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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

15. Mai 2010 6 15 /05 /Mai /2010 17:41

 

Wenn man einen Garten neu angelegt hat oder einen verlotterten wieder reaktiviert, hat man am Anfang gewisse Probleme mit der Düngung. Allerdings muss man deswegen trotzdem nicht auf Kunstdünger zurückgreifen, sondern kann zum Beispiel mit Brennnesseljauche die Stickstoffversorgung der Pflanzen verbessern.

   Das Problem ist, dass man in einem neuen oder wieder in Betrieb genommenen Garten zunächst noch keinen Kompost aus eigener Produktion hat, weil man ja auch damit erst jetzt beginnt. Es mangelt vor allem an Stickstoff, der (in pflanzenverfügbarer Form) auch in der Natur knapp ist und sozusagen den Begrenzer für die Biomasseproduktion der Pflanzen darstellt. Für die Anlage der Beete wird man sich also Kompost beschaffen müssen, schlimmstenfalls, wenn man keinen geschenkt bekommen kann, muss man ihn beim Kompostwerk oder von anderen Anbietern kaufen.

Problemkind Stickstoff   

   Das gilt vor allem, wenn man seinen Garten im Frühjahr anlegt oder reaktiviert. Trifft man die Entscheidung für den Garten bereits im Herbst, ist es einfacher. Dann kann und sollte man nämlich gleich schon einmal umgraben und bei dieser Gelegenheit Mist einbringen. Gräbt man erst im Frühjahr um, sollte man den Mist jedoch weglassen, denn der frische Mist ist für viele Pflanzen zu „scharf“ und kann erst „verdaut“ werden, wenn er über den Winter verrottet ist.

stinkecke

Mein Brennnesseljauchen-"Reaktor" in der "Stinkecke" meines Gartens: Durch den Kompost gleich nebenan wachsen hier schon allerhand Brennnesseln, so dass ich dieses Jahr vielleicht meinen Bedarf selbst decken kann.

 

     Für die spätere Düngung der angelegten Beete gibt es mehre Möglichkeiten, auch ohne das man auf Kunstdünger zurückgreifen muss. Eine Lösung wäre, zunächst Schwachzehrer anzubauen, also Pflanzen, die wenig Stickstoff benötigen. Leguminosen, besipielsweise Bohnen, sind hier besonders gut, da sie mit den Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft gewinnen können. Auch Tomaten wuchsen beim mir im ersten Jahr auf fast noch blankem Lehm wunderbar.

Die gute, alte Brennnessel 

   Man kann aber auch Stickstoff mit natürlichen Düngern zuführen: Hornmehl und -späne zum Beispiel bringen den dringend benötigten Stickstoff, sind aber nicht ganz billig und brauchen eine gewisse Zeit, bis sie wirken, da sie sich erst zersetzen müssen. Hilfreich ist hier eine Pflanze, die von vielen als „Unkraut“ verkannt wird, obwohl sie vielseitig nutzbar ist: Die Brennnessel.

     Brennnesseljauche kostet praktisch nichts und wirkt sofort; allerdings dauert die Produktion bis zu drei oder vier Wochen, manchmal noch länger, das hängt wohl von der Temperatur ab. Leider beginnt dieser Zeitraum naturgemäß erst dann, wenn es Brennnesseln gibt, so dass Brennnesseljauche doch auch erst eine Weile nach der Zeit der ersten Gartenbestellung erstmalig zur Verfügung steht. Dann aber ist sie ständig disponibel, denn man kann ja den ganzen Sommer über kontinuierlich nachproduzieren, wenn man zwei oder mehrere Gefäße hat.

So wird Brennnesseljauche gemacht 

       Brennnesseljauche herzustellen ist watscheneinfach. Man benötigt lediglich ein hinreichend großes Gefäß, welches, so wie man sagt, nicht aus Metall bestehen sollte, weil Metall von der Jauche angegriffen wird. Ich verwende dafür eine alte runde Plastikmülltonne, wie man sie hatte, bevor die großen eckigen aufkamen. Das Verhältnis von Brennnesseln zu Wasser soll nach der Literatur etwa 100 g frische Pflanzen pro Liter Wasser betragen. Ich stopfe einfach meine Tonne nicht zu fest mit den Brennnesseln voll und fülle dann Wasser auf.

     Nach einigen Tagen beginnt die Plempe zu gären und fängt dann so langsam auch an zu stinken. Das muss so sein und zeigt, dass der Prozess der Verjauchung in Gang gekommen ist. Deswegen heißt die Ecke mit dem Kompost in meinem Garten, wo ich auch die Brennnesseljauche mache, auch die „Stinkecke“. Der Kompost darf natürlich nicht stinken. Tut er es doch, ist mit ihm ihm wahrsten Sinne des Wortes etwas faul. Das aber nur am Rande.

   Die gärende Brennnesseljauche rührt man etwa einmal in der Woche um und wenn keine Blasen mehr aufsteigen und sich kein Schaum mehr bildet, ist sie fertig. Auf die gleiche Art und Weise wie die Brennnesseljauche kann man übrigens auch eine biologische Spritzbrühe aus Brennnesseln ansetzen, die lässt man aber nur etwa 12 bis 24 Stunden ziehen. Sie hilft gegen Blattläuse und dergleichen.

  Mit der Brennnesseljauche düngen 

   Um mit der Brennnesseljauche zu düngen, gibt man sie dem Gießwasser bei. Ich verwende sie im Verhältnis 1:10. Man liest aber auch, das man bei jüngeren Pflanzen 1:20 verdünnen soll. Und gerade habe ich gelesen, dass man auch die unverdünnte Jauche direkt an die Wurzeln geben kann. Das werde ich dieses Jahr einmal probieren, aber nicht bei allen Pflanzen auf einmal.

     Und was macht man mit dem Zeug, was in der Tonne von den Brennnesseln übrig bleibt? Klarer Fall: Das Zeug dürfte immer noch recht stickstoffhaltig sein und gibt daher eine prima „fette“ Komponente für den Kompost ab. So habe ich es bis jetzt immer gemacht. Ich denke aber auch mal, dass man diesen "Brennnesseltrester" mit anderen Gartenabfällen mischen und zum Mulchen mit verwenden kann.

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Published by Fokko - in Garten
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