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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

27. März 2011 7 27 /03 /März /2011 12:09

Benzin und/oder Dieselöl aus billigen Rohstoffen selbst zu machen, wäre ein wertvoller Beitrag zur Lösung unserer Energieprobleme. Theoretisch lassen sich aus Biomasse natürlich sämtliche Kohlenstoffverbindungen synthetisieren, das Problem dabei ist, dies auch in praktisch mit vetretbarem Aurfwand hinzubekommen. 

Können Bakterien Benzin machen?

   Auf einer bekannten Website mit "streng geheimen Insiderinformationen" fand ich vor einiger Zeit bereits einen Beitrag, der ein neuartiges Benzin ankündigte, das nicht aus Erdöl hergestellt werde und wahnsinnig billig sein würde. Jetzt gab es wieder eine ähnliche Meldung, die sich jedoch auf Dieselöl bezog. Näheres in beiden Fällen natürlich nur für die Bezieher der hauseigenen gedruckten und kostenpflichtigen Postille.

   Natürlich erweckt so etwas die Neugier des Selbstversorgers. Der Plausibilitätsprüfung anhand des gesunden Menschenverstandes hält eine solche Meldung natürlich stand: Sowohl Benzin als auch Dieselöl sind Gemische aus sehr einfachen Kohlenwasserstoffen, so genannten Alkanen, die sich im Prinzip auch künstlich zusammenbauen lassen. Der Knackpunkt ist lediglich, eine Methode zu finden, dies kostengünstig und mit möglichst wenig Energieaufwand zu tun.

   Das Blättchen, für das besagte Seite wirbt, zu kaufen kam natürlich nicht in Frage: Kohle für Informationen auszugeben, die man nicht nachprüfen kann, ist Dummheit. Wenn man solche Informationen jedoch nachprüfen kann, müssen sie logischerweise auch anderswo zu finden sein – und dann braucht man kein Geld dafür auszugeben, jedenfalls nicht in der heutigen Zeit: Irgendwo wird sich im Netz etwas darüber finden lassen. Ich gehe nämlich ganz einfach davon aus, dass etwas, das geheim bleiben sollte, aber dennoch durchgesickert ist, in der Regel mehr als einer Person bekannt sein dürfte. Der einsame Insider, der Zugang zu geheimsten Geheiminformationen hat und diese zahlenden Lesern zugänglich macht, ist mir einfach suspekt.

Genaues Hinsehen lohnt sich

   Dazu kommt, dass die meisten Dinge, die nicht bekannt werden sollen, nicht wirklich geheim gehalten, sondern ganz einfach lediglich nicht an die große Glocke gehängt werden. Oft genug findet man solche Dinge sogar in den etablierten Medien, nur dass sie eben an wenig prominenter Stelle erscheinen und nur einmal. Dinge, welche die Masse wissen und glauben soll, werden hingegen mehrfach auf den Titelseiten der Printmedien und gleich am Anfang von Nachrichtensendungen zu epischer Breite ausgewalzt.

  Während Zeitungen und Zeitschriften im Altpapier landen – bekanntlich ist ja nichts so alt wie die Zeitung von gestern – Fernseh- und Radiosendungen verklingen, bleiben auch (scheinbar) nebensächliche Dinge, die in Netzpublikationen veröffentlicht wurden, in aller Regel längere Zeit einsehbar. Das ist einer der großen Vorteile des Internets für den, der sich eigenständig informieren will.

   Also, langer Rede kurzer Sinn: Tatsächlich fand ich im Netz einen älteren SPON-Artikel zu diesem Thema. Dort ist die Rede davon, dass sich kleine Gentechnik-Startups im Silicon Valley mit der Herstellung von Kohlenwasserstoffen mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen befassen. Und zwar nicht wie auf der genannten Website behauptet, aus Kohlendioxid und Wasser, jedenfalls nicht direkt. Indirekt, wenn man so will, schon, denn die besagten Mikroorganismen erzeugen Benzin und Dieselöl aus Zucker. Zucker wird jedoch wiederum von Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese aus Kohlendioxid und Wasser erzeugt.

   Bei genauerem Hinsehen ist ein Mikroorganismus, der leicht flüchtige, brennbare Kohlenstoffverbindungen erzeugt gar nicht so sensationell: Hefepilze beispielsweise erzeugen Ethanol und Fäulnisbakterien das heute als Biogas bekannte Sumpfgas Methan. Dieses ist übrigens die einfachste Verbindung aus der homologen Reihe der Alkane, zu deren längerkettigen Vertretern ja auch die Bestandteile von Benzin und Dieselöl gehören.

  Eine Zelle, die direkt aus Kohlendioxid und Wasser Kohlenstoffverbindungen erzeugt, ist jedoch etwas ganz anderes: Dazu ist Energiezufuhr erforderlich. Grüne Pflanzenzellen tun so etwas, sie machen mit Hilfe von Lichtenergie aus Wasser und CO2 komplexere Kohlenstoffverbindungen, nämlich Zucker. Fäulnisbakterien und Hefepilze tun das Umgekehrte. Sie bauen komplexere Kohlenstoffverbindungen wie Zellulose (übrigen auch ein Zucker) zu einfacheren ab, wobei Energie frei wird, die diese Lebewesen für ihre Stoffwechselvorgänge verwenden. Die resultierenden einfachen Kohlenstoffverbindungen, Methan und Ethanol, enthalten jedoch immer noch Energie, die wir nutzen können, wenn wir sie vollends zu CO2 und Wasser verbrennen.

  Mit der Biogasherstellung ist ja schon ein wichtiger Schritt getan, nämlich der, aus Biomasse auf einfache Art einen Brennstoff zu gewinnen, der in Verbrennungsmotoren genutzt werden kann. Der Nachteil dabei ist, dass es sich um einen gasförmigen Treibstoff handelt, der nicht so gut gehandhabt werden kann, wie ein flüssiger. Ethanol aus Pflanzen hat den Vorteil, flüssig zu sein, ist aber sehr wenig effektiv: Zum einen kann nur der Zucker aus einer Pflanze zu Alkohol vergoren werden, abgesehen von de Stärke, die man jedoch zunächst in Zucker verwandeln muss wie etwa beim Mälzen der Gerste zum Bierbrauen. Außerdem benötigt man zum Destillieren des Alkohols Energie, die man nicht mehr zurückbekommt.

   Toll wäre daher ein Mikroorganismus, der einen Brennstoff erzeugt, der „freiwillig“ aus der Gärbrühe herauskommt wie Methan, dabei aber flüssig ist wie Alkohol. Genau so etwas zu schaffen, soll den Firmen im Silicon Valley gelungen sein: Ihre Mikroben erzeugen längerkettige Alkane, also Benzin bzw. Dieselöl, das auf der Gärbrühe schwimmt und nur abgeschöpft zu werden braucht.

Ein Bombengeschäft?

   Der Haken bei der Sache ist bis jetzt noch, dass der Vorgang nur mit Zucker klappt. Immerhin lässt sich damit aber im Prinzip bereits alles verwerten, was man heute zur Bioethanol-Herstellung benutzen kann. Der nächste Schritt könnte jedoch darin bestehen, die Mikroorganismen dazu zu bringen, nicht nur Zucker, sondern auch Zellulose zu verdauen – die ja übrigens auch ein Zucker ist, auch wenn sie nicht süß und wasserlöslich ist, wie etwa Trauben-, Frucht- oder Milchzucker.

   Wenn die biotechnische Herstellung von Benzin undst/oder Dieselöl aus Zellulose gelingt, versprechen sich die betreffenden Firmen ein Riesengeschäft davon. Dann wird es nämlich möglich sein, aus praktisch beliebigen Pflanzen(abfällen) Treibstoff zu erzeugen.

   Allerdings sehe ich dabei, subversiv wie ich nun einmal bin, schon wieder eine Möglichkeit, den Unternehmen zum eigenen Vorteil in die Suppe zu spucken: So wie sich die Sachlage darstellt, besteht das Problem lediglich in der Schaffung der Mikroorganismen, die Benzin bzw. Diesel erzeugen. Sind diese erst einmal vorhanden, ist die Treibstoffherstellung damit watscheneinfach. Und da es sich um Lebewesen handelt, werden sich die Dinger auch vermehren.

   Wie es aussieht wird also jeder, der in den Besitz dieser Baktrien oder Pilze gelangt, mehr oder weniger mit Haushaltsmitteln in der Lage sein, seinen eigenen Treibstoff zu machen. Aus dem Artikel ist zu entnehmen, dass ein Reaktor mit 1000 Litern Inhalt in einer Woche soviel Dieselöl erzeugt, wie man aus einem Barrel Rohöl gewinnen kann. Das dürfte also für den Hausgebrauch reichen. Der Gedanke hat einigen Charme: Wenn die Dieselöl erzeugenden Mikroorganismen erst einmal den Erfindern entwischt und unter die Leute gekommen sind, wird mancher sich im Hinterhof sein Dieselöl selbst brauen und die Kulturen, wenn sie sich entsprechend vermehrt haben, im Freundeskreis weitergeben, wie man das von Kefirknollen und dergleichen kennt.

     Ob ein solcher Trend das Geschäft der Erfinder wirklich kaputt machen würde, ist allerdings fraglich. Bis jetzt peilt zumindest die eine der beiden Firmen nämlich an, die Zellulose mit anderen Verfahren zu kleineren Zuckerbausteinen zu zerhacken, was wohl nicht so leicht zu Hause machbar wäre - man brauchte also, auch wenn man an die Mikroorganismen kommt, doch immer noch zuckerhaltige Biomasse als Ausgangsmaterial. Es dürfte außerdem nicht ganz einfach sein, die notwendigen Mengen Pflanzenmasse für den hausgebrauten Sprit aufzutreiben. Die Gemüseabfälle aus der Küche werden jedenfalls nicht ausreichen. Am ehesten wird das also etwas für Landwirte, allenfalls für die Besitzer größerer Gärten sein. Für Selbstversorger im klassischen Sinne also zwar durchaus, jedoch nicht wirklich für jeden. Und schließlich können ja auch Molkereien Joghurt verkaufen, obwohl jedermann sein Joghurt auch problemlos selbst machen kann.

Fallobst zum Autofahren

     E10 hat ja bislang keinen guten Ruf, was aber nichts daran ändert, dass das Autofahren mit Alkohol durchaus seinen Charme hat. Ob nun Alkohol im Kraftstoff den derzeitigen Motoren etwas tut, sei dahingestellt. Jedoch wird, unabhängig davon, ob wir in Deutschland da mitmachen oder nicht, in anderen Ländern in Zukunft wohl mehr und mehr Alkohol im Benzin sein und daher die Autos so gebaut werden, dass sie das auf jeden Fall vetragen.

   Das bedeutet natürlich auch, dass man dann sein Benzin problemlos auf eigene Faust mit Alkohol strecken kann. Sinnvoll ist das natürlich nur, wenn man entsprechend billig an den Fusel kommt. Exzessive Selbermachen werden natürlich sofort daran denken, das Zeug selbst zu brennen. Selbstverständlich ist das verboten, aber technisch kein wirklich großes Problem.

   Selbst Schnaps zum Trinken zu köcheln ist abgesehen von der Strafbarkeit ein heißes Eisen: Wenn man etwas falsch macht, kommt dabei gerne einmal das hochgifte Methanol heraus. Außerdem braucht man gute Rohstoffe um guten Schnaps zu machen. Jeder Hersteller guter Obstbrände weiß, dass man edle Obstschnäpse nur aus Obst machen kann, das man ebensogut als Tafelobst verkaufen könnte.

   Wenn der Schnaps aber nur als Kraftstoff dienen soll, sind beide Probleme nichtig. Man kann dann ohne weiteres alles, was genügend Zucker enthält verwenden und muss lediglich darauf achten, dass der Fusel möglichst nahe an die technisch mögliche 96%-Marke kommt.  Ob er scheußlich schmeckt und/oder giftig ist, spielt keine Rolle, es muss lediglich brennen. Angegammeltes Fallobst, Obst, dass weggeschmissen wird, weil es sich nicht mehr verkaufen lässt und vielleicht sogar Trester aus der Mosterei ließen sich verwenden.

   Solches Zeugs ließe sich natürlich auch auf jeden Fall zur Bezinherstellung mit den beschriebenen Wunderbakterein verwenden. In diesem Falle würde man auch noch den Aufwand des Brennens (und die daraus resultierende Gefahr der Strafverfolgung) vermeiden. Allerdings müsste man erst einmal an diese Bakterien kommen.

  Lassen wir uns also überraschen, was die Zukunft bringt. In jedem Falle sollte man als Selbstversorger die Entwicklungen bei Biokraftstoffen im Auge behalten: An eine eigene Ölquelle wird man kaum kommen, an die Möglichkeit, seinen eigenen Biokraftstoff zu erzeugen, schon eher...     

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