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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

1. Mai 2010 6 01 /05 /Mai /2010 12:44

Im ersten Teil dieser kleinen Serie über unser Geld ging es darum, wie Geld eigentlich entstanden ist, wie es funktioniert und wie Banknoten, Kurrant- und Scheidemünzen entstanden sind. Heute werden wir sehen, dass Geld noch nicht einmal mit realen Werten gedeckt sein muss, ja, dass es noch nicht einmal physisch existieren muss, um als Zahlungsmittel verwendet zu werden.

Geld ohne Deckung

  Schließlich wurde die Edelmetalldeckung der Banknoten ganz aufgegeben. Eine moderne Banknote erhält ihren Wert lediglich per Gesetz, indem sie zum offiziellen Zahlungsmittel erklärt wird. Dabei muss man eines bedenken, was vielen wohl nicht wirklich klar ist: Durchsetzbar ist der gesetzliche Wert einer solchen Banknote eigentlich nur, wenn man damit eine Schuld bezahlen will!

   Das wird an einer praktischen Überlegung klar: Wenn man jemandem 50 Euro schuldet, muss dieser einen 50-Euro-Schein zur Begleichung der Schuld annehmen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Es kann jedoch – außer in gewissen Sonderfällen – niemand gezwungen werden, etwas gegen Euro zu verkaufen. Erst wenn ein Kaufvertrag geschlossen ist, kann der Käufer die Herausgabe einer Ware oder die Erbringung einer Leistung gegen die vereinbarte Summe in Euro verlangen. So wie der Kaufvertrag geschlossen ist, was durchaus auch mündlich oder durch schlüssiges Verhalten geschehen kann, bestehen nämlich zwei Schuldverhältnisse: Der Verkäufer schuldet die Übergabe der Ware und der Käufer die Bezahlung in Euro – und der Gläubiger muss diese Bezahlung in Euro auch annehmen.

   Von Ausnahmefällen einmal abgesehen (zum Beispiel müssen Monopolisten wie etwa die Stadtwerke an jedermann liefern), kann nun aber niemand gezwungen werden, einen Vertrag abzuschließen: Wer etwas nicht verkaufen will, braucht es auch nicht zu verkaufen. Es kann ihm auch niemand verbieten, etwas, das er gegen Euro nicht verkaufen wollte, dann etwa gegen Schweizer Franken doch zu verkaufen – oder es gegen einen Sachwert zu tauschen.

   Da aber in der Praxis doch praktisch jeder geschäftliche oder private Verkäufer das jeweils gültige Zahlungsmittel, bei uns also den Euro, annimmt, erhält auch Geld ohne Edelmetall- oder sonstige direkte Deckung einen Wert. Dieser Wert entsteht gewissermaßen durch die Wirtschaftskraft des Staates oder (wie im Falle des Euro) Staatenverbundes, welcher die jeweilige Währung herausgibt.

Buchgeld

   Würden alle Geschäfte mit Bargeld abgewickelt, hätte der Staat, zumindest, so lange er Geldfälschung einigermaßen verhindert, praktisch die volle Kontrolle über die vorhandene Geldmenge. In diesem Falle würde tatsächlich „der Staat das Geld machen“, so wie es sich Lieschen Müller vorstellt. 

   Das ist jedoch nicht der Fall. Das physische Geld, also Münzen und Banknoten, macht heute nur noch einen winzigen Teil des tatsächlichen Geldes aus. Der weitaus größere Teil besteht in so genanntem Buchgeld. Buchgeld ist nichts anderes als Forderungen – oder von der anderen Seite aus betrachtet, Verbindlichkeiten: Wenn man 1000 Euro auf der Bank hat, hat man ein Guthaben, also eine Forderung von 1000 Euro an die Bank, das heißt die Bank schuldet einem 1000 Euro. Diese 1000 Euro kann man nun verwenden, wie man 1000 physische Euro, beispielsweise 20 50-Euro-Scheine verwenden kann: Wenn man zum Beispiel etwas für 100 Euro kauft, könnte man zwei dieser realen 50-Euro-Scheine aus der Tasche ziehen und damit bezahlen. Genauso gut kann man aber auch bargeldlos bezahlen, das bedeutet nichts anderes, als das man von seinen 1000 Euro, die einem die Bank schuldet, 100 Euro an den Verkäufer abtritt. Man hat dann selbst nur noch 900 Euro von der Bank zu bekommen, dafür schuldet sie dem Verkäufer 100 Euro mehr als vorher, da diese seinem Konto gutgeschrieben wurden. 

   Man hat also eine Zahlung geleistet ohne dabei physisches Geld in die Hand zu nehmen. Es macht dabei auch gar nichts aus, wenn der Empfänger der Überweisung sein Konto bei einer anderen Bank hat, denn die Banken können Buchgeld untereinander in ganz ähnlicher Weise austauschen. Dabei wird das Gleichgewicht dadurch gewahrt, dass immer zwei Buchungen erfolgen, die sich gegenseitig ausgleichen: Gegen die Abbuchung von 100 Euro beim Käufer steht die Zubuchung der gleichen Summe beim Verkäufer. Das ganze nennt sich Doppelte Buchführung, da eben immer zwei Buchungen zusammengehören, die sich gegenseitig ausgleichen.

     Die Frage ist nun, wie solches Buchgeld überhaupt erst entsteht, den irgendwo muss es ja herkommen, irgendwo muss es zum ersten Mal gebucht werden. Selbstverständlich kann Buchgeld nun auch entstehen, wenn Bargeld auf ein Konto eingezahlt wird. Da es aber sehr viel mehr Buchgeld als Bargeld gibt, erklärt dies lange nicht alles. Wie also der überwiegende Teil des Buchgeldes entsteht und was daran problematisch ist, werde ich im nächsten Artikel dieser kleinen Serie erklären.     

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