Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Über Diesen Blog

  • : Blog von Volker Wollny
  • Blog von Volker Wollny
  • : Hier gibt's jede Menge Informationen über heikle und weniger heikle, aber immer interessante Themen: Jagd, Waffen, Fischen, Selbermachen, Garten, Geld Sparen, Freizeit, Hobby, Kultur und was sonst noch dazu gehört
  • Kontakt

Profil

  • Fokko
  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.

Website:

Im Blog Suchen:

Newsletter abonnieren

Hier geht's zu Fokkos Selbstversorger-Newsletter:
Klicken!

Non-Blog-Sites

Andreas Quiring  

IT / EDV - Lösungen
Theodor-Veiel-Str. 17
70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

1. Dezember 2013 7 01 /12 /Dezember /2013 06:20

Mit „Nachsuche“ legt das Ehepaar Jaques und Roswitha Kuhn einen Krimi vom Lande vor, der sich aus der Masse der in den letzten Jahren Mode gewordenen „Landschaftskrimis“ deutlich hervorhebt. Ein bodenständiger Schweizer Dorfpolizist wird auf einmal mit einem Mordfall konfrontiert, den er mit Witz, gesundem Menschenverstand, intimen Kenntnissen der lokalen Verhältnisse sowie der Hilfe seiner Familie und des Hundes seines Schwippschwagers löst.  

 Nachsuche

  Früher Morgen im Tösstal im Kanton Zürich. Dorfpolizist Noldi schlummert noch selig neben seiner Frau Meret, als das Telefon geht. Ein Autofahrer ist dran, der im nahe gelegenen Neubrunnertal ein Reh angefahren hat und eine polizeiliche Bestätigung für die Versicherung benötigt. Noldi ist ein wenig empört, dass der Autofahrer nur an den Ersatz seines Schadens denkt und überhaupt nicht daran, dass das offensichtlich verletzt geflüchtete Reh nachgesucht und erlöst werden muss. Aber er ist auch erleichtert und ein wenig schadenfroh, dass er die Sache delegieren kann: Zuständig ist der Jäger Hans, der mit mit Betti, der Schwester seiner Frau verheiratet ist. Den verständigt Arnold Oberholzer – so heißt Noldi mit vollem Namen - telefonisch und schläft zufrieden weiter.

Doch Noldis wiedergefundene Ruhe ist nicht von langer Dauer. Als Hans den Unfallort gefunden hat, macht er sich mit seinem Bayerischen Gebirgsschweißhund Bayj daran, das Reh nachzusuchen. Im Wald am steilen Hang des Neubrunnertals findet das Gespann jedoch zunächst nicht das Reh, sondern erst ein Negligee und dann eine Leiche: Eine etwas dickliche und nicht besonders ansehnliche Frau mittleren Alters liegt da, die nur mit einem weiteren Stück Reizwäsche bekleidet ist, einem neckischen Unterhöschen.

Allerhand seltsame Leute

Bei Noldis vorgesetzter Dienststelle, der Polizei in Winterthur hat man keine Zeit für den Fall, bei dem gar nicht sicher ist, ob es sich überhaupt um einen Mord handelt oder um einen Unfall: Die Tote war nämlich zuckerkrank und ist wie sich herausstellt an einer Überdosis Insulin gestorben. Rätselhaft ist lediglich, wie sie fast nackt in den Wald gekommen ist. Die Ermittlungen bleiben daher an Noldi hängen, dem der Fall eigentlich eine Nummer zu groß ist.

Den ersten entscheidenden Hinweis finden Pauli, der 11jährige jüngste Sohn von Noldi und Bayj der Schweißhund. Die beiden sind dicke Freunde. Der Bub darf den Hund seines Onkels ausführen und gemeinsam untersuchen die beiden den Tatort noch einmal. Pauli misstraut nämlich der Sorgfalt der Kollegen seines Vaters von der Spurensicherung. Tatsächlich entdecken der Bub und der Hund etwas, anhand dessen Noldi die Identität der Toten klären kann.

Diese erste Spur führt den Polizisten zu Leuten aus dem Umfeld des nicht unvermögenden, aber einsamen Opfers namens Berti Walter, zwischen denen es teilweise interessante Querverbindungen gibt: Einen Automechaniker mit einer wunderschönen Frau, die ein Geheimnis hat, welches ihr Mann auf keinen Fall erfahren darf. Ein Notar, der kurzzeitig ein Verhältnis mit der Toten hatte, ihr Arzt, ein Architekt und weitere Leute. Auch der Autofahrer, der das Reh angefahren hat, ist eine halbseidene Type: Der Landmaschinenvertreter hat, obwohl verheiratet, unter falschen Namen ein Verhältnis nach dem anderen. Auch mit dem Mordopfer war er liiert, mittlerweile jedoch treibt er es mit ihrer Freundin.

Mal ein ganz anderer Polizist

Schon bald wird man Noldi, den Dorfpolizisten ins Herz schließen: Er hat keinerlei Ähnlichkeit mit den kaputten Typen, die man heute oft als (Anti-)Helden in Krimis trifft, sondern ist ein geradliniger Bauernbub, mittlerweile im besten Alter, der es faustdick hinter den Ohren hat. Er stammt von einem Hof in der Gegend, den er eigentlich hätte erben sollen. Der bodenständiger, glücklich verheiratete Vater von vier Kindern, der gerade auch das erste Mal Opa geworden ist, hat den Betrieb jedoch seinerzeit seiner Schwester überlassen, weil er lieber Polizist als Bauer sein wollte. Auf dem Einmann-Polizeiposten der Gemeinde nimmt er seinen Platz in einer noch recht intakten Dorfgemeinschaft ein, mit dem er so zufrieden ist, dass er auf eine weitere Karriere gerne verzichtet hat und in seinem geliebten Tösstal geblieben ist. Trotzdem ist er auch dienstlich kein Eigenbrötler, sondern kommt prima mit seinen Kollegen in Winterthur aus.

Noldi bespricht seine Gedankengänge oft mit seiner Frau, die ihm auch immer wieder weiterhelfen kann. Selbst nach all den Ehejahren knistert es durchaus noch zwischen den beiden und auch außerhalb des Betts verstehen sie sich prima. Außerdem kennt Noldi als Teil der eng verflochtenen ländlichen Gemeinschaft die Gegend in und auswendig, was ihm bei seinen Nachforschungen zugute kommt.

Außer auf dem Schießstand fällt in der ganzen Geschichte kein einziger Schuss, auch wenn wie Noldi einmal anmerkt, jeder Schweizer schießen kann. Auch sonst verzichtet die Geschichte praktisch vollständig auf Gewalt, die wie man merkt, keine notwendige Voraussetzung für Spannung ist. Nachdem man schon eine ganze Weile vor Schluss gedacht hat, zu wissen, wer der Mörder oder die Mörderin ist und nachdem schließlich der Fall für Noldis Vorgesetzten Hans Beer bereits abgeschlossen ist, findet Noldi doch noch heraus, wer die dickliche Berti wirklich umgebracht hat und warum.

Gut zu lesen

„Nachsuche“ ist außer bei Rückblenden in die Vergangenheit durchweg im Präsenz und in einem flüssigen Erzählton geschrieben. Durch die gewissen Besonderheiten, die Ausdrucksweise und bestimmte Wendungen des Schweizer Hochdeutschen, meint man fast, jemand mit einem Schweizer Akzent erzählen zu hören. Und damit liegt man durchaus richtig, denn ganz genauso entstehen die Texte des Ehepaars Jaques und Roswitha Kuhn, die selbst in der Gegend leben, in der ihre Krimis spielen. Jaques erzählt die Geschichte, die sich die beiden vorher bei Wanderungen in der Umgebung gemeinsam ausgedacht haben und Roswitha schreibt sie auf. Dann wird der Text diskutiert und gemeinsam daran gefeilt.

Weil „Nachsuche“ ein Buch ist, in dem man sich von der ersten bis zur letzten Seite wohlfühlt, eignet es sich auch ganz besonders gut für behagliche Lesestunden während der nun bald kommenden Feiertage und der ruhigen Zeit zwischen den Jahren. Das absolut empfehlenswerte Buch macht Lust auf mehr vom Ehepaar Kuhn. Wie die beiden verraten haben, ist der nächste Krimi mit dem Dorfpolizisten Noldi auch bereits in Arbeit und wer „Nachsuche“ gelesen hat, wird ihn kaum erwarten können.

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Fokko - in Lesen
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

Vergleichen hilft Sparen!