Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Über Diesen Blog

  • : Blog von Volker Wollny
  • Blog von Volker Wollny
  • : Hier gibt's jede Menge Informationen über heikle und weniger heikle, aber immer interessante Themen: Jagd, Waffen, Fischen, Selbermachen, Garten, Geld Sparen, Freizeit, Hobby, Kultur und was sonst noch dazu gehört
  • Kontakt

Profil

  • Fokko
  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.

Website:

Im Blog Suchen:

Newsletter abonnieren

Hier geht's zu Fokkos Selbstversorger-Newsletter:
Klicken!

Non-Blog-Sites

Andreas Quiring  

IT / EDV - Lösungen
Theodor-Veiel-Str. 17
70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

2. November 2011 3 02 /11 /November /2011 13:55

Halloween-Kürbisse sieht man ja auch bei uns heute oft. Als Alternative dazu kann man aber auch Rübengeister, „Ruabagoischdr“ wie sie bei uns im Schwabenland heißen, schnitzen. Sie haben den Vorteil ein wenig länger zu halten und sehen ebenfalls schaurig-ulkig aus. Gleichzeitig sind Rübengeister und Halloween aber auch ein guter Anlass, am Beginn der dunklen Jahreszeit, der Jahresnacht wie sie bei den Kelten hieß, ein wenig nachzudenken.

Ruebengeist in Betrieb Rübengeister sind die Vorfahren der Halloween-Kürbisse

 

   Bei uns ist ja seit Jahren schon Halloween große Mode und wird von vielen als „amerikanisches Importfest“ abgelehnt. Tatsächlich ist es aber zunächst aus Europa, nämlich aus Irland, in die USA gekommen. Auch bei uns gibt es eine ganz ähnliche Tradition, denn ersten sind die Germanen kulturell soweit auch nicht von den Kelten weg und zweitens stammen wir Deutschen nicht nur von den ersten, sondern auch von den zweiten ab. Keltische Traditionen sind also nicht unbedingt etwas aufgesetztes, künstliches.

Samhain, Halloween und Allerheiligen

   Genaugenommen, so habe ich gelesen, stammt der Halloween-Kürbis vom Rübengeist ab, der auch beim irischen Halloween ursprünglich verwendet wurde. In Amerika hatten die Iren aber keine Rüben und nahmen daher einfach das, was sie hatten: Kürbisse. Auch bei uns gibt es vielerorts die Tradition, Umzüge mit Rübengeistern zu veranstalten und Süßigkeiten zu schnorren.

Ruebengeist Werkzeug

Werkzeug für den Rübengeist-Künstler

 

   Nach der keltischen Vostellung öffnet sich an Samhain, so der eigentliche Name des Festes, die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Es ist gefährlich, in dieser Nacht draußen zu sein, ursprünglich blieb man an Samhain auch kuschelig zuhause und ließ es sich gut gehen. Die Umzüge sind vielleicht ein Art Gegenpol zur Furcht vor den Geistern, eine Art Mutprobe, möglicherweise speziell der jungen Leute, die dann aber doch gewisse Sicherheitsvorkehrungen trafen: die mitgeführten Lichter in Form der Rübengeister und die Verkleidungen.

Ruebengeist Rohmaterial Futterruebe

Eine schöne Rübe als Ausgangsmaterial

 

     Samhain markiert den Beginn der Jahresnacht, des Winterhalbjahres und ist gleichzeitig das Neujahr der Kelten. Sein Gegenstück ist Beltane, die Walpurgisnacht, die bei uns ja auch noch mit dem Maibaum und dem Tanz in den Mai gefeiert wird. Die Vorstellung, dass das neue Jahr im Herbst beginnt, ist so abwegig nicht: Wer sich in der Natur ein wenig auskennt, weiß, dass sie sich jetzt schon auf das neue Frühjahr vorbereitet, so wie manche Leute vor dem Zubettgehen schon die Kleider für den Morgen bereit legen und vielleicht auch schon den Frühstückstisch decken. Ich persönlich zum Beispiel denke beim herbstlichen Umgraben im Garten auch gerne daran, dass dies eigentlich auch schon wieder der Beginn des neuen Gartenjahres ist.

Ruebengeist Standflaeche

Standfläche angeschnitten

 

       Samhain ist aber auch ein Erntedankfest. Möglicherweise hängt auch damit das Essen und Trinken zusammen, das zum gemütlichen Daheimbleiben an diesem Abend gehört. In christlicher Zeit wurde Samhain dann zu einem Totengedenkfest, dem katholischen Allerheiligen - der Vorabend "All Hallows Eve" verballhornt zu Halloween, so jedenfalls eine Deutung des Namens. Mit der Reformation wurde dieses Fest dann abgeschafft, da die Lebenden für die Toten nichts mehr tun können, ein Totenfeiertag also genauso ein Humbug ist wie der Ablass.

Samhain aus Sicht eines Christen

   Als Christ habe ich natürlich meine gewissen Probleme mit heidnischen Festen, obwohl ich sie als naturverbundener Mensch dann doch wieder gerne habe. Was ich natürlich strikt ablehne, sind die okkulten oder gar satanistischen Auswüchse von Halloween.

       Andererseits ist die Natur nichts satanisches und ich lebe gerne in ihrem Jahreskreis. Warum also nicht ein wenig Besinnlichkeit zum Spätherbst, ein Fest, das uns einstimmt auf den Teil des Jahres, in dem wir ein wenig kürzer treten und das Geschaffene genießen sollten? Ein wenig Dankbarkeit für den Sommer und das was die Natur – und damit natürlich Gott – uns in der warmen Jahreszeit gegeben hat? Können wir nicht die Angst der Heiden vor den bösen Geistern, die zu Samhain gehört, als Anlass nehmen, uns klar zu machen, dass wir als Christen diese Geister nicht mehr zu fürchten brauchen? Kann nicht selbst der Rübengeist oder Kürbis darauf hinweisen, dass hinter der schrecklichen Fratze ein warmes Flämmchen steckt, so wie hinter dem finsteren Gesicht des Todes das Licht des ewigen Lebens? Und wo ist das Problem, wenn wir uns im Totenmonat November klar machen, dass auch unser irdischen Leben endlich ist? Das hat ja schließlich nichts mit einem Totenkult in dem Sinne zu tun, dass man den Verstorbenen die Zeit im Fegefeuer verkürzen will oder dergleichen.

Ruebengeist Deckel abgeschnitten

Deckel abgeschnitten

 

 

Rübengeister schnitzen

     Auf jeden Fall passen die Rübengeister gut in die Jahreszeit und wahrscheinlich stammt ja auch das Laterne gehen, das ja auch im Herbst statfindet, von den Samhain-Umzügen und den Rübengeistern ab. Für dieses Jahr bin ich mit dem Artikel zwar ein wenig spät dran, da ich meine Rübengeister am Nachmittag des 31. Oktobers geschnitzt habe und erst da die Fotos machen konnte. Wenn man aber sowieso mit den Dingern nicht an Samhain herumlaufen will, sondern sie als zur Jahreszeit passende Dekoration ins Fenster oder in den Garten stellt, spielt das keine Rolle, man kann sie durchaus auch noch später im November aufstellen. Und außerdem steht dieser Artikel ja auch nächstes Jahr noch hier. Daher an dieser Stelle also eine kleine Anleitung, wie man Rübengeister schnitzt.

     Was man für einen Rübengeist braucht, ist eine möglichst große, möglichst unbeschädigte Rübe. Am besten sind Futterüben, weil die größer sind, notfalls tut es auch eine Zuckerrübe. Die Futterrüben wurden bei uns durch den Mais verdrängt und sind daher schwer zu bekommen. Am ehesten bekommt man sie noch bei Pferdehaltern, die sie manchmal für ihre Rösslein anbauen. Zuckerrüben hingegen werden noch vielerorts angebaut. Wenn man die Auswahl hat, sucht man sich eine aus, die der Form möglichst gut entspricht, die einem für den Rübengeist vorschwebt. Ansonsten nimmt man eben, was man hat.

Ruebengeist aushoehlen

Aushöhlen

 

   Als Werkzeug braucht man auf jeden Fall ein Messer, hilfreich ist auch ein stabiler Löffel.Ich nehme zum Aushöhlen gerne einen Kernhausausstecher für Äpfel, einen „Apfelstonzer“ wie mein Sohn dieses Ding nennt. Und schließlich braucht man noch ein Teelicht, welches man in den fertigen Rübengeist stellt.

   Als erstes schneidet man die Fläche am eigentlichen oberen Ende der Rübe, da wo der Strunk und die Blätter waren, gerade, so dass die Rübe einigermaßen aufrecht und sicher darauf steht. Dann schneidet man die Spitze ab und zwar so, dass die entstehende Fläche groß genug ist, dass man die Rübe gut aushöhlen kann.

   Das Aushöhlen geht, wie ich herausgefunden habe, sehr gut mit dem „Apfelstonzer“ man sticht ihn in das Rübenfleisch und stanzt damit zylindrische Stücke heraus. Am Anfang ist das Herausholen der ausgestanzten Stücke, die ja unten noch festsitzen, ein wenig problematisch. Am besten stanzt man ein paar mal nebeneinander und puhlt die Zylinder mit dem Messer heraus. Wenn est einmal ein Anfang gemacht ist, stanzt man am Rand es Loches und kann dann die ausgestanzten Zylinder leicht abbrechen.

Ruebengeist Deckel

Deckel mit "Kamin"

 

   Versäubern kann man die Höhlung in der Rübe mit dem Messer und/oder dem Löffel. Je dünner man die äußere Hülle macht, umso transparenter wird der Rübengeist. Man sollte auch darauf achten, dass der Boden so wird, dass das Teelicht einigermaßen gut steht.Wer will kann die Wandung auch dicker lassen, damit „Fleisch“ bleibt, damit man den Rübengeist auch außen bearbeiten und in Form bringen kann. Das muss aber nicht sein, man kann ihn außen ohne weiteres auch „roh“ lassen. Schließlich kann man auch den Deckel noch ein wenig aushöhlen, damit er auch ein wenig transparent wird. Es empfiehlt sich auch, in den Deckel ein vertikales Loch als „Kamin“ zu machen. Das geht wiederum sehr gut mit dem „Apfelstonzer“.

Ruebengeist fertig

Fertige Rübengeister

 

    Zum Schluss kommt das Gesicht. Zunächst dreht man die Rübe, um sie sich anzusehen und zu gucken, auf welcher Seite man das Gesicht am besten einschneidet. Wenn irgendwelche Höcker oder dergleichen vorhanden sind, kann man diese gut in die Gestaltung einbeziehen – beispielsweise als Nase. Wie gesagt kann man die Rübe auch außen ein wenig beschnitzeln, dass muss aber nicht sein. Ich glaube auch, dass sich der Rübengeist länger hält, wenn die Außenhaut überall dranbleibt. Auf jeden Fall schneidet man Mund, Nasenlöcher und Augen ein. Von ganz grob bis sehr kunstfertig ist hier alles erlaubt; je „wiaschdr“ (wüster, hässlicher) der „Ruabagoischd“ aussieht, um so besser.

     Zum Schluss kommt das Teelicht in den Rübengeist. Man kann sich eine Art Hängegestell dafür aus Blumendraht biegen, damit man es außerhalb anzünden und im Innern des Rübengeistes versenken kann. Oder man setzt es „kalt“ ein und zündet es mit einem Stabfeuerzeug an.

     Wenn der Wind das Teelicht immer ausbläst, kann man den Rübengeist auch mit Klarsichtfolie einwickeln, das sieht im Dunkeln niemand. Dann empfiehlt es sich aber, von hinten noch eine Belüftungsöffnung zu bohren, die im Innern in Bodennähe mündet und natürlich nicht mit Folie abgedeckt wird.

Update 23.10.2013: Mittlerweile gibt es hier auch eine Bauanleitung für einen elektrischen Mehrweg-Rübengeist  

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentare

Florian 11/07/2011 11:59


Der eigentliche Ursprung von Halloween ist mittlerweile glaube ich doch recht weit bekannt - die Variante mit den Rüben kannte ich aber dann doch noch nicht.
Dabei sehen die fast noch ein wenig schrecklicher aus, als die entsprechenden Erzeugnisse aus Kürbissen. Nicht schlecht.


Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

Vergleichen hilft Sparen!