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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

22. Oktober 2011 6 22 /10 /Oktober /2011 12:33

Mittlerweile sollte eigentlich jeder mitbekommen haben, dass sowohl unser Staat als auch die Wirtschaft in Schulden zu ersticken drohen. Das hauptsächliche Problem dabei ist der Zins, der nicht nur diese Schulden in der Gesamtheit ständig wachsen lässt, sondern den Geldumlauf massiv behindert, was der eigentlich Grund dafür ist, dass in der Wirtschaft „nicht mehr so richtig was geht“.

   Die Aussage ist zwar richtig, aber schwammig. Was unsere Verschuldung jedoch tatsächlich bewirkt, kann man abschätzen, wenn man die Zinslast in Zahlen betrachtet und ins Verhältnis zu Bevölkerungszahl und Einkommen setzt.

Die Staatsschulden

   Unser Staat hat derzeit etwa Zwei Billionen Euro Schulden. Letztes Jahr waren es gut 63 Milliarden Euro die er an Zins zu bezahlen hatte, wobei die Höhe der Schulden letztes Jahr noch niedriger war. Mit 800 Euro pro Jahr und Einwohner, das entspricht zwischen 65 und 70 Euro pro Monat darf man für dieses Jahr also rechnen.

   Jetzt muss man sich nur noch überlegen, was der Staat mit diesem Geld anfangen könnte. Wenn Eltern für ein Baby jeden Monat diese Summe ausbezahlt bekommen würden, wären damit die Pampers und ein erheblicher Teil der Babynahrung, wenn nicht gar alles, bezahlt. Wenn ein Kindergartengruppe mit 20 Kindern 1300 oder 1400 Euro im Monat zusätzlich bekäme, wäre der Träger sicherlich auch nicht böse, genauso wenig wie eine Schule mit 500 Kindern über zusätzliche monatliche Mittel in Höhe von an die 35000 Tausend Euro.

   800 Euro im Jahr würden eine ordentliche Brille für einen Erwachsenen bedeuten oder alle zehn Jahre zusammen mit dem, was die Kasse immerhin für Zahnersatz auch so noch zahlt, eine recht ansehnliche Esszimmerrenovierung. Diese Überlegungen könnte man beliebig fortsetzen, wenn man nicht auch so schon sehen könnte, wo das Geld bleibt, das der Staat uns durch Kürzung von Sozialausgaben in den letzten Jahrzehnten nach und nach abgezwackt hat.

Die übrigen Schulden

   Außer den Staatsschulden gibt es in Deutschland aber auch noch etwa sechs Billionen Euro andere Schulden, die auf Privatleuten, Firmen und anderen juristischen Personen lasten. Diese Schulden verzinsen sich mit einem im Durchschnitt wesentlich höheren Zinssatz als die Kredite des Staates. Rechnet man mit einem Zinssatz von etwa 8% sind das 480 Milliarden Euro pro Jahr oder 6000 Euro pro Jahr und Kopf, die wir Zinsen bezahlen. Das ist ein Schätzwert, da ich hierfür keine aktuellen Zahlen finden konnte. Ich weiß aber, dass die Zinslast bereits 2001 bei 382 Mrd. Euro pro Jahr lag; daher dürfte meine Schätzung nicht ganz schlecht liegen.

   Da nun der Durchschnittsmensch in Deutschland ca. 16000 Euro pro Jahr ausgibt und die gesamten Zinsen aus diesem Betrag bezahlt werden müssen, bedeutet das, das wir im Durchschnitt 37,5% unseres Geldes für Zinsen ausgeben. Das kann auch wiederum nicht allzu abwegig sein, denn Bernd Senf gab bereits für 1997 für diesen Anteil 30% an. Rechen wir aber der Einfachheit halber mit 33% bzw. einem Drittel.

   Natürlich stecken in diesem Anteil nicht nur die Kreditzinsen, die man für Hypotheken-, Konsumenten-, Disposition- und was weiß ich für Kredite direkt bezahlt. Wer selbst Schulden hat, ist in dieser Hinsicht noch viel ärmer dran als der Durchschnitt. Wer keine Schulden hat, ist besser dran, aber er bezahlt über die Preise der Waren und Dienstleistungen, die er bezieht, die Zinsen der Unternehmen mit, welche am Produktions- und Verteilungsprozess beteiligt sind. Für die sind nämlich diese Zinsen Kosten, welche in die Preiskalkulationen eingehen: Wenn man beispielsweise einen Liter Milch im Supermarkt kauft, steckt in dessen Preis unter vielem anderem ein Anteil am Zins, denn der Fuhrunternehmer, der die Milch angeliefert hat, für die Finanzierung des LKWs bezahlt, genauso wie der Zins, denn der Hersteller der Milchtüte für die Kredite auf seinen Maschinen bezahlt und noch vieles mehr.

Eine interessante Rechnung

   Ein Drittel durchschnittlicher Zinsanteil in den Preisen bedeutet nun aber nichts anderes, als dass wir im Durchschnitt ein Drittel weniger für unser Arbeitseinkommen kaufen können, als wir bekämen, wenn kein Zins auf der Wirtschaft lasten würde. Das wiederum bedeutet, dass uns durch den Zins ein Drittel der Werte vorenthalten wird, der uns als unser Anteil an der Wertschöpfung der gesamten Wirtschaft zusteht!

   Da nun aber der Kehrwert von 2/3 nach Adam Riese 3/2 oder 1 ½ ist, bedeutet das wiederum, dass wir im Durchschnitt um die Hälfte mehr für unseren Arbeitslohn kaufen könnten, wenn der Zins nicht wäre, also real, d.h. kaufkraftmäßig das 1½ fache verdienen würden. Wenn man sich das einmal klar gemacht hat, wundert man sich auch nicht mehr darüber, dass wir in den letzten Jahrzehnten zwar unsere Produktivität durch technischen Fortschritt und höhere Arbeitsbelastung immens gesteigert haben, dafür aber real (also an der Kaufkraft gemessen) kaum mehr verdienen.

 

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Kommentare

survival24.org 10/26/2011 14:19


Danke Herr Wollny für den schönen Artikel. In der Tat ist die Last der Zinsen das eigentliche Problem und reißt nun ein Land nach dem Anderen in die Tiefe. Das ist ganz Analog zu einem
Privathaushalt. Hauskauf auf Pump und dann Jobverlust mit Langzeitarbeitslosigkeit und schon hat man ein Problem.


Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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