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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

12. August 2010 4 12 /08 /August /2010 11:38

Gute Rettiche zu ziehen, ist gar nicht so einfach. Wenn der Boden nicht locker genug ist, sind sie beleidigt und nehmen dann gerne Formen an, die stark an Alraunen erinnern. Ein anderes Problem ist das Verholzen: Wenn man die Rettiche zu früh erntet, ist nichts dran, wartet man zu lange, können sie leicht verholzen.

     Als Faustregel kann gelten, dass das Verholzen beginnt, wenn der Rettich "schießt", das heißt, wenn er einen Stängel bildet. Wenn sich dieser noch leicht Abbrechen bzw. abdrehen lässt, geht der Rettich in der Regel noch einigermaßen an. Geht der Stängel hingegen nicht mehr ab, kann man den jeweiligen Rettich getrost vergessen, es sei denn, man möchte sich ein Tischbein daraus drechseln..

     Rettiche, die nur leicht holzig sind, kann man mit einem kleinen Trick meist noch einigermaßen retten. In der Tat hilft hier ein wenig Schreinerkenntnis weiter ;-) : Die Holzwürmer wissen nämlich, dass Holz nur quer zur Faser zäh ist, längst dazu lässt es sich wesentlich leichter zertrennen. Diesen Umstand kann man sich bei leicht holzigen Rettichen zunutze machen: Man hobelt sie auf einem sehr fein eingestellten Gurkenhobel einfach in ganz dünne Rädchen. Dann sind nämlich die holzigen Fasern in ganz kurze Stückchen zerteilt, die man nicht so bemerkt, weil man sie beim Kauen in Längsrichtung trennt.

   Natürlich kann man mit diesem Trick einen holzigen Hund nicht wirklich zart machen. Meiner Ansicht nach ist es jedoch allemal noch besser, als die schöne Ernte wegzuschmeißen und dann entweder viel Geld für Bioware auszugeben oder billigen Dreck von EU-Giftgärtnern zu nehmen. Benötigt man für das Hobeln jedoch Oberarme wie Arnold Schwarzenegger, ist der Rettich auch auf diese Weise nicht mehr zu retten. Ärgerlich, aber leider nicht zu ändern.

     Wie gesagt ist es nicht immer ganz einfach, gute Rettiche zu bekommen, vor allem, wenn man auf einem Lehmbatzen gärtnert, wie das hier bei mir der Fall ist. Rettiche schießen und verholzen besonders gerne, wenn es zu trocken ist. Mein Nachbar baut Rettiche daher, obwohl sein Boden durch 50jährige Bearbeitung und Pflege locker wie Blumentopferde ist, nur im Frühjahr an. Auf jeden Fall sollte man bei Rettichen auch nicht mit dem Wasser geizen.

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