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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

31. Oktober 2010 7 31 /10 /Oktober /2010 11:54

Dieses Wochenende wurde wieder einmal von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Wie immer bei den Umstellungen sorgt das bei vielen Leuten für Verwirrung, weil sie nicht wissen, ob sie ihre Uhren vor oder zurück stellen sollen. Außerdem hört man da und dort auch wieder das übliche Gemecker darüber, dass die Sommerzeit sinnlos wäre.

     Mich persönlich stört an der Sommerzeit lediglich, dass sie im Herbst so lange gilt. Das Problem dabei ist, dass man unnötig früh im Jahr im Finstern aufstehen muss, was für mich das eigentlich Ekelhafte am Aufstehen überhaupt ist. Ich stehe am liebsten auf, wenn es hell wird – und das ist auch das Natürlichste. Daher habe ich im Sommer keine Probleme damit, schon um fünf Uhr aus dem Bett zu hüpfen. Im Winter bleibe ich dafür, wenn es sich machen lässt, bis nach acht liegen. Aber auch nicht länger, denn im Winter ist es mir zu blöd, das dann kostbare, weil kurze Tageslicht zu verschlafen.

Kollektives Frühaufstehen

     Selbstverständlich ist die Sommerzeit - wie aus dem Folgenden klar werden wird - unter dem Gesichtspunkt des Energiesparens ein Witz. Der Gedanke dabei ist ja, dass man dass Tageslicht besser ausnutzt und somit Strom für die Beleuchtung spart: Im Sommer wird es morgens so früh hell, dass die meisten Leute die ersten ein, zwei Stunden des Tageslichtes verschlafen. Da liegt es nahe, den Tag entsprechend früher zu beginnen, so dass man auch eine Stunde früher fertig ist und damit dann am Abend eine Stunde Beleuchtung einzusparen.

Angeln am Kocher bei Sulzbach-Laufen

Dank der Sommerzeit kann man im Sommer auch unter der Woche abends noch etwas unternehmen - wie etwa Angeln gehen

 

   Weil es nun recht kompliziert wäre, alle Arbeits- und Öffnungszeiten, sowie die Fahrpläne und was da sonst noch dran hängt, im Frühjahr und im Herbst um ein Stunde zu schiften, verstellt man einfach die Uhr. Wenn man das einmal kapiert hat, sollte man eigentlich auch kein Probleme damit haben, ob man die Uhr nun beim Wechsel im Frühjahr und im Herbst jeweils vor oder zurückstellen muss: Weil man im Sommer früher aufstehen kann, da es früher hell ist, muss man die Uhr natürlich beim Beginn der Sommerzeit vor und bei ihrem Ende zurück stellen.

Vor allem für die Lebensqualität

   Unter dem Gesichtspunkt des Stromsparens ist es nun natürlich vor allem einmal Blödsinn, die Sommerzeit bis Ende Oktober gelten zu lassen, wie das gemacht wird. Die Stunde Licht, die man am Abend einspart, gibt man dann gegen Ende der Sommerzeitphase am Morgen zum größten Teil wieder dran.

   Außerdem stammt der Stromspargedanke hinter der Sommerzeit aus einer Zeit, als das Licht noch die hauptsächliche, in Privathaushalten sogar in aller Regel die einzige Anwendung des elektrischen Stroms war. Heute, im Zeitalter von Elektrotechnik und Elektronik hingegen ist das elektrische Licht lediglich noch für einen kleinen Teil des Stromverbrauches verantwortlich, was ja auch das unsägliche Glühbirnenverbot so lächerlich macht – wenn es das nicht schon allein dadurch wäre, dass es mit dem lächerlichen Märchen von der menschengemachten Klimaerwärmung begründet wird.

   Bereits zur Zeit ihrer Wiedereinführung in Deutschland wurde angezweifelt, dass die Sommerzeit Energie einsparen würde. Es wurde sogar vermutet, dass sie den Energieverbrauch erhöhen würde: Weil es abends länger hell ist, würden viele Menschen abends noch etwas unternehmen und zwar oft mit dem Auto; daher sei die Stromeinsparung durch die Sommerzeit kleiner als der zusätzliche Benzinverbrauch, den sie verursache.

   Das ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Und genau das ist es aber auch, was mir an der Sommerzeit gefällt: Man kann im Sommer abends noch etwas anfangen. Eine Stunde mehr vom Feierabend bis zum Dunkelwerden kann eben dafür entscheidend sein, ob es sich noch lohnt, auf den Ansitz, zum Fischen oder auch zum Baden zu gehen. Und auch, wenn man daheim etwas macht, was vom Tageslicht abhängig ist – wie etwa im Garten arbeiten – bringt eine Stunde allerhand.

   Deswegen bin ich ein Fan der Sommerzeit, auch wenn sie vom Aspekt des Energiesparens Blödsinn ist. Aber eventuell sollte man sie dahin gehend ändern, dass die herbstliche Uhrenumstellung bereits Ende September und nicht erst Ende Oktober stattfindet.

 

 

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Kommentare

Bernd 11/23/2010 09:58


Man sollte endlich die Sommerzeit / Winterzeit abschaffen. Am besten wäre es wenn wir jeden Sonntag eine Stunde geschenkt bekommen würden ;-)


Dr. Helmuth Herterich 11/15/2010 21:41


Warum lässt man nicht die "Sommerzeit" das GANZE Jahr? Oder noch besser: Warum verschiebt man unsrer Uhrzeit nicht gleich um 2 Stunden?
Als man die Mitteleuropäische Zeit einführte, lebten wir zu 2/3 in einer bäuerlichen Gesellschaft (ohne elektrischem Licht), in der man um 20 Uhr schlafen ging und um 4 Uhr wieder aufstand. D.h.
MITTERNACHT war um 24 Uhr.
Heute gehen wir um 22 Uhr zu Bett und stehen um 6 Uhr wieder auf. D.h. der „Mittelpunkt" unserer Schlafenszeit ist um 2 Uhr und nicht mehr um 24 Uhr.
Damit "Mitternacht" (d.h. die Zeit, wo es am dunkelsten ist) auf den „Mittelpunkt“ unserer Schlafenszeit, d.h. auf die 2 unserer Uhr fällt, müsste man unsere Uhren um 2 Stunden vorstellen.
Diese „Hochsommer-Zeit“ gab es übrigens zwischen 1947 und 1949 in der Sowjetischen Besatzungszone (Moskauer Zeit).


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