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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

12. Juni 2010 6 12 /06 /Juni /2010 19:43

Praktisch schon bereits seit seiner zwangsweisen Einführung Anfang 2002 wird der Euro von vielen Leuten sarkastisch als Teuro bezeichnet. Damit wird ausgedrückt, dass der Grund für die tatsächlich seit jener Zeit rapide gesunkenen Realeinkommen der Mittelschicht (aka Kleiner Mann) beim Wechsel zu der Europäischen Einheitswährung gesucht wird. Ist also der Euro tatsächlich der Grund für die derzeitige Misere?

   Tatsächlich scheint es neben der Euro-Teuro-Sache noch eine weitere interessante Koinzidenz in der Geschichte des Verfalls unseres Wirtschaftswunders zu geben: Nach dem Beginn der Ära Kohl 1982 begann die Schere zwischen Arbeitseinkommen und Unternehmergewinnen aufzuklappen, was man natürlich Birne und seinen Spießgesellen anlastete. Ganz abgesehen davon, dass es uns natürlich immer schlechter gegangen ist, je mehr Europa und Globalisierung es gab.

Seltsame Koinzidenzen

    Tatsächlich ist der Oggersheimer Saumagen-Liebhaber und Aussitz-Vizeweltmeister (Weltmeister war FJS - wer kennt ihn eigentlich noch?) aber eher ein Symptom als eine Ursache gewesen, genauso wie der Euro nur scheinbar die Ursache für die rapide Verarmung der Bevölkerung ist. Kohl wurde wohl eher an die Macht gehievt, weil er den tatsächlichen Kräften hinter der Politik konvenienter war als der intelligente Helmut Schmidt. Tatsächlich begannen in der Ära Kohl nämlich die Wirkungen der Globalisierung sicht- und spürbar zu werden, die man ihm nun wirklich nicht anlasten kann. Allerdings hat die erste für uns spürbare Auswirkung der Globalisierung, das Sterben unserer Konsumgüteindustrie, nicht erst in den 80ern begonnen, sondern mindestens schon in den 60ern mit dem Verschwinden unserer Textilindustrie, die von Importen aus Billiglohnländern verdrängt wurde.

Schuldenkurve

So etwa muss man sich die Entwicklung von Geldmenge, Verschuldung und damit natürlich auch Zinsbelastung vorstellen, wenn man von einer durchschnittlichen Verzinsung von ca. 5% ausgeht, was eine recht gute Näherung an die Realität darstellen dürfte

 

  Ähnlich wie mit dem scheinbaren Zusammenhang zwischen Verkohlung und Verarmung verhält es sich mit dem Euro, der möglicherweise schon bald Geschichte sein und als Teuro in diese eingehen wird. In der Artikelserie "Wo kommt eigentlich das Geld her" wird erklärt, warum der ständig wachsenden Geldmenge in unserer Wirtschaft ein stets etwas größerer Schuldenberg gegenübersteht, mit dem auch die Zinsbelastung steigt, unter der unsere Wirtschaft leidet: Ohne Schulden ist kein Geld im Umlauf und die Schulden können auch nie zurückgezahlt werden, da systembedingt immer weniger Geld da ist als die Schulden einschließlich der aufgelaufenen Zinsen betragen. Die Grafik oben zeigt idealisiert, wie sich diese Zinsbelastung bei einer im Durchschnitt 5%igen Verzinsung (eine Schätzung, welche die Sache recht gut treffen dürfte) von 1948 bis heute entwickelt hat und weiter entwickeln wird.

Die Zinsschraube dreht sich immer schneller 

      Am Anfang war der die Zinsbelastung kaum merklich und konnte mit dem Wirtschaftswachstum problemlos kompensiert werden - das war die Zeit des Wirtschaftswunders. Während der 80er Jahre wurde es bereits derber; Arbeitslosigkeit begann ein Problem zu werden und die nicht mehr ganz Jungen werden sich an das damals einsetzende Gebarme der Unternehmer um Maschinenlaufzeiten und Contischichten erinnern, welche helfen sollten, die teuren modernen Maschinen besser auszulasten und schneller zur amortisieren. Der tatsächliche Grund aber war natürlich die bereits damals sehr hohe Zinsbelastung der Unternehmer.

     In den 90ern wurde es mit Massenarbeitslosigkeit, sterbenden Branchen und Unternehmenspleiten immer schlimmer. Und in den letzten Jahren - etwa so lange, wie wir den Euro-Teuro haben - ist es ganz schlimm geworden, was aber eben nicht am Euro liegt, sondern daran, dass die Kurve nun so steil geworden ist, dass es richtig weh tut. Abgesehen von den unverschämten Preiserhöhungen, die manche Händler, Wirte und Dienstleister meinten mit der Einführung des Euro-Teuro kaschieren zu können, spielt der Euro aka Teuro dabei nur eine gewisse Rolle in dem Sinne, dass mit ihm der Stabilitätspakt kam. Der bremste die Inflation, die früher der Wirkung des Zinseszinses wenigstens ein wenig entgegenstand und das Geld in der Wirtschaft notdürftig am Fließen hielt.

   Das, was man dem Euro alias Teuro vorwirft, dass nämlich die wirtschaftlich schwächeren Euro-Länder auf unseren Trittbrettern mitfahren, war auch schon vorher der Fall: Die vorher existierende Währungsschlange der jetzigen Euro-Länder setzte die Wechselkurse ihrer Währungen in ein nahezu festes Verhältnis und außerdem blechten wir auch schon vor dem Euro kräftig für die ärmeren EU-Länder.

   Der einzige Unterschied zur jetzigen Situation war der, dass man Länder mit übermäßigen finanziellen Schwierigkeiten damals floaten lassen, also ihre Wechselkurse freigeben konnte. Das wäre wohl mit Griechenland in einer Situation wie der jetzigen geschehen. Allerdings hat das nichts mit dem unleugbaren Kaufkraftverfall in der breiten Masse zu tun, denn der ist ja nicht erst da, seit es Griechenland das Genick gebrochen hat.

 Der Euro: Born to be killed?

   In letzter Zeit verdichten sich die Gerüchte über eine bevorstehende Währungsreform mit einem Haircut, also einem größtenteils ersatzlosen Verfall von Geldwertanlagen. Das wäre eine Möglichkeit, Geldmenge, Schulden und damit die Zinsbelastung zur reduzieren, so dass wieder Geld in der Wirtschaft fließen und sie florieren könnte - und natürlich auch die Banken wieder verdienen würden.

   In dieser Hinsicht könnte einem sogar ein böser Verdacht kommen: Bei dem bestehenden Finanzsystem, das Geld aus Schulden erzeugt und durch Zinsen vermehrt ist von vorne herein klar, dass es irgendwann crashen wird. Im Klartext: Auch wenn D-Mark, Schllling, Gulden, Franc, Drachme und wie sie alle heißen, hießen oder wieder heißen werden geblieben wären, hätte es diesen Crash gegeben. Und es ist kaum vorstellbar, dass das den wirklichen Machern in der Hochfinanz nicht klar ist und sie ihn nicht auch eingeplant haben.

   Die stattgefunden habende Umstellung auf Euro hat aber in dieser Hinsicht einen unleugbaren Vorteil: Es ist nun eben dieser Euro der crasht und nach dem schmerzhaften Haircut kann jedes der betroffenen Länder wieder eine Währung aus der Abstellkammer holen, abstauben und zu neuen Ehren kommen lassen, deren Image nicht beschädigt ist, wie das der Fall gewesen wäre, hätte man sie bis zum unvermeidlichen Crash behalten.

Ob Euro II, Nord- und Süd-Euro oder DM 2.0: Ohne Haircut geht garnichts

   Wenn es nun tatsächlich zu einer Währungsreform kommt, wird das Entscheidende daran der Haircut sein, nicht der Name der danach geltenden Währung. So bitter das auch für die Besitzer kleiner und mittlerer Geldanlagen sein wird, die Verringerung der Geld- und Schuldenmenge wird der Zweck der Übung sein. Lebensversicherungen, Riester-Renten, Anleihen, offene Fonds und dergleichen werden dann nicht einmal mehr den Sekt wert sein, den sich die Finanzberater und Bankster auf die diesbezüglichen Abschlüsse genehmigt haben.

   Natürlich ist der kleine Mann dabei wieder einmal der Dumme. Wundert es jemanden? War es schon je anders?

   Was sich nun der bzw. die Mensch(en) erträumen, welche(r) die Website euroabschaffung.de in Netz gestellt hat(ben), ist vor diesem Hintergrund natürlich blanke Utopie. Eine Rückkehr zur DM mit geordnetem Umtausch und Übergangsfrist wie das bei der Einführung des Euro der Fall war wird es nicht geben. Ganz einfach deswegen nicht, weil damit keine Schulden verschwinden würden. Die Währungsreform wird eine Art kollektive Insolvenz sein, bei der natürlich die Schlauen ihre Sahnestückchen rechtzeitig beiseite geschafft haben.

     bei euroabschaffung.de ist man genau dem Irrtum aufgesessen, dass der Teuro die Ursache unserer heutigen Probleme sei und diese daher mit ihm auch wieder verschwinden würden. Tatsächlich ist es aber so, dass die Einführung des Euro lediglich zu dem Zeitpunkt kam, als die Exponentialkurve der Verschuldung und Zinsbelastung das mögliche reale Wirtschaftswachstum endgültig und gnadenlos abgehängt hatte. Tatsächlich ist es nicht der Euro, der unsere Waren teuer macht, sondern die in den Preisen steckenden Zinsen, die auch denjenigen, der selbst keine Schulden hat, unter den Belastungen durch Zins und Zinseszins leiden lassen. Ganz abgesehen davon, dass die Zinsen, die ein Arbeitgeber bezahlen muss, zu Lasten von Löhnen und Arbeitsplätzen gehen und die Zinsen, die den Staat schröpfen zu Lasten der Sozialleistungen.

  Wenn so erst einmal in der Wirtschaft gar nichts mehr geht, können natürlich Bankster und sonstige Investoren auch nichts mehr verdienen. Und dann werden sie eine Währungreform mit Haircut zulassen beziehungsweise sogar über ihre "Lobbyarbeit" herbeiführen. Wann das der Fall sein wird, lässt sich kaum sagen; die Währungsreform kann buchstäblich schon morgen kommen, sie kann aber auch noch einige Monate oder Jahre auf sich warten lassen.

Und was kommt nach der Währungsreform?

       Was man allerdings wissen sollte, ist Folgendes: Nach einem Haircut wird die Wirtschaft voraussichtlich zunächst wieder ordentlich laufen. Das Problem dabei ist jedoch, dass sich das System nicht geändert hat. Der nächste Crash wird wesentlich schneller kommen als dieser, denn die Wirtschaft kann nicht mehr so wachsen, wie sie das in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg getan hat. Wer also diesmal auf die Nase gefallen ist, sollte dann besser rechtzeitig in Sachwerte investieren, denn die sind unabhängig vom Wert der jeweils gültigen Währung.

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