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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

11. Januar 2010 1 11 /01 /Januar /2010 13:47

Das Kopieren von urheberrechtlich geschützten Werken hat im Grunde eine lange Tradition. Problematisch ist es geworden, seitdem durch die Digitaltechnik auch das mehrfache Kopieren - also Kopien von Kopien von Kopien... - ohne Qualitätsverlust möglich ist.

Wer nicht mehr ganz jung ist und schon in den Siebzigern zu Deep Purple, Led Zeppelin, Uriah Heep und wie sie alle heißen gerockt oder mit John Travolta, denn Bee Gees & Co dem Saturday Night Fever gefrönt hat, wird auch die damalige Praxis kennen, dass man sich bei Freunden, die sich eine neue LP gekauft hatten, oft von dieser "ein Tape zog", damit man das nicht ganz billige Stück nicht selbst kaufen musste. Das geschah analog, der Ausgang des Plattenspielers wurde mit dem Eingang des Kassettenrecorders verbunden, auf Aufnahme geschaltet und die Nadel aufgesetzt.

Ein solches Tape war, wenn Plattenspieler und Kassettenmaschine von brauchbarer Qualität waren, durchaus anzuhören und fürs Auto reichte es allemal. Versuchte man jedoch ein Tape von einem solchen Tape zu ziehen, wurden bereits deutliche Qualitätsmängel hörbar, so dass eine weitere Verbreitung ausgeschlossen war. Es wollte ja schließlich keiner Musik hören, die klang, als hätte man sie bei einem Konzert in der Hosentasche aufgenommen. Auch in der Anfangszeit der CDs änderte sich hier zunächst nichts, denn man konnte die Silberscheiben wie die alten Vinylplatten lediglich abspielen, aber nicht selbst aufnehmen. Es wurden also weiterhin Tapes in der gleichen Art gezogen wie es bereits bei der guten alten LP gemacht wurde. Auch hier war der exzessiven Weiterverbreitung quasi von der Physik, nämlich durch die beim analogen Kopieren unvermeidlichen Qualitätseinbußen, ein wirksamer Riegel vorgeschoben.

Jedem sein eigenes Plattenpresswerk

Das änderte sich, als CDs als Massenspeicher auch für andere digitale Daten entdeckt wurden, mit immer besseren Sound- und Grafikkarten Computerdaten, Audio- und Videomedien zu "Multimedia" verschmolzen und schließlich auch noch Brenner und beschreibbare CDs aufkamen. Das Gleiche gilt für Videos, wo die alten analogen Bandkassetten zunächst durch die Video-CD, dann durch die DVD ersetzt wurde. Nun war mit Musik und Videos das möglich, was bei Computerprogrammen und andern für den Rechner bestimmten Daten von Anfang an ging: Das problemlose Kopieren in einer unbegrenzten Anzahl von "Generationen". Was einmal richtig im Speicher des Computers steht, kann auch richtig wieder auf einen neuen Datenträger geschrieben werden. Dazu kam noch, dass man mit der MP3-Technik auf einmal auch Musikstücke auf etwa ein Zehntel der Größe einer CD-Spur komprimieren konnte, ohne dass dabei ein für den akustischen Normalverbraucher relevanter Qualitätsverlust auftrat. So konnten sich Musikstücke auf einmal auch sehr schön über das ja auch nicht langsamer werdende Internet verbreiten.

Mit der Einführung der CD und der DVD, also der digitalen Verbreitung von Audio und Video, hat sich die Unterhaltungsindustrie also ein Stück weit selbst ein Bein gestellt. Man kann zwar auch seine alten LPs und Videokassetten digitalisieren und die digitale Version dann beliebig oft kopieren, doch ist das wesentlich aufwendiger als das Kopieren einer CD oder DVD. Kopierschutzmechanismen, seien sie noch so ausgeklügelt, sind lediglich Scherzartikel und funktionieren nur bei dem, der glaubt, dass sie funktionieren. Grundsätzlich ist es ja so, dass sich Daten um genutzt werden zu können vom Datenträger lesen lassen müssen. Und was man gelesen hat, kann man auch wieder auf einen anderen Datenträger schreiben. Ein Kopierschutz sagt gewissermaßen dem Gerät: "Du darfst mich nicht kopieren". Das funktioniert aber nur so lange, wie sich die Software daran hält. Schert sie sich nicht darum und schreibt die eingelesenen Daten dennoch auf einen anderen Datenträger, ist der schönste Kopierschutz nutzlos.

Und die Moral?

Da dies - vor allem, weil ja heute die meisten Leute kein Geld haben - weidlich ausgenutzt wird, bangt die Unterhaltungsindustrie nun bereits seit mehr als zehn Jahren um ihre Existenz. Untergegangen ist sie bislang aber nicht, was, nebenbei gesagt, auch kein allzu beklagenswerter Schaden wäre. Auf jeden Fall hat sie sich beim Gesetzgeber Maßnahmen bestellt, die im Prinzip bereits dem Recht auf die legale Privatkopie - denn für diese bezahlt man auf Geräte und Medien eine im Kaufpreis enthaltene Abgabe - zuwiderlaufen, wenn nicht gar unserem Grundgesetz. Wenn man Kopien über das Internet - also über Tauschbörsen - verbreitet, kann man sich nach der derzeitigen, von der Lobby durchgedrückten Rechtslage empfindlichen Ärger einhandeln.

Was man jedoch lokal auf seinem Computer macht (ganz Paranoide vielleicht sogar auf einem ohne Verbindung zum Internet, denn man kann ja nie wissen, was das Betriebssystem so alles nach hause meldet) kann aber niemand feststellen. Ob man sich vom neuesten Album oder Spiel, welches ein Kumpel gekauft hat, nun eine so genannte dezentrale Sicherheitskopie macht, bleibt der Moral des einzelnen überlassen. Verstehen kann man auch die Einstellung, Windows nur als Raubkopie zu verwenden, denn es ist ja tatsächlich so, dass derjenige, der an der digitalen Welt teilnehmen möchte, dies in gewissen Bereichen nur mit Windows kann. Mit Linux ist man zwar für das Büro gut aufgestellt, wenn es jedoch um Multimedia, Spiele, Videochats und dergleichen geht, wird es schnell schwierig.

Es gibt übrigens eine interessant Website, die sich mit dem Thema "Raubkopie und Raubkopierer" befasst. Sie heißt "Raubkopierer sind Verbrecher?" und man sollte sie sich ruhig einmal ansehen.   

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