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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

8. März 2011 2 08 /03 /März /2011 16:59

Der Meisterdetektiv aus der Baker Street 221b gehört nicht nur zu den bekanntesten literarischen Gestalten, sondern ist auch der Held unzähliger Filme aus verschiedenen Ländern einschließlich Russland. Guy Ritchies Interpretation des Themas ist jedoch weit mehr als nur irgendein weiterer Sherlock-Holmes-Film, sondern zeigt den Meisterdetektiv in einer ganz neuen Weise.

   Manchmal kommt mein Sohn und möchte einen „Kinoabend“ machen, was bedeutet, das man sich einen Film aus der Videothek holt, im Familienkreis ansieht und dazu Popcorn und dergleichen futtert. Am letzten Samstag war es wieder einmal so weit und auf dem Programm stand Sherlock Holmes.

     Der Meisterdetektiv ist für mich ein guter, alter Bekannter, denn vor Jahren hatte ich einmal eine Phase, in der ich alle seine Abenteuer, so weit ich sie auf Englisch bekommen konnte, las. Übrigens sehr zu empfehlen, denn nur in der jeweiligen Originalsprache ist Literatur wirklich echt – und Sherlock Holms eben „so richtig englisch“. An den Film ging ich jedoch nicht ganz unskeptisch heran, da ich gar nicht wusste, was das für einer war und „das Übliche“ erwartete.

     Doch bereits in den ersten Szenen bemerkte ich, dass hier jemand in einer ganz neuen Weise an die Figur des Sherlock Holmes herangegangen ist. Dabei ist die eigentliche Handlung des Filmes nicht das Entscheidende, denn die ist eine typische Sherlock-Holmes-Geschichte, in welcher der Meisterdetektiv üble Bösewichte mit Hilfe der „Deduktion“ (etwa das gleiche wie Nick Knattertons „Kombiniere“) ermittelt und zur Strecke bringt.

   Toll an Guy Ritchies relativ neuer Verfilmung ist zunächst die Sichtweise der beiden Hauptfiguren. Holmes, dessen Schwäche für Rauschgifte in den literatischen Vorlagen eher nur angedeutet wird, wird als eine Art Lebemann und Abenteurer dargestellt, der eifersüchtig auf die Braut seines Freundes Watson ist und sich deswegen bei einem gemeinsamen Abendessen sogar recht unmöglich benimmt. Diese Facette des Meisterdetektives steckt übrigens tatsächlich bereits in Sir Arthur Conan Doyles Vorlage und wurde bereits an einer ganz anderen Stelle herausgearbeitet: Bei der Serie über den seltsamen Arzt Dr. House, der Krankheiten mit Hilfe detektivischer Methoden diagnostiziert und seinem Freund Dr. Wilson, deren Namen nicht von ungefähr ähnlich klingen wie Holmes und Watson. Das aber nur am Rande, weil die entsprechenden Szenen mit Watson und Holmes an die mit Dr. House und Dr.Wilson erinnern.

   Holmes Eifersucht zieht sich auf tragikkomische Weise durch den Film, denn es soll der letzte Fall sein, den die beiden gemeinsam lösen, da Watson bei Holmes ausziehen und heiraten will. Wie Gregory House setzt der ebenfalls offenbar latent schwule Detektiv seinem Freund mit allerhand Gemeinheiten zu.

   Die im Film erzählte Geschichte beginnt dort, wo sie eigentlich enden sollte: Holmes und Watson machen einen gewissen Lord Blackwood dingfest, der hinter einer Serie von Ritualmorden steckt. Er wird zum Tode verurteilt, gehängt und von Dr. Watson für tot erklärt, der bei der Hinrichtung als Arzt fungiert, um seinen letzten Fall mit Sherlock Holmes bis zum Ende zu begleiten. Kurz darauf steigt der Bösewicht jedoch aus seinem Grab und setzt sein schändliches Treiben fort. Dr. Watsons Reputation als Arzt steht auf dem Spiel und daher bleibt ihm nichts anderes übrig, als erst einmal weiter mit Sherlock Holmes zusammen zu arbeiten.

   Offenbar mit Hilfe schwarzer Magie tötet Lord Blackwood weiter Personen und es stellt sich heraus, dass er nach der Herrschaft über das britische Empire strebt: Ein Mitglied einer einflussreichen Loge, deren Vorsitz der böse Lord an sich reißt, stellt sich ihm entgegen und geht in Flammen auf, als er auf ihn schießt. Blackwoods eigener Vater, ebenfalls Logenmitglied, der seinen unehelichen Sohn stoppen will, ertrinkt ohne erkennbare Ursache in der Badewanne.

   Die Jagd nach Lord Blackwood führt Sherlock Holmes und Dr. Watson durch die Slums und Industriegegenden des viktorianischen London, das in hinreißender Weise mit echten und digital erzeugten Kulissen in Szene gesetzt wurde. Es gibt herrliche Action-Szenen, bei den sich Sherlock Holmes als gefährlicher Straßenkämpfer entpuppt, der seine Gegner mit äußerstes Brutalität blitzschnell außer Gefecht setzen kann. Eine dieser Schlägereien, bei der Sherlock Holmes und Dr. Watson gegen ein wahres Monstrum von einem Mann kämpfen müssen, endet in einer Werfthalle. In ihrem Verlauf läuft ein halbfertiges Schiff vorzeitig vom Stapel und versinkt in der Themse.

   Mit in den Fall verwickelt ist Sherlock Holmes Gegenspielerin, die Meisterverbrecherin Irene Adler, für die er genauso ein Faible hat wie sie für ihn. Sie bittet Holmes um Hilfe, trickst ihn dann aus und wird dann aber von ihm in einer der fulminanten Action Szenen vor einer automatischen Bandsäge in einem Schlachthaus gerettet, von der Lord Blackwood sie zersägen lassen wollte. Schließlich hilft sie Sherlock Holmes und Dr. Watson dabei, zu verhindern, dass der üble Lord Blackwood mit Hilfe einer ausgeklügelten Höllenmaschine beide Häuser des Parlaments bis auf diejenigen Leute, vergiftet die mit ihm im Bunde sind.

     „Sherlock Holmes“ von Guy Ritchie führt die Zuschauer in die Abgründe des viktorianischen London und zeigt die dunklen Seiten der „guten alten Zeit“, Okkultismus, Schmutz und Verdorbenheit in opulenten Bildern, das mechanistische Weltbild der damaligen Zeit – zu dem auch Sherlok Holmes' detektivische Methode der „Deduktion“ gehört – mit seiner Wissenschafts- und Technikgläubigkeit genauso wie das äußeres Erscheinungsbild des fin de siecle mit Krinolinen, Vatermördern, Gaslicht und Pferdekutschen. Das ganze würzt Guy Ritchie auch noch mit einer kräftigen Prise Komik. Alles in allem solide Unterhaltung, vielleicht kein „großer“ Film, aber auf jeden Fall ein guter, auf keinen Fall ein primitiver und schließlich einer, den anzusehen mir wirklich Spaß gemacht hat und den ich gerne weiterempfehle.

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