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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

26. Juli 2009 7 26 /07 /Juli /2009 16:55

Ein ehemaliger Ordnungsamtsleiter erschießt sich, „Experten“ schlagen Amok-Alarmknöpfe in Schulen vor und eine – zum Glück leicht zu umgehende - Internet-Zensur wurde tatsächlich eingeführt. Nur ein paar Dinge, die in den letzten Wochen passiert sind und ein bezeichnendes Licht auf die Lächerlichkeit unseres Staatswesens werfen. 

Des Kaisers neue Kleider

Wer kennt es nicht, Hans Christian Andersens Märchen von des Kaisers neuen Kleidern? Die konnten angeblich nur Leute sehen, die ihres Amtes würdig und nicht dumm waren. In Wirklichkeit gab es sie gar nicht, aber wer das feststellte, hielt seinen Mund, um nicht als dumm und unfähig dazustehen.

Denn gleichen Mechanismus nutzte Zensursula von der Leyenhaftigkeit, als sie die Internetzensur als angebliche Maßnahme gegen Kinderpornographie einführte. Gefickt eingeschädelt: Wer den Braten roch und gegen die Zensur protestierte, sollte als Kinderpornokonsument dastehen.

Der Unterschied zwischen Märchen und Realität: In der Geschichte von Andersen krähte ein Kind los, dass der Kaiser ja nackend sei und der ganze Betrug flog auf. In der realen Entsprechung der Geschichte krähten viele Kinder – nämlich die ganze „Generation Internet“ – aber die meisten zogen es vor, des Kaisers neue Kleider weiterhin zu sehen und ein paar komplette Ignoranten sammelten sogar Unterschriften für die Zensur. Das ist der Unterschied zwischen Märchen und Realität.

Was bitte tut ein Ordnungsamtsleiter mit einer Schusswaffe?

Der ehemalige Leiter des Ordnungsamtes in Crailsheim hat sich also das Leben genommen. An sich nichts besonderes, denn so mancher tut das, wenn er keinen Ausweg mehr sieht, weil heraus zu kommen droht, wer und was er wirklich ist. Wer aber genau hinsieht muss stutzig werden: Der gute Mann hat sich nämlich erschossen.

Das stelle man sich einmal vor: Dieser Bursche setzte in seinem Job Tag für Tag den Behördenkonsens „So wenig Waffen im Volk wie möglich“ um und verweigerte dabei sicherlich auch mehr als einmal die Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis oder entzog eine solche. Und daheim hatte er offensichtlich selber ein Schießeisen. Ob legal oder illegal wissen wir nicht – und auch nicht, ob es vielleicht gar eine der Kurzwaffen war, die aus dem Panzerschrank seiner Behörde entwendet wurden.

Diese Geschichte hat aber auch noch einen anderen Aspekt: Wie im Zusammenhang mit dem Waffenklau herauskam, wurden die – legal besessenen – Waffen, die eingeschüchterte und verdummte Bürger auf den Aufruf der Kommunalpolitiker hin abgeliefert hatten, teilweise gar nicht zerstört, sondern – verkauft. Auch das muss man sich in aller Ruhe zu Gemüte führen: Die hohe Obrigkeit ruft das unmündige Volk auf, Waffen abzuliefern, da diese bei eben diesem unmündigen Volk nicht gut aufgehoben sind. Es gibt dann auch tatsächlich einige Hammel, die so blauäugig sind und tatsächlich Waffen abgeben. Und zwar in dem Glauben, dass diese vernichtet würden und somit kein Unheil mehr anrichten könnten. Und was tut die hohe Obrigkeit? Sie verscherbelt diese Waffen, womit diese natürlich genau da sind, wo der frühere Besitzer, weil er einsah, was die hohe Obrigkeit ihn lehrte, die Schießeisen nicht mehr haben wollte: In den Händen des unmündigen Volkes.

So etwas nennt man Volksverarsche. Allerdings ist den so Betrogenen meiner Ansicht nach recht geschehen: Wer sich so verarschen lässt, der gehört auch verarscht denn das Leben bestraft den, der sich verarschen lässt.

Knöpfe gegen Amokläufe

„Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründ' ich einen Arbeitskreis“, heißt ein geflügeltes Wort, das man der Generation Jung – Dynamisch – Erfolglos in den Mund legt. Entsprechend handelten unter dem Eindruck von Winnenden auch unsere Obrigen und riefen den "Expertenkreis Amok" ins Leben. Böse Zungen mögen behaupten, dass dies nun wiederum so ein Gremium von Laberköpfen sei, dessen einziger Zweck darin bestünde, den Eindruck zu erwecken, es werde etwas getan.

Allerdings strafte die Realität die Querulanten Lügen. Das Gremium kreißte und das Gremium gebar eine grandiose Idee: Geht es nach dem Willen der wackeren Leutchen, die sich dort Gedanken um die Sicherheit unserer Kinder machen, soll es fürderhin in unseren Schulen so etwas wie Knöpfe geben, auf die man drücken kann, wenn ein ausgetickter Schulbub Eisenwaren mitgebracht hat und nun damit fuchtelt. Dann rücken schwarze Männer in erheblicher Anzahl an und entschärfen den Fuchtler damit er niemandem Aua macht.

Das ist interessant und für mich auch erstaunlich. Eine einfache Lösung für ein Problem, das ich viel tiefgründiger sah. Ich hätte da ein bisschen weiter gedacht: Hinter dem Schlagwort „Amok“ versteckt man lediglich geschickt den wahren Sachverhalt, der zu Taten wie der von Winnenden führt. Ein Amok ist nämlich etwas ganz anderes.

Erweiterter Selbstmord

Für eine solche Tat wie die von Winnenden kennt die Kriminologie hingegen einen anderen Fachausdruck, der im Fall Tim Kretschmer in den Medien sorgfältig vermieden wurde: Erweiterter Selbstmord. Umbringen tut sich, wie wir bereits weiter oben am ehemaligen Ordnungsamtsleiter von Crailsheim gesehen haben, jemand, der nicht mehr weiter weiß. Und genau das steckt auch hinter den so genannten Amokläufen und School Shootings.

Der eine oder andere, dem das Leben übel mitgespielt hat, macht seinen Abgang, wie Tim aus Winnenden, mit einer großen Show und einigen weiteren Toten. Die meisten jedoch schlucken im stillen Kämmerlein Tabletten, springen von einer Brücke oder hängen sich irgendwo auf, was weiter kein großes Aufsehen macht. Auch wenn Winnenden einen großen Medienrummel verursacht hat, gehört es in die Kategorie „Selbstmorde von Kindern und Jugendlichen“. Und davon gibt es nicht wenige.

Und warum bringen sich die Kids um? Und warum typischerweise solche, die nicht dumm sind? The sad truth is: Weil sie sehen, was läuft und mit dieser Welt nicht klarkommen. Weil von ihnen nur gefordert und ihnen nichts geboten wird, was irgendwelchen Sinn hat. Frage nicht, was die Wirtschaft für dich tun, kann, sondern frage, was du für die Wirtschaft tun kannst. Weil bescheuerte Eltern meinen, ihren Kindern etwas Gutes zu tun, wenn sie sie auch noch zwingen, sich um jeden Preis dem System anzupassen und dadurch den Druck unerträglich werden lassen.

Das System will man natürlich nicht ändern. Schließlich läuft alles gut für diejenigen, die sagen wie es zu laufen hat. Und da montiert man eben Amok-Alarmknöpfe in Schulen, verteufelt „Killerspiele“ und lässt den Bürger Waffen abliefern, die man dann verkauft oder sich aus dem Behördentresor klauen lässt.

Es wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre...

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