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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

12. Februar 2012 7 12 /02 /Februar /2012 16:51

Angeblich stellt das kalte Winterwetter die Energiewende auf eine harte Probe. So jedenfalls konnte man in den letzten Tagen aus den "Qualitätsmedien" erfahren. Kaltreserven hätten angefahren werden müssen, um den Stromverbrauch zu decken. Sieht man jedoch genauer hin, stellt sich die Sache ganz anders dar, als nach den Meldungen in den Medien zu vermuten wäre. 

Grosskuchen Blick auf Dorf verschneit im Winter

Auch bei einer 100%igen Energieversorgung aus regenerativen Quellen werden wir nicht frieren müssen, wenn der Winter mal wieder ein Winter ist und nicht nur eine etwas kühlere Jahreszeit

       Dass Kaltreservekraftwerke angefahren wurden, mag ja sein, aber erstens sind die dazu da und zweitens waren wir selbst nicht etwa knapp an Strom. Wie es aussieht ist die Geschichte mit den Reservekraftwerken, die wir derzeit nutzen nämlich eine halbe Wahrheit - die, wie man weiß, nur allzuoft eine ganze Lüge ist: Tatsächlich haben wir wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) mitteilt, zwischen dem 07. und 12. 02. 2012 mehr Strom exportiert als importiert. Sprich: Unsere Reserven mussten wir vor allem auch nutzen, um anderen mit Strom auszuhelfen. Darunter übrigens auch das Atomland Frankreich. „In der Zeit zwischen dem 07. und dem 10.02.2012 war Deutschland jederzeit Netto-Stromexporteur“, war von IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster zu hören. Und zwar sei das in in jeder einzelnen Stunde der Fall gewesen.

   Auch die Probleme, die sich derzeit bei der Erdgasversorgung anzubahnen scheinen, haben nichts mit der Möglichkeit oder Unmöglichkeit zu tun, unseren Energiebedarf aus regenerativen Quellen zu decken. Sie zeigen vielmehr lediglich auf, wie übel es für ein Land ist, bei der Energieversorgung auf Andere angewiesen zu sein.

Nichts gelernt und Zeit vertan   

   Eigentlich sollte man das bereits bei der Energiekrise in frühen 70ern des letzten Jahrhunderts gemerkt haben. Seither wäre genug Zeit gewesen, Deutschland auf eine 100%ige Versorgung mit Energie aus regenerativen Quellen - und zwar aus eigenen - umzustellen. Das gilt nicht nur für die Stromproduktion, sondern genauso auch für die Versorgung mit Gas: Der Sabatier-Prozess, welcher die Erzeugung von Elektromethan (Windgas) ermöglicht, ist uralt, so wie übrigens auch die derzeit bereits wirklich praktikablen Techniken der Energiegewinnung aus regenerativen Quellen, die Nutzung von Windkraft, Wasserkraft und Biomasse.

autoverkehr an ampel aalen auffahrt umgehung

Des deutschen liebstes Kind, das Auto: Anders als die derzeit wie sauer Bier angepriesene "Elektromobilität" funktioniert der Antrieb von Straßenfahrzeugen mit Methan, also Erd-, Bio- oder Windgas schon lange einwandfrei

    Das Tollste am 1902 von dem französischen Chemiker Paul Sabatier erfundenden Sabatier-Prozess, mit dem man aus Wasserstoff und CO2 Methan,also Erdgas, erzeugen kann, ist das Folgende: Man benötigt für ihn keineswegs reines CO2. Er funktioniert genauso gut mit Mischungen dieses Gases. Daher kann man mit ihm das im Biogas enthalten CO2 zur Methanerzeugung verwenden. Der hohe CO2-Gehalt von Biogas ist aber nun genau der Parameter, der es vom Erdgas unterscheidet.

    Mit dem Sabatier-Prozess kann man also Biogas recht einfach zu "künstlichem" Erdgas gewissermaßen raffinieren. Den erforderlichen Wasserstoff erhält man aus der Elektrolyse von Wasser mit überschüssigem Windstrom. Da sich Biogas gut speichern lässt, kann man es immer dann raffinieren, wenn gerade mehr Windstrom da ist, als man benötigt und diesen auf diese Weise speichern. Auch das so zu erdgaskompatiblen Gas raffinierte Biogas lässt sich speichern und zwar mit der bereits vorhandenen, einwandfrei funktionierenden Erdgastechnik und den hier ebenfalls größtenteils bereits vorhandenen Kapazitäten.      

   Ein ausgewogener Verbund aus Biogas und Windkraft könnte so einen Großteil unseres Energiebedarfes decken. Auch stellen heute Null- bzw. Plusenergiehäuser technisch kein Problem mehr sind und es kann an vielen Stellen Energie für den lokalen Bedarf lokal im kleinen Stil gewonnen werden. Rätselhaft bleibt also nur, warum eine komplette Versorgung unseres Landes mit Energie aus regenerativen Quellen erst in Jahrzehnten möglich sein soll.  Erd- bzw. Wind-/Biogas kann man übrigens auch zum Autofahren verwenden, wie die vielen bereits einwandfrei funktionierenden Erdgas-PKW, -Busse und -LKW zeigen. Im Gegensatz zu den unsäglichen Elektroautos, um die derzeit ein unglaublicher Hype gemacht wird, sind diese Fahrzeuge nämlich tatsächlich alltagstauglich.               

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23. Januar 2012 1 23 /01 /Januar /2012 21:34

Seit dem die stark wachsenden Wildschwein-Populationen zu einem Problem geworden sind, geistert die Mär vom durch den Jäger verursachten Rauschzeit-Chaos durch die Diskussionen über Sinn und Unsinn der Jagd. Bei näherem Hinsehen hält diese Geschichte einer Überprüfung anhand logischer Zusammenhänge jedoch nicht stand. Da ich erst neulich wieder einmal auf einen Text gestoßen bin, der uns Jäger als praktisch allein verantwortlich für die vielen Schwarzkittel macht, sind hier wohl ein paar fundierte Gedanken angebracht.

Schwarzwild Bache mit Frischlingen 

Bache mit Frischlingen: Nett anzusehen, aber... 

 

   Einer der perfidesten Aspekte politisch korrekter Sprachregelungen ist, dass auch diejenigen gezwungen werden, sie einzuhalten, gegen die sie sich richten. So ist es auch mit der Mär vom Jäger, der die rapide Zunahme der Schwarzwildbestände durch sein Tun verursachen soll. Leitbachen, so wird behauptet, synchronisieren das Rauschigwerden der rangniedrigeren Bachen und sorgen dafür, dass diese nicht zur Unzeit rauschig werden. Fällt eine solche Leitbache dann durch das frevle Tun eines allzu schussgeilen Waidgesellen aus, würden die restlichen Bachen zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten rauschig, hätten dann dementsprechend auch zu allen Jahreszeiten Frischlinge.

     Diese Geschichte wird nun nicht nur durch Jagdgegner und Jagdkritiker kolportiert, sondern auch durch engagierte Jäger, denen es tatsächlich um unseren jagdgesetzlichen Auftrag zu tun ist, die Wildbestände in solchen Grenzen zu halten, dass ein ordnungsgemäßer Land- und Waldbau möglich ist. Man erzählt sie wohl sogar bereits den Aspiranten im Jägerkurs und die Bereitschaft, sie zu hinterfragen scheint – zumindest in der Öffentlichkeit – gering zu sein, auch bei Jägern. Offiziellen Jagd-Funktionären mag es gar bei Strafe des medialen Teeren und Federns verboten sein, hier einmal laut nachzudenken.

Offensichtlichen Tatsachen im toten Winkel

   Schöne Theorien haben oft eines an sich: Sie sind griffig und wenn sie zu Ergebnissen führen, die einem sympathisch sind, fällt nicht mehr auf, dass die Krone des gedanklichen Baums längst über dessen Wurzeln hinaus gewachsen ist. Sprich: Man hat Scheuklappen aufgesetzt und grundlegende Tatsachen sind in deren totem Winkel verschwunden; man merkt nicht mehr, dass das wunderschöne Gedankengebäude schon lange nicht mehr auf dem Fundament der harten, von jedermann nachprüfbaren Fakten steht.

 Schwarzwild Schaden Mais

... die Schäden, die Schwarzwild in Mais....

   Das kann selbst großen Wissenschaftlern passieren: Linné beispielsweise war der Meinung, dass jedes Tier – auch unsere Haustiere – so wie man sie heute kennt (bzw. zu seiner Zeit kannte) von Gott erschaffen worden seien. Dabei hätte ihm ein Spaziergang auf dem Land und eventuell ein paar Gespräche mit Bauern leicht zeigen können, dass sogar der Mensch in der Lage ist, das Erscheinungsbild von Tieren durch Zucht stark zu verändern und sogar ganz neue Rassen zu schaffen. Und dass es also auch nahe liegend ist, dass Haustiere aus Wildtieren entstanden sind – zumal vermutlich zu Linnés Zeiten noch mehr Haustierrassen ihren Wildformen ähnelten als das heute der Fall ist.

Die Rolle von Biotop und Nahrungsbasis

   Die Tatsache, die bei der tollen Theorie des Rauschzeit-Chaos aus den Augen verloren wurde, ist die, dass eine Populationsstärke immer Funktion der Biotopqualität, insbesondere auch der Breite der Nahrungsbasis ist. Weniger geschwollen ausgedrückt: Wenn es viel zu fressen gibt, gibt es mehr Nachwuchs, der auch noch bessere Überlebenschancen hat. Oder noch einmal anders gesagt: Eine Population vermehrt sich solange, bis sie an eine Ressourcengrenze stößt.

Schwarzwild Schaden Weizen

... und Weizen anrichtet, können immens sein und treiben gestandenen Landmännern das Wasser in die Augen

 

   Im speziellen Falle des Wildschweins und seinem derzeitigen Höhenflug kommt noch ein weiterer, offenkundiger Aspekt hinzu. In milden Wintern zur Unzeit geborene Frischlinge sterben weniger oft als solche, die in harten Wintern geboren werden. Es ist, auch wenn ich persönlich die menschengemachte Klimaerwärmung für Humbug halte, nun aber eben eine Tatsache, dass es in den letzten dreißig Jahren wärmer war als früher. Es gab jede Menge Winter, die keine waren, in denen zur Unzeit geborene Frischlinge also wesentlich bessere Überlebenschancen hatten.

   Diese Zeit der milden Winter deckt sich nun aber recht gut mit dem Anwachsen der Schwarzwildbestände. Der harte Winter 2005/06, der die Wildschwein bei uns erheblich dezimierte ist ein gutes Beispiel, wie sich ein Winter, der einer ist, auf das Schwarzwild auswirkt, was in einem milden Winter eben nicht passiert. Dazu kommt, dass schon seit längerer Zeit Mastjahre wesentlich kürzer aufeinander folgen als das früher der Fall war. Dieses erhöhte Nahrungsangebot ist nun aber obendrein in milden Wintern ohne oder mit wenig und kurzer Schneelage wesentlich leichter zu erreichen. Das gleiche gilt für die Untermast. Und ein besseres, leichter zugängliches Nahrungsangebot kommt natürlich vor allem auch den bereits selbst fressenden Frischlingen zu gute, genauso wie den führenden Bachen, deren Nachwuchs noch saugt. Wärmere Außentemperaturen schließlich senken den Energiebedarf, was auch wieder vor allem auf Jungtiere wirkt, da diese aufgrund ihres geringeren Volumens leichter auskühlen als adulte Exemplare.

Einmal logisch nachgedacht

   Machen wir also doch einfach ein kleines Gedankenexperiment: Angenommen, es stimmt tatsächlich, dass die Leitbache das Rauschigwerden der rangniedrigeren Bachen steuert. Jetzt kommt so ein skrupelloses Monster in Grün und schießt die Dame von ihren Lieben weg. Sofort bricht das Rauschzeit-Chaos aus, alle Bachen werden zur Unzeit rauschig und sind zu allen möglichen und unmöglichen Jahreszeiten mit Frischlingen jeglichen Alters anzutreffen.

schwarzwild keiler im schnee

Jüngere Keiler sind wesentlich einfacher zu erlegen als...

 

   Die zur Unzeit geborenen Frischlinge können aber in harten Wintern nicht überleben, sondern nur, wenn besonders günstige Verhältnisse wie die oben beschriebenen herrschen. Andernfalls wird durch das Rauschzeit-Chaos der Fortpflanzungserfolg erheblich geschmälert - was natürlich das Gegenteil einer Bestandsvermehrung bewirkt.

   Denken wir also weiter: Auch bei einer funktionierenden Synchronisation der Rauschzeit wird es immer wieder einmal Bachen geben, die zur Unzeit rauschig werden und daher Frischlinge zu Jahreszeiten bringen, die für deren Überleben ungünstig sind. Das ist übrigens schon deswegen nahe liegend, weil Schweine an sich tropische Tiere sind. Unser Wildschwein ist die einzige Schweineart, die in verhältnismäßig kalten Gegenden mit ausgeprägtem Sommer-Winter-Wechsel lebt. Daher ist es durchaus denkbar, dass bei unseren Schwarzkitteln der zu unsere Weltgegend passende Rauschzeit-Zyklus genetisch gar nicht so fest verankert ist.

schwarzwild suhle

... junge Bachen, welche als angehende Zuwachsträger das Ziel eines wirkungsvollen Reduktionsabschusses sein müssen  

 

   Zurück zu den unzeitig geborenen Frischlingen: So ein schlechter Start ist ein erhebliches Handicap im großen Spiel der Evolution. Von diesen Frischlingen gelangen erheblich weniger zur Fortpflanzung; die Rauschigkeit zur falschen Zeit ist ein erheblicher Überlebensnachteil. Und wer einen solchen hat, wird von der Evolution gnadenlos ausgemerzt.

   Überleben solche Frischlinge aber dennoch massenhaft und gelangen sogar zur Fortpflanzung, liegt dies daran, dass ganz einfach die Winter nicht so streng sind, dass sie den typischen Fortpflanzungsrythmus erfordern, den man bei uns auch von anderen Tieren kennt und der zum Ziel hat, dass der Nachwuchs immer zu dem Zeitpunkt geboren wird, der es ihm ermöglicht, die warme Jahreszeit optimal auszunutzen. Vermutlich hat unser Schwarzwild ja auch seinen typischen Rauschzeitrythmus entwickelt, um in Gegenden mit kalten Wintern überleben zu können.

Vorteile werden nicht über Bord geworfen

   Grundsätzlich werden im Rahmen der Evolution immer Dinge entwickelt, welche einen Überlebensvorteil für die Art bzw. Population bieten. Logischerweise müsste dann das Wegfallen eines solchen Mechanismus wie der Fortpflanzung im Rhythmus der Jahreszeiten einen Überlebensnachteil bedeuten. Ist das jedoch nicht der Fall, ist dieser Rhythmus nicht mehr notwendig – wie zum Beispiel im Falle des Wildschweins, das in wärmerem Klima ohne weiteres auch zur „falschen“ Jahreszeit geborene Frischlinge durchbringt.

Schwarzwild Maisdrueckjagd Strecke Traktoranhänger

Strecke einer sommerlichen Maisdrückjagd: (Waid)mensch bemüht sich ja im Feld...

 

   Dass immer auch Bachen existieren müssen, die zur Unzeit rauschig werden, ist im Übrigen mehr als nur wahrscheinlich: Die Evolution lebt im Prinzip von den genetischen Ausreißern. Diese kommen immer wieder einmal vor, werden aber meisten ausgemerzt, weil sie unter den herrschenden Umständen einen Überlebensnachteil haben. Nun kann es aber passieren, dass sich die Umstände ändern und etwas, das vorher ein Nachteil war, zu einem Vorteil wird. Dann überleben die Ausreißer und vererben das geänderte Gen. So funktioniert Evolution.

   Und so funktioniert auch das so genannte Rauschzeit-Chaos: Laut seinen Fans soll es ja für die überaus starke Vermehrung der Schwarzwildbestände verantwortlich sein. Starke Vermehrung weist aber nicht auf einen evolutionären Nachteil hin, sondern auf eine Vorteil. Schließlich muss man aber auch noch im Hinterkopf behalten, dass die Fortpflanzung zu einer anderen Jahreszeit nicht unbedingt auch bedeutet, dass sich öfter fortgepflanzt wird: Wenn man im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter gestreifte Frischlinge sieht, heißt das ja nicht, dass jede Bache jetzt viermal im Jahr Junge bringt. Wesentlich öfter als einmal im Jahr werden auch zur Unzeit rauschende Bachen keine Frischlinge haben.

Schwarzwildstrecke Staatsjagd

... und auch im Wald, aber mildes Klima sorgt in Verbindung...

 

     Auch wenn so das im Herbst oder Winter geboren Werden in mildem Klima kein Todesurteil für den einzelnen Frischling ist, ein Vorteil ist es sicher auch nicht. Wenn nun aber die Bestände wachsen, trotz dem ein Teil der Frischlinge nicht zum optimalen Zeitpunkt geboren werden, heißt dies wieder einmal: Die Lebensbedingungen müssen dahinter stecken. Denkbar ist sogar, dass es bei fehlenden oder wenig ausgeprägten Nahrungsengpässen und anderen ökologischen Flaschenhälsen ein Nachteil ist, sich gleichzeitig fortzupflanzen: Wenn alle Jungen zur gleichen Zeit, nämlich der des größten Nahrungsangebotes geboren werden, ist auch die Konkurrenz groß. Wenn es nun zu anderen Jahreszeiten zwar weniger, aber nicht zu wenig gibt und auch die Temperaturen ein Überleben ermöglichen, kann es ein Vorteil sein, auf diese auszuweichen.

Occams Rasiermesser

   Es gibt in der Wissenschaft eine Denkregel, die als „Occams Rasiermesser“ bekannt ist. Sie besagt, dass man stets der Theorie den Vorzug gibt, die mit den wenigsten zusätzlichen Annahmen auskommt. Oder anders ausgedrückt: Wenn man mit gesichertem Wissen etwas erklären kann, kann man auf zusätzliche Hypothesen verzichten.

   Genau das trifft jedoch auf die Bestandsvermehrung des Schwarzwildes zu. Die ist nämlich mit dem stark gewachsenen Nahrungsangebot und dem günstigeren Klima bereits hinreichend und schlüssig erklärt. Auf die Geschichte vom Rauschzeit-Chaos kann man also getrost verzichten. Möglicherweise ist sie lediglich erfunden worden, um dem Jäger wieder einmal am Zeuge zu flicken. Und wir plappern sie den Jagdabschaffenwollern auch noch nach...

Ein Frage der Wahrscheinlichkeit

   Schließlich muss man aber durchaus auch fragen, wie oft den überhaupt Leitbachen geschossen werden? Wenn von ihrer Rotte weg geschossene Leitbachen einen merklichen Einfluss auf das Fortpflanzungsverhalten der gesamten Population in einem größeren Gebiet haben sollen, müsste so etwas dort ständig passieren und nicht nur hin und wieder. Daher spielt wohl hier auch die Vorstellung gewisser Leute vom grüngewandeteten Unhold eine Rolle, der nichts anders im Sinn hat, als den lieben Tierlein schröcklich Ungemach zu bereiten. Und der sich daher auch hinsetzt und so lange wartet, bis er ausgerechnet eine Leitbache schießen kann, um damit sadistischer Weise die ganze Rotte ins Rauschzeit-Chaos zu stürzen.

 Maisernte mechanisiert

... mit exzessivem Futter- und jetzt auch Energiemaisanbau für ständigen Nachschub

 

     Tatsächlich weiß aber jeder Jäger – und wer als Nichtjäger mitreden will, sollte es auch wissen – dass man bei der Schwarzwildjagd vor allem junge Keiler erwischt. Das liegt daran, dass diese mit der Geschlechtsreife von den Bachen abgeschlagen werden und dann sozusagen als Jugend-Gangs durch die Ökologie vagabundieren. Dabei sind sie wesentlich unvorsichtiger als die alten Leitbachen, die ihre Rotten wesentlich heimlicher sein lassen. Vor allem weniger ausgebuffte Jäger werden daher kaum einmal etwas anderes vors Rohr bekommen als junge Keiler, denn die jungen Bachen, sind in den Rotten, die von den gewieften alten Weibern geführt werden und die man deswegen nur schwer in Anblick bekommt.

     Genau das ist ja eines der Probleme bei der Bestandsreduktion beim Schwarzwild: Wenn der durchschnittliche Jäger eine Sau schießt, ist es wie gesagt meist so ein junger Keiler. Aus der Kochtopfperspektive und der der Waidgerechtigkeit kein Fehler, denn die Halbstarken liefern vorzügliches Wildbret und hinterlassen keine trauernde Familie. Natürlich macht ein Überläuferkeiler, der unser Herz erst im Revier und dann bei Tisch erfreut hat, auch keinen Schaden mehr. Aber sein Abschuss bremst eben die Populationsentwicklung nicht. Das Begattungsgeschäft, das er nicht mehr verrichten kann, erledigen seine Spezerln, die unserem Kraut und Lot entgangen sind, für ihn ohne weiteres und gerne mit.

   Nun ist es eine Tatsache, dass wenn so eine Rotte kommt, wahrscheinlich die Leitbache das erste Stück ist, das man sieht. Das weiß aber auch jeder Jäger und wird den Finger gerade lassen. Zumal Leitbachen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch führen, da Fruchtbarkeit ein wichtiges Kriterium für den sozialen Rang in der Rotte ist.

   Ob so eine auftauchende Bache nun tatsächlich führt, weiß man aber auch nicht, solange sie das erste und zunächst einzige Schwein ist, das den Wurf überhaupt aus der Deckung streckt. Eine führende Bache zu schießen ist aber eine Straftat und deswegen bläut jeder Lehrprinz seinen Jungjägern ein, dass man keinesfalls nie und nimmer nicht unter gar keinen Umständen auf das erste Schwein schießt, das kommt. Zu behaupten, dass Jäger das aber doch haufenweise tun würden, ist wiederum eine Unterstellung, die, gegen einen einzelnen Jäger ausgesprochen, den Tatbestand der üblen Nachrede oder der böswilligen Verleumdung erfüllen würde.

   Wenn tatsächlich überproportional viele Leitbachen umkommen, ist wohl wesentlich eher der Straßenverkehr schuld. Die Straße jagt bekanntlich das ganze Jahr und kennt kein Jagdgesetz und keine Waidgerechtigkeit. Und wenn die Leitbache als erstes kommt, kommt sie natürlich auch als erste unter die Räder. Wenn also das Märchen vom Rauschzeitchaos je stimmen sollte, wäre nicht der Jäger schuld, sondern der Verkehr. Da wird aber wohl weniger gerne darüber geredet, denn Auto fahren ja auch diejenigen, die sich mit Grausen vor jedem unserer Zunft abwenden – sich dann aber doch wieder umdrehen, um nämlich mit dem Finger auf ihn zu zeigen.

Fazit

   Wie man sieht ist die Geschichte mit dem Rauschzeitchaos als Ursache des starken Populationswachstums beim Schwarzwild bei näherem Hinsehen nicht haltbar. Was man aber auch sieht: Es braucht annähernd vier meiner Manuskriptseiten, um das zu untersuchen und zu widerlegen, was ich eingangs in zwei Sätzen zitiert habe.

   Das ist ein Effekt, der jedem versierten Demagogen bekannt ist, den bereits ein gewisser Herr Hitler in seinem Demagogen-Handbuch „Mein Kampf“ benutzt hat und der auch heute noch gerne angewendet wird: Man sucht sich eine griffige Behauptung als Lösung für ein Problem und erhebt sie zum Dogma. Da sich Lebenswirklichkeiten jedoch meist nicht in zwei, drei Sätzen zutreffend abhandeln lassen, muss derjenige, der so eine Parole widerlegen will, weit ausholen. Das interessiert jedoch dann keinen. Wer will sich schon mit komplexeren Zusammenhängen befassen oder gar selbst denken, wenn er doch bereits eine griffige, leicht verständliche und (scheinbar) plausible Lösung geliefert bekommen hat?

   Also wird man den Jungjägern wohl auch weiterhin die fromme Mär von den gemeuchelten Leitbachen und dem Rauschzeit-Chaos erzählen...

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16. Januar 2012 1 16 /01 /Januar /2012 14:00

ich weiß auch nicht genau, warum, aber heute ist mir dieses unanständige Jagdgedicht vom Förster Rau und seinem Weib eingefallen, über das ich vor Jahren so gelacht habe. Es ist wohl uralt, aber immer noch lustig:

 

Es sprach des nachts der Förster Rau
Im Bett zu seiner lieben Frau:
"Oh du mir von Gott gegebenes Weib,
Jetzo besteig ich deinen Leib!
Diana gebe mir zu diesem Werke
Des Hirsches Brunft, des Keilers Stärke
und der Karnickel Emsigkeit..."
Worauf die Frau des Försters spricht:
"F***e, Friedrich, schwatze nicht!"

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Published by Fokko - in Humor
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14. Januar 2012 6 14 /01 /Januar /2012 16:11

Ganz tote Hose ist im Garten nie. Auch im Winter gibt es diese und jenes zu tun. Gerade vorhin war ich zwei Stündchen draußen. Das tut auch gut, weil man so zu etwas mäßig anstrengender Bewegung an der frischen Luft kommt, an der es einem im Winter ja oft mangelt.

   So langsam wird es Zeit, ganz gemächlich aus der Winterruhe aufzutauchen, in die ich mich über den Jahreswechsel gerne begebe. Da kommt so ein bisschen "Herumstieren" - wie das bei uns im Schwabenland heißt - im Garten gerade recht.

   Eigentlich hätten die alten Tomatenpflanzen im Gewächshaus samt den vetrockneten Zaunwinden, die im Sommer dort frecherweise gewachsen waren, ja schon im Herbst ausgerissen gehört. Das habe ich heut nachgeholt und natürlich auch gleich die zugehörigen Tomatenspiralen weggegräumt. Das gleiche gilt für die Kästen mitden längst verblichenen Peperonipflanzen, die ich ebenfalls in den Kompost gekippt habe, nachdem die Sehiorchefin (aka Oma) es wohl schon aufgegeben hatte, darüber zu meckern. Zeit wurde es ja wirklich, denn die am Sylvesternachmittag gesäten neuen Pflänzchen haben mittlerweile großenteils schon gekeimt, so dass die Zeichen der Zeit auch hier schon deutlich ins neue Gartenjahr zeigen.

  Dann habe ich mich über den Weichselkischbaum im Nordosten beim Frühbeet hergemacht. Eigentlich soll man Kirschen ja nicht im Winter schneiden, weil sie dann gerne bluten, sondern im Juni nach der Ernte der Früchte. Trotzdem habe ich es gemacht, weil mir im Vorbeigehen spontan eingefallen ist, wie ich es machen wollte und bekanntlich macht man etwas, das man nicht gleich macht, wenn es einem einfällt, sehr hoft überhaupt nicht mehr. Denn Zwetschgenbaum, den mein Sohn vor einigen Jahren aus einem Wurzelausläufer gezogen hat, hatte ich bereits neulich in der Mache. Darauf, wie man Obstbäume zurechtsäbelt, will ich hier aber nicht weiter eingehen, denn über das Thema Obstbaumschnitt habe ich mich ja bereits in einem meiner ersten Artikel auf diesem Blog ausgelassen.

  Den anfgefallenen Gehölzschnitt habe ich erst gar nicht gehäckselt, sondern lediglich die ganz groben Äste mit dem Fichtenmoped zerkleinert. Die dünneren Zweige will ich beim Neuaufsetzen des Komposts, was ja auch schon wieder in ein paar Wochen anfällt, unten als Belüftung einlegen.

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Published by Fokko - in Garten
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13. Januar 2012 5 13 /01 /Januar /2012 15:20

Paraskavedekatriaphobie? Was bitte ist denn nun das schon wieder? Na was wohl? Guckt mal aufd as Datum, dann sollte es euch dämmern: Paraskavedekatriaphobie ist die panische Angst vor dem Freitag den 13., den wir heute haben. Es gibt tatsächlich allerhand Leute, die glauben, dass dieses Datum Unglück bringt, bei einem kleinen Teil davon geht das sogar so weit, das es als krankhaft anzusehen ist.

   Der Aberglaube, dass Freitag der 13. ein besonders Unglück bringendes Datum sei, so habe ich gelesen, ist dabei noch gar nicht so alt, erst 50 oder 60 Jahre. Vorher habe man Zahlen- und Wochentagsmagie getrennt betrachtet, stand da zu lesen. Außerdem werden beileibe nicht in allen Kulturen die Dreizehn und der Freitag als Unglücksbringer angesehen. Für viele Menschen ist der Freitag sogar ein Glückstag - auch für mich, vor allem, als ich noch nicht selbständig war und mich am verhassten Montagmorgen damit tröstete, das ich bereits übermorgen, also am Mittwoch sagen konnte, dass übermorgen Freitag sei.

   Was die Frage angeht, ob am Freitag den 13. mehr passiert als an anderen Daten, kann man die Statistiken von Versicherungen und dergleichen befragen. Ihnen zufolge passiert an diesem Datum keinesfalls mehr oder sogar eher weniger als an anderen. Das letztere könnte man darauf zurückführen, dass abergläubische Leute an diesem Tag besonders vorsichtig sind und insbesondere eindeutige Risiken - zum Beispiel unvorsichtiges Überholen - meiden.    

In diesem Sinne also: Ein schönes Wochenende wünscht euch

Fokko

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5. Januar 2012 4 05 /01 /Januar /2012 18:24

Es ist zwar nicht mehr ganz neu, aber dennoch der Erwähnung wert: Der Obdachlose, der sich durch das Sammeln von Einwegdosen und -flaschen ein Wohnmobil - und damit wieder ein Dach über dem Kopf - verdient hat. Für mich ein Beispiel dafür, dass ein Leben abseits der etablierten Strukturen durchaus möglich ist - und man noch nicht einmal schlecht dabei fahren muss.

   Trotz Studium und zwei akadmeischen Abschlüssen ist Eduard Lüning nach einer zerbrochenen Beziehung und längerer Krankheit seit 1995 arbeitslos. Vor einigen Jahren kam er auf den Dreh mit dem Leergutsammeln und macht seither sein Geld damit. 60 Euro, so heißt es, macht er am Tag etwa mit den leeren Dosen und Flaschen, das ist weit mehr, als ein Hartz-4-Empfänger bekommt.

   Letzten Sommer stieg er ganz groß ein und sammelte auf Musikfestivals das weggeworfene Leergut. Ergebnis: Mit 30 Sammeltagen verdiente er 13 000 Euro, die er in ein gebrauchtes Wohnmobil investierte. Seitdem hat er wieder ein Dach über dem Kopf und ist mit sich und der Welt einigermaßen zufrieden: Er muss niemanden anbetteln und kommt mit dem Geld aus, das er an gewöhnlichen Tagen in der Stadt verdient.

   Auch nächsten Sommer will Eduard Lüning wieder auf den Festivals unterwegs sein und Leergut sammeln. Und ein neues Ziel hat er auch schon: Ein eigenes kleines Segelboot mit Hilfsmotor. Ich gönne es ihm von Herzen!

   Und übrigens: Bevor ich jeden Tag zu einem Job mit Hungerlohn gehe, den man mit Hartz 4 aufstocken muss, damit es zum "Leben" reicht, würde auch ich Flaschen sammeln gehen.

 

Bericht in der ZDF-Mediathek

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1. Januar 2012 7 01 /01 /Januar /2012 00:00

Haertsfeld-Winter

... und wieder einmal ist ein Jahr vorbei und ein neues beginnt. Im Grunde haben Jahreszählung und Datum ja nicht viel zu bedeuten. Der erste Januar liegt jedoch nahe genug bei der Wintersonnwende und in der Zeit, in der ich mich im Zuge meines an der Natur ausgerichteten Jahreslaufes ein wenig verschnaufe und eine gewisse Winterruhe halte, um ihn als Beginn des neuen Jahres zu akzeptieren. Mir persönlich ist ganz besonders die Woche zwischen den Jahren und auch - bei uns in Württemberg ist ja der 6. Januar ein Feiertag - die erste Woche des neuen Jahres wichtig für das Ausruhen, Rückschauen und einen gewissen Ausblick in die Zukunft - soweit das möglich ist.

Verrottet nun das alte System? 

  Gerade in diesen Zeiten ist ja der Gedanke an Selbstversorgung besonders naheliegend. Für mich ist das, was gerade geschieht, nicht nur ein Zeichen für die Untauglichkeit unseres Geldsystems, sondern auch dafür, dass die Globalisierung nichts taugt. Ich persönlich hoffe auf einen großen Crash und einen Neuanfang. Dass man das Geldsystem reformiert, wage ich kaum zu hoffen, aber immerhin ist nach einem Haircut und einer umfassenden Entschuldung wieder Luft für die Wirtschaft da.

  Wer schlau ist, wird sich dann aber nicht auf Geld und Geldeswert verlassen, sondern den Boom nutzen, um sich Dinge zu schaffen, die ihn unabhängig machen. Mein mittelfristiges Wunschziel ist beispielsweise ein hübscher Krautgarten, denn mein Garten am Haus ist doch ein wenig klein. Aber auch der scheint mir so langsam in Schwung zu kommen, nachdem ich vor nunmehr bald neun Jahren mehr oder weniger auf einem Lehmbatzen angefangen habe.

  Worauf ich gespannt bin, ist, wie dich die Sache mit dem Windgas entwickeln wird, wann sich der Hype um die Elektromobilität totlaufen wird und inwiefern es die Großen Energiekonzerne schaffen werden, die Energieerzeugung aus regenerativen Quellen an sich zu ziehen und was sich umgekehrt bei der Regionalisierung der Energiegewinnung tun wird.

Geht die Welt unter? 

  Manche erwarten ja wegend des Maya-Kalenders, der 2012 endet, große Umbrüche, ja sogar ein neues Zeitalter. Das würde dann ja sogar ein wenig auf ein Umdenken bei der Wirtschaft und beim Geldsystem hoffen lassen.

    Es gibt sogar Leute, die aufgrund des Maya-Kalenders für dass kommende Jahr den Weltuntergang kommen sehen. Auch manche Christen sehen die Endzeit nahe, da sich einiges von dem, was gerade geschieht, recht gut mit den Prophezeihungen der biblischen Apokalypse, der Offenbarung des Johannes, zur Deckung bringen lässt. Auch ich mache mir da manchmal so meine Gedanken, halte es in der Praxis jedoch vorerst mit Martin Luther, der so wie er einmal sagte, auch dann noch ein Apfelbäumchen gepflanzt hätte, wenn er gewusst hätte, dass am nächsten Tag die Welt untergeht.

Der Garten ruft... 

    Am Sylvesternachmittag säe ich meine Peperoni, nachdem das Gartenjahr ja genau genommen schon mit dem Umgraben im Herbst begonnen hat. Knapp drei Wochen nach Neujahr ist am 21. Januar Fabian Sebastian, wo bekanntlich Baum und Tag zu wachsen anfangen. Bis dahin schneidet man seine Obstbäume, wenn man es gerne nach alter Väter Sitte hält. An Lichtmeß stupft man traditionell die Tomatensamen in die Anzuchtschälchen und macht schon wieder eine gute Weile vor Ende des Tageslichts Feierabend.

  Dann wird es für die Leute, die ihre Pflänzchen selbst ziehen auch schon bald Zeit dafür Salat und dergleichen im Haus vorzuziehen. In klimatisch günstigen Gegenden get es dann - sofern das Wetter mitspielt - auch bald schon in Frühbeet und Gewächshaus los. Und März dann oft auch schon im Freiland. Sobald mein Kompost aufgetaut ist - wenn er diesen Winter überhaupt einfrieren wird - setze ich ihn um.

  Wenn es anfängt ein wenig warm zu werden - bekanntlich hat der März ja sieben Sommertage - werde ich mit meinen getrockneten Brennnesseln vom Herbst Brennnesseljauche ansetzen, damit sie möglichst früh zur Verfügung steht. Das hat im abgelaufenen Jahr ganz gut geklappt. Tja, und dann geht es wohl auch schon los mit dem Herrichten der Beete, damit man beizeiten pflanzen kann. Und natürlich ist es inder Zwischenzeit auch schon Zeit geworden, erst die Peperoni und dann auch die Tomaten in Yoghurtbecher umzusetzen.

... und auch die Natur legt los 

  Und natürlich bleibt während alledem ja auch die Natur um uns herum nicht stehen. Wie gesagt fängt ja an Fabian Sebastian, also Ende Januar, nicht nur der Tag, sondern auch der Baum zu wachen an. Sprich; der Saft steigt auf, weswegen man ja früher um diese Zeit auch den Holzeinschlag einstellte.

    Wer genau hinsieht kann sehen, dass sie sich im Herbst schon auf den neuen Frühling vorbereitet hat. Und wenn der dann kommt geht es Schlag auf Schlag, Schneeglöckchen, Krokusse... Die ersten Blättchen am Hollunder weisen darauf hin, dass es gar nicht mehr so lange dauert, bis auch der Rest vom Wald grün sein wird. Und wenn der Schwarzdorn und später dann der Hollunder und die Kastanien blühen, kommen auch die Eisheiligen in Sicht und der Termin zum Auspflanzen von Tomaten und Peperoni.

  Wenn dann schlussendlich auch die Robinien Blätter haben, ist für mich der Sommer da. Als ich noch bei meinen Eltern wohnte, sah ich aus meinem Fenster auf einen solchen Baum. Ich wusste damals noch gar nicht, wie er heißt; für mich war es einfach der Sommerbaum, denn wenn der zum Schluss auch endlich grün war, war für mich Sommer. Ja, es ist einfach immer wieder wunderschön, zu erleben, wie aus dem Winter der Sommer wird...               

  In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes, gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr!                             

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23. Dezember 2011 5 23 /12 /Dezember /2011 20:42

grosskuchen haertsfeld winter schnee

Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest wünsche ich all meinen Lesern, Freunden, Verwandten und Bekannten!

 

... und auch allen, die mich nicht mögen! ;-) 

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22. Dezember 2011 4 22 /12 /Dezember /2011 09:46

Die Technologien, mit denen man Strom aus regenerativen Quellen gewinnt sind in der Regel gut skalierbar, man kann sie also in unterschiedlich großen Maßstäben sinnvoll nutzen. Da darüber hinaus die Energiequellen Wind, Sonne und Biomasse praktisch überall verfügbar sind, eignen sich die alternativen Energiequellen gut für eine regionale Energiegewinnung. Das jedoch würde den großen Energiekonzernen das Geschäft verderben, das in einer zentralen Erzeugung und weiträumigen Verteilung von Strom besteht.

Strommasten im Mittelspannungsnetz 

Strommasten des Mittelspannungsnetzes: Bei einer regionalen Stromerzeugung wird das Hoch- und Hochspannungsnetz weitgehend überflüssig

 

   Es ist noch gar nicht so lange her, da ignorierten die großen Stromkonzerne die regenerativen Energiequellen. Zwar sah man hier und da in den Windparks auch Maschinen mit dem Logo eines der Energieriesen, aber diese paar Windräder machten mehr oder weniger den Eindruck, vor allem eine Alibi-Funktion zu haben.

Stromkonzerne entdecken regenerative Energiequellen für sich 

   Das hat sich mittlerweile geändert. Offenbar haben die Konzerne gemerkt, dass weder mit der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, noch mit Atomenergie auf die Länge gesehen noch Geld verdient werden kann und dass die regionale Stromerzeugung aus regenerativen Quellen ihnen das Geschäft verdirbt, da ihre Hoch- und Höchstspannungsnetze überflüssig werden. Daher versuchen sie jetzt, die Energiegewinnung aus regenerativen Quellen für ihre Art der Energiegewinnung und -verteilung zu adaptieren.

   Offshore-Windparks und Groß-Sonnenkraftwerke wie Desertec sind Versuche, regenerative Energiequellen zentralisiert zu nutzen. So könnten die Energiemultis den erzeugten Strom weiterhin über ihr Leitungsnetz verteilen und im Geschäft bleiben. Dass in diesem Zusammenhang offenbar auch wirkungsvolle Lobbyarbeit geleistet wurde, merkt man daran, dass trotz der so genannten Energiewende neuerdings ein schäferer Wind für die private, lokale und regionale Energiegewinnung aus regenerativen Quellen weht und auf einmal überall zu hören ist, dass die Umstellung auf regenerative Energiequellen einen teuren Ausbau der überregionalen Stromnetze erfordern würde.

Stadtwerke wehren sich

   Allerdings gibt es auch hier schon wieder ein Gegenströmung. Jetzt sind es die lokalen bzw. regionalen Energieversorger, die Stadtwerke also, die einen Platz auf dem Energiemarkt beanspruchen. Viele Stadtwerke wollen nicht mehr nur von auswärts bezogenen Strom verteilen, sondern selbst welchen erzeugen  - natürlich aus regenerativen Quellen. Das ist auch ein sinnvolle Sache, denn warum soll man Strom über weite Entfernungen heranschaffen, wenn man ihn auch vor Ort erzeugen kann?

  Wie man in diesem SPON-Artikel lesen kann, sind die kommunalen Versorger schon seit Jahren bestrebt, mehr elektrische Energie selbst zu erzeugen. Ihren Anteil an der Stromerzeugung von derzeit 10% wollen sie mittelfristig auf 25% mehr als verdoppeln. Das ist eine sinnvolle Sache, denn die Zukunft gehört nicht der Globalisierung, sondern der Regionalisierung.         

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15. Dezember 2011 4 15 /12 /Dezember /2011 11:34

So mancher kann herunterleiern
Die Donau-Zuflüsse aus Bayern:
Iller, Lech, Isar, Inn
Fließen zu der Donau hin;
Altmühl, Naab und Regen
Fließen ihnen entgegen.
Und so lehret ganz geschwind
Der Dichter dies ein jedes Kind.
Aber Egau, Brenz und Blau,
Die verschweigt die taube Sau!
Und so wird mit dreisten Lügen
Württemberg glatt totgeschwiegen!

 

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Published by Fokko - in Humor
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