlen. Durch die so steigende Verschuldung fallen natürlich auch immer mehr Zinsen an; das heißt es wird immer mehr Geld durch das Bedienen der Kredite aus dem Umlauf abgezogen. Das ist der Grund, warum Geld knapp ist und und immer knapper wird, schwer und immer schwerer zu verdienen ist.

   Die Leistungen, die der Bäcker jedoch durch die Zeichnung und Ausgabe von leistungsgedecktem Geld, also quasi auf Kredit bezogen hat, begleicht er mit seiner eigenen Leistung. Genau genommen tut er das bereits in dem Moment, wenn er selbst Leistungen erbringt und Geld einnimmt: Wird er zufällig mit seinen eigenen Noten bezahlt, ist er in dieser Hinsicht schuldenfrei – der Anfangszustand ist wieder hergestellt.

   In der Praxis wird er aber häufiger mit Geld bezahlt, das andere Unternehmer emittiert haben. Dann haben zwar die augenblicklichen Inhaber seiner Noten immer noch Sachforderungen an ihn, er aber hat durch das eingenommene Geld seinerseits Sachforderungen in gleicher Höhe an die Emittenten dieser Noten. Seine Forderungen gleichen seine Verbindlichkeiten aus, er ist per Saldo auch wieder schuldenfrei.

   Gleichzeitig hat er aber das eingenommene Geld in der Kasse und kann also erneut dafür Sachleistungen beziehen – wiederum genau genommen auf Kredit, den er aber dann wieder ausgleicht, wenn er seinerseits etwas verkauft und Geld einnimmt. Diese Art von Geld ist also gewissermaßen eine Kreditlinie in deren Umfang man Sachleistungen beziehen kann.

   Nicht anders funktionieren übrigens die Tauschwährungen bei Tauschringen, egal ob ein neues Mitglied rechnerisch mit null Einheiten und einer Kreditlinie auf seinem Konto startet oder einen Anfangsbestand hat: Immer wenn er Tauscheinheiten ausgibt, bezieht er Leistung auf Kredit oder bekommt – je nach seinem Kontosaldo – geschuldete Leistung zurück, immer wenn er Tauscheinheiten einnimmt tilgt er diesen Leistungskredit oder leistet selber auf Kredit.

   Was bei der Tauschwährung und dem leistungsgedeckten Geld noch gleich ist, ist, dass die umlaufende Geldmenge weder mit Zinsen belastet noch an einen Außenstehenden zurückzuzahlen ist. Solange niemand Geld hortet, ist immer genug davon im Umlauf. Und auch das Horten von Geld kann man wirksam unterbinden: Durch einen Schwundmechanismus, wie ihn zum Beispiel der Wörgler Schilling hatte.

Wo ist nun der Unterschied?

   In beiden Fällen, sowohl beim leistungsgedeckten als auch beim derzeit üblichen Geld, dem Fiat-Money sind also Schuldverhältnisse im Spiel. Der eine Unterschied besteht darin, dass beim Fiat-Money immer diejenigen, die das Geld ausgeliehen haben, das umlaufende Geld einem Außenstehenden schulden, beim leistungsgedecktem Geld jedoch immer diejenigen, die für Geld Leistungen bezogen haben, es aber noch nicht zurückverdient haben, indem sie selbst wieder geleistet haben, diese Leistungen schulden.

   Der andere Unterschied ist derjenige, dass der Schuldner beim Fiat-Money immer bares Geld auftreiben muss, um seine Schulden zu begleichen, beim leistungsgedeckten Geld jedoch immer mit etwas bezahlen kann, das er jederzeit aufbringen kann, nämlich seiner eigenen Leistung.

   Und es gibt noch einen Unterschied: Das Geld, das man im Fiat-Money-System ausgibt, verschwindet zum Teil als Zins auf und Tilgung von Krediten aus dem Umlauf. Dadurch kann es nicht mehr vollständig zurück verdient werden, ohne dass jemand anders neues Geld aufnimmt. Das leistungsgedeckte Geld bleibt jedoch vollständig im Umlauf, vorausgesetzt man sorgt mit einem Schwundmechanismus dafür , dass es sich nicht lohnt, es zu horten. So kann ausgegebenes Geld immer wieder in voller Höhe zurück verdient werden, ohne dass irgendwo etwas fehlt.

Und was ist, wenn der Staat das Geld in Umlauf bringt?

   Eine weitere Alternative zum Fiat-Money ist Geld, das vom Staat in Umlauf gebracht wird so wie viele Leute denken, dass das geschieht. Wenn der Staat selbst Geld schöpft und damit Staatsausgaben bestreitet, geht er zunächst auch ein Schuldverhältnis ein: Er bezieht Leistungen gewissermaßen gegen Kredit. Das Geld, dass er dafür bezahlt ist wie alle Scheidemünzen und Geldscheine nämlich an sich nichts wert, sondern stellt eine Quittung für erbrachte Leistung, also einen Gutschein für Gegenleistung, mithin also auch wieder einen Schuldschein dar.

   Ein vom Staat geschöpftes Geld wäre zum Teil dadurch gedeckt, dass man damit Steuern, Abgaben und Gebühren bezahlen kann. Dadurch ist es gewissermaßen auch ein (teilweise) leistungsgedecktes Geld. Es kann so jedoch nie vollständig gedeckt sein: Die gesamte Geldmenge muss der Leistung der Wirtschaft entsprechen. Die Geldmenge im Umlauf muss immer so groß sein, dass man damit alle die Werte kaufen kann, die in dem Zeitraum geschaffen werden, in dem das Geld im Durchschnitt einmal weitergegeben wird. Da Steuern und Abgaben aber nur einen Teil der Wirtschaftsleistung abzweigen ist zunächst nur ein Teil des Geldes dadurch gedeckt, nämlich der Anteil der bei der Weitergabe des Geldes bei Käufen, Lohnzahlungen usw. in Form von Steuern und Abgaben an den Staat gehen muss.

   Ein weiterer aber wohl eher kleiner Teil ist durch die Leistungen des Staates gedeckt, für die man Gebühren bezahlen muss, denn diese sind im Grunde Dienstleistungen. Auch wenn sie oft genug sinnlos sind und wir zum Beispiel bei der gebührenpflichtigen Bearbeitung eines Antrages keinen wirklichen Gegenwert bekommen wie etwa bei einem Haarschnitt. In diesem Bereich ist der Staat dann auch gewissermaßen ein Teil der Wirtschaft, denn seine gebührenpflichtigen Leistungen sind wie Dienstleistungen von Unternehmen ja Teil des Inlandsproduktes. Das aber nur am Rande.

   Der Nachteil eines vom Staat geschöpften Geldes besteht also darin, dass es nicht automatisch gedeckt ist wie das bei leistungsgedecktem Geld der Fall ist, das von Unternehmen emittiert wird. Unabhängig davon braucht es auch wieder eine Umlaufsicherung, also eine Schwundmechanismus. Geld, das einen solchen nicht besitzt, wird – unabhängig davon, wie es geschöpft wurde – unweigerlich gehortet und dann gegen Zins verliehen. Dadurch entstehen dann große Geldvermögen, die das Geld genauso aus dem Umlauf saugen wie es die buchhalterischen schwarzen Löcher bei den Banken tun, aus denen Fiat-Money geschöpft wird.

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30. November 2011 3 30 /11 /November /2011 14:19

In der jüngsten Vergangenheit war so viel von Elektromobilität die Rede, dass man eigentlich schon von einem Hype sprechen kann. Grund genug, sich einmal Gedanken zu machen, ob und wie sich Elektromobilität im großen Stil und vor allem auch die Versorgung der Elektrofahrzeuge mit Strom realisieren lassen und ob es Alternativen dazu gibt.

Elektrisches Dreirad Elektroauto Ayrton Perry 1882 

Der Gedanke des Elektroautos ist so naheliegend, dass diese Form des Autos so alt ist wie das Auto mit Verbrennungsmotor: Elektro-Dreirad von Ayrton & Perry aus dem Jahre 1882

    Der Elektromotor ist im Prinzip ein idealer Fahrzeugantrieb, weil er einfach aufgebaut ist, unter Last anlaufen kann und vor allem auch sein Drehmoment weitgehend unabhängig von der Drehzahl erzeugt. In dieser Hinsicht ist er dem Verbrennungsmotor haushoch überlegen. Das kann man auch daran erkennen, dass vor der Verfügbarkeit hydraulischer Getriebe für große Leistungen Kombinationen aus Generator und Elektromotor zur Kraftübertragung bei Schiffen, vor allem aber auch bei Lokomotiven und teilweise bei überschweren Lastwagen eingesetzt wurden und auch noch heute eingesetzt werden. Außerdem funktioniert bei der Eisenbahn der reine elektrische Antrieb schon seit vielen Jahrzehnten einwandfrei.

   Ein weiterer Vorteil des Elektroantriebes ist, dass Elektromotoren prinzipiell auch als Generatoren laufen können und daher beim Bremsen Strom erzeugen und so Energie zurückgewinnen können. Das wird zum Beispiel bei Bergbahnen gemacht und ist bei Elektroautos ebenfalls machbar.

Problem Stromversorgung

   Das Problem des Elektroantriebes ist die Stromversorgung. Bei Schienenfahrzeugen ist es leicht lösbar, da diese sowieso an ihre Gleise gebunden sind und daher die Fahrleitung keine zusätzliche Einschränkung darstellt. Bei Trolley- oder Oberleitungsbussen lässt es sich mit einigem technischen Aufwand auch in den Griff bekommen, da diese ja ebenfalls auf bestimmten Linien verkehren.

   Ein echtes Problem jedoch ist die Stromversorgung bei Straßenfahrzeugen für den Individualverkehr. Hier muss ein Vorrat an elektrischer Energie auf dem Fahrzeug mitgeführt werden – und hier gibt es noch keine wirklich überzeugende Lösung. Das wirklich alltagstaugliche Elektroauto gehört zu den Dingen, die wie künstliche Intelligenz und sich selbsttätig lenkende Autos bereits seit undenklichen Zeiten „in naher Zukunft“ kommen werden.

   Tatsächlich wurden bereits in der Vergangenheit immer wieder Versuche gemacht, Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr zu etablieren, die regelmäßig scheiterten. Der Grund war immer derselbe: Der Akku war zu schwer, zu teuer und das Laden dauerte zu lange.

Der derzeitige Elektromobilitäts-Hype näher betrachtet

       So wie Elektrofahrzeuge derzeit gepusht werden – die Grünen haben vor einiger Zeit sogar allen Ernstes geäußert,  demnächst kleine Zweiräder mit Verbrennungsmotoren komplett verbieten zu wollen - könnte man meinen, die Probleme mit den Akkus seien nun tatsächlich gelöst. Bei näherem Hinsehen wird man jedoch feststellen, dass alles andere der Fall ist: Zwar wurden hier in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, doch wirken sich diese nur graduell aus. Die Probleme bleiben im Prinzip weiter bestehen; die Speicherung elektrischer Energie ist immer noch an Masse gebunden, das Laden benötigt Zeit und die Akkus bleiben teuer.

   Wenn man sich überlegt, was eine Autobatterie kostet und wie lange sie lebt, kann man sich vorstellen, was man für einen Akku bezahlen muss, der genügend Kapazität hat, um damit einige Stunden Auto zu fahren. Und diese Ausgabe kommt alle paar Jahre auf den Besitzer eines Elektrofahrzeuges zu. Schon bei einem elektrischen Gabelstapler ist die Batterie das teuerste Teil. Ein solches Gerät hat dabei nur einige wenige kW Leistung, wohingegen es bei einem Auto um einige -zig oder gar mehr als hundert kW geht, wenn man Fahrleistungen erwarten möchte, die sich mit denen von herkömmlichen Kraftfahrzeugen vergleichen lassen. Der teure Akku mit seiner begrenzten Lebensdauer ist auch der Hauptgrund dafür, dass das Fahren mit einem Elektroauto auf die Länge, wenn überhaupt, nur geringfügig billiger ist, als die Benutzung eines mit einem herkömmlichen Zerknalltreibling ausgerüsteten Fahrzeugs.

Laden an der heimischen Steckdose oder an der Elektrotankstelle?

   Auch die Ladezeiten der Akkus haben sich nicht entscheidend verkürzt, wobei gerade kurze Ladezeiten neue Probleme aufwerfen würden: Nimmt man einmal an, ein Akku benötigt zum Laden etwa die gleiche Zeit wie zum Entladen und man würde ein Elektroauto mit einer durchschnittlichen Last von 20 kW betreiben. Dann müsste der Akku jeden Tag genauso lange laden wie das Auto gefahren wird und zwar mit einem Ladegerät, dass 20 KW leistet.

   Die Wärmeverluste in Trafo und Gleichrichter nicht gerechnet, müsste der Netzanschluss dazu einen Strom von 200000W:230V = 87 A liefern. Zum Vergleich: Ein normaler Hausanschluss ist mit 16 A abgesichert. Natürlich könnte man zum Laden einen eigenen Stromkreis und alle drei Phasen des Stromnetzes nutzen wie man das z.B. auch bei Elektroherden macht. Dann hätte man insgesamt 48 Ampere zur Verfügung, was aber immer noch nicht reicht.

   Man würde also einen Stromanschluss benötigen, wie Handwerksbetriebe mit kräftigen Maschinen ihn haben. Erst recht, wenn Technologien verfügbar würden, die ein schnelleres Laden ermöglichen: Wenn der Akku für durchschnittlich 20 kW Last zum Beispiel zehn Mal so schnell geladen werden soll, wie er sich entlädt, brauchte man bereits 870 A und wieviel man benötigt, um einen Tesla Roadster in der gleichen Zeit aufzuladen, wie man ein herkömmliches Auto betankt, traue ich mich gar nicht auszurechnen, ganz zu schweigen davon, was dabei für elektromagnetische Felder entstehen würden, von denen man ja auch ganz und gar nicht weiß, ob sie unschädlich für Mensch und Tier sind.

Strassenverkehr mit PKW und LKW Ampel Westumgehung Aalen Un

Durchgesetzt hat sich jedoch der Antrieb mit Verbrennungsmotor, da der dafür erforderliche Brennstoff seehr einfach mitzuführen ist

    Dazu kommt, dass bei einer allgemeinen Verbreitung von Elektroautos die Stromversorger diese Mengen an elektrischer Energie zusätzlich liefern und verteilen müssten, wofür das vorhandene Netz gar nicht ausreicht. Selbst wenn man die Elektroautos an zentralen Stromtankstellen lädt, die wie größere Firmen direkt an das Mittelspannungsnetz angeschlossen würden, müsste man zumindest dieses entsprechend ausbauen, auch wenn man in Rechnung stellt, dass die Autos zu einem Teil dann aufgeladen werden, wenn anderweitig weniger Strom benötigt wird. Immer wird dies nämlich auch nicht der Fall sein: Schließlich würden einige ihr Auto auch aufladen, während sie bei der Arbeit sind, also zu den Zeiten, wenn sowieso schon viel Strom benötigt wird.

     Wenn man sich jedoch andererseits einmal eine grobe Vorstellung davon macht, wieviel Energie benötigt wird, um all die Autos fahren zu lassen, die bei uns täglich unterwegs sind, kann man sich leicht vorstellen, dass die Stromversorger ihre helle Freude an der Elektromobilität haben, auch wenn sie für sie hohe Investitionen in ihre Netze bedeuten würde: All die vielen kWh, die wir heute in Form von Sprit bei den Ölgesellschaften kaufen, dürften sie zusätzlich liefern, wenn es nur noch lauter Elektroautos gäbe. Das würde sich in der Tat lohnen, denn der Verkehr verbraucht bei uns in etwa so viel Energie wie die privaten Haushalte.

Und die Alternative?

   Wie man sieht, wäre es schon einmal nicht ganz einfach, den Strom heranzuschaffen, den man benötigen würde, wenn irgendwann alle Kraftfahrzeuge mit Strom betrieben würden. Außerdem wäre es doch mit einigen Unannehmlichkeiten und zusätzlichen Kosten für den einzelnen Kraftfahrer verbunden.

   Mit einem genormten Wechselsystem für Batterien, die dann in den Elektrotankstellen geladen würden, wenn anderweitig wenig Strom benötigt würde, ließe sich das Laden wohl etwas komfortabler und die Elektroautos verfügbarer machen. Allerdings würde das wiederum Schwierigkeiten mit der Normung machen und zusätzliche Kosten verursachen, denn es müsste in einem solchen Falle ja pro Fahrzeug mehr als eine Batterie vorhanden sein. Auch ein Mietsystem würde hier nicht viel einsparen. Schließlich muss auch über die Miete der Kaufpreis der Batterien hereinkommen – und zusätzlich der Aufwand und der Gewinn des Vermieters.

   Tatsache ist und bleibt vorerst, dass sich Energie für Fahrzeuge am besten in Brennstoffen mitführen lässt, wobei krass ausgedrückt der Kohlentender einer Dampflok noch effektiver ist als ein Akku. Flüssigkeiten sind in dieser Hinsicht am einfachsten handzuhaben, weswegen Benzin- und Dieselantriebe die Autotechnik seit langem dominieren. In einem Kilogramm Benzin oder Dieselöl steckt ganz einfach mehr Energie als man in ein Kilogramm Akku stopfen kann und eine kWh ist in Form von Kraftstoff schneller in den Tank gepumpt, als in Form von Strom in den Akku.

Otto-Motor

Der Viertakt-Ottomotor war ursprünglich ein Gasmotor, für die Adaption auf flüssige Brennstoffe war einiges an Ingenieurarbeit nötig: Benz, Diesel, Bosch...

     Etwas aufwendiger zwar als flüssige Kraftstoffe sind Gase zu handhaben, dennoch funktioniert es heute schon sehr gut: Propan- und Erdgasmotoren bewähren sich einwandfrei in Autos. Zudem ist beim Gasauto nur die Tankanlage aufwendiger, der Moto selbst wird vereinfacht. Der gute, alte Viertakter von Ottos Nikolaus war zuerst ein Gasmotor; dass er irgendwann dann auch mit Benzin und sogar Öl lief, war gar nicht so einfach hinzubekommen.

   Das ganz besonders Tolle bei der Sache mit dem Gasantrieb ist, dass es jetzt möglich ist, „künstliches Erdgas“ aus elektrischem Strom herzustellen. Damit ließe sich unser Mobilitätsproblem allem Anschein nach sogar auf Basis regenerativer Energiequellen lösen, wobei dann lediglich Benzin- bzw. Dieseltanks, Kraftstoffpumpen, Vergaser und Einspritzanlagen aus der Autotechnik verschwinden und vollends durch Gastanks und Mischeinrichtungen ersetzt würden.   

Fazit

   Man kann also getrost davon ausgehen, dass sich der derzeitige Hype um die so genannte Elektromobilität totlaufen wird. Mit der Methangewinnung mithilfe von elektrischem Strom aus regenerativen Quellen wird das Speichern von Strom im großen Stil möglich, da Methan wie alle typischen Brennstoffe ganz einfach eine wesentlich höhere Energiedichte aufweist als ein Akkumulator. Aus genau diesem Grunde eignet es sich auch gut als Energieträger für Fahrzeuge.

      Mithilfe von Elektromethan lässt sich die bereits vorhandene Autotechnik auch mit Energie aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wind und Wasser nutzen. Da die Elektromethan-Technik gut skalierbar ist, kann sie auch regional eingesetzt werden. Elektromethan-Anlagen, die zu kleineren Windparks passen sind machbar und ermöglichen es, regional gewonnene Energie auch regional zu speichern. Dadurch wird es möglich auf regionaler Ebene sowohl zu jeder Zeit die Stromversorgung sicherzustellen als auch den Kraftverkehr mit Energie zu versorgen. Der Vebrennungsmotor könnte dann eventuell auf längere Sicht durch Brennstoffzellen und Elektromotor ersetzt werden.  Eine solche Technologie hätte den Vorteil gegenüber dem Vebrennungsmotor, dass man auch hier beim Bremsen Energie zurück gewinnen kann. Dafür wäre dann zwar auch wieder ein Akku nötig, aber der könnte kleiner - und damit leichter und billiger - ausfallen, als der eines reinen Elektroautos. Allerdings müssten Brennstoffzellen dazu erst einmal wesentlich kleiner und leichter werden, als sie es heute sind.

     Brennstoffzellen funktionieren im Prinzip auch mit Methan, es sind auch schon Brennstoffzellen-Heizgeräte für Erdgas auf dem Markt. Von Brennstoffzellen-Elektroautos für Erdgas hört man allerdings kaum etwas oder gar nichts. Daher wird uns auch beim Einsatz von Energie aus regenerativen Quellen für den Straßenverkehr der Vebrennungsmotor doch noch eine Weile erhalten bleiben.      

   Zusätzlich sollte soviel Verkehr wie möglich von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Wie schon zu Anfang angedeutet macht der Elektroantrieb bei Schienenfahrzeugen durchaus Sinn. Zudem benötigen Schienenfahrzeuge weniger Energie und können, wenn sie elektrisch angetrieben werden, direkt mit Ökostrom betrieben werden. Das wiederum mach den Umweg über das Elektromethan immer dann überflüssig, wenn Energieangebot und -bedarf zusammenpassen, was ja auch des öfteren vorkommt.

 

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28. November 2011 1 28 /11 /November /2011 12:59

Ein langes Gesicht gab es bei mir gestern abend. Dass die Volksabstimmung über den S21-Unfug so ausfallen würde, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte natürlich damit gerechnet, dass die Geschichte am Demokratierverhinderungsinstrument Quorum scheitern würde. Dass allerdings mehr Dumpfbacken zur Wahl gehen würden als Durchblicker, hätte ich nicht geglaubt

   Als ich beim Abgeben meiner Stimme von der niedrigen Wahlbeteiligung hörte, ging ich eigentlich davon aus, dass es nicht nur so kommen würde, sondern auch die Mehrheit der Gegner von Stuttgart 21 sehr groß ausfallen würde. Einfach deswegen, weil wie ich in meiner Naivität glaubte, dass hauptsächlich Gegner des S21-Blödsinns ihre Hintern hochbekommen hätten...

     Tja, was soll man da sagen? Des Menschen Wille ist bekanntlich sein Himmelreich, wenn auch meist nur so lange, bis er ihn hat. Fakt ist, dass leider tatsächlich eine Mehrheit gestern für Stuttgart 21 gestimmt hat und sogar die Stuttgarter selbst offenbar knapp mehrheitlich für eine Verschandelung ihrer Stadt und die Zerstörung wichtiger Teile ihrer Verkehrsinfrastruktur sind.

   Da beißt die Maus keinen Faden ab, auch wenn ich mich der irrigen Hoffnung hingegeben habe, dass einmal die denkenden Menschen überwiegen würden und deswegen bitterst enttäuscht von meinen Mit-Ländlern bin.

   Der Protest hat sich natürlich nicht unbedingt erübrigt und auf jeden Fall bleibt er weiterhin legitim: Was vor der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses gestern richtig war, kann danach nicht falsch sein, nur weil die Mehrheit der Abstimmenden der Volksverdummung durch die Geld- und Machtgeier aufgesessen sind.

   Durch uns zu verhindern wird Stuttgart 21 nun vielleicht nicht mehr sein. Möglicherweise wird das aber das zusammenbrechende System selbst tun. Hut ab schon jetzt vor denen, die weiter protestieren, um zu zeigen, das eine Mehrheitsentscheidung nicht unbedingt richtig sein muss. Vielleicht wird man ja an sie denken, wenn das böse Erwachen kommt.

Trotzdem Baustopp! 

   Es gibt aber noch einen ganz anderen Aspekt: Wenn man es sich genau überlegt, hat ja auch die Minderheit ihre Rechte. Und 20%  - siehe weiter unten - aller Menschen im Land sind ja auch nicht gerade eine ganz kleine Minderheit. So gesehen hat gestern ein Fünftel der Menschen im Land gesagt, dass sie S 21 so nicht wollen. Was man also allemal fordern kann, ist eine Modifikation des Projektes, die möglichst alle zufrieden stellt.

   Damit jedoch keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden, ist es bei näherem Hinsehen sogar notwendig, denn Bau von S 21 zu stoppen, bis ein Konsenz erreicht ist. Daher ist die Forderung nach einem sofortigem Baustopp auch nach der gestrigen Abstimmung keineswegs illegitim. Das gilt vor allem auch, weil ihm Vorfeld keinerlei echte Möglichkeit zu einem solchen Konsenz geboten wurde.

   Und selbstverständlich haben Kretschmann und Konsorten diesen Baustopp zu unterstützen, denn sie haben ja die Interessen Aller und damit auch die der 20% per Stimmzettel erklärten S21-Gegner zu unterstützen. Alles andere ist indiskutabel - Stuttgart 21 muss so lange gestoppt werden, bis das Projekt auf den Prüfstand gestellt worden und ein Konsenz gefunden ist.  

Und immerhin...

   Ein, wenn auch schwacher, aber immerhin doch Trost bleibt uns übrigens auf jeden Fall: Es gibt ja die bekannte 90/10er-Regel: 90% der Menschen sind Dumpfmeier und nur 10% blicken durch. Wenn überhaupt.

     Bei ca. 40% kontra Stuttgart 21 und 50% Wahbeteiligung haben aber immerhin 20% der Menschen in unserem Land klar Position gegen diesen Schmu bezogen. Das bedeutet, dass in dieser Hinsicht doppelt so viele wie nach der 90/10er-Regel zu erwarten war nicht der Volksverarsche durch Regierige und Geldsäcke aufgesessen sind - auch wenn dennoch 30% so blöd waren, die Abzocke nicht nur passiv hinzunehmen, sondern auch noch aktiv dafür Stellung zu beziehen.

   Das ist doch wenigstens schon einmal ein Erfolg und hoffentlich auch ein Anzeichen eines Trends hin zum mündigen Bürger: Immerhin ist es gelungen, 20% aller Menschen im Land zu dazu  zu bringen, einmal nicht zu glauben, was ihnen von oben zu glauben befohlen wird. Und das ist genau genommen schon mehr, als man erwarten konnte...

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26. November 2011 6 26 /11 /November /2011 10:54

   Ein gut gepflegter Pool sollte ja pieksauber sein und daher keinen Dreck an Wänden und Boden ansetzen. Hat man das Familienbad aber mal eine Weile vernachlässigt und ist das Wasser schlammig geworden, bilden sich Ablagerungen, die vor allem auf dem weißen Boden von selbstaufrichtenden und Framepools recht unappetitlich aussehen und schwer wegzubekommen sind.

     Hier kann man gute Erfolge mit ganz gewöhnlichem (flüssigem) Waschmittel erzielen: Man gießt es auf die dreckigen Stellen und arbeitet es mit dem Schrubber ein wenig ein. Dann lässt man es über Nacht einwirken und spült am anderen Tag mit dem Hochdruckreiniger nach.    

 

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24. November 2011 4 24 /11 /November /2011 11:52

Es sieht (scheinbar) nicht besonders gut aus für die Gegner des als Verkehrsprojekt getarnten Immobiliendeals der Bahn, der unter dem Namen "Stuttgart 21" die Zerstörung eines funktionierenden Bahnhofs und gewachsener urbaner Strukturen bedeutet. Aufgrund des Demokratieverhinderungsinstruments Quorum reicht die Mehrheit der abgegeben Stimmen nicht aus, es müssen am Sonntag vielmehr 1/3 der Wahlberechtigten für einen Abbruch des Projekts stimmen, sonst wird auch gegen den Willen der Mehrheit weitergebaut!

   Ich war früher einmal ein großer Fan der Grünen. Mittlerweile hat sich das geändert und zwar spätestens, seit diese Leute um des Erhaltes der Regierungsbeteiligung willen dem Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan zugestimmt haben. Bei der Landtagswahl hier in Württemberg vor ungefähr einem Jahr habe ich sie dann aber doch noch einmal gewählt. Ich wollte nämlich zu gerne sehen, wie die Grünen sich herausreden werden, wenn Stuttgart 21 doch gebaut wird.

   Damals war mir nämlich noch nicht bekannt, wie einfach das sein wird. Ich wusste noch nichts von dem so genannten Quorum, welches im Prinzip bedeutet, dass man bei einer Volksabstimmung seine Stimme auch durch Daheimbleiben abgeben kann. Wie denn auch? Seit ich wählen darf, war eine Volksabstimmung hier bei uns im Muschterländle noch nie Thema.

   Jetzt ist mir klar, was Kretschmann, Özdemir und Konsorten nächste Woche sagen werden: "Es tut uns ja so leid, aber als Demokraten müssen wir dieses Abstimmungsergebnis natürlich achten..." Damit haben unsere tollen "Alternativen" - so denken sie zumindest - die Grätsche geschafft, sich es nicht mit der Wirtschaft zu verderben und gleichzeitig gegenüber den Wählern, die sie dafür gewählt haben, Stuttgart 21, die Hände in Unschuld waschen zu können. Das Quorum macht es möglich: Vier Jahre an Futterkrippe, ohne zu tun, wofür man hauptsächlich gewählt wurde.

Demokratie pervers 

  Je mehr man darüber nachdenkt, umso klarer wird einem, was dieses Quorum für eine Unverschämtheit ist und wie sehr es zeigt, dass unsere Regierigen absolut kein Interesse daran haben, zu tun, was wir wollen. Demokratie bedeutet nicht zuletzt auch, dass die entscheiden, die sich aufraffen und zur Wahl oder Abstimmung gehen. Wer nicht hingeht, stimmt nun aber gewissermaßen auch ab, denn er sagt quasi: "Mir ist das recht, was die beschließen, die hingehen." So gesehen ist das Ergebnis einer Abstimmung auch durch diejenigen legitimiert, die nicht mit abgegstimmt haben. Oder einfacher: Wer nicht hingeht, darf sich nachher nicht beschweren.

  Durch das Quorum wird es nun denjenigen leichter gemacht, die gegen das sind, was in der Volksabstimmung beschlossen werden soll. Sie brauchen lediglich zuhause zu bleiben und können mit guter Wahrscheinlichkeit damit rechnen, indirekt dagegen gestimmt zu haben. Diejenigen, die dafür sind, müssen hingegen den Weg ins Wahllokal machen oder den Papierkrieg mit der Briefwahl bestreiten.

  Damit verwandeln die Regierigen die Stimmen der Unentschlossenen und der Faulen in Gegenstimmen. Außerdem entscheiden sie ja auch über die Fragestellung entscheiden, also darüber was "Ja" und "Nein" jeweils bedeutet. Damit können unsere Öberen dann in jedem Falle das gewünschte Abstimmungsergebnis mit guter Wahrscheinlichkeit herbeiführen, vor allem bei den geringen Wahlbeteiligungen, die derzeit üblich zu sein scheinen. 

  Das ist allein schon eine Perversion der Demokratie. Das Quorum birgt aber noch ein ganz anderes Risiko: Wenn zu befürchten steht, dass doch einmal so viele Leute zur Abstimmung gehen und im unerwünschten Sinne abstimmen, kann man ja die Wahlbeteiligung auch künstlich senken. Beispielsweise durch ganz legale Personenkontrollen, welche die Polizei im Umfeld der Wahllokale durchführt. Das wäre bei der derzeitigen ständigen Gefahr von Terrorakten ja auch sehr nachvollziehbar...

Und trotzdem gibt es eine Chance!

  Das Quorum ist vor diesem Hintergrund ein weiterer wichtiger Grund, am Sonntag unbedingt zur Abstimmung zu gehen, wenn man will, dass dieser Stuttgart21-Schmu gestoppt wird! Diese Chance besteht nämlich durchaus noch. Wir haben keineswegs bereits verloren. Verloren haben wir aber auf jeden Fall, wenn wir nicht hingehen. 

  Wenn wir am Sonntag unseren A$$$$ hochbekommen und es schaffen, haben wir damit nicht nur Grube und Konsorten in die Suppe gespuckt, sondern auch den scheinheiligen Grünen und der genauso scheinheiligen SPD, die beide nicht besser sind als die CDU und die Mövenpick-Partei, denen wir ja schon letztes Jahr bei der Landtagswahl gehörig ans Bein gepinkelt haben.

   Also: Ab ins Wahllokal am Sonntag und gegen S21 gestimmt! Ich freue mich schon darauf, welchen Ärger die Knülche und Knülchinnen von Grünen und SPD mit ihren Herrchen aus der Wirtschaft bekommen, wenn das befohlene Kunststückchen misslingt. Auch wenn wir davon natürlich kaum etwas mitbekommen werden...

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21. November 2011 1 21 /11 /November /2011 11:09

Was es bei uns bisher nur als Lösung für Haushalte oder sonst im kleineren Rahmen gab, wird in Senden bei Ulm nun in größerem Stil ausprobiert: Ein Holzgaskraftwerk  soll ab Dezember - zunächst im Probebetrieb - 12.000 Haushalte mit Strom und 20.000 mit Wärme versorgen.

 

meterholz-stapel gespalten am waldrand

Holz ist eine regenerative Energiequelle, aus der man Strom nach Bedarf erzeugen kann

   Über die Holzgastechnik habe ich hier auf meinem Blog ja schon einmal geschrieben. Holzgastechnik ist im Gegensatz zur Photovoltaik "Low-Tech", sie kann im Prinzip von jeder Schlosserei gebaut und gewartet werden. Außerdem kann man mit Holzgaskraftwerken genau so wie mit Biogas den Strom je nach Bedarf erzeugen und so beispielsweise die schwankende Leistung von Windkaftwerken ausgleichen.

   Als weiterer Energieträger im Energiemix der Zukunft sorgt Holz zudem für mehr Diversifizierung und wirkt so Auswüchsen entgegen, wie etwa Energiepflanzen-Monokulturen und Regenwaldzerstörung bei der Anlage von Palmöl-Plantagen. Auch das Holz, das zunächst stofflich, also für Möbel oder am Bau, verwendet wurde, kann nach dieser Nutzung noch energetisch genutzt werden - zum Beispiel mit der Holzgastechnik.     

   Besonders in waldreichen Gegenden wie der Umgebung von Ulm sind Holzgaskraftwerke sinnvoll. Gegenüber der Nutzung des Holzes mit Dampfkraftwerken (Hackschnitzel, Pellets) bringen sie eine höhere Ausbeute an Strom. Meckern muss man nur darüber, dass man bei uns erst jetzt mit dieser Technik kommt, während sie in anderen Ländern schon länger genutzt wird.

  Wie das Beispiel des Holzkraftwerks in Ulm und die kleineren Anlagen zeigen, ist die Holzgastechnik sehr gut skalierbar. Kleine Anlagen sind für Selbstversorger interessant, größere können lokal oder regional eingesetzt werden. Damit dienen Holzgaskraftwerke einer flexiblen, kleinräumigen und dezentralen Energieversorgung, also der Regionalisierung. Dazu kommt, dass man wie bereits erwähnt, für Bau, Wartung und Reparatur keine Spezialfirmen benötigt. Dadurch bleibt das Geld in der Region, welches für diese Maßnahmen ausgegeben wird, was wiederum den regionalen Wirtschaftskreisläufen zugute kommt.      

 Mehr über das Ulmer Holzgaskraftwerk steht übrigens in diesem SPON-Artikel.  

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20. November 2011 7 20 /11 /November /2011 11:16

Allzuviel hört man ja von Gunter Gabriel nicht mehr, aber es gibt ihn noch. Vor einiger Zeit war er bei Markus Lanz zu Gast und sagte dort, was Sache ist, wobe er mir aus der Seele sprach. Man kann sich den Ausschnitt auf YouTube angucken, wo ich ihn auch aufgrund eine Links gefunden habe.

   Der Ansicht, dass man uns ständig einen Haufen Dreck andreht, um uns die Kohle aus der Tasche zu ziehen, bin ich ja schon lange. Früher glaubte ich, dass es dabei nur um die Profitgier von Herstellern und Handel ginge, was natürlich ein Stück weit stimmt - aber eben nur ein Teil der Wahrheit ist. Auch die Aussagen von Gunter Gabriel gehen nur so weit. Aber es ist doch schon einmal etwas, wenn jemand einmal deutlich sagt, dass wir einen großen Teil des Mists, denn wir ständig kaufen, gar nicht brauchen. 

   Mittlerweile weiß ich aber, dass da noch mehr dahinter steckt. Es gibt bei Unternehmen nicht nur die Gier, Profit zu machen, sondern auch einen Zwang dazu. Wenn man weiß, wie unser Geld funktioniert, kann man auch verstehen, warum dieses System ständiges Wirtschaftswachstum braucht: Die ständig wachsenden Schulden, aus denen unser Geld erzeugt wird, müssen besichert werdern. Dazu benötigt man so genannte dingliche Sicherungen, also Werte, die beliehen werden. Da nun die Schulden immer größer werden, müssen auch diese Sicherheiten wachsen, also die Unternehmen - und damit auch die ganze Wirtschaft, da die ja die Summe der Unternehmen ist.

   Sich mit Hilfe von Selbstversorgung; Tauschhandel und überlegtem Kaufverhalten mehr oder weniger aus diesem System auszuklinken, bedeutet also nicht nur mehr Lebensstandard mit weniger (Sklaven-)Arbeit. Es bedeutet auch ein Stück Widerstand gegen das Schuldgeldsystem und die Ausbeutung durch Schuldsklaverei.

   Mit dazu gehört natürlich auch, sich für Regionalisierung - nicht zuletzt bei der Energieversorgung aus regenerativen Quellen - einzusetzen. Der Gedanke der Regionalisierung gehört ja auch zur Philosophie der kleinen Kreisläufe und ist gewissermaßen Selbstversorgung auf einer etwas höheren Ebene.

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14. November 2011 1 14 /11 /November /2011 16:24

Auch als Selbstversorger benötigt man immer ein wenig Bargeld für die Sachen, die man partout nicht selbst machen kann oder möchte. Interessant in diesem Zusammenhang sind vor allem Minijobs oder andere Tätigkeiten, bei denen das Finanzamt nicht gleich die Hand aufhält. Wenn man nach so etwas sucht, wird man früher oder später auch einmal an (Online-)Glücksspiel denken. Deswegen hier ein paar Überlegungen dazu.

 altmodisch angezogene leute beim roulette

Roulette ist ein Spiel, bei dem allein das Glück entscheidet...

 

   Auf den ersten Blick sind die Vorteile eines Glücksspielgewinnes bestechend: Man erzielt ihn ohne viel Arbeit und er ist zunächst einmal steuerfrei. Das bedeutet jedoch nur, dass man keine Einkommenssteuer auf den Gewinn zu bezahlen braucht. Wenn jemand im Lotto eine halbe Million oder noch mehr Euro gewinnt, steht er bei der Einkommensteuererklärung für das betreffende Jahr besser da als einer der die gleiche Summe als „normales“ Jahreseinkommen, also Arbeitsentgelt oder Geschäftsgewinn verdient hat. Ab dem zweiten Jahr wird dieses Geld jedoch genauso behandelt wie jedes andere Geld auch: Man zahlt gegebenenfalls Vermögenssteuer und muss die Rendite aus einer eventuellen Anlage als Einkommen versteuern.

Reine Glücksspiele

   Was für den Lottogewinn gilt, gilt natürlich auch für den großen Coup im Casino. Auch wer beim Roulette oder Black Jack unverschämtes Glück hat, braucht den Fiskus zunächst nicht daran zu beteiligen. Allerdings hat das einen ernüchternden Hintergrund: Wenn das Finanzamt Glücksspielgewinne als steuerpflichtiges Einkommen ansehen würde, müsste es auch die Verluste am Spieltisch als steuermindernd akzeptieren. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Natürlich weiß der Fiskus auch, dass beim Glücksspiel mit professionellen Anbietern im Schnitt mehr verloren als gewonnen wird.

   Auf diesen Umstand weisen zum Beispiel auch seriöse Casino-Portale wie CasinoTopLists hin. Das liegt natürlich daran, das Glücksspiele, die von einem kommerziellen Anbieter veranstaltet werden, so „konstruiert“ sind, dass die Bank auf die Länge gesehen immer gewinnt. Anders wäre ja auch kein Geld mit einem Kasino oder einer Spielbank zu verdienen.

   Beim Roulette zum Beispiel liegt es daran, dass es mit der Null insgesamt 37 mögliche Zahlen gibt, die Spieler aber nur auf 36 davon setzen können. Immer wenn die Null fällt, streicht die Bank den gesamten Einsatz ein. Da sich Gewinne und Verluste auf den übrigen Zahlen und Zahlengruppen auf die Länge ausgleichen, schüttet die Bank auf lange Sicht 36/37 der Einsätze aus und kassiert 1/37.

   Die in Gasstätten und Spielhallen aufgestellten Spielautomaten - „Geldspielgeräte“ heißen sie auf Amtsdeutsch – geben in der Regel noch weniger her. Ganz mies sieht es beim Lotto aus, denn hier entscheidet nicht die Statistik über die Gewinnquote des Veranstalters, sondern der schüttet von vorne herein nur einen gewissen Prozentsatz der Spieleinsätze aus.

Spiele, bei denen man dem Glück nachhelfen kann

   Es gibt nun Spiele, die man zwar auch um Geld spielt, die aber keine reinen Glücksspiele sind. Das gilt beispielsweise für viele Kartenspiele. Bei Spielen wie Skat kommt es nicht nur darauf an, was für Karten man zufällig bekommt, sondern vor allem darauf, „was man daraus macht“. Das sieht man schon daran, dass es bei solchen Kartenspielen gute und schlechte Spieler gibt. Wäre zum Beispiel Poker ein reines Glücksspiel, gäbe es bei Turnieren ständig andere Sieger. Grob verallgemeinert kann man sagen, dass es bei solchen Spielen um das Abschätzen der Möglichkeiten geht, die verbleiben, wenn man die Karten berücksichtigt, die man selbst hat bzw. von den anderen Spielern im Rahmen des Spielverlaufs gesehen hat.

   Das gegensätzliche Extrem zum reinen Glücksspiel sind Spiele, die im Prinzip vollständig durch Können entscheiden werden: Man kann ja beispielsweise auch Dart oder Billard um Geld spielen. Natürlich spielt auch hier das Glück eine gewisse Rolle, aber keine größere als sonst beim Sport und im Geschäft auch: Man kann etwa an überlegene Gegner geraten oder es passiert einem ein Missgeschick, genauso kann man einen Glückstreffer landen oder der Gegner Pech haben.

Bauern in alter Zeit beim Kartenspiel

... während bei vielen Kartenspielen auch das Können der Spieler eine Rolle spielt

   Auch bestimmte Wetten sind etwas, womit man auf lange Sicht Geld verdienen kann, wenn man sich mit der Sache auskennt. Sportwetten funktionieren in dieser Hinsicht ganz ähnlich wie finanzielle Spekulationen: Die Kenntnis der Materie spielt eine mehr oder weniger große Rolle, jedoch gibt es auch Unwägbarkeiten. Ich glaube zwar kaum, dass es Leute gibt, die mit Fußballtoto ihre Existenz fristen können, aber Leute, die von Pferdewetten leben, gibt es in der Tat, so wie manche Leute auch von Börsenspekulationen leben.

   Bei den Spielen, bei denen man dem Glück mit Können und/oder Kenntnissen nachhelfen kann, gilt der Grundsatz: „Der Profi lebt vom Doofi“: Gewinn kann man immer dann machen, wenn genügend Mitspieler da sind, die schlechter sind als man selbst. Offenbar ist das beispielsweise beim Pferderennen der Fall, denn sonst gäbe es die Pferdewettprofis nicht.

   Dass es Spiele gibt, bei denen man mit Können Einfluss auf den Spielverlauf nehmen und daher tatsächlich Geld verdienen kann, ist aber leider auch dem Finanzamt bekannt. Profi-Pokerspieler beispielsweise müssen ihre Gewinne als Einkommen versteuern. Es ist auch durchaus denkbar, dass Mitarbeiter des Finanzamtes öfter einen Blick auf Pferderennplätze werfen, ob da etwa Leute fast ständig anwesend sind und oft gewinnen. Wer allerdings als guter Skatspieler nur regelmäßig seine Biere und Schnäpse finanziert, die er beim wöchentlichen Skatabend in der Kneipe verdrückt, wird wohl weniger Angst vor dem Fiskus haben müssen.

Online-Casinos

     Auch im Internet kann man heute nach Herzenslust zocken. Reine Glücksspiele wie Roulette sind hier genauso vertreten wie Poker und Sportwetten. Wer sich einmal mit der Sache befassen will, findet auf der Regelseite des Portals CasinoTopLists einen ersten Einstieg in die Welt der Casino Strategie. Ob er es tatsächlich wagen möchte, mit reinen Glücksspielen sein Glück zu versuchen, oder mit Poker oder Wetten vielleicht sogar zu verdienen, muss allerdings jeder selbst wissen, denn man kann so oder so auch auf die Nase fallen.

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2. November 2011 3 02 /11 /November /2011 13:55

Halloween-Kürbisse sieht man ja auch bei uns heute oft. Als Alternative dazu kann man aber auch Rübengeister, „Ruabagoischdr“ wie sie bei uns im Schwabenland heißen, schnitzen. Sie haben den Vorteil ein wenig länger zu halten und sehen ebenfalls schaurig-ulkig aus. Gleichzeitig sind Rübengeister und Halloween aber auch ein guter Anlass, am Beginn der dunklen Jahreszeit, der Jahresnacht wie sie bei den Kelten hieß, ein wenig nachzudenken.

Ruebengeist in Betrieb Rübengeister sind die Vorfahren der Halloween-Kürbisse

 

   Bei uns ist ja seit Jahren schon Halloween große Mode und wird von vielen als „amerikanisches Importfest“ abgelehnt. Tatsächlich ist es aber zunächst aus Europa, nämlich aus Irland, in die USA gekommen. Auch bei uns gibt es eine ganz ähnliche Tradition, denn ersten sind die Germanen kulturell soweit auch nicht von den Kelten weg und zweitens stammen wir Deutschen nicht nur von den ersten, sondern auch von den zweiten ab. Keltische Traditionen sind also nicht unbedingt etwas aufgesetztes, künstliches.

Samhain, Halloween und Allerheiligen

   Genaugenommen, so habe ich gelesen, stammt der Halloween-Kürbis vom Rübengeist ab, der auch beim irischen Halloween ursprünglich verwendet wurde. In Amerika hatten die Iren aber keine Rüben und nahmen daher einfach das, was sie hatten: Kürbisse. Auch bei uns gibt es vielerorts die Tradition, Umzüge mit Rübengeistern zu veranstalten und Süßigkeiten zu schnorren.

Ruebengeist Werkzeug

Werkzeug für den Rübengeist-Künstler

 

   Nach der keltischen Vostellung öffnet sich an Samhain, so der eigentliche Name des Festes, die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Es ist gefährlich, in dieser Nacht draußen zu sein, ursprünglich blieb man an Samhain auch kuschelig zuhause und ließ es sich gut gehen. Die Umzüge sind vielleicht ein Art Gegenpol zur Furcht vor den Geistern, eine Art Mutprobe, möglicherweise speziell der jungen Leute, die dann aber doch gewisse Sicherheitsvorkehrungen trafen: die mitgeführten Lichter in Form der Rübengeister und die Verkleidungen.

Ruebengeist Rohmaterial Futterruebe

Eine schöne Rübe als Ausgangsmaterial

 

     Samhain markiert den Beginn der Jahresnacht, des Winterhalbjahres und ist gleichzeitig das Neujahr der Kelten. Sein Gegenstück ist Beltane, die Walpurgisnacht, die bei uns ja auch noch mit dem Maibaum und dem Tanz in den Mai gefeiert wird. Die Vorstellung, dass das neue Jahr im Herbst beginnt, ist so abwegig nicht: Wer sich in der Natur ein wenig auskennt, weiß, dass sie sich jetzt schon auf das neue Frühjahr vorbereitet, so wie manche Leute vor dem Zubettgehen schon die Kleider für den Morgen bereit legen und vielleicht auch schon den Frühstückstisch decken. Ich persönlich zum Beispiel denke beim herbstlichen Umgraben im Garten auch gerne daran, dass dies eigentlich auch schon wieder der Beginn des neuen Gartenjahres ist.

Ruebengeist Standflaeche

Standfläche angeschnitten

 

       Samhain ist aber auch ein Erntedankfest. Möglicherweise hängt auch damit das Essen und Trinken zusammen, das zum gemütlichen Daheimbleiben an diesem Abend gehört. In christlicher Zeit wurde Samhain dann zu einem Totengedenkfest, dem katholischen Allerheiligen - der Vorabend "All Hallows Eve" verballhornt zu Halloween, so jedenfalls eine Deutung des Namens. Mit der Reformation wurde dieses Fest dann abgeschafft, da die Lebenden für die Toten nichts mehr tun können, ein Totenfeiertag also genauso ein Humbug ist wie der Ablass.

Samhain aus Sicht eines Christen

   Als Christ habe ich natürlich meine gewissen Probleme mit heidnischen Festen, obwohl ich sie als naturverbundener Mensch dann doch wieder gerne habe. Was ich natürlich strikt ablehne, sind die okkulten oder gar satanistischen Auswüchse von Halloween.

       Andererseits ist die Natur nichts satanisches und ich lebe gerne in ihrem Jahreskreis. Warum also nicht ein wenig Besinnlichkeit zum Spätherbst, ein Fest, das uns einstimmt auf den Teil des Jahres, in dem wir ein wenig kürzer treten und das Geschaffene genießen sollten? Ein wenig Dankbarkeit für den Sommer und das was die Natur – und damit natürlich Gott – uns in der warmen Jahreszeit gegeben hat? Können wir nicht die Angst der Heiden vor den bösen Geistern, die zu Samhain gehört, als Anlass nehmen, uns klar zu machen, dass wir als Christen diese Geister nicht mehr zu fürchten brauchen? Kann nicht selbst der Rübengeist oder Kürbis darauf hinweisen, dass hinter der schrecklichen Fratze ein warmes Flämmchen steckt, so wie hinter dem finsteren Gesicht des Todes das Licht des ewigen Lebens? Und wo ist das Problem, wenn wir uns im Totenmonat November klar machen, dass auch unser irdischen Leben endlich ist? Das hat ja schließlich nichts mit einem Totenkult in dem Sinne zu tun, dass man den Verstorbenen die Zeit im Fegefeuer verkürzen will oder dergleichen.

Ruebengeist Deckel abgeschnitten

Deckel abgeschnitten

 

 

Rübengeister schnitzen

     Auf jeden Fall passen die Rübengeister gut in die Jahreszeit und wahrscheinlich stammt ja auch das Laterne gehen, das ja auch im Herbst statfindet, von den Samhain-Umzügen und den Rübengeistern ab. Für dieses Jahr bin ich mit dem Artikel zwar ein wenig spät dran, da ich meine Rübengeister am Nachmittag des 31. Oktobers geschnitzt habe und erst da die Fotos machen konnte. Wenn man aber sowieso mit den Dingern nicht an Samhain herumlaufen will, sondern sie als zur Jahreszeit passende Dekoration ins Fenster oder in den Garten stellt, spielt das keine Rolle, man kann sie durchaus auch noch später im November aufstellen. Und außerdem steht dieser Artikel ja auch nächstes Jahr noch hier. Daher an dieser Stelle also eine kleine Anleitung, wie man Rübengeister schnitzt.

     Was man für einen Rübengeist braucht, ist eine möglichst große, möglichst unbeschädigte Rübe. Am besten sind Futterüben, weil die größer sind, notfalls tut es auch eine Zuckerrübe. Die Futterrüben wurden bei uns durch den Mais verdrängt und sind daher schwer zu bekommen. Am ehesten bekommt man sie noch bei Pferdehaltern, die sie manchmal für ihre Rösslein anbauen. Zuckerrüben hingegen werden noch vielerorts angebaut. Wenn man die Auswahl hat, sucht man sich eine aus, die der Form möglichst gut entspricht, die einem für den Rübengeist vorschwebt. Ansonsten nimmt man eben, was man hat.

Ruebengeist aushoehlen

Aushöhlen

 

   Als Werkzeug braucht man auf jeden Fall ein Messer, hilfreich ist auch ein stabiler Löffel.Ich nehme zum Aushöhlen gerne einen Kernhausausstecher für Äpfel, einen „Apfelstonzer“ wie mein Sohn dieses Ding nennt. Und schließlich braucht man noch ein Teelicht, welches man in den fertigen Rübengeist stellt.

   Als erstes schneidet man die Fläche am eigentlichen oberen Ende der Rübe, da wo der Strunk und die Blätter waren, gerade, so dass die Rübe einigermaßen aufrecht und sicher darauf steht. Dann schneidet man die Spitze ab und zwar so, dass die entstehende Fläche groß genug ist, dass man die Rübe gut aushöhlen kann.

   Das Aushöhlen geht, wie ich herausgefunden habe, sehr gut mit dem „Apfelstonzer“ man sticht ihn in das Rübenfleisch und stanzt damit zylindrische Stücke heraus. Am Anfang ist das Herausholen der ausgestanzten Stücke, die ja unten noch festsitzen, ein wenig problematisch. Am besten stanzt man ein paar mal nebeneinander und puhlt die Zylinder mit dem Messer heraus. Wenn est einmal ein Anfang gemacht ist, stanzt man am Rand es Loches und kann dann die ausgestanzten Zylinder leicht abbrechen.

Ruebengeist Deckel

Deckel mit "Kamin"

 

   Versäubern kann man die Höhlung in der Rübe mit dem Messer und/oder dem Löffel. Je dünner man die äußere Hülle macht, umso transparenter wird der Rübengeist. Man sollte auch darauf achten, dass der Boden so wird, dass das Teelicht einigermaßen gut steht.Wer will kann die Wandung auch dicker lassen, damit „Fleisch“ bleibt, damit man den Rübengeist auch außen bearbeiten und in Form bringen kann. Das muss aber nicht sein, man kann ihn außen ohne weiteres auch „roh“ lassen. Schließlich kann man auch den Deckel noch ein wenig aushöhlen, damit er auch ein wenig transparent wird. Es empfiehlt sich auch, in den Deckel ein vertikales Loch als „Kamin“ zu machen. Das geht wiederum sehr gut mit dem „Apfelstonzer“.

Ruebengeist fertig

Fertige Rübengeister

 

    Zum Schluss kommt das Gesicht. Zunächst dreht man die Rübe, um sie sich anzusehen und zu gucken, auf welcher Seite man das Gesicht am besten einschneidet. Wenn irgendwelche Höcker oder dergleichen vorhanden sind, kann man diese gut in die Gestaltung einbeziehen – beispielsweise als Nase. Wie gesagt kann man die Rübe auch außen ein wenig beschnitzeln, dass muss aber nicht sein. Ich glaube auch, dass sich der Rübengeist länger hält, wenn die Außenhaut überall dranbleibt. Auf jeden Fall schneidet man Mund, Nasenlöcher und Augen ein. Von ganz grob bis sehr kunstfertig ist hier alles erlaubt; je „wiaschdr“ (wüster, hässlicher) der „Ruabagoischd“ aussieht, um so besser.

     Zum Schluss kommt das Teelicht in den Rübengeist. Man kann sich eine Art Hängegestell dafür aus Blumendraht biegen, damit man es außerhalb anzünden und im Innern des Rübengeistes versenken kann. Oder man setzt es „kalt“ ein und zündet es mit einem Stabfeuerzeug an.

     Wenn der Wind das Teelicht immer ausbläst, kann man den Rübengeist auch mit Klarsichtfolie einwickeln, das sieht im Dunkeln niemand. Dann empfiehlt es sich aber, von hinten noch eine Belüftungsöffnung zu bohren, die im Innern in Bodennähe mündet und natürlich nicht mit Folie abgedeckt wird.

Update 23.10.2013: Mittlerweile gibt es hier auch eine Bauanleitung für einen elektrischen Mehrweg-Rübengeist  

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