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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

22. August 2011 1 22 /08 /August /2011 09:38

Dass ich nicht an die menschengemachte Klimaerwärmung glaube, dürfte ja allgemein bekannt sein. Trotzdem bin ich, wie wohl ebenfalls bekannt ist, ein großer Befürworter der Regenerativen Energien. Wie passt das zusammen?

Eisbaer babies wie knutDass unsere Glühbirnen sie töten, ist zwar ausgemachter Humbug, aber... (Bild: U.S. Fish and Wildlife Service, PD)

 

   Laut Grundgesetz findet ein Zensur bei den Medien in unserem Lande ja nicht statt. Interessant ist jedoch, dass die etablierten, die Mainstream-Medien dennoch in dieser Hinsicht eine mehr oder weniger einheitliche Linie vertreten: CO2 ist böse, Glühlampen killen Eisbärbabies und so weiter... Ich finde es daher gut, dass es eine Menge Seiten im Netz gibt, welche die Behauptung, unsere Technik würde durch ihre CO2-Emissionen das Klima erwärmen, hinterfragen und aufzeigen, dass sie Blödsinn ist.

Regenerative Energien - warum? 

   Was ich jedoch nicht gut finde, ist, dass dabei vielerorts auch auf die Gewinnung von Energie aus regenerativen Quellen eingeprügelt wird. Tatsache ist dabei leider, dass auch die Nutzung von alternativen Energiequellen oft genug der Umwelt zum Schaden gereicht: Noch größere Mais-Monokulturen bei den Energiebauern, Regenwaldzerstörung durch Palmöl-Plantagen und derartige Dinge sind jedoch ungute Auswüchse, die darauf zurückzuführen sind, dass auch an sich sehr sinnvolle Technologien aus reiner Profitgier ohne Rücksicht auf Verluste genutzt werden. Dass dies geschieht, liegt nicht nur an der Geldgier einzelner, sondern auch an einer Politik, die solche Geldgier fördert.

   Deswegen jedoch regenerative Energiequellen generell zu verteufeln bedeutet, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Die Nutzung alternativer Energiequellen ist nämlich aus ganz anderen Gründen notwendig: Zum einen gehen unsere fossilen Energieträger zu Ende. Bei der Kohle ist das so klar, dass die Maus keinen Faden abbeisst. Was Erdöl und Erdgas betrifft, mehren sich zwar die Anzeichen, dass die Lomonossow-Theorie falsch ist und Erdöl sowie Erdgas möglicherweise tatsächlich nachgebildet werden. Leider können wir uns jedoch derzeit weder darauf verlassen, dass das so ist, noch darauf, dass, wenn es so ist, auch genug Erdgas und Erdöl neu entsteht, um unseren Energiebedarf auch in Zukunft zu decken.

Regenerative Energien und Regionalisierung

   Man kann sich dafür interessieren, wie und warum unser Geldsystem mit Zins und kreditgeschöpftem Geld der Grund sowohl für die (scheinbare) Notwendigkeit der Globalisierung als auch für ihr (tatsächliches und beobachtbares) Scheitern ist. Man kann es auch bleiben lassen, weil einem die Wirkungsweise von Fiat-Geld und moderner Geldmechanik zu hoch ist. Jedoch bleibt die reale Wahrnehmung, dass die Globalisierung für uns "kleine Leute" nichts taugen kann: Obwohl wir aufgrund der technischen Entwicklung mit immer weniger Arbeit immer besser leben müssten, müssen wir für sehr bescheidene Zuwächse am Lebensstandard immer mehr arbeiten.

 windstrom windraeder aalen waldhausen

... aber trotzdem ist Strom aus Wind...

 

   Daher muss jedem klar sein, dass die Zukunft eine starke Regionalisierung erfordert. Nicht zuletzt widerspricht es dem gesunden Menschenverstand, Dinge von weither zu karren, anstatt sie selbst zu machen,wenn man die Möglichkeit dazu hat: Zum einen macht man sich von anderen abhängig, zum anderen entsteht unnötiger Aufwand für den Transport.

   Das sind jedoch nur die offenkundigen Effekte. Bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass es noch weitere Wirkungen gibt: Durch die globaliserungsbedingte Versorgung mit Gütern von weither fließt Geld aus der Region ab. Theoretisch sollte dieses Geld von irgendwo her wieder zurückkommen, indem regionale Betriebe ihre Produkte nach auswärts verkaufen. Aber eben nur theoretisch: Besteht für die Produkte der örtlichen Betriebe auf einmal auf dem Weltmarkt kein Bedarf mehr, kommt kein Geld mehr herein, wobei jedoch weiterhin welches benötigt wird, um die Güter von auswärts zu bezahlen. Davon, dass örtliche Betriebe auch trotz weiterhin bestehendem Bedarf an ihren Produkten verschwinden, weil sie in Billiglohnländer verlegt werden, brauchen wir gar nicht zu reden.

  Wird nun Energie regional erzeugt, bleibt das Geld, welches für diese Energie bezahlt wird - und jeder weiß, dass wir einen erheblichen Teil unseres Geldes für Energie ausgeben - in der Region: Es geht beispielsweise an den Besitzer einer Windkraftanlage, der es dann auch wieder regional ausgeben kann. Wenn er durch sein Windrad (oder seine Windkraftfondsanteile) zusätzlich zu seinem anderen Einkommen Geld verdient, hat er mehr in der Tasche und ist eher geneigt, etwa in einem Hofladen einzukaufen statt bei A$$$ oder er lässt sich ein Möbelstück beim örtlichen Schreiner machen, anstatt eines von der Stange da zu erwerben, wo Idioten Einfach Alles Kaufen.

muehlgaben wehr aalen unterkochen

... Wasser und anderen Naturkräften eine sinnvolle Sache

 

   Natürlich geht das für regional gewonnene Energie bezahlte Geld nicht nur in den Konsum: Auch alternative Kraftwerke erzeugen Betriebskosten und was auf der einen Seite Kosten heißt, heißt auf der anderen Seite - Umsatz. Bau, Wartung und Reparatur von alternativen Kraftwerken können von kleinen, örtlichen Betrieben geleistet werden, was wiederum bedeutet, das das Geld in der Region bleibt. Die ortsansässigen Maurer, Maschinenbauer, Schlosser usw. verdienen mehr, können sich daher eher regionale Produkte leisten - und wiederum bleibt das Geld in der Region.

Regenerative Energie statt Lebensmitteln?

   Ein beliebtes Argument gegen regenerative Energiequellen ist, dass aufgrund ihrer Nutzung angeblich Biomasse zur energetischen Nutzung anstatt Nahrungsmiteln angebaut würde und dadurch der Hunger in der Welt zunähme. Das kann - wenn überhaupt - jedoch nur für die Energiegewinnung aus Biomasse gelten, nicht jedoch für Wind-, Wasser und Sonnenenergie.

   Was nun die Energiegewinnung aus Biomasse angeht, benötigt sie freilich Anbauflächen. Nun ist es aber so, dass weltweit - und ganz besonders bei uns - Anbauflächen brachliegen. Es ist also weder erforderlich, Ökosysteme zu ruinieren um Biomasse zu erzeugen, noch dafür weniger Lebensmittel zu erzeugen. Wo das trotzdem geschieht, ist es Folge einer verfehlten Politik - hinter der natürlich wieder Geldgier steckt.

  In diese Ecke gehören die Energiemais-Monokulturen hier genauso wie die Palmölplantagen in Südostasien. Grundsätzliche sollte man zur Energiegewinnung in erster Line die Biomasse nutzen, die zu sonst nichts taugt - und dabei zu allererst sämtliche Abfälle: Holz, zum Beispiel, kann man immer noch verheizen, wenn es zuvor einige Jahrzehnte als Möbel gedient hat. Die Abfälle, die bei seiner Gewinnung und bei der Gehölzpflege anfallen, natürlich auch: Hackschnitzel aus Schwachholz und Reisig, Säge- und Hobelspäne kann wunderbar verfeuern, um in Blockheizkraftwerken Wärme und Strom zu gewinnen.

  Wenn Energiebauern riesige Monokulturen anlegen, liegt das daran, dass das von der Politik geduldet bzw. sogar gefördert wird. Stattdessen könnte man Sinnvolleres fördern: Grenzertragsflächen, die für die Lebensmittelproduktion nicht mehr recht lohnen kann man immer noch für Energie-Biomasse nutzen. Heideflächen zum Beispiel, auf denen keine Schafe mehr weiden, muss man mähen, wenn man das Ökosystem erhalten will. Ab in die Biogasanlage mit dem Mähgut! Was Schafen als Energiequelle dienen konnte, taugt auch zum Vergären und Verstromen. Oder man nutzt die Flächen für anspruchslose Gehölze mit extrem kurzen Umtriebszeiten: Man lässt bestimmte Sträucher und Halbbäume wachsen, die man alle paar Jahre abschneidet und verhackschnitzelt.

  Wenn man den Bauern, wie gefordert und teilweise praktiziert, als Landschaftspfleger bezahlt, kann man das mit der Förderung von Energiegewinnung aus Biomasse verbinden. Landschaftspflege bedeutet in letzter Konsequenz ja vor allem, dass man unerwünschte Biomasse abschneidet - ab damit in die Biogasanlage oder ins Hackschnitzelkraftwerk!

  Wie pflegte mein Alter Herr immer zu sagen - viele Wenig geben ein Viel. Natürlich ergibt die vielseitige Nutzung von regenerativen Energiequellen in kleinem Maßstab im Einzelfall jeweils nur ein kleines Energieaufkommen. Aber es summiert sich. Und: Eine kleine Turbine an einem ehemaligen Mühlenwehr kann genauso ein paar nagelegene Häuser mit Strom versorgen, wie ein Hackschnitzelkraftwerk mit ein paar Hundert kW eine Siedlung - wobei beide immer wieder Wartungs- und Reparaturaufträge für das örtliche Handwerk bedeuten, also die regionale Wirtschaft beleben. Man muss kleinräumige Probleme auch kleinräumig lösen, dann kann man sie in jedem Einzelfall auch optimal lösen. Und die optimale Lösung für drei Häuser am Bach kann eben das ehemalige Mühlenwehr in der Nähe sein, dass aufgrund wasserwirtschaftlicher Aspekte so oder so auch nach Stillegung der Mühle bestehen bleiben musste. 

Die positive Seite des Klima-Hypes

   Natürlich ist es ärgerlich, dass uns mit der Klimareligion unter dem Deckmantel des Umweltschutzes das Geld aus der Tasche gezogen wird. Doch die Sache hat für uns auch einen Vorteil, den sich diejenigen, die den ganzen Schmu ausgekocht haben, vielleicht gar nicht bedacht haben: Wer "Klima" sagt, muss auch "Regenerative Energien" sagen. Daher müssen unsere Öberen - vielleicht mit heimlichen Zähneknirschen - diese nicht nur zulassen, sondern sogar fördern.

   Jetzt versuchen die großen Energiekonzerne auch, die Gewinnung von Strom aus regenerativen Quellen an sich zu ziehen. Die Politik hilft ihnen natürlich dabei, ihre Oligopolstellung möglichst auch dann zu behalten, wenn einmal sämtlicher Strom aus Wind, Wasser, Sonne und Bimasse gemacht wird. Das bedeutet für den kleinen Anwender voraussichtlich Kürzung der Förderungen kleiner und mittlerer Anlagen zugunsten von Unfug wie Desertec und Offshore-Windparks.

   Auch wenn das bitter ist, bedeutet es jedoch keineswegs das Aus für die Nutzung von regenerativen Energien auf regionaler, lokaler oder Haushaltsebene. Der große Vorteil der alternativen Stromgewinnungstechniken, ihrer Skalierbarkeit bleibt bestehen. Kleine Kraftwerke funktionieren trotzdem, auch wenn wir in Zukunft mehr dafür bezahlen müssen, weil wir weniger oder keine Zuschüsse mehr bekommen sollten. Daher bleiben diese Lösungen als Konkurrenz zur zentralisierten Stromerzeugung der Energieriesen bestehen, was zumindest bedeutet, dass sie uns in Zukunft nicht mehr beliebig viel Geld für ihren Strom abnehmen können, weil wir ihn ganz einfach selber machen, wenn er uns zu teuer wird.

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Kommentare

Michael 11/18/2011 08:52


Serh schöner Blog - wie ich es liebe bissig, satirisch und gut. :) Natürlich kann es seitens der Politik nicht gewünscht sein wenn wir alle davon profitieren. Das ergibt einfach keinen Sinn. :)


Stefan 11/08/2011 13:06


Ich bin wirklich skeptisch was den Klimawandel und diesen gesamten Hype darum angeht. Ob das jetzt wirklich so präsent ist? Wie sieht die Situation wirklich aus??
Sehr guter Artikel Volker! Die Politik und die großen Konzerne versuchen denke ich jeweils nur die Vorteil für sich rauszuziehen.


Daniel 10/10/2011 13:50


Die Dezentralisierung der Stromversorgung und das Nutzen regionaler Möglichkeiten macht viel zu viel Sinn, als dass es jemals von politischer Seite in nennenswertem Umfang unterstützt wird.
Die Vorteile sind zahlreich, der Aufwand zunächst natürlich auch, aber am Ende profitieren wir doch alle davon. Das kann also nicht gewollt sein.


Fokko 10/12/2011 21:17



So aufwendig ist das garnicht. Es ist, wie Du hier
nachlesen kannst, billiger als die zentrale Versorgung mit Strom von Offshore-Windparks und dergleichen.


Ist aber auch ganz klar, dass das so ist: Die dezentralisierte Stromerzeugung aus regenrativen Energien erfolgt auf der Ebene des Mittel- und Niederspannungsnetzes und nutzt daher vorhandene
Netze. Oder anders ausgedrückt: Der nahe bei den Abnehmern erzeugte Strom braucht nicht weit transportiert werden und kommt über die vorhandenen Netze überall hin. Für so ein kleines Kraftwerk
zum Beispiel brauchst Du ja nur ein Kabel zu dem Transformatorenhäuschen der Siedlung, die es versorgen soll und ein Windpark muss lediglich ans Umspannwerk der jeweiligen Region angeschlossen
werden.


Was man braucht, ist ein intelligentes Stromnetz, ein Smart Grid, aber das wollen die Energieriesn ja sowieso auch.      



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