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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

9. Oktober 2012 2 09 /10 /Oktober /2012 17:13

"Edelstahl", also Chromnickelstähle, werden wir in der heimischen Schmiede wohl eher weniger oft zu bearbeiten haben. Es sei denn, man beschafft sich die passende Schweißausrüstung, dann kann man damit genauso gut schlossern wie mit schwarzem Stahl. Aber auch so kann dann und wann einmal ein Stück solchen Stahl zu bearbeiten sein.

   Wenn wir im alltäglichen Sprachgebrauch "Edelstahl" sagen, meinen wir damit in der Regel "rostfreie" Chromnickelstähle wie sie z.B. unter den Produktbezeichnungen V2A und V4A verkauft werden. Genaugenommen sind Edelstähle alle Stähle von einer besonderen Reinheit unabhängig davon, ob man ihnen mit Legierungsbestandteilen besondere Eigenschaften wie etwa Korrosionsbeständigkeit verpasst hat. Auch das Attribut "Rostfrei" ist nur eine halbe Wahrheit: V2A etwa bekommt man bereits mit Seewasser zum Rosten, wohingegen V4A sogar verdünnte Schwefelsäure abkann. Deswegen findet man diesen Stahl sowohl bei Schiffsbeschlägen als auch im Papiermaschinenbau.

   Als Heimschmiede und -schlosser haben wir mit Chromnikelstählen also wohl eher weniger zu tun als mit "schwarzem" Stahl, also gewöhnlichem Baustahl. Falls man doch einmal damit zu tun hat, wird man merken, dass das Zeug beim Zerspanen jede Menge Ärger macht. Das liegt daran, dass es ein austenitisches Gefüge hat, also gewissermaßen bei Zimmertemperatur bereits "glüht". Schwarzer Stahl nimmt diese Gefüge nämlich erst an, wenn er gut rotwarm ist, also Schmiedetemperatur hat. Austenit ist nicht magnetisch, daher kann man außer nach der Glühfarbe auch mit einem Magneten beurteilen, ob das Eisen warm genug zum Schmieden ist - und Edelstahl ist sogar im kalten Zustand nicht magnetisch.

   Das Wesentliche am Austenit ist, dass es zäh ist, daher auch die Probleme beim Zerspanen. Als ich noch Bohrwerkdreher war, musste ich öfter V4A für Papiermaschinenteile bearbeiten. Ich wollte meinem Chef damals erst nicht glauben, dass man dieses Zeug mit sehr niedriger Schnittgeschwindigkeit, aber sehr hohem Vorschub bearbeiten muss.

   Das stimmt aber und daher sollte man beim Bohren die Maschine langsam laufen lassen und kräftig drücken. Wichtig ist auch, dass der Bohrer scharf ist, damit die Schneiden den Kristall sauber trennen. Drückt man zu zaghaft, wird das Gefüge statt getrennt zu werden kaltverfestigt und damit hart. Das gibt dann das bekannte eklige Knirschen, wenn das kaltverfestige Material dann doch nachgibt. Natürlich tut das dem Bohrer genauso gut wie es sich anhört. 

   In der Seglerszene - dort hat man ja mit Beschlägen, Bug- und Heckkörben aus diesem Material zu tun - kursiert auch der Tipp, dass man als Schmiermittel beim Bohren von V4A Salatöl nehmen solle. Einen Versuch ist es allemal wert, da man sich für das gelegentliche Bohren von Chromnickelstahl nicht extra ein spezielles Schneidöl kaufen wird. In einem Messer-Forum wurde auch schon Getriebeöl empfohlen und zwar wegen der Druckfestigkeit. Schneidöl, das man zum Gewindenschneiden da hat oder das gute, alte Ballistol sollten aber auch einigermaßen funktionieren.

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Published by Fokko - in Schmieden
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Kommentare

Kiat Gorina 10/11/2012 10:05

Stimmt, ich nehme mit Erfolg Ballistol! Das ist bei mir sozusagen eine Art "Mehrzweckwaffe" geworden :-)

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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