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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

26. September 2009 6 26 /09 /September /2009 10:54

Selbst gesammelte Pilze sind etwas feines – Sachkenntnis ist dabei aber wichtig, wenn man sich nicht in Gefahr bringen will

Pilze gibt es zwar das ganze Jahr, aber jetzt im Spätsommer und Herbst ist die größte Vielfalt davon in Wald und Feld zu sehen. Es gibt eine unübersehbare Anzahl von Arten, vom mikroskopisch kleinen Schimmelpilz bis zum fußballgroßen Riesenbovist. Die Wissenschaft von den Pilzen, die sogenannte Mykologie, ist ein noch lange nicht erforschtes, geheimnisvolles Teilgebiet der Biologie. Großpilze, also das, was man sich landläufig unter „richtigen“ Pilzen vorstellt, machen nur einen kleinen Teil des Pilzreiches aus; von den bislang bekannten etwa 100 000 Pilzarten gehören etwa 4 – 5000 zu den in Europa vorkommenden Großpilzen.


Solche Baumpilze sind zwar nicht giftig, aber hart wie Holz. Manche Leute sammeln sie als Dekorationsstücke für Pflanzenarrangements

 Das, was man von einem Pilz im Wald stehen sieht, ist lediglich der Fruchtkörper; das eigentliche Pilzlebewesen ist das so genannte Myzel. Das ist ein feines, wurzelartiges Geflecht, welches das Substrat durchzieht, auf dem der jeweilige Pilz wächst: den Humus des Waldbodens, Blätter oder altes Holz. Der sichtbare Pilzkörper trägt die Sporen, die verbreitet werden sollen, damit der Pilz sich vermehren kann. Das, was wir landläufig als Pilze bezeichnen und sammeln, ist also gewissermaßen die Frucht der eigentlichen Pilzpflanze.

 In ihren jeweiligen Lebensräumen spielen die dort vorkommenden Pilze ein wichtige Rolle. Sie bauen tote organische Materie ab und leben in vielfältigen Wechselbeziehungen mit den Pflanzen und Tieren ihres Ökosystems. Man sollte auch keine Giftpilze zerstören, da auch sie ihren Zweck im Naturhaushalt erfüllen und dazu – wie etwa der Fliegenpilz – oft auch noch hübsch aussehen.


Der hübsche, aber giftige Fliegenpilz dürfte wohl der bekannteste Pilz sein.

 Pilze erinnern in Konsistenz und Geschmack eher an Fleisch als an pflanzliche Nahrungsmittel. Ihr Nährwert ist aber nicht so groß, er entspricht eher dem von nahrhafteren Gemüsesorten, wie z. B. Kohl. An die Nährstoffe kommt der Körper auch nur heran, wenn die Pilze gut gekaut wurden, denn die Verdauungssäfte können die Zellwände des Pilzfleisches nicht auflösen. Das ist auch der Grund, warum Pilze schwer verdaulich sind und nicht dick machen – es sei denn, man bereitet sie mit viel fetten und/oder kohlenhydratreichen Zutaten zu, wie das etwa bei panierten Pilzschnitzeln oder einer leckeren Pilz-Sahnesoße der Fall ist. Unter den vielen Möglichkeiten, Pilze zuzubereiten gibt es aber auch genügend kalorienarme Varianten. Das zarte Aroma von Champignons etwa entfaltet sich besonders gut, wenn man sie nur schwach dünstet, ganz wenig würzt und zu trockenem Toast oder leicht geröstetem Weißbrot genießt.

Ein interessantes Hobby...

 Pilzsammler bekommen nicht nur Bewegung in frischer Luft, sondern erleben den Wald auch viel intensiver als bei einem ganz gewöhnlichen Spaziergang. Geht man nur bei schönem Wetter in den Wald, erfährt man nie, wie herrlich es dort an einem regnerischen Tag aussieht: Alles ist wie frisch gewaschen, das Grün der Pflanzen leuchtet besonders intensiv und überall funkelt es, wenn doch einmal ein Sonnenstrahl durch das Blätterdach bricht. Als Pilzsammler kommt man aber gerade an solchen Tagen hinaus, denn die Pilze brauchen die Feuchtigkeit um zu wachsen.

Das ist einer unserer gefährlichsten Giftpilze: Der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz

 Um Pilze zu finden, muss man genau hinsehen. Dabei entdeckt man ganz nebenbei Dinge, an denen man als reiner Spaziergänger achtlos vorüber gegangen wäre. Da viele Pilze an ganz speziellen, für ihre Art jeweils typischen Stellen wachsen, muss der Pilzsammler einen Blick für die Strukturen des Waldes, für Bäume, Sträucher und Vegetationsformen entwickeln; er trainiert dabei seine Beobachtungsgabe und sein Gespür für die Natur.

 Wird er schließlich fündig und trägt einen Korb voll Pilze für eine leckere Mahlzeit nachhause, ist das ein besonderes Erfolgserlebnis: Wie ein Steinzeitmensch hat er Beute gemacht, die er nun verzehren kann. Mancher passionierte Pilzsammler spricht daher auch scherzhaft von der „Pilzjagd“, bei der er, ähnlich wie ein richtiger Jäger, die Natur kennen und deuten können muss, um seiner Beute habhaft zu werden.

... aber nicht ungefährlich

 Allerdings ist das Pilze sammeln nicht ganz einfach. Fehler haben hier nicht, wie bei anderen Hobbys, lediglich Misserfolg und Frustration zur Folge, sondern können tödlich sein! Dummerweise haben viele gute Speisepilze giftige Doppelgänger. „Patentrezepte“ zum pauschalen Erkennen giftiger Pilze, wie anlaufende Silberlöffel, die Verfärbung einer mitgekochten Zwiebel und ähnliches sind gefährlicher Unsinn. Auch Farbe, Geruch oder Geschmack sagen nichts über die Giftigkeit eines Pilzes aus. Manche guten Speisepilze sehen „giftig“ aus, andererseits berichten überlebende Pilzvergiftungsopfer, dass die verhängnisvolle Mahlzeit durchaus wohlschmeckend war.

 Das heimtückische an den wirklich gefährlichen Giftpilzen, wie etwa dem Grünen Knollenblätterpilz, ist, dass sie erst viele Stunden nach dem Genuss zu wirken beginnen, wenn das Gift bereits aus dem Verdauungstrakt in das Blut übergegangen ist. Den Rekord hält hier der Orangefuchsige Hautkopf, dessen Gift seine Wirkung oft erst zwei oder gar drei Wochen nach dem Verzehr entfaltet. Die weniger gefährlichen Giftpilze wirken wesentlich schneller und der Körper kann sich selbst helfen, indem er das Gift auf natürlichem Wege hinausbefördert. Trotzdem sollte auch in solchen Fällen besser ein Arzt aufgesucht werden, denn mit Pilzvergiftungen ist nicht zu spaßen.


Auch die Stinkmorchel ist ein Giftpilz, aber kaum jemand würde sie freiwillig essen

 Der einzige Weg, Giftpilze zu vermeiden, ist, die Arten, die man sammelt und ihre eventuellen giftigen Doppelgänger genau zu kennen. Bücher sind hier hilfreich, aber sie reichen nicht aus. Das Aussehen von Pilzen kann mit Faktoren wie Alter, Standort und Witterung so stark variieren, dass Abbildungen und Beschreibungen nicht viel helfen, wenn einem die Pilze nicht von jemandem gezeigt werden, der sie kennt.

Sachkundiger Rat ist unersetzlich

  Am besten ist der dran, der bei einem erfahrenen Pilzkenner in die Lehre gehen darf. Leider geben diese Leute ihr Wissen oft nur ungern weiter, weil sie ihren Schülern dazu ja zumindest einen Teil ihrer eifersüchtig gehüteten Jagdgründe zeigen müssten. Zum Glück gibt es aber doch einige Koryphäen, die offenbar so viele und gute Stellen kennen, dass sie die ein paar davon im Rahmen von pilzkundlichen Führungen und Seminaren verraten können. Solche Führungen werden jedes Jahr von Volkshochschulen, Wandervereinen und ähnlichen Organisationen angeboten, so dass auch derjenige Zugang zur Pilzkunde finden kann, der mit keinem Pilzkenner so eng befreundet ist, das er ihn in seine Reviere mitnimmt. Bei solchen Veranstaltungen lernt der angehende Pilzsammler auch, wie er die Pilze sachgemäß erntet, transportiert und aufbewahrt, damit er keinen Schaden am Myzel anrichtet und sich nicht mit an sich essbaren Pilzen vergiftet, die durch unsachgemäße Behandlung verdorben sind.

Der Violette Schleierling ist zwar nicht giftig, soll aber nicht besonders schmecken. Außerdem kann er mit dem giftigen Lila Dickfuß verwechselt werden

 Wenn man nach einigen geführten Exkursionen seine ersten Versuche auf eigene Faust macht, sollte man sich zunächst auf wenige, markante Arten beschränken. Für den Anfänger eignen sich vor allem Röhrenpilze, da unter diesen keine bei uns vorkommende, tödlich giftige Art bekannt ist und man auf den Verzehr der ungenießbaren Arten freiwillig verzichtet, weil sie, wie etwa der Gallenröhrling, schauderhaft schmecken. Andererseits gehören aber auch exzellente Speisepilze zu dieser Gruppe, wie etwa der Steinpilz und der Maronenröhrling. Am besten ist es, wenn man seine Beute bei einer Pilzberatungsstelle vorlegt bevor man sie verwertet.

 Leider haben Pilze die Eigenart, Umweltgifte und sogar Radioaktivität anzureichern. Man sollte daher nicht zu viel davon essen. Gelegentliche Pilzmahlzeiten werden aber nicht schaden, auch wenn es in der Saison einmal etwas mehr wird. Die meisten Menschen werden kaum die nötige Zeit und auch nicht das Sammlerglück haben, so große Mengen an Pilzen heim zu schleppen, dass sie wirklich bedenkliche Mengen der angereicherten Umweltgifte zu sich nehmen können.

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Kommentare

Pilze Wanderer 07/29/2010 23:10


Ein sehr schöner Artikel der einen guten Einstieg in die Materie liefert. Natürlich sollte man nur Pilze sammeln bei denen man sich sicher ist.


emule 09/29/2009 12:54


Sehr interessant Artikel über Pilze. Grüsse


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