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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

27. Mai 2011 5 27 /05 /Mai /2011 16:24

Vor zwei oder drei Jahren wurde die Stromgewinnung aus regenerativen Quellen noch ganz allgemein als typisch regionale Sache angesehen, die den Bedarf an überregionalen Hochspannungsleitungen stark vermindern, ja bei einer 100%igen Umstellung das Hoch- und Höchstspannungsnetz komplett überflüssig machte. Heute hingegen ist andauernd die Rede davon, dass für die Energiewende, die Umstellung auf Elektrizität aus erneuerbaren Quellen, ein teurer Ausbau des Hoch- und Höchstspannungsnetzes erforderlich sei.

   Was steckt hinter diesem Wandel? Die Antwort ist einfach: Die Energieriesen haben mittlerweile die Erneuerbaren Energien, zunächst vor allem die Windkraft, für sich entdeckt. Das ist jedoch keinesfalls eine wirklich gute Nachricht. Sie bedeutet, nämlich, dass die Oligopolisten, die uns jetzt mit ständig steigenden Strompreisen abzocken, Vorkehrungen treffen, um dies auch in Zukunft tun zu können.

Dezentrale Stromerzeugung aus regenerativen Quellen ist verbraucherfreundlich

   Noch vor gar nicht langer Zeit wurde die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von den großen Energieversorgern mehr oder weniger ignoriert, ja sogar insgeheim hintertrieben. Bei EnBW beispielsweise mauerte man damals und es hieß offiziell und scheinheilig, dass der Sektor der Regenerativen Energiequellen dort mit den bereits bestehenden Wasserkraftwerken hinreichend abgedeckt sei. Die wenigen Windgeneratoren, welche in Windparks standen und die Logos der großen Stromkonzerne trugen, hatten lediglich eine Alibifunktion.

   Der Grund dafür war ganz einfach, dass die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen problemlos in kleinen Einheiten dezentral möglich ist. Das ist aber nicht das Geschäft von Vattenfall, RWE, E.on und EnBW. Sie sind darauf eingestellt, Strom in großen Anlagen wie Kohle- und Atomkraftwerken zentral zu erzeugen und ihn mit ihren Hoch- und Höchstspannungsnetzen zu verteilen. Wenn der Strom hingegen dezentral und verbrauchernah auf der Ebene des Mittelspannungsnetzes erzeugt wird – Windparks und größere Wasserkraftwerke sind hier angesiedelt – und zum Teil sogar auf der des Niederspannungsnetzes, in das kleine kommunale und private Biomasse-, Wasser-, Wind- und Sonnenkraftwerke einspeisen, werden Hoch- und Höchstpannungsnetze ganz einfach überflüssig. Und mit ihnen die Stromgiganten, die heute noch satt verdienen. Die können dann nämlich schlicht und ergreifend zumachen, weil ihnen, wie wir im Schwäbischen sagen, der Schnabel sauber bleibt.

   So war es zunächst im Interesse der großen Energieversorger, den Trend zu den regenerativen Energien mit ihrer Lobbymacht auszubremsen. Auf die Dauer ging das jedoch nicht, da Kohle und Uran auf jeden Fall nur begrenzt vorhanden sind und man auch besser noch nicht davon ausgeht, dass Lomonossow unrecht hatte, Erdgas und Erdöl ständig abiotisch entstehen und daher praktisch unbegrenzt vorhanden sind. Derzeit kommt man an den regenerativen Energiequellen einfach nicht vorbei.

   Also mussten Mittel und Wege gefunden werden, die Regenerativen Energiequellen kompatibel zur Konzernabzocke zu machen. Das ist im Prinzip ganz einfach, weil Strom aus regenerativen Quellen natürlich auch im großen Stil erzeugt werden kann: man muss nur mit seiner Lobbymacht die Politik dazu bringen, dies zu fördern. Und genau das ist RWE und Konsorten mittlerweile offenbar gelungen.

Utopischer und realistischer Unfug

   Ein Projekt, das in diese Richtung geht, ist der unsägliche Desertec-Unfug: In der Sahara soll Strom aus Sonnenenergie gewonnen werden, der dann mittels gigantischer Überland- man müsste eigentlich sagen „Überkontinent“-Leitungen nach Europa gebracht wird. Ganz abgesehen von den technischen Schwierigkeiten, die sich mit hinreichend Geld von Steuerzahlern und Stromkunden wohl lösen lassen, ist das ganze schon allein deswegen hirnrissig, weil man sich damit in einer so lebenswichtigen Sache wie der Energieversorgung von instabilen Staaten und Wüstenstämmen abhängig macht.

   Wesentlich realistischer – und bereits in der Umsetzung begriffen – ist jedoch der andere Unfug, nämlich die Offshore-Windkraft. Der tatsächliche Zweck dieser Version der Stromgewinnung ist nämlich einzig und allein, die „Energiehoheit“ weiterhin bei den großen Stromkonzernen zu belassen, damit diese im Geschäft bleiben und uns Stromkunden auch in Zukunft über die Löffel balbieren können. Wirkliche technische Argumente für diese Version der Windkraftnutzung gibt es nämlich nicht. Das zeigt zum Beispiel eine Studie der Stiftung 100% Erneuerbar, die nachweist, dass die dezentrale Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen erheblich billiger ist, als die konzernfreundliche Version, die unsere Regierigen durchsetzen möchten. Ganz abgesehen davon, dass dezentrale Regenerative Energie Bürgerenergie ist, weil die Kraftwerke wie bei Windparks Kleinanlegern, im Fall der Energiebauern Einzelpersonen oder wie etwa bei Blockheizkraftwerken Gemeinden oder Zweckverbänden gehören. Das ist natürlich das pure Gift für die Geschäfte der Stromriesen.

   In das Bild des Rummels um die Offshore-Windkraft passt natürlich auch, dass Günther Oettinger, der als Ministerpräsident den Bau von Windkraftanlagen in Württemberg nach Kräften behindert hat, jetzt Energiekommissar bei der EU ist, welche den Unfug mit der zentralisierten Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen natürlich unterstützt. Und gegen Ukasse aus Brüssel ist ja bekanntlich kein demokratisches Kraut gewachsen, da Gesetze, die diese umsetzen nicht einmal vom Verfassungsgericht kassiert werden können. Das jedoch nur am Rande.

Was ist zu tun?

   Zum Glück stehen wir der derzeit äußerst ungesunden Entwicklung nicht ganz machtlos gegenüber: Bisher gelten noch die Regeln des neuen Energiewirtschaftsgesetzes, die Einzelpersonen, Gemeinden usw. erlauben ihren eigenen Strom zu machen. Niemand kann uns zwingen, weiterhin Strom von den großen Anbietern zu beziehen. Wer seinen eigenen Strom macht, der ist unabhängig von den Konzernen. Wer sein Geld in Windkraftfonds anlegt, erzielt nicht nur gute Renditen, sondern hält auch ein Stück Energieversorgung in der Hand. Und wer sich lokal- oder regionalpolitisch engagiert – Gemeinderat, Kreistag, Bürgerinitiativen, regionale Wirtschaftsvereinigungen etc. – kann sich für Projekte der dezentralen Energieversorgung aus regenerativen Quellen stark machen. Nicht zuletzt sollten mittelständische Unternehmen, die entsprechende Anlagen bauen, etwa Biomassekraftwerke, Lobbyarbeit für die dezentrale Energieversorgung aus regenerativen Quellen leisten. Wenn es nämlich erst einmal aus der Politik heißt, dass die Förderung privater, kommunaler und reginaler Projekte zur Stromerzeugung nicht mehr nötig sei, weil die Versorgung durch die Stromriesen wieder gesichert ist, dann ist die Chance auf bezahlbaren Strom aus regenerativen Quellen vertan und wir müssen weiter bezahlen, was die Energieriesen verlangen.

 

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Kommentare

Harry h. s. m. d. Wagen 10/29/2011 18:23


"Dezentrale Stromerzeugung aus regenerativen Quellen ist verbraucherfreundlich..."



Vor allem, wenn sie nicht vom Steuerzahler zwangssubventioniert wird.


Fokko 10/31/2011 12:29



Lieber subventioniere ich Energie aus regenrativen Quellen, als Kernernergie.



Laufende Kosten zu hoch?

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